Von Dpa
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, dass in Deutschland täglich durchschnittlich 580 Gewalttaten begangen werden.
Dobrindt stellte in der Hauptstadt Berlin gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, und dem Hamburger Innensenator Andy Grote die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vor.
Dobrindt gab an, dass die Zahl der Straftaten in Deutschland im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gesunken sei. Er erläuterte, dass dies teilweise auf die Entkriminalisierung von Cannabis durch das im Jahr 2024 in Kraft getretene Gesetz zurückzuführen sei.
„In Deutschland werden täglich durchschnittlich 580 Gewalttaten begangen. Wir sprechen hier von Morddelikten, Vergewaltigungen und schwerer Körperverletzung“, sagte Dobrindt.
Unter Hinweis darauf, dass der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 42,9 Prozent liege, betonte Dobrindt, dass die digitalen Ermittlungsbefugnisse der Polizei ausgeweitet werden müssten und hierzu in Kürze eine gesetzliche Regelung getroffen werde.
Aus der Polizeilichen Kriminalstatistik
Dem Bericht zufolge sank die Gesamtzahl der in Deutschland im Jahr 2025 begangenen Straftaten im Vergleich zu 2024 um 5,6 Prozent auf 5.508.559 Fälle.
Die Zahl der Tatverdächtigen sank ebenfalls um 5,9 Prozent auf 2,05 Millionen. Die Zahl der Gewalttaten ging im Vergleich zu 2024 um 2,3 Prozent zurück und wurde mit 212.335 Fällen beziffert.
Im Bericht wurde darauf aufmerksam gemacht, dass bei Delikten wie Mord und Totschlag ein Anstieg von 6,5 Prozent und bei Vergewaltigung und sexuellem Übergriff ein Anstieg von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war.
Zunahme bei tatverdächtigen Kindern beobachtet
Im Vergleich zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurde ein Anstieg der Gewalttaten nur bei Kindern beobachtet. Die Zahl der kindlichen Tatverdächtigen bei Gewalttaten stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 14.235 an.
Bei den Jugendlichen sank die Zahl der Tatverdächtigen in diesem Bereich zwar um 7,4 Prozent auf 29.070, die Zahl verbleibe jedoch auf einem hohen Niveau.
Dies könne mit der Zunahme psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren zusammenhängen. Als einer der Gründe wurden wachsende Zukunftsängste angesichts vielfältiger Krisen angeführt.
Zudem wurde im Bericht mitgeteilt, dass die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Kinderpornografie im Jahr 2025 trotz eines Rückgangs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 41.677 Fällen weiterhin hoch sei.