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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Türken kaufen sich offenbar Strafanzeigen in ihrer Heimat, um Asyl in Deutschland...

19 Oktober 2026 0 Kommentare
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21 September 2026 0 Kommentare
Allgemein

In tiefer Trauer um Kek Mehdi Zana: Ein Leben für Freiheit und Würde

von Fremdeninfo 30 August 2026
von Fremdeninfo

 

                Von:Isa Turan/Schweden

Mit tiefer Trauer und Schmerz im Herzen gebe ich das Ableben des ehemaligen Bürgermeisters von Amed und geschätzten Politikers, Kek Mehdi Zana, mit größtem Respekt bekannt.

Heute verlieren wir nicht nur einen wertvollen Menschen, sondern auch ein Stück der kollektiven Erinnerung, der Mühe und des Widerstands des kurdischen Volkes. Wir haben einen Patrioten, einen unermüdlichen Kämpfer und einen Menschen verloren, der seinem Volk von ganzem Herzen verbunden war. Er widmete sein gesamtes Leben dem Kampf für die Rechte, die Freiheit und die Würde seines Volkes.

Kek Mehdi Zana wurde 1977 als unabhängiger Kandidat zum Bürgermeister von Amed gewählt und übte dieses Amt bis zum Militärputsch von 1980 mit großer Aufopferung aus. Nach dem Putsch verbrachte er viele Jahre im berüchtigten Gefängnis von Amed. Doch die Mauern der Kerker konnten seine Stimme, seinen Glauben und seine Liebe zu seinem Volk nicht verstummen lassen. Auch nach seiner Entlassung setzte er seinen politischen Kampf fort und wich bis an sein Lebensende niemals von seinem Weg ab.

Er opferte Jahrzehnte seines Lebens, um die Rechte und die Existenz seines Volkes zu verteidigen. Er zahlte einen hohen Preis, durchlebte großes Leid und Unterdrückung, doch er verlor nie seine Hoffnung und seinen unerschütterlichen Glauben. Sein Name wird in den Herzen und Gedanken all jener weiterleben, die für die Freiheit kämpfen.

Das Scheiden von Kek Mehdi Zana hinterlässt in meinem Herzen eine tiefe Trauer. Ich teile den Schmerz seiner Familie, seiner Freunde, seiner Weggefährten und aller, die ihn kannten und liebten. Seiner Familie und allen Angehörigen spreche ich mein tief empfundenes Beileid aus. Möge sein wertvolles Erbe und die schönen Erinnerungen an ihn euch Kraft geben.

Kek Mehdi, du bist von uns gegangen, doch deine Arbeit und deine Spuren werden bleiben. Du wirst in den Erzählungen deiner Freunde, in den Straßen von Amed und Kurdistan und vor allem im Herzen deines Volkes weiterleben.

Mögen die Sterne deine Gefährten sein und die Sonne deinen Weg erleuchten.

In Sehnsucht und Liebe,
Kek Mehdi Zana.

30 August 2026 0 Kommentare
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Cem Özdemir (60, Grüne) attackierte die Islamverbände verbal. (Archivfoto) © Christoph Schmidt/dpa
Allgemein

Özdemir warnt vor russischem Einfluss bei AfD-Regierung

von Fremdeninfo 29 August 2026
von Fremdeninfo

Ausbrger Allgemeine Detuschland

 

 Özdemir warnt vor russischem Einfluss bei AfD-Regierung

Wählen die Menschen in Sachsen-Anhalt die erste AfD-Landesregierung? Oder kommt doch alles anders? Alle News zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Liveticker.

Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag – und den Ministerpräsidenten. Dabei entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, welche Parteien in den kommenden Jahren die Politik im Land prägen und wer künftig die Landesregierung stellt. Feiert die AfD den laut Wahlprognosen erwarteten Triumph? Reicht es am Ende eventuell sogar für eine Alleinregierung der im Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei? Wer wird am Ende triumphieren: AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund? Der bisherige Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU? Oder doch jemand ganz anderes? Wird das BSW zum Zünglein an der Waage? Alle Infos zur Wahl in Sachsen-Anhalt finden Sie im Liveticker:

Gewählt wird nach dem personalisierten Verhältniswahlrecht: Mit der Erststimme bestimmen die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt einen Direktkandidaten oder eine Direktkandidatin im Wahlkreis. Mit der Zweitstimme entscheiden die Wählerinnen und Wähler über die Mehrheitsverhältnisse im Landtag.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wie wichtig wird die Fünf-Prozent-Hürde?

Wegen der Fünf-Prozent-Hürde schaffen es in der Regel nur Parteien mit ausreichend landesweiter Unterstützung ins Parlament – Ausnahmen sind möglich, wenn eine Partei genügend Direktmandate gewinnt. Laut Umfragen war es in Sachsen-Anhalt zuletzt unsicher, ob die Grünen und das BSW den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Diese Frage könnte am Ende auch große Auswirkungen auf die Frage haben, wer sich am Ende als Ministerpräsident durchsetzt.

Nach Schließung der Wahllokale am Abend des 6. September werden zunächst Prognosen und Hochrechnungen veröffentlicht, das amtliche Endergebnis folgt später. Anschließend beginnen voraussichtlich Sondierungen und Koalitionsgespräche. Welche Konstellation am Ende zustande kommt, hängt von den Mehrheitsverhältnissen und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit ab.

29 August 2026 0 Kommentare
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Allgemein

von Fremdeninfo 28 August 2026
von Fremdeninfo

            von Ulrike Hummel

Von der Idee bis zur Baugenehmigung hat es 18 Jahre gedauert, aber jetzt ist es amtlich: Deutschlands erster Friedhof für Muslime in eigener Trägerschaft entsteht in diesem Herbst in Wuppertal.

Bislang sind muslimische Bestattungen auf Länderebene so geregelt, dass einzelne kommunale Friedhöfe Gräberfelder für Muslime bereitstellen. Das setzt jedoch voraus, dass die gesetzlichen Regelungen jeweils eine sarglose Bestattung zulassen – wie etwa im Hamburger Bestattungsrecht, wo dies seit 2010 erlaubt ist. In der islamischen Tradition ist die Erdbestattung in Leinentüchern eine religiöse Pflicht.

Wenn der Tod zur Zerreißprobe wird

An einem Ort bestattet zu werden, an dem die Liebsten leben, ist für viele ein großer Wunsch. Für Muslime mit Zuwanderungsgeschichte ist es jedoch oft problematisch, wenn Angehörige sterben. Zugewanderte der ersten, sogenannten „Gastarbeitergeneration“, wollen oft noch in ihren Herkunftsländern beerdigt werden. Nach islamischer Tradition soll die Bestattung jedoch so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden, erfolgen. Die Überführung des Leichnams sowie gesetzliche Vorschriften, etwa eine zweite Leichenschau, führen jedoch oft zu Verzögerungen, die die Angehörigen unter Stress setzen.

Burcu Temel erinnert sich an den Tod ihres Großvaters: „Allein der Transport des Leichnams ist immer mit großen Hürden verbunden. Die ganze Familie möchte an der Bestattung teilnehmen. Doch die Flugkosten sind hoch, und oft gibt es vor Ort keine Möglichkeit, alle unterzubringen.“ Damals ging Burcu noch zur Schule und bekam nicht frei, um bei der Beerdigung ihres Großvaters in der Türkei dabei zu sein.

Die Grabfelder sind voll – und der Bedarf wächst

Mittlerweile hat sich die Situation verändert, weiß Samir Bouaissa vom Vorstand des Trägervereins „Muslimische Friedhöfe in Wuppertal“: „Die zweite und dritte Generation möchte hier bestattet werden. Es gibt immer mehr Menschen, die keine zweite Heimat mehr haben, in die sie überführt werden könnten – seien es hier geborene Muslime oder Geflüchtete, die nicht zurückkehren können. Die bisherigen muslimischen Gräberfelder in Wuppertal sind bereits belegt.“

Auch in Städten wie Hamburg ist die Zahl muslimischer Bestattungen deutlich gestiegen, sagt Daniel Abdin, Landesvorsitzender des Zentralrats der Muslime. Angesichts der alternden muslimischen Bevölkerung rechne man auch hier mit einem steigenden Flächenbedarf.

Ein langer Weg zur Baugenehmigung

Um dem Wandel in der Bestattungskultur gerecht zu werden, haben sich vor Jahren zehn Moscheegemeinden in Wuppertal zusammengeschlossen. Ihr Ziel: ein eigener muslimischer Friedhof. Möglich wurde dies erst durch die Änderung des Bestattungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015. Nun liegt die Baugenehmigung für Deutschlands ersten muslimischen Friedhof in eigener Trägerschaft vor – ein Meilenstein. Im Herbst dieses Jahres beginnt die erste Bauphase, und die ersten Bestattungen sollen bereits im Frühjahr 2025 möglich sein.

Ruhe mit Ewigkeitsgarantie

Im Unterschied zu kommunalen oder christlichen Friedhöfen ist die „Ewigkeitsgarantie“ für gläubige Muslime von zentraler Bedeutung. In Wuppertal wird dies nun erstmals umgesetzt: „Man stellt sicher, dass der Bestattete dort für ewig seine Ruhe hat“, erklärt Bouaissa. „Das bedeutet nicht, dass ein Grab nie wieder belegt werden darf. Wenn der Verwesungsprozess abgeschlossen ist, kann eine erneute Belegung erfolgen. Vorgefundene Überreste müssen jedoch an Ort und Stelle bleiben, um die ewige Ruhe zu garantieren.“

Muslime, Christen, Juden – Seite an Seite

Der künftige Friedhof soll mehr sein als nur ein Ort der Ruhe. „Die Besonderheit ist nicht nur die muslimische Trägerschaft, sondern auch die direkte Nachbarschaft zu einem christlichen und einem jüdischen Friedhof. Wir wollen dort einen gemeinsamen Platz der Begegnung schaffen“, so Bouaissa. Geplant ist zudem, die Zufahrtswege für alle drei Friedhöfe gemeinsam zu gestalten – ein bundesweites Novum.

Der Kreis schließt sich

Für Burcu Temel und ihre Familie ist es eine große Erleichterung, Angehörige künftig zeitnah und in Würde in Wuppertal beerdigen zu können: „Man lebt hier, man verbringt sein Leben hier. Dann ist es nur konsequent, auch sein Grab in Deutschland zu haben, sodass sich der Kreis von der Geburt bis zum Tod schließt.“

Das durch Spenden finanzierte Projekt wird von der Stadt Wuppertal mit 200.000 Euro gefördert. Auf rund 10.000 Quadratmetern sollen nach und nach Grabfelder für bis zu 1.800 Bestattungen allein im ersten Bauabschnitt entstehen. Geplant sind auch Gebäude für die rituelle Totenwaschung und Gebete.


Dieser Beitrag erschien im Rahmen des Freitagsforums – Berichte und Reportagen aus dem Alltag von Muslimen.

28 August 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Brief aus Istanbul: Warum geht es uns allen „wie der Türkei“?

von Fremdeninfo 27 August 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Bülent Mumay/ Faz 

Seit wann genau, weiß ich nicht, doch seit geraumer Zeit gebe ich auf die Frage: „Wie geht es dir?“ stets die gleiche Antwort: „Wie der Türkei.“ Darüber denke ich nicht lange nach oder habe das geplant, es ergibt sich von selbst. Wer das hört, reagiert zunächst überrascht, um gleich darauf bitter zu lächeln. In meinen 49 Lebensjahren habe ich 24 von meinen über 30 Berufsjahren im Journalismus, also meine vielleicht besten Zeiten, unter der Erdoğan-Regierung verbracht. Wer das weiß, gibt mir bei meinem Spruch „Es geht mir wie der Türkei“ im Stillen recht. Denn er versteht, dass ich meist mit Sorgen, Zweifeln und Hoffnungslosigkeit ringe, doch trotz allem die Hoffnung nicht aufgebe, dass sich irgendwann etwas ändert.

Zur türkischen Fassung der Kolumne:

Yazının Türkçe orijinalini okumak için tıklayın

Eigentlich wollte ich Ihnen gar nicht sagen, wie es um meinen Gemütszustand bestellt ist. Doch jüngst offenbarte eine Meinungsumfrage, dass es sich dabei um ein Thema handelt, das es lohnt, Ihnen mitzuteilen. Denn allem Anschein nach geht es nicht nur mir „wie der Türkei“, sondern der Mehrheit im Land. Laut Umfrage von Metropoll über die Auswirkungen der Politik auf die emotionale Befindlichkeit der Wähler werden 64 Prozent von Sorgen, Zweifeln, Überdruss und Enttäuschung geplagt. 18 Prozent hingegen hegen Hoffnung oder Vertrauen. Der Rest nimmt gleichgültig hin, was vor sich geht.

Eine Mädchenband darf nicht auftreten, Comedians werden verhaftet

Der großen Mehrheit hier geht es also „wie der Türkei“. Und wie geht es der Türkei? Warum fühlen wir uns so? Natürlich gibt es politische und wirtschaftliche Gründe dafür. Vor allem aber bringt uns in diese Gemütslage, dass das Palastregime noch die geringsten Freiräume der ohnehin unter dem politischen und ökonomischen Druck leidenden Gesellschaft immer weiter einschränkt. Aus „religiöser Sensibilität“ werden Konzerte und Festivals verboten. So darf eine Mädchenband nicht in einer anatolischen Stadt auftreten. Und Comedians werden wegen Satire über die Regierung verhaftet.

Schritt für Schritt bewegen wir uns in Richtung Iran

Von den Vorstellungen der Erdoğan-Regierung, wie die Türkei sein sollte, ist der bekannte türkische Pop-Rock-Sänger Mabel Matiz besonders betroffen. Aufgrund seiner queeren Identität muss er jedes Jahr mehrfach vor Gericht. Es gab ein paar Mal Anklagen wegen angeblich obszöner Songtexte. Jetzt wurde er zur Vernehmung geladen, weil in seinem neuen Clip mit etlichen weiblichen und männlichen Darstellern zwei Männer Blickkontakt aufnehmen und einander zugewandt tanzen. Zu seiner Verteidigung erklärte Matiz: „Es ist kein Verbrechen, dass sich zwei Menschen anschauen und miteinander tanzen, es sollte nicht bestraft werden, dass solche Beziehungen Gegenstand von Kunst und Literatur sind.“ Allerdings bewahrte ihn das nicht vor Strafe. Obwohl der Vorverkauf für etliche Konzerte in Europa, von Köln bis Zürich, längst angelaufen ist, wurde er mit Ausreiseverbot belegt.

Zu den Einschränkungen im Zusammenleben kommen neue Beschränkungen für alkoholische Getränke hinzu. Durch neue Verbote und Firmenübernahmen wird der Konsum von Alkoholika kriminalisiert. So stellte ein regierungsnahes Unternehmen, das erst letzte Woche die türkischen Filialen der französischen Supermarktkette Carrefour aufkaufte, den Verkauf von Spirituosen komplett ein. Na und, mögen Sie denken. Es geht aber um mehr als eine kaufmännische Entscheidung. Schritt für Schritt bewegen wir uns in Richtung Iran. Inzwischen haben nur noch zwei von zehn großen Supermarktketten alkoholische Getränke im Angebot. Sie verfügen über nicht einmal zehn Prozent Marktanteil.

Um Recht und Gerechtigkeit geht es schon lange nicht mehr

Der Regierung, die seit 24 Jahren an der Macht ist und alle möglichen Lebensformen unterdrückt, dient die Justiz mittlerweile nur noch dazu, das Leben des Palastregimes zu verlängern. Um Recht und Gerechtigkeit geht es schon lange nicht mehr. Jemand wird verhaftet, weil er ein Erdoğan-Plakat abgerissen hat. Ein Journalist, der über einen Spielertransfer im Fußball berichtet hatte, wurde aufgrund des „Desinformationsgesetzes“ in Gewahrsam genommen.

Die Türkei hat 2004 zwar den Rechtsvorrang von Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vor seiner eigenen Rechtsprechung anerkannt, setzt aber in Straßburg gefällte Urteile nicht mehr um. So sitzt der Unternehmer, Mäzen und Menschenrechtler Osman Kavala seit neun Jahren im Gefängnis. Er war zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden, weil er angeblich die Gezi-Proteste von 2013 finanziert und dem Sturz der Regierung Vorschub geleistet haben soll. 2019 ordnete der EGMR seine sofortige Freilassung an. Erdoğans Justiz missachtete das Urteil. Nun erging in Straßburg ein zweites Urteil auf Freilassung. Doch unsere politische Führung wird ihm auch diesmal wohl kaum Folge leisten.

Den Preis zahlen wir alle

Den Preis für die Missachtung solcher Urteile zahlen nicht allein Kavala und andere in seiner Lage. Wir alle zahlen den Preis dafür, indem wir immer ärmer werden. Denn wo keine Rechtsstaatlichkeit herrscht, bleiben Investitionen aus dem Ausland aus. Die im letzten Monat veröffentlichte offizielle Statistik weist aus, dass Investitionen von außen im ersten Halbjahr 2026 um 31 Prozent zurückgegangen sind. Und es geht nicht bloß um Investitionen aus dem Ausland, längst kehren auch einheimische Unternehmer der Türkei den Rücken. Erstmals in unserer Geschichte übersteigen die Investitionen von Türken im Ausland ausländische Investitionen bei uns. Denn in unserem Rechtswesen ist es nicht bloß um Menschenrechte schlecht bestellt. Neben ökonomischer und politischer Ungewissheit verscheuchen auch Verletzungen des Eigentumsrechts einheimische Investoren.

Erdoğan, der Architekt der hier geschilderten Türkei, ist darauf aus, alle Kreise, die er als Konkurrenz betrachtet, auf Linie zu bringen, um sein Regime zu verabsolutieren. Wer sich nicht unterwirft, wird ausgeschaltet. Wer sich nicht den Unmut des Regimes zuziehen will, muss sich in Erdoğans System der Abhängigkeiten einreihen, will er nicht außen vor bleiben und abgestraft werden. So wirkt die Führung mächtig, indem sie ihre Gegner mit Druck und Drohungen auf ihre Seite zieht. Dieser Kreislauf wird in letzter Zeit in der Politik als „Parteiabzeichen oder Handschellen“ bezeichnet. Sie wissen ja, wie es Politikern ergangen ist, die danach strebten, Erdoǧan an der Wahlurne zu besiegen. Die meisten haben nicht aufgehört, sich dem Regime zu widersetzen, noch aus der Zelle heraus sind sie politisch aktiv. Wem die Courage dazu fehlt, der entgeht dem Gefängnis durch das von Erdoǧan getragene AKP-Abzeichen. Hat jemand Probleme wegen Korruptionsvorwürfen oder im Privatleben, tritt er in die Regierungspartei ein, und schon wird er in anhängigen Verfahren freigesprochen.

Islamistische Sekten votieren für die AKP

Das betrifft nicht nur den politischen Bereich. Auch die Freiheit von religiösen Gemeinden und Sekten hängt von ihrer Nähe zum Palastregime ab. Seit Jahren veranlassen nahezu alle islamistischen Sekten ihre Anhänger, für die AKP zu stimmen, und profitieren im Gegenzug von diversen Vorzügen durch die Regierung. Nur wenige religiöse Gemeinschaften stehen der AKP distanziert gegenüber. Nicht einmal das mag Erdoǧan dulden. In seinem Streben, alle auszuschalten, die sich ihm nicht unterwerfen, setzte er vor zwei Wochen eine Operation gegen die religiöse Gemeinschaft der Süleymancılar in Gang, die über mutmaßlich mehr als eine halbe Million Anhänger und beinahe 2000 Schulen und Wohnheime in der Türkei verfügen soll. Ihr Anführer und weitere Personen der Führungsebene wurden verhaftet.

Die Süleymancılar sind übrigens auch in Deutschland gut vernetzt. Ihr 1973 in Köln gegründeter Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) unterhält mutmaßlich über 300 Moschee- und Gebetshaus-Vereine mit rund 100.000 Mitgliedern. Ihre neue Verbandszentrale in Köln soll 70 Millionen Euro gekostet haben. An Veranstaltungen der Süleymancılar in Deutschland haben mehrfach deutsche Politiker teilgenommen, so etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Feier zum fünfzigjährigen Bestehen des VIKZ.

Warum ging man nun in der Türkei gegen eine derart starke, lange etablierte religiöse Gemeinschaft vor? Weil Erdoǧan angesichts der schwindenden Unterstützung für ihn den Verlust keiner einzigen Stimme duldet. Eine Operation gegen eine Bewegung, deren Anhänger nicht die AKP wählen, soll ein Denkzettel für andere religiöse Gemeinschaften sein.

Zugleich feierte Erdoǧan das 25-jährige Bestehen seiner eigenen Partei. Vor den Kommunalwahlen 2024 hatte er noch beteuert: „Dies ist meine letzte Wahl.“ Nun verkündete er: „Ich schaue auf fünfzig Jahre in der Politik zurück. Wenn Gott mir Leben und Gesundheit gibt, werde ich noch etliche weitere Jahre im Kampf um den Dienst an der Türkei stehen.“

Würden Sie nach diesen Worten auf die Frage nach Ihrem Befinden nicht auch antworten: „Es geht mir wie der Türkei“?

Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe.

27 August 2026 0 Kommentare
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Kultur

Deutsche erlebt Kulturschock in den Niederlanden: „Hier ist das ganz normal

von Fremdeninfo 27 August 2026
von Fremdeninfo

 Artikel von Dominik Göttke

Wer kennt es nicht? Man fährt in ein anderes Land und ist urplötzlich mit ganz anderen Gepflogenheiten konfrontiert. Eine andere Sprache, anderes Essen, andere Supermärkte, andere Regeln. Das zeigt sich auch bei Ländern, die gar nicht so weit auseinanderliegen. Der Niederlande beispielsweise. Die grenzt zwar direkt an Nordrhein-Westfalen, dennoch sind manche Dinge in unserem Nachbarland ganz anders, als bei uns. Das Fahrradfahren beispielsweise

So haben die Niederlande eine ganz andere Fahrradkultur als wir Deutsche. Hier wird fast alles mit dem Fahrrad erledigt. Das funktioniert, weil die Niederlande viel besser auf Fahrradfahrer achten. Es gibt tolle Fahrradwege, breite Straßen, eine Top-Infrastruktur und in den großen Städten sogar riesige Fahrradparkhäuser. Was jedoch überraschend ist: Während in Deutschland viele Menschen sich nur mit Helm aufs Zweirad trauen, scheint das in den Niederlanden deutlich weniger verbreitet.

Die Niederlande und das Fahrrad

  • Bessere und sicherere Radwege: In den Niederlanden sind Radwege häufiger baulich vom Autoverkehr getrennt und Kreuzungen stärker auf die Sicherheit von Radfahrern ausgelegt.
  • Mehr Vorrang und direktere Wege: Viele niederländische Städte planen Verkehrswege so, dass Fahrradfahrer durch eigene Ampeln, Fahrradstraßen und direkte Routen schneller und komfortabler ans Ziel kommen.
  • Bessere Abstellmöglichkeiten: Besonders an Bahnhöfen gibt es riesige, teils bewachte Fahrradparkhäuser – Utrecht verfügt beispielsweise über eine Anlage mit rund 12.500 Stellplätzen.

Ganz andere Fahrradkultur in den Niederlanden

So berichtet eine Deutsche, die in die Niederlande ausgewandert ist, dass es für uns erst einmal ein Kulturschock ist, wenn man die Radler in den Niederlanden sieht. „Du schaust dich um… einer fährt ohne Helm. Der nächste fährt ohne Helm. Die halbe Stadt fährt ohne Helm. Und irgendwann merkst du, hier ist das einfach ganz normal. Während man in Deutschland schon schief angeschaut wird, wenn man den Helm mal vergessen hat. Kleiner Kulturschock auf zwei Rädern“, so Nicole Hardiek.

Doch das könnte sich bald ändern. So berichtet eine Followerin in den Kommentaren: „In den Niederlanden wird allerdings gerade über eine Helmpflicht diskutiert. Die Unfallzahlen sind einfach viel zu hoch. An Fahren ohne Helm gibt es nichts zu romantisieren. Wer es machen will… okay. Wir hatten vor zwei Jahren einen Todesfall in der Familie. Mit Helm würde sie heute definitiv noch leben.“

Und ein anderer ergänzt: „Letzte Woche noch von einem alten Kumpel ein Freund mit dem Rad böse gestürzt. Ist dann leider an einer Hirnblutung gestorben. Mit einem Helm wäre es sehr wahrscheinlich besser ausgegangen.“

Wenn du schon einmal mit dem Auto in die Niederlande gefahren bist, kennst du dieses Geräusch. Es beginnt direkt hinter der Grenze.

27 August 2026 0 Kommentare
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Allgemein

ANKAR A DROHT MIT DEM BRUCH:

von Fremdeninfo 27 August 2026
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                   Von: Kemil Taylan 

Erdoğans Chefberater stellt EMRK-Mitgliedschaft infrage
Nach dem dritten Straßburger Freilassungsbefehl für Osman Kavala erwägt das Umfeld des türkischen Präsidenten offen den Ausstieg aus der Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Schritt würde die Türkei aus dem Europarat katapultieren — und die letzten Reste ihrer EU-Perspektive vernichten.
Einen Tag nach dem Urteil der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 25. August hat Mehmet Uçum, Chefberater von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, auf X erklärt, die Türkei werde gezwungen, ihren Status als Vertragspartei der Menschenrechtskonvention und die Möglichkeit von Individualbeschwerden nach Straßburg zu überdenken. Der Gerichtshof diene politischen Projekten und verliere damit jeden Wert für die Türkei. Setzten sich politisch motivierte Entscheidungen fort, werde ein solcher Schritt unvermeidlich — und könne das Ende des EGMR-Systems bedeuten.
Uçum berät den Präsidenten in Rechtspolitik. Eine offizielle Austrittsankündigung ist seine Äußerung nicht. Sie kommt jedoch nicht allein: Quellen im Justizministerium warfen dem Gerichtshof laut Deutscher Welle vor, sich die nationale Justizhoheit anzumaßen und die Türkei voreingenommen zu behandeln.
Was das Urteil sagt
Die Straßburger Richter hatten mit 15 zu 2 Stimmen entschieden, dass die Verurteilung des Kulturförderers Osman Kavala auf einer eklatanten Rechtsverweigerung beruht, nach Konventionsrecht als null und nichtig zu gelten hat und dass Kavala schnellstmöglich freizulassen ist. Das Gericht stellte Verletzungen des Rechts auf Freiheit, auf ein faires Verfahren sowie der Meinungs- und Versammlungsfreiheit fest. Die erschwerte lebenslange Haft ohne Aussicht auf Entlassung wertete es als unmenschliche Behandlung. Verfahren, Haft und Urteil hätten überwiegend dem Zweck gedient, Kavala zu bestrafen und zum Schweigen zu bringen.
Kavala sitzt seit Oktober 2017 im Gefängnis von Silivri, seit April 2022 aufgrund einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen angeblichen Umsturzversuchs im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten von 2013. Es ist die dritte Straßburger Freilassungsanordnung. Die erste erging im Dezember 2019, die zweite im Juli 2022 im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahrens — beide blieben folgenlos.
Die juristische Falle
Uçums Drohung enthält einen Konstruktionsfehler. Die Individualbeschwerde lässt sich nicht separat abschaffen: Seit dem 11. Zusatzprotokoll von 1998 ist sie für alle Vertragsstaaten verbindlich. Wer sie loswerden will, muss die Konvention insgesamt kündigen — nach Artikel 58 EMRK mit sechsmonatiger Frist und ohne befreiende Wirkung für zuvor begangene Verletzungen.
Und dabei bliebe es nicht. Die Mitgliedschaft in der Konvention ist an die Mitgliedschaft im Europarat gekoppelt; Artikel 58 Absatz 3 lässt beide gemeinsam enden. Die Türkei, 1954 einer der ersten Ratifikanten, verlöre damit auch ihren Platz in der ältesten politischen Organisation Europas — inklusive der Prüfmechanismen von Venedig-Kommission, Anti-Folter-Komitee und Anti-Korruptionsgremium GRECO. Aus der Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen ist Ankara bereits 2021 ausgetreten.
Innenpolitisch träfe der Bruch Artikel 90 Absatz 5 der türkischen Verfassung, wonach Menschenrechtsverträge einfachem Recht vorgehen. Die Individualbeschwerde zum türkischen Verfassungsgericht bliebe formal bestehen — ohne Straßburger Rückkopplung und gegenüber einer Justiz, die schon dessen Entscheidungen ignoriert hat.
Der Preis in Brüssel
Für das Verhältnis zur EU wäre ein Austritt der Schlussstrich. Der 2013 eröffnete Visaliberalisierungsdialog, dessen Fahrplan 72 Bedingungen in fünf Blöcken vorsieht — darunter ausdrücklich die Grundrechte —, ist bis heute unabgeschlossen. Türkische Staatsbürger brauchen weiterhin ein Schengen-Visum. Ohne Konventionsbindung wäre der Prozess nicht mehr verhandelbar, sondern erledigt.
Gleiches gilt für die seit 2018 eingefrorenen Beitrittsverhandlungen: Die Achtung der Menschenrechte gehört zu den Grundwerten, an die Artikel 49 des EU-Vertrags jede Bewerbung bindet. Auch die Modernisierung der Zollunion, seit Jahren blockiert, verlöre ihre politische Geschäftsgrundlage.
Am empfindlichsten träfe es die Migrationsarchitektur. Rückübernahmeabkommen und das Flüchtlingsabkommen von 2016 setzen voraus, dass die Türkei als sicherer Drittstaat gilt. Fällt das Refoulement-Verbot des Artikels 3 EMRK weg, wird diese Einstufung vor europäischen Gerichten angreifbar. Auslieferungen in die Türkei, ohnehin selten, wären faktisch ausgeschlossen.
Der Präzedenzfall
Für den Ernstfall gibt es zwei Muster. Griechenland trat 1969 unter der Obristenherrschaft aus dem Europarat aus, um dem Ausschluss zuvorzukommen. Russland wurde 2022 ausgeschlossen und schied im September desselben Jahres aus der Konvention aus. In beiden Fällen ging dem Bruch eine Phase offener Nichtbefolgung voraus.
Genau in dieser Phase befindet sich die Türkei seit sieben Jahren. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass das Konventionssystem mit dem dritten Kavala-Urteil seine Bewährungsprobe erlebt: Bleibt auch dieser Richterspruch folgenlos, stellt sich die Frage nach dem Zweck des Europarats selbst. Die Zuständigkeit liegt nun wieder beim Ministerkomitee — jenem Gremium, das schon zweimal ohne Ergebnis blieb.
Osman Kavala, 68, ist seit fast neun Jahren in Haft.
27 August 2026 0 Kommentare
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Allgemein

ALTAN TAN IST NUR DIE SPITZE DES EISBERGS

von Fremdeninfo 26 August 2026
von Fremdeninfo

                Von: Turgut Öker

Altan Tan hat in den letzten Wochen die Agenda der Aleviten mehr als nötig besetzt. Angesichts unserer zahlreichen ernsthaften Probleme ist es eigentlich nicht notwendig, ihn als Person ernst zu nehmen. Doch die gesellschaftliche und politische Entsprechung der Mentalität, die er vertritt, darf nicht unterschätzt werden. Aus diesem Grund ist eine Antwort unumgänglich geworden.

Es gibt einen großen Teil der Gesellschaft, der in konservativen sunnitischen Familien mit Vorurteilen gegen Aleviten aufwächst. Die Verleumdungen über Aleviten sowie Diskurse, die bisweilen in Groll und Hass umschlagen, werden bereits in den Kindesjahren in den Köpfen verankert.

Menschen, die keine direkten menschlichen Beziehungen zu Aleviten aufbauen und sich keinem bildungsmäßigen oder intellektuellen Prozess unterziehen, leben mit dem Gelernten weiter. Solange sie die Grenzen reaktionär-konservativer Werte nicht überschreiten, verwandeln sie sich in potenzielle Alevitenfeinde. Dieses im Unterbewusstsein implantierte Gift verschwindet nicht. Sobald sich ein geeignetes Umfeld bietet, tritt es wieder zutage.

Altan Tan ist eines der offensichtlichsten Beispiele hierfür in der heutigen Zeit. Er pflegt eine feindselige Haltung gegenüber Revolutionären, freien Frauen, religiösen Minderheiten und insbesondere gegenüber Aleviten. Er ist einer der heutigen Vertreter der „Yezid-Mentalität“.

Er verurteilt die Gesellschaft mit mittelalterlichen Werten, die er in seinem eigenen Leben selbst nicht anwendet. Egal um welches Thema es geht, er findet einen Weg, das Wort auf die Aleviten zu bringen. Er nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um Aleviten anzugreifen.

Diese Aussagen stütze ich nicht auf eine Einschätzung aus der Ferne. Altan Tan und ich waren bei den Wahlen 2015 gemeinsam Abgeordnetenkandidaten für die HDP. Während des Wahlkampfs und in der kurzen Zeit als Abgeordnete erlebten wir bei jeder Begegnung Diskussionen und Spannungen. Ich hatte die Gelegenheit, seine Ansichten über Aleviten, Revolutionäre und freie Frauen aus nächster Nähe zu sehen. Später wurde er ohnehin aus dem Umfeld der HDP ausgeschlossen.

Altan Tan ist ein politischer Opportunist, der dorthin rennt, wo seine Interessen liegen. Seine in letzter Zeit zunehmende Alevitenfeindlichkeit und seine Anbiederung an Erdoğan sind kein Zufall. Er versucht, wieder die Gunst Erdoğans zu gewinnen, der ein enger Freund aus Zeiten der „Millî Görüş“ ist. Er nutzt die Alevitenfeindlichkeit bewusst ein, um erneut als Abgeordneter für die AKP kandidieren zu können.

Sein Ziel ist es, wieder ins Gespräch zu kommen und sich eine neue politische Tür zu öffnen. Deshalb ist es nicht nötig, die Person Altan Tan über Gebühr aufzuwerten.

Doch die Mentalität, die er repräsentiert, muss unbedingt ernst genommen werden. Denn was über seine Lippen kommt, sind nicht nur die Gedanken einer einzelnen Person. Es ist die in die Gegenwart getragene Form von Verleumdungen, Vorurteilen und Feindseligkeiten, die seit Jahrhunderten gegen Aleviten produziert werden.

Zudem lebt diese Mentalität heute nicht nur in bestimmten Teilen der Gesellschaft. Sie ist an der Macht und hat alle Möglichkeiten des Staates in der Hand. Hierin liegt die eigentliche Gefahr.

Altan Tan ist nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Wasseroberfläche verbirgt sich eine alevitenfeindliche Mentalität, die heute an der Macht ist, den Staat regiert und in jeder Ära neue „Altan Tans“ hervorbringt. Dies ist die eigentliche Kraft, die es zu bekämpfen gilt.

26 August 2026 0 Kommentare
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22 Yıldır Bielefeld’de Yaşayan Alpboğa, Türkiye’ye İade Edilmek Üzere Gözaltında

von Cumali Yağmur 26 August 2026
von Cumali Yağmur

Quelle: ANF

  Zeynep Alpboğa in Bielefeld festgenommen: Drohende Abschiebung in die Türkei

Die 55-jährige Zeynep Alpboğa, die seit 22 Jahren in der deutschen Stadt Bielefeld lebt, wurde festgenommen, um in die Türkei abgeschoben zu werden.

Berichten zufolge wurde die Wohnung der aus Nisêbîn (Nusaybin) stammenden Zeynep Alpboğa von maskierten Polizisten gestürmt. Während der Razzia wurden die Mobiltelefone der Familienmitglieder beschlagnahmt und ihnen wurde für mehrere Stunden jegliche Kommunikation untersagt.

Es wurde bekannt, dass gegen Zeynep Alpboğa bereits seit längerer Zeit Ermittlungen geführt wurden, wobei ihre Tätigkeiten im Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrum in Bielefeld als Begründung angeführt wurden. Infolge dieser Ermittlungen wurde ihr Aufenthaltsrecht widerrufen. Die festgenommene Alpboğa wurde zunächst zum Polizeipräsidium Bielefeld gebracht.

Nach Informationen ihrer Familie wurde bereits ein Flugticket für den 26. August nach Istanbul gebucht; es wird erwartet, dass sie in eine Abschiebehaftanstalt überstellt wird.

Die Familie weist darauf hin, dass in der Türkei laufende Gerichtsverfahren gegen sie anhängig sind und Zeynep Alpboğa im Falle einer Abschiebung unmittelbar von einer Verhaftung bedroht wäre.

Die Angehörigen riefen Menschenrechts- und Rechtsorganisationen zur Solidarität auf, um die Abschiebung von Zeynep Alpboğa in die Türkei zu verhindern.

 

26 August 2026 0 Kommentare
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Wie die Türkische Küche Deutschland verändert

von Fremdeninfo 26 August 2026
von Fremdeninfo

 

  1. Von Erkan/ dtj –online

Quelle: KI-generiert

Von Döner bis Meze: Wie die Türkische Küche in Deutschland Alltag, Kultur und Gesellschaft prägt – und weit mehr ist als Fast Food.

Die Türkische Küche ist in Deutschland längst mehr als ein kulinarischer Trend. Sie gehört zum Alltag vieler Menschen, prägt Innenstädte, Familienfeste und das Angebot im Supermarkt. Was oft mit dem Döner verbunden wird, erzählt in Wahrheit eine viel größere Geschichte über Migration, Identität, Wirtschaft und gelebte Kultur. Die Türkische Küche in Deutschland ist ein Beispiel dafür, wie Essen Brücken baut – zwischen Generationen, Nachbarschaften und gesellschaftlichen Milieus.

Seit den 1960er Jahren, als viele Menschen aus der Türkei im Zuge der Arbeitsmigration nach Deutschland kamen, hat sich auch ihre Küche Schritt für Schritt etabliert. Anfangs war sie vor allem Teil des privaten Lebens: Rezepte wurden in Familien weitergegeben, Zutaten improvisiert oder aus der Heimat mitgebracht. Mit der Zeit entstanden Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Restaurants und Imbisse. Heute ist türkisches Essen aus der deutschen Esskultur nicht mehr wegzudenken.

Mehr als Döner: Die Vielfalt der Türkischen Küche

Wer in Deutschland an Türkische Küche denkt, denkt oft zuerst an Döner, Lahmacun oder Baklava. Diese Gerichte sind zwar populär, bilden aber nur einen kleinen Ausschnitt ab. Die Küche der Türkei ist regional geprägt und verbindet Einflüsse aus Anatolien, dem Mittelmeerraum, dem Balkan, dem Kaukasus und dem Nahen Osten. Entsprechend groß ist die Vielfalt an Speisen, Gewürzen und Zubereitungsarten.

In deutschen Städten wächst seit Jahren das Interesse an dieser Breite. Neben klassischen Imbissen bieten viele Lokale inzwischen Gerichte wie Menemen, Mercimek-Suppe, Köfte, Manti, Imam Bayildi oder verschiedene Meze an. Auch die türkische Frühstückskultur gewinnt an Beliebtheit: Mit Simit, Oliven, Käse, Tomaten, Honig, Kaymak und Tee steht sie für gemeinsames Essen und Entschleunigung. Gerade in urbanen Zentren wird Türkische Küche dadurch zunehmend als vielseitige Genusskultur wahrgenommen – nicht nur als schnelles Essen für unterwegs.

Ein Stück Migrationsgeschichte auf dem Teller

Die Entwicklung türkischer Lebensmittel und Restaurants in Deutschland ist eng mit der Geschichte der Einwanderung verbunden. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer bauten sich mit kleinen Geschäften eine wirtschaftliche Existenz auf. Türkische Bäckereien, Gemüseläden und Metzgereien wurden zu wichtigen Anlaufstellen, zunächst für die eigene Community, später für eine viel breitere Kundschaft.

Diese Orte waren und sind mehr als Verkaufsflächen. Sie sind soziale Räume, in denen Sprache, Erinnerungen und Traditionen weiterleben. Gleichzeitig spiegeln sie die Anpassung an das Leben in Deutschland wider. Rezepturen wurden verändert, Zutaten regional eingekauft, Portionsgrößen angepasst und neue Zielgruppen angesprochen. Die Türkische Küche in Deutschland ist deshalb nicht statisch, sondern Ausdruck einer lebendigen Migrationskultur.

Besonders sichtbar wird das am Döner. Kaum ein Gericht steht so sehr für den kulturellen Austausch in Deutschland. Viele sehen ihn als Symbol für eine migrantisch geprägte Erfolgsgeschichte: ein Essen, das massentauglich wurde und heute quer durch alle sozialen Gruppen beliebt ist. Gleichzeitig zeigt die Fixierung auf den Döner auch, wie stark komplexe Kultur manchmal auf ein einziges Produkt reduziert wird.

Zwischen Tradition und Innovation

Mit der zweiten und dritten Generation hat sich die Türkische Küche in Deutschland weiterentwickelt. Junge Köchinnen, Gastronomen und Food-Unternehmer verbinden traditionelle Rezepte mit modernen Ideen. Sie setzen auf regionale Produkte, vegetarische Varianten, Fine Dining oder neue Präsentationsformen. So entstehen Konzepte, die zugleich an Herkunft erinnern und in der deutschen Gastronomieszene neue Akzente setzen.

Auch gesellschaftliche Trends spielen eine Rolle. Die Nachfrage nach frischem Gemüse, Hülsenfrüchten, gegrillten Speisen und gemeinsam geteilten Tellern kommt der Türkischen Küche entgegen. Viele klassische Gerichte passen gut zu einem bewussteren Ernährungsstil. Das gilt etwa für Linsensuppen, Auberginengerichte, Joghurt-Speisen oder kleine Vorspeisen, die Abwechslung und Ausgewogenheit bieten.

Gleichzeitig bleibt die Frage nach Authentizität präsent. Was ist noch traditionell, was bereits angepasst? In der Praxis zeigt sich: Authentizität ist oft kein fester Zustand, sondern eine Aushandlung. Familienrezepte unterscheiden sich ohnehin von Region zu Region. Dass sich türkisches Essen in Deutschland verändert hat, ist daher kein Verlust, sondern Teil seiner Geschichte.

Türkische Lebensmittel im deutschen Alltag

Längst hat die Türkische Küche auch die Regale großer Supermärkte erreicht. Produkte wie Ayran, Yufka-Teig, Bulgur, Börek, Schafskäse, Oliven, Tahin oder Sucuk sind heute vielerorts selbstverständlich erhältlich. Dazu kommen türkische Marken, die nicht nur von Menschen mit familiären Wurzeln in der Türkei gekauft werden. Die Präsenz türkischer Lebensmittel im Einzelhandel zeigt, wie stark kulinarische Gewohnheiten sich verändert haben.

Diese Entwicklung hat auch die deutsche Küche beeinflusst. Gewürze wie Pul Biber oder Sumach, Speisen wie gefüllte Weinblätter oder Grillgerichte nach anatolischer Art finden sich immer häufiger auf Buffets, in Kantinen oder bei privaten Einladungen. Essen wird so zum alltäglichen Ort kultureller Begegnung. Wer gemeinsam kocht oder isst, lernt oft auch etwas über Geschichte, Familie und Gesellschaft.

Kulinarik als Teil gesellschaftlicher Anerkennung

Die Erfolgsgeschichte der Türkischen Küche in Deutschland hat aber auch eine ambivalente Seite. Einerseits ist sie anerkannt, beliebt und wirtschaftlich bedeutend. Andererseits bedeutet kulinarische Offenheit nicht automatisch gesellschaftliche Gleichberechtigung. Viele Menschen mit türkischer Familiengeschichte erleben, dass ihre Kultur über das Essen geschätzt wird, während sie in anderen Bereichen weiterhin mit Vorurteilen oder politischen Zuschreibungen konfrontiert sind.

Gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die Bedeutung von Küche für die Gesellschaft. Essen ist kein oberflächliches Thema. Es geht um Arbeit, Sichtbarkeit, Teilhabe und Respekt. Wenn Türkische Küche in Deutschland selbstverständlich geworden ist, dann erzählt das von einer Realität, in der Migration das Land verändert hat – nicht am Rand, sondern im Zentrum des Alltags.

Auch in Schulen, auf Stadtfesten oder in interkulturellen Projekten spielt Essen oft eine verbindende Rolle. Gemeinsame Kochabende, Nachbarschaftsinitiativen oder Kulturwochen zeigen, dass Gerichte Gesprächsanlässe schaffen können, wo politische Debatten schnell verhärten. Die Küche wird damit zu einem sozialen Raum, in dem Unterschiede nicht verschwinden, aber produktiv verhandelt werden.

Wohin sich die Türkische Küche in Deutschland entwickelt

Die Zukunft der Türkischen Küche in Deutschland dürfte noch vielfältiger werden. Schon heute wächst das Interesse an regionalen Spezialitäten aus Gaziantep, der Ägäis oder Schwarzmeer-Regionen, an handwerklicher Backkunst und an saisonalen Zutaten. Gleichzeitig prägen soziale Medien, Lieferdienste und neue Gastro-Konzepte, wie türkisches Essen wahrgenommen wird. Zwischen Streetfood, Familienrestaurant und gehobener Küche öffnet sich ein breites Spektrum.

Entscheidend ist dabei, die Türkische Küche nicht auf Klischees zu reduzieren. Sie ist Teil der deutschen Gegenwart und ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. Wer über Essen spricht, spricht hier auch über Zugehörigkeit, Erinnerung und kulturelle Selbstverständlichkeit. In diesem Sinne ist die türkische Küche in Deutschland nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch ein Kapitel moderner Einwanderungsgeschichte.

Dass Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig türkisches Essen kaufen, kochen oder teilen, zeigt: Kultur findet nicht nur in Museen oder Debatten statt. Sie lebt im Alltag, auf dem Wochenmarkt, im Restaurant und am Küchentisch. Genau dort hat die Türkische Küche ihren festen Platz gefunden – als Genuss, als Wirtschaftsfaktor und als Teil einer vielfältigen Gesellschaft.

26 August 2026 0 Kommentare
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Allgemein

PANISLAMISMUS (ÜMMETÇİLİK) IST NICHT DER ‚INTERNATIONALISMUS DES NAHEN OSTENS‘, SONDERN DER NAME DER MONARCHISCHEN REGIME, DIE TOM BARRACK DEN VÖLKERN DES NAHEN OSTENS ZUDENKT“

von Fremdeninfo 26 August 2026
von Fremdeninfo

     Beitrag von Celal Işık

Die islamistische Sprache von Altan Tan ist eine Sprache, die alevitische Kurden und linke Kreise, die innerhalb der DEM-Partei oder der politischen Kurdenbewegung stehen oder diese unterstützen, spaltet und ausgrenzt.

Er stellt diese gesellschaftlichen Gruppen sogar als ein Hindernis dar, das „bereinigt“ werden müsse, damit die Verwirklichung der muslimischen kurdisch-türkischen Brüderschaft (der Umma) erfolgen kann.

Dass Altan Tan diese Worte gerade jetzt äußert, nachdem Öcalan sagte, dass auch Mehmet Metiner und Altan Tan Teil eines „neuen Einheitskonzepts“ sein sollten, erscheint zeitlich sehr vielsagend.

Während Öcalan behauptet, die „Umma sei der islamische Internationalismus des Nahen Ostens“, zeigen Altan Tans Versuche, die „Aleviten ohne Ali“ und die Sozialisten als problematisch im Verhältnis zur Umma und zum Islam darzustellen, dass sie demselben Paradigma wie die aktuelle Regierung folgen.

Genauer gesagt: Altan Tans Beschreibung der alevitischen Kurden und Linken als Personen, die im Konflikt mit Özal, Demirel, Erbakan, Menderes und heute der AKP stünden – betrachtet aus dem Paradigma des Nakschibendi-Ordens –, beweist seine Beharrlichkeit in der traditionellen Verteidigung einer panislamistischen rechten Linie statt der Demokratie.

Er stellt die Linke und die Aleviten als „Andere“ dar, die Probleme mit dem Islam hätten, und betrachtet die alevitischen kurdischen und linken Teilnehmer innerhalb der DEM-Partei als Unruhestifter („Eiterbeule“) und als Hindernis für die islamische kurdisch-türkische Brüderschaft.

Dies deckt sich eins zu eins mit den Ansichten von Tom Barrack, der sagte, für den Nahen Osten sei keine demokratische Ordnung nötig, sondern eine „barmherzige Monarchie“ reiche aus.

Es muss betont werden, dass Öcalans Hervorhebung der historischen Allianz zwischen Yavuz (Sultan Selim) und İdris-i Bitlisî die historischen Wunden und Schmerzen der alevitischen Kurden innerhalb der politischen Kurdenbewegung und der DEM-Partei aufreißen wird und der demokratischen sowie pluralistischen Einheit von Kurden jeglichen Glaubens widerspricht.

Wenn diese Betonung Öcalans nicht dazu dient, das Herz der Regierung zu erfreuen – die eine besondere Vorliebe für Yavuz hat –, dann besteht die Notwendigkeit, den kurdischen Aleviten gegenüber eine Erklärung abzugeben.

Andernfalls ist es zwar wichtig, dass Frieden herrscht, die Waffen niedergelegt werden und Öcalan sowie seine Mitstreiter durch bestimmte rechtliche Regelungen von den Bergen in die Städte kommen und zivile Politik machen – oder dass den Kurden bestimmte Rechte gewährt werden –, doch all dies bedeutet keine Garantie für die Sicherung einer Demokratischen Republik.

Ein Verständnis, das die pluralistische, multikulturelle und multireligiöse Struktur der Kurden ignoriert und den Minderheiten die Kultur und den Glauben der Mehrheit aufzwingt, kann keine Demokratisierung herbeiführen.

Eine Regierung, die auf der Vorherrschaft der sunnitisch-muslimischen Mehrheit über andere ethnische und religiöse Minderheiten basiert, ist nicht demokratisch, sondern allenfalls eine „mehrheitsbasierte Diktatur“ (Majoritarismus).

Es ist von größter Bedeutung, dass Öcalan und die DEM-Partei in diesen Tagen bestätigen, dass sie nicht-muslimische und nicht-sunnitische Kurden sowie andere Glaubensrichtungen und Ethnien aus der Perspektive gleichberechtigter Bürger betrachten.

Andernfalls werden jenen islamistischen, türkisch-nationalistischen, kurdisch-nationalistischen und sämtlichen lösungskritischen sowie demokratiefeindlichen Kreisen, die versuchen, die pluralistische Basis der DEM zu spalten und die Partei zu schwächen, Tür und Tor geöffnet.

Panislamismus (Ümmetçilik) ist nicht der Internationalismus der Völker des Nahen Ostens, sondern der Zusammenschluss von Islamisten.
Es ist der Name eines Regimes, das Tom Barrack für den Nahen Osten vorgesehen hat.

26 August 2026 0 Kommentare
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