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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Allgemein

Kurde und Jeside: Wer ist Deutschlands Fußballstar Deniz Undav?

von Fremdeninfo 21 Juni 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Kirsten Ripper

Mit seinen zwei Toren für die DFB-Elf im Match gegen die Elfenbeinküste in Toronto hat Deniz Undav Deutschland bei der WM 2026 den Einzug in die K.O.-Runde gesichert. Bei den beiden vergangenen Weltmeisterschaften war die deutsche Nationalmannschaft jeweils in der Gruppenphase gescheitert.

Zum Erfolg von Team Deutschland schreibt die Journalistin und Filmemacherin Düzen Tekkal in den sozialen Medien: „Das ist ein historisches Momentum. Deniz Undav schreibt als Kurde und Jeside gerade Fußballgeschichte mit seinen Toren für Deutschland. Für viele ist das einfach ein Sieg. Für uns ist es ein Moment, der weit über den Sport hinausgeht. Er zeigt, dass man seine Herkunft nicht hinter sich lassen muss, um Deutschland aus vollem Herzen zu vertreten. Genau das ist das Deutschland, an das wir glauben und für das wir schon so lange kämpfen und einstehen. Ein Deutschland der Vielen.“

Eine kurdisch-jesidische Familie

Der Profi von VfD Stuttgart, Deniz Undav, ist 1996 im norddeutschen Varel im Landkreis Friesland geboren und in Achim bei Bremen aufgewachsen. Er kommt aus einer kurdisch-jesidischen Familie, die Mutter stammt aus Syrien, der Vater aus der Türkei.

Anders als Felix Nmecha spricht Deniz Undav auch in den sozialen Medien kaum über Religion. Doch nach seinem Tor beim WM-Auftakt-Spiel gegen Curaçao in Houston zeigte er auf dem Rasen einige Tanzschritte, wie die Frankfurter Rundschau berichtet, „Teil eines traditionell kurdisch-jesidischen Tanzes, und damit ein Ausdruck tiefer Verbundenheit Undavs mit seinen Wurzeln“. Der ehemalige VfB-Spieler und praktizierende Muslim Antonio Rüdiger schloss sich dem Tänzchen an.

Warum Undavs Tore Kurden und Jesiden so sehr berühren

Aufgrund von Vorurteilen gegen ihre Religion wurden und werden Jesiden und Jesidinnen weltweit immer wieder verfolgt – zuletzt verübte die Terrormiliz des sogenannten „Islamischen Staat“ 2014 einen auch vom Bundestag anerkannten Völkermord an den Jesiden.

Da die meisten Kurden Muslime sind, spricht die Journalistin Düzen Tekkal, die selbst Kurdin und Jesidin ist, von einer „Minderheit in der Minderheit“ und beschreibt ihre Gefühle so: „Für uns als Kurden und Jesiden, als Minderheit in der Minderheit, war und ist das Leben nie selbstverständlich oder einfach. Wir wurden verfolgt, vertrieben und von vielen Seiten angegriffen. Auch das gehört zu unserer Geschichte. Und zu unserer Geschichte gehört auch, dass wir Millionen Kurden weltweit sind und bis heute weder ein eigenes Land, noch eine Nationalmannschaft haben. Vielleicht berühren uns diese Tore deshalb so sehr. Weil sie mehr sind als sportliche Erfolge. Sie schenken Sichtbarkeit, Anerkennung und heilen etwas, das Worte oft nicht erreichen. Die hässlichen rassistischen Kommentare von allen Seiten zeigen leider, wie notwendig solche Momente noch immer sind. Denn jedes Tor von Deniz Undav ist mehr als ein Tor für Deutschland. Es ist auch ein Tor gegen Vorurteile und für all die Kinder mit Zuwanderungsgeschichte die sehen, dass sie mit ihrer Herkunft selbstverständlich Teil dieses Landes sind.“

Nach dem Europaleague-Match von Stuttgart gegen Fehnerbaçe Istanbul gab es rassistische Anfeindungen gegen Deniz Undav – laut Presseberichten vor allem aus der türkischen Community. Auch die als rechtsextrem geltenden „Grauen Wölfe“ beschimpften ihn in den sozialen Medien.

Jesiden und Jesidinnen in Deutschland

Weltweit gibt es schätzungsweise eine Millionen Jesiden – ursprünglich im Irak, in Syrien, in der Türkei und in Iran. Mit etwa 200.000 Vertretern sind die meisten im Ausland lebenden Jesiden in Deutschland. Dazu gehört auch die Friedensnobelpreisträgerin 2018 Nadia Murad, die vor dem Völkermord geflohen war.

Schlagzeilen, das Buch wird jetzt verfilmt. Auf Instagram fragte Tahsim Durgun seinen 7-jährigen Neffen vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste nach seinem Lieblingsspieler – und natürlich ist es Deniz Undav. Und selbstverständlich wünscht sich der Junge, dass Deutschland die WM gewinnt.

„Der afghanischstämmige Nadiem Amiri und Undav waren ein Traum Duo. Sport ist schön, verbindend und politisch“, meint Düzen Tekkal.

Finale am Geburtstag?

Fußball-Deutschland diskutiert darüber, ob Nationaltrainer Julian Nagelsmann den Einwechselspieler nach dessen Torerfolgen bei den nächsten Spielen von Anfang an einsetzen wird. Nach dem letzten Match nannte der Coach Undav einen „brutalen Finisher“.

Am 19. Juli 2026 feiert Deniz Undav, der verheiratet ist und eine 2024 geborene Tochter hat, seinen 30. Geburtstag. An diesem Tag findet das Finale der FIFA Fußball WM im MetLife Stadium in East Rutherford im Norden von New York statt.

Fazit:

Türkische Nationalisten und Rassisten haben Deniz Undav aufgrund seiner kurdischen und jesidischen Identität heftig angefeindet. Sie lehnten es ab, dass er sich in der deutschen Nationalmannschaft offen als Kurde und Jeside präsentierte. Doch als die türkische Nationalmannschaft ausschied, begannen dieselben nationalistischen und rassistischen Kreise ihn zu loben und sagten: „Hätten wir einen Spieler wie Deniz Undav gehabt, hätte er unsere Nationalmannschaft gerettet.“ Dieser heuchlerische Nationalismus und Rassismus nützt niemandem. Nationalismus und Rassismus sind menschenverachtende Ideologien, von denen man sich distanzieren muss.

21 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Luigi Brillante eröffnet als Alterspräsident die neue Wahlperiode des Frankfurter Stadtparlaments

von Fremdeninfo 21 Juni 2026
von Fremdeninfo

 

  • Luigi Brillante

Der Stadtverordnete der EUROPA LISTE FÜR FRANKFURT, Luigi Brillante leitete als Alterspräsident die konstituierende Sitzungsleitung der Frankfurter Stadtparlaments.

Anbei die Berichterstattung der Frankfurter Rundschau über die Eröffnungsrede von Brillante.

,,Barrieren abbauen

Die Sitzungsleitung übernahm daraufhin Luigi Brillante von der Europa-Liste für Frankfurt (ELF), der seit April 2001 ununterbrochen Stadtverordneter im Römer ist. Als Alterspräsident rief er die Stadtverordneten ebenfalls dazu auf, für Frankfurt das Beste anzustreben.

Dazu zählte Brillante einen starken Zusammenhalt zwischen den Einwohnerinnen und Einwohnern aus mehr als 170 Nationen sowie ein Bildungssystem, das gleiche Chancen schaffe ohne Rücksicht auf soziale Herkunft und ökonomischen Hintergrund. Menschen mit Einschränkungen sollten nicht als „behindert“ stigmatisiert werden, sagte er, und forderte eine Inklusion ins Schulsystem anstelle von „Ausgrenzung“ in Förderschulen.

Es ist unsere Verantwortung, bestehende Barrieren konsequent abzubauen und eine Gesellschaft zu fördern, in der jeder Mensch unabhängig von individuellen Voraussetzungen gleichberechtigt teilhaben kann“, sagte Brillante.

Die Bundesregierung rief er dazu auf, sich der „Verrohung“ der internationalen Politik, in der das Recht des Stärkeren gelte, entgegenzustellen. „Was ist los mit den Staatsmännern Europas?“, fragte er. Nur der spanische Premierminister Pedro Sánchez habe Mut gezeigt. Sánchez hatte den Iran-Krieg kritisiert und ein Flugverbot für US-Bomber über Spanien verhängt. Die Welt brauche nicht mehr Waffen und Krieg, sondern Frieden und Wohlstand, sagte Brillante.“

(Der Text stammt aus der Zeitung Frankfurter Rundschau von 23.04.2026, von Florian Leclerc)

21 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

HÄNDE WEG VOM ALEVITENTUM

von Cumali Yağmur 21 Juni 2026
von Cumali Yağmur

HÄNDE WEG VOM ALEVITENTUM

Von: Celal Işıkon

Die innerparteilichen Debatten in der CHP dienen – in der Person von K. Kılıçdaroğlu und denjenigen an seiner Seite – dem Zweck, Aleviten zu dämonisieren und auszugrenzen. Folglich verleiht diese Debatte dem Überlegenheitsanspruch der türkisch-sunnitischen Ideologie des Staates und der Regierung über die Gesellschaft eine Rechtfertigung ve Legitimität.

Die Wahrnehmung aus den Gründungscodes der Republik, wonach jeder, der nicht Türke und Muslim ist, als unzuverlässig und als Bürger zweiter Klasse gilt, wird dadurch gestärkt und bestätigt.

Tatsächlich wäre es die größte Bosheit und Beleidigung gegenüber dem Alevitentum, diesen Glauben in der Person von Menschen wie K.K. zu diskutieren oder zu verteidigen. Denn solche Personen haben keinen Bezug zur alevitischen Philosophie und Moral, haben sich nie zu ihrer alevitischen Identität bekannt und verteidigen die offizielle Ideologie in einer Art „päpstlicher als der Papst“-Manier, während sie ihre wahre Identität verbergen.

Die demokratische Zivilgesellschaft der CHP und der DEM-Partei sollte sich nicht zum Werkzeug dieser Debatte machen lassen, die die offizielle Ideologie nährt und rechtfertigt.

Kurz gesagt: Die einzige Botschaft an diejenigen, die versuchen, das Alevitentum mit Persönlichkeiten wie Kılıçdaroğlu ve seinem Umfeld gleichzusetzen – die nach der alevitischen Lehre und dem alevitischen Recht als „gefallen“ (düşkün) gelten könnten – lautet: Lasst eure Hände vom Alevitentum! Hört auf, das Alevitentum zum Instrument eurer Karrierepolitik und eurer Hassgefühle gegenüber politischen Rivalen zu machen.

Wir alle brauchen eine neue Demokratische Republik, in der jeder mit seiner unterschiedlichen ethnischen und religiösen Identität ein gleichberechtigter Bürger ist, so dringend wie die Luft zum Atmen und das Wasser zum Leben.


Von: Cumali Yağmur

Der Gründungsprozess der Republik wurde auf der Grundlage des Türkentums geformt, wobei andere Identitäten geleugnet wurden, mit dem Ideal eines Einheitsstaates, einer Nation, einer Flagge und eines Landes. Nationalistische Slogans wie „Wie glücklich derjenige, der sagt: Ich bin ein Türke“ (Ne mutlu Türk’üm diyene) oder „Ein Türke ist so viel wert wie die ganze Welt“ wurden zu den wichtigsten Instrumenten, um das Regime aufrechtzuerhalten.

In der Gründungsphase wurde anstelle eines echten Laizismus der sunnitische Glaube in den Staatsapparat integriert und diese Struktur durch die Behörde für Religionsangelegenheiten (Diyanet) gefestigt. Obwohl Aleviten die Ideale der Republik unterstützten, erlitten sie unter dem Deckmantel der „Brüderlichkeit“ einen massiven Entzug ihrer Rechte.

Wenn eine neue Republik aufgebaut werden soll, muss eine pluralistische Struktur geschaffen werden, die alle Völker wie Armenier, Lasen, Tscherkessen, Araber und Kurden einschließt. Nur so kann jeder Teil der Gesellschaft das System annehmen, und der gesellschaftliche Friede kann dauerhaft werden. Solange die Republik an der Aufzwingung von einer Sprache, einer Religion und einer Nation festhält, wird die ausgrenzende Haltung gegenüber Aleviten, Kurden und anderen Identitäten fortbestehen. Wie man an den jüngsten Widersprüchen innerhalb der CHP sieht, wurde die alevitische und kurdisch-dersimische Identität über Kılıçdaroğlu angegriffen und gekränkt.

Innerhalb der CHP wurde Kemal Kılıçdaroğlu aufgrund seines Alevitentums sowie seiner Herkunft aus Dersim und seiner kurdischen Identität regelrecht einer sozialen Lynchjustiz unterzogen. Wir sehen selbst im 21. Jahrhundert, wie tief die Spuren der Alevitenfeindlichkeit in der Gesellschaft verwurzelt sind. Wir waren Zeugen davon, wie feindselig selbst diejenigen gegenüber Aleviten sein können, die sich als laizistisch bezeichnen und religiöse Elemente eigentlich nicht auf ihrer Agenda haben.

Während die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der CHP auf keinerlei ideologischen Grundlagen basierten, wurde versucht, das Alevitentum, das Kurdentum und die Herkunft aus Dersim als ideologische Spaltung innerhalb der Partei darzustellen. Sogar Menschen, die mit der CHP rein gar nichts zu tun haben, versuchen dieses Thema so zu behandeln, als sei es ihr eigenes Problem. Mit der Behauptung „Ich bin zu hundert Prozent Anhänger Atatürks“ versuchen sie, Nationalismus, Rassismus und Alevitenfeindlichkeit zu betreiben.

Sogar Menschen aus der Türkei, die in Europa unterdrückt und herabgewürdigt werden, suchten sich einen Feind, nutzten die Widersprüche innerhalb der CHP aus und setzten ihre Feindseligkeit gegenüber Aleviten und Kurden fort. Indem sie ihre eigene Unterdrückung und die rassistisch-nationalistischen Angriffe im Alltag vergessen, agieren sie über Kılıçdaroğlu feindselig gegen Aleviten und Kurden. Wenn man die zugrunde liegenden Faktoren betrachtet, sieht man, dass die Spuren der Vorurteile und Feindseligkeiten gegen Aleviten sehr weit zurückreichen. Kein Mensch sunnitischen Glaubens wird innerhalb der CHP durch die Schürung einer solchen Feindseligkeit mit nationalistischen und rassistischen Angriffen gelyncht.

Selbst diejenigen, die Kurden beschimpfen, sagen: „Kılıçdaroğlu hat die Immunität von Demirtaş aufgehoben, deshalb ist er ein Verräter.“ Doch wenn man den Kern dieser Personen betrachtet, erkennt man an ihrer Rhetorik, dass sie in Wirklichkeit kurdenfeindlich sind. Diese paranoiden Angriffe haben weder eine konsistente Basis noch eine wissenschaftliche Seite. Die türkische Gesellschaft ist degeneriert; man weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist und was außerhalb der Ethik liegt.

Unbewusste Massen, die alles durcheinanderbringen (Sapla samanı birbirine katmak) und an die Richtigkeit ihres eigenen (Halb-)Wissens glauben, stiften Unruhe. In einer Zeit, in der kulturelle Werte mit Füßen getreten werden, können in den sozialen Medien leicht Äußerungen getätigt werden, die keine moralischen Werte besitzen und die Gegenseite herabwürdigen oder verletzen. Angesichts dessen müssen Äußerungen und Beiträge, die die Persönlichkeit und das Privatleben eines Menschen angreifen, gestoppt werden; an ihre Stelle müssen anständige und qualifizierte Diskussionen treten.

21 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Die Türkei scheitert an sich selbst

von Fremdeninfo 21 Juni 2026
von Fremdeninfo

Von: dtj-online

 Die Enttäuschung ist groß. Nach dem seit heute Morgen feststehenden WM-Aus der türkischen Nationalmannschaft bleibt vor allem eine Erkenntnis: Nicht die Gegner waren zu stark, sondern die Türkei selbst zu schwach.

Dabei hatte vor dem Turnier vieles auf einen erfolgreichen Sommer hingedeutet. Die „Goldene Generation“ um Arda Güler und Kenan Yıldız wurde gefeiert, Nationaltrainer Vincenzo Montella sprach von großen Zielen, und auch in den Medien war die Euphorie spürbar. Doch zwischen den ambitionierten Worten und den Leistungen auf dem Platz klaffte eine gewaltige Lücke.

Die Zahlen erzählen eine bemerkenswerte Geschichte. Insgesamt gab die Türkei im Verlauf der Gruppenphase 62 Schüsse ab – viele davon aus der Distanz. Tore? Fehlanzeige. Die Mannschaft hatte den Ball, kontrollierte weite Phasen der Spiele und dominierte teilweise die Statistiken. Was jedoch fehlte, war das Entscheidende: Durchschlagskraft im letzten Drittel.

Ballbesitz allein gewinnt keine Spiele

Ballbesitz allein gewinnt keine Spiele, das weiß man schon seit einiger Zeit im Weltfußball. Wer den Ball minutenlang durch die eigenen Reihen laufen lässt, ohne klare Chancen zu kreieren, betreibt letztlich Selbstbeschäftigung. Genau diesen Eindruck hinterließ die türkische Mannschaft über weite Strecken des Turniers. Viel Kontrolle, wenig Gefahr. Viel Aufwand, wenig Ertrag.

Besonders enttäuschend war dabei die Leistung einiger Schlüsselspieler. Arda Güler, von vielen als Hoffnungsträger und kreativer Kopf gefeiert, blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Auch Kapitän Hakan Çalhanoğlu konnte dem Spiel kaum Impulse verleihen – anders als im Verein bei Inter Mailand. Von Kerem Aktürkoğlu war ebenfalls nur wenig zu sehen. Das lag aber weniger an ihm, sondern an seinem Trainer der ihn in beiden Spielen aufstellte und zumindest gegen Paraguay seinen Fehler bereits nach einer Hälfte einsah und ihn rausnahm. Ausgerechnet jene Akteure, die den Unterschied machen sollten, wurden zu Symbolfiguren eines insgesamt enttäuschenden Auftritts.

Hinten anfällig und unkonzentriert, Torhüter Çakır kein Faktor

Doch die Probleme beschränkten sich nicht auf die Offensive. Auch defensiv präsentierte sich die Türkei erstaunlich anfällig und unkonzentriert. Besonders bitter: Die erste ernsthafte Torchance des Gegners führte unmittelbar zum Gegentor. Was sich bereits in den vergangenen Monaten angedeutet hatte, wurde auf der größten Bühne des Weltfußballs sichtbar. Die Mannschaft wirkte defensiv nicht stabil genug, um schwächere Offensivleistungen kompensieren zu können. Auch Torwart Uğurcan Çakır, der in dieser Champions League-Saison mehrere Top-Spiele ablieferte, war nicht auf der Höhe, auch wenn ihm bei den Gegentoren kein Patzer unterlief.

Hinzu kommt ein psychologischer Aspekt. Selten wurde im Vorfeld eines Turniers so viel über das Potenzial der Mannschaft gesprochen. Spieler, Funktionäre und Beobachter verwiesen immer wieder auf die außergewöhnliche Qualität des Kaders. Auf dem Platz war davon jedoch nur wenig zu erkennen. Die Türkei spielte nicht wie ein Team, das von seinen Stärken überzeugt ist, sondern wie eine Mannschaft, die auf den entscheidenden Moment wartet – und dabei vergisst, ihn selbst zu erzwingen.

Mahnung, die eigenen Möglichkeiten realistischer einzuschätzen

Das WM-Aus sollte deshalb nicht allein als sportlicher Rückschlag verstanden werden. Es ist auch eine Mahnung, die eigenen Möglichkeiten realistischer einzuschätzen. Talent ist vorhanden, keine Frage. Doch Talent allein reicht im internationalen Fußball nicht aus. Zwischen Potenzial und Leistung liegt ein weiter Weg.

Die Türkei reist deshalb nicht wegen mangelnder Qualität nach Hause, sondern weil sie ihre Qualität viel zu selten zeigen konnte. Das macht das Ausscheiden umso schmerzhafter. Denn die größte Enttäuschung dieses Turniers ist nicht das Ergebnis – sondern die Erkenntnis, dass diese Mannschaft deutlich mehr hätte erreichen können bei der ersten WM-Teilnahme seit 24 Jahren.

Schade. Oder wie es Arda Güler formulierte: „Wir sind richtig, richtig traurig.

21 Juni 2026 0 Kommentare
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In Berlin wird eine Grundschule mit kurdischem Bildungsangebot eröffnet

von Fremdeninfo 21 Juni 2026
von Fremdeninfo

 

In Berlin wird die Rıza-Baran-Grundschule eröffnet, in der Unterricht auf Kurdisch und Deutsch erteilt wird. Der Vorsitzende von YEKMAL, Günay Darıcı, erklärte: „Unsere Schule wird eine bedeutende Rolle für die kurdische Sprache spielen.“

Der Verein der Familien aus Kurdistan in Deutschland (YEKMAL) bereitet sich auf einen weiteren wichtigen Schritt im Bereich der kurdischsprachigen Bildung vor. YEKMAL wird in der Hauptstadt Berlin, in der mehr als 100.000 Kurden leben, eine Grundschule eröffnen, die bilingualen Unterricht auf Kurdisch und Deutsch anbietet.

Die Schule wird nach dem kurdischen Pädagogen und Politiker Rıza Baran benannt, der 1942 in Kırşehir geboren wurde und am 4. Mai 2020 in Berlin verstarb. Die erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden wurden bereits eingeholt, und die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen. Der Schulbetrieb soll voraussichtlich im Schuljahr 2027-2028 aufgenommen werden.

Kinder, die diese Schule besuchen, werden – wie an anderen in Deutschland tätigen Schulen auch – einen staatlich anerkannten Abschluss erhalten. Nach ihrer Grundschulzeit können die Schüler ihren Weg an weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I und II) fortsetzen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Mezopotamya (MA) erklärte Günay Darıcı, Geschäftsführer von YEKMAL, dass sie seit vielen Jahren für die Vermittlung und Weiterentwicklung der kurdischen Sprache arbeiten. Darıcı sagte: „Sprache, Kultur, Identität und Kunst spielen eine fundamentale Rolle beim Schutz der gesellschaftlichen Existenz. In diesem Rahmen haben wir 2014 in Berlin den ersten deutsch-kurdischen bilingualen Kindergarten (Baxçeyên Zarokan) eröffnet. Unser zweiter Kindergarten nahm 2018 den Betrieb auf. Auch die Familien lernen mittlerweile Kurdisch und sprechen in ihren Häusern ihre Muttersprache. Aufgrund des großen Interesses haben wir beschlossen, im Jahr 2027 eine Grundschule in der deutschen Hauptstadt zu eröffnen.“

Darıcı berichtete zudem von zahlreichen Gesprächen mit den Vertretern des Berliner Senats: „Kurdisch wird in der deutschen Hauptstadt zu einer Beispielsprache werden. Die Kurden in Europa haben sich in jeder Hinsicht weiterentwickelt. Sie sind mit ihrer Sprache und Kultur zu einem festen Bestandteil dieser Gesellschaft geworden. Eine Sprache dient nicht nur dem Sprechen und Verstehen; sie bedeutet auch, in dieser Sprache Bildung zu erhalten, zu lehren, zu schreiben und zu lesen. Schulen sind dafür die wichtigsten Orte.“

Abschließend fügte Darıcı hinzu: „Eine Sprache bleibt unvollständig, wenn sie nur gesprochen und verstanden wird. Wir möchten dies vervollständigen. Die Verwendung der Sprache in Schulen wirkt ergänzend. Unsere Schule wird eine große Rolle für das Kurdische spielen.“ Das Ziel sei eine Schule, in der Kurdisch und Deutsch auf Augenhöhe vermittelt werden: „In Berlin wird es eine bilinguale Ausbildung von der ersten bis zur sechsten Klasse geben. Unser Ziel ist es, den Unterricht nicht nur bis zur sechsten Klasse, sondern bis zum Abitur zu führen. Wir hoffen zunächst auf die Eröffnung der Grundschule. Wir möchten klein anfangen und unsere Arbeit Schritt für Schritt ausbauen.“

 

WER IST RIZA BARAN?

Rıza Baran studierte ab 1963 in Deutschland. Ab 1970 lebte er in Berlin und arbeitete als Lehrer an einer Berufsschule. Im Jahr 1971 gehörte er zu den Mitbegründern des ersten Ausländerbeirats in der Bundesrepublik Deutschland. Er engagierte sich aktiv in verschiedenen Organisationen, darunter im Verein kurdischer Eltern (Yekmal e.V.) und in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Von 1992 bis 1995 war er als Vertreter der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg tätig. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Jahr 1995 schrieb er Geschichte, als er als erster Migrant per Direktmandat gewählt wurde; dieses Amt übte er bis 1999 aus. Von 2001 bis 2006 war er Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. Er verstarb am 4. Mai 2020 in Berlin.

21 Juni 2026 0 Kommentare
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Linke nennt Israels Vorgehen offiziell Völkermord

von Fremdeninfo 21 Juni 2026
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 Von: Tagesschau

Die Haltung zu Israel ist bei der Linken ein heikles Thema. Nach hitziger Debatte sind die Delegierten nun auf einen gemeinsamen Nenner gekommen: Israels Vorgehen im Gazakrieg bezeichnet die Partei offiziell als Völkermord.

Ein Thema mit Spaltungspotenzial hat die Linke am ersten Tag ihres Bundesparteitags in Potsdam abräumen können: ihre Haltung gegenüber Israel. Die Partei bewertet das israelische Vorgehen im Gazakrieg nun offiziell als Völkermord. Ein entsprechender Antrag wurde mit großer Mehrheit beschlossen.

Konkret heißt es darin: „Internationale Organisationen, Menschenrechtsorganisationen und zahlreiche Völkerrechtler*innen sprechen von einem Völkermord an den Palästinenser*innen in Gaza. Wir schließen uns dieser Einschätzung an.“

Zweistaatenlösung gefordert

Für die Linke ist das Thema Nahost und die Bewertung des Gaza-Kriegs heikel. Immer wieder sieht sich die Linke mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Die Formulierung des zehnseitigen Antrags wurde in tagelangen Gesprächen in der Partei intern als Kompromiss ausgehandelt. Ein schärfer formulierter Gegenantrag wurde abgelehnt.

Im Beschluss enthalten ist ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel. „Als Schutzraum für Jüdinnen und Juden kommt dem Staat Israel dabei eine besondere historische und gegenwärtige Bedeutung zu“, heißt es. Und weiter: „Ebenso stehen wir zum Existenzrecht Palästinas und für gleiche Rechte aller Menschen in Palästina.“

Ausspruch gegen Antisemitismus

In Deutschland will man laut Beschluss „jüdisches Leben in all seiner Vielfalt in Deutschland schützen“. Darin heißt es: „Wir verurteilen die weltweite Terrorkampagne gegen jüdische und israelische Menschen und Institutionen, die in den vergangenen Monaten zahlreiche Opfer gefordert hat. Antisemitismus und Hass gegen Jüdinnen und Juden werden wir niemals tolerieren.“

Zugleich fordert die Partei, auch palästinensisches Leben in Deutschland zu schützen.

Wahl der Doppelspitze

An Tag zwei des Parteitags wollen die etwa 500 Delegierten die Doppelspitze neu wählen. Beworben haben sich die bisherige Co-Chefin Ines Schwerdtner und der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano. Dieser will Nachfolger von Jan van Aken werden, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgibt.

Schwerdtner unterstützt die Bewerbung von Pantisano, derzeit Vizechef der Linken-Bundestagsfraktion. Beide treten als Team auf. In einer Erklärung kündigten sie an: „Als Linke haben wir beschlossen, eine organisierende Klassenpartei zu sein. Diesen Weg wollen wir fortsetzen und auf eine neue Ebene heben.“ Ein konkretes Ziel: „Bis 2029 wollen wir 200.000 Mitglieder sein.“

21 Juni 2026 0 Kommentare
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Wird die Rechnung für die CHP-Operation den Aleviten präsentiert?

von Fremdeninfo 20 Juni 2026
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Von: Turgut Öker

Es scheint wohl nicht auszureichen, dass Kemal Kılıçdaroğlu an die Spitze der CHP gebracht wurde; jetzt werden gezielt Namen um ihn herum gruppiert, die vor allem für ihre alevitische Identität bekannt sind. Man kommt nicht umhin zu fragen: Warum werden ausgerechnet solche Namen ins Zentrum einer Operation gestellt, die den Weg für Erdoğan ebnen, die CHP schwächen und die Opposition spalten soll? Dass Kılıçdaroğlu, der außer seinem Geburtsort Dersim keinerlei Verbindung zum Alevitentum, zur alevitischen Lehre oder zum jahrzehntelangen Kampf der alevitischen Gemeinschaft für gleichberechtigte Bürgerschaft hat, heute über seine alevitische Identität ins Spiel gebracht wird, wirkt wie Teil eines hinterhältigen Kalküls.

Denn hier wird nicht nur die Zukunft der CHP gestaltet.

Wenn morgen nach den Verantwortlichen für den drohenden Niedergang der CHP, die Spaltung der Opposition und diesen „Palast-Putsch“ – der als Stütze für Erdoğan fungiert – gesucht wird, werden sich alle Augen auf die Namen im Umfeld von Kılıçdaroğlu richten. In der Folge wird man versuchen, über die alevitische Identität dieser Personen die gesamte alevitische Gemeinschaft in die Diskussion hineinzuziehen. Das ist die Gefahr, die ich sehe.

Aus diesem Grund sollten Aleviten an diese Ereignisse nicht mit sektiererischen Gefühlen herangehen. Niemandem sollte politischer Kredit gewährt werden, nur weil er Alevit oder Dersimer ist oder demselben Stamm angehört. Das Alevitentum ist kein Sektierertum und kein Stammesdenken.

Heute gilt es, nicht auf Personen, sondern auf Ergebnisse zu schauen. Was die alevitische Gemeinschaft tun muss, ist völlig klar: Nicht zum Füllmaterial dieses Spiels zu werden, sondern das geplante Komplott zu durchschauen und sich dagegen zu wehren

 

 

20 Juni 2026 0 Kommentare
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Kemal Kılıçdaroğlus Interview bei Sözcü TV

von Cumali Yağmur 20 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Bericht von: Cumali Yağmur

 Kemal Kılıçdaroğlu  ist Vorsetzender CHP Sazialdemokratischer Prtei in der Türkei.

: „Ich hatte Özgür Özel gesagt: ‚Nominiere diese vier Bürgermeister nicht’“

Kemal Kılıçdaroğlu, der durch einen Gerichtsbeschluss in das Amt des CHP-Vorsitzenden zurückgekehrt ist, erklärte, dass er Özgür Özel, der durch denselben Beschluss seines Amtes enthoben wurde, während des Kommunalwahlprozesses eine bemerkenswerte Warnung ausgesprochen habe. Kılıçdaroğlu betonte, er habe Özel bezüglich vier Bürgermeistern gewarnt: „Nominiere diese nicht, sei bei ihnen vorsichtig.“

„Sie haben Angst vor mir, weil ich eine Säuberung durchführen werde“

In der Sendung von SZC TV bewertete Kılıçdaroğlu die aktuelle Agenda und äußerte sich zusammenfassend wie folgt:

  • Die Entscheidung der „absoluten Nichtigkeit“ (Mutlak Butlan): „Was wäre passiert, wenn ich die Entscheidung des Gerichts auf ‚absolute Nichtigkeit‘ (Ungültigkeit) nicht akzeptiert hätte? Das Gouverneursamt hätte einen Landrat als Zwangsverwalter (Kayyım) hierher ernannt. Wollen Sie das? Zudem kehre ich durch diese Entscheidung nicht allein zurück, sondern der gesamte Parteirat – also die alte Führung – tritt wieder in Kraft. Warum haben sie Angst vor mir? Aus welchem Grund sind sie besorgt? Weil sie fürchten, dass ich eine ‚Säuberung‘ durchführen werde.“
  • Parteikultur: „In dieser Partei kann jede Art von Kritik geäußert werden; wir haben eine ernsthafte Tradition des Widerspruchs in unserer Kultur. Menschen widersprechen, und die Vorsitzenden hören zu. Aber in dieser Partei war niemals Platz für schmutzige Beziehungen; wer in solche Verwicklungen gerät, hat keinen Platz im Schoß dieser Partei.“
  • Der Begriff der Säuberung: „Ich habe das Wort Säuberung nicht nur auf Herrn Ekrem (İmamoğlu) bezogen, sondern ich sage es für die gesamte Partei. Wenn man den Begriff der Säuberung auf eine einzige Person reduziert, begeht man einen großen Fehler.“

„Es gab negative Berichte über einige Bürgermeister“

  • Kampf gegen Korruption: „Korruption kennt keine Partei. Bei Korruption Doppelmoral walten zu lassen, ist falsch und verletzt das öffentliche Gewissen. Ich habe die Bürgermeister nicht direkt als schuldig erklärt; man muss zwischen denen unterscheiden, die ‚problematisch‘ sind, und denen, die ’schuldig‘ sind. Um jemanden zu beschuldigen, bedarf es eines Gerichtsurteils.“
  • Die Warnung an Özel: „Im Parteiarchiv gab es negative Berichte über einige Bürgermeister. Einer der Verfasser dieser Berichte ist sogar einer unserer aktuellen Istanbuler Abgeordneten. Basierend auf diesen Berichten habe ich Özgür Bey einige Namen genannt und gesagt: ‚Nominiere diese nicht, sei vorsichtig.‘ Es waren insgesamt vier Bürgermeister. Ich werde keine Namen nennen, aber sie wurden nominiert, und ein Teil von ihnen sitzt derzeit im Gefängnis.“

„Kronzeugen sagen ‚Ich habe Geld gegeben‘ – Sollen wir das etwa politisch nennen?“

  • Justiz und Korruption: „Im politischen Bereich ist die Justiz nicht unabhängig. Die Fälle von Can Atalay, Selahattin Demirtaş und Osman Kavala sind politisch. Aber Korruptionsfälle sind etwas anderes. Kronzeugen sagen: ‚Ich habe Geld gegeben.‘ Das sind die Leute, mit denen sie Geschäfte gemacht haben; Banküberweisungen, Kontobewegungen – alles wurde festgestellt. Wie können wir das als ‚politischen Prozess‘ bezeichnen? Wenn ein Bürgermeister wegen seiner politischen Äußerungen ins Gefängnis käme, würden wir einen Aufschrei auslösen, aber für Korruption muss Rechenschaft abgelegt werden.“
  • Vorwürfe gegen stellvertretende Vorsitzende: „Da behauptet jemand: ‚Ich habe einem stellvertretenden Vorsitzenden Bestechungsgeld gegeben.‘ Uhrzeit und Ort sind bekannt, die Telefonprotokolle stimmen überein. Warum erhebt dann nicht einer dieser stellvertretenden Vorsitzenden eine Verleumdungsklage? Warum fragen Sie nicht nach? Wenn jemand zu Ihnen sagen würde ‚Sie haben Geld angenommen‘ und das wäre gelogen, würden Sie nicht klagen?“

„Ich bin keine Partei im Verfahren um den Parteitag“

  • „Ich bin keine Partei in diesem Gerichtsverfahren. Wäre ich es, hätte ich alle Dokumente gesammelt. Woher soll ich wissen, wer das Geld verteilt hat? Diejenigen, die diese Aussagen gemacht haben, bezeichnen sich selbst als ‚Erneuerer‘ (Değişimci). Sie sind es, die sagen: ‚Ich habe das Geld verteilt.‘ Und der Richter sagt: ‚Wenn dieser Parteitag mit Geld erkauft wurde, annulliere ich ihn.’“
  • Immunitäten: „Wenn die Strafanträge (Fezleke) gegen Özgür Özel und die Abgeordneten ins Parlament kommen, würde ich persönlich – falls es eine Anschuldigung gegen mich gäbe – verlangen, dass meine Immunität aufgehoben wird, um vor der Justiz reingewaschen zu werden. Die Aufhebung der Immunität gehört zu den Grundprinzipien unserer Partei.“
  • Demirtaş-Entscheidung: „Ich bereue es nicht, die Aufhebung der Immunität von Selahattin Demirtaş unterstützt zu haben. Es ist jedoch falsch, dass er aufgrund seiner politischen Ansichten in Haft bleibt; dagegen habe ich mich immer ausgesprochen.“

„Vor dem Parteitor können keine Barrikaden errichtet werden“

  • Vorfälle in der Zentrale: „Warum fragen Sie nicht, warum Abgeordnete nicht in die Parteizentrale gelassen wurden? Ich habe niemals verteidigt oder gewollt, dass die Polizei dort eindringt. Es ist jedoch rechtmäßig, wenn ein Gerichtsvollzieher kommt, um eine Entscheidung zuzustellen. Was im Gebäude passierte und dass draußen mit Steinen geworfen wurde, finde ich nicht richtig. Was hat Adnan Beker dort zu suchen? Was hat jemand, der sagt, er habe mich bei der Wahl nicht gewählt, in der CHP-Zentrale zu suchen? Wie können Sie Barrikaden vor dem Tor der Partei errichten?“

Über die Kandidatur von İmamoğlu

  • „Warum diskutieren wir ständig über die Kandidatur von Ekrem İmamoğlu? Ich akzeptiere dieses Ein-Mann-Regime nicht. Wir wollen die Verfassung ändern. Unseren Kandidaten bestimmen unsere zuständigen Gremien. Wenn die Verfassung nicht geändert wird und wir zwangsläufig einen Kandidaten bestimmen müssen, dann wird man die Situation zu diesem Zeitpunkt bewerten.“

„Der Parteitag kann nicht mit den alten Delegierten abgehalten werden“

  • „Der anstehende Parteitag ist kein außerordentlicher, sondern ein ordentlicher Parteitag. Dieser Prozess dauert 4 bis 5 Monate. Man kann jedoch keinen Parteitag mit den alten Delegierten abhalten, über denen ein ‚Schatten der Manipulation‘ liegt; andernfalls käme es erneut zu einer Entscheidung auf ‚absolute Nichtigkeit‘. Es gibt keinen Grund, die Partei zu ermüden; wir werden unsere Wahlen erneuern und den Prozess im Rahmen des Rechts abschließen.“
20 Juni 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Der Körper in Europa, der Geist in der Türkei: Das Problem der Migranten bleibt ungelöst

von Cumali Yağmur 19 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

Migranten in Europa lassen ihre eigenen Probleme beiseite und konzentrieren sich stattdessen auf die parteiinternen Streitigkeiten innerhalb der CHP. Wie fanatische Anhänger ergreifen sie Partei und beschimpfen die Gegenseite. Menschen aus der Türkei neigen sehr zu diesem Verhalten und haben einen konfliktfreudigen Charakter. Sie schaffen es nicht, beide Seiten konstruktiv zu kritisieren, indem sie sagen: „Ihr macht beide Fehler, löst euer Problem in einem politischen Rahmen.“ Sie können nicht objektiv beurteilen, wer im Unrecht ist oder wer die geringere Fehlerquote hat. Angesichts der „faschistischen AKP-MHP-Regierung“ denken sie: „Wenn wir unsere eigenen Fehler auf diese Weise kritisieren, werden unsere Fehler unsichtbar“ (oder instrumentalisiert).

In der Türkei herrscht das Verständnis vom „Recht des Stärkeren“; jede Regierung, die an die Macht kommt, nimmt eine feindselige Haltung gegenüber der anderen ein. Da sich keine politische Ethikkultur entwickelt hat, zieht sich dieser Zustand seit Jahren wie ein unlösbarer Knoten hin. Wir, die wir in Europa leben, haben unsere hiesigen Probleme vernachlässigt und sprechen nur über die politische Lage in der Türkei; mit unserem Körper sind wir hier, mit unseren Gedanken jedoch ständig in der Türkei.

Obwohl dies schon seit Jahren so ist, haben wir nun begonnen, in einer extremen Weise einen Kampf zu führen, der gänzlich auf die Türkei ausgerichtet ist. Ich bin nicht gegen das Wahlrecht für Migranten aus der Türkei in Europa; Demokratie ist das natürlichste Recht der Menschen. Doch wenn ich jetzt darüber nachdenke: Das Wahlrecht für Türken und Kurden in Europa nützt ihnen hier in keiner Weise, sondern überschattet vielmehr ihren Kampf für die Lösung ihrer Probleme vor Ort.

Jede Partei hat Büros in Europa und Deutschland eröffnet und beschäftigt sich ausschließlich mit den politischen Problemen in der Türkei. Für ihre eigenen Sorgen und ihr Leben in Europa zeigen sie keinerlei Interesse. Diese Situation hat begonnen, zunehmend negative Folgen nach sich zu ziehen. Ich bin der Überzeugung, dass dieses Thema ernsthaft diskutiert werden muss. Solange keine Lösung gefunden wird, bleiben die Probleme der Migranten hier im Hintergrund, und die Polarisierungen aus der Türkei werden hierher getragen. Während nicht für die Lösung lokaler Probleme der Migranten gekämpft wurde, hat die Agenda der Türkei immer die Überhand gewonnen. Mit dem aktiven und passiven Wahlrecht hat sich diese Situation weiter intensiviert und ist zu einem chronischen Problem geworden.

Die lokalen Probleme der Migrantenminderheit hier wurden seit Jahren nicht gelöst. Die Migranten sind nicht auf die Straße gegangen, um für ihr Wahlrecht (in Europa) zu kämpfen. Sie verhalten sich so, als seien die Schulprobleme ihrer Kinder oder der Rassismus und Nationalismus, dem sie bei der Wohnungssuche ausgesetzt sind, nicht ihre Probleme. Die Migrantenminderheit in Europa konnte keine starke, organisierte politische Präsenz zeigen. Nur vereinzelt äußern Politiker mit Migrationshintergrund in verschiedenen Parteien die Probleme; da es jedoch keine Organisation an der Basis gibt, kann keine ausreichende Gehör verschafft werden. Auch die migrantischen Politiker in den Parteien sind es nach einer Weile leid, dasselbe zu wiederholen, und sehen sich gezwungen zu schweigen.

Während die Migrantenminderheit Vereine gründet, um ihren Dörfern in der Türkei zu helfen, schließen sie sich nicht zusammen, um Lösungen für ihre grundlegenden Probleme hier zu suchen. Da sie angesichts der jahrelang ungelösten Probleme keine organisierte Haltung zeigen, werden diese Menschen auch von den deutschen Parteien zunehmend als „Problemquelle“ wahrgenommen. Deutsche Parteien betrachten Migranten nicht als Individuen, die einen Beitrag zur Gesellschaft leisten, sondern lediglich als Massen, die Probleme verursachen. Während ihre Beiträge zur Wirtschaft und Kultur des Landes unsichtbar bleiben, wird nur über die von ihnen verursachten Krisen gesprochen.

Obwohl sie im täglichen Leben massiv Rassismus und Nationalismus ausgesetzt sind, organisieren sie sich nicht dagegen. Da die Migrantenminderheit in Europa als eine problematische Gruppe wahrgenommen wird, werden die Deutschen – wenn sie sich nicht fast schämen würden – bald glauben gemacht, dass die Quelle von Nationalismus und Rassismus die Migranten selbst sind. Reaktionäre und faschistische Parteien, die nicht sehen wollen, dass Rassismus in diesem Land ein kulturelles und systemisches Phänomen ist, unter dem Migranten leiden, behaupten das Gegenteil und nutzen diese Situation geschickt als Material für ihre Demagogie.

Die Migrantenminderheit muss diese Themen neu bewerten; insbesondere die dritte und vierte Generation sollte eine Situationsanalyse durchführen und hier dauerhafte Organisationen schaffen. Die Gründung einer Migrantenpartei oder der Antritt mit unabhängigen Listen bei Kommunalwahlen sollte ein Anfang sein. Dieses Thema muss ausführlich diskutiert, in der neuen Ära neue Organisationsmodelle entwickelt und Strukturen geschaffen werden, die die Probleme der Migrantenminderheit in der politischen Arena lösen und dafür kämpfen.

Die Migrantenminderheit muss Institutionen schaffen, die sich entsprechend ihrer eigenen Probleme organisieren und Lösungen produzieren. Überall auf der Welt haben die Politiker der Mehrheitsgesellschaft den Minderheiten ihre demokratischen Rechte nicht von sich aus gegeben; Minderheiten haben sich organisiert und ihre gleichberechtigten demokratischen Rechte selbst erkämpft.

An Orten wie Europa und Deutschland, wo die Zivilgesellschaft stark ist, gewähren die Politiker der Mehrheitsgesellschaft den Migranten keine gleichberechtigten demokratischen Rechte, solange sie sich nicht selbst organisieren. Wege zur Parteienbildung in Kommunen, Bundesländern und auf Bundesebene sowie die Vertretung in Form von Listen in lokalen Parlamenten müssen unbedingt gesucht werden.

19 Juni 2026 0 Kommentare
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Schweinekopf vor Moschee – Verdächtige ermittelt

von Cumali Yağmur 19 Juni 2026
von Cumali Yağmur

 

Artikel von dpa

Nach einem Anschlag mit Tierblut und einem abgetrennten Schweinekopf auf eine Moschee in Memmingen hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt. Bei den Beschuldigten habe es Durchsuchungen gegeben, berichtete ein Sprecher der Münchner Generalstaatsanwaltschaft. «Dabei konnte umfangreiches Beweismaterial, unter anderem Kleidungsstücke und elektronische Datenträger, sichergestellt werden, welches nunmehr auf mögliche entlastende oder belastende Beweismittel ausgewertet wird», sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Murer.

Am 1. Mai war es in den frühen Morgenstunden zu dem Anschlag auf das Gotteshaus der türkisch-islamischen Gemeinde in Memmingen gekommen. Die Täter hatten mit Blut befüllte Luftballons gegen die Wand im Eingangsbereich der Moschee geworfen. Zudem hatten sie den Schweinkopf auf das Symbol des Halbmondes gesteckt.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte den Fall als Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus übernommen. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung, Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft, Störung der Religionsausübung sowie gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Die beiden Verdächtigen sind deutsche Staatsbürger

19 Juni 2026 0 Kommentare
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