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Deutschland-Monitor: Einheitspartei und starker Führer? Nicht wenige sagen ja

von Fremdeninfo 19 Februar 2026
von Fremdeninfo 19 Februar 2026
Eine deutliche Mehrheit in Deutschland sieht eine negative Entwicklung der Demokratie. (Archivbild) Daniel Bockwoldt/dpa © Daniel Bockwoldt/dap
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Von:Klöner Stadt Anzeiger 

Etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland ist empfänglich für autoritäre Ideen, in Ostdeutschland sogar ein Viertel. Dies geht aus dem Deutschland-Monitor hervor, einer umfassenden Studie mit etwa 8.000 Befragten. Die Ergebnisse stellt die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser heute in Berlin im Einzelnen vor.

In der Umfrage fragten die Forscher nicht nur direkt nach Demokratie und Diktatur, sondern versuchten, mit indirekten Fragen den „Graubereich“ auszuleuchten. So stimmten bundesweit 31 Prozent der Aussage zu: „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes insgesamt verkörpert.“ Weitere 23 Prozent stimmen zumindest zum Teil zu. In Ostdeutschland liegt die volle Zustimmung sogar bei 35 Prozent, weitere 26 Prozent sagen teils/teils.

Die Diktatur als „bessere Staatsform“?

Dass politische Entscheidungen von einer „starken Führungspersönlichkeit“ ohne Rücksicht auf das Parlament getroffen werden sollen, unterstützen bundesweit 11 Prozent, weitere 21 Prozent sagen: teils/teils. Auch hier ist die Quote in Ostdeutschland höher: 15 Prozent bejahen das voll, weitere 22 Prozent teilweise.

Die These „Unter bestimmten Umständen ist eine Diktatur die bessere Staatsform“ tragen bundesweit vier Prozent ganz und weitere sieben Prozent teilweise mit. In Ostdeutschland findet dies bei sechs Prozent der Befragten volle Zustimmung, weitere zwölf Prozent sagen teils/teils.

Idee vs. Funktionieren der Demokratie

Der Deutschland-Monitor wird seit 2023 jährlich erstellt und von der Ostbeauftragten gefördert. Dahinter stehen Forschungsteams des Zentrums für Sozialforschung Halle, der Universität Jena und des Leibnitz-Instituts für Sozialwissenschaft Mannheim. Sie befragten im vergangenen Jahr 4.000 Menschen über 16 Jahre bundesweit sowie 4.000 weitere in einer „Regionalstichprobe“, um Aussagen nach Stadt und Land sowie nach reicheren und weniger wohlhabenden Gegenden treffen zu können.

Direkte Fragen nach Demokratie und Diktatur ergaben scheinbar eindeutige Antworten: Die „Idee der Demokratie“ befürworteten 98 Prozent. 89 Prozent lehnen eine Diktatur unter allen Umständen ab.

Mit dem „Funktionieren der Demokratie“ sind den Ergebnissen zufolge aber bundesweit nur 60 Prozent zufrieden, in Ostdeutschland sogar nur 51 Prozent. Insgesamt sehen 71 Prozent eher eine negative Entwicklung der Demokratie in Deutschland, wie es weiter heißt.

Kaiser: Abstiegsängsten entgegentreten

Die grundsätzliche Unterstützung für die Demokratie sei gut, erklärte die Ostbeauftragte Kaiser. „Die geringe Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie ist aber bedenklich.“ Die SPD-Politikerin sieht einen Zusammenhang mit dem Gefühl, dass es sozial ungerecht zugehe. „Ich verstehe das als Aufruf, soziale Aspekte in den Mittelpunkt zu stellen, Abstiegsängsten entgegenzutreten und den Menschen Perspektive zu geben. Anstehende Veränderungen sind nicht nur sinnvoll, sondern auch machbar.“

Die Veränderungsbereitschaft der Menschen in Deutschland ist ein zentraler Aspekt der Studie. Demnach sagen 23 Prozent der Befragten, sie seien offen für gesellschaftlichen Wandel und nähmen ihn als Chance wahr. 52 Prozent sehen Wandel teils gut, teils schlecht. 26 Prozent sind eindeutig kritisch und sehen vor allem die Risiken. Besonders stark ist diese Gruppe in strukturschwachen Gebieten in Ostdeutschland.

Länger arbeiten? Nein danke

Bei den Themen Verteidigung, Wirtschaft, Digitalisierung, Demografie, Klima und Migration seien die Menschen mehrheitlich bereit, Zumutungen für sie selbst ganz oder teilweise mitzutragen, erklären die Forscher. „Mit einer Ausnahme: Das Ansinnen angesichts der Alterung der Gesellschaft für die gleiche Rentenhöhe länger zu arbeiten, lehnen 58 Prozent als große Zumutung ab.“ (dpa)

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