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4 Februar 2026 0 Kommentare
Allgemein

Ausländerbeiräte: Interessenvertretungen kämpfen mit geringer Beteiligung

von Fremdeninfo 21 April 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Monika Ganster / Faz

Ausländer dürfen zwar in Hessen nicht an der Kommunalwahl teilnehmen, aber sie haben am 15. März ihre Interessenvertretungen in 87 Kommunen und zwei Landkreisen neu gewählt. Das Interesse an der Stimmabgabe für die Beratungsgremien hielt sich jedoch in Grenzen: Nur 9,23 Prozent der 816.081 Wahlberechtigten ohne deutschen Pass gingen in Hessen an die Urne. Wobei deutliche Unterschiede auffallen: In Raunheim gaben mit 25,23 Prozent die meisten Ausländer ihre Stimme ab, in Friedberg waren es dagegen nur 2,56 Prozent.

In den übrigen 100 Kommunen existieren Integrationskommissionen, die ebenfalls die Belange der Menschen mit Migrationsgeschichte berücksichtigen sollen. Deren Mitglieder werden aber ernannt und nicht gewählt. In der Regel sind sie zudem zum Teil mit Kommunalpolitikern besetzt.

Kein Wahlaufruf des Ministerpräsidenten

Für die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen (AGAH) liegt die niedrige Wahlbeteiligung nicht nur an mangelnder Mobilisierung. Es handele sich um ein hausgemachtes politisches Problem. „Es sitzt in Wiesbaden“, sagt der AGAH-Vorsitzende Enis Gülegen. Dass es zu den Wahlen nicht einmal einen Wahlaufruf des Ministerpräsidenten gegeben habe, sei ein bezeichnendes Signal. Wer Beteiligung wolle, müsse sie politisch ernst nehmen und dürfe die demokratische Interessenvertretung von Menschen mit Migrationsgeschichte nicht an den Rand drängen.

Seit Jahren würden Vorschläge zur Modernisierung und Weiterentwicklung der Ausländerbeiräte ignoriert, so Gülegen. Außerdem weist die AGAH darauf hin, dass die Zahl der Wahlberechtigten im Bundesland seit 2021 erheblich gestiegen sei, um mehr als 15 Prozent. Auch deshalb sei der Blick auf die Wahlbeteiligung nur begrenzt aussagefähig.

Obwohl die Zahl der Integrationskommissionen in Hessen die der Ausländerbeiräte übersteigt, gab es eine kleine Verschiebung: Zehn Kommunen verzichteten auf Ausländerbeiräte, aber in zwölf Kommunen wurden sie neu gewählt. Unter den Listen, die meist verschiedene Nationalitäten repräsentieren, waren in diesem Jahr erstmals fünf ukrainische vertreten – in Frankfurt, Gießen (Stadt und Landkreis), Wetzlar und Wiesbaden. Auch AfD-Listen hätten sich zur Wahl gestellt, in Fulda haben sie einen Sitz, in Wiesbaden drei errungen, teilt die AGAH in einer Auswertung mit.

Die Ausländerbeiräte sind jedoch nicht nur ein beratendes Gremium. Sie sind mancherorts auch Sprungbrett für eine politische Karriere, sofern die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen wird. Bestes Beispiel dafür ist die Frankfurter Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen), die ihre Laufbahn in der Kommunalen Ausländervertretung der Stadt begann. Mittlerweile sind zahlreiche Mitglieder der Ausländerbeiräte zusätzlich in kommunalen Parlamenten aktiv. Laut AGAH hat die Zahl dieser Doppelengagierten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

21 April 2026 0 Kommentare
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Allgemein

VEREIN FİKİR ATÖLYESİ VERANSTALTETE SEMINAR ÜBER IRAN-KRIEG, IMPERIALISMUS UND GROSS-EURASIEN-STRATEGIEN

von Fremdeninfo 21 April 2026
von Fremdeninfo

Von: Zeki Rüzgar

Der im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) tätige Verein Fikir Atölyesi (Ideen-Werkstatt) veranstaltete vom 17. bis 19. [Monat einfügen] in Gelsenkirchen ein Seminar mit dem Titel „Der globale Machtkampf: Iran-Krieg, Imperialismus und Groß-Eurasien-Strategien“.

In der ersten Sitzung des ersten Seminartages sprach das Vorstandsmitglied des Vereins, Rechtsanwalt Zeki Rüzgar. Er lieferte umfassende Informationen über den Hintergrund eines möglichen Iran-Krieges, die regionale Rolle des Irans, die insbesondere durch Stellvertreterkräfte geführte asymmetrische Kriegsführung sowie die Machtbalancen im Nahen Osten. Im Anschluss beantwortete er die Fragen der Teilnehmer.

Nach einer Pause wurden gemeinsam mit den Teilnehmern interaktive Diskussionen über die Auswirkungen des Krieges auf die Energiewege und die Wirtschaft sowie über die dadurch entstehenden Machtvakua geführt.

In der zweiten Sitzung am Nachmittag ergriff der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Berkin İpek, das Wort. Er informierte über die Kriegsstrategien der USA und ihrer Verbündeten sowie über die hybride Kriegsführung, bei der unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz „Fernkriege“ (Drohnen, Cyberangriffe, Präzisionsoperationen) geführt werden. Nach seiner Präsentation beantwortete er die Fragen der Teilnehmer.

Am Vormittag des zweiten Tages referierte der Generalsekretär des Vereins, Dr. Aydın Saylan, über die neuen Pläne des Imperialismus, die multipolare Weltordnung, die Rivalität zwischen den USA, China und Russland sowie über die Wirtschaftskriege, die im Rahmen der Groß-Eurasien-Projekte geführt werden.

Im weiteren Verlauf wurden gemeinsam mit den Teilnehmern aktuelle Nachrichten aus der Türkei sowie die Auswirkungen des Krieges auf die Türkei bewertet.

Im Anschluss an das Seminar veröffentlichte der Verein Fikir Atölyesi eine Pressemitteilung, in der auf folgende wichtige Punkte aufmerksam gemacht wurde:

21 April 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Diyanet unter Druck: Skandale um ins Ausland entsandte Religionsbeamte

von Fremdeninfo 21 April 2026
von Fremdeninfo

Von: Dtj –online

 Nach Medienberichten über Fehlverhalten hat die türkische Religionsbehörde Diyanet mehrere ins Ausland entsandte Mitarbeiter vorzeitig zurückgerufen. Interne Quellen sprechen von Geldmissbrauch, unmoralischem Verhalten und strukturellen Problemen bei der Auswahl des Personals.
Nach mehreren unvorteilhaften Medienberichten haben Quellen der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet zu Beginn der Woche Unwägbarkeiten mit Personal eingeräumt, das ins Ausland entsandt wurde. Mitarbeiter erklärten gegenüber der Zeitung „BirGün“, dass die Behörde mehrere Religionsberater, Attachés und religiöse Beamte vor Ablauf ihrer vorgesehenen Dienstzeit zurückgerufen habe.

Grund dafür seien Erkenntnisse über unangemessenes Gebaren einiger Entsandter gewesen. Die Rede war unter anderem von „unregelmäßigen Ausgaben“ und „unmoralischen Handlungen“. In mehreren Fällen hätten Überprüfungen ergeben, dass bereits durch die Medien gegangene Berichte im Kern zutreffend gewesen seien. Dies offenbare ein erhebliches Problem mit manchen Ernennungen und Besetzungen im Ausland.

Skandal von Diyanet-Ableger DITIB in Österreich zog weitere Kreise

Diyanet-Mitarbeiter bestätigten, dass Vorwürfe unmoralischen Verhaltens und unsachgemäßen Umgangs mit Geldmitteln Gründe für Abberufungen gewesen seien. So hätten einige im Ausland für die Religionsbehörde tätige Personen Spenden oder Opfergelder zweckentfremdet. Manche habe man sogar in Bars, Unterhaltungslokalen oder in Begleitung von Escortdamen angetroffen.

Im Vorjahr hatte vor allem ein Vorfall im Umfeld der ATIB in Wien weit über die muslimische Community hinaus Aufsehen erregt. Dort sollen Beamte Gelder missbräuchlich verwendet haben, die man bei Freitagsgebeten und religiösen Festen eingesammelt habe. Der Zeitung „Sözcü“ zufolge sollen sogar schon seit fünf Jahren Ermittlungen laufen. ATIB solle Geld, das in sehr weltliche Vergnügen gewandert sein soll, als Ausgabe für „Aufenthaltsgenehmigungskosten, Mieten oder Ausgaben für Imame“ gebucht haben.

Erst wenige Monate, bevor die Angelegenheit in Medien aufgetaucht war, hatte der Chef der Diyanet in der Türkei, Ali Erbaş, der ATIB selbst einen Besuch abgestattet. Bei dieser Gelegenheit hatte dieser unter anderem auch die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) besucht, um eine engere Zusammenarbeit zu vereinbaren.

Ähnliche Vorkommnisse auch in anderen Ländern

In Wien soll es in weiterer Folge zur Entlassung mehrerer hochrangiger Beamter gekommen sein. Diese seien zuvor als Religionsberater tätig gewesen sein. Die Diyanet habe, so „Sözcü“, die Maßnahmen mit „Disziplinlosigkeit und Inkompetenz“ aufseiten der Betroffenen begründet. ATIB selbst sprach in sozialen Medien von „verleumderischen und unbegründeten Gerüchten“, die bereits seit Jahren die Runde machten – und interessierte Kreise nun wieder aufgriffen.

Die Diyanet nahm die Berichte aus Österreich allerdings ernst genug, um auch in weiteren Ländern einen genaueren Blick auf das dortige Gebaren zu werfen. Dabei zeigten sich offenbar auch Unregelmäßigkeiten in Ländern wie Deutschland, Italien, Bosnien und Herzegowina und Afghanistan. Religiöses Personal, das in die Länder entsandt worden war, soll auch dort in mehreren Fällen Eigentum der Stiftung für persönliche Angelegenheiten genutzt haben.

Auch in diesen Ländern sollen Entsandte vorzeitig zurückgerufen oder an andere Positionen versetzt worden sein. Gegen einige Beamte soll es interne Untersuchungsverfahren wegen unethischen Verhaltens geben.

Schaden für Diyanet-Gemeinden nicht nur materiell

Mitarbeiter erklären, dass die Vorwürfe gegen Personen, die ins Ausland entsandt, nicht nur dem Ruf der türkischen Moscheegemeinden schaden. Unqualifizierte Berufungen brächten auch den jeweiligen türkischen Botschafter in eine schwierige Lage. Auch ein Rückgang der Gläubigen, die sich in den Gemeinden engagieren, sei an jenen Standorten zu verzeichnen, wo es zu Skandalen gekommen war.

Ins Ausland entsandte Mitarbeiter der Diyanet sollen monatlich 400.000 TL (derzeit etwa 7.600 Euro) pro Monat erhalten. Viele von ihnen würden für die Dauer von drei bis fünf Monaten an bestimmte europäische Standorte beordert. Eine Mitreise von Ehepartnern oder Kindern ist möglich, aber nicht garantiert. Diese hängt unter anderem auch von den Visabestimmungen des Ziellandes ab.

21 April 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Dieser Text spricht Wahrheiten aus, auch wenn er sehr verspätet kommt

von Cumali Yağmur 20 April 2026
von Cumali Yağmur

Leyla Kuru / Mannheim

Mit dem Körper in Deutschland, mit den Gedanken in der Türkei

Seit Jahren hat niemand den Mut aufgebracht, einen solchen Text über diese Fehlentwicklungen zu schreiben. Es ist längst überfällig, diesem Kurs ein „Stopp“ entgegenzusetzen. Es gibt immer noch Personen und Organisationen, die der Migrantenbewegung schaden. Sie begreifen nicht, wie politisch falsch es ist, die politischen Inhalte ihres eigenen Herkunftslandes hierher zu tragen.

Ich rufe euch zu, ihr Utopisten: Seid ihr immer noch nicht zur Besinnung gekommen? Wie lange wollt ihr der Migrantenbewegung noch schaden? Ihr habt den Frauenbewegungen in ganz Europa Schläge versetzt und nicht einmal die Frauenrechte verteidigt. Ohne jemals einen Marsch oder eine Versammlung gegen Gewalt an Frauen zu organisieren, habt ihr die kleinsten, unbedeutendsten Probleme eures eigenen Landes hierher getragen. Ihr habt euch damit getröstet, jedes Wochenende Demonstrationen und Versammlungen abzuhalten. Tut ihr das wirklich unbewusst, oder versucht ihr absichtlich, den Migranten hier zu schaden? Ihr kommt aus Ländern, in denen männliche Dominanz herrscht, und agiert auch hier nach diesen patriarchalischen Strukturen. Wann seid ihr jemals für eine Frau marschiert, die vor den Augen ihres Kindes ermordet wurde?

Ich habe nur auf eine Gelegenheit gewartet, um diese angestauten Gefühle in mir herauszulassen. Als ich heute jenen auf „Fremde“ fokussierten Artikel las, keimte in mir der Mut auf, diesen Text zu verfassen. Obwohl ich weiß, dass ich mich damit gegen bestimmte Männer und Organisationen stelle, möchte ich dieses Problem ansprechen. Trotz der Tatsache, dass wir in dieser Gesellschaft seit Jahren als Frauen und Migrantinnen leben, haben sie nie eine Versammlung abgehalten, um Diskriminierung, Herabwürdigung und Gewalt eingehend zu diskutieren. Ihr habt so getan, als gäbe es diese Probleme nicht, und habt stattdessen die politischen Inhalte eurer Länder hierher getragen, womit ihr den Anliegen von uns Frauen geschadet habt. Als ob dieser Schaden nicht schon genug wäre, wollt ihr weiterhin nach euren eigenen Utopien handeln. Es reicht! Von hier aus rufe ich alle Frauen auf: Ich glaube daran, dass es an der Zeit ist, dieser Fehlentwicklung ein Ende zu setzen.


Es muss eine gesunde Debatte über die Organisierung der Migrantenminderheit geführt werden
Gökhan Sönmez / Stuttgart

Eine gesunde Debatte muss geführt werden. Ich habe www.fremdeninfo.de erst als Zeitschrift und später als Webseite kennengelernt. Ihr verfolgt eine sehr konsistente Politik in Bezug auf Migranten. Zuerst möchte ich euch gratulieren: Ich möchte betonen, dass ihr die einzige Seite seid, die sich seit Jahren zum Thema Migranten behauptet.

Es ist eine Tatsache, dass Minderheiten in der Welt immer wieder mit der Politik des „Teile und herrsche“ konfrontiert werden. Auch bei der Migrantenminderheit in Deutschland lassen sich Probleme in den internen Institutionen und persönlichen Beziehungen beobachten. Ich glaube, dass es notwendig ist, eine gesunde Debatte über jene Organisationen und Personen zu führen, die den Belangen der Migranten bisher geschadet haben. Die Probleme in ihren Heimatländern beeinflussen sie auf die eine oder andere Weise; so wie ein Teil nicht vom Ganzen getrennt werden kann, tragen sie diese Merkmale in sich.

Trotzdem muss die Migrantenfrage in einer Zeit, in der die Technik fortgeschritten ist und die Welt kleiner wird, sensibler und inhaltlich fundierter angegangen werden. Einerseits der Druck der Mehrheitsgesellschaft, andererseits die fehlerhaften Organisationsformen innerhalb der Migrantenminderheit selbst schaden der Sache sehr.

Unter den heutigen Bedingungen müssen alle Migranten eine Bestandsaufnahme machen und über neue Organisationsmodelle diskutieren. Neue Organisationen sollten nicht in Form von Vereinen oder Föderationen entstehen, sondern tatsächlich den Weg einer Parteibildung einschlagen. Der Prozess der Parteibildung muss sehr gut definiert und die Partei mit einem soliden Programm gegründet werden. Andere Organisationsformen haben ihren historischen Zyklus abgeschlossen und lösen sich nun auf. Die Parteibildung sollte unter der Führung aller zukünftigen Organisationen diskutiert werden.

20 April 2026 0 Kommentare
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Mesut Özil rechnet endgültig mit Deutschland ab – „Einfach nur verletzt“

von Fremdeninfo 20 April 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Omar Ali/ WE der Westen 

In kaum einem ehemaligen deutschen Nationalspieler entzünden sich so viele Diskussionen wie an Mesut Özil. Der Weltmeister von 2014 lebt inzwischen weitgehend zurückgezogen. Eine neue Dokumentation widmet sich nun seinem Verhältnis zu Deutschland und der Frage, warum der ehemalige Profi sich so stark von der Öffentlichkeit entfernt hat.

Der frühere Profi Hamit Altintop, einst Teamkollege bei FC Schalke 04 und Real Madrid, nennt den Ex-DFB-Star seinen Freund. Gleichzeitig sagt er in der dreiteiligen Doku „Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden“: „Keiner kennt ihn.“

Mesut Özil im Mittelpunkt der Doku

Die Produktion von Grimme-Preisträger Florian Opitz zeichnet Özils Weg nach, ohne ihn selbst zu Wort kommen zu lassen. Denn Mesut Özil, erklären die Macher, „war nicht dazu bereit“, mit ihnen zu reden. Trotzdem gilt die Dokumentation als sehenswert. Sie erzählt weniger eine klassische Fußballkarriere. Viel stärker beleuchtet sie Themen wie Integration und Rassismus in Deutschland.

Schon gelesen? Neue VAR-Regelungen stehen fest: Doch vom DFB gibt es deutliche Kritik

Regisseur Opitz betont die gesellschaftliche Dimension der Geschichte. Özils Lebensweg, so sagt er, bewege „die Gemüter der Deutschen“ noch immer „extrem“. Der Anfang dieser Geschichte liegt in Gelsenkirchen. In einem Interview aus dem Jahr 2017 nennt Mesut Özil die Stadt erstmals im Fernsehen „meine Heimat“.

Auch deshalb entschied sich der Spielmacher einst für die deutsche Nationalmannschaft. Er hätte ebenso für die Türkei spielen können, das Herkunftsland seiner Großeltern. Nicht alle in seiner Familie begrüßten diese Wahl. Sein Vater Mustafa berichtet, manche hätten sie sogar als „Verrat“ angesehen.

Mesut Özil und das Erdogan-Foto

Später geriet Mesut Özil wegen eines Fotos massiv unter Druck. Im Mai 2018 ließ er sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren. Die Aufnahme entstand in einer Zeit politischer Spannungen. Die Stimmung im Land veränderte sich deutlich. Integrations-Euphorie und Willkommenskultur wichen zunehmend neuen Konflikten.

Das Foto, dass für mächtig Aufregung sorgte. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Özil fühlte sich weiter als „Deutsch-Türke“ wahrgenommen. Viele betrachteten ihn nicht als vollwertigen Deutschen. Sein damaliger Berater Erkut Sögüt sagt: „Für Mesut war von Anfang an klar: Wir haben nichts Falsches gemacht“.

Nach dem Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft bei der WM wurde Özil stark kritisiert. „Wer mit Erdogan posiert“, sagt der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel, „kann keinen Platz in der deutschen Nationalmannschaft haben.“ Özil fühlte sich zunehmend angegriffen. Schließlich zog er die Konsequenz und trat aus dem DFB-Team zurück. Auch sportlich veränderte sich seine Karriere. Mesut Özil wechselte später in die Türkei und näherte sich politisch weiter Erdogan an.

Er ließ sich sogar das Logo der rechtsextremen Graue Wölfe tätowieren. Sein früherer Mitspieler Per Mertesacker sagt, er könne sich diesen Wandel „nicht erklären“. Heute lebt Mesut Özil überwiegend in der Türkei. Das berichtet sein ehemaliger Bundestrainer Joachim Löw.

Mesut Özil lebt heute in der Türkei

„Der Mesut“, so Löw, „lebt jetzt in der Türkei, ist weniger in Deutschland oder äußerst selten.“ Auch beim jüngsten Treffen der Weltmeister von 2014 fehlte er. Für Löw war das enttäuschend. „Das fand ich schade.“

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Der frühere DFB-Manager Oliver Bierhoff glaubt, den Grund zu kennen. Er vermutet, Özil wolle, „einen klaren Schlussstrich ziehen und die Brücken nach Deutschland abbrechen“. Warum dieser Schritt? Altintop hat eine eigene Erklärung. Mesut Özil, sagt er, „ist einfach nur verletzt

20 April 2026 0 Kommentare
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Sehr geehrte  Herr  Yağmur, Sie haben ein so treffendes Thema angesprochen; vielen Dank für diesen fundierten Beitrag.

von Fremdeninfo 20 April 2026
von Fremdeninfo

 

 Von: Halil Karabacak / Berlin

Sehr geehrte Herr  Yağmur, seit Jahren fügen die von Ihnen erwähnten Kreise den Problemen der Migrantenminderheit großen Schaden zu. Sie haben ihre Heimatländer verlassen und sind hierhergekommen; dagegen ist nichts einzuwenden, natürlich mussten auch sie ihre Lebensrechte und politischen Ansichten verteidigen. Doch diese Personen haben die Probleme ihrer Heimatländer hierher getragen, ohne sich bewusst zu machen, in welcher Gesellschaft und in welchem Land sie eigentlich leben. Es gibt immer noch Menschen und Institutionen, die dies weiterhin tun. Jene, die versuchten, Vereine für ihr Heimatdorf zu gründen und die dörflichen Probleme hierher zu übertragen, sind im Laufe der Zeit verschwunden.

Es gab auch solche, die die Probleme ihrer Organisationen im Heimatland hierher brachten und versuchten, diese von hier aus zu steuern. Wenn man sie darauf anspricht, sagen manche sogar: „Auch Lenin ging ins Ausland und leitete die russische Revolution aus der Ferne.“ Dabei blieb Lenin nur für kurze Zeit in Zürich und kehrte dann zurück; diese Leute hingegen leben seit 40 bis 50 Jahren hier und tragen immer noch die Probleme ihrer Heimatländer hierher. Sie tragen weder zur Lösung der Probleme in ihrer Heimat bei, noch fügen sie der hiesigen Migrantenbewegung massiven Schaden zu.

Im Türkischen gibt es ein Sprichwort: „Mit herbeigetragenem Wasser dreht sich das Mühlrad nicht.“ (Taşıma su ile değirmen dönmez). Die Menschen in den Herkunftsländern müssen sich selbst vor Ort gegen Diktatoren und reaktionäre Regierungen organisieren und diese besiegen. Man kann Diktatoren und reaktionäre Regierungen dort nicht von Deutschland oder Europa aus stürzen. Da dies bisher niemandem gelungen ist, sollte man dieses Unterfangen endlich aufgeben, der Realität ins Auge blicken und sich durch politische Arbeit in die hiesigen gesellschaftlichen Strukturen und die Politik integrieren.

Natürlich fällt Ihnen das sehr schwer, weil Sie die Sprache nicht gut beherrschen und sie auch nicht lernen. Sie wählen den Weg des geringsten Widerstands, bringen die Probleme Ihres Heimatlandes hierher und hindern die Menschen daran, sich mit ihren eigentlichen Problemen hier vor Ort zu beschäftigen. Sie tun nichts weiter, als Ihr eigenes Ego zu befriedigen und sich damit zu brüsten, „Vorsitzender einer Organisation“ zu sein.

Wenn Sie den Kopf in beide Hände nähmen und gründlich nachdenken würden, könnten Sie die Wahrheit erkennen. Doch selbst wenn Sie diese Wahrheiten sähen, würden Sie die Realität nicht akzeptieren und stattdessen Ihren eigenen Utopien nachjagen. Sie organisieren drei bis fünf Leute in Europa oder Deutschland und geben sich einen hochtrabenden Namen als Organisation. Tag und Nacht diskutieren Sie und führen in Ihrem Land eine sogenannte „Revolution“ herbei; aber diese Revolution findet niemals statt – Sie betrügen sich nur selbst.

Lassen Sie endlich ab von dieser Illusion und diesem Traum, sehen Sie der Wahrheit ins Auge. Schaden Sie der hiesigen Migrantenbewegung nicht länger. Empfehlen Sie den Menschen stattdessen, sich im Einklang mit den politischen Bedingungen der Gesellschaft, in der sie leben, zu organisieren. Solange Sie dies nicht tun, werden Sie die moralische Last des Schadens, den Sie der Migrantenbewegung zufügen, niemals loswerden.

20 April 2026 0 Kommentare
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DER FETISCHISMUS VON NATIONALSTAAT UND NATIONALER REVOLUTION

von Fremdeninfo 20 April 2026
von Fremdeninfo

Von: Celal Isik / Istanbul

Der Turkismus der İTC (Komitee für Einheit und Fortschritt) und der Nationalismus Atatürks sind Formen eines gesellschaftlichen Engineerings (Social Engineering), das den Staat über die Gesellschaft stellt und es als seine Pflicht ansieht, einen Gesellschaftsstandard gemäß der staatlichen Ideologie zu erschaffen.

Es gibt wohl kaum ein anderes Land, weder in Europa noch sonst wo auf der Welt, das den Nationalstaat so sehr fetischisiert wie die Türkei. Ebenso dürfte es keine zweite Nation geben, die ihren nationalen Gründervater derart in den Stand einer Gottheit erhoben hat. Diese Situation hat freilich ökonomische, politische und tiefgreifende gesellschaftspsychologische Ursachen.

Diese Kausalität macht den türkischen Nationalismus – jenen Schöpfer des Fetischismus von Nationalstaat und nationaler Revolution – zu einer Ideologie, die auch politische Bewegungen oder Parteien beeinflusst, die sich selbst als „links“ definieren.

Die Niederlage des Osmanischen Reiches durch den Verlust riesiger Territorien, das große Trauma der Besetzung der verbliebenen Gebiete in Rumelien und Anatolien durch die Imperialisten und die darauffolgende Ausrufung der Türkischen Republik am 29. Oktober 1923 durch M. Kemal und seine Mitstreiter erzeugten in der gesamten Gesellschaft ein Gefühl der Befreiung und Wiedergeburt.

In Europa zerschlugen nationalrevolutionäre Bewegungen – angeführt von der damals revolutionären Klasse der Bourgeoisie (ausgehend von Frankreich und unter Beteiligung der Arbeiterklasse) – die feudalen Imperien und Königreiche durch eine Revolution von unten nach oben und errichteten an ihrer Stelle neue Nationalstaaten. Bei uns hingegen war das Osmanische Reich bereits der „kranke Mann Europas“, der dem industriellen Wettbewerb Europas nicht standhalten konnte, sich bei der Duyun-u Umumiye (Osmanische Staatsschuldenverwaltung) verschuldet hatte und bankrottgegangen war; es war im Ersten Weltkrieg bereits von Imperialisten besetzt und den äußeren Mächten längst unterlegen. Der Krieg endete mit dem Vertrag von Lausanne, der am 24. Juli 1923 mit den Entente-Mächten unterzeichnet wurde. Die „Türkische Revolution“ war keine Revolution, die – wie die nationalen Revolutionen in Europa – aus einer eigenen inneren Dynamik heraus unter der Führung einer eigenen revolutionären bürgerlichen Klasse entstand.

Während die europäische marxistische Linke gegen die nationalistische Ideologie der Bourgeoisie – die im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts ihr revolutionäres Pulver verschossen hatte und reaktionär geworden war – eine sozialistische Revolution unter der Führung der Arbeiterklasse (Proletariat) erwartete, fand die Revolution entgegen der Erwartungen 1917 im zaristischen Russland statt, dem „schwächsten Glied“ des imperialistischen Systems. Tatsächlich weisen sowohl die bürgerlichen Nationalrevolutionen als auch die russische Revolution Ähnlichkeiten als Revolutionen auf, die in einzelnen Ländern stattfanden. Dass sich die von Marx in Europa erwartete Revolution nach Russland verschob, deutet darauf hin, dass die globalen Bedingungen für eine sozialistische Revolution noch nicht gegeben waren.

Lenins Priorisierung der unvollendeten demokratischen industriellen Revolution der Bourgeoisie im vorsozialistischen Russland (das keine industrielle Infrastruktur besaß) zeigt uns, dass die Oktoberrevolution eigentlich ein Nachbeben und eine Fortsetzung der Französischen Revolution von 1789 war. Dass der endgültige Sieg der sozialistischen Revolution in einem einzigen Land nicht möglich ist, wurde durch den Zusammenbruch der Sowjetunion am 26. Dezember 1991 bewiesen. Heute können wir von einem tiefgreifenden und schnellen Wandel sprechen, der darauf hindeutet, dass eine sozialistische Revolution nicht auf nationaler, sondern nur auf globaler Ebene möglich sein wird.

Die Reichtümer und Märkte der Welt, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg unter den Imperialisten aufgeteilt wurden, werden heute zum dritten Mal neu aufgeteilt. Die Weltordnung, die nach den beiden Weltkriegen errichtet wurde, verflüchtigt sich mit dem Zusammenbruch der UdSSR zusehends. Die Welt bewegt sich rasant auf eine multipolare Ordnung zu und erlebt die Zerstörung, die einer Neuordnung vorausgeht. Von diesem zerstörerischen und schmerzvollen Prozess sind bedauerlicherweise auch die Völker des Nahen Ostens massiv betroffen.

Das irakische Saddam-Regime (Baath) ist zusammengebrochen, in Syrien wurde Assad faktisch entmachtet, und nun setzt sich der Zerstörungsprozess und der Aufteilungskrieg mit dem Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran fort. In der heutigen Welt gibt es weder eine revolutionäre Bourgeoisie für eine nationale Revolution, noch eine Arbeiterklasse für eine sozialistische Revolution, noch die Bedingungen für eine unabhängige nationale Revolution. Die Welt befindet sich in einem Übergangsprozess in eine neue Ära.

Die Bourgeoisie (das globale Kapital) hat sich mit ihren globalen Organisationen, die die Grenzen der Nationalstaaten überschreiten, die ganze Welt zur Heimat gemacht. Bedauerlicherweise sind die Völker der Welt im Gegensatz dazu immer noch innerhalb nationaler Grenzen eingesperrt und fristen ein Dasein als Gefangene, deren Reisefreiheit extrem eingeschränkt ist. Ein globales revolutionäres Befreiungsparadigma und ein globales Organisationsverständnis sind noch nicht entstanden; die Welt hat ihr neues revolutionäres Subjekt noch nicht bestimmt.

Es scheint unmöglich, die Gegenwart richtig zu deuten, wenn man sie immer noch durch die ideologische Brille der alten Welt betrachtet – etwa durch Nationalismus oder Konzepte wie „Revolution und Sozialismus in einem Land“. So lassen sich weder der Russland-Ukraine-Krieg noch die Ereignisse in Syrien oder die Ursachen und Folgen des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran begreifen.

Dass nationalistische Kurden, die die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates fordern, nicht erkennen, dass es keine Welt mehr gibt, in der dieser Wunsch realisiert werden könnte, und dass sie die Integration der SDG und PYD in die Zentralregierung in Damaskus (entsprechend ihrer Machtstärke) als „Verrat an der kurdischen Sache“ oder „Kapitulation“ bezeichnen, ist gelinde gesagt Ignoranz und Blindheit. In ähnlicher Weise ist es anti-kurdischer Chauvinismus, wenn bestimmte „ulusalcı“ (national-laizistische) linke Gruppen in der Türkei die Kurden beschuldigen, „Handlanger des Imperialismus“ zu sein oder sich der Damaskus-Regierung zu unterwerfen. Es ist Kurdenhass.

Fazit:
Kritik, die durch die ideologische Brille dieser alten Welt geübt wird, hat in der Realität keine Entsprechung. Dies gilt nicht nur für die syrischen Kurden in Rojava oder den Prozess mit dem Staat in der Türkei, sondern für alle Länder und linken Bewegungen. Was in Syrien stattfindet, ist keine Revolution, sondern eine teilweise Reformbewegung, und dieser Veränderungsprozess wird sich als sehr langer historischer Prozess fortsetzen. Es ist ein Kampf um die Erlangung einiger wichtiger Rechte, die den Kurden früher verwehrt blieben, und dies darf nicht unterschätzt werden.

Das Bemühen, sich im Rahmen des Möglichen an der Verwaltung zu beteiligen und einen Status der lokalen Selbstverwaltung zu erlangen, wird – wenn auch in kleinen Schritten – weitergehen. Die Bedingungen für eine leninistische Revolution im alten Sinne existieren weder für die Kurden und die SDG, noch für die Türkei oder irgendein anderes Land der Welt.

Jene sogenannten „Revolutionäre“, die den Kurden „Kapitulation“ oder „Handlangertum für Imperialisten“ vorwerfen, sind nicht die Hände gebunden. Anstatt vom Schreibtisch aus den Kampf derer herabzusetzen, die einen hohen Preis zahlen, steht es ihnen frei, selbst die „große Revolution“ zu vollziehen, die die Kurden angeblich nicht geschafft haben. In der nationalen Linken der Türkei verbreiten sich derzeit verstärkt Argumente dieses anti-kurdischen Chauvinismus, ja sogar Hassgefühle. Es ist zu beobachten, dass dieser Hass der Gesellschaft mal unter dem Deckmantel des Klassenkampfes, der Revolution oder einer „unabhängigen Türkei“, mal unter dem Deckmantel der Vaterlandsliebe präsentiert wird. Es muss wohl eine unheilbare Krankheit sein, sich selbst über so viel Hass, Neid und Rassismus gegenüber den Kurden zu definieren.

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20 April 2026 0 Kommentare
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DIDF protestiert gegen soziale Einschnitte

von Fremdeninfo 20 April 2026
von Fremdeninfo

DIDF protestiert gegen soziale Einschnitte
Mehmet Tanlı, Köln

Die Bundesregierung kürzt im sozialen Bereich; Deutschland schränkt Sozialleistungen ein.

Die Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) – eine der bedeutendsten, größten und aktivsten Massenorganisationen Deutschlands, die sich durch ihre Beiträge zum Kampf für Arbeit, Frieden und Demokratie von anderen Organisationen türkeistämmiger Herkunft abhebt – hat in einer öffentlichen Erklärung die Kürzungspläne der amtierenden Koalition aus CDU und SPD unter der Kanzlerschaft von Friedrich Merz in Berlin scharf kritisiert. Die Pläne zielen insbesondere auf Menschen mit Behinderungen, Kinder, Jugendliche und Familien ab.

In der DIDF-Erklärung heißt es:

„Wir lehnen soziale Kürzungspläne ab, die Menschen mit Behinderungen, Kinder und Familien ins Visier nehmen“

Kein gebremstes Tempo bei den Militärausgaben
Während Bundeskanzler Merz und die Minister der CDU/CSU-SPD-Koalitionsregierung bei jeder Gelegenheit von „Reformen“ sprechen, erhöhen sie die Militärausgaben und bürden die Zeche weiterhin Menschen mit Behinderungen, Kindern, Familien und Werktätigen auf. Ein vom Kanzleramt erstelltes und an die Öffentlichkeit gelangtes 108-seitiges Dokument enthält mehr als 70 Vorschläge für soziale Kürzungen, die den Alltag der Werktätigen – allen voran Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und Migranten – unmittelbar betreffen werden.

Leistungen für Menschen mit Behinderungen dürfen nicht gekürzt werden
Das Dokument sieht Kürzungen bei der Eingliederungshilfe und Schulassistenz für Kinder mit Behinderungen vor. Zu den Vorschlägen gehört auch die Verschiebung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder. Zudem ist vorgesehen, dass junge Geflüchtete über 16 Jahre in Massenunterkünften mit niedrigeren Standards untergebracht werden.

Die Kürzungen treffen vor allem arme Werktätige, Migranten und Alleinerziehende
Mit dem Kürzungspaket, das insgesamt 70 Maßnahmen umfasst, soll eine Einsparung von 8,6 Milliarden Euro erzielt werden. Die Vorschläge wurden unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie des Bildungs- und Familienministeriums sowie unter Beteiligung des Deutschen Städtetages, des Landkreistages und einiger Bundesländer erarbeitet. Es ist offensichtlich, dass diese Kürzungen im sozialen Bereich insbesondere arme Werktätige, Migranten und Alleinerziehende treffen werden.

Kürzungspläne müssen sofort gestoppt werden
Die Entwicklungen zeigen einmal mehr, dass die Regierung, die für Militärausgaben die Kassen weit öffnet und Kriegs- sowie Aufrüstungspläne schmiedet, die Rechnung für das Haushaltsdefizit den in diesem Land lebenden Werktätigen präsentieren will. Daher fordern wir die amtierende Regierung auf, die geplanten sozialen Kürzungen sofort zurückzunehmen. Die Adresse zur Schließung des Haushaltslochs dürfen nicht die Ärmsten des Landes sein, sondern die Monopole – allen voran die Rüstungs- und Energiekonzerne –, die jedes Jahr Rekordgewinne erzielen.

Als DIDF betonen wir seit Jahren, dass die Militärausgaben und das Haushaltsdefizit auf dem Rücken der Werktätigen verschiedenster nationaler Herkunft ausgetragen werden sollen. Aus diesem Grund lehnen wir die geplanten sozialen Einschränkungen in vielen Bereichen ab und erheben unsere Stimme gegen diese Kürzungspläne.

Am 1. Mai müssen wir auf den Straßen kraftvoll gegen diese Kürzungspläne protestieren

„Die Kürzungspläne im sozialen Bereich zeigen, dass wir die Reaktionen aus verschiedenen Bereichen bündeln müssen, um unsere Stimme lauter und kraftvoller zu Gehör zu bringen. Der kommende 1. Mai muss gleichzeitig zu einem Kampftag werden, an dem unsere Stimme gegen soziale Einschränkungen und Aufrüstung laut wird“, hieß es in der Erklärung.

Festival für Einheit und Solidarität am 13. Juni wieder im Kölner Tanzbrunnen
Das von der DIDF alle zwei Jahre organisierte, traditionelle Kulturfestival unter freiem Himmel, das von einer großen Menschenmenge aus verschiedenen Zentren Europas besucht wird, findet am 13.06.2026 erneut am Rheinufer in Köln auf dem Festivalgelände „Tanzbrunnen“ statt. An dem Festival werden bedeutende Künstler, Gruppen und Redner wie Gaye Su Akyol, Moğollar und Mustafa Özarslan teilnehmen.

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Cumali Yağmur
Allgemein

Mit dem Körper hier, mit den Gedanken in der Türkei

von Cumali Yağmur 20 April 2026
von Cumali Yağmur

Von : Cumali Yagmur

In meinem heutigen Artikel möchte ich ein Thema aufgreifen und bestimmte Wahrheiten zur Sprache bringen. Anstatt die Probleme in Deutschland zu lösen, versuchen einige, die Migranten aus Eigeninteresse von ihren eigentlichen Sorgen abzulenken. Als hätten sie eine Mission übernommen, tragen sie im Sinne ihrer eigenen Interessen ständig die Probleme der Türkei hierher. Wenn die Menschen in der Türkei sich ausreichend mit ihren eigenen Problemen befassen würden, würden sie diese ohnehin selbst lösen. Dann gäbe es keinen Bedarf für diejenigen, die hier „Wasser im Mörser stampfen“ (sinnlose Mühe betreiben), ohne den hiesigen Problemen nützlich zu sein. Von Deutschland aus zu versuchen, in die Angelegenheiten der Türkei einzugreifen und diese Probleme hierher zu tragen, ist eine völlig falsche Methode.

Mit genau diesen Methoden haben sich bereits jene versucht, die während des Spanischen Bürgerkriegs ins Ausland fliehen mussten, ebenso wie die Migranten des griechischen Bürgerkriegs, die Exilanten nach dem Putsch in Chile 1971 oder die iranische CISNU-Studentengruppe. Doch als sie sahen, dass es zu nichts führte, gaben sie auf. Auch diejenigen, die nach dem 12. März 1971 und dem 12. September 1980 die Türkei verlassen mussten, glaubten fest daran, die Junta von außen stürzen zu können. Dafür führten sie im Ausland unermüdlich einen harten Kampf. Doch heute zeigt sich, dass auch diese Generationen allmählich schwinden, ohne wirklich etwas bewirkt zu haben.

Es ist eine dialektische Tatsache, dass Widersprüche miteinander verflochten sind. Ohne das Erwachen des inneren Widerspruchs kann der äußere Widerspruch den inneren nicht aktivieren. Wenn der innere Widerspruch erwacht, hat der äußere nur noch einen geringen Einfluss; dies nennt man „Autodynamismus“. Kurz gesagt: Den Wandel gesellschaftlicher Strukturen bestimmen die Völker, die in diesen Ländern leben. Man muss einsehen, dass der Versuch, von hier aus die Politik in anderen Ländern zu beeinflussen, nichts als eine Illusion ist.

Trotzdem setzen einige mit jedem Neuzugang in Europa und Deutschland die Tradition fort, die Probleme der Türkei für einige Jahre hierher zu tragen. Doch sobald sie merken, dass die Dinge so nicht funktionieren, geben sie resigniert auf. Die Nachfolgenden fangen dann wieder dort an, wo die anderen aufgehört haben. So setzt sich über Jahre hinweg ein unendlicher Gordischer Knoten fort.

Das Organisieren von Demonstrationen, Panels oder Gedenktagen für Inhaftierte in der Türkei dient oft nur der Befriedigung des eigenen Egos. Ob sie es verstehen oder nicht: Sie untergraben die realen Probleme der Migranten hier und ignorieren sie. Wer nach einer Weile einsieht, dass man von hier aus nichts in der Türkei ändern kann, zieht sich zurück und kümmert sich um die eigenen Sorgen. Spricht man mit diesen Leuten, behaupten sie oft, ihre Vorgänger hätten nichts erreicht, und sagen: „Ich werde von hier aus die Lösung der Probleme in der Türkei beeinflussen.“ Man kann ihnen nur sagen: „Viel Erfolg dabei“, denn sie werden weder die Ersten noch die Letzten sein.

Die meisten von ihnen kennen Europa nicht oder wollen es gar nicht erst kennenlernen; sie verstehen weder die Sozialstruktur noch die politischen Inhalte. Sie handeln nach dem politischen Verständnis der Türkei. Es ist, als versuchten sie, einen gerissenen Filmstreifen zusammenzukleben und erneut abzuspielen. Sie versuchen, die gewaltige Distanz mit ihrem eigenen Körper zu überbrücken.

Seitdem Türken und Kurden das Wahlrecht (für die Türkei) erhalten haben, versuchen alle Parteien, sich im Ausland zu organisieren. Doch überall trifft man auf dieselben „pensionierten“ Profile. Diesen Personen, die im täglichen Leben in Europa keinerlei Erfolg vorweisen können, wird von Politikern aus der Türkei der Rücken gestärkt. In ihrer engstirnigen Sicht glauben sie, von hier aus die Türkei retten zu können. In ein paar Jahren werden auch sie verschwunden sein. Meist handelt es sich um Personen, die früher in linken Bewegungen aktiv waren, dort nicht vorankamen und nun als Auslandsvertreter für die CHP, AKP oder MHP fungieren. Wenn auch diese Generation schwindet, wird es niemanden mehr geben, der diese Aufgaben übernimmt.

Dies betrifft meist die erste und zweite Generation; die nachfolgenden Generationen interessieren sich nicht mehr so stark für die türkische Politik. Nur wenige von ihnen sind in europäischen, insbesondere deutschen Parteien politisch aktiv. Es gibt jedoch auch jene, die ihren Weg im Einklang mit der gesellschaftlichen Struktur und dem politischen Kontext Europas und Deutschlands gehen.

Die Lösung des Migrantenproblems wird erst dann möglich sein, wenn man sich organisiert, Parteistrukturen bildet und dauerhafte Programme umsetzt. In dieser Hinsicht sollten alle Migranten gemeinsam handeln, ihren Beitrag zum Prozess leisten und über die Methoden der Organisierung diskutieren. Der richtige Weg und die richtige Methode zur Lösung des Problems liegen im gemeinsamen Handeln und in der politischen Parteibildung (hier vor Ort).

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Allgemein

  Mut kommt vor Wut“

von Fremdeninfo 20 April 2026
von Fremdeninfo

  Von: Mirjana Cvjetkonic/Haz

Die Tekkal-Schwestern kehren mit ihrem Buch „Wut & Wärme“ am 23. April nach Hannover zurück – dorthin, wo für sie alles begann. Wir haben mit den unermüdlichen Aktivistinnen gesprochen.

Sie tingeln durch Talkshows, sie sitzen auf Panels und in Podcasts, geben Interviews zu den Themen, die ihnen am meisten am Herzen liegen, für die sie sich aufopfern und kämpfen: Menschenrechte, Flüchtlingshilfe, Bildung und politische Aufklärung.

Da wundert es wirklich kaum, dass Düzen (47), Tezcan (38), Tuğba (41), Tülin (33) und Tuna Tekkal (45) nun noch eine Schippe draufgelegt und ein gemeinsames Buch geschrieben haben – „Wut & Wärme“ (Brandstätter, 200 Seiten, 25 Euro) ist kürzlich erschienen. Ähnlich naheliegend, dass die Schwestern damit auf Tour gehen und am 23. April einen Lesereisestopp in ihrer Heimatstadt Hannover einlegen. Sie leben mittlerweile ja in Berlin und Köln.

„Die Lesung in Hannover ist eine echte Herzensangelegenheit“, gesteht Düzen Tekkal. Offenbar auch für die Gäste: Kaum war die Veranstaltung angekündigt, wurde sie vom Literaturhaus an der Sophienstraße ins Theater am Aegi hochverlegt. Vorweg: Es gibt noch Tickets à 13,41 Euro bei freier Platzwahl. Und während die Besucherinnen und Besucher auf einen unterhaltsamen, unvergesslichen und überraschenden Abend setzen, bedeutet es für die Schwestern nachhausekommen – „an den Ort, an dem alles angefangen hat“, so Tuna Tekkal. Schwester Tuğba hält vor allem nach einer Person Ausschau: Renate. „Darauf freue ich mich, weil sie eine der ersten Menschen war, die mich gesehen hat, die an mich geglaubt hat. Für mich ist das ein ganz besonderes Wiedersehen – nach 30 Jahren.“

Die Frau mit den (früher mal) knallroten Haaren war einst Betreuerin im Spielhaus in Linden, einem Jugendzentrum, in dem sich Tuğba Tekkal als Kind gerne aufgehalten hat und dort von Renate unterstützt wurde. Kein Normalfall für die Tekkals – eine geflüchtete jesidisch-kurdische Familie mit elf Kindern und einer Mutter als Analphabetin –, denen gerne mal eher Misstrauen und Ablehnung begegneten als eine unterstützende Hand. Selbst eine Lehrerin schmiss ihr mal entgegen: „Du wirst es eh nie zu etwas bringen.“

Heute schauen die meisten zu den Tekkals auf. Tuğba war Profi-Fußballerin, Tülin ist DJ und Entertainerin, Tezcan Mitgründerin der Bildungsinitiative „German Dream“ sowie der Menschenrechtsorganisation „Háwar help”, Tuna engagiert sich dort auch seit Jahren für gesellschaftlichen Zusammenhalt und politische Bildung. Düzen ist Menschenrechtsaktivistin und Journalistin an vorderster Front, sogar mit dem Bundesverdienstkreuz sind zwei Schwestern ausgezeichnet worden.

„Es war oft sehr emotional und auch überfordernd. Wir haben unglaublich viel von uns preisgegeben, weil wir ja auch unser Verhältnis zueinander beschreiben mussten“, erzählte uns Düzen Tekkal vom Schreibprozess ihres ersten gemeinsamen Buchs. „Die Beiträge meiner Schwestern haben mich besonders überrascht – ich hatte teilweise richtig Gänsehaut.“ Für alle dürfte es ein Akt gewesen sein, bei dem sie sich auf gewisse Weise auch ganz neu kennengelernt haben. Es handelt etwa von Schwesternschaft, ihrer Sozialisierung und einem gemeinsamen Miteinander in der Gesellschaft. „Mut kommt vor Wut“, sagen die Tekkals. Wo haben sie zuletzt Mut aufbringen müssen und was hat sie wütend gemacht? Düzen Tekkal sagt: „Es gibt ehrlich gesagt fast jeden Tag etwas, das einen wütend macht. Zuletzt musste ich Mut aufbringen, als ich öffentlich Kritik gegen den syrischen Übergangspräsidenten Al Schaara geäußert habe, obwohl ich wusste, dass ich dafür Gegenwind und Anfeindungen bekommen würde. Aber ich konnte nicht anders.“ In Bezug auf Mut betont Tuğba Tekkal: „Mut bedeutet für mich, weiterzumachen, auch wenn der Weg noch lang ist.“

 

 

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