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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Türken kaufen sich offenbar Strafanzeigen in ihrer Heimat, um Asyl in Deutschland...

19 Oktober 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

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Allgemein

EU-Erweiterung: Fortschritte der Beitrittskandidaten

von Cumali Yağmur 14 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Von: dpa

Am Mittwoch wird das Parlament seine Jahresberichte zu den Fortschritten der Türkei, Georgiens, Montenegros, Albaniens, Nordmazedoniens, Bosnien-Herzegowinas und des Kosovo annehmen.

In den vom Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten angenommenen Berichtsentwürfen werden Montenegro und Albanien als Vorreiter für den EU-Beitritt gesehen. Die Abgeordneten nehmen das Bestreben Albaniens zur Kenntnis, die Verhandlungen bis Ende 2027 abzuschließen. Ziel Montenegros hingegen ist es, die Beitrittsgespräche bis Ende 2026 abzuschließen und bis 2028 der 28. EU-Mitgliedstaat zu werden.

In Bezug auf Nordmazedonien bedauern die Europaabgeordneten den seit dem letzten Jahr ausbleibenden Fortschritt und fordern das Land auf, sich auf die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, Justizreformen und die Korruptionsbekämpfung zu konzentrieren. In Bezug auf Bosnien und Herzegowina bekräftigen sie ihre Unterstützung für das Land auf der Grundlage von Einheit, Souveränität und territorialer Integrität. Sie sind besorgt darüber, dass es im Kosovo seit mehr als einem Jahr nicht gelingt, eine funktionsfähige Legislative und Regierung zu bilden, und betonen, dass dies die notwendigen Reformen untergräbt.

In Georgien und der Türkei konstatieren die Abgeordneten weiterhin schwerwiegende demokratische Rückschritte sowie erhebliche Mängel in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte. Zusätzlich wird weiterhin Druck auf die Opposition, die Medien und die Zivilgesellschaft ausgeübt, so der Textentwurf. Im Jahr 2024 kam der Europäische Rat zu dem Schluss, dass der EU-Beitrittsprozess Georgiens zum Stillstand gekommen sei, nachdem die georgische Regierung die Beitrittsverhandlungen ausgesetzt hatte. Die Verhandlungen mit der Türkei liegen seit 2018 auf Eis und im Textentwurf heißt es, dass der EU-Beitrittsprozess der Türkei nicht fortgesetzt werden kann. Angesichts der geopolitischen Bedeutung des Landes wird stattdessen eine pragmatische und strategische Partnerschaft gefordert.

Nach der Abstimmung werden die ständigen Berichterstatter im Daphne-Caruana-Galizia-Pressesaal Pressekonferenzen zu den einzelnen Berichten abhalten. Während der Pressekonferenz zu Montenegro wird neben dem Berichterstatter, auch die montenegrinische Ministerin für europäische Angelegenheiten, Maida Gorčević, anwesend sein.

14 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Justizministerin Stefanie Hubig sieht Lücken im Sexualstrafrecht, die sie schließen will

von Fremdeninfo 13 Juni 2026
von Fremdeninfo

 

Berlin/ .Quellenangabe: HAZ vom 12.06.2026

Das Büro von Stefanie Hubig liegt unweit des Berliner Gendarmenmarkts. Die 57-jährige Sozialdemokratin aus Rheinland-Pfalz arbeitet geräuschlos mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zusammen, der einerseits ihr Widerpart, andererseits aber auch ihr Partner ist.

Frau Hubig, an diesem Donnerstag und Freitag treffen Sie sich mit Ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern. Dabei wird es vor allem um das Thema Sexualstraftaten gehen. Sie haben auf dem Feld eine Menge unternommen. Sehen Sie trotzdem noch Lücken?

Definitiv. Wir müssen zum Beispiel den Schutz vor verbaler sexueller Belästigung verbessern. Das Phänomen betrifft vor allem junge Frauen. Wir arbeiten außerdem an einer Anpassung des Mordparagrafen. Wir wollen sicherstellen, dass Femizide konsequent als Mord bestraft werden. Ein dritter Punkt ist mir ebenfalls wichtig: Wir sollten die Verjährungsfrist bei Vergewaltigung verlängern. Die Frist beträgt derzeit im Regelfall fünf Jahre. Das ist zu kurz. Angemessen wären aus meiner Sicht 20 Jahre – so wie bei vergleichbar schweren Verbrechen auch. Wir wollen das so bald wie möglich anpassen.

Gibt es dafür einen aktuellen Anlass?

Es gibt einen erschütternden Fall in Hamburg, auf den zunächst meine Hamburger Kollegin Anna Gallina aufmerksam gemacht hat. Die Staatsanwaltschaft wirft einem Mann vor, seine Ehefrau über Jahre viele Dutzende Male vergewaltigt zu haben. Die Frau war bei den Taten wohl nicht bei Bewusstsein, der Täter soll die Taten auf Fotos und in Videos dokumentiert haben. Trotz dieser erdrückenden Beweislage können viele Taten womöglich nicht bestraft werden – weil sie länger als fünf Jahre zurückliegen. So etwas ist schwer erträglich. Es geht uns dabei natürlich um das generelle Problem: Eine fünfjährige Verjährungsfrist ist für Vergewaltigung zu kurz.

Eine Forderung der Grünen lautet, aus „Nein heißt Nein“ ein „Nur Ja heißt Ja“ zu machen, weil manche Opfer ihren Willen in Extremsituationen gar nicht artikulieren könnten.

Ich persönlich bin auch für eine Regelung nach dem Prinzip „Nur Ja heißt Ja“. Bis 2016 war es so: Eine Vergewaltigung lag in der Regel nur dann vor, wenn sich das Opfer körperlich gewehrt hatte. Wir sind 2016 den wichtigen Schritt zu „Nein heißt Nein“ gegangen. Aus meiner Sicht ist jetzt die Zeit reif für den nächsten Schritt. „Nur Ja heißt Ja“ schützt die sexuelle Selbstbestimmung konsequent: Betroffene sind auch dann geschützt, wenn sie sich beispielsweise in einer Schockstarre befinden und nicht mal mehr ein Nein artikulieren können. Viele europäische Staaten haben diese Lösung schon – und sie funktioniert. Ich sehe darin ein Vorbild.

Eine andere Forderung ist, auch die Nichtanzeige von geplanten schweren Gewalttaten unter Strafe zu stellen, wenn man davon Kenntnis hat. Ist das angebracht?

Ich halte das zumindest für sehr erwägenswert. Es gibt neue schlimme Phänomene, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Wenn sich Männer auf digitalen Plattformen zu geplanten Vergewaltigungen austauschen, ist es aus meiner Sicht richtig zu sagen: Wer von einer solchen Chatgruppe Kenntnis erlangt und keine Anzeige stellt, macht sich strafbar.

Wie steht es beim Umgang mit Gruppenvergewaltigungen?

Für die Betroffenen sind Gruppenvergewaltigungen besonders traumatisierend. Sie müssen hart bestraft werden. Auch wenn bereits hohe Strafen möglich sind, haben wir uns im Koalitionsvertrag darauf verständigt, den Strafrahmen zu erhöhen. Das werden wir umsetzen.

Viele Frauen und mittlerweile auch ein paar Männer sagen, ein wesentliches Problem bestehe darin, dass Männer sich nicht genug gegen solche Taten wenden.

Ich teile die Überzeugung: Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, und wir werden es nur gemeinsam in den Griff bekommen. Das heißt: Alle müssen sich damit befassen – unabhängig von Klasse, Alter, Herkunft und Geschlecht. Und das heißt eben auch: Gerade auch Männer müssen sich mit sexualisierter Gewalt auseinandersetzen – und sich dagegen positionieren. Das findet noch zu wenig statt.

Zu einem anderen Thema: Die EU hat Deutschland und andere Staaten aufgefordert, die Grenzkontrollen zu beenden. Der Innenminister will daran festhalten. Was sagen Sie?

Es war von Anfang an klar: Grenzkontrollen innerhalb der EU können nur eine Übergangsmaßnahme sein. Sie belasten die Grenzregionen zu stark. Ich komme ja aus Rheinland-Pfalz. Da gibt es viele Pendler nach Frankreich und Luxemburg, die von den Grenzkontrollen aufgehalten werden. Und für die Bundespolizei sind die Kontrollen ebenfalls eine Belastung. Da häufen sich die Überstunden, Monat für Monat. Für mich ist daher die Antwort, dass wir die EU-Außengrenzen besser schützen müssen. Mit dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem, das am Freitag in Kraft tritt, soll genau das geschehen. Perspektivisch entfallen damit die Gründe für Kontrollen an den deutschen Grenzen.

Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, und wir werden es nur gemeinsam in den Griff bekommen.

 

 

13 Juni 2026 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Das neue europäische Asylrecht

von Fremdeninfo 13 Juni 2026
von Fremdeninfo

 

Von:dpa

Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) hat das europäische Asyl- und Aufenthaltsrecht grundlegend verändert. Die neuen Regelungen zielen darauf ab, die Verfahren an den Außengrenzen zu verschärfen und das Asylsystem umzubauen. Die Reform ermöglicht es den Mitgliedstaaten, mehr Kontrolle über ihre Grenzen auszuüben.

Die Reform sieht vor, dass Menschen, die irregulär in die EU einreisen, sich Identitäts- und Sicherheitsüberprüfungen unterziehen müssen, die bis zu sieben Tage dauern können. Ausweispapiere sowie biometrische Daten werden in einer Datenbank erfasst, um zu klären, wer ein beschleunigtes oder ein reguläres Asylverfahren erhält und wer in sein Herkunfts- oder ein Transitland zurückgeschickt wird.

(Quelle: Bundesministerium des Innern und für Heimat)

Die Reform hat auch Auswirkungen auf die Bearbeitung von Asylanträgen. Anträge von Asylsuchenden, die als Sicherheitsrisiko gelten oder nur geringe Chancen auf Schutz haben, sollen schneller bearbeitet werden. Diese Anträge werden in Zentren nahe den EU-Außengrenzen bearbeitet, was zu Verfahren von bis zu zwölf Wochen führen kann. Für andere Asylsuchende gilt weiterhin das reguläre Verfahren.

(Quelle: Bundesministerium des Innern und für Heimat)

Die Reform des GEAS beeinflusst zudem die Prüfung von Asylanträgen. Die Prüfung kann innerhalb kürzerer Fristen erfolgen, wobei eine erste Entscheidung innerhalb von höchstens sechs Monaten getroffen werden muss. Die Einhaltung dieser Fristen wird jedoch von den verfügbaren Ressourcen und der Effizienz der zuständigen Behörden beeinflusst.

(Quelle: Informationsverbund Asyl & Migration)

Die Reform des GEAS hat auch Auswirkungen auf die Solidarität zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Die Einigung zur Reform wurde vom Europäischen Parlament ratifiziert und ergänzt die bisherigen Regelungen, wobei Kritiker befürchten, dass sie das individuelle Recht auf Asyl in der Europäischen Union faktisch einschränken könnte.

13 Juni 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Die Weltmeisterschaft hat begonnen

von Cumali Yağmur 13 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yagmur

Mit dem Beginn der Weltmeisterschaft wird die Bevölkerung jedes Landes ihre eigene Mannschaft unterstützen. Diese Unterstützung ist völlig normal; jede Nation möchte naturgemäß, dass ihr Team siegt und gewinnt.

Während der Weltmeisterschaft kann es Phasen geben, in denen Nationalismus und Rassismus verstärkt auftreten. Wenn die Mannschaft des eigenen Landes gegen ein anderes Team spielt, werfen nationalistische, rassistische und beleidigende Äußerungen gegenüber der gegnerischen Mannschaft definitiv einen Schatten auf das Spiel selbst.

Angesichts der Tatsache, dass nicht beide Teams gleichzeitig gewinnen können, wird einer verlieren und der andere gewinnen. Dass die unterlegene Seite nationalistische, rassistische Äußerungen und Beleidigungen gegen die Spieler der anderen Mannschaft und deren Nation richtet, sind Phänomene, die im Allgemeinen nicht zur menschlichen Kultur passen.

Das Ziel des Sports sollte es sein, die Zuschauer durch das gezeigte Spiel zu erfreuen; es sollte nicht über das gemeinsame Vergnügen und den Genuss hinausgehen. In der Vergangenheit gab es nationalistische und rassistische Äußerungen; es ist am besten, aus der Vergangenheit zu lernen und heute sensibler zu sein. Da Nationalismus und Rassismus die Feindseligkeit zwischen Menschen schüren, sollte man auf solche Ansätze unbedingt verzichten.

Die Mannschaften sollten untereinander Friedensbotschaften nach außen senden und die Spiele in einer für die Zuschauer sensibleren Weise beenden. Das Ziel des Spiels ist es, sensibler und friedlicher gegeneinander zu spielen und den Wettkampf so zu vollenden. Die Fans dürfen keinesfalls zu Gewalt greifen und sollten nicht vergessen, dass es sich lediglich um ein Spiel handelt.

Die Fans der gegnerischen Mannschaften müssen genau wissen, dass dies ein Spiel ist, bei dem eine Seite gewinnt und die andere verliert. So wie die besser spielende Mannschaft gewinnen wird, sollte man sich auch nach dem Sieg gegenüber den Fans der Gegenseite sensibler und friedlicher verhalten.

Ein Spiel bedeutet keine Feindseligkeit, sondern Spiel, Spaß und Lachen. Man sollte gemeinsam Spiele schauen und die Zeit in Freundschaft, Brüderlichkeit und Frieden verbringen. Mein Rat an alle Sportfans ist: Verhalten Sie sich nicht feindselig zueinander, verwenden Sie keine nationalistischen, rassistischen oder beleidigenden Wörter und vergessen Sie niemals, für den Frieden zusammenzustehen – egal ob Ihre Mannschaft gewinnt oder verliert. Es sollte nicht über das gemeinsame Anschauen, das gemeinsame Vergnügen, die Freude und das Gratulieren der Gewinnerseite hinausgehen.

13 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Allein der Aufenthaltsstatus darf Familien nicht verdächtig machen!

von Fremdeninfo 12 Juni 2026
von Fremdeninfo

Von: BKMO)

 
Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) und der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. kritisieren geplante Verschärfungen in der Vaterschaftsanerkennung:
Gesetz belastet Familien in aufenthaltsrechtlich prekären Lebenslagen, unverheiratete Eltern und Kinder.
 
Der Bundestag berät heute abschließend über das Gesetz zur besseren Verhinderung missbräuchlicher Anerkennungen der Vaterschaft. Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) und der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. kritisieren den Gesetzentwurf scharf: Denn das Gesetz trifft Eltern, Kinder und Familien, die ohnehin rechtlich und sozial besonders verletzlich sind. Wer keinen gesicherten Aufenthalt hat, gerät schneller unter Verdacht.
Die Anerkennung der Vaterschaft soll in bestimmten Fällen von der Zustimmung der Ausländerbehörde abhängig gemacht werden, wenn zwischen den Eltern ein sogenanntes aufenthaltsrechtliches Gefälle besteht. Damit wird nicht ein konkreter Missbrauchsverdacht zum Ausgangspunkt behördlicher Prüfung, sondern die aufenthaltsrechtliche Situation eines Elternteils. Wer geduldet, ausreisepflichtig oder im Asylverfahren ist, muss mit zusätzlichen Hürden rechnen.
„Besonders herausgeforderte Familien brauchen Entlastung, nicht pauschale Verdächtigung. Ein unsicherer Aufenthaltsstatus darf kein Anlass sein, Elternschaft infrage zu stellen oder die rechtliche Absicherung eines Kindes zu verzögern“, erklärt Anna Sabel, Bundesgeschäftsführerin vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.
Bereits im Februar hatten sich über 40 Organisationen in einem offenen Brief gegen das Vorhaben gewandt. Sie warnten davor, Vaterschaftsanerkennungen in aufenthaltsrechtlich prekären Konstellationen pauschal unter Missbrauchsverdacht zu stellen. Die nun vorgenommenen Änderungen greifen diese Kritik nicht auf und gehen vollständig an der Lebensrealität betroffener Familien vorbei.
Die Folge des Gesetzes sind langwierige Verfahren mit gravierenden Auswirkungen auf Kinder:
„Wenn sich Vaterschaftsanerkennungen verzögern, fehlt Kindern über Monate ein rechtlich abgesicherter zweiter Elternteil. Das widerspricht dem Kindeswohl und gefährdet stabile Bindungen“, so Ehsan Djafari, Vorstandsvorsitzender der BKMO. “Kinder dürfen nicht für die Situation ihrer Eltern haftbar gemacht werden, ihre Rechte und ihr Schutz müssen bedingungslos im Mittelpunkt stehen.“
Solange die Verfahren verschleppt werden, erhalten Kinder oft keine oder nur vorläufige Geburtsurkunden. Dadurch wird Müttern und Vätern etwa das zustehende Elterngeld oder die Elternzeit verwehrt, der Anspruch auf Kindergeld blockiert und der Unterhaltsvorschuss entfällt. Im schlimmsten Fall droht Kindern sogar Staatenlosigkeit, wenn ihnen ein vermeintliches Fehlverhalten der Eltern pauschal zugerechnet wird. Damit werden Kinder für Umstände bestraft, auf die sie keinerlei Einfluss haben.
Gravierend sind die Auswirkungen auch für Familien, bei denen ein Elternteil in einem Drittstaat lebt. Wird die Vaterschaftsanerkennung verzögert oder erschwert, verzögert sich auch der Familiennachzug für die Mutter oder den Vater, mit der Folge, dass Kinder und Eltern über lange Zeiträume getrennt bleiben.
„Das Gesetz verschärft bestehende Hürden beim Familiennachzug zusätzlich und nimmt bewusst in Kauf, dass Familien auseinandergerissen werden“, so Sabel.
Da die gesetzlich vorgesehene Evaluation erst in drei Jahren erfolgen soll, ist ein zeitnahes politisches Gegensteuern nicht absehbar. Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO), und der Verband binationaler Familien und Partnerschaften kündigen daher gemeinsam mit weiteren Organisationen ein zivilgesellschaftliches Monitoring an.
„Wir werden die Auswirkungen dieses Gesetzes konsequent dokumentieren, Missstände sichtbar machen und die Politik nachdrücklich zum Handeln auffordern – im Interesse der betroffenen Kinder und Familien“, so Djafari und Sabel.
Über die BKMO: Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ist ein bundesweites Netzwerk von über 70 Migrant*innenorganisationen und postmigrantischen Initiativen. Gemeinsam setzen sie sich für gleichberechtigte Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und eine offene, demokratische Gesellschaft ein. Die BKMO versteht sich als politische Stimme der (post)migrantischen Zivilgesellschaft und bringt ihre Perspektiven aktiv in gesellschaftliche und politische Debatten ein. Dabei steht sie für eine solidarische, inklusive und rassismuskritische Gesellschaft – getragen von Menschen, die Deutschland mitgestalten und verändern.
Über iaf e.V.: Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften engagiert sich seit Jahrzehnten an den Schnittstellen von Familien-, Migrations-, Bildungs-, und Antidiskriminierungspolitik für die Interessen binationaler + transnationaler Familien und Partnerschaften.
Amir Alexander Fahim
Bundesgeschäftsführer
 _ _ _

Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen

Obentrautstraße 72

10963 Berlin

030 896838126

info@bk-mo.de
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Antidiskriminierungsbeauftragte hält die geplante Reform des Gleichbehandlungsgesetzes für unzureichend

von Cumali Yağmur 12 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Berlin. Quellenangabe: HAZ vom 12.06.2026,

Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen stärkeren Schutz gegen Diskriminierung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage. Das Berliner Meinungsforschungsinstitut befragte 3500 Menschen zwischen dem 12. Februar und dem 16. März.

85 Prozent der Befragten wünschen sich demnach eine Verbesserung des rechtlichen Schutzes vor Diskriminierung. 88 Prozent stimmten der Aussage zu, dass es flächendeckend Beratungsstellen für von Diskriminierung Betroffene geben sollte. Und 82 Prozent sprachen sich für längere Fristen aus, um gegen erfahrene Benachteiligung vorgehen zu können. Für die Einführung eines Verbandsklagerechts votierten ebenfalls 82 Prozent. Bei der Verbandsklage erhalten Vereine oder Verbände die Möglichkeit, nicht die Verletzung eigener Rechte vor Gericht geltend zu machen, sondern die Verletzung von Rechten der Allgemeinheit. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, sagte: „Nirgendwo sind Menschen bei Diskriminierung so sehr auf sich allein gestellt, wie in Deutschland.“ Sie fügte hinzu: „Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wird in diesem Sommer 20 Jahre alt. Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Reform, die noch dazu den Rückhalt der Mehrheit der Bevölkerung findet.“

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die geplante Reform findet Ataman „zu schwach“. So seien insbesondere die Möglichkeiten der Rechtsdurchsetzung für Betroffene in Deutschland im europäischen Vergleich unterentwickelt. „Weder können in Deutschland Verbände oder Antidiskriminierungsstellen klagen, noch Betroffene vor Gericht unterstützen. Auch andere Möglichkeiten der Unterstützung fehlen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wie Auskunftsansprüche und vorgerichtliche Entscheidungen.“

Die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, über die der Bundestag am Donnerstag in erster Lesung beraten hat, soll von Diskriminierung Betroffenen länger Zeit geben, ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Frist soll von zwei Monaten auf vier Monate verlängert werden. Auch soll der Schutz vor sexueller Belästigung ausgeweitet werden. Er soll künftig nicht nur auf den Arbeitsplatz beschränkt sein, sondern auch im Fitnessstudio und in der Fahrschule gelten. Ataman sprach sich für eine Verlängerung der Frist auf mindestens zwölf Monate aus und plädierte ferner dafür, „Staatsangehörigkeit“ und „sozialer Status“ als weitere Diskriminierungsmerkmale in das Gesetz aufzunehmen. Auch der Gesundheitsbereich und Diskriminierungen durch Künstliche Intelligenz blieben „antidiskriminierungsrechtliche Grauzonen“. Und schließlich könne sich nicht auf das Gesetz berufen, wer Diskriminierungen durch staatliche Stellen erlebe.

12 Juni 2026 0 Kommentare
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Wer zahlt den Preis für die Sparpläne der Bundesregierung?

von Fremdeninfo 12 Juni 2026
von Fremdeninfo


        Von:  Zeynep Hayir

In den letzten Wochen haben Beschäftigte im Gesundheitswesen und Ärzte in verschiedenen Städten Deutschlands gegen die Sparpläne im Gesundheitssystem protestiert. Während unter dem Vorwand von Milliardendefiziten in den Krankenkassen über neue Maßnahmen, Beitragserhöhungen und Ausgabenkürzungen diskutiert wird, betonen die Beschäftigten im Gesundheitswesen, dass nicht die Patienten und Arbeitnehmer die Ursache des Problems sind.

Die Behörden argumentieren, dass die steigenden Gesundheitsausgaben das System unter Druck setzen. Doch das Bild, mit dem die Bürger auf der Straße konfrontiert sind, ist eindeutig: Facharzttermine werden in vielen Regionen erst in Wochen oder gar Monaten vergeben. Die Wartezimmer der Hausärzte sind überfüllt. Krankenhäuser kämpfen mit massivem Personalmangel. Dennoch werden als Lösung erneut Einsparungen und neue finanzielle Belastungen auf die Tagesordnung gesetzt.

Genau an diesem Punkt stellt sich in der Öffentlichkeit eine andere Frage: Warum wurde über die in der Vergangenheit getätigten Milliardeninvestitionen immer noch keine Rechenschaft abgelegt, während heute aufgrund der Defizite der Krankenkassen Opfer verlangt werden?

Während der Corona-Pandemie hat Deutschland Milliarden von Masken gekauft. Ein Teil dieser in einer Krisensituation getroffenen Entscheidungen mag unter den damaligen Umständen notwendig erschienen sein. Doch Jahre später stellt sich heraus, dass Millionen von Masken in Lagern ungenutzt blieben und heute vernichtet werden, weil ihr Verfallsdatum abgelaufen ist. Während Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln ausgegeben wurden, wird weiterhin darüber diskutiert, wie korrekt diese Planungen tatsächlich waren.

Heute hingegen werden unter dem Vorwand, dass die Krankenkassen Defizite aufweisen, neue Sparpakete geschnürt. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen werden noch stärker belastet. Die Patienten sehen sich mit immer längeren Wartezeiten konfrontiert, und von den Bürgern wird erwartet, dass sie eine höhere finanzielle Last tragen.

Sicherlich ist die Finanzierung des Gesundheitssystems ein ernsthaftes Problem. Die alternde Bevölkerung, steigende Arzneimittelkosten und wachsende Behandlungskosten können nicht ignoriert werden. Die zunehmende Unzufriedenheit in der Öffentlichkeit liegt jedoch nicht nur an der wirtschaftlichen Lage. Die Menschen sehen einerseits die Folgen von milliardenschweren Fehlplanungen und fragen sich andererseits, warum die Last der Einsparungen immer auf die Schultern der Gesellschaft gelegt wird.

Das Thema, das heute in Deutschland diskutiert wird, ist nicht nur das Defizit der Krankenkassen. Diskutiert wird, wie öffentliche Mittel verwendet werden, wer für die Folgen politischer Entscheidungen verantwortlich ist und auf wessen Rücken die Last des Sozialstaats abgeladen wird.

Genau aus diesem Grund erregen die jüngsten Proteste der Beschäftigten im Gesundheitswesen so viel Aufmerksamkeit. Denn der Widerstand auf der Straße richtet sich nicht nur gegen bloße Budgetzahlen, sondern gegen die politischen Prioritäten.

Die gestellte Frage ist einfach, aber wirkungsvoll: Wenn Milliarden Euro für Masken aufgebracht werden konnten, die in Lagern verrotteten und heute vernichtet werden, warum wird dann nicht die gleiche Entschlossenheit gezeigt, um die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu stärken?

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Allgemein

ALLES BEREIT FÜR DAS DİDF-KULTURFESTIVAL AM SAMSTAG

von Fremdeninfo 11 Juni 2026
von Fremdeninfo

Von: Mehmet Tanlı

Nur noch wenige Tage vor dem Kulturfestival unter dem Motto „Einheit und Solidarität“, das am Samstag im Kölner Tanzbrunnen – einem der bekanntesten Veranstaltungsorte direkt am Rhein – stattfinden wird, sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Veranstaltet wird das Festival alle zwei Jahre von der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DİDF), einer der aktivsten und bekanntesten Migrantenselbstorganisationen in Deutschland.

Alev Bahadır, die Bundesvorsitzende der DİDF, erklärte gegenüber der Öffentlichkeit und der Presse: „Im Programm unseres Festivals werden Kontrast, Kai Degenhardt, Junge Arbeiter, Mustafa Özarslan, Agirê Jiyan, Gaye Su Akyol und die bekannte Gruppe Moğollar auftreten.“

Neben einem reichen Musikprogramm werden auch Vertreter aus den Bereichen Kultur, Politik, Gewerkschaften und Literatur am Festival teilnehmen. Zu den Gästen zählen unter anderem Özlem Alev Demirel (Mitglied des Europäischen Parlaments, Die Linke), Seyit Aslan (Vorsitzender der EMEP), Can Dündar (Journalist und Autor), Fehim Taştekin (Journalist und Autor) sowie Gamze Kubaşık (Autorin und Tochter von Mehmet Kubaşık, der vom NSU ermordet wurde).

Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern erwartet

Alev Bahadır fügte hinzu: „Unser Festival findet alle zwei Jahre im Kölner Tanzbrunnen statt. Nachdem im Jahr 2024 rund 8.000 Menschen teilgenommen haben, erwarten wir auch in diesem Jahr eine ähnliche Resonanz aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. Wir freuen uns darauf, die Bevölkerung sowie Sie, die Vertreter der Presse, bei unserem Festival begrüßen zu dürfen.“

Das Festival für Einheit und Solidarität wird seit 2015 im Kölner Tanzbrunnen veranstaltet und richtet sich gegen Aufrüstung, Kriege, den Rechtsruck und den Abbau von Sozialrechten. In diesem Jahr findet das Festival am Samstag, den 13. Juni, zwischen 14:00 und 22:00 Uhr statt. Eintrittskarten sind entweder über die DİDF-Ortsvereine oder über Eventim erhältlich. Zudem werden aus vielen Städten Busse zu sehr günstigen Preisen nach Köln eingesetzt.

11 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

EHRENPLAKETTE FÜR DOĞAN ÖZGÜDEN VON DER JOURNALISTENVEREINIGUNG DER TÜRKEI (TGC)

von Cumali Yağmur 11 Juni 2026
von Cumali Yağmur

 

Von Mehmet Tanli

Die Journalistenvereinigung der Türkei (TGC), die seit ihrer Gründung im Jahr 1946 für die Entwicklung des Journalistenberufs, den Schutz der Presse- und Meinungsfreiheit, die Stärkung der Solidarität unter Kollegen und die Aufrechterhaltung berufsethischer Grundsätze arbeitet, feierte heute in ihrer Zentrale mit einer großen Zeremonie sowohl ihr 80-jähriges Bestehen als auch den 38. Jahrestag der Gründung des Pressemuseums.

Bei der Zeremonie wurden 28 erfahrene Journalisten, die dem Beruf viele Jahre gedient haben und zwischen 1959 und 1966 Mitglieder der Vereinigung wurden, mit der Ehrenplakette der Journalistenvereinigung der Türkei ausgezeichnet:

Adnan Özyalçıner, Ahmet Şenova, Aydın Öztürk, Demir Feyizoğlu, Doğan Özgüden, Erdoğan Arıpınar, Ergüder Tırnova, Erkan Göksel, Gündüz Serdengeçti, Günsel Çeliker, Hasan Çeliker, Hilmi Yavuz, Hulusi Yavaşlar, İbrahim Dinçer, Kemal Şener, Naci Yener, Okşan Atasoy, Orhan Ayhan, Rahmi Turan, Selami Turgut Genç, Seraciddin Zıddıoğlu, Sökmen Baykara, Suat Türker, Şevket Uygun, Ünal Sakman, Turgay Olcayto, Yalçın Kamacıoğlu, Yalçın Toker.

Da Doğan Özgüden im Exil lebt und nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, wurde seine Ehrenplakette stellvertretend Faruk Pekin überreicht, einem seiner Kampfgefährten aus den 60er Jahren in der Türkei.

Vor der Zeremonie sandte Özgüden folgende Dankesbotschaft an den Präsidenten der TGC, Vahap Munyar, und die Generalsekretärin Sibel Güneş:

„Ich danke Ihnen bereits im Voraus dafür, dass Sie mich zum 80. Jahrestag unserer Vereinigung mit der Verleihung der Ehrenplakette ehren.

Ich habe vor 74 Jahren, im Jahr 1952, in Izmir mit dem Journalismus begonnen und übernahm sofort Verantwortung in der Journalistenvereinigung von Izmir sowie in der Journalistengewerkschaft von Izmir. Als ich 1964 die Chefredaktion der Zeitung Akşam in Istanbul übernahm, wurde ich Mitglied der Journalistenvereinigung von Istanbul.

In der zweiten Hälfte der 60er Jahre leitete ich die Zeitschrift Ant. Aufgrund der Exilbedingungen, zu denen uns beide der Putsch vom 12. März zwang, leiten meine Frau, die Journalistin İnci Tuğsavul, und ich seit 52 Jahren die Agentur Info-Türk in Brüssel.

Obwohl ich Mitglied der Vereinigung der professionellen Journalisten Belgiens (AJP) bin, ist es mir eine Ehre, auch die Mitgliedschaft in der Journalistenvereinigung der Türkei aufrechtzuerhalten.

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten kann ich leider auch an der diesjährigen Preisverleihung nicht persönlich teilnehmen. Ich bitte darum, meinen Preis meinem geschätzten Kollegen Faruk Pekin zu überreichen, mit dem ich bei der Zeitschrift Ant zusammengearbeitet habe und der in meinem Namen an der Versammlung teilnehmen wird.“

Faruk Pekin, der den Preis bei der Zeremonie entgegennahm, übermittelte dem Vorstand der TGC den Dank von Doğan Özgüden.

Eröffnungsrede des TGC-Präsidenten Vahap Munyar

„Die Journalistenvereinigung der Türkei ist seit ihrer Gründung 1946 nicht nur eine Berufsorganisation für Journalisten geblieben, sondern hat auch eine wichtige Verantwortung für den Schutz der Pressefreiheit, der beruflichen Solidarität und der demokratischen Werte übernommen. Auch heute setzt sie ihre Arbeit entschlossen fort, damit die Bürger Zugang zu Nachrichten und zur Wahrheit haben und der freie Informationsfluss gewährleistet bleibt. Wir als TGC-Vorstand betrachten es als unsere Pflicht, die Grundrechte und Freiheiten, die untrennbare Bestandteile der demokratischen Gesellschaftsordnung sind, zu verteidigen.

Mit unserer ‚Erklärung der Rechte und Pflichten der Journalisten der Türkei‘ tragen wir weiterhin zur Verbreitung eines Journalismus bei, der frei von Hassrede ist, für den Frieden eintritt und an ethischen Grundsätzen festhält. Wir sehen es als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, jede Bemühung zur Beseitigung von sexuellem Missbrauch und Ausbeutung von Frauen und Kindern zu unterstützen.

Wir fordern ein Arbeitsumfeld, in dem Journalisten nicht körperlich angegriffen werden oder mit ungerechtfertigten Festnahmen und Verhaftungen konfrontiert sind, nur weil sie ihren Beruf ausüben. Im Bewusstsein der Werte, die unsere Republik – die am 29. Oktober 2026 ihren 103. Geburtstag feiern wird – unseren Bürgern, Frauen, Journalisten, Intellektuellen, Jugendlichen und Kindern gebracht hat, setzen wir unsere Arbeit fort.“

Auszeichnungen für Özgüden und Tuğsavul in den vergangenen Jahren

Die Journalistenvereinigung der Türkei hatte İnci Tuğsavul bereits 1963 mit dem Preis „Journalistin des Jahres“ ausgezeichnet.

Özgüden und Tuğsavul, die seit 52 Jahren die Presseagentur Info-Türk in Brüssel leiten, wurden auch während ihrer Exiljahre mit folgenden Preisen geehrt:

  • 8. März 2006: Preis für „Gedankenfreiheit“ durch die Istanbuler Zweigstelle des Menschenrechtsvereins (IHD) für Özgüden und Tuğsavul.
  • 4. November 2007: „Burhan Felek Pressedienst-Preis“ der Journalistenvereinigung der Türkei für Doğan Özgüden.
  • 27. Februar 2014: Preis „Bürger der Menschlichkeit“ in Belgien, verliehen durch das Kurdische Institut Brüssel, die Vereinigung Demokratischer Armenier Belgien, das Assyrische Institut Belgien, die Güneş-Werkstätten und das Volkshaus Brüssel für Özgüden und Tuğsavul.
  • 10. Juni 2015: Preis für „Gedanken- und Meinungsfreiheit“ des Türkischen Verlegerverbandes für Özgüden und Tuğsavul.
  • 31. Mai 2016: Ehrenpreis der Europäischen Armenischen Föderation für Gerechtigkeit und Demokratie (EAFJD) in Belgien für Doğan Özgüden für seinen „lebenslangen Kampf für Menschenrechte, Demokratie, Wahrheit und Gerechtigkeit“.
  • 27. Juni 2018: Dankesurkunde der Journalistenvereinigung der Türkei für Özgüden.
  • 12. März 2025: Dankespreis des Komitees der Armenier Belgiens für Özgüden und Tuğsavul für ihre langjährige Freundschaft und Unterstützung.
11 Juni 2026 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Nur in einem Land leben mehr Flüchtlinge als in Deutschland – UN weist auf trügerische Wende hin

von Fremdeninfo 11 Juni 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Stephanie Munk/ Merkur

Laut einem UN-Bericht beherbergt Deutschland weltweit die zweitmeisten Flüchtlinge. Seit Langem sinkt die Zahl der Asylbewerber wieder – doch die Lage sei trügerisch.

München – Nur ein Land nimmt weltweit noch mehr Flüchtlinge auf als Deutschland. Das geht dem Jahresbericht „Global Trends“ des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor. Die Zahlen zeigen: Deutschland liegt bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern weltweit auf Rang zwei. 2,7 Millionen Menschen hat die Bundesrepublik bis Ende 2025 aufgenommen.

Migranten nehmen an einem Deutschkurs in Frankfurt teil. Deutschland liegt weltweit auf Platz 1 bei der Aufnahme von Geflüchteten. © Patrick Pleul/dpa

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, präsentierte den Bericht am Donnerstag in Genf. Die Daten weisen auf eine historische Wende hin: Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren ist die Zahl der weltweit Vertriebenen zurückgegangen. Ende 2025 waren demnach rund 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. In Deutschland ging die Zahl der Geflüchteten im Land im Laufe des vergangenen Jahres um drei Prozent zurück, schreibt das UNHCR.

Deutschland auf Platz zwei bei Aufnahme von Flüchtlingen laut neuem UN-Bericht

Die sechs größten Aufnahmeländer weltweit beherbergen gemeinsam 36 Prozent aller Flüchtlinge, geht aus den Daten hervor. Die Rangliste der Länder, die Ende 2025 am meisten Geflüchtete weltweit aufgenommen haben, sieht folgendermaßen aus:

  • Kolumbien: 2,8 Millionen Geflüchtete
  • Deutschland: 2,7 Millionen Geflüchtete
  • Türkei: 2,4 Millionen Geflüchtete
  • Uganda: 1,9 Millionen Geflüchtete
  • Iran: 1,7 Millionen Geflüchtete
  • Tschad: 1,5 Millionen Geflüchtete

Deutschland bei Aufnahme von Flüchtlingen laut UN auf Platz 2 – viele eingebürgert

Die in Deutschland lebenden Flüchtlinge stammen laut dem Bericht überwiegend aus der Ukraine (1,2 Millionen), Syrien (668.600) und Afghanistan (288.300). Anders als in vielen anderen Aufnahmeländern sind viele der über die vergangenen Jahrzehnte nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge inzwischen eingebürgert oder verfügen über andere Aufenthaltstitel. Sie zählen dann nach UNHCR-Definition nicht mehr als Flüchtlinge und Asylbewerber.

Die hohe Zahl der Einbürgerungen erklärt auch den leichten Rückgang der syrischen Flüchtlingszahlen in Deutschland, obwohl im laufenden Jahr rund 4.800 syrische Asylbewerber neu hinzugekommen sind. Weltweit sank die Zahl der syrischen Flüchtlinge von 2024 bis Ende 2025 um 18 Prozent auf 4,9 Millionen. 1,3 Millionen Syrer kehrten im Laufe des Jahres 2025 in ihr Heimatland zurück.

Seit Monanten keine Abschiebungen aus Syrien, 25.000 Ukrainer kehrten in Heimat zurück

Aus Deutschland, wo mehr als 1,5 Millionen als Asylbewerber eingereiste Syrer und Afghanen leben, kehrten bislang jedoch erst wenige Tausend in ihre Heimat zurück. Nach Syrien gab es beispielsweise seit Monaten keine Abschiebungen mehr aus Deutschland, weil es offenbar Probleme bei der Beschaffung von Passersatzpapieren gibt.

Die Zahl der ukrainischen Asylsuchenden stieg laut UN weltweit bis Ende 2025 leicht um zwei Prozent auf 5,2 Millionen. Rund 95 Prozent der ukrainischen Geflüchteten befänden sich in Europa, die meisten davon in Deutschland (1,2 Millionen). 25.000 geflüchtete Ukrainer kehrten laut dem Bericht im Jahr 2025 von Deutschland zurück in ihr Heimatland.

Zahl von Geflüchteten sinkt weltweit wegen Rückführungen – Deutschland bildet Ausnahme

Der wichtigste Grund für den globalen Rückgang der Flüchtlingszahlen ist die gestiegene Zahl der Rückkehrer, heißt es vom Flüchtlingshilfswerk. 2025 kehrten insgesamt 14,7 Millionen Menschen in ihre Herkunftsregionen zurück.

Das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr und der zweithöchste Stand seit Beginn der Datenerhebung vor 60 Jahren. Die meisten Rückkehrer stammten aus Afghanistan (1,9 Millionen), Syrien (1,3 Millionen) und dem Sudan (651.000).

UN warnt: Erzwungene Rückführungen führen zu neuen Flüchtlingswellen

Doch UNHCR-Chef Salih warnt in einer Pressemitteilung davor, diese Zahlen als Zeichen nachhaltiger Entspannung zu deuten. Viele der Rückkehrer seien nicht freiwillig heimgekehrt, sondern dazu gezwungen worden – etwa Millionen Afghanen, die Pakistan und der Iran 2025 zur Ausreise drängten. Wer zur Rückkehr in ein unsicheres Land ohne ein eigenes Auskommen gezwungen werde, riskiere, die nächste Fluchtwelle auszulösen, mahnte Salih.

Besonders besorgniserregend ist laut UNHCR auch die Lage jener Flüchtlinge, die bereits seit Jahren im Exil leben: Rund 70 Prozent aller Flüchtlinge weltweit befinden sich seit mindestens fünf Jahren außerhalb ihrer Heimat – viele unterhalb der Armutsgrenze und ohne Aussicht auf eine Lösung ihrer Situation.

Staaten immer weniger zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Migranten bereit

Einen schweren Rückschlag erlebte laut dem UN-Bericht 2025 das sogenannte Resettlement – die gezielte Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge durch aufnahmebereite Staaten. Die Zahl dieser Umsiedlungen sank um mehr als die Hälfte auf weltweit nur noch 81.800. Das ist das niedrigste Niveau seit 15 Jahren.

Hauptverantwortlich dafür waren die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump, die ihr Kontingent um 89 Prozent auf lediglich 11.500 Plätze reduzierten. Deutschland, das traditionell nur wenige Resettlement-Plätze anbietet, nahm auf diesem Weg 2.200 Flüchtlinge auf.

UN-Kommissar: Asylbewerber tragen zu Sozialsystem bei, wenn sie Chance dazu erhalten

Zum 75. Jubiläum der Genfer Flüchtlingskonvention rief UNHCR-Chef Salih Regierungen, Hilfsorganisationen, den Privatsektor und die Zivilgesellschaft zum gemeinsamen Handeln auf. Sein Appell: „Asyl und Flüchtlingsschutz retten Leben und dürfen nicht zur Debatte stehen“, sagte er. „Wir können eine Zukunft nicht akzeptieren, in der Millionen Menschen über Jahre oder Jahrzehnte ohne echte Perspektive bleiben.“

„Inklusion ist keine Bürde, sondern ein Gewinn“, mahnte der UNHCR-Chef. Geflüchtete trügen, wenn sie die Chance dazu bekämen, zur Wirtschaft und dem Sozialsystem ihres Gastlandes bei. (Quellen: Global Trends Report 2025, UNHCR.org, dpa, frühere Berichterstattung) (smu)

11 Juni 2026 0 Kommentare
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