Artikel von Katja Thorwarth / Merkur
Neue EU-Zahlen veröffentlicht
Die aktuellen EU-Zahlen zur Anzahl von Asylanträgen zeigen: Die meisten Schutzsuchenden wählen Frankreich als Fluchtziel. Das hat auch mit der Merz-Regierung zu tun.
Berlin – Die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat stets kommuniziert, dass sie die Migrationszahlen in Deutschland deutlich absenken will. Entsprechend wurden nach Amtsantritt schnell Maßnahmen ergriffen, etwa Binnengrenzkontrollen trotz Schengen-Abkommen und Abschiebeflüge nach Afghanistan – die allerdings schon während der Ampel-Regierung durch Nancy Faeser (SPD) ihren Anfang nahmen. Es kommen also kaum noch Schutzsuchende ohne Visum überhaupt in Deutschland an
Somit verwundert es nicht, dass die Asylanträge hierzulande drastisch zurückgehen. Gemäß eines Medienberichts sind sie um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum von Januar bis Ende März auf ein Rekordtief gefallen. Demnach wurden in den ersten drei Monaten 2026 gezählte 28.922 Anträge gestellt, wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) vermeldet. Damit ist Deutschland im europaweiten Ranking erstmalig seit 2015 an vierter Stelle in der europäischen Asylstatistik, nachdem es zuvor jahrelang die meisten Asylanträge verbuchte.
Bislang 2026 nur 26 Asylanträge in Ungarn
In einem als vertraulich gekennzeichneten Bericht wurden die Zahlen nach Angaben der Welt am Sonntag der EU-Kommission zur Lage der Migration in der EU und in Drittstaaten genannt: Die meisten Schutzgesuche wurden in Frankreich gestellt (34.643), gefolgt von Spanien (32.630) und Italien (32.602). Schlusslichter sind Ungarn (26) und die Slowakei (35).
Gemäß dem Papier wurden insgesamt im ersten Quartal 2026 in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und der Schweiz 173.082 Asylanträge gestellt – ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die meisten Antragssteller kamen aus Venezuela (21.542), Afghanistan (21.402) und Bangladesch (9738).
Aus Syrien kommen weniger Menschen. Anders als in den vergangenen Jahren sind sie mit Bezug auf die Herkunftsstaaten der Antragssteller nach der Türkei mittlerweile auf Platz 5 im EU-Ranking. Die Zahl der Schutzanträge von Syrern in der EU plus der Schweiz und Norwegen ging entsprechend bis Ende März um 63 Prozent auf 5556 zurück. Auch aus der Ukraine kamen dem Bericht zufolge nur noch wenige Anträge: Die Zahl liegt demnach bei 4073, ein Minus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Weniger Menschen aus Syrien und Ungarn kommen nach Deutschland
Experten nannten den Rückgang von Asylanträgen aus Syrien und der Ukraine als einen wesentlichen Grund für den Einbruch der Anträge in Deutschland. Syrer und Ukrainer hatten in der Vergangenheit häufig Deutschland als Zielland gewählt. In diesem Jahr gingen jedoch hierzulande nur noch neun Prozent der Schutzanträge von Syrern aus, die meisten Anträge (38 Prozent) wurden dagegen von afghanischen Staatsbürgern gestellt. In Afghanistan wird die Menschenrechtslage aufgrund des Regimes der radikalislamistischen Taliban als katastrophal eingestuft. (Quellen: AFP, eigene Recherche) (ktho)