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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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AllgemeinFlüchtlinge

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Allgemein

Rückkehr von Syrern: Spahn will mit Türkei und Libanon kooperieren

von Cumali Yağmur 10 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von: dtj-online

Wie können mehr syrische Flüchtlinge zur Rückkehr in die Heimat bewegt werden? Der Unionsfraktionschef machte nach seiner Reise in den Nahen Osten einen neuen Vorschlag.

Unionsfraktionschef Jens Spahn schlägt eine Kooperation mit der Türkei und dem Libanon vor, um mehr syrische Flüchtlinge zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen. „Die drei Länder Türkei, Libanon und Deutschland haben mit Abstand die meisten Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen„, sagte der CDU-Politiker der „Bild“. Man habe ein gemeinsames Interesse, dass möglichst viele in ihre Heimat zurückkehren könnten.

„Wir sollten beim Wiederaufbau Syriens und mehr Anreizen zu Rückkehr kooperieren. Die Türkei und der Libanon haben in der direkten Nachbarschaft im Zweifel bessere Kenntnisse über die Lage vor Ort, wir verfügen über finanzielle Möglichkeiten“, so Spahn. „Dies kann man verbinden.“ Der Unionsfraktionschef war am Freitag von einer dreitägigen Reise in die Region mit Stationen in Israel, Zypern und Libanon zurückgekehrt.

Spahn bekräftigte seine Forderung, dass syrische Flüchtlinge bereits während des Wiederaufbaus in ihre Heimat zurückkehren sollten. „Wenn es in der Heimat eine Perspektive auf Stabilität und Frieden gibt, muss man Deutschland verlassen. Unterschiede in den Lebensverhältnissen allein sind kein Bleibegrund“, sagte er. Nötig sei „eine nachvollziehbare Perspektive, durch den Wiederaufbau für sich selbst und seine Familie ein gutes Leben haben zu können“. Wer keinen dauerhaften Aufenthaltstitel habe, müsse Deutschland absehbar verlassen.

Deutschland zahlt Menschen, die nach Syrien zurückkehren, eine Starthilfe von mindestens 1.000 Euro und übernimmt zudem die Reisekosten. Auch in der Türkei gibt es  Unterstützung für Rückkehrer.

dpa/dtj

Würde ist unantastbar – auch bei der Rückkehr: Für eine menschlichere Migrationspolitik“

Von: Cumali  Yagmur

Deutschland möchte Geflüchtete aus Ländern, in denen weiterhin Krieg herrscht, wie Afghanistan und der Ukraine, zur freiwilligen Rückkehr bewegen. Doch das als Rückkehrprämie angebotene Handgeld und die Reisekosten in Höhe von 1.000 Euro sind völlig unzureichend, ja sogar lächerlich. Es ist wirklich unglaublich, zu versuchen, Menschen mit einer solch geringen Summe zur Rückkehr zu motivieren.

Menschen sollten aus freiem Willen dort bleiben können, wo sie leben möchten. Denjenigen, die sich nicht in die Gesellschaft integrieren konnten und freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren möchten, sollte eine ausreichende finanzielle Unterstützung gewährt werden, damit sie dort ein Unternehmen gründen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Wenn dieser Betrag bei etwa 50.000 Euro läge, könnte die Person in ihrem Land ein Geschäft aufbauen und wieder im Leben Fuß fassen.

In Deutschland dauern die bürokratischen Asylverfahren viel zu lange. Es ist keine humane Politik, darauf zu warten, dass Menschen aus Zermürbung in ihre Länder zurückkehren. Wenn diese Menschen zurückkehren, sollten sie keine Vorurteile oder Hass gegenüber diesen Ländern empfinden. Falls sie sich nach ihrer Rückkehr dort nicht einleben können, sollte ihre Rückkehr nicht eingeschränkt werden; die Türen dürfen ihnen nicht verschlossen bleiben.

Alle EU-Länder wollen, genau wie Deutschland, Migranten zurückschicken und wenden verschiedene Prämiensysteme an. Europa muss den Menschen gegenüber humaner sein. Freiwillige Rückkehr sollte respektiert werden, aber Menschen durch Zwang oder durch das Herbeiführen einer Notlage zur Rückkehr zu bewegen, verstößt gegen die Menschenrechte. Europa sollte seine Grenzen nicht schließen, sondern den Menschen, die migrieren, Erleichterungen bieten. Der Prozess sollte so gestaltet werden, dass humanitäre Werte nicht verletzt werden und denjenigen, die wirklich zurückkehren wollen, ausreichend geholfen wird. Deutschland und die europäischen Länder verfügen über die wirtschaftliche Kraft, die ankommenden Geflüchteten zu unterstützen; daher sollten Menschen nicht in die Enge getrieben und in schwierige Situationen gebracht werden.

10 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Jutta Ditfurth erstattet Anzeige nach antisemitischem Angriff

von Fremdeninfo 9 Februar 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Sandra Busch / F.R. 

Die Ökolinx-Stadtverordnete Jutta Ditfurth wurde mehrfach attackiert. Auf ein Paket vor ihrer Wohnungstür wurde „Scheiss Israel!“ geschrieben.

Jutta Ditfurth ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bedroht worden. Die Ökolinx-Stadtverordnete sieht sich nun erneut „einem antisemitischen Angriff gegen mich als Nicht-Jüdin“, ausgesetzt, sagt sie. „Weil ich zwar die rechtsextreme Netanjahu-Regierung scharf kritisiere, aber das Existenzrecht Israels verteidige und gegen jedweden Antisemitismus kämpfe.“

Vergangene Woche sei auf ein Paket vor ihrer Wohnungstür im Laufe des Abends „Scheiss Israel!“ geschrieben worden. Um zu ihrer Wohnungstür zu gelangen, müssten Hoftor und Haustür geöffnet werden. „Auf Anraten meines Anwalts werde ich Strafanzeige erstatten“, sagt Ditfurth. Im August sei sie bei der „United4Gaza“-Demonstration in Frankfurt von Teilnehmenden „angebrüllt, bespuckt, geboxt und mit voller Gewalt gegen meinen Fuß getreten worden“, sagt Ditfurth. Sehnen und Bänder des Fußes seien gerissen, sie werde bleibende Schäden haben.

Im November hatte Ditfurth von der Polizei erfahren, dass sie auf einer Liste im Darknet steht: Die Behörde hatte am 10. November einen 49 Jahre alten Verdächtigen festnehmen lassen. Er soll im Internet eine Liste mit Personen geführt haben, die er töten lassen wollte. Aufgeführt sind auch sensible persönliche Daten der Betroffenen. Dazu finden sich laut Bundesanwaltschaft Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen.

9 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Wir veröffentlichen hier den Leserbrief, der unsere Seite erreicht hat:

von Fremdeninfo 9 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von; U-.B

‚Auf Ihrer Seite sprechen Sie ausschließlich von den Kurden und davon, dass diese unterdrückt und herabgesetzt würden. Kurden und Türken haben im Laufe der Geschichte zusammengelebt. Sie haben untereinander geheiratet und sind Verwandte geworden. Kurden und Türken sind Brüder und leben geschwisterlich und in Frieden zusammen. Leute wie Sie werden diesen Frieden mit Ihren böswilligen Absichten niemals stören können. Ihr Leben wird niemals ausreichen, um diesen Frieden zu brechen. Geben Sie diese falschen Gedanken und Theorien auf und beschädigen Sie nicht die Brüderlichkeit.

Ich habe meinen Militärdienst als Kommandosoldat im Osten geleistet, und wir haben gegenüber den Kurden keinen einzigen Fehler gemacht. Leute wie Sie hetzen uns gegeneinander auf, was ein sehr gefährlicher Gedanke ist. In Çanakkale und im ganzen Land haben wir gemeinsam gekämpft und unser Land gerettet. Hätten wir unser Land nicht gerettet, hätten die Engländer, Franzosen und die direkt vor unserer Nase liegenden Griechen unser Land aufgeteilt. Lassen Sie diese Spalterei; lassen Sie uns in Frieden zusammenleben.

Mit freundlichen Grüßen,
U-B

„Wir antworten auf den Leserbrief, der unsere Seite erreicht hat:

Wenn Sie sich unsere Seite genau ansehen, werden Sie feststellen, dass wir nicht nur den Kurden Platz einräumen, sondern auch verschiedene Themen und die politischen Positionen diverser Staaten behandeln.

Dass Kurden und Türken keine ‚Brüder‘ sind, liegt daran, dass Geschwister Kinder sind, die von denselben Eltern geboren wurden. Da die Vorfahren der Kurden aus einem anderen Volk stammen, sind sie keine Brüder im biologischen Sinne. Die Logik, die hinter dieser ‚Brüderlichkeits-Mentalität‘ steckt, zielt darauf ab, die Existenz der Kurden als eigenständiges Volk nicht anzuerkennen. Es stimmt, dass man untereinander geheiratet hat und einige verwandt wurden. Doch während ihnen als Kurden keinerlei Rechte zugestanden werden, werden sie gleichzeitig beleidigt und herabgewürdigt.

Wir spalten Kurdistan nicht; Kurdistan wurde bereits durch den zweiten Aufteilungsprozess [historisch gemeint ist meist die koloniale Aufteilung nach dem 2. Weltkrieg] in vier Teile gespalten: Irak, Iran, Syrien und die Türkei. Wir schlagen vor, diese Teile zu vereinen und ihre Grenzen als ein einziges Kurdistan zu schützen. Diejenigen, die es geteilt haben, waren imperialistische Mächte, und den Kurden wurden in jedem dieser Teile ihre demokratischen Rechte verweigert; sie wurden Unterdrückung, Grausamkeit und Krieg ausgesetzt.

Es ist richtig, dass Kurden in Çanakkale und zur Rettung des Landes gemeinsam mit Türken, Tscherkessen, Lasen, Arabern und Armeniern gekämpft und die Türkei gegründet haben. Doch später wurden unter dem Motto ‚Ein Staat, eine Flagge, eine Nation‘ die Rechte der anderen Völker nicht gewährt, sondern usurpiert. Genau aus diesem Grund werden die Kurden, nur weil sie ihre natürlichsten demokratischen Menschenrechte fordern, als ‚Spalter‘ bezeichnet. Nun frage ich Sie: Wenn die Kurden und andere Minderheiten, die gemeinsam mit den Türken gekämpft haben, ihre demokratischen Menschenrechte fordern, teilen sie dann das Land?

Sehr geehrter Herr U-B, wir glauben fest daran, dass Sie genauso denken würden wie wir, wenn Sie Ihren Kopf in beide Hände nähmen und einmal ganz tief darüber nachdenken würden.

Redaktion Fremdeninfo“

9 Februar 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Die Stellung der Frau in der Gesellschaft und der Status der Gleichberechtigung

von Cumali Yağmur 9 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

In meinem heutigen Artikel werde ich mich mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft und den Herausforderungen, denen sie gegenübersteht, befassen. Ich werde versuchen, mich dem Frauenthema aus einer sensiblen Perspektive zu nähern und meine Gedanken zu diesem Thema als Mann zu äußern. Sollte es mir nicht gelingen, diese Angelegenheit in ihrer ganzen Realität wiederzugeben oder das, was Frauen erleben, vollumfänglich auszudrücken, entschuldige ich mich bereits im Voraus bei allen Frauen und hoffe, dass sie meine Ansichten ergänzen.

Der Kampf der Frau in der Gesellschaft und die Probleme, auf die sie stößt, müssen aus einer ganzheitlichen Perspektive bewertet werden. Den Widerstand der Frauen zu unterstützen, erfordert eine korrekte Analyse der einzigartigen Natur und der Methoden dieses Kampfes. Es ist eine grundlegende Notwendigkeit, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in weiten Teilen der Gesellschaft zu verankern. Anstatt die Frau lediglich als ein „unterdrücktes und herabgesetztes“ Subjekt zu betrachten, muss ihre bestimmende und gestaltende Rolle in allen Lebensbereichen hervorgehoben und ihre Gleichstellung in der Gesellschaft verteidigt werden. Der Aufbau einer gesunden, friedlichen und freien Gesellschaft ist nur durch die Präsenz der Frau und ihre gleichberechtigten Rechte möglich. In diesem Zusammenhang muss es das primäre Ziel sein, die Vorstellung einer Abhängigkeit vom Mann zu überwinden, die wirtschaftliche Freiheit der Frauen zu verteidigen und ihre soziale Unabhängigkeit zu stärken.

Patriarchale Gesellschaften ignorieren die Frau und versuchen, sie zu unterdrücken und herabzusetzen, weil sie sich in Wirklichkeit vor ihrer Kraft fürchten. Obwohl die Frau eine zentrale Rolle in der Produktion, der Verwaltung und im rationalen Denken einnimmt, wird diese Realität verkannt. Eine Mentalität, die die Frau nur auf die Rollen der „Mutter“ oder „Hausfrau“ beschränkt, ist das größte Hindernis für eine gesunde Gesellschaftsstruktur. Es ist unmöglich zu behaupten, dass eine Gesellschaft „frei“ sei, in der die Frau nicht frei ist und in der männliche Dominanz herrscht.

Heutzutage ist jedoch der Umgang des Justizsystems mit Gewalt gegen Frauen in einigen Ländern noch weit davon entfernt, dieses strukturelle Problem zu lösen. Gewalt wird nicht als systemisches Problem, sondern als eine Abfolge von „Einzelfällen“ behandelt. Der Justizprozess rückt leider oft erst dann in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn Frauen ihr Leben verlieren oder wenn sie sich zur Selbstverteidigung wehren müssen und daraufhin auf der Anklagebank landen. Das Justizsystem, von dem behauptet wird, es agiere auf dem Papier geschlechtsneutral, weist in der Praxis eine erhebliche Asymmetrie auf. Während die Gewalt des Mannes mit Begründungen wie „emotionaler Ausbruch“ oder „Provokation“ abgemildert wird, wird die Überlebensangst der Frau oft als „irrational oder übertrieben“ charakterisiert.

In Momenten, in denen Frauen gezwungen sind, sich selbst zu verteidigen, wird ihr Recht auf Notwehr eingeschränkt und ihr Handeln als „rechtswidrig“ abgestempelt. Dies rührt daher, dass Männer, die versuchen, ihre eigene Schwäche mit Gewalt zu überdecken, ihre eigene Machtlosigkeit ignorieren. Letztendlich werden Frauen in ein Paradoxon gedrängt, in dem ihre Ängste psychologisiert, ihre Entscheidungen moralisiert und ihre Erwartungen an Gerechtigkeit enttäuscht werden. Für viele Frauen besteht das eigentliche Risiko weniger in der Existenz von Gesetzen als vielmehr in der Art und Weise ihrer Anwendung. Wahre Gerechtigkeit wird erst an dem Tag hergestellt sein, an dem das Recht auf Leben der Frauen nicht mehr vom „Guten Willen“ oder dem „Ermessen“ Dritter abhängt.

Selbst vor dem Gesetz können Entscheidungen auf Basis einer männlich dominierten Sichtweise getroffen werden, ohne die Gleichberechtigung von Frau und Mann zu berücksichtigen. In manchen Gesellschaften werden selbst bei Fällen von sogenannten „Ehrenmorden“ Urteile mit einer voreingenommenen Perspektive gegenüber der Frau gefällt. Sogar im Verständnis der Zivilgesellschaft wird der Platz der Frau oft nicht auf der Grundlage echter Gleichberechtigung, sondern durch gesellschaftliche Stereotypen bestimmt.

Die Lage der Migrantinnen in Deutschland und der Kampf um Gleichberechtigung

Die Lage der Migrantinnen in Deutschland wird in der europäischen und deutschen Öffentlichkeit oft als eine Figur dargestellt, die in patriarchalen Familienstrukturen gefangen ist und ständig von ihrem Mann unterdrückt wird. Ich behaupte hier nicht, dass Migrantinnen keine häusliche Gewalt erleben; jedoch wird das Thema der häuslichen Gewalt in der Öffentlichkeit manchmal sehr oberflächlich und verzerrt bewertet.

Häusliche Gewalt, Unstimmigkeiten und kulturelle Unterschiede können verschiedene Konflikte hervorrufen. Die Sichtweise der Männer auf Frauen und der Versuch, Gewohnheiten aus den Gesellschaften, aus denen sie stammen, innerhalb der Zivilgesellschaft weiterzuleben, bereiten den Boden für diese Konflikte. Obwohl die kulturellen Strukturen der in Europa und Deutschland geborenen Migrantinnen der Gesellschaft, in der sie leben, näher stehen, kann es von Zeit zu Zeit zu ähnlichen Konflikten kommen. Diese Konflikte bringen häusliche Gewalt mit sich, führen dazu, dass beide Seiten Schaden nehmen und das Problem sich vertieft. An dieser Stelle sollte eine umfassende Debatte über die Einstellung von Migranten gegenüber Frauen geführt werden; es muss mit Nachdruck betont werden, dass richtige Verhaltensweisen von Männern übernommen werden müssen.

Es muss ein harter Kampf geführt werden, damit die Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Köpfen verankert wird und sich im Verhalten widerspiegelt. In dieser Hinsicht müssen die notwendigen politischen Maßnahmen ohne Kompromisse umgesetzt werden. Die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft, ihr Mitspracherecht und ihre Präsenz in allen Lebensbereichen müssen verteidigt werden, ohne Raum für alternative Ansichten zu lassen.

Ein weiteres wichtiges Phänomen ist die Ausgrenzung, der Alltagsrassismus und die Diskriminierung aufgrund von nationalistischem Chauvinismus, denen Migrantinnen in der europäischen und deutschen Gesellschaft ausgesetzt sind. Darüber hinaus sind Frauen im täglichen Leben sexistischen Praktiken ausgesetzt. Es kommt häufig vor, dass sie als „exotische“ Figuren betrachtet, objektiviert oder verbal belästigt werden (Anmache).

Migrantinnen sind aufgrund ihres Frauseins und ihres Status als Migrantinnen einer „Doppelbelastung“ bzw. zweifachen Unterdrückung ausgesetzt und tragen eine schwere Last der frauenfeindlichen Vorurteile in der Gesellschaft. Die Diskriminierung bei der Arbeits- und Wohnungssuche wird zu einer der brennendsten Realitäten des täglichen Lebens. Diese Vorurteile in der Gesellschaft führen zu bleibenden Schäden im Leben der Frauen. Diskriminierung hinterlässt in den Zivilgesellschaften in Europa und Deutschland immer noch tiefe Spuren; daher glaube ich, dass in diesem Bereich ein entschlossener Kampf geführt werden muss.

Vorurteile in den Zivilgesellschaften beeinflussen aufgrund von Elementen wie Nationalismus, Rassismus und Chauvinismus das Verhalten von Männern gegenüber Frauen negativ. Diese Situation muss so lange diskutiert werden, bis die Wahrheiten ans Licht kommen. Solange kein entschlossener Kampf gegen Vorurteile, Nationalismus und Rassismus geführt wird, werden in erster Linie Migrantinnen weiterhin Schaden nehmen. Da Nationalisten, Rassisten und Chauvinisten Feinde all jener sind, die nicht so denken wie sie, muss hier eine ganzheitliche Kampfmethode entwickelt werden.

Man muss akzeptieren, dass Migrantinnen ein untrennbarer Teil der Gesellschaft mit gleichen Rechten sind. In der heutigen globalisierten Welt muss im Hinblick auf Frauen sensibler und besonnener gehandelt werden. Es ist von lebenswichtiger Bedeutung, den Schaden vorherzusehen, den Strukturen, die die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft nicht akzeptieren, der Gemeinschaft

9 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

INTERVIEW: MİZGİN ÇİFTÇİ – KANDIDAT FÜR DAS AMT DES REGIONSPRÄSIDENTEN VON HANNOVER

von Cumali Yağmur 8 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Dieses Interview führte Cumali Yağmur im Namen von fremdeninfo.“

 

Fremdeninfo (F.I): Wie haben Sie als Kind kurdischer Migranten entschieden, für das Amt des Regionspräsidenten von Hannover zu kandidieren?

Mizgin Çiftçi: Das war ein langer Prozess. Schon mit Anfang 20 Jahren bin ich in die Kommunalpolitik gegangen. Viele Jahre habe ich mich im Osterholzer Kreistag für ein besseres Leben für alle Menschen eingesetzt. Die Lust an politischer Arbeit hatte mich seit diesem Zeitpunkt gepackt. So habe ich auch 2021 auf der Liste der Linkspartei für den Bundestag kandidiert. Jetzt lebe ich in Hannover und habe große Lust als Kandidat für eine „Region für ALLE“ mit bezahlbaren Wohnraum, Mobilität als Grundrecht und eine bürgernahe Gesundheitsversorgung mich einzusetzen.

F.I: Wie sind Sie in die Politik gekommen und war dieser Prozess schwierig für Sie?

Mizgin Çiftçi (M.Ç): Ich hatte das Glück, dass ich in der Schule einige 68er Lehrer hatte, die mich sehr gefördert haben. Als Kind kurdischer Einwanderer bin ich in einer Sozialbausiedlung aufgewachsen und musste schon früh arbeiten, um mir den Schulbesuch bis zum Abitur zu leisten. Ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung gab mir die finanzielle Sicherheit und Zeit, neben meinem Studium, mich politisch zu engagieren.

F.I: Wurden Sie als Kurde von der kurdischen Bewegung im Ausland beeinflusst?

M.Ç: Der Überfall der ISIS auf die jesidischen Gebiete im Nordirak 2014 hat mich sehr geprägt. Ein Jahr lang habe ich nur noch Demos und Soli-Aktionen organisiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch für den Zentralrat der Jesiden in Deutschland tätig.

F.I: Welche Vorschläge machen Sie im Namen der Linkspartei (Die Linke) im Unterschied zu anderen Parteien?

M.Ç: An erster Stelle steht für mich und meiner Partei Die Linke, das Grundrecht auf Wohnen durchzusetzen. Dazu gehört die Schaffung eines Wohnraumprogramm, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.  Neben der Schaffung günstiger Wohnungen für Familien muss bedarfsgerecht  die Anzahl preisgünstige Single-Wohnungen erhöht werden.

Die Angebotsmieten sind in Hannover massiv gestiegen. Private Investoren treiben die Preise fürs Wohnen ins Unermessliche. Wir sind überzeugt davon, dass Wohnen ein Menschenrecht und keine Renditeanlage ist, deshalb fordern wir einen bundesweiten Mietendeckel. Die Hälfte der Sozialwohnungen müssen Belegrechtswohnungen sein. In allen Städten und Gemeinden der Region Hannover fordert Die Linke die Erhöhung der Sozialbindungen von Belegrechtswohnungen auf mindestens 20 Jahre.

Die kommunalen Wohnungsbaufgesellschaften, wie etwas hanova und KSG müssen in der Lage versetzt werden, mehr Wohnungen zu bauen. Dafür brauchen Sie eine Kapitalerhöhung.  Hierfür werde ich und Die Linke in den Kommunalparlamenten die Weichen stellen. Bei den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften darf eine negative Schufa-Auskunft kein Ausschlusskriterium für den Abschluss eines Mietvertrages sein.

Eigentum verpflichtet – deshalb sind Beschlagnahmungen und Enteignungen bei besonders unsozialen Immobilienkonzernen als letztes Mittel im Einzelfall gerichtlich durchzusetzen und gegeben falls umzusetzen. Das dass möglich, zeigte der erfolgreiche Berliner Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“.

Die Region Hannover hatte in der Vergangenheit immer mehr Krankenhausinfrastruktur und Krankenhäuser des Klinikverbundes KRH geschlossen. Die Linke lehnt weitere Standortschließungen und eine Privatisierung von kommunalen Krankenhäusern entschieden ab. Die Versorgung durch einen Notarzt innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist, auch in ländlichen Gebieten, muss sichergestellt werden. Wir brauchen eine Qualitätsverbesserung in der stationären Altenpflege.

Die sozial-ökologische Verkehrswende ist in der Region Hannover bisher nicht gelungen. Die Linke fordert eine Erhöhung der Taktung von Bahnen der ÜSTRA, den S-Bahnen, den Regio-Bussen und den Stadtbussen auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten zur flächendeckenden, besseren Nahverkehrsversorgung der gesamten Region. Notwendig ist auch die zügige Umsetzung des vom Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.G. (ADFC) entwickelten Plan für ein Veloroutenetz (12 Velorouten).

Unsere Region hat die Einhaltung der Klimaziele deutlich verfehlt. Hannover ist weit davon entfernt klimaneutrale Kommune zu sein. Neben einem kommunalen Klimaschutzprogramm zur Durchsetzung einer CO2-neutralen Region fordert Die Linke die Gründung eines Klimabeirat mit Befugnissen. Dieser Rat wird besetzt mit festen Plätzen für Schüler*innen, Studierenden, Azubis und Wissenschaftler*innen.

F.I: Was schlagen Sie vor, was sich für Migrantinnen und Migranten ändern sollte?

M.Ç: Die Linke fordert dass kommunale Wahlrecht auch für Bürger*innen aus Nicht-EU-Staaten ausgeweitet. Wer hier lebt und arbeitet, soll auch wählen dürfen. 2024 hat das EU-Parlament der GEAS – Verschärfung zugestimmt. Dadurch sind immer mehr Menschen einer brutalen Migrations- und Abschiebepolitik ausgesetzt. Ich setze mich dafür ein,dass der Abschiebeknast in Hannover – Langenhagen geschlossen wird.

F.I: Was müssen Sie tun, um die Stimmen der Migrantinnen und Migranten zu gewinnen?

M.Ç: Die Kinderbetreuung ist von zentraler Bedeutung für erfolgreiche Integration. Insbesondere wird der Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten eine Schlüsselrolle bei der Integration zuerkannt, da von den Sprachkenntnissen der Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt abhängt. Gleichzeitig ist auch für die Eltern die Kinderbetreuung ein wichtiger Aspekt mit Bezug auf die Integration in den Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Gerade in diesen Zeiten geraten viele Menschen, darunter viele Zugewanderte – oft unverschuldet – in schwierige Situationen. Das Jobcenter verlangt die Ausfüllung eines Wusts von Formularen bei der Antragstellung für die Grundsicherung, der Vermieter erhöht die Miete nach Modernisierung der Wohnung,  Alleinerziehende kennen ihre Rechte und Ansprüche nicht. Im Rahmen von „Die Linke hilft“ stehen wir Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Dafür bietet Die Linke hilft in Hannover Sozial- bzw. /und Bürgergeld-Sprechstunden, Angebote zu Asylberatung, Mieten und Familienhilfe an.

F.I: In Hannover und Umgebung leben viele Kurden und Jesiden. Was bieten Sie dieser Wählerschaft an, um ihre Stimmen zu gewinnen?

M.Ç: Kurden und Jesiden sind immer sind und waren immer wieder Verfolgung in ihren Herkunftsländern ausgesetzt. In den 80 er Jahren flohen meine eigenen Eltern vor dem Krieg des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung nach Deutschland. Aktuell wird Rojava, ein Modell der Basisdemokratie, Frauenbefreiung und multiethnischer Selbstverwaltung in Nordsyrien durch eine Offensive der syrischen Armee in seiner Existenz bedroht. Ich selber durfte in Hannover auf einer Kundgebung zur Verteidigung von Rojava sprechen. Zusätzlich veranstaltete ich, moderiert von unserer Oberbürgermeisterin Kandidatin MdB Maren Kaminski, die Veranstaltung „Rojava verteidigen! Widerstand verstehen. Solidarität organisieren“.

Wichtig ist für mich auch die Unterstützung von Selbstorganisation und Demokratisierung der jesidischen/kurdischen Communitiy in Deutschland. Die Unterstützung der kulturellen und religiösen Identität von Jesiden/Kurden ist für mich ein wichtiges Anliegen.

F.I: Sie möchten auch die Stimmen der Aleviten gewinnen; was sind Ihre Versprechen an sie?

M.Ç: Ich setze mich dafür ein, dass die Förderung der Teilhabe der Alevitinnen und Aleviten am kulturellen und sozialen Leben in der Region Hannover nach Vorne gebracht wird. Für die Pflege der alevitischen Kultur müssen Fördergelder fließen.

F.I: Die Aleviten in Hannover fordern ein eigenes, separates Gräberfeld. Unterstützen Sie diese Forderung?

M.Ç: Seit Jahrzehnten gibt es auf den verschiedenen städtischen Friedhöfen die Möglichkeit für multikulturelle Bestattungen auf muslimischen, jesidischen, buddhistischen und christlich-orthodoxen Gräberfeldern. Auch die Aleviten in Hannover und den regionsangehörigen Städten und Gemeinden haben das Recht auf ein eigenes, separates Gräberfeld.

F.I: Sie arbeiten derzeit bei der Gewerkschaft ver.di und leisten aktive Gewerkschaftsarbeit. Wie steht es um die Beteiligung von Migranten in den Gewerkschaften, sind sie dort aktiv?

M.Ç: Ich bin ver.di – Sekretär für Handel. Dort betreue ich  Handelsunternehmen, in den viele zugewanderte Menschen tätig sind. Bei Warnstreiks sind es oft  die migrantischen Frauen,die sehr kämpferisch auftreten. Auch bei den Betriebsräten haben wir einen immer höheren Anteil von Kolleg*innen mit Migrationshintergrund.

F.I: Was würden Sie abschließend jungen Migrantinnen und Migranten über Fremdeninfo empfehlen, wenn es darum geht, politisch aktiv zu werden?

M.Ç.: Egal, was andere sagen, lasst euch nicht unterkriegen, organisiert euch in Parteien, Gewerkschaften und Vereinen und erhebt eure Stimme. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und haben das Recht, mitzubestimmen.

Vielen Dank, Mizgin Çiftçi, für das Interview.“ Und Wir wünschen dir viel Erfolg.“

8 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Getöteter Schaffner Serkan C. in der Türkei beigesetz

von Cumali Yağmur 7 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von: dpa/ dtj-online

Ministerpräsident Schweitzer fordert nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter mehr Zivilcourage. Viele Menschen versammelten sich am Donnerstag im Gedenken an den Getöteten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft richtete ein Spendenkonto ein.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat bei einer Gedenkveranstaltung für den getöteten Zugbegleiter Serkan C. einen respektvolleren Umgang in der Gesellschaft und mehr Zivilcourage gefordert. „Es ist nicht diese Tat, mit der es angefangen hat“, sagte er am Donnerstag beim Totengebet für C. vor mehr als 1.000 Menschen in Ludwigshafen. „Es fängt an mit der Beleidigung.“ Oder auch mit der abschätzigen Formulierung am Arbeitsplatz, gegenüber Rettungs- oder Pflegekräften und Zugbegleitern.

Serkan C. habe nur seine Arbeit gemacht. „Er war ein Freund, er war ein Nachbar, er war ein Kollege, er war ein Ludwigshafener“, sagte Schweitzer. Er sei auch Vater von zwei Kindern gewesen. „Ich stehe vor Ihnen als Landesvater, aber ich bin auch Vater von Kindern. Und niemand kann sich wirklich vorstellen, was uns jetzt in der Familie begegnet an Trauer, an Verständnislosigkeit, auch an Wut.“ C. hinterlässt zwei Söhne im Alter von elf und 13 Jahren, die ihren Vater im Krankenhaus sterben sahen.

EVG richtet Spendenkonto ein

Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress nahe Kaiserslautern von einem Mann ohne gültiges Ticket mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter Fahrgast mit griechischem Pass, sitzt in Untersuchungshaft. Der Leichnam wurde nach nach dem Totengebet in einer Moschee in Ludwigshafen nach Gaziantep in die Türkei gebracht und dort am Freitag beigesetzt.

Für die Hinterbliebenen des Verstorbenen hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eine Spendenaktion eingerichtet:

Empfänger: DB Regio AG
IBAN: DE 15 5008 0000 0091 6377 01
Verwendungszweck: Serkan C.

dpa/dtj

7 Februar 2026 0 Kommentare
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Frauen

Zwischen Gewalt und Gesetz: Warum Frauen der türkischen Justiz kaum vertrauen können

von Fremdeninfo 7 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von: Stefan Kreitewolf / dtj-online

 

Die türkische Justiz behandelt Gewalt gegen Frauen nicht als strukturelles Problem, sondern als Abfolge von Einzelfällen. Wer als Frau nicht geschützt wird, stirbt – wer überlebt, steht vor Gericht. Zwei Fälle zeigen, wie ein System versagt, das formal Gleichheit verspricht, in der Praxis aber Ungleichheit produziert.

Die Ungerechtigkeit beginnt in der Türkei nicht erst mit dem Urteil. Für viele Frauen im Land beginnt sie lange zuvor – mit Gewalt, die nicht ernst genommen wird, mit Schutz, der versprochen, aber nicht verlässlich gewährt wird, und mit einem Justizsystem, das Bedrohung relativiert, solange sie nicht tödlich endet. Erst wenn Frauen sterben oder selbst zur Angeklagten werden, rückt Gewalt gegen Frauen ins öffentliche Blickfeld.

Die türkische Justiz operiert formal geschlechtsneutral, doch in der Praxis zeigt sich eine klare Asymmetrie. Männergewalt wird häufig als situativ, emotional oder erklärbar eingeordnet, weibliche Angst dagegen als übersteigert oder irrational. Wer sich als Frau verteidigt, muss ihre Handlung rechtfertigen – wer als Mann Gewalt ausübt, wird oft durch mildernde Umstände entlastet. Diese Schieflage ist kein Einzelfehler, sondern ein strukturelles Muster.

Die Fälle von Serap Avcı und Ayşe Tokyaz

Der Fall Serap Avcı macht dieses Muster besonders deutlich. Sie überlebte jahrelange körperliche und psychische Gewalt und handelte in einer akuten Bedrohungssituation. Statt als Betroffene anerkannt zu werden, stand sie wegen Tötung ihres Ehemannes vor Gericht. Dass sie letztlich straflos blieb, gilt vielen als Erfolg. Tatsächlich verweigerte ihr das Gericht den Freispruch. Die Botschaft ist eindeutig: Selbst in Extremsituationen bleibt das Recht auf Notwehr für Frauen begrenzt, ihre Tat bleibt juristisch „rechtswidrig“.

Indes zeigt der Fall Ayşe Tokyaz, was geschieht, wenn Frauen sich nicht mehr verteidigen können. Die 22-jährige Studentin wurde getötet, obwohl sie zuvor Anzeige erstattet haben soll. Der Hauptangeklagte war Polizist – also Teil jenes Systems, das Schutz hätte gewährleisten müssen. Tokyaz’ Tod steht für das Versagen staatlicher Prävention und die Gefahr, die entsteht, wenn Machtpositionen Gewalt nicht verhindern, sondern absichern.

Strukturelle Straffreiheit?

Die Fälle markieren die Pole eines Systems: Frauen werden entweder nicht geschützt oder kriminalisiert. Dazwischen liegt ein breites Feld struktureller Straffreiheit. Verfahren ziehen sich hin, Gewaltkontexte werden ausgeblendet, Verantwortung wird individualisiert. Die Folge ist ein gesellschaftliches Klima, in dem Gewalt gegen Frauen nicht als Ausnahme, sondern als kalkulierbares Risiko erscheint.

Politisch wird dieses Klima begünstigt. Der Austritt aus der Istanbul-Konvention war mehr als ein symbolischer Akt. Er signalisierte, dass der Schutz von Frauen kein vorrangiges staatliches Anliegen mehr ist. Zwar existieren weiterhin Gesetze, doch ihre Durchsetzung bleibt lückenhaft. Schutzanordnungen werden nicht konsequent kontrolliert, Frauenhäuser sind unterfinanziert, Verantwortung wird auf Familien und Kommunen verschoben. Der Staat zieht sich zurück – und erklärt sich gleichzeitig für handlungsfähig.

Wessen Leben zählt?

Das Ergebnis ist eine paradoxe Realität: Frauen sollen dem Recht vertrauen, obwohl es sie immer wieder im Stich lässt. Ihre Angst wird psychologisiert, ihre Entscheidungen moralisiert, ihre Gewaltgeschichte juristisch fragmentiert. Männliche Wut gilt als verständlich, weibliche Panik als überzogen. Was als Einzelfall erscheint, ist in Wahrheit ein Systemdefekt.

Die Frage ist nicht, ob das türkische Recht Frauen schützt – sondern unter welchen Bedingungen es bereit ist, dies zu tun. Solange Überleben erklärungsbedürftig bleibt und Schutz vom guten Willen einzelner Institutionen abhängt, bleibt Gerechtigkeit prekär. Die Fälle Avcı und Tokyaz zeigen: Für viele Frauen liegt das Risiko nicht im Gesetz, sondern in seiner Anwendung. Und genau dort entscheidet sich, wessen Leben zählt.

7 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Steinmeier spricht Familie des toten Zugbegleiters Trost zu

von Cumali Yağmur 6 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Artikel von dpa

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Familie des Opfers sein Mitgefühl ausgesprochen. «Ich kann nur erahnen, welchen Schmerz dieser furchtbare Verlust in Ihrem Leben ausgelöst hat. Ich fühle mit Ihnen», heißt es in einem Brief Steinmeiers, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Der Bundespräsident schrieb weiter: «Es vermag Ihre Trauer nicht zu mindern, und dennoch ist es mir wichtig, Ihnen zu versichern, dass Sie in dieser Situation nicht allein sind, sondern zahllose Menschen in Ludwigshafen und ganz Deutschland mit Ihnen trauern.»

Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen gegen den Kopf attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tat verdächtigt ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags.

6 Februar 2026 0 Kommentare
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Politik

Kommunalwahl in Frankfurt: „Europa Liste für Frankfurt (ELF)“ präsentiert Programm und Kandidaten für mehr Vielfalt im Stadtparlament

von Fremdeninfo 6 Februar 2026
von Fremdeninfo

FRANKFURT AM MAIN – Im Hinblick auf die kommenden Kommunalwahlen am 15. März stellt sich die „Europa Liste für Frankfurt (ELF)“ als unabhängige politische Kraft vor. Mit der Listennummer 11 tritt die Wählergruppe an, um die Repräsentation von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund im Frankfurter Parlament grundlegend zu stärken.

Ein Bündnis für alle Frankfurter Bürger

Die Europa Liste für Frankfurt (ELF) definiert sich als eine unabhängige und überparteiliche Wählergruppe, die für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt offensteht. Die Liste besteht nach eigenen Angaben aus kritischen Bürgerinnen und Bürgern und verfolgt das Ziel, die ethnische Vielfalt Frankfurts kommunalpolitisch besser zu repräsentieren. Ein Kernanliegen der Gruppe ist es, die interkulturellen Beziehungen innerhalb der Stadtgesellschaft zu fördern und zu stärken.

Repräsentationslücke im Stadtparlament schließen

Die ELF weist auf ein deutliches Missverhältnis in der aktuellen politischen Landschaft hin. Unter dem Schlagwort „Ein Problem mit dem Stadtbild“ kritisieren die Verantwortlichen, dass im Frankfurter Parlament die gesellschaftliche Realität nicht ausreichend abgebildet werde.

„Mehr als die Hälfte aller Frankfurter Bürger*innen haben einen Migrationshintergrund, aber im Stadtparlament liegt ihr Anteil nur bei ungefähr 15 Prozent“, stellt die Wählergruppe fest. Daran müsse gearbeitet werden, da eine bessere Repräsentanz nur erreicht werden könne, wenn man sich einige.

Kritik an den etablierten Parteien und „Fraktionszwang“

In ihrem Programm setzt sich die ELF deutlich von den traditionell etablierten Parteien wie CDU, SPD, Grüne und FDP ab. Zwar würden auch diese Parteien Bürger mit Migrationshintergrund auf ihre Wahllisten setzen, doch sei deren Einfluss laut ELF gering, da sie dem sogenannten Fraktionszwang unterstehen würden.

Die Europa Liste für Frankfurt wurde daher gegründet, um insbesondere jenen Bürgern eine echte Stimme zu geben. Ziel sei eine starke Repräsentanz von Migranten im Stadtparlament, die frei agieren können. Man wolle die Rechte aller Frankfurter stärken, die von der städtischen Politik bislang vernachlässigt wurden – dies gelte insbesondere für die Sozialschwächeren.

Verantwortung übernehmen: Gegen Diskriminierung und für soziale Gerechtigkeit

Die ELF betont die lokale Verbundenheit ihrer Mitglieder: „Wir müssen Verantwortung übernehmen. Wir sind in Frankfurt zu Hause, wir kennen unsere Situation, wir kennen die Probleme, die unsere Kinder in der Schule haben, wir wissen, wo noch Diskriminierung existiert: von der Wohnungs-, bis zur Arbeitssuche.“

In den vergangenen Jahren habe sich die Gruppe bereits für Integration eingesetzt, die sie als Chancengleichheit versteht. Dies beinhalte den schulischen Erfolg der Kinder ebenso wie ein würdevolles Altern für Menschen mit ausländischer Herkunft.

Die Wählergruppe beansprucht für sich, im Frankfurter Stadtparlament die Einzigen zu sein, die diese Themen konsequent auf die Tagesordnung setzen. Daher werben sie für eine starke Fraktion mit unabhängigen Stadtverordneten mit Migrationshintergrund.

Aufruf zur Wahl: „Das Gesicht des Stadtparlamentes ändern“

Luigi Brillante, der die Liste anführt, appelliert an die Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, um mehr Mitspracherecht zu erlangen. Die zentrale Botschaft der ELF lautet:

„Wir müssen das Gesicht des Stadtparlamentes ändern. Dazu müssen wir zusammenarbeiten, denn nur wenn wir einig sind, werden wir Erfolg haben.“

Wählerinnen und Wähler sind aufgerufen, am 15. März ihr Kreuz neben dem Wahlvorschlag 11 (Liste 11 – ELF) zu setzen.


Die Kandidatenliste der EUROPALISTE FÜR FRANKFURT (LISTE NR. 11 « ELF »)

Nachfolgend finden Sie die vollständige Liste der 33 Kandidatinnen und Kandidaten, die für die ELF antreten:

  1. Brillante Luigi

  2. Yohannes Belainesh

  3. Ahmed Zaye Rolla

  4. Hofmann Sani

  5. Dr. Mancuso Vincenzo

  6. Suarez Cuevas Ana Laydin

  7. Peters Sebastian Dan

  8. Kubrom Mebrahtu Amanuel

  9. D’Addetta Vanessa

  10. Ratea Maria-Daniela

  11. Ojaghi Mansoor

  12. Marino Maria Giovanna

  13. Dr. Dr. Preuß Alfred

  14. Sorgini Marcello-Gabriele

  15. Zanniello Elisabetta

  16. Kouratos Georgia

  17. Machuca Josc Antonio

  18. Khan Bashir Atif

  19. Mehrabian Sofia

  20. Albrecht Ekkhart Theodor

  21. De Vita Angela Antonietta

  22. Machado de Carvahlo Mariana

  23. Inserra Maria

  24. Aivazi Pawlik

  25. Berlinghieri Antonio

  26. Schiavano Anna Stefania

  27. Panagiotidis Anita

  28. Bloehs-Vater Howald Ernst Anton

  29. Alves Bastos Almeida Maria Adelia

  30. Dombrowski Grilletta Emma Rosa

  31. Iorio Luigi

  32. Jazenko Marcel Marco

  33. Madeo Antonio

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Allgemein

März 2026: Alle Migrantinnen und Migranten sollten zur Wahl gehen und die ELF-Liste unterstützen

von Cumali Yağmur 6 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von : Cumali Yağmur  Zum Wahlaufruf

Ich habe viele Jahre in Frankfurt gelebt und kenne jeden Winkel der Stadt sehr gut. Ich kenne viele der hier lebenden Migranten sowie zahlreiche deutsche Freunde aus allen Berufen und Parteien persönlich.

Gleichzeitig war ich in Frankfurt aktiv in der Politik bei den Grünen tätig und kandidierte sogar für den Landtag. Ich habe zahlreiche Artikel über Migrationsfragen verfasst und halte diese Themen auch heute noch aktuell.

Während meiner Zeit in Frankfurt habe ich Luigi Brillante durch seine politische Arbeit näher kennengelernt. Als er die ELF-Liste (Europa Liste Frankfurt) gründete, sagte er: „Migranten müssen ihre Probleme selbst in die Hand nehmen.“ Er vertrat die Ansicht, dass die deutschen Parteien sie wie „Stiefkinder“ behandeln würden, wenn die Migranten ihre Rechte nicht selbst verteidigten. Für diese treffenden und visionären Gedanken habe ich ihn stets bewundert.

Luigi war in der Zeit, in der ich ihn kannte, ein äußerst ehrlicher und fleißiger Freund. Er konnte Fakten und gesellschaftliche Themen sehr gut analysieren; er war ein bescheidener Mensch mit einer starken politischen Persönlichkeit.

Wie Sie wissen, wurde in Deutschland lange Zeit das aktive und passive Wahlrecht auf kommunaler Ebene nur Migranten aus EU-Ländern gewährt. Diese Personen mussten bei EU-Wahlen eine Entscheidung treffen: Entweder wählten sie eine Partei in ihrem Herkunftsland oder eine Partei in Deutschland. Gegenüber Migranten aus Nicht-EU-Ländern wurde jedoch mit zweierlei Maß gemessen; ihnen wurde dieses Recht nicht einmal auf kommunaler Ebene zugestanden. Brillante hat stets gegen solche antidemokratischen Praktiken gekämpft. Ich habe ihn in diesem Kampf immer unterstützt und die Richtigkeit seiner Ansichten auf jeder Plattform betont.

Der Kampf, den die ELF seit 2001 führt, ist zur Stimme, zum Ohr und zum Auge der Migranten geworden. Es ist an der Zeit, dass Migranten ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und für ihre Belange persönlich kämpfen.

Aus diesem Grund rufe ich alle meine migrantischen Freunde dazu auf, sich um die ELF zu vereinen und bei den Wahlen am 15. März 2026 ihre Stimme der ELF-Liste zu geben.

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