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4 Februar 2026 0 Kommentare
Allgemein

Bei den Grünen schauen alle gebannt auf Cem Özdemir

von Fremdeninfo 16 Januar 2026
von Fremdeninfo

 

Artikel von Farina Kremer und Birgit Marschall/ RP-Online

Berlin . Bis zur Wahl in Baden-Württemberg, wo Cem Özdemir um das Erbe des einzigen grünen Regierungschefs Winfried Kretschmann kämpft, halten bei den Grünen alle still. Eigene Antworten auf große Fragen wie die zunehmenden Verteilungskonflikte bleiben damit weiter aus.

Die Grünen setzen im baden-württembergischen Landtagswahlkampf alles auf eine Person: Cem Özdemir blickt von den Wahlplakaten der Werbeagentur Jung von Matt staatsmännisch herab, darunter stehen knappe Slogans wie „Vertrauen“, „klarer Kurs“, „Erfahrung“. Oder auch „Der kann es“ in Anlehnung an den erfolgreichen Wahlkampf von CDU-Kanzlerin Angela Merkel vor ihrer letzten Amtszeit. Özdemir, der „anatolische Schwabe“, in der letzten Wahlperiode noch Bundeslandwirtschafts- und am Ende Bildungsminister, davor Parteichef, soll den bisher einzigen grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nach der Wahl am 8. März als neuer Regierungschef beerben.

Doch die Chancen Özdemirs, dieses Maximalziel zu erreichen, stehen eher schlecht. In Umfragen, die allerdings schon etwas älter sind, liegen die Grünen mit rund 20 Prozent nur auf Platz drei hinter der CDU und der AfD. Dass Özdemir (60) als einer der beliebtesten deutschen Politiker gegen den weitgehend unbekannten, jungen und unerfahrenen CDU-Kandidaten Manuel Hagel (37) sowie die in Teilen rechtsextreme AfD noch aufholen kann, wird erwartet. Dass er aber die Wahl gewinnt, glauben angesichts des großen CDU-Vorsprungs nur wenige. Minimalziel der Grünen ist daher die Regierungsbeteiligung. Doch auch das ist kein Selbstläufer, denn Schwarz-Grün bräuchte mindestens 48 Prozent der Stimmen. Özdemir muss also möglichst mehr als die 20 Prozent holen, die ihm Umfragen versprechen.

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Innerparteilich ist der streitbare Schwabe weniger beliebt als in der Bevölkerung, doch vor dieser Wahl halten alle still: Weder aus Berlin, noch aus anderen Ländern gibt es Querschüsse, niemand will Özdemir die Tour vermasseln. Auf der Bundesdelegiertenkonferenz im November hatte sich der selbst ernannte „Ober-Realo“ erkennbar von Linken in der Partei abgegrenzt, auch die Ökologie spielte eine untergeordnete Rolle, als er proklamierte: „Wir können Auto!“. Dennoch erhielt Özdemir viel Applaus in Hannover. Man habe lange daran gearbeitet, dass Özdemir warmherzig empfangen werde, hieß es aus dem Parteivorstand.

Die Wahl in Baden-Württemberg ist für uns Grüne der Dreh- und Angelpunkt. Von ihr wird abhängen, in welche politische Richtung es weitergeht“, sagt ein Bundestagsabgeordneter aus dem Ländle. Der Wahlausgang werde darüber entscheiden, ob die Grünen künftig wieder selbstbewusster auf einen pragmatischen Özdemir-Habeck-Kurs setzen – oder ob sie mehr nach links driften.

Schon bei der Bundestagswahl hatten die Grünen alles auf eine Karte gesetzt: Es war der Wahlkampf von Robert Habeck, der mit großen Ambitionen angefangen hatte, am Ende aber nur 11,6 Prozent der Wähler überzeugte. Den Grünen blieb nur die Oppositionsrolle, und der frühere Vizekanzler zog sich enttäuscht und verletzt aus der Politik zurück. Die Grünen verloren mit Habeck eine schillernde Führungsfigur, auch Ex-Außenministerin und Parteichefin Annalena Baerbock verabschiedete sich zu den Vereinten Nationen nach New York.

Danach begann für die Grünen die Orientierungssuche, die sie noch immer nicht ganz hinter sich gelassen haben. Dem Führungsquartett aus den beiden Parteichefs Franziska Brantner und Felix Banaszak sowie den Fraktionschefinnen Katharina Dröge und Britta Haßelmann ging es zunächst darum, den verunsicherten Laden irgendwie zu stabilisieren und zusammen zu halten. Doch währenddessen schlief die Konkurrenz nicht: Vor allem die Linke, die schon einen fulminanten Wahlkampf hingelegt hatte, blieb im Aufwind. Vor allem junge Frauen wechselten über zu den Linken. Die Grünen konnten sich laut den Umfragen zwar immerhin bei elf bis zwölf Prozent stabilisieren. Doch es könnten mehr sein, wenn ihnen nicht die Linke, die sie bereits einholt, vor allem junge Wähler abspenstig machen würde.

Nach der Wahl in Baden-Württemberg soll deshalb bei den Grünen eine neue Phase beginnen: Die Partei soll wieder kämpferischer, origineller, überraschender werden und mit eigenen, innovativen Konzepten überzeugen. 2026 werde ein Schlüsseljahr für die Grünen sein, ist von Parteistrategen zu hören.

Auf einer Vorstandsklausur der Bundestagsfraktion am kommenden Montag soll es erst einmal nur einen Vorgeschmack darauf geben, denn wegen Trumps Machtgebaren in Venezuela und Grönland geht es hier vor allem um Außenpolitik. Doch die Grünen wollen auch näher heranrücken an die Sorgen der Menschen, ihr ganz normales Alltagsleben. Unlängst hatte Fraktionschefin Dröge etwa eine neue App vorgeschlagen, in der Verbraucher die günstigsten Lebensmittel finden könnten. „Die großen Supermärkte wären zur Teilnahme an der App verpflichtet, die Kleinen könnten freiwillig mitmachen“, so Dröge. „Die Alltagsthemen und Probleme der Menschen, die marode Infrastruktur, das kaputte Schulklo, bezahlbares Wohnen sind genauso wichtig wie die Weltlage. Deswegen rücken wir Themen wie Bezahlbarkeit und Investitionen in den Vordergrund“, sagte Co-Chefin Haßelmann vor der Klausur.

Mit den ungelösten Verteilungskonflikten, den Reform- und Finanzierungsfragen bei Rente, Gesundheit und Pflege, den Debatten um Wehrpflicht, Migration, Klimakrise, Haushaltslöcher und Wirtschaftsschwäche lässt die Fraktion komplexe Themen aber außen vor. Spätestens nach der Baden-Württemberg-Wahl müssen die Grünen hier mehr anzubieten haben, wenn sie künftig Wähler zurückgewinnen wollen.

16 Januar 2026 0 Kommentare
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Rassismus

Rassismus und Nationalismus – In allen Bereichen des Alltags in Deutschland

von Fremdeninfo 16 Januar 2026
von Fremdeninfo

Von: Romy Arnold / Avrupa Demokrat

Romy Arnold, Leiterin eines Beratungsprojekts gegen Rechtsextremismus im Bundesland Thüringen, erklärte, dass rechtsextreme Denkweisen und Strukturen im Alltag des Landes immer spürbarer würden.

In einem Gespräch mit einem AA-Korrespondenten teilte Arnold ihre Einschätzungen dazu mit, wie sich der Rechtsextremismus im deutschen Alltag manifestiert. Sie betonte, dass rechtsextreme Ideologien und Strukturen zunehmend spürbar seien und ihren Einfluss insbesondere in strukturschwachen Regionen ausweiten, indem sie dort entstandene Lücken füllen.

Dem Bericht von AA zufolge erklärte Arnold, dass menschenverachtende und neonazistische Einstellungen auf der Straße, in Parlamenten und auf lokaler Ebene deutlicher zutage treten. „Wir sehen, dass rechtsextreme Denkmuster immer weiter verbreitet sind“, so Arnold.

„Dass die AfD bei jeder Wahl zulegt, ist ein bundesweites Phänomen“

Arnold wies darauf hin, dass auch die steigende Zahl rechtsextremer Angriffe dieses Bild bestätige. Dass die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) bei jeder Wahl Stimmen gewinnt, sei kein reines Phänomen Ostdeutschlands mehr, sondern ein bundesweites.

Sie wies darauf hin, dass Neonazi-Parteien bei Kommunalwahlen in einigen Regionen nach wie vor hohe Ergebnisse erzielen. Zudem nähmen rechtsextreme Kampfsportstrukturen, Jugendgruppen und lose organisierte Netzwerke zu.

„Der Rechtsextremismus versucht, in alle Lebensbereiche der Menschen einzusickern. Dies ist besonders in strukturschwachen Regionen deutlich spürbar“, sagte Arnold.

Arnold ging auch auf die Gründe für die wachsende Wut unter Jugendlichen ein. Sie bewertete die Schwäche der Industrie, den Rückzug des Staates aus ländlichen Regionen, Probleme im Bildungssystem und die mangelnde Wertschätzung für die Opfer, die Jugendliche während der COVID-19-Pandemie erbracht haben, als Faktoren, die diese Wut nähren.

„Demokratische Parteien ignorieren die Jugend“

Arnold machte darauf aufmerksam, dass die extreme Rechte diese Wut sehr geschickt nutze und gleichzeitig ein eigenes Identitätsangebot schaffe. „Die demokratischen Parteien ignorieren leider die Jugendlichen. Das gilt nicht nur für soziale Netzwerke. Bei den letzten Landtagswahlen in Thüringen gab es nur eine einzige Partei, die junge Menschen mit einer eigenen Kampagne und Wahlplakaten ansprach: die AfD. Sie sprechen die Jugendlichen an und holen sie dort ab, wo sie stehen.“

In manchen Regionen sei es inzwischen sehr schwierig geworden, dem Rechtsextremismus entgegenzutreten. „Bei den Kommunalwahlen in einigen ostdeutschen Gemeinden erreichte die AfD teilweise Stimmenanteile von 50 Prozent. Dabei haben wir von den dort noch existierenden Reichsbürger-Strukturen und den allgemeinen Herausforderungen ländlicher Räume noch gar nicht gesprochen. Das sind die Schwierigkeiten, mit denen wir konfrontiert sind. Dort Menschen zu ermutigen, demokratische Werte zu verteidigen, wird manchmal sogar zu einer Sicherheitsfrage.“

Arnold betonte, dass sie die Wut der Jugendlichen verstehen könne, es jedoch nicht akzeptabel sei, diese Wut gegen unschuldige Menschen zu richten. Die extreme Rechte schiebe die Schuld bewusst anderen zu und spiele die unteren Schichten der Gesellschaft gegeneinander aus.

Mit Blick auf die Verantwortung der Politik unterstrich Arnold, dass Personen und Organisationen, die für die Demokratie kämpfen, stärker unterstützt werden müssten. „Es geht darum, die Bedürfnisse der Menschen ernst zu nehmen und gute Politik zu machen. Alle demokratischen Parteien wiederholen das, aber sie müssen es auch wirklich umsetzen und dürfen es denjenigen, die ohnehin schon in einer schwierigen Lage sind und die Demokratie vor Ort verteidigen, nicht noch schwerer machen.“

„Soziale Netzwerke sind eine Triebfeder für die extreme Rechte“

Arnold wies darauf hin, dass soziale Medien eine wichtige Rolle bei der Organisierung der extremen Rechten spielen. Plattformen wie WhatsApp, TikTok und Instagram würden die „Radikalisierung beschleunigen“.

„Alle existierenden sozialen Netzwerke sind eine enorme Triebfeder, da sie Botschaften schneller an Jugendliche übermitteln als früher. Früher musste man mühsam vor Schulen gehen, um Jugendliche abzuwerben oder ihnen CDs zuzustecken. Heute gibt es dort große Möglichkeiten, die nicht nur die AfD, sondern die gesamte extreme Rechte nutzt“, so Arnold.

Einem Verbot sozialer Medien gegenüber äußerte sich Arnold skeptisch. Solche Verbote könnten die falschen Personen bestrafen. Stattdessen seien alternative Lösungen effektiver, welche die demokratische Teilhabe junger Menschen stärken und ihre kritische Medienkompetenz fördern.

16 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

OB-Wahl in Hannover : Maren Kaminski soll für die Linke antreten

von Fremdeninfo 16 Januar 2026
von Fremdeninfo

 

Von: Haz 
Die Partei stellt ihre Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl am 24. Januar auf – Mizgin Ciftci soll Regionspräsident werden
Noch in diesem Jahr entscheidet sich, wer Chef oder Chefin im Rat- und im Regionshaus wird und welche Parteien im Rat und in der Regionsversammlung die meisten Abgeordneten stellen. Für die Kommunalwahl am 13. September stehen bereits einige Spitzenkandidaten fest, jetzt kommen zwei neue hinzu.

Die Linke will nach Informationen dieser Redaktion die hannoversche Bundestagsabgeordnete Maren Kaminski für die Oberbürgermeisterwahl aufstellen. Ins Rennen ums Amt des Regionspräsidenten soll für die Linke der Verdi-Gewerkschaftssekretär Mizgin Ciftci gehen. Am Sonnabend, 24. Januar, stellt der Kreisverband der Linken die Kandidaten offiziell auf.

Kaminski trat bereits 2013 bei der OB-Wahl an

Kaminski ist in der hannoverschen Stadtpolitik keine Unbekannte. Sie trat bereits 2013 zur OB-Wahl an und erzielte mit 6,4 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg. Damals mussten Stefan Schostok (SPD) und Matthias Waldraff (CDU) in die Stichwahl, am Ende gewann Schostok. Die 46-jährige Kaminski zog im Februar vergangenen Jahres in den Bundestag ein, weil die Linke überraschend viele Stimmen gewann (8,8 Prozent). Kaminski hat Sozialwissenschaften studiert und bei der Gewerkschaft GEW gearbeitet.

Gewerkschafter ist auch Mizgin Ciftci, den die Linke für die Regionspräsidentenwahl aufstellen will. Zuvor hatte der 33-Jährige kurze Zeit als Lehrer gearbeitet, inzwischen ist er bei Verdi beschäftigt. Ciftci wurde in Osterholz-Scharmbeck geboren. 2021 trat er für die Linke als Bundestagskandidat an, verpasste aber den Einzug ins Parlament.

CDU will im ersten Quartal „eine Person“ präsentieren

Damit stehen bereits einige Kandidaten für die OB-Wahl fest: Für die Grünen wird Amtsinhaber Belit Onay zur Wiederwahl antreten, er muss aber noch offiziell von seiner Partei nominiert werden. Die SPD schickt den Ersten Stadtrat und Kämmerer Axel von der Ohe ins Rennen, die CDU hat Peter Karst, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, aufgestellt. Die AfD will ihren Kandidaten Ende Februar/Anfang März nominieren.

Bei der Regionspräsidentenwahl ist das Bewerberfeld noch überschaubar. Da Amtsinhaber Steffen Krach (SPD) nach Berlin geht, um dort bei der Wahl im Herbst Regierender Bürgermeister zu werden, hat die SPD Eva Bender, Kultur- und Schuldezernentin Hannovers, nominiert. Unklar ist, wen CDU und Grüne ins Rennen schicken. Dem Vernehmen nach will die CDU im ersten Quartal „eine Person“ präsentieren. Absehbar ist auch, dass Kleinstparteien und Wählergemeinschaften Kandidaten aufstellen, vor allem, um sich bekannt zu machen.

16 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Die Partei stellt ihre Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl am 24. Januar auf – Mizgin Ciftci soll Regionspräsident werden

von Fremdeninfo 16 Januar 2026
von Fremdeninfo

Von:  Frendeninfo

Ins Rennen ums Amt des Regionspräsidenten soll für die Linke der Verdi-Gewerkschaftssekretär Mizgin Ciftci gehen. Am Samstag, den 24. Januar, stellt der Kreisverband der Linken seine Kandidaten offiziell auf.

Als Kind kurdischer Einwanderer ist Mizgin Ciftci politisch sehr engagiert. Durch seinen persönlichen Einsatz hat er sich eine aktive Rolle in der Politik erarbeitet und verfügt zudem über fundierte Erfahrung in Migrationsfragen. Als Mitarbeiter einer Gewerkschaft bringt er zudem tiefgreifende Kompetenzen aus der Gewerkschaftsarbeit mit.

In Hannover nimmt er regelmäßig und aktiv als Redner an Versammlungen verschiedener Migrantenvereine teil. Er ist zudem bei Fremdeninfo bekannt und zählt zu unseren regelmäßigen Lesern.

Als Fremdeninfo haben wir seinen Weg bei Demonstrationen und Veranstaltungen von Migrantenorganisationen aktiv verfolgt. Zudem haben unsere Kollegen in der Vergangenheit immer wieder Interviews mit ihm geführt.

Wir sind davon überzeugt, dass er sich sehr wirkungsvoll für die Belange der Migranten einsetzen und deren Probleme in das Parlament tragen wird. Es ist nur folgerichtig, dass vermehrt Menschen mit Migrationshintergrund aktive Rollen in der Politik übernehmen und sich für die Lösung ihrer eigenen Herausforderungen einsetzen.

Wir rufen junge Migranten dazu auf, dem Beispiel von Mizgin Ciftci zu folgen und politisch aktiv zu werden. Eine stärkere Beteiligung junger Menschen mit Einwanderungsgeschichte an der Politik wird die Lösung migrationsspezifischer Probleme erleichtern.

WIR WÜNSCHEN MIZGIN CIFTCI VIEL ERFOLG!

16 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Aufruf zum Protest gegen el-Sharas Deutschlandbesuch durch den KCDK-E

von Fremdeninfo 15 Januar 2026
von Fremdeninfo

Von Avrupa Demokrat

Der KCDK-E reagierte auf die Ankündigung, dass el-Shara von der HTS am 19. Januar Deutschland besuchen wird. Die Organisation forderte Bundeskanzler Friedrich Merz auf, das Treffen abzusagen, und rief zu landesweiten Protesten auf.

Die Konföderation der kurdischen Gemeinschaften in Europa (KCDK-E) gab eine Erklärung zu den Berichten ab, wonach El-Shara von der Miliz Hay’at Tahrir al-Scham (HTS) am 19. Januar auf Einladung Deutschlands nach Berlin kommen wird. In der Erklärung betonte der KCDK-E, dass ein Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit el-Shara eine „Schande und ein Verbrechen“ wäre, und forderte die sofortige Absage des Termins.

In der schriftlichen Stellungnahme wurde der Empfang von al-Golani in Deutschland als „geistige Umnachtung“ bezeichnet. Es wurde unterstrichen, dass die Kontakte der EU-Mitgliedstaaten mit al-Golani einer Struktur Legitimität verleihen, die für Krieg und Massaker verantwortlich ist. In der Erklärung wurde el-Shara als „Barbar, Mörder und Terrorist“ bezeichnet. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das in Berlin geplante Treffen unter dem Vorwand der Flüchtlingspolitik und Abschiebungen nach Syrien stattfinden soll.

In der Erklärung, in der es hieß, el-Shara werde mit Merz über Migrationspolitik beraten, wurde Folgendes angeführt: „Dass die Länder der Europäischen Union verschiedene Gespräche mit el-Shara führen, ist ein Ausdruck von Verblendung. Diejenigen, die den Barbaren Golani in Berlin empfangen wollen, müssen wissen, dass sie dem terroristischen Anführer einer kriegerischen und mörderischen Bande gegenüberstehen. Diese Banden sind verantwortlich dafür, dass Hunderttausende ihre Heimat verlassen und fliehen mussten. Die europäischen Länder bleiben angesichts von Flucht und menschlichen Dramen stumm, handeln rein nach eigenen Interessen und setzen sich dafür notfalls mit Personen an den Verhandlungstisch, von denen sie wissen, dass sie Massakrierer sind. Europa und Deutschland müssen wissen, dass erst vor einer Woche vor den Augen der Weltöffentlichkeit Massaker an der Zivilbevölkerung in Aleppo verübt wurden. Zehntausende Zivilisten wurden vertrieben. Die ganze Welt sah, wie die grausamen Banden dieses Barbaren Golani Frauen und Kinder ermordeten. Diese barbarischen Banden haben in den kurdisch geprägten Vierteln von Aleppo ethnische Säuberungen durchgeführt.“

„ISIS-BANDEN WIRD LEGITIMITÄT VERLIEHEN“

Weiter hieß es in der Erklärung: „Diese Banden haben im Jahr 2025 Drusen in Syrien massakriert. Die Welt wurde Zeuge der Aufnahmen und Dokumente dieser Massaker. Ebenso kam es zu Massakern und Entführungen gegen die in Syrien lebenden Aleviten. Diese Banden mit ihrer monistischen, barbarischen Mentalität stellen die eigentliche Gefahr für die Völker Syriens und des Nahen Ostens dar, und der türkische Staat unterstützt diese Barbaren offen. Den ISIS-Banden, deren Barbarei bewiesen ist, wurde in Syrien Legitimität verschafft. Es muss klar sein: Mit dem Treffen am 19. Januar in Deutschland würde die deutsche Regierung ein offizielles Gespräch mit einem Anführer führen, der auf einer Stufe mit dem IS steht.

In Syrien ist jeder, der einer anderen ethnischen Gruppe, einem anderen Glauben oder einer anderen Denkweise angehört, einer ernsthaften Gefahr, Massakern und Genozid ausgesetzt. Wenn gegen diese Grausamkeit keine klare Haltung eingenommen wird und solche Besuche nicht abgesagt werden, macht man sich zum Mitschuldigen. Daher ist der Barbar Golani keine Person, die Flucht und Migration verhindern wird; aufgrund der Banden und der Gesinnung, die er vertritt, steht er vielmehr an der Spitze derer, die Flucht und Migration erst auslösen. Das geplante Treffen von Bundeskanzler Merz mit dem Barbaren Golani ist eine Schande und ein Verbrechen gegenüber den Massakern an Kurden, Drusen, Aleviten und allen anderen Minderheiten. Golani und seine Machtstruktur sind eine barbarische, mörderische Bandenorganisation, die das internationale Recht missachtet und mit Füßen tritt.“

PROTESTE IN ALLEN LÄNDERN

Abschließend forderte die Organisation: „Wir verlangen, dass die Zusage für dieses Gespräch sofort zurückgezogen wird und Bundeskanzler Merz den Besuch absagt. Bei dieser Gelegenheit rufen wir die demokratische Öffentlichkeit, demokratische Institutionen und alle Menschenfreunde dazu auf, Haltung zu zeigen, zu protestieren und insbesondere in Bonn ihren Unmut kundzutun. Wir rufen dazu auf, am selben Tag in allen Ländern Protestaktionen vor den syrischen und deutschen Konsulaten durchzuführen.“

 

 

15 Januar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

In Paris waren die Bauern erneut mit ihren Traktoren auf den Straßen, um zu protestieren und die Regierung zu warnen.

von Cumali Yağmur 15 Januar 2026
von Cumali Yağmur

Zeynep Hayır / Hannover-Deutschland

In Frankreich haben die Landwirte ihre Entschlossenheit bekundet, ihre Proteste fortzusetzen, da ihre Forderungen bisher nicht erfüllt wurden. Zuletzt drangen hunderte Bauern mit ihren Traktoren in das Zentrum von Paris ein und hielten Kundgebungen an verschiedenen Punkten der Stadt ab, insbesondere rund um die Nationalversammlung. Während der unter Sicherheitsvorkehrungen durchgeführten Aktionen kam es im Stadtzentrum teilweise zu Verkehrsbehinderungen.

Angesichts steigender Kosten für Diesel, Düngemittel und Energie erklärten die Bauern, dass ihre Einkommen rapide schwinden, die derzeitigen Unterstützungen unzureichend seien und die Landwirtschaft nicht mehr nachhaltig betrieben werden könne. Einer der Hauptgründe für die Proteste ist das Mercosur-Handelsabkommen, das die Europäische Union mit südamerikanischen Ländern aushandelt. Bauernverbände erklärten, dass im Falle eines Inkrafttretens dieses Abkommens landwirtschaftliche Produkte aus Südamerika, die zu geringeren Kosten produziert werden, auf den europäischen Markt gelangen würden, was die lokalen Erzeuger unter direkten Wettbewerbsdruck setzen würde.

Die Demonstranten kündigten an, dass sie die Proteste ausweiten werden, falls ihre Forderungen nicht berücksichtigt werden. Sie drohten damit, sich nicht nur auf die Stadtzentren zu beschränken, sondern in verschiedenen Regionen Schritte zur Einstellung der Produktion zu unternehmen. Die Bauernvertreter fordern von der Regierung und den Institutionen der Europäischen Union konkrete und verbindliche Maßnahmen.

Die in jüngster Zeit zunehmenden Bauernproteste in Europa sind nicht als vorübergehende Welle des Unmuts zu werten, sondern als aktuelle Form einer strukturellen Krise, die durch die kapitalistischen Produktionsverhältnisse im Agrarsektor entstanden ist. Historisch gesehen war der Agrarsektor stets einer der Bereiche, in denen sich in Zeiten wirtschaftlicher Kontraktion und Umstrukturierung der erste Druck aufstaute; die Ereignisse in Frankreich machen diese Kontinuität erneut sichtbar.

Derselbe Sektor hat in verschiedenen Epochen ähnliche Reaktionen hervorgebracht. Die Blockade von Straßen, das Vordringen von Traktoren in Stadtzentren und die Verlagerung der Produktion in den öffentlichen Raum sind wiederkehrende Folgen der ständigen Einengung der Landwirtschaft innerhalb der Marktbeziehungen. Diese Wiederholung zeigt, dass das Problem nicht auf individuellen Entscheidungen beruht, sondern auf der Produktionsweise selbst.

Dass die Bauern in Frankreich mit Traktoren in das Zentrum von Paris einziehen, kann als symbolischer Ausdruck dieser Beengung gelesen werden. Diese Aktionen, die oft nur als Störung des städtischen Lebens dargestellt werden, sind in Wirklichkeit der Ausdruck der seit langem erodierenden wirtschaftlichen und sozialen Gleichgewichte im ländlichen Raum. Während die Inputkosten steigen, schrumpft der Anteil, den der Erzeuger erhält; diese Differenz tritt erneut als Klassenspannung zutage.

Es reicht nicht aus, dieses Bild lediglich als ein innereuropäisches Problem zu betrachten. Das kapitalistische System konnte über viele Jahre hinweg Mehrwert in verschiedenen Regionen und Sektoren konzentrieren und so in den Zentrumsländern einen vergleichsweise hohen Lebensstandard sowie ein starkes Sozialstaatsverständnis etablieren. Die Landwirtschaft war einer der geschützten Bereiche dieser historischen Regelung, doch die sich verschärfende globale Krise löst dieses Gleichgewicht auf.

Die nach außen hin betriebenen Ausbeutungsverhältnisse reichen nicht mehr aus, um die Errungenschaften im Inneren abzusichern. Die Spannungen in der europäischen Landwirtschaft in den letzten Jahren sind eine direkte Folge dieser Auflösung. Die Bauern sehen sich nicht nur dem Druck durch billige Importe gegenüber, sondern auch der Einschränkung sozialer Rechte, der Schwächung von Unterstützungsmechanismen und dem Verlust der Kontrolle über ihre eigene Produktion.

In diesem Zusammenhang kann das Mercosur-Abkommen der EU mit südamerikanischen Staaten nicht nur als reine Handelsregelung, sondern als ein Schritt zur Umstrukturierung der Landwirtschaft zugunsten des Kapitals gewertet werden. Die Rhetorik von Wettbewerb und Liberalisierung macht unterschiedliche Produktionsbedingungen und Ungleichheiten unsichtbar und bürdet die Last direkt den Erzeugern auf.

Der Ansatz des Staates konzentriert sich eher auf das Management dieser Klassenspannung als auf deren Lösung. Während Forderungen nach Verkehrssicherheit und öffentlicher Ordnung in den Vordergrund gestellt werden, rücken die Ursachen der Agrarkrise in den Hintergrund. So wird das Problem von einer politischen und wirtschaftlichen Angelegenheit zu einer bloßen gesellschaftlichen Störung herabgestuft, die es einzudämmen gilt.

Man kann die heutigen Aktionen als Fortsetzung früherer Konflikte im selben Sektor betrachten, doch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der aktuellen Periode ist die Tiefe der Krise. Der Rückzug des Sozialstaates, die Zunahme interner Beschränkungen und die Erosion erworbener Rechte verschärfen die im Agrarsektor angestaute Spannung.

Dieses Bild zeigt, dass der Kapitalismus nicht nur in der Peripherie, sondern auch in seinen eigenen Zentren an einen unhaltbaren Punkt gelangt ist. Dieses System, das die Produktion dem Markt und die Arbeit der Kostenrechnung unterordnet, ist nicht mehr in der Lage, die Landwirtschaft stabil zu reproduzieren. Die Bauernproteste in Frankreich sind als die aktuelle Form dieser strukturellen Blockade zu verstehen.

Die wahre Lösung dieser Krise liegt nicht in temporären Unterstützungen oder strengeren Kontrollen, sondern in der Neudefinition der Klassenposition von Produktion und Arbeit. Ohne eine Perspektive von Gleichheit und Freiheit, die die Landwirtschaft vom Marktdruck befreit und den Erzeuger zum Subjekt der Entscheidungsprozesse macht, scheint eine dauerhafte Überwindung dieses Konflikts nicht möglich.

15 Januar 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

  Umstrittener Staatsbesuch El-Colanis Visite bei Kanzler Merz löst Empörung aus

von Cumali Yağmur 15 Januar 2026
von Cumali Yağmur

 Von Cumali Yagmur

El-Colani) am 19. Januar 2026 Deutschland besuchen will, wirft in der deutschen Öffentlichkeit große Fragezeichen auf und hat bereits heftige Reaktionen hervorgerufen. Dass eine Person, welche die Menschenrechte in Syrien systematisch missachtet, am besagten Datum mit Bundeskanzler Friedrich Merz zusammenkommen soll, ist in keiner Weise mit demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien vereinbar.

Die Zusammenarbeit von EU-Staaten mit El-Colani stellt einen klaren Widerspruch zu westlichen Werten dar. El-Colani hat mit den von ihm befehligten Strukturen gezielte Angriffe auf Aleviten, Drusen und in jüngster Zeit auf kurdisch geprägte Gebiete in Aleppo verübt und damit die Ermordung zahlreicher Zivilisten zu verantworten. Infolge dieser Offensiven waren Zehntausende Kurden gezwungen, ihr Land zu verlassen und zu fliehen.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Deutschland und andere EU-Staaten durch ein Abkommen mit dieser Person darauf abzielen, in Europa lebende Syrer unter dem Vorwand zurückzuschicken, der Krieg im Land sei vorbei und die Demokratie eingeführt worden. Dieser Ansatz, der massiv gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht verstößt, ist absolut inakzeptabel.

Ignoriert Bundeskanzler Friedrich Merz die Unterdrückung von Aleviten, Drusen und Kurden in Syrien? Worauf stützt sich die Behauptung, der Krieg in Syrien sei beendet? Die Zeche für El-Colanis frauenfeindliche und repressive Politik darf nicht den in Syrien lebenden Frauen, Kurden, Drusen, Aleviten und anderen Minderheiten präsentiert werden. Dass diese Völker die eigentliche Entscheidung darüber treffen, ob der Krieg vorbei ist oder nicht, ist das einzige glaubwürdige Kriterium.

Soll El-Colani am 19. Januar in Berlin Bundeskanzler Merz die Hand schütteln und dadurch an Legitimität gewinnen, indem er behauptet: „Der Krieg in Syrien ist vorbei, die Flüchtlinge können zurückkehren“? Ist eine Figur, die innerhalb radikaler Organisationen wie Al-Qaida und Al-Nusra aufgewachsen ist, über Nacht zum „Demokraten“ geworden, nur weil er jetzt eine Krawatte trägt? Diese Haltung der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Politik gegenüber dem menschlichen Drama in Syrien ist ein historischer Fehler.

Erst vor einer Woche wurden vor den Augen der Weltöffentlichkeit Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Aleppo verübt, wodurch Zehntausende Menschen vertrieben wurden. Diese Strukturen haben gezielt Gebiete angegriffen, in denen Kurden, Aleviten und Drusen leben. Dass die Türkei diesen Prozess ebenfalls unterstützt, vergrößert das Ausmaß der begangenen humanitären Verbrechen.

El-Colani ist keine Figur, die den Flüchtlingsstrom verhindern wird; im Gegenteil, er ist der Anführer einer Struktur, die jeden zur Flucht zwingt, der nicht seine radikale Ideologie teilt. Dass Bundeskanzler Merz dieses Treffen plant, ist ein beschämender Vorgang angesichts der Massaker, denen Kurden, Drusen, Aleviten und andere Minderheiten ausgesetzt waren.

Die Herrschaft von El-Colani basiert auf einer repressiven Struktur, welche das internationale Recht nicht anerkennt und die Menschenrechte mit Füßen tritt. Dieser Besuchsplan muss unverzüglich aufgegeben werden. Bundeskanzler Merz steht in der Pflicht, dieses Treffen abzusagen. El-Colani sollte in dem Moment, in dem er europäischen Boden betritt, verhaftet und vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Verantwortung gezogen werden.

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Allgemein

Straftäter nach Syrien und Afghanistan abgeschoben

von Fremdeninfo 15 Januar 2026
von Fremdeninfo

Artikel von dpa

Ein Straftäter aus Syrien und einer aus Afghanistan sind aus Deutschland per Linienflug in ihre Herkunftsländer abgeschoben worden. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums teilte auf Nachfrage mit, die Bundespolizei habe vom Flughafen München nach Kabul einen Afghanen begleitet, der wegen einer Sexualstraftat und gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden sei.

Bei der zweiten Rückführung ging es den Angaben zufolge um einen syrischen Straftäter, der in Niedersachsen inhaftiert war. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums wurde der Mann unter anderem wegen besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Zuerst hatte «Bild» über die beiden Abschiebungen berichtet.

Dobrindt: Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan verstetigen

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der «Bild», es gehe bei der Maßnahme auch um Konsequenz gegenüber Straftätern. «Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan werden verstetigt. Wer schwere Straftaten begeht, muss Deutschland verlassen.»

Es war die dritte Abschiebung nach Syrien seit dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad im Dezember 2024. Zuvor waren Rückführungen in das arabische Land jahrelang ausgesetzt gewesen.

15 Januar 2026 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Rheinland-Pfalz stoppt Abschiebungen von iranischen Staatsbürgern weitgehend

von Cumali Yağmur 15 Januar 2026
von Cumali Yağmur

 

Artikel von AFP

Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat angesichts des brutalen Vorgehens der iranischen Sicherheitskräfte gegen Protestierende am Mittwoch einen weitgehenden Abschiebestopp für Menschen aus dem Land in Kraft gesetzt. Er gelte ab sofort für zunächst drei Monate, teilte das Integrationsministerium des Landes in Mainz mit. Ausgenommen seien Straftäter, Gefährder sowie Staatsangehörige, bei denen ein „Ausweisungsinteresse“ vorliege.

Der Abschiebestopp kann laut Mainzer Integrationsministerium nach drei Monaten „im Einvernehmen mit dem zuständigen Bundesministerium“ für weitere drei Monate verlängert werden. Er gilt demnach ab sofort, ein entsprechendes Schreiben ging am Mittwoch an die Ausländerbehörden.

Auch in Berlin wird gegen das Mullah-Regime in Teheran demonstriert./ Berliner Morgenpost  

In Berlin ist kein Abschiebestopp für iranische Staatsangehörige geplant, aus Sicht der Senatsverwaltung für Inneres aber auch nicht notwendig. „In Berlin besteht für Abschiebungen in den Iran ein Zustimmungsvorbehalt der Hausleitung“, sagte ein Sprecher der Innenverwaltung auf dpa-Anfrage.

In diesem Rahmen werde die aktuelle Situation im Iran einzelfallbezogen gewürdigt. „Eines Abschiebungsstopps bedarf es daher derzeit nicht. Die Entwicklung im Iran wird weiter verfolgt“, versicherte der Sprecher.

Rheinland-Pfalz begründet Abschiebestopp mit dramatischer Verschlechterung der Lage

Rheinland-Pfalz hatte zuvor einen entsprechenden Abschiebestopp angeordnet. Das Integrationsministerium in Mainz begründete das mit einer dramatischen Verschlechterung der Lage im Iran. Diese habe sich durch das „massive Vorgehen des Regimes gegen die eigene Bevölkerung“ in den vergangenen Wochen zugespitzt.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte.

15 Januar 2026 0 Kommentare
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Haydar Doğan
Kultur

Grenze

von Fremdeninfo 14 Januar 2026
von Fremdeninfo

von Haydar Doğan

Als ich das Gedicht „Grenze“ schrieb, stand in den Zeitungen: „Das Mittelmeer ist zum Grab für 40.000 Menschen geworden.“ Es ist noch nicht lange her, es waren die 2000er Jahre.
Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika, wo Besatzungen und Massaker wüteten, versuchten mit morschen Booten nach Europa zu gelangen.
An einem Ort gab es den Tod, am anderen das Leben. Es gab viel Tod. Die Zahlen waren es leid, nur mit Toten in Verbindung gebracht zu werden, nur durch Reichtum zu existieren…

Es ist Nacht geworden, ich blicke zu einer Wolke hinauf.
Ich befinde mich auf einer Straße, an der sich drei Länder treffen. Beruflich habe ich meine Ladung in Belgien abgeliefert und fahre nun über die Niederlande zurück nach Deutschland. Über mir schwebt eine Wolke. „Zu welchem Land gehört diese Wolke?“, frage ich mich. Über diese verrückte Frage muss ich wahnsinnig lachen; meine Geschwindigkeit beträgt 120 Stundenkilometer.
Die Wolke blieb nicht stehen. Sie folgte mir. Die Wolke überquerte die Grenzen… Dies ist Westeuropa, hier gibt es schließlich keine Grenzkontrollen! Sie kam, genau wie ich, ohne beim Zoll hängenzubleiben hindurch!

Der Name „GRENZE“ wurde so auf einem Parkplatz auf ein leeres Blatt Papier geschrieben. Und die ersten Zeilen begannen zu fließen…

Diese Wolke gehorcht keinem Wort,
Überwindet gezogene Grenzen,
Trägt die in ihr verborgenen Lieben
Von Grenze zu Grenze fort.

Ich fahre über die Brücke am Rhein. Auf dem Fluss transportieren lange, schmale Schiffe ihre Ladung. Schiffe, an denen Flaggen aus Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland wehen. Mir kommt das Bild des Flusses vor Augen, wie er in den Schweizer Bergen entspringt und die Länder durchquert.

Dieser Strom gehorcht keinem Wort,
Mit seinem schlammigen Gesicht
Durchzieht er die Länder,
Bis er die Meere erreicht.

So begannen sich die Zeilen der zweiten Strophe in mir zu formen.
Ich versuche lediglich zu schreiben, was ich sehe. Ich habe weder einen Anteil daran, dass die Wolke die Grenzen überquert, noch daran, dass der Fluss die Länder passiert. Alles geschieht außerhalb von mir, aber es entwickelt sich mit mir, und meine Aufgabe in diesem Leben ist es, das Gesehene niederzuschreiben. Das habe ich mir zur Pflicht gemacht. Sieh und schreib.

Vögel… Ach, die Vögel. Die mich nirgendwo allein lassen, wohin ich auch gehe. Wie viele Worte hatte ich für sie in Gedichte eingewoben. Als einer gegen meine Balkonscheibe schlug und starb, hob ich ihn auf und warf ihn in den Müll, ohne jemandem davon zu erzählen. „Selbstmordvögel“, nannte der Dichter solche Vögel. Auch die schönste Zeile an meine Geliebte habe ich mit Vögeln geschrieben:
„Wenn ich deine Haare flechte, werde ich die Vögel rufen.“

Bisher passte keines meiner Worte in einen Rahmen. Entweder habe ich kein Herz berührt oder ich habe sie immer verletzt zurückgelassen. Vielleicht auch…

Ein Flügelpaar am Himmelszelt
Begeht eine Grenzverletzung,
Den Jahreszeiten zum Trotz
Überquert es Kontinente.

Tage später nahmen diese Zeilen als dritte Strophe ihren Platz im Gedicht ein. Alles war wahr. Alles war an seinem richtigen Platz verwendet worden.
„Grenze“ wuchs.

Dann reiste ich in meine Kindheit. Dort verweilte ich lange. Ich kletterte auf den Apfelbaum. Und die Aprikosenbäume, die doch der schönste Geschmack meiner Heimat sind.

Sieh das Kind, es gehorcht keinem Wort,
Übersteigt errichtete Zäune,
Erklimmt den Apfelbaum,
Greift nach den Sternen dort.

Das Mittelmeer ist zum Grab für Tausende, Zehntausende geworden. Und wird es auch weiterhin. Wenn es so weitergeht, werden es noch mehr werden.
„In den Bergen von Van ist der Schnee geschmolzen, Leichen sind aufgetaucht.“
Das war die ganze Nachricht in der Zeitung.

Nur dem Menschen ist es verwehrt,
Von Grenze zu Grenze zu laufen,
Hinter Stacheldrahtzäunen:
Vermintes Land.

14 Januar 2026 0 Kommentare
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