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Diyanet unter Druck: Skandale um ins Ausland entsandte Religionsbeamte

von Fremdeninfo 21 April 2026
von Fremdeninfo 21 April 2026
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Von: Dtj –online

 Nach Medienberichten über Fehlverhalten hat die türkische Religionsbehörde Diyanet mehrere ins Ausland entsandte Mitarbeiter vorzeitig zurückgerufen. Interne Quellen sprechen von Geldmissbrauch, unmoralischem Verhalten und strukturellen Problemen bei der Auswahl des Personals.
Nach mehreren unvorteilhaften Medienberichten haben Quellen der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet zu Beginn der Woche Unwägbarkeiten mit Personal eingeräumt, das ins Ausland entsandt wurde. Mitarbeiter erklärten gegenüber der Zeitung „BirGün“, dass die Behörde mehrere Religionsberater, Attachés und religiöse Beamte vor Ablauf ihrer vorgesehenen Dienstzeit zurückgerufen habe.

Grund dafür seien Erkenntnisse über unangemessenes Gebaren einiger Entsandter gewesen. Die Rede war unter anderem von „unregelmäßigen Ausgaben“ und „unmoralischen Handlungen“. In mehreren Fällen hätten Überprüfungen ergeben, dass bereits durch die Medien gegangene Berichte im Kern zutreffend gewesen seien. Dies offenbare ein erhebliches Problem mit manchen Ernennungen und Besetzungen im Ausland.

Skandal von Diyanet-Ableger DITIB in Österreich zog weitere Kreise

Diyanet-Mitarbeiter bestätigten, dass Vorwürfe unmoralischen Verhaltens und unsachgemäßen Umgangs mit Geldmitteln Gründe für Abberufungen gewesen seien. So hätten einige im Ausland für die Religionsbehörde tätige Personen Spenden oder Opfergelder zweckentfremdet. Manche habe man sogar in Bars, Unterhaltungslokalen oder in Begleitung von Escortdamen angetroffen.

Im Vorjahr hatte vor allem ein Vorfall im Umfeld der ATIB in Wien weit über die muslimische Community hinaus Aufsehen erregt. Dort sollen Beamte Gelder missbräuchlich verwendet haben, die man bei Freitagsgebeten und religiösen Festen eingesammelt habe. Der Zeitung „Sözcü“ zufolge sollen sogar schon seit fünf Jahren Ermittlungen laufen. ATIB solle Geld, das in sehr weltliche Vergnügen gewandert sein soll, als Ausgabe für „Aufenthaltsgenehmigungskosten, Mieten oder Ausgaben für Imame“ gebucht haben.

Erst wenige Monate, bevor die Angelegenheit in Medien aufgetaucht war, hatte der Chef der Diyanet in der Türkei, Ali Erbaş, der ATIB selbst einen Besuch abgestattet. Bei dieser Gelegenheit hatte dieser unter anderem auch die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) besucht, um eine engere Zusammenarbeit zu vereinbaren.

Ähnliche Vorkommnisse auch in anderen Ländern

In Wien soll es in weiterer Folge zur Entlassung mehrerer hochrangiger Beamter gekommen sein. Diese seien zuvor als Religionsberater tätig gewesen sein. Die Diyanet habe, so „Sözcü“, die Maßnahmen mit „Disziplinlosigkeit und Inkompetenz“ aufseiten der Betroffenen begründet. ATIB selbst sprach in sozialen Medien von „verleumderischen und unbegründeten Gerüchten“, die bereits seit Jahren die Runde machten – und interessierte Kreise nun wieder aufgriffen.

Die Diyanet nahm die Berichte aus Österreich allerdings ernst genug, um auch in weiteren Ländern einen genaueren Blick auf das dortige Gebaren zu werfen. Dabei zeigten sich offenbar auch Unregelmäßigkeiten in Ländern wie Deutschland, Italien, Bosnien und Herzegowina und Afghanistan. Religiöses Personal, das in die Länder entsandt worden war, soll auch dort in mehreren Fällen Eigentum der Stiftung für persönliche Angelegenheiten genutzt haben.

Auch in diesen Ländern sollen Entsandte vorzeitig zurückgerufen oder an andere Positionen versetzt worden sein. Gegen einige Beamte soll es interne Untersuchungsverfahren wegen unethischen Verhaltens geben.

Schaden für Diyanet-Gemeinden nicht nur materiell

Mitarbeiter erklären, dass die Vorwürfe gegen Personen, die ins Ausland entsandt, nicht nur dem Ruf der türkischen Moscheegemeinden schaden. Unqualifizierte Berufungen brächten auch den jeweiligen türkischen Botschafter in eine schwierige Lage. Auch ein Rückgang der Gläubigen, die sich in den Gemeinden engagieren, sei an jenen Standorten zu verzeichnen, wo es zu Skandalen gekommen war.

Ins Ausland entsandte Mitarbeiter der Diyanet sollen monatlich 400.000 TL (derzeit etwa 7.600 Euro) pro Monat erhalten. Viele von ihnen würden für die Dauer von drei bis fünf Monaten an bestimmte europäische Standorte beordert. Eine Mitreise von Ehepartnern oder Kindern ist möglich, aber nicht garantiert. Diese hängt unter anderem auch von den Visabestimmungen des Ziellandes ab.

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