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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Türken kaufen sich offenbar Strafanzeigen in ihrer Heimat, um Asyl in Deutschland...

19 Oktober 2026 0 Kommentare
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21 September 2026 0 Kommentare
Allgemein

„Schöne Tage werden wir sehen, Kinder, sonnige Tage werden wir sehen…“ (Nazım Hikmet)

von Fremdeninfo 3 Juni 2026
von Fremdeninfo

Autorin: Zeynep Hayır

Heute gedenken wir nicht nur eines großen Dichters, sondern des Gewissens einer ganzen Ära. Nazım Hikmet war ein Wegbereiter, der die Richtung der türkischen Lyrik veränderte. Er holte die Poesie aus den Palästen und elitären Kreisen und trug sie in die Sprache der Arbeiter, der Armen, der Gefangenen und derer, die sich nach ihrer Heimat verzehrten. In seinen Versen fand sich nicht nur die Liebe, sondern auch Freiheit, Gleichheit, der Kampf um das tägliche Brot und die Sehnsucht des Menschen nach einem würdevollen Leben.

Er zahlte einen hohen Preis. Jahre verbrachte er in Gefängnissen. Seine Bücher wurden verboten, sein Name sollte zum Schweigen gebracht werden. Doch seine Gedichte überwanden eiserne Tore, hohe Mauern und Landesgrenzen. Denn Nazıms Feder war nicht bloß die eines Literaten; es war die Feder eines Menschen, der seine Ideale niemals aufgab. Er war kompromisslos. Angesichts von Unterdrückung wich er keinen Schritt zurück. Selbst als er den Weg ins Exil antreten musste, verlor er weder seine Liebe zur Heimat noch seinen Glauben an den Kampf.

Während er der türkischen Lyrik die kraftvollsten Beispiele des freien Versmaßes schenkte, definierte er zugleich die gesellschaftliche Verantwortung der Literatur neu. Seine Gedichte schienen nicht bloß zum Lesen geschrieben zu sein, sondern um gelebt zu werden und die Welt zu verändern.

Er lebte mit der Sehnsucht nach seiner Heimat und schloss – genau wie Jahre später Yılmaz Güney, Ahmet Kaya und viele andere – fern von dem Boden, auf dem er geboren wurde, die Augen für immer. Er hinterließ jedoch nicht nur Bücher, sondern ein Erbe des Widerstands, das von Generation zu Generation weitergetragen wird.

Als jemand, der selbst Jahre in der Protestmusik verbracht hat, weiß ich: Manche Worte werden nicht einfach nur ausgesprochen; sie vermischen sich mit dem Leben der Menschen. Sie begleiten ihren Weg, ihr Warten, ihren Zorn und ihre Hoffnung. Nazıms Gedichte sind genau so. Trotz der vergangenen Zeit leben sie noch immer auf den Plätzen, in den Fabriken, in den Gefängnissen, auf den Wegen des Exils und in den Herzen derer, die von einer gerechteren Welt träumen.

Solange das System der Ausbeutung fortbesteht, wird auch Nazıms Hoffnung auf jene „schönen Tage“ weiterleben. Die Standhaftigkeit in seinen Gedichten hallt heute noch in den Stimmen jener wider, die hinter Gittern, auf den Straßen oder im Exil das Leben verteidigen – einen Preis zahlend, aber ungebeugt. Der Glaube an die schönen Tage keimt, genau wie in seinen Versen, irgendwo wieder auf und lässt die Hoffnung stetig weiterwachsen.

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3 Juni 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Rassismus

Die Identitätszange in der türkischen Politik: Rassismus, Nationalismus und Ausgrenzung

von Cumali Yağmur 3 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

Jahrelang habe ich in Deutschland Artikel gegen Nationalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit geschrieben und dagegen angekämpft. Ich habe stets betont, dass Rassismus und Nationalismus kulturelle Phänomene sind, die in allen Kulturen existieren.

Rassismus und Nationalismus entstehen nicht durch die in einem Land lebenden Minderheiten; im Gegenteil, da es sich um kulturelle Phänomene handelt, werden Minderheiten zu Opfern dieser Gesinnungen. Auf der einen Seite steht eine Mentalität, die versucht zu vernichten und zu demütigen, auf der anderen Seite stehen diejenigen, die darunter leiden. Nationalismus und Rassismus nehmen zu jeder Zeit eine feindselige Haltung gegenüber anderen Nationen, unterschiedlichen Weltanschauungen und dem „Anderen“ ein. Egal wo auf der Welt, ich habe meine Kritik an Nationalismus und Rassismus immer fortgesetzt und tue dies auch weiterhin.

In der Türkei hat diese feindselige Haltung des Nationalismus und Rassismus gegenüber anderen Völkern und Überzeugungen von Zeit zu Zeit zu Versuchen der Auslöschung ganzer Gemeinschaften und zu Massakern geführt. Der Völkermord an den Armeniern, die Ereignisse in Dersim sowie der Druck auf Aleviten und Kurden sind Beispiele hierfür. In den letzten Jahren lässt sich zudem eine Zunahme von Nationalismus und Rassismus in der breiten Masse beobachten.

An dieser Stelle möchte ich ein Missverständnis vermeiden: Obwohl ich die sozialdemokratische Ideologie nicht verteidige, ist der in den letzten Tagen innerhalb der CHP (Republikanische Volkspartei) aufflammende Nationalismus und Rassismus gegen Kemal Kılıçdaroğlu bemerkenswert. Unter dem Deckmantel ideologischer Kritik wurde gegen Kılıçdaroğlu aufgrund seiner alevitischen, kurdischen und aus Dersim stammenden Identität eine regelrechte Lynchkampagne mit nationalistischem und rassistischem Ansatz geführt. Nach den Wahlergebnissen (oder während des Parteitags-Prozesses) taten sie so, als hätte er alle Entscheidungen allein getroffen, und warfen dabei alles in einen Topf.

Diejenigen, die dem AKP-MHP-Faschismus keinen Widerstand leisten und ihn nicht kritisieren – wie etwa Personen wie Fatih Altaylı –, schwiegen monatelang gegenüber Tayyip Erdoğan und Devlet Bahçeli, während sie Kemal Kılıçdaroğlu gegenüber schamlos und unter Missachtung journalistischer Ethik beleidigend wurden. Ähnliche Journalisten und einige Nationalisten, die im Grunde keine CHP-Anhänger sind, überhäuften Kılıçdaroğlu mit Beleidigungen. Diese Sprache gegenüber Kemal Kılıçdaroğlu ist absolut inakzeptabel. Leider ist die Diskussions- und Kritikkultur in der Türkei oft aggressiv, streitlustig und weit entfernt von Friedfertigkeit. Die Menschen betrachten es fast als Pflicht, den Gegenüber feindselig anzugreifen.

Hätten sie diese scharfe Kritik gegen den AKP-MHP-Block richten und die Massen hinter sich bringen können, hätten sie dieses System vielleicht ändern können. Bisher wurde bei keinem CHP-Vorsitzenden die Konfession (das Sunnitentum) oder die Herkunft derart ausgrenzend thematisiert. Warum wird nur gegen Kılıçdaroğlu mit einem nationalistischen und rassistischen Duktus vorgegangen?

Ein Beispiel ist Hikmet Çetin, ein Profil, das jahrelang seine kurdische Identität nicht äußerte und nicht zu ihr stand. Als er in Afghanistan im Einsatz war, hieß es, er „beherrsche die afghanischen Sprachen (Paschtu/Dari) wie seine Muttersprache“; dabei konnte er nur aufgrund seiner Kurdischkenntnisse eine Verbindung zu diesen Sprachen herstellen. Sein Kurdisch wurde verleugnet, stattdessen wurde betont, er spreche Afghanisch wie seine Muttersprache. Man hat Hikmet Çetin sogar von seinem Krankenbett geholt, um ihn sagen zu lassen, dass „Kılıçdaroğlu Konfessionspolitik betreibt“, obwohl der Mann kaum in der Lage war zu sprechen.

Tatsächlich ist ein Punkt, den man an Kılıçdaroğlu kritisieren könnte, dass er selbst seine Identität als Alevit, Kurde und Dersim-Heimischer auf den Plätzen nicht deutlicher hervorgehoben hat. Doch die Nationalisten und Rassisten, die ihn angriffen, taten dies, indem sie ständig auf diese Identitäten verwiesen und ihn zur Zielscheibe machten.

Ich möchte unterstreichen: Ich habe die sozialdemokratische Ideologie der CHP nie geteilt und die CHP nie gewählt. Nur während der Präsidentschaftskandidatur von Kılıçdaroğlu habe ich meine Stimme für ihn abgegeben. Ich gehöre ideologisch der Tradition von Devrimci Yol (Revolutionärer Weg) an. Bei Wahlen in der Türkei sowie bei der Stimmabgabe in Deutschland habe ich mich für die HDP bzw. die DEM-Partei entschieden; ihnen fühle ich mich ideologisch nahe. In Deutschland war und bin ich seit Jahren auf verschiedenen Ebenen in der Bewegung der Grünen politisch aktiv.

Mein eigentliches Ziel hier ist es, die nationalistischen und rassistischen Angriffe gegen andere Überzeugungen, Glaubensrichtungen und Nationen zu thematisieren. Ich rate den Sozialdemokraten, aus diesem Prozess hervorzugehen, ohne in einen historischen Fehler zu verfallen, der Partei zu schaden und stattdessen eine Kultur des Konsenses zu entwickeln. Sie haben keine andere Wahl, als gemeinsam zu agieren, ohne die CHP zu beschädigen, ohne sich zu spalten und indem sie die Verständigungskultur stärken.

3 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Beschwerden über rassistische Diskriminierung in Deutschland haben sich verdoppelt

von Fremdeninfo 3 Juni 2026
von Fremdeninfo

Von: ferda Ataman

Die Zahl der Diskriminierungsbeschwerden bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreicht. Die Beschwerden über rassistische Diskriminierung haben sich im Vergleich zu 2021 mehr als verdoppelt.

Avrupa Demokrat Haber Merkezi
Dem Jahresbericht 2025 der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge ist die Zahl der Diskriminierungsbeschwerden in Deutschland auf einen historischen Höchststand gestiegen. Dem Bericht nach gingen im Jahr 2025 insgesamt 13.067 Beratungsanfragen bei der Stelle ein.

Während die Zahl der Anträge im Jahr 2021 noch bei 7.750 lag, stieg sie 2022 auf 8.827, 2023 auf 10.772 und 2024 auf 11.405. Damit verzeichnet das Jahr 2025 die höchste Anzahl an Anträgen seit Bestehen der Statistik.

Rassistische Diskriminierung an erster Stelle
Bei einer Pressekonferenz in Berlin stellten die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, und die Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbandes Deutschland (advd), Eva Andrades, den Bericht der Öffentlichkeit vor.

Dem Bericht zufolge bezog sich der größte Teil der Beschwerden im Jahr 2025 mit 4.571 Anträgen auf Diskriminierung aufgrund von „Rassismus und ethnischer Herkunft“. Im Jahr 2021 lag diese Zahl noch bei 2.054. Somit haben sich die Anträge im Zusammenhang mit rassistischer Diskriminierung innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt. Im Bericht wurde zudem darauf hingewiesen, dass rassistische Äußerungen und Haltungen in den letzten Jahren immer offener zum Ausdruck gebracht werden.

Behinderung und Geschlechterdiskriminierung folgen
An zweiter Stelle der Beschwerdestatistik stehen Diskriminierungen aufgrund von Behinderungen und chronischen Krankheiten mit 3.015 Anträgen. Es folgen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (2.407 Anträge), des Alters (1.261 Anträge) sowie der Religion oder Weltanschauung (733 Anträge).

Ein erheblicher Teil der Anträge betraf Diskriminierungen im Arbeitsleben. Laut Bericht entfielen 3.670 Beschwerden auf den Arbeitsmarkt, 1.927 auf den Zugang zu Dienstleistungen und Produkten, 1.466 auf staatliche Institutionen, 835 auf den öffentlichen Raum, 603 auf den Bildungsbereich, 505 auf Polizei und Justiz, 488 auf die Wohnungssuche und 474 auf das Gesundheitswesen.

„Das ist nur die Spitze des Eisbergs“
Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, betonte, dass Menschen in Deutschland regelmäßig am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens Diskriminierung ausgesetzt seien.

Ataman erklärte, dass die 13.067 im Jahr 2025 registrierten Anträge nur einen kleinen Teil der tatsächlich erlebten Diskriminierung widerspiegeln: „Das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Sie wies darauf hin, dass viele Betroffene trotz erlebter Diskriminierung keine rechtlichen Schritte einleiten oder Beratungsangebote nutzen könnten. Besonders besorgniserregend sei das Ausmaß der Diskriminierungsfälle in staatlichen Institutionen.

Kritik an staatlichen Institutionen
Ataman kritisierte, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland keinen ausreichenden Schutz gegen Diskriminierung durch staatliche Stellen biete. Sie betonte, dass der Staat sich selbst weitgehend aus dem Geltungsbereich des Diskriminierungsrechts herausnehme und die bestehenden gesetzlichen Regelungen dringend aktualisiert werden müssten.

Zudem warf Ataman der Regierung vor, im Kampf gegen Diskriminierung nicht genügend Unterstützung zu leisten. Das Budget für Beratungsstellen sei unzureichend, und langjährige Reformvorschläge würden nicht berücksichtigt.

Beratungsstellen an der Belastungsgrenze
Eva Andrades, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbandes Deutschland (advd), erklärte, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund von Diskriminierung Beratung suchen, jedes Jahr steige.

Die Beratungsstellen seien mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, so Andrades. Während die meisten Anfragen aufgrund rassistischer Diskriminierung gestellt würden, gebe es auch in anderen Diskriminierungskategorien deutliche Zunahmen. „Diskriminierung ist ein reales Problem und in Deutschland weit verbreitet“, sagte Andrades und betonte, dass die Politik wirksamere Maßnahmen ergreifen müsse. Betroffene und Beratungsorganisationen fühlten sich derzeit allein gelassen.

3 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Keine gute Entwicklung“ – CDU-Politiker fordert Änderung von Doppelpass-Gesetz

von Cumali Yağmur 3 Juni 2026
von Cumali Yağmur

 

 

 Von: Dpa

Immer mehr Einbürgerungen von Doppelstaatlern: CDU-Innenexperte Krings schlägt vor, dass Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit leichter wieder verlieren können sollten.

 Fünf Jahre Aufenthalt in Deutschland reichen für Einbürgerung

Seit der von der Ampel-Koalition verabschiedeten Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 2024 können Eingebürgerte ihre vorherige Staatsangehörigkeit grundsätzlich behalten und mehrere Staatsangehörigkeiten haben. Vorher war das nur für EU-Bürger möglich, sowie in bestimmten Ausnahmefällen und wenn der Herkunftsstaat die Entlassung aus der alten Staatsangehörigkeit verweigert.

Seit der Reform reichen für die Einbürgerung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich nach der Reform bereits nach drei Jahren einbürgern lassen – diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt.

 

Fazit: Die CDU macht die Reformen der SPD-Grünen-Regierung zur doppelten Staatsbürgerschaft und zum Asylrecht rückgängig. Die Haltung der CDU gegenüber Migranten schadet sowohl dem Land als auch den Zuwanderern. Obwohl Deutschland bereits hinter anderen europäischen Ländern zurückliegt, macht sie in der Migrationspolitik enorme Rückschritte. Die CDU, die immer noch versucht, das Leben der Migranten, die seit 70 Jahren in Deutschland leben, zu erschweren, erschüttert das Vertrauen dieser Menschen in dieses Land. Dabei tragen diese Menschen zur Entwicklung, zur Kultur und zur Zukunft dieses Landes in jeder Hinsicht bei.

Solange eine so undankbare, nationalistische und rassistische Politik verfolgt wird, wird den AfD-Wählern der Weg geebnet und die AfD an die Macht gebracht. Damit wird – zusammen mit allen demokratischen Parteien – der Demokratie im Land ein schwerer Schlag versetzt

3 Juni 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Über die politischen Inkonsistenzen türkeistämmiger Politiker in Deutschland

von Cumali Yağmur 2 Juni 2026
von Cumali Yağmur

Von: | Cumali Yağmur

Heute möchte ich mich mit den widersprüchlichen politischen Haltungen einiger Politiker türkischer Herkunft befassen, die in verschiedenen deutschen Parteien aktiv sind. Die Präferenzen dieser Politiker – ob in der SPD, den Grünen, der Linken, der CDU oder gar in der AfD – in Bezug auf Angelegenheiten der Türkei stehen leider oft im krassen Gegensatz zu ihren politischen Überzeugungen in Deutschland.

Wir beobachten, dass ein Teil derer, die in Deutschland in sozialdemokratischen, ökologischen oder linken Parteien Politik machen, ins AKP- oder MHP-Lager abdriften, sobald es um die Türkei geht. Man kommt nicht umhin zu fragen: Wie ist das möglich? Wie kann man in Deutschland Mitglied demokratischer und linker Parteien sein, während man in Bezug auf die Türkei eine derart „status-quo-orientierte“ oder rechtsextreme Haltung einnimmt? Handeln diese Personen in den linken, grünen und sozialdemokratischen Parteien Deutschlands nach dem Motto „Nur zum Schein dabei sein“?

In der Politik sollte man eine Weltanschauung haben, und die in Deutschland vertretene Ideologie sollte mit ähnlichen universellen Werten in der Türkei in Einklang gebracht werden. Ein Beispiel: Während die Grünen die Ereignisse von 1915 als „Völkermord an den Armeniern“ und die Dersim-Ereignisse von 1938 als „Massaker“ anerkennen, lehnen einige türkeistämmige Mitglieder innerhalb der Partei diese Beschlüsse ab. Es sei daran erinnert, dass Cem Özdemir sich intensiv dafür einsetzte, dass die Resolution zum Armenier-Thema den Bundestag passierte. Damals versuchten einige türkeistämmige grüne Abgeordnete, sich reinzuwaschen, indem sie der Abstimmung fernblieben oder Ausreden wie „Ich war an dem Tag nicht da“ erfanden. Es gab sogar jene, die eine doppelzüngige Politik betrieben, indem sie türkische Botschaften besuchten und dort erklärten, den Völkermord an den Armeniern nicht anzuerkennen.

Türkeistämmige Politiker nehmen in Botschaften und Konsulaten an Feierlichkeiten zum 23. April, 19. Mai und 29. Oktober (Tag der Republik) teil. Dabei wird argumentiert, dass der 23. April von den Republikanern als Datum entworfen wurde, um den 24. April – den Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern – zu überschatten. Ebenso wird das Datum des 19. Mai 1919 mit dem Genozid an den Pontos-Griechen in Verbindung gebracht. Da die Geschichte der türkischen Republik auf „Lügen und Täuschungen“ basiere, müsse dieses Verständnis entsorgt und die Geschichte wahrheitsgetreu neu geschrieben werden.

Bei der Gründung der Republik Türkei wurden andere Nationen ignoriert. Armenier, Kurden, Lasen, Araber und Tscherkessen wurden ausgeschlossen. Die Republik wurde auf dem Motto „Ein Staat, eine Nation, eine Flagge“ errichtet und im Sinne des Kemalismus geformt, der als neue Ideologie präsentiert wurde. Obwohl die Türkei eine multiethnische Gesellschaft ist, hielt der soziale Frieden in dieser Republik, die nur im Namen der türkischen Nation gegründet wurde, nicht lange an. Da andere Völker ständig schikaniert und herabgesetzt wurden, haben sie die Republik nie vollends angenommen.

In jeder Periode wurde versucht, das Regime durch Unterdrückung und Verhaftungen aufrechtzuerhalten, mit der Begründung, es gäbe Aufstände gegen die Republik. Seit 1915 unterstützte ein Teil der Kader, die später die Republik gründeten, den Völkermord an den Armeniern. Die 1925 begonnene Scheich-Said-Bewegung gegen die Unterdrückung eben dieser Kader wurde blutig niedergeschlagen; dieser Prozess endete mit dem Tod tausender Kurden, Angehöriger anderer Minderheiten und Aleviten. Während der Thrakien-Pogrome 1934 wurden jüdische Geschäfte geplündert, zahlreiche Juden vertrieben und verhaftet. 1938 wurde in Dersim ein großes Massaker verübt, bei dem zahlreiche Menschen getötet und tausende ins Exil geschickt wurden; der Name der Stadt wurde in „Tunceli“ geändert. Sogar Prof. Dr. Hüseyin Çelik erkannte während seiner Zeit in der AK-Partei das Dersim-Massaker an und vertrat die Ansicht, dass eine Entschuldigung sowie die Rückgabe beschlagnahmter Güter notwendig seien. In Dersim wurden der geistliche Führer Seyit Rıza, sein Sohn und viele weitere hingerichtet. Wir müssen uns unserer Geschichte stellen, um uns von diesen Schmerzen zu befreien.

Im Jahr 1955 (Pogrom von Istanbul am 6./7. September) wurden die Geschäfte von Nichtmuslimen geplündert, Menschen auf den Straßen Gewalt ausgesetzt und verhöhnt. Der „sunnitische Glaube“ wurde als inoffizielle Staatsreligion akzeptiert; obwohl man den Aleviten sagte „Ihr seid unsere Geschwister“, wurden ihnen ihre Grundrechte verweigert, und in jeder Ära kam es zu Massakern an ihnen. In der jüngeren Geschichte gab es in den Jahren 1978–1980 großes Leid in Çorum, Malatya und Kahramanmaraş. 1993 wurden in Sivas 33 Autoren und Künstler vor den Augen der Welt lebendig verbrannt, nur aufgrund ihres Glaubens. Selbst heute hält unter der AKP-MHP-Regierung die Unterdrückung und Herabwürdigung der Aleviten an, denen keinerlei Rechte zugestanden werden. Obwohl sie Steuern zahlen, werden Cemevis (Alevitische Gebetshäuser) immer noch nicht als Kultstätten anerkannt. Erdoğan beleidigte diesen Glauben einst, indem er Cemevis als „Cümbüş evi“ (Häuser des Amüsements/Spektakels) bezeichnete.

Heute leben und arbeiten zahlreiche Aleviten, Kurden, Armenier, Tscherkessen, Lasen und Georgier aus der Türkei als Arbeiter in Deutschland. Daten wie der 23. April und der 19. Mai werden hier von Vertretern und Anhängern des türkischen Staates unter „Mythen und Lügen“ gefeiert. Diese Feierlichkeiten erinnern die hier lebenden Kurden, Aleviten, Tscherkessen und Armenier an vergangene Leiden; die Menschen möchten auch hier nicht derselben Diskriminierung und Verachtung ausgesetzt sein. Tugendhafte Politiker in Europa kennen diese historischen Verzerrungen. Sogar die osmanische Geschichte wurde nicht von ihnen selbst, sondern von ausländischen Historikern wie Hammer geschrieben; die Lügen der Republikgeschichte sind ihnen wohlbekannt. An diesem Punkt müssen türkeistämmige Politiker Position beziehen: Machen sie Politik im deutschen Parlament oder stehen sie an der Seite der reaktionären, nationalistischen und rassistischen Parteien in der Türkei? Eine doppelzüngige Politik, die versucht, es beiden Seiten recht zu machen, ist nicht tragbar.

Ein passendes Beispiel an dieser Stelle ist Ozan Ceyhun. Obwohl er die Ideologie der Grünen nicht vollständig verinnerlichte, trat er im linken Flügel auf und stieg bis zur Kandidatur für das Europaparlament auf. Später wechselte er von den Grünen zur SPD; als er auch dort nicht fand, was er suchte, kehrte er in die Türkei zurück und wurde Kandidat der AKP für Izmir. Da er nicht gewählt wurde, ernannte ihn die AKP-Regierung zum Botschafter in Wien. Einige deutsche Politiker bezeichnen solche Personen als „Politiker, die ihren Platz nach ihrem eigenen Vorteil wechseln“.

Ähnlich gibt es Politiker, die bei Veranstaltungen der türkischen Konsulate in Europa wie in eine völlig andere Identität schlüpfen und Reden halten, die Deutschland verunglimpfen. Dabei vertreten Botschaften und Konsulate stets die Politik der Partei, die in der Türkei gerade an der Macht ist. Es ist inakzeptabel, dass einige Namen, die in deutschen Parteien Politik machen, die kurdische, tscherkessische, arabische oder armenische Realität in der Türkei leugnen und diese Gruppen als „Separatisten“ brandmarken, nur um sich bei den Konsulaten anzubiedern.

Was ist das für ein Politikverständnis und was für eine politische Ethik? Es fällt wirklich schwer, das zu verstehen. Wie ein Chamäleon ständig die Farbe zu wechseln – in Deutschland so, in Türkeifragen genau das Gegenteil – entspricht nicht der politischen Moral. Die Öffentlichkeit muss solche Politiker hinterfragen und sie dazu bringen, Farbe zu bekennen. Wenn Sie Sozialdemokrat, Ökologe oder Linker sind, müssen Sie auch in Bezug auf die Türkei eine Haltung einnehmen, die diese Werte widerspiegelt. In Deutschland „links“ und in Türkeifragen „rechts“ oder „status-quo-orientiert“ zu sein, widerspricht der politischen Konsistenz. Solange sie von dieser Haltung nicht ablassen, sollten demokratische Parteien in Deutschland das Handeln dieser Politiker nicht als innerhalb „ethischer Grenzen“ betrachten.

In Deutschland links, grün oder sozialdemokratisch zu sein und in der Türkei der AKP-MHP-Linie nahezustehen, widerspricht der Natur der Politik. Die Parteien sollten diese Politiker dazu zwingen, Farbe zu bekennen und zu klären, auf welcher Seite sie stehen.

2 Juni 2026 0 Kommentare
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Fremdenfeindlichkeiten

DIE KAMERA LÄUFT: EUROPAS UNSICHTBARE REALITÄT

von Fremdeninfo 2 Juni 2026
von Fremdeninfo


Autorin: Zeynep Hayır

Bilder aus den Niederlanden, die zeigen, wie ein Polizist eine schwangere Frau gewaltsam zu Boden schleudert, dominierten innerhalb kürzester Zeit die europäische Agenda. Dieses wenige Sekunden lange Video wurde in den sozialen Medien millionenfach geteilt, flimmerte über die Fernsehbildschirme und löste heftige öffentliche Debatten aus. Nach dem Vorfall stellten sich viele Menschen dieselbe entscheidende Frage: Was wäre passiert, wenn diese Aufnahmen nicht aufgetaucht wären?

In den letzten Jahren rücken nicht nur in den Niederlanden, sondern in vielen Ländern Europas harte Eingriffe gegen Geflüchtete, Pushbacks in Grenzregionen, Menschenrechtsverletzungen in Abschiebezentren und Vorwürfe von Polizeigewalt oft nur dann in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn eine Kameraaufnahme existiert. Kamerabilder sind nicht mehr nur die Dokumentation eines Ereignisses; sie sind oft zum einzigen Beweis für die bloße „Existenz“ dieses Ereignisses geworden.

Es greift jedoch zu kurz, diese Szene aus den Niederlanden lediglich als einen isolierten Polizeieinsatz zu betrachten. Denn dieses Bild ist ein kleines, aber erschütterndes Spiegelbild der tiefgreifenden und aufwühlenden Transformation, die Europa in den letzten Jahren durchläuft.

Warum begeben sich Menschen auf die Flucht?

Niemand verlässt seine Heimat ohne Not. Dass ein Mensch seine Kindheit, seine Familie, seine Sprache, seine Kultur und sein gesamtes Leben hinter sich lässt, um eine tausende Kilometer lange Migrationsreise anzutreten, ist meist keine Wahl, sondern eine lebensnotwendige Notwendigkeit. Ein Großteil der Menschen, die heute versuchen, Europa zu erreichen, flieht vor Kriegen, Wirtschaftskrisen, Armut und Perspektivlosigkeit.

Migration jedoch nur als eine Geschichte zu lesen, die an den Grenzen Europas beginnt, wäre unvollständig. Die Geschichte der Migration beginnt viel früher: in Städten unter Bombenbeschuss, in kollabierenden Volkswirtschaften, in schließenden Fabriken und in geografischen Regionen, in denen politische Instabilität herrscht.

Der Nahe Osten ist das konkretste Beispiel hierfür. Die Besetzung des Irak, der über zwanzig Jahre dauernde Krieg in Afghanistan, der Zerfall Libyens, der Bürgerkrieg in Syrien, die humanitäre Katastrophe im Jemen und die Tatsache, dass das palästinensische Volk seit Jahrzehnten gezwungen ist, unter Besatzung, Blockade und Kriegsbedingungen zu leben, haben Millionen von Menschen vertrieben. Die jüngsten Zerstörungen im Gazastreifen sind nicht nur eine humanitäre Krise, sondern auch die Quelle neuer Migrationsbewegungen. Menschen, die ihre Häuser, Schulen und Krankenhäuser verloren haben, werden gezwungen, neue Wege zum Überleben zu suchen.

In Regionen, in denen kein direkter Krieg herrscht, vertiefen Wirtschaftssanktionen, Verschuldungspolitiken und die vom globalen Kapital geschaffenen Abhängigkeitsmechanismen Arbeitslosigkeit und Elend. Die Menschen fliehen nicht nur vor Bomben; sie fliehen auch vor dem Hunger und der Unfähigkeit, ihren Kindern eine sichere Zukunft zu bieten. Daher zahlen die Massen, die an den Toren Europas warten, faktisch den Preis für politische und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten, die auf globaler Ebene wirken.

Europas neues Sicherheitszeitalter

Während die Ursachen für Migration fortbestehen, vollzieht sich in Europa ein völlig anderer Prozess. In den letzten Jahren wurde das Thema Migration von einem humanitären Anliegen zu einem reinen „Sicherheitsthema“ herabgestuft. Nach der Flüchtlingskrise 2015 wurden die Grenzpolitiken verschärft, Überwachungsmechanismen ausgeweitet und die Angelegenheit weitgehend der Kontrolle von Sicherheitsinstitutionen überlassen.

Diese Transformation zeigt sich nicht nur in der Migrationspolitik, sondern auch in den Verteidigungsausgaben auf dem gesamten Kontinent. Nach dem Russland-Ukraine-Krieg haben die europäischen Länder ihre Militärbudgets rasant aufgestockt. Deutschland hat eines der umfassendsten Aufrüstungsprogramme seit dem Zweiten Weltkrieg gestartet. Die enormen Ressourcen, die der Verteidigungsindustrie zugewiesen werden, haben den Budgetdruck auf Sozialausgaben und öffentliche Dienstleistungen erhöht.

Dass Automobil- und Industriestätten, die einst Zentren ziviler Produktion waren, sich nun Militärprojekten zuwenden, ist symbolisch für diesen Wandel. Während die Sicherheitsbudgets wachsen, definieren Staaten die Zukunft zunehmend über „militärische Bereitschaft“. An diesem Punkt wird die folgende Frage unumgänglich: Auf welche Zukunft bereitet sich dieser gigantische Sicherheitsapparat vor, und für wen wird diese Aufrüstung betrieben?

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass es eine untrennbare Verbindung zwischen Aufrüstung und Konflikten gibt. Während Kriege neue Migrationswellen auslösen, bringen Migrationswellen härtere Sicherheitspolitiken mit sich, und diese Politiken führen wiederum zu höheren Mauern und noch höheren Militärausgaben.

Steigende Mauern, aufsteigende extreme Rechte

Heute hat der Aufstieg rechtsextremer Bewegungen in ganz Europa ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Von Deutschland bis zu den Niederlanden, von Frankreich bis Österreich werden Migranten in politischen Debatten als „Sündenböcke“ instrumentalisiert. Die Rechnung für wirtschaftliche Probleme, die Wohnungskrise und soziale Ungleichheit wird oft den Fremden präsentiert.

Doch während die Lebenshaltungskosten steigen und die Kluft in der Einkommensverteilung wächst, wird die gesellschaftliche Wut nicht auf die Fehler des Systems gerichtet, sondern auf die Menschen, die versuchen, die Grenze zu überqueren. Dies stärkt sowohl rassistische Rhetorik als auch die Tendenz, universelle Konzepte wie Menschenrechte und das Recht auf Asyl im Schatten politischer Debatten verschwinden zu lassen.

Die eigentliche Frage

Die wenigen Sekunden Videomaterial aus den Niederlanden, in denen eine schwangere Frau zu Boden geworfen wird, haben die große und dunkle Transformation sichtbar gemacht, in die Europa geraten ist. Auf der einen Seite Millionen, die aufgrund von Zerstörung den Weg der Flucht wählen; auf der anderen Seite steigende Mauern und härter werdende Regime.

Die eigentliche Frage, die heute gestellt werden muss, ist nicht, warum ein Polizist sich so verhält. Die eigentliche Frage ist: Warum baut eine der reichsten Regionen der Welt jeden Tag höhere Mauern, obwohl die globalen Bedingungen, die Millionen von Menschen zur Flucht zwingen, nicht beseitigt werden?

Denn das Problem sind nicht nur die Grenzen; das Problem ist, wie eine Welt konstruiert wurde, die Menschen dazu zwingt, auf diese Grenzen zuzumarschieren.

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2 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Offener Brief an Fatih Zingal

von Erdoğan Sedef 2 Juni 2026
von Erdoğan Sedef

 Von: Turgut Yüksel ( Mitglied des Hessischen Landtags (SPD)

„Von den vier Großen der Süper Lig hat nur Trabzonspor Amedspor nicht beglückwünscht. Ich gratuliere Trabzonspor von ganzem Herzen zu dieser Haltung.“ – Fatih Zingal

Sehr geehrter Herr Zingal,

mit großer Empörung habe ich Ihren Facebook-Beitrag zur Kenntnis genommen, in dem Sie die Haltung von Trabzonspor gegenüber dem kurdischen Fußballverein Amedspor (Diyarbakır) ausdrücklich begrüßen.

Gerade weil Sie sich in Deutschland öffentlich gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung positionieren und sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, hat mich diese Aussage sehr irritiert. Wer für Respekt, Vielfalt und ein friedliches Miteinander eintritt, sollte diese Werte gegenüber allen Menschen und Gruppen gleichermaßen vertreten.

Als öffentliche Persönlichkeit tragen Sie eine besondere Verantwortung. Viele Menschen orientieren sich an Ihren Aussagen. Wer Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Identität bauen möchte, sollte darauf achten, keine ethnischen oder gesellschaftlichen Spaltungen zu vertiefen. Anerkennung, Respekt und Fairness dürfen nicht davon abhängig gemacht werden, welcher ethnischen oder kulturellen Gruppe jemand angehört.

In einer vielfältigen Gesellschaft wie Deutschland brauchen wir Stimmen, die verbinden statt trennen. Glaubwürdigkeit im Einsatz gegen Diskriminierung zeigt sich gerade darin, dass für alle dieselben Maßstäbe gelten – unabhängig davon, ob es sich um Kurden, Türken, Deutsche oder andere Bevölkerungsgruppen handelt.

Ich würde mir wünschen, dass wir alle – insbesondere Personen des öffentlichen Lebens – dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, den gegenseitigen Respekt zu stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Nur so können wir glaubhaft für eine offene und demokratische Gesellschaft eintreten.

Es gibt Menschen, die in Deutschland und anderen Ländern vorgeben, gegen Rassismus zu kämpfen und dies als große Tugend zur Schau stellen. Doch gleichzeitig legitimieren sie dieselbe Diskriminierung im eigenen Land unter dem Deckmantel des „Nationalismus“. Wer auf der Bühne von „Brüderlichkeit“ spricht, aber im nächsten Atemzug nach der Devise „Der beste Kurde ist ein toter Kurde“ handelt, offenbart eine tiefe charakterliche Armut. Anstatt Vorurteile abzubauen, schüren solche Personen diese weiter und nutzen sie als populistisches Material für den eigenen persönlichen Vorteil. Was hier zur Schau gestellt wird, ist keine Tugend – es ist reinste Heuchelei.

Mit freundlichen Grüßen,

Turgut Yüksel
Mitglied des Hessischen Landtags

2 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Israel were therefore laid long before the Holocaust and cannot be understood exclusively as its consequence.

von Fremdeninfo 2 Juni 2026
von Fremdeninfo

Israel were therefore laid long before the Holocaust and cannot be understood
exclusively as its consequence.
In addition, the draft adopts a partial and historically reductive perspective that
completely erases the Palestinian experience. The Palestinian Nakba—Arabic for
“catastrophe”—refers to the expulsion and flight of more than 700,000 Palestinians—
more than half of the Palestinian population of Mandatory Palestine—during the late
Mandate period and the founding of the State of Israel in 1948, as well as to the
continued denial of their right to return to their homes and homeland. UN Resolution
194 of 1948 already stipulated that Palestinian refugees should be allowed to return and
compensated for lost property. The Palestinian experience of displacement,
destruction, dispossession, and decades of statelessness—direct results of the
founding of the State of Israel—remains absent from the draft law.
Beyond these political and historical reductions, the question also arises as to which
State of Israel the draft law refers to. Does it refer to Israel within the 1949 Armistice
4
lines, the so-called Green Line? Although this line is not considered a final state border
under international law, the United Nations and the International Court of Justice treat it
as the relevant point of reference between the State of Israel and the territories
occupied since 1967. This is reaffirmed by UN Security Council Resolutions 446 and
2334, among others. The Israeli government has never defined the state’s final borders
and, through the construction of settlements, has rendered partition along the Green
Line impossible. This development was further institutionally entrenched by Israel’s
2018 Nation-State Law, which declares a “complete and united” Jerusalem to be the
capital of Israel and explicitly elevates the promotion of Jewish settlement to a “national
value.” Or does the draft refer to a State of Israel that also includes the territories
occupied since 1967—namely East Jerusalem, the West Bank, the Gaza Strip, and the
Golan Heights?
By failing to specify the territorial boundaries of the State of Israel to which the draft
refers, the proposal risks blurring the crucial distinction between Israel’s internationally
recognized territory and the territories occupied since 1967. This could create the
impression that the occupied territories are implicitly being treated as part of Israeli
state territory. Such legislation could thereby provide political and legal backing for
further annexations and violations of international law involving the seizure of land,
while politically legitimizing the continued illegal occupation of the Palestinian
territories. Moreover, there is a danger that even political demands protected under
international law—such as the right of return for Palestine refugees and their
descendants—could be interpreted as questioning Israel’s right to exist and thereby
criminalized. Were the law to be adopted in this form, it would reinforce the impression
that the German federal government no longer recognizes international law and relevant
United Nations resolutions as authoritative reference points for its Middle East policy.
The proposed legislation follows a series of repressive measures directed against
individuals and groups expressing solidarity with Palestinians and criticizing Israeli
policy toward the Palestinian people. In doing so, the draft law advances far-reaching
historical and political reductionism aimed at delegitimizing certain positions within the
Middle East conflict. It thereby reinforces a trend toward narrowing the scope of debate
on Germany’s historical responsibility and its relationship to Israel. The original idea that
the Holocaust gave rise both to a particular responsibility toward Jews and to a universal
obligation to protect human rights has increasingly been reduced to a special
responsibility toward the State of Israel. It is therefore necessary to return to human
dignity as the highest normative principle. Article 1 of Germany’s Basic Law, which
states that human dignity is inviolable, embodies the universal lesson of the Holocaust.
This lesson obliges respect for the dignity of all human beings—including, of course, that
of Palestinians.
Democratic legislation should be grounded in verifiable historical and legal foundations,
not in ideological reductionism. As scholars researching and teaching about West Asia
5
and North Africa—the Middle East—as well as the Holocaust and antisemitism, we
therefore call for the proposed draft law not to be pursued further.
Sincerely,
Signatories / Unterschreibende:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Dr. Sara Ababneh, Lecturer in International Relations, University of Sheffield
Dr. Noha Abou-Khatwa, Arab and Islamic Civilisations, American University in
Cairo
Prof. em. Gilbert Achcar, Development Studies and International Relations, SOAS,
University of London
Dr. Hilal Alkan, Leibniz-Zentrum Moderner Orient
Dr. Rebecca Alpert, Religion, Temple University
Prof. Dr. Kai Ambos, Universität Göttingen
Prof. Schirin Amir-Moazami, Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin
PD Dr. Arne Andersen (ret.), Geschichte Palästina/Israel.
Dr. Deborah Armintor, English, University of North Texas
10. Prof. Dr. Aleida Assmann, Literatur- und Kulturwissenschaft, Universität Konstanz
11. Dr. Sâqib Bâburî, Curator of World Cultures, University of Edinburgh
12. Prof. em. Etienne Balibar, Philosophy, Université de Paris-Nanterre
13. Dr. André Bank, Institut für Nahost-Studien, German Institute for Global and Area
Studies (GIGA)
14. Distinguished Professor Beth Baron, Middle East History, City University of New
York, Director, Middle East and Middle Eastern American Center (MEMEAC)
15. Prof. Dr. Martin Beck, International Relations and Political Economy, University of
Kurdistan Hewler
16. Prof. Brenna Bhandar, Law, University of British Columbia
17. Prof. Dr. Alice von Bieberstein, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt
Universität zu Berlin
18. Prof. Dr. Thomas Bierschenk, Anthropologie, Johannes Gutenberg-Universität
Mainz
19. Prof. Christine Binzel, Economics: Economy and Society of the Middle East,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
20. Prof. Sonja Brentjes, (ret.) formerly Max Planck Institute for the History of
Science, Berlin
21. Prof. em. Dr. Sabine Broeck, University of Bremen
22. Prof. Dr. Ruairidh MacMhanainn Bóid (ret.), Vorderasien
23. Prof. em. Dr. Doris Bühler-Niederberger, Soziologie, Universität Wuppertal
24. Dr. Imane Chaara, Development economics, United Nations High Commissioner
for Refugees (UNHCR)
25. Prof. John Chalcraft, Politics, London School of Economics (LSE)
26. Prof. Dr Benoit Challand, Sociology, New School for Social Research
27. Prof. Philippe CINQUIN, Public Health Univ. Grenoble Alpes
28. G. Daniel Cohen, Professor of History, Rice University
29. Dr. Jennifer L Creech, German Studies / Germanistik und DAF, Oregon State
University
6
30. Dr. Elyse Crystall, English & Comparative Literature, University of North Carolina
Chapel Hill
31. Dr Leyla Dakhli, History, CNRS, France / Centre Marc Bloch, Berlin
32. Prof. Sonia Dayan-Herzbrun, Political Sociology, Université Paris Cité
33. H. Chandler Davis Collegiate Professor Emeritus Alan Wald, English Literature and
American Culture, University of Michigan
34. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Donatella Della Porta, Social movements, democracy,
repression, Faculty of Political and Social Sciences, Scuola Normale Superiore
35. Dr. Sultan Doughan, Anthropology, Goldsmiths
36. Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Theologie, Universität Heidelberg und Kairos Europa
37. Dr. Zuzanna Dziuban, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin
38. Prof. Ivar Ekeland, Président of Association des universitaires pour le respect du
droit international en Palestine (AURDIP), former Président of Paris Dauphine
University
39. Dr. Dörthe Engelcke, Komm. Leiterin des Kompetenzzentrums für das Recht
arabischer und islamischer Länder, Max-Planck-Institut für ausländisches und
internationales Privatrecht
40. Prof. Merrill English, Western Illinois University
41. Prof. Mohammad Fadel, Law, University of Toronto, Faculty of Law
42. Prof. Marjorie Feld, US Jewish history, Babson College
43. Prof. Dr. Albrecht Fuess, Islamwissenschaftler, Marburg
44. Dr. Clive Gabay, Antisemitism, Zionism, International Politics, Queen Mary
University of London
45. Prof. Terri Ginsberg, Cinema Studies, Rutgers University
46. Prof. Amos Goldberg, The Jonah M. Machover Chair in Holocaust Studies, The
Hebrew University of Jerusalem
47. Dr. Ori Goldberg, Iranian Studies, Comparative Theology, Independent
48. Prof. Neve Gordon, professor of international human rights and humanitarian law,
School of Law, Queen Mary University of London
49. Dr. Till Grallert, Institut für Geschichtswissenschaft, Humboldt-Universität zu
Berlin
50. Dr. Maria Grewe, Department of English, John Jay College of Criminal Justice
CUNY
51. Prof. Dr. Kai Hafez, Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft,
Universität Erfurt
52. Dr. Bink Hallum, Arabic Scientific Manuscripts Curator, British Library
53. Prof. Tahrir Hamdi, Decolonial Studies, Arab Open University/Jordan
54. Prof. Nelly Hanna, History, American University in Cairo
55. Dr. Thomas Hildebrandt, Islamwissenschaftler, Berliner Institut für Islamische
Theologie, Humboldt-Universität zu Berlin
56. Prof. Dr. Sophia Hoffmann, Internationale Politik und Konfliktforschung, Universität
Erfurt
57. Dr. Uri Horesh, School of Modern Languages, University of St Andrews
58. Dr. Annabelle Houdret, German Institute of Development and Sustainability (IDOS)
59. Prof. Dr. em. Jens Høyrup, Wissenschaftsgeschichte, Roskilde Universität,
Dänemark
60. Prof. Dr. Ulrich Hübner, Old Testament Studies and Syro-Palestinian Archaeology,
Christian-Albrecht-Universität zu Kiel
7
61. Dr. Adnan Husain, Department of History, Queen’s University
62. Dr. Eli Jany, Yiddish, Independent
63. Dr. Halley Jean, Sociology, Graduate Center and the College of Staten Island of the
City University of New York
64. Prof. em. Annette Jünemann, Internationale Politik/ Europäische Mittelmeer- und
Nahostpolitik, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr in
Hamburg
65. Dr. Aurelia Kalisky, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre Marc Bloch
66. Prof. Andreas Kaplony, Arabistik und Islamwissenschaft, Ludwig-Maximilians
Universität München
67. Miss Vasiliki Karali, Middle Eastern Studies, SOAS
68. Prof. em. Rashid Khalidi, Middle Eastern History, History Department, Columbia
University
69. Dr. Mehdi Khamassi, Cognitive Science, Centre National de la Recherche
Scientifique and Sorbonne University, France
70. Prof. Dr. Eberhard Kienle, Political Science / Politikwissenschaft, Sciences Po Paris
71. Prof. Hanna Kienzler, Department of Global Health and Social Medicine, King’s
College London
72. Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Soziologie, Helmut Schmidt Universität, Hamburg
73. Anat Kraslavsky, Theologische Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin
74. Dr. Wolfram Lacher, Senior Associate, Africa and Middle East division, Stiftung
Wissenschaft und Politik (SWP)
75. Prof. Elad Lapidot, Hebraic Studies at the University of Lille
76. Prof. Mark LeVine, Prof of History of Israel/Palestine/Zionism and Middle East
histories, UC Irvine
77. Prof. Dr. Manfred Liebel, Soziologie, Fachhochschule Potsdam
78. Prof. Dr. Markus Loewe, Head of Research Department, German Institute of
Development and Sustainability (IDOS)
79. Prof. Dr. Jürgen Mackert, Soziologie, Universität Potsdam
80. Prof. Charles H. Manekin, Philosophy, University of Maryland
81. Prof. Maya Mikdashi, Director, Center for Middle Eastern Studies, Rutgers
University
82. PD Dr. Stephan Milich, Islamwissenschaft, Universität zu Köln
83. Prof. Jamal Mimouni, Head, Graduate Studies in Astrophysics, Physics
Department. University of Constantine1 & CERIST, Constantine, Algeria
84. Prof. Amira Mittermaier, Study of Religion/Anthropology, University of Toronto
85. Prof. Dirk Moses, Anne & Bernard Spitzer Chair in International Relations, City
College of New York (CUNY)
86. Prof. em. Martha Mundy, Anthropology, London School of Economics
87. Dr. Imad Mustafa, Politikwissenschaft
88. Dr. Ron Naiweld, Études Juives, CNRS-EHESS
89. Lic. Theol. Ulrich Nitschke, Theology / Social Science, Partnerschaftsverein Bonn
Ramallah e.V.
90. Prof. Atalia Omer, Religion, Conflict, and Peace Studies, The University of Notre
Dame
91. Prof. Dr. Dr. Mathieu Ossendrijver, Professur für Wissenschaftsgeschichte des
Alten Orients, Freie Universität Berlin
8
92. Prof. Mo Pareles, Department of English Language and Literatures, University of
British Columbia
93. Dr. Hanna Pfeifer, Konfliktforschung/Nahoststudien, Institute for Peace Research
and Security Policy at the University of Hamburg
94. Prof. Michael Rothberg, English, Comparative Literature, and Holocaust Studies,
UCLA
95. Dr. Asst. Prof. Alice Rothchild (ret.), obstetrics and gynecology, human rights,
Harvard University
96. Prof. Yakov Rabkin, Contemporary history of the Jews, Zionism and Israel,
Université de Montréal
97. Prof. Lutz Richter-Bernburg, (ret.), Islamwissenschaft, Universität Tübingen
98. Dr. Nils Riecken, Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, Ruhr-Universität
Bochum
99. Prof. Dr. Ann Rigney, Comparative Literature, Utrecht University
100. Prof. Mònica, Rius-Piniés Gender and Postcolonial Studies, Universitat de
Barcelona
101. Prof. Adam Rzepka, English, Montclair State University
102. Dr. Salam Said, Political Economy, Independent Scholar
103. Dr. Ilyas Saliba, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale
Politik und Konfliktforschung, Universität Erfurt
104. Dr. Marinos Sariyannis, Department of Ottoman History, Institute for
Mediterranean Studies/FORTH, Greece
105. Prof. Juliane Schicker, Associate Professor of German, Chair of German and
Russian, Carleton College
106. Dr. Samuli Schielke, Anthropology, Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin
107. Prof. Dr. Oliver Schlumberger, Politik des Vorderen Orients, Universität Tübingen
108. Prof. em. Cathy Lisa Schneider, International Politics, Economics and Governance,
American University, School of International Service
109. Prof. em. Dr. Fred Scholz, Geographische Entwicklungsforschung, Freie Universität
Berlin
110. Dr. Natalie Scholz, Senior lecturer of modern and contemporary history, University
of Amsterdam
111. Dr. Benjamin Schütze, Politik der arabischen Welt, Arnold-Bergstraesser-Institut
(ABI)
112. Dr. Regine Schwab, Programmbereich Innerstaatliche Konflikte, Leibniz-Institut für
Friedens- und Konfliktforschung
113. Prof. Daniel Segal, Anthropology and History, Pitzer College, The Claremont
Colleges
114. Prof. Raz Segal, Associate Professor of Holocaust and Genocide Studies and
Endowed Professor in the Study of Modern Genocide, Stockton University
115. Dr. José Segebre, Ästhetik & intersektionale Kritik, NYU Berlin
116. Assoc. Prof. Seikaly Sherene, Director, Center for Middle East Studies, University of
California, Santa Barbara (UCSB)
117. Prof. Nathan Sidoli, History and Philosophy of Science, Waseda University
118. Prof. Dr. Marc Siegel, Filmwissenschaft, Institut für Theater-, Film-, Medien-, und
Kulturwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
119. Dr. Prof. Victor Silverman, History, Pomona College
9
120. Prof. em. Martin Shaw, International Relations and Politics, University of Sussex,
recipient of Lifetime Achievement Award, International Network of Genocide
Scholars
121. Prof. em. Dr. Wolfgang Streeck, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
122. Dr. Nimer Sultany, Reader in Public Law, SOAS University of London
123. Prof. Abdel Razzaq Takriti, Arab-American Educational Foundation Chair in Arab
Studies, Department of History, Rice University
124. Dr. Estelle Tarica, Latin American Jewish Studies and Holocaust Memory,
University of California, Berkeley
125. Prof. Baki Tezcan, Department of History, University of California, Davis
126. Prof. Dr. Chris Tilly, Urban Planning, University of California, Los Angeles
127. Prof. Dr. Hanan Toukan, Middle Eastern Studies, Bard College Berlin
128. Prof. Barry Trachtenberg, Rubin Presidential Chair of Jewish History, Wake Forest
University
129. Prof. Enzo Traverso, Professor in the Humanities, Romance Studies/History,
Cornell University
130. Prof. Charles Tripp, Politics of the Middle East and North Africa, SOAS, University of
London
131. Prof. Dr. phil Dr. rer. med. Peter Ullrich, Zentrum für Antisemitismusforschung,
Technische Universität Berlin
132. Ana Velasco, Politikwissenschaft, Universität Bremen
133. Dr. René Wildangel, Geschichte Westasiens
134. Dr. Jan Wilkens, Internationale Beziehungen, insb. West Asien und Nordafrika
(WANA), GIGA Hamburg
135. Prof. Dr. Aram Ziai, Fachgruppe Politikwissenschaft, Fachgebiet
Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien, Universität Kassel
136. Prof. Dr. em. Wolfgang Zwickel, Altes Testament und Biblische Archäologie, Ev.
Theol. Fakultät, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
10

2 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Auswanderung von Deutschen auf Allzeithoch – Zuwanderung aus Syrien und Afghanistan bricht ein

von Fremdeninfo 1 Juni 2026
von Fremdeninfo

                Artikel von Robert Tannenberg,Marcel Leubecher /welt

 Deutschlands Nettozuwanderung ist 2025 stark gesunken: Statt 430.000 kamen nur noch 235.000 Menschen hinzu. Vor allem aus Syrien, der Türkei, Afghanistan und der Ukraine gingen die Zahlen zurück – zugleich wanderten mehr Deutsche ins Ausland ab.

Während die Bevölkerung der Bundesrepublik wegen der starken Zuwanderung seit dem letzten Jahrzehnt auf mehr als 83 Millionen gestiegen ist, verlassen seit Langem jährlich viele Deutsche das Land.

Laut der am Montag veröffentlichten Wanderungsstatistik des Statistischen Bundesamtes wanderten im Jahr 2025 so viele Deutsche aus wie noch nie: 288.579 Bundesbürger zogen ins Ausland. Damit wurde der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2016 (281.000) noch übertroffen.

Allerdings sind darunter längst nicht nur Deutsche, die ihre Zelte in ihrer Heimat endgültig abbrechen, sondern auch viele Akademiker, die sich für einige Semester an einer Universität im EU-Ausland einschreiben oder dort promovieren. Aber auch Handwerker, die wegen besserer Löhne für einige Zeit in der Schweiz oder Skandinavien arbeiten, oder sogenannte Expats, also ambitionierte Mitarbeiter internationaler Konzerne, die ein paar Jahre an einem ausländischen Standort eingesetzt werden

  • Schluss mit „Einreise, Verfahren, Verbleib“? Deutschlands Belastungsprobe beim neuen Asylsystem

Und so verlegten im Jahr 2025 auch wieder 191.890 abgewanderte Bundesbürger ihren Wohnsitz nach Deutschland. Damit ergab sich im vergangenen Jahr ein Wanderungsverlust von 96.689 Bundesbürgern. Unterm Strich verlor das Land damit noch einmal deutlich mehr Deutsche als im Jahr zuvor (80.879). Nur in einem Jahr seit Bestehen der Wanderungsstatistik wurde eine höhere Nettoauswanderung von Deutschen verzeichnet, nämlich 2016 (135.364).

 

Schweiz als beliebtestes Auswandererland – Österreich und Spanien dahinter

Der in der Zeitreihe der Wanderungsstatistik extreme Auswanderungsanstieg 2016 lag vor allem an einer methodischen Änderung. Bis zum Jahr 2015 wurden nur jene Deutschen als Abwanderer gezählt, die sich von einer neuen Adresse im Ausland hierzulande abmeldeten. Das änderte sich ein Jahr später: Seitdem gehen Statistiker davon aus, dass Personen, die sich hier ab-, aber nirgends sonst in Deutschland wieder anmeldeten, ins Ausland verzogen sind.

Insgesamt ist aber unabhängig von der Erhebungsweise bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit seit 2005 eine Nettoabwanderung festzustellen. Seitdem wandern also mehr Bundesbürger ab als ins Land ziehen. In den Jahren von 1990 bis 2004 wies die Bevölkerungsstatistik zwar immer mehr zuziehende als fortziehende Deutsche aus – allerdings vor allem wegen der statistischen Besonderheit, dass die Millionen Spätaussiedler und ihre Angehörigen mit den Bürgern aus dem Bundesgebiet in der Wanderungsstatistik zusammen erfasst wurden und werden.

Laut den am Montag veröffentlichten Destatis-Zahlen waren auch 2015 die beliebtesten Auswanderungsländer von Deutschen die Schweiz (23.000) und Österreich (14.000), gefolgt von Spanien mit 10.000 Fortzügen.

Zuwanderung aus Syrien und Afghanistan bricht ein

Insgesamt wandern aber jährlich trotz der starken Abwanderung von Deutschen viel mehr Menschen in die Bundesrepublik ein als aus. Im Jahr 2025 sind rund 235.000 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als aus Deutschland fortgezogen. Damit ist die Nettozuwanderung gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent deutlich gesunken (2024: 430.000 Personen).

Wie das Statistische Bundesamt nach endgültigen Ergebnissen der Wanderungsstatistik weiter mitteilte, waren 2025 rund 1,48 Millionen Zuzüge und 1,25 Millionen Fortzüge über die Grenzen Deutschlands zu verzeichnen. Im Vorjahr wurden noch rund 1,69 Millionen Zuzüge und 1,26 Millionen Fortzüge registriert. Damit sind im Jahr 2025 rund 13 Prozent weniger Personen zugezogen als 2024. Die Zahl der Fortzüge hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp zwei Prozent verringert.

Eine Ursache für die im Jahr 2025 gegenüber 2024 geringere Zuwanderung ist eine geringere Nettozuwanderung aus den Hauptherkunftsländern von Asylsuchenden. Im Vergleich zum Vorjahr registrierte die Wanderungsstatistik deutliche Rückgänge der Nettozuwanderung aus Syrien (minus 67 Prozent, von 75.000 auf 25.000), der Türkei (minus 41 Prozent, von 41.000 auf 24.000) und aus Afghanistan (minus 41 Prozent, von 33.000 auf 19.000). Laut der Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gab es 2025 erheblich weniger Asylanträge von Staatsangehörigen dieser Länder.

Auch aus der Ukraine war die Nettozuwanderung gegenüber dem Vorjahr erneut rückläufig (minus 21 Prozent, von 121.000 auf 96.000). Geflüchtete Menschen aus der Ukraine müssen keinen Asylantrag stellen, sondern erhalten eine Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz.Eine weitere Ursache für die sinkende Nettozuwanderung ist die weiterhin rückläufige Zuwanderung aus den Staaten der Europäischen Union. Im Jahr 2025 betrug der Wanderungssaldo Deutschlands mit der EU minus 54.000 Personen. Die größten Rückgänge des Wanderungssaldos im Vergleich zum Vorjahr waren bei Polen (minus 6000 Personen), Bulgarien (minus 3000 Personen) sowie Spanien, Kroatien, Griechenland und Italien (jeweils minus 2000 Personen) zu beobachten.

Polen und Bulgarien sind gleichzeitig auch die EU-Staaten mit den größten Wanderungsdefiziten gegenüber Deutschland im Jahr 2025 (minus 17.000 beziehungsweise minus 14.000 Personen). Eine Zunahme des Wanderungssaldos im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten hingegen die Niederlande und Rumänien (jeweils plus 1000 Personen). Den höchsten Wanderungssaldo innerhalb der EU gab es mit Italien (plus 4000 Personen). Insgesamt trugen zugewanderte Personen aus Asien am meisten zur Nettozuwanderung bei (plus 158.000 Personen), gefolgt von Menschen aus Europa (plus 85.000 Personen) und aus Afrika (plus 54.000 Personen).

Bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit ist seit 2005 eine Nettoabwanderung festzustellen. 2025 war der Wanderungsverlust deutscher Staatsbürger gegenüber dem Ausland höher als im Vorjahr (2025: minus 97.000 Personen; 2024: minus 81.000 Personen). Hauptzielländer waren die Schweiz mit 23.000, Österreich mit 14.000 und Spanien mit 10.000 Fortzügen.

Innerhalb Deutschlands wurden 2025 insgesamt 996.000 Wanderungen über die Bundeslandgrenzen registriert. Dies waren 8000 beziehungsweise ein Prozent weniger als im Vorjahr. Brandenburg verzeichnete mit einem positiven Saldo von 9000 Personen den größten Wanderungsüberschuss, gefolgt von Bayern und Schleswig-Holstein (jeweils plus 8000 Personen). Berlin (minus 12.000 Personen) sowie Thüringen (minus 6000 Personen) und Nordrhein-Westfalen (minus 5000 Personen) hatten die größten Wanderungsverluste

1 Juni 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Kanzlertausch? Umfrage mit deutlichem Ergebnis

von Fremdeninfo 1 Juni 2026
von Fremdeninfo

 

Artikel von Tobias Schibilla/ T-online

 Spekulationen über einen Kanzlerwechsel reißen in den Medien nicht ab. Eine neue Umfrage zeigt nun, wie die Deutschen darüber denken.

Die Debatte um die Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sorgt seit Tagen für Unruhe in der Union. Doch einer neuen Umfrage zufolge trauen die meisten Deutschen der Partei keinen größeren Erfolg zu, wenn ein anderer CDU-Politiker die Kanzlerschaft und Parteispitze übernehmen würde.

In einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und „Stern“ gaben 53 Prozent der Befragten an, dass die Union mit einem anderen Kanzler aus den eigenen Reihen nicht bessere Zustimmungswerte erzielen würde. 41 Prozent vertreten dagegen die Ansicht, dass ein Wechsel an der Spitze der Partei helfen könnte.

  • Rückendeckung für Kanzler: „Wir brauchen mehr Mer
  • Debatte um Kanzlertausch: Jetzt meldet sich Wüst zu Wort

Auch unter den Anhängern der Union glauben 42 Prozent, dass ihre Partei mit einem anderen Kanzler aus ihren Reihen größere Chancen auf bessere Zustimmungswerte bei den Wählern hätte als mit Merz. 56 Prozent sind dagegen skeptisch

Linnemann: Diskussion um Kanzlertausch ist eine „Scheindebatte“

Mehrere Medien, darunter der „Stern“, hatten angesichts der schwierigen Lage für Schwarz-Rot über Gedankenspiele innerhalb der Union berichtet, ob Kanzler Merz durch einen anderen Politiker ersetzt werden könnte. Dabei war der Name des NRW-Regierungschefs und Landesparteivorsitzenden Hendrik Wüst gefallen. Aus dem Umfeld des Kanzlers waren die Spekulationen als „naive Idee“ zurückgewiesen worden.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bezeichnete die Diskussion in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ als „Scheindebatte“. Während mehrerer Tage in seinem Wahlkreis sei er von Bürgern nicht auf einen möglichen Kanzlerwechsel angesprochen worden. Stattdessen stünden Fragen zu Energiekosten, Steuern und wirtschaftlicher Entwicklung im Mittelpunkt.

Günther stärkt Merz den Rücken – und übt Kritik

Ähnlich äußerte sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ widersprach er der Einschätzung, Merz habe ein Autoritätsproblem. Die Diskussion über einen möglichen Austausch des Kanzlers sei „ein bisschen absurd“ und werde vor allem von außen an die Partei herangetragen. Aus seiner Sicht gebe es keine Grundlage für entsprechende Spekulationen.

Günther verband seine Kritik an der Debatte zugleich mit einem Appell an die Koalition. CDU, CSU und SPD müssten nun gemeinsam die angekündigten Reformen umsetzen und konkrete Ergebnisse liefern. Die Bevölkerung erwarte Lösungen für drängende Probleme. „Wir müssen jetzt liefern“, mahnte der CDU-Politiker.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt an diesem Montag ein Treffen im Sauerland. Bei einer seit Monaten geplanten Klausur der nordrhein-westfälischen CDU werden sowohl Merz als auch Wüst erwartet. Nach Angaben aus Parteikreisen steht die Veranstaltung jedoch in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Spekulationen. Der CDU-Vorsitzende soll dort als Gast eine Rede halten

1 Juni 2026 0 Kommentare
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