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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Archive

Wir müssen an der europäischen Grenze wissen, wer die EU betritt“

von Fremdeninfo 10 Mai 2023
von Fremdeninfo

Wir müssen an der europäischen Grenze wissen, wer die EU betritt“

 

 Bereitgestellt von WELT

 

 Landwirtschaftsminister Cem Özdemir unterstützt die Forderung von Innenministerin Nancy Faeser, Anträge von Asylbewerbern bereits an der EU-Außengrenze zu prüfen. Wer aufgenommen wird, sollte dann in der EU verteilt werden. Aus der eigenen Partei bekommt er Gegenwind.

 

 

Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, fordert, Asylanträge schon an EU-Außengrenzen vorzuprüfen dpa/Britta Pedersen © Bereitgestellt von WELT

 

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen, Anträge von Asylbewerbern bereits an den EU-Außengrenzen vorzuprüfen. „Das heißt, wir müssen an der europäischen Grenze wissen, wer die EU betritt, wo die Menschen herkommen und wie hoch die Bleibewahrscheinlichkeit ist. Bei Ländern, wo die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, sollten diese Menschen eine Anerkennung bekommen“, sagte der Grünen-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Mittwoch.

Es müsse aber sichergestellt werden, dass diese Migranten innerhalb der Europäischen Union weiterverteilt werden, sagte Özdemir weiter. Der Minister appellierte an die europäische Solidarität: „Wenn wir wollen, dass die Europäische Union gemeinsam agiert, darf man die Staaten des südlichen Europas nicht alleinlassen.“ Das führe regelmäßig dazu, dass dort die Rechtspopulisten an die Macht kämen.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte zuvor vorgeschlagen, eine Erstprüfung der Asyl-Chancen an den EU-Außengrenzen durchzuführen. Gegenwind für den Vorschlag gab es vom Bundessprecher der Grünen-Nachwuchsorganisation, Timon Dzienus: „Die Ampel hat einen Aufbruch zu einer humanitären Migrationspolitik versprochen – jetzt will sie neue Stacheldrahtzäune um Europa bauen“, sagte Dzienus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). Nancy Faeser trete das Grundrecht auf Asyl mit Füßen. „Weder den flüchtenden Menschen noch den Kommunen ist damit geholfen.“

Özdemir äußerte außerdem Kritik an der Migrationspolitik in Deutschland, speziell mit Blick auf Deutsch-Türken. „Ich würde mir wünschen, dass es uns gelingt, aus Ausländern Inländer zu machen, wenn sie unsere Sprache sprechen, sich zum Grundgesetz bekennen und hier ihren Lebensunterhalt verdienen. Dann gehören sie dazu“, sagte er der Zeitung. Immer noch sei es so, dass ein großer Teil der in Deutschland geborenen Kinder türkischer Eltern keine deutsche Staatsbürgerschaft erhalte. „Das heißt, wir produzieren immer noch inländische Ausländer“, sagte Özdemir.

Diese Migrationspolitik hierzulande sorgt dem Minister zufolge dafür, dass sich Teile der deutsch-türkischen Gemeinschaft dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zuwendeten. „Wenn man Leuten lange genug erzählt: ‚Ihr gehört nicht hierzu‘, dann benehmen sie sich auch so.“ Am 14. Mai finden in der Türkei die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Erdogan hatte bei vergangenen Wahlen unter türkischen Staatsangehörigen in Deutschland gute Ergebnisse erzielt

10 Mai 2023 0 Kommentare
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Archive

Gewalt im türkischen Wahlkampf: Massenschlägerei in Wahllokal in den Niederlanden

von Fremdeninfo 8 Mai 2023
von Fremdeninfo

Gewalt im türkischen Wahlkampf: Massenschlägerei in Wahllokal in den Niederlanden

Artikel von Steffen Lüdke

Geschrei, Panik und Chaos«: In einem türkischen Wahllokal in Amsterdam ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen – die Polizei musste einschreiten. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in der Türkei haben sich zahlreiche Menschen in einem türkischen Wahllokal in den Niederlanden eine Massenschlägerei geliefert. Mindestens zwei Menschen wurden nach Polizeiangaben am Sonntagabend bei der Auseinandersetzung mit etwa 300 Beteiligten in einem Kongresszentrum in Amsterdam verletzt.

Laut Polizei wurden die Beamten am Abend vom Organisator der Stimmabgabe im Amsterdamer Kongresszentrum RAI alarmiert, »dass die Situation außer Kontrolle gerät«. Vor Ort hätten die Einsatzkräfte eine »chaotische Lage« vorgefunden.

 

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Geschrei, Panik und Chaos«

Dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender NOS zufolge war ein Streit zwischen Vertretern gegnerischer türkischer Parteien Auslöser der Massenschlägerei kurz vor der abendlichen Schließung des Wahllokals. »Es gab Geschrei, Panik und Chaos«, sagte ein Augenzeuge dem Sender.

Erst Stunden nach Einsatzbeginn kehrte Polizeiangaben und Medienberichten zufolge wieder Ruhe im Kongresszentrum ein. Es werde wegen möglicher Straftaten ermittelt, erklärte die Polizei. In der Türkei wird am 14. Mai gewählt, im Ausland können türkische Staatsbürger schon jetzt abstimmen. In den Niederlanden schlossen die Wahllokale am Sonntag, in Deutschland sind sie bis zum 9. Mai geöffnet.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei sind richtungsweisend: Recep Tayyip Erdoğan reagiert das Land seit 20 Jahren, erst als Ministerpräsident, seit 2014 als Präsident. Einige Beobachter fürchten, dass er die Türkei im Falle eines erneuten Wahlsiegs in eine Diktatur verwandeln könnte. Doch bislang liegt Erdoğans Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu, ein Sozialdemokrat, in den meisten Umfragen vorne.

Zuletzt kam es auch in der Türkei im Wahlkampf zu Gewalt. Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu, der im Fall eines Wahlsiegs der Opposition türkischer Vizepräsident werden soll, wurde am Sonntag in Ostanatolien von einem Mob attackiert, sein Bus mit Steinen beworfen (lesen Sie hier mehr dazu). Zuvor war auch schon Kılıçdaroğlu bedrängt worden.

8 Mai 2023 0 Kommentare
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Politik

Türkei-Wahl in Deutschland: Aus Frust für Erdogan

von Fremdeninfo 7 Mai 2023
von Fremdeninfo

 

 

Türkei-Wahl in Deutschland: Aus Frust für Erdogan

Artikel von Othmara

 

Die Türkei steht vor einer Richtungswahl. Nach 20 Jahren an der Macht liefert sich Präsident Recep Tayyip Erdogan nach jüngsten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem Herausforderer Kemal Kilicdaroglu. Neben einem neuen Staatsoberhaupt entscheiden die Wähler in einer Woche auch über ein neues Parlament. Angesichts der knappen Ausgangslage könnten in diesem Jahr die Stimmen der im Ausland lebenden Türkinnen und Türken dafür ausschlag­gebend sein, ob es zu einem politischen Wechsel kommt. 1,5 Millionen Menschen, die in der Türkei wahlberechtigt sind, leben in Deutschland. Es ist die größte Gruppe außerhalb der Türkei.

Bei vergangenen Wahlen stimmten sie vor allem für Erdogan und seine Partei, die AKP. Bei der Präsidentenwahl 2018 etwa kamen 65 Prozent auf den Amtsinhaber, in der Türkei erhielt er hingegen nur 53 Prozent. Dass Erdogan bei den in Deutschland lebenden Türken so beliebt ist, hat verschiedene Gründe. Ein Punkt ist die Migrationsgeschichte der türkischen Gastarbeiter, erklärt Yunus Ulusoy vom Zen­trum für Türkeistudien an der Universität Duisburg-Essen. „Sie kamen aus den ländlichen Regionen der Türkei, die mehrheitlich konservativ wählen.“ Die größte Op­positionspartei CHP werde hingegen eher von Aufsteigermilieus, Eli­ten und Säkularen gewählt. „Und diese Schichten sind in Deutschland unter­repräsentiert.“

 Erdogan schafft eine emotionale Bindung mit der Türkei.“

Hinzu komme eine Protesthaltung ge­gen die deutsche Öffentlichkeit, die aufgrund der negativen Berichterstattung eine ablehnende Haltung gegenüber Erdogan entwickele. „Die können die Türkeistämmigen teilweise nicht nachvollziehen“, sagt Ulusoy. „Wenn sie in die Türkei reisen, stellen sie fest, dass sich die Türkei unter Erdogan sehr gut ent­wickelt hat.“ Unter jüngeren Türken in Deutschland erfreue sich Erdogan großer Beliebtheit, weil er ihnen das Gefühl ge­be dazuzugehören. Türken der dritten Generation, die schon in Deutschland so­zialisiert sind, fühlten sich noch immer nicht vollkommen von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert, sagt Ulusoy. „Erdogan hingegen schafft eine emotionale Bindung mit der Türkei.“

Sinem Adar von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin ergänzt, dass die AKP als Regierungspartei sehr gut vernetzt sei in Deutschland. Unter ihrer Ägide wurde das Wahlgesetz so geändert, dass auch türkische Staatsbürger mit Wohnsitz im Ausland in eigens eingerichteten Wahllokalen abstimmen können. Dank der neuen und alten Institutionen wie Religionsverbänden, einschließlich DITIB, ist die Diaspora-Politik in den letzten zehn Jahren systematischer ge­worden. Außerdem werden auch in Deutschland oft tür­kische Medien konsumiert. „Wir dürfen nicht vergessen, dass 90 Prozent der tür­kischen Medien von der AKP kontrolliert werden“, sagt Adar. In den vergangenen Jahren hat es vor allem die AKP geschafft, ihre Wähler in Deutschland zu mobili­sieren. In diesem Jahr, so Adars Eindruck, bringt auch die Opposition mehr Menschen zu den Wahlurne

2018 lag die Wahlbeteiligung bei knapp unter 50 Prozent, dieses Jahr wird sie wohl deutlich höher ausfallen. Ein Indiz dafür sind die langen Schlangen vor den Wahllokalen wie in Frankfurt. Obwohl es unter der Woche ist, stehen am Vormittag Hunderte Menschen vor dem türkischen Ge­neralkonsulat an. Viele sind mit Freunden und Familienmitgliedern angereist, aus Darmstadt, Wetzlar, Aschaffenburg.

Generalkonsul Erdem Tuncer schätzt, dass jeden Tag etwa 5000 Menschen ihre Stimme in Frankfurt abgeben. Ein Si­cherheitsdienst sorgt für Ordnung in der Schlange, lässt Ältere und Frauen mit Kindern auch vor, damit sie nicht allzu lange warten müssen. 16 Wahllokale gibt es bundesweit, überall dort, wo auch Konsulate sind. Die Türkei hatte zehn weitere Standorte beantragt, die das Auswärtige Amt nicht genehmigte, sagt Tuncer verärgert. Auch der türkische Außenminister regte sich darüber auf.

Der Generalkonsul erwartet eine höhere Wahlbeteiligung als früher. „Das ist ein echtes demokratisches Experiment“, sagt er. Im Wahllokal beobachteten Vertreter aller politischer Gruppen die Stimmab­gabe, sowohl von der Regierungspartei als auch der grün-linken Yesil Sol Parti, auf deren Liste die Kandidaten der kurdischen HDP antreten. Noch bis Dienstagabend können die Türken in Deutschland abstimmen, dann werden die Urnen in die Türkei zur Auszählung geflogen.

Von Deutschland aus sind die Probleme der letzten Jahre weit weg

Am Ausgang des Wahllokals Frankfurt steht eine Frau mittleren Alters, stark ge­schminkt, dunkle lockige Haare. Sie wartet auf ihre Verwandten, die noch in der Kabine sind. Die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Angekommen fühlt sie sich nicht; auf der Arbeit werde ihr untersagt, Türkisch zu reden, während andere Kollegen sich in ihren Muttersprachen un­terhalten dürften. Sie hat für Erdogan gestimmt. Er habe die Türkei vorangebracht, Sozialleistungen eingeführt, die In­frastruktur ausgebaut.

Viele junge Wähler ärgern solche Aussagen. Einige sind zum Studium nach Deutschland gekommen. Türken, die die Türkei nur aus dem Urlaub kennen, merkten zwar, dass das Leben teurer geworden sei, kämen mit ihren Gehältern in Euro aber gut durch und fänden alles nicht so schlimm. Für die Studenten ist die Präsidentenwahl entscheidend für ihre Zu­kunft. Die 24 Jahre alte Deniz sagt deutlich: Ob sie nach ihrem Abschluss in die Türkei zurückkehre, hänge vom Wahlausgang ab. Sie und ihre drei Freunde haben für Kilicdaroglu gestimmt. Alle studieren in Wiesbaden, wollen Ingenieure und Ma­schinenbauer werden. Die Türkei könnte sie gut gebrauchen, doch in einem Land, in dem man sich nicht frei äußern könne und alles von einem Mann abhänge, wollen sie nicht leben. „Wir haben eine De­mokratie“, sagt Deniz. „Sie funktioniert nur nicht.“

Ein schwarzes Lieferauto mit dem Konterfei des Erdogan-Herausforderers fährt am Konsulat vorbei. Dabei ist der Wahlkampf auffällig ruhig. In Nürnberg hingen kurz Wahlplakate der AKP, in Köln trat eine AKP-Kandidatin vor ein paar Dutzend Frauen auf, in Frankfurt hatten türkischstämmige Menschen Kilicdaroglu-Flyer im Briefkasten. Viel läuft über die sozialen Netzwerke. Vorbei sind die Zeiten großer Auftritte wie der Erdogans in Köln 2014. Zum einen wurden die Gesetze für ausländischen Wahlkampf geändert. Zum anderen analysiert die Soziologin Adar: „Die Regierungs­koalition war noch nie so schwach.“ Das liege insbesondere an der wirtschaft­lichen Situation in der Türkei, die sich nach dem Erdbeben im Februar noch verschlechtert habe, sagt sie.

Ob es einen Wechsel in der Türkei gibt, hängt vor allem davon ab, wie viele Wähler die Opposition mobilisieren kann. Immerhin hat sie sich in diesem Jahr verbündet, Kilicdaroglu ist der Kandidat von Islamisten ebenso wie Linken. Rechnen sich die Menschen mehr Chancen für ihren Kandidaten aus, gehen sie eher wählen. In den vergangenen Jahren sind zudem mehr Akademiker und Fachkräfte nach Deutschland gekommen, ebenso wie Menschen, die für sich keinen Platz in Erdogans Türkei sehen, zum Beispiel Kurden. Sie sind eher keine AKP-Wähler und die, von denen der Wissenschaftler Ulusoy sagt, sie seien bisher in Deutschland unterrepräsentiert gewesen. Dennoch glauben weder er noch die Sozio­login Adar, dass Kilic­daroglu in Deutschland mehr Stimmen erhalten wird als Erdogan. Der türkische Präsident hat seine Anhänger hier. Sie setzen auf den vermeintlich starken Mann und Stabilität.

7 Mai 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Wahlkampf in der Türkei: Gemeinsam gegen Flüchtlinge

von Fremdeninfo 7 Mai 2023
von Fremdeninfo

 

Wahlkampf in der Türkei: Gemeinsam gegen Flüchtlinge

Von

Stefan Kreitewolf

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Syrische Flüchtlinge in einem Lager in der Türkei. Foto: Julie Ricard / Unsplash

Geflüchtete im Fokus: Im türkischen Wahlkampf geraten Migranten ins Blickfeld der Parteien. Während die Opposition gegen Syrer wettert, will der Präsident sie gleich nach Hause schicken. Die Stimmung wird hitziger.

Einen Monat vor den Wahlen in der Türkei geht der Wettstreit um Stimmen in die heiße Phase. Die Stimmung wird hitziger. Denn im traditionell heftig geführten Wahlkampf geraten immer häufiger die Schwächsten der Schwachen ins Visier der Parteien: Geflüchtete.

In einem Video, das den Titel „Ungebetene Gäste“ trägt, macht die oppositionelle İyi-Partei Stimmung gegen Migrant:innen. Darin zu sehen: Syrer:innen, die über die Grenze ins Land strömen. Türken, die beklagen, sich wie Bürger zweiter Klasse zu fühlen. Und Äußerungen des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

3,6 Millionen Syrer leben in der Türkei

Im Clip der rechtskonservativen Partei, die als Teil des Sechser-Bündnisses gegen Erdoğan antritt, ist von „einer löchrigen Grenze“ und einer „ständig wachsenden Gefahr“ durch angeblich gewalttätige Ausländer:innen die Rede. Dass die Partei von Meral Akşener gegen Migrant:innen wettert, ist keine Überraschung. Doch sie ist nicht allein.

Bedenklich ist, dass sowohl Regierung als auch Opposition versprechen, rigoros gegen syrische Flüchtlinge vorzugehen. Das Thema sorgt seit Jahren für politischen und sozialen Zündstoff. Die Türkei hat 3,6 Millionen Syrer:innen und hunderttausende weitere Migrant:innen aus Afghanistan und anderen Ländern aufgenommen – mehr als jedes andere Land.

Kılıçdaroğlu verfolgt „Türkei zuerst“-Politik

Es wächst der Unmut gegen die Neuankömmlinge. In der Vergangenheit gab es wiederholt Pogrom-ähnliche Gewalt gegen sie. Umfragen zufolge wollen mehr als 90 Prozent der Türk:innen, dass die Syrer:innen ihr Land verlassen. Auch Kemal Kılıçdaroğlu, Erdoğans Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, stimmte früh in diesen Kanon ein.

Bereits 2021 kündigte er an, alle Syrer:innen binnen zwei Jahren aus der Türkei nach Hause zu schicken. Damit traf er offensichtlich einen Nerv. Der Präsidentschaftskandidat sagte außerdem in einem Interview an, er werde – sollte er die Wahl gewinnen – den Flüchtlingspakt mit der EU unter dem Motto „Türkei zuerst“ neu verhandeln.

Parteien schüren Angst vor Überfremdung

Während die Parteien, mit den besten Aussichten auf das wichtigste Amt im Staat, weiter die Angst vor Überfremdung schüren, gibt es aber auch Gegenstimmen. Die pro-kurdische Grünen-Links-Partei, die nicht zum Sechser-Bündnis zählt, aber Kılıçdaroğlu unterstützt, möchte Menschenrechtsfragen, wie das Flüchtlingsthema, nicht zur Verhandlungsmasse machen.

Erdoğan bemüht sich indes um eine kurzfristige Lösung der Problematik. Dafür drängt er auf ein Treffen mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Mit der Führung in Damaskus kam es zwar jüngst zu einer Annäherung, Assad kommt der Bitte aber aktuell nicht nach. Es scheint, als wolle er Erdoğan nicht im Wahlkampf helf

7 Mai 2023 0 Kommentare
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Politik

Wahlen in der Türkei Grüne rufen zur Abwahl Erdoğans auf

von Fremdeninfo 5 Mai 2023
von Fremdeninfo

Wahlen in der Türkei Grüne rufen zur Abwahl Erdoğans auf

Die Grünen mischen sich in den türkischen Präsidentschaftswahlkampf ein. Die Parteispitze fordert alle Türken auf, mit ihrer Stimme die Demokratie am Bosporus zu stärken. Das Beschlusspapier liegt dem SPIEGEL vor.

Von Marina Kormbaki

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Grünenchefs Nouripour, Lang: »Chance, zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückzukehren«

Foto: Clemens Bilan / EPA

Die Grünen wollen sich aus den türkischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 14. Mai nicht heraushalten und rufen offen zur Abwahl von Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf. Das geht aus einem Beschluss des Grünen-Bundesvorstands hervor. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor.

Darin betont die Parteispitze um die beiden Co-Chefs Ricarda Lang und Omid Nouripour: »Mit den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen besteht nach Jahren der autoritären Führung unter Präsident Erdoğan eine echte Chance, zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückzukehren.« Die Grünen-Führung appelliert: »Wir bitten alle in Deutschland ansässigen und in der Türkei wahlberechtigten Menschen, an der Wahl am 14. Mai teilzunehmen und sich für den demokratischen Veränderungsprozess einzusetzen.«

Kritik am innenpolitischen Kurs

Die Grünen üben scharfe Kritik am innenpolitischen Kurs der bisherigen türkischen Führung. Alle politischen Gefangenen müssten sofort freigelassen werden, in der kurdischen Frage solle ein Dialog-

und Friedensprozess eingeleitet werden.

Mehr zum Thema

  • Türkischer Präsidentschaftskandidat Kılıçdaroğlu: Der Mann, vor dem sich Erdoğan fürchten muss Aus Ankara und Tunceli berichten Şebnem Arsu, Maximilian Popp und Özlem Topçu
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  • Türkischer Wahlkampf in Deutschland: »Unser Leben würden wir hergeben – Erdoğan niemals!« Von Katrin Elger
  • Inhaftierter Oppositionspolitiker Demirtaş über Türkei-Wahl: »Eine Entscheidung zwischen Diktatur und Demokratie« Ein Interview von Şebnem Arsu, Maximilian Popp und Özlem Topçu

Auch mit der Außenpolitik unter Präsident Erdoğan geht die Partei von Außenministerin Annalena Baerbock hart ins Gericht: »Wir weisen die aggressive Außenpolitik der türkischen Regierung entschieden zurück und fordern sie auf, zu einer multilateralen Außen- und Sicherheitspolitik zurückzukehren«, schreiben die Grünen. Eine Wiederaufnahme der Gespräche über einen EU-Beitritt der Türkei könne es nur geben, »wenn die Türkei eine Kehrtwende zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vollzieht«.

Migrantische Milieus sollen erreicht werden

Mit diesem Vorstoß unterstreichen die Grünen ihren Anspruch von einer wertebasierten Außenpolitik, die Menschenrechte und Völkerrecht ins Zentrum stellt. Der Wahlaufruf dürfte jedoch auch innenpolitisch motiviert sein: Seit Jahren diskutiert die Partei, wie sie migrantische Milieus in Deutschland besser erreichen kann. Hier leben rund drei Millionen türkeistämmige Menschen, etwa die Hälfte von ihnen hat einen türkischen Pass.

Sie können noch bis zum 9. Mai ihre Stimme für die Wahl in der Türkei abgeben. Präsident Erdoğan muss nach zwei Jahrzehnten an der Macht um seine Wiederwahl fürchten. Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Erdoğan und seinem Herausforderer, dem Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu, voraus. Kılıçdaroğlu tritt als gemeinsamer Kandidat für eine Allianz aus sechs Oppositionsparteien unterschiedlicher Lager an.

5 Mai 2023 0 Kommentare
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Information

Annäherung zwischen Türkei und Syrien – Vierer-Gipfel in Moskau

von Fremdeninfo 3 Mai 2023
von Fremdeninfo

 

Annäherung zwischen Türkei und Syrien – Vierer-Gipfel in Moskau

Von

dtj-online

–

 

 

 

Archivfoto: Auch Verteidigungsminister Hulusi Akar wird die Türkei beim Treffen in Russland vertreten.

Die Verteidigungsminister der Türkei, Syriens, Irans und Russlands treffen sich diese Woche, um Lösungen für die Probleme im syrischen Bürgerkrieg zu finden.

In einem weiteren Schritt der Annäherung zwischen der Türkei und Syrien wollen sich die Verteidigungsminister beider Länder am Dienstag in Moskau treffen. An den Gesprächen nehmen auch die Verteidigungsminister Irans und Russlands sowie die Geheimdienstchefs der vier Länder teil, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Montag. Ziel sei, die Probleme im Bürgerkriegsland Syrien durch Verhandlungen zu lösen und Frieden in der Region zu erreichen, so Akar.

Die vier Länder sind alle Akteure im syrischen Bürgerkrieg: Während Russland und der Iran den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützen, steht die Türkei auf der Seite der Rebellen. Bereits im Dezember hatte es ein Treffen der syrischen, russischen und türkischen Verteidigungsminister gegeben.

Kılıçdaroğlu forderte schon früh Gespräche mit Assad

Das Treffen im Dezember wurde als erster Schritt nach einer jahrelangen diplomatischen Eiszeit zwischen Damaskus und Ankara gewertet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will sich am 14. Mai wiederwählen lassen. Er steht innenpolitisch aber auch wegen der Millionen syrischen Flüchtlinge im Land unter Druck. Ankara möchte die Menschen auf freiwilliger Basis in ihre Heimat zurückschicken. Eine Annäherung an Assad ist dabei unausweichlich. Erdoğan hatte zuletzt auch ein Treffen mit Assad ins Spiel gebracht, den er in der Vergangenheit als „Mörder“ bezeichnet hatte.

Auch der aussichtsreichste Gegenkandidat Erdoğans, der türkische Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu, plädiert für Gespräche mit Assad und hat angekündigt, Flüchtlinge nach Syrien zurückzuschicken.

Nach mehr als elf Jahren Bürgerkrieg in Syrien kontrollieren Assads Regierungstruppen wieder rund zwei Drittel des Landes. Die Türkei hält Gebiete im Norden Syriens besetzt..

dpa/dtj

3 Mai 2023 0 Kommentare
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Archive

Ich wünsche ihm ein gutes Leben“ – Grüne reagieren auf Palmer-Austritt

von Fremdeninfo 2 Mai 2023
von Fremdeninfo

Ich wünsche ihm ein gutes Leben“ – Grüne reagieren auf Palmer-Austrit

Tübingens OB Boris Palmer will in nächster Zeit nicht mehr an Veranstaltungen teilnehmen, die Anlass zur Konfrontation bieten könnten. © dpa

 

Mehrere Grünen-Politiker haben den Parteiaustritt des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer begrüßt. Ein Bundestagsabgeordneter spricht von einem „konsequenten Schritt“. Grünen-Chef Omid Nouripour findet die Entscheidung „respektabel“. Palmer selbst will sich vorerst nicht äußern.

Der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer Respekt gezollt für seinen Parteiaustritt, aber kein Bedauern darüber geäußert. „Es gab ja Gründe, warum wir viele Diskussionen alle miteinander hatten“, sagte er am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Palmers Schritt sei „respektabel, und ich wünsche ihm ein gutes Leben“.

Der Tübinger Bundestagsabgeordnete Chris Kühn bezeichnete den Parteiaustritt als konsequenten Schritt. Palmer habe sich besonders seit 2015 inhaltlich und programmatisch weit von der Partei entfernt, sagte Kühn der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Insoweit war das ein konsequenter Schritt nach einer Entfremdung, die sich über viele Jahre abgezeichnet hat“, kommentierte er den Parteiaustritt Palmers.

Palmer hatte am Montag seinen Parteiaustritt erklärt, wie die Landespartei mitteilte. Sein Austritt gelte unmittelbar. Zuvor hatte der Oberbürgermeister erklärt, eine „Auszeit“ nehmen zu wollen. Am Wochenende hatte es große Diskussionen um umstrittene Äußerungen Palmers in Frankfurt am Main gegeben. Weil Palmer in den vergangenen Jahren immer wieder mit seiner Wortwahl für Aufsehen gesorgt hatte, ruhte seine Mitgliedschaft bei den Grünen zuletzt.

In seiner Austrittserklärung, die der dpa vorliegt, schreibt Palmer dem Landesvorstand, dass er vermeiden wolle, „dass die aktuellen Diskussionen um mich eine weitere lang anhaltende Belastung für die Partei werden, für die ich seit 1996 mit viel Herzblut gekämpft habe“. Er sei sehr dankbar für alles, was er durch die Partei in dieser langen Zeit an Unterstützung und Verantwortung erhalten habe. „Für die Zukunft wünsche ich euch jeden nur denkbaren Erfolg für unsere ökologischen Gründungsanliegen und den Klimaschutz in Baden-Württemberg.“

„Das ist nichts anderes als der Judenstern“

Am Rande einer Migrationskonferenz in Frankfurt am Main hatte Palmer am Freitag Stellung zu Art und Weise seiner Verwendung des von ihm verwendeten Wortes „Neger“ genommen. Als er mit „Nazis raus“-Rufen konfrontiert wurde, sagte Palmer zu der Menge: „Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für euch ein Nazi. Denkt mal drüber nach.“ Mit dem sogenannten N-Wort wird heute eine früher in Deutschland gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Palmer war für seine Äußerungen heftig kritisiert worden. In einer persönlichen Erklärung vom Montag betonte Palmer, er hätte als Oberbürgermeister „niemals so reden dürfen“.

Kühn, der einige Jahre im Tübinger Kreisvorstand der Grünen saß und Landeschef der Grünen war, galt als parteiinterner Gegner Palmers. Zu den Vorgängen in Frankfurt hatte Kühn am Samstag getwittert, dass er sich als Tübinger wieder einmal für den Oberbürgermeister seiner Heimatstadt schäme. Nach Palmers Parteiaustritt sagte er am Montagabend, dass er Palmer nun seit 21 Jahren kenne und großen Respekt vor dessen Schritt habe. Kühn, derzeit Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sprach von einer Zäsur für die Tübinger Grünen. „Ich glaube, er hat erkannt, dass er wirklich einen großen Fehler begangen hat“, sagte Kühn. „Dass die Partei nun Klarheit hat, ist auch gut.“

Palmer selbst will nach dem Austritt erst einmal keine Auskunft geben, wie es weitergeht. „Ich mache heute Auszeit und beantworte aus diesem Grund keine Fragen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart am Dienstagmorgen auf die Frage, wie seine angekündigte Auszeit ausgestaltet werden soll. Auf die Frage, ab wann er wieder ansprechbar ist, antwortete Palmer: „Weiß ich nicht.“

2 Mai 2023 0 Kommentare
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Die türkische extreme Rechte in Deutschland

von Fremdeninfo 30 April 2023
von Fremdeninfo
 
 
 
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    Die türkische extreme Rechte in Deutschland

     

    ASTA JUL Giessen  vor trak  Ismail Küpeli

    Politikwissenschaftler

     

     

    Türkisch-nationalistische Strömungen und Organisationen sind in Deutschland keine Neuheit. Seit Jahrzehnten sind türkische Nationalist*innen und Rechte auch in Teilen der türkeistämmigen Bevölkerung aktiv – und dies weitgehend ungestört.
    Nationalistische und extrem rechte Organisationen wie bspw. die “Grauen Wölfe” bieten gerade für Jugendliche Identitäts- und Gemeinschaftsangebote, die sich auf eine mythisch überhöhte Geschichte des “Türkentums” berufen.
    Gegenüber einem türkischsprachigen Publikum werden die nationalistischen Inhalte offen propagiert, im öffentlichen Erscheinungsbild und in deutschsprachigen Verlautbarungen wird allgemein Wert darauf gelegt, den Anschein “ganz normaler” Vereine zu wahren, deren vereinsinterne Arbeit und Aktivitäten im Stadtteil keinerlei politischem Anspruch folgen würden. Ohne Kenntnisse der entsprechenden Netzwerke, Organisationen, Symbole und Codes fällt es schwer, extrem rechte türkische Akteure und deren Aktivitäten zu erkennen und einzuordnen.

    Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln beschäftigt er sich mit politischen und gesellschaftlichen Konflikten in Deutschland. Seine Forschungsschwerpunkte sind nationalistische Ideologien und identitäre Tendenzen – sowohl in den Mehrheit sgesellschaften als auch innerhalb der jeweiligen Minderheiten.

    Hier der Link zur Veranstal

30 April 2023 0 Kommentare
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Information

Staatsbürgerschaft nach fünfjährigem Dienst: FDP will Bundeswehr für ausländische Bewerber öffnen

von Fremdeninfo 30 April 2023
von Fremdeninfo
© IMAGO/Chris Emil Janßen

Staatsbürgerschaft nach fünfjährigem Dienst: FDP will Staatsbürgerschaft nach fünfjährigem Dienst: FDP will Bundeswehr für ausländische Bewerber öffnen.

Von.AFP

Der Partei schwebt ein Pilotprojekt vor. Eine Voraussetzung für das Erlangen der Staatsbürgerschaft solle außerdem ein Bekenntnis zu Grundwerten sein.

Die FDP schlägt im Rahmen der personellen Aufstockung der Bundeswehr auch eine Öffnung der Truppe für ausländische Bewerber vor. Der verteidigungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Alexander Müller, sagte dem „Handelsblatt“ am Freitag, in Deutschland bestehe ein „großes Potenzial junger Menschen ohne deutschen Pass“, die für eine angestrebte deutsche Staatsbürgerschaft „etwas leisten möchten“.

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Wie die Zeitung unter Berufung auf ein Vorschlagspapier Müllers zur Attraktivitätssteigerung der Truppe berichtet, könnten Ausländer im Rahmen eines Pilotprojektes nach einem fünfjährigen Dienst die deutsche Staatsbürgerschaft in Aussicht gestellt bekommen – vorausgesetzt, sie bekennen sich zweifelsfrei zu Grundwerten.

Bündnispartner wie die USA oder Großbritannien hätten mit diesem Modell gute Erfahrungen gemacht.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Florian Hahn (CSU), sagte dem Bericht zufolge, eine Öffnung der Bundeswehr für Ausländer könne nur funktionieren, „wenn die FDP dafür sorgt, dass die Ampel nicht wie geplant das Staatsbürgerschaftsrecht ohnehin lockert“. Ansonsten gebe es einfachere Wege zum deutschen Pass als über die Truppe.

Bundeswehr soll wachsen

Die Bundeswehr soll nach Willen der Bundesregierung von den aktuell rund 183.000 Soldaten bis 2031 auf 203.000 Soldaten anwachsen. Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) hatte dieses vom Bundesverteidigungsministerium angestrebte Personalziel jedoch noch Anfang des Monats als nicht erreichbar bezeichnet. „Personal ist aktuell eine fast noch größere Herausforderung als Material“, sagte Eva Högl laut „Handelsblatt“.

Verteidigungsminister Boris Pistorius arbeitet unterdessen an einer Reform der Bundeswehr. Er will die Beschaffung von Rüstungsgütern beschleunigen. Dafür gab es Lob von der Opposition. (mit AFP)

30 April 2023 0 Kommentare
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Politik

Uni-Präsident fordert von Boris Palmer Entschuldigung

von Fremdeninfo 29 April 2023
von Fremdeninfo

Uni-Präsident fordert von Boris Palmer Entschuldigung

Von dpa

 

Boris  Palmer ist ein deutscher Politiker, dessen Mitgliedschaft bei Bündnis 90/Die Grünen bis Ende 2023 ruht. Seit 2007 ist er Oberbürgermeister der Stadt Tübingen.

 

 

In einem Streit vor der Goethe-Universität wird Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer als „Nazi“ beschimpft. Er wehrt sich: Eine solche Ausgrenzung sei in der Methode mit dem „Judenstern“ vergleichbar. Nun fordert der Uni-Präsident für diese „den Holocaust relativierende Aussage“ eine Entschuldigung.

Eine verbale Auseinandersetzung von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mit einer Gruppe vor einer Migrationskonferenz in Frankfurt am Main sorgt für Aufsehen. Der Präsident der Goethe-Universität forderte den Palmer auf, sich zu entschuldigen. Der Tübinger hatte am Freitag vor einem Gebäude der Goethe-Universität zu Art und Weise seiner Verwendung des „N-Wortes“ Stellung bezogen. Er wurde daraufhin mit „Nazis raus“-Rufen konfrontiert. Daraufhin sagte Palmer zu der Menge: „Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem Ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für Euch ein Nazi. Denkt mal drüber nach.“

Palmer bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Äußerungen so gefallen sind. „Ich habe die Methode der Protestierer, mir den Stempel als Nazi und Rassist aufzudrücken, niederzuschreien und auszugrenzen, als Vergleich herangezogen“, erklärte Palmer den Kontext aus seiner Sicht. Er habe den Protestierern erklärt, dass Nazis die Gräber seiner Vorfahren mit Hakenkreuzen beschmiert hätten und ihnen entgegnet, dass „ihre Methode der Ächtungen und Ausgrenzung sich nicht vom Judenstern unterscheidet“. Mehr wollte der 50-Jährige dazu am Samstag nicht sagen.

In einer Stellungnahme erklärte der Präsident der Universität, Enrico Schleiff: „Jede explizite oder implizite den Holocaust relativierende Aussage ist vollkommen inakzeptabel und wird an und von der Goethe-Universität nicht toleriert – dies gilt gleichermaßen für die Verwendung rassistischer Begriffe.“ Er verurteile Palmers Rechtfertigungsversuche „aufs Schärfste“ und akzeptiere dies weder persönlich noch als Präsident. „Daher erwarte ich nicht nur eine öffentliche Entschuldigung von Herrn Palmer an die von seiner Beleidigung betroffenen Personen, sondern auch an die jüdische Gemeinschaft und gegenüber der Goethe-Universität.“

Palmer bestätigte der dpa die Verfolgung seiner jüdischen Vorfahren durch die Nazis. 2021 hatte er seine Familiengeschichte auf Facebook thematisiert: Auf dem jüdischen Friedhof in Königsbach lägen seine Ahnen bis ins 18. Jahrhundert. 1937 sei die Familie dann die Flucht in die USA gelungen. Sein Vater blieb als „uneheliches Kind einer Nichtjüdin im Remstal und wurde in der Schule vom Lehrer Moses genannt, nicht Helmut“.

Palmer: Kontext entscheidet darüber, ob jemand ein Rassist ist

In einem Facebook-Post am Samstag erläuterte Palmer, er sage das N-Wort, weil er Sprachvorschriften nicht akzeptiere. „Das hoch umstrittene Wort“ gehöre jedoch nicht zu seinem aktiven Wortschatz. „Ich benutze es nur, wenn darüber diskutiert wird, ob man schon ein Rassist ist, wenn man es verwendet. Darüber entscheidet für mich der Kontext.“

Palmer hatte im Mai 2021 in einem Facebook-Beitrag über den früheren Fußball-Nationalspieler Dennis Aogo, der einen nigerianischen Vater hat, das sogenannte N-Wort benutzt. Mit diesem Begriff wird heute eine früher in Deutschland gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Palmers Äußerung hatte massive Kritik auch bei seinen damaligen grünen Parteikollegen ausgelöst.

Ein Parteiausschlussverfahren endete vor einem Jahr mit dem Kompromiss, dass Palmer seine Mitgliedschaft bei den Grünen bis Ende dieses Jahres ruhen lässt. Im Oktober 2022 war er in Tübingen dann als unabhängiger Kandidat angetreten und war im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit – unter anderem gegen die Kandidatin der Grünen – für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden.

Bei der Migrationskonferenz an der Frankfurter Goethe-Universität benutzte Palmer das N-Wort ebenfalls. Von anderen Teilnehmern der Konferenz wird er dafür scharf kritisiert. So schrieb der Islamismusexperte Ahmad Mansour auf Twitter: „Das N-Wort ist rassistisch und verletzend! Deshalb halte ich es für falsch insgesamt, aber vor allem im Kontext einer Tagung über Migration und Integration, so ein Wort zu verwenden.“

Hessens Justizminister Roman Poseck (CDU) hielt ein Grußwort bei der Konferenz. „Die Wortwahl und die Beiträge von Boris Palmer an der Universität Frankfurt sind indiskutabel. Derartige Provokationen leisten Spaltung, Ausgrenzung und Rassismus Vorschub. Sie schaden in einer Debatte, die mit Sensibilität und Ernsthaftigkeit zu führen ist“, sagte der CDU-Politiker am Samstag in einer Pressemitteilung.

Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister in der schwäbischen Universitätsstadt. Mit pointierten Äußerungen etwa zur Flüchtlingspolitik sorgte er immer wieder für Kontroversen und sah sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Bundesweites Aufsehen und Anerkennung brachte aber auch sein Management während der Corona-Pandemie. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte kurz nach der Wiederwahl Palmers auf eine schnellere Wiederaufnahme Palmers bei den Grünen gedrungen

29 April 2023 0 Kommentare
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