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Allgemein

Dobrindt: Durchschnittlich 580 Gewalttaten pro Tag

von Fremdeninfo 4 Mai 2026
von Fremdeninfo

Von Dpa

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, dass in Deutschland täglich durchschnittlich 580 Gewalttaten begangen werden.

Dobrindt stellte in der Hauptstadt Berlin gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, und dem Hamburger Innensenator Andy Grote die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vor.

Dobrindt gab an, dass die Zahl der Straftaten in Deutschland im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gesunken sei. Er erläuterte, dass dies teilweise auf die Entkriminalisierung von Cannabis durch das im Jahr 2024 in Kraft getretene Gesetz zurückzuführen sei.

„In Deutschland werden täglich durchschnittlich 580 Gewalttaten begangen. Wir sprechen hier von Morddelikten, Vergewaltigungen und schwerer Körperverletzung“, sagte Dobrindt.

Unter Hinweis darauf, dass der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 42,9 Prozent liege, betonte Dobrindt, dass die digitalen Ermittlungsbefugnisse der Polizei ausgeweitet werden müssten und hierzu in Kürze eine gesetzliche Regelung getroffen werde.

Aus der Polizeilichen Kriminalstatistik

Dem Bericht zufolge sank die Gesamtzahl der in Deutschland im Jahr 2025 begangenen Straftaten im Vergleich zu 2024 um 5,6 Prozent auf 5.508.559 Fälle.

Die Zahl der Tatverdächtigen sank ebenfalls um 5,9 Prozent auf 2,05 Millionen. Die Zahl der Gewalttaten ging im Vergleich zu 2024 um 2,3 Prozent zurück und wurde mit 212.335 Fällen beziffert.

Im Bericht wurde darauf aufmerksam gemacht, dass bei Delikten wie Mord und Totschlag ein Anstieg von 6,5 Prozent und bei Vergewaltigung und sexuellem Übergriff ein Anstieg von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war.

Zunahme bei tatverdächtigen Kindern beobachtet

Im Vergleich zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurde ein Anstieg der Gewalttaten nur bei Kindern beobachtet. Die Zahl der kindlichen Tatverdächtigen bei Gewalttaten stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 14.235 an.

Bei den Jugendlichen sank die Zahl der Tatverdächtigen in diesem Bereich zwar um 7,4 Prozent auf 29.070, die Zahl verbleibe jedoch auf einem hohen Niveau.

Dies könne mit der Zunahme psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren zusammenhängen. Als einer der Gründe wurden wachsende Zukunftsängste angesichts vielfältiger Krisen angeführt.

Zudem wurde im Bericht mitgeteilt, dass die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Kinderpornografie im Jahr 2025 trotz eines Rückgangs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 41.677 Fällen weiterhin hoch sei.

4 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Obdachlose Menschen sind noch mehr zur Zielscheibe von Hass geworden“

von Fremdeninfo 4 Mai 2026
von Fremdeninfo

 

Artikel von Steven Micksch/ F.R. 

Bruder Michael leitet den Franziskustreff für Obdachlose in Frankfurt. Er prangert die Verrohung der Gesellschaft an und fordert mehr Menschlichkeit.

Für die Menschen, die zum Frühstücken in den Franziskustreff in der Frankfurter Innenstadt kommen, gehört Bruder Michael Masseo Maldacker schon dazu. Es ist kaum möglich für ihn, durch den Speisesaal zu gehen, ohne in ein Gespräch verwickelt zu werden. Dabei ist er erst seit Anfang des Jahres in leitender Funktion in Frankfurt. Für das Interview nimmt er sich viel Zeit, wägt seine Worte ab und scheut sich nicht, die Verrohung in Teilen der Gesellschaft anzuprangern.

Zur Person

Bruder Michael Masseo Maldacker ist 51 Jahre alt und Kapuzinermönch. Seit Anfang des Jahres leitet er den Franziskustreff in Frankfurt, der obdachlosen und armen Menschen Frühstück, Sozialberatung und weitere Unterstützung anbietet.

Der 51-Jährige folgt auf Bruder Michael Wies, der in das Kapuzinerkloster nach Altötting in Oberbayern entsandt wurde.

Geboren und aufgewachsen ist Maldacker im Schwarzwald, im Großraum Freiburg. Nach seinem Abitur und einem Redaktionsvolontariat studierte er in Mainz Publizistikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Ethnologie.

Nach seinem Abschluss arbeitete er lange Zeit als Journalist. Als Vierzigjähriger studierte er Theologie (in Freiburg und Münster), 2018 trat er in den Kapuzinerorden ein.

Bruder Michael, wie sind Sie in Frankfurt und in der Leitungsposition des Franziskustreffs gelandet?

Als Kapuzinermönch war ich zuletzt in Salzburg und war dort in der Geflüchtetenarbeit tätig. Der Provinzial unserer Ordensprovinz kam dann schließlich auf mich zu und sagte mir, dass ich nach drei Jahren Salzburg den Standort wechseln solle. Es ist im Sinne unseres Ordensgründers Franz von Assisi, dass wir nirgendwo Wurzeln schlagen. Mir war es wichtig, etwas Soziales weitermachen zu dürfen. Und der Franziskustreff in Frankfurt ist die ideale Stelle für einen Sozialkapuziner. Ich bin gern hierhergekommen.

Wie war Ihr Werdegang zum Kapuzinermönch?

Ich war nicht mein ganzes Leben lang gläubig. Ich komme zwar aus einem traditionellen katholischen Elternhaus, aber ich habe mich im Laufe meines Lebens von Gott abgewandt und seine Existenz geleugnet.

Wie kam das?

Weil ich damals den Gedanken nicht zusammenbringen konnte, wie der allmächtige und gütige Gott Leid in der Welt zulässt. Gut zehn Jahre lang war ich dann Atheist, bis ich mein Leben sozusagen auf den Kopf gestellt habe. Nach einer Begegnung mit einem Priester ist mir klargeworden: „Wenn ich Gottes Berufung jetzt nicht nachfolge, wann dann? Jetzt oder nie mehr.“ Also bin ich in Freiburg ins Priesterseminar, doch ich wurde dort nicht glücklich, weil ich ein liberal und progressiv denkender Mensch bin. Dieses Denken fand ich schließlich bei den Kapuzinern.

Was ist Ihnen da wichtig?

Ganz nah am Menschen dran zu sein. Und ich will auch vom Menschen her denken. Deswegen kann ich beispielsweise nicht kategorisch sagen: Ich bin in jedem Fall gegen Abtreibung. Da muss man das Wohl von Mutter und Kind im Blick behalten. Genauso wichtig ist mir, dass ich homosexuellen Menschen sagen kann: Du wirst von Gott geliebt, und du bist in der Kirche erwünscht. Das ist für mich selbstverständliche Menschenliebe. Und genau so verstehe ich Gottes Liebe.

Warum haben Sie am Ende wieder zu Gott gefunden, trotz all des Leids, das es immer noch gibt?

Zunächst gebe ich mich damit zufrieden, dass ich diese Antwort, warum er das Leid geschehen lässt, nicht finden kann. Es gibt Ansätze, etwa dass Gott uns den freien Willen geschenkt hat und dass wir, die Menschen, für das, was wir als Leid empfinden, selbst verantwortlich sind. Letztlich bin ich mir sicher: Gott weiß genau, was er tut. Und: Gott ist so viel klüger als ich. Ich kann gar nicht alle Antworten kennen, wofür Leid notwendig ist. Aber ich weiß, dass er sich etwas dabei denkt. Und alles, was er tut, ist gut. Ich als Mensch verstehe sein Handeln nur nicht immer. Spätestens am Jüngsten Tag wird mir Gott erläutern, warum er Leid auf der Erde zugelassen hat.

Was ist Ihnen persönlich in Ihrer Arbeit und Ihrem Handeln wichtig?

Der Mensch und Gott stehen im Mittelpunkt. Insbesondere natürlich die Menschen, die Hilfe, Zuwendung, Aufmerksamkeit benötigen. Und das sind im Fall des heiligen Franziskus, meines Ordensgründers und großen Vorbilds, die Ausgegrenzten. Das waren schon immer auch die Armen. Deswegen bin ich hier im Franziskustreff richtig. Auch die Geflüchteten, mit denen ich zuvor unterwegs war, sind Ausgegrenzte.

Gerade bei den geflüchteten Menschen ist die Stimmung im Land stark gekippt.

Unvorstellbar, dass Menschen, die alles, was sie hatten, hinter sich lassen, weil das Leid zu groß ist, weil die Heimat weggebombt wurde, hier angefeindet, diskriminiert werden und unerwünscht sind, anstatt Hilfe zu erfahren und Zuwendung zu erhalten. Der Hass ist inzwischen so groß geworden in diesem Land, dass die Zuwendung, die Wahrnehmung als Mensch in Teilen der Gesellschaft fehlt. Unsere Gesellschaft ist nicht ausreichend bereit zu teilen. Der Geflüchtete ist unerwünscht, er stört im heilen Alltag. Übrigens genauso wie die Obdachlosen. Auch sie werden diskriminiert. Aber Obdachlose sind Teil der Gesellschaft. Jeder kann in die Obdachlosigkeit abgleiten.

Helfen Sie als Chef dann auch mal selbst im Frühstückstreff mit, oder bleiben Sie am Schreibtisch?

Ich bin kein Freund von Besprechungen und Sitzungen, Schreibtischarbeit ist für mich notwendiges Übel. Ich will zu den Menschen. Das sind einerseits die Menschen, die ihr Geld geben. Das ist wichtig, denn die Obdachlosenhilfe des Franziskustreffs und seiner Stiftung finanziert sich aus Spenden. Andererseits ist menschliche Nähe zu spenden ein wichtiger Teil der franziskanischen Berufung. Das kann ich am allerbesten, wenn ich selbst im Frühstücksraum des Franziskustreffs arbeite. Das geschieht leider, aufgrund meiner vielfältigen Aufgaben, viel zu selten. Ich würde lieber häufiger Wurst- oder Käseplatten richten, Kaffee kochen und servieren. Weil ich dann unmittelbar an die Tische komme und ein offenes Ohr haben kann.

Wie geht es denn den obdachlosen Menschen in Frankfurt?

Ich bin noch nicht lange genug hier, um das ausreichend bewerten zu können. Da muss ich die Menschen noch besser kennenlernen und konkrete Probleme besser verstehen lernen. Was mir allerdings schon klargeworden ist, ist, dass die Menschen gehört, wahrgenommen und beachtet werden wollen. Oft werden sie aber verachtet oder ignoriert. Für Armut muss sich aber niemand schämen. Ich habe das Gefühl, dass das gesellschaftliche Klima frostiger geworden ist, und der Neid ist in den zurückliegenden Jahren immer stärker geworden. Im Zuge dessen sind obdachlose Menschen leider noch einmal mehr zur Zielscheibe von Hass geworden.

Wie kann man das ändern?

Es muss ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden. Wir alle müssen uns bewusst machen und begreifen, dass Obdachlose Teil der Gesellschaft sind, die eben nicht nerven, sondern unserer Unterstützung bedürfen. Vielfach sind sie unverschuldet in Armut geraten. Es kann leider jede und jeden treffen. Und dann ist man froh und dankbar für jede Form der Hilfe. Ich möchte immer wieder appellieren: Bitte schaut nicht herab auf Menschen und feindet nicht diejenigen an, die momentan in einer schlechten Lage sind. Hierfür möchten wir im Franziskustreff ein Vorbild sein. Allen Menschen, die das Frühstücksangebot oder die freiwillige Sozialberatung annehmen, begegnen wir auf Augenhöhe. Und wir setzen uns mit unserer Stiftung sehr für die Aufklärung der Öffentlichkeit ein, die immer noch verbreiteten Vorurteile und Missverständnisse in den Köpfen aufzulösen. Auch das hilft betroffenen Menschen in ihrem Alltag. So informieren wir über unsere Homepage, bei Veranstaltungen, in klassischen Medien und über die Social-Media-Kanäle zu den Ursachen von Obdachlosigkeit.

Wie kann man in Frankfurt die Situation der obdachlosen Menschen verbessern?

Das Dach über dem Kopf ist ein menschliches Grundbedürfnis, aber es ist nicht überall möglich, auch in Frankfurt nicht. Kein Mensch sollte auf der Straße leben müssen, deshalb muss Wohnraum her. In Frankfurt gibt es nicht ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Und es braucht mehr niedrigschwellige Hilfen. Denn wer seine Wohnung verliert, steckt schnell in einem Teufelskreis: Wer keine Wohnung hat, findet keine Arbeit; wer keine Arbeit hat, findet keine Wohnung.

Nun können Sie die Wohnungen aber schwer alle selbst bauen.

Das stimmt, wenn ich das ändern könnte, würde ich das tun. Aber durch die Spenden der Wohltäterinnen und Wohltäter finden obdachlose und arme Menschen im Franziskustreff konkrete und wirksame Hilfen. Das beginnt mit dem reichhaltig gedeckten Frühstückstisch und geht weiter im benachbarten Büro der Sozialarbeiterin, die bei vielen Problemen ganz praktisch unterstützt. Auch beim Thema Gesundheit sind wir seit einiger Zeit gut aufgestellt mit der psychiatrischen Praxis für Wohnsitzlose.

Warum ist das wichtig?

Studien zufolge haben 77 Prozent der wohnungslosen Menschen eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Häufig ist sie die Ursache dafür, dass Menschen ihr Zuhause verlieren und in Not geraten. Und auf der anderen Seite macht das Leben auf der Straße krank, das sagen mir immer wieder Gäste des Frühstückstreffs. Die Sprechstunden unserer Psychiaterin Eva Fučík sind folglich gut besucht. Psychische Erkrankungen lähmen, da ist nicht das Leben möglich, das ich jedem wünsche. Wenn wir gegen psychische Erkrankungen angehen können, kann für Erkrankte der Weg aus der Obdachlosigkeit gelingen.

Was kann sich noch positiv auf die Situation der Menschen auswirken?

Der eine Euro an den Obdachlosen, der allenfalls unser Gewissen erleichtert, reicht nicht. Es genügt nicht, nur den Hunger zu stillen. Wohnungen und Gesundheitsversorgung habe ich genannt. Ein weiterer Aspekt ist Arbeit. Wenn Menschen in Arbeit gebracht werden, dann sind sie im Idealfall nicht mehr arm. In der „Franziska-Werkstatt“, unserer Kerzenwerkstatt, führen wir von Wohnungslosigkeit betroffene und bedrohte Menschen niedrigschwellig wieder in Kontakt mit der Arbeitswelt. Das ist ein wichtiger Schritt. Wir als Franziskustreff sind trotzdem nur ein kleines oder vielleicht ein mittelgroßes Rädchen in Frankfurt, damit ein gesellschaftliches Umdenken stattfindet. Für uns ist es wichtig, dass alle, besonders diejenigen, denen es nicht so gut geht, ein menschenwürdiges Leben in dieser Stadt führen

4 Mai 2026 0 Kommentare
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İsa Turan
Allgemein

Die Welt verändert sich nicht nur; sie löst sich auf

von Cumali Yağmur 3 Mai 2026
von Cumali Yağmur

Von: Isa Turan

Wir veröffentlichen hier gemeinsam zwei Texte von İsa: „Pressefreiheit“ und „Die Welt verändert sich nicht nur, sie löst sich auf“.

Diese Auflösung ist kein isoliertes Ereignis, sondern ein Prozess, bei dem sich gleichzeitige Brüche gegenseitig nähren, beschleunigen und vertiefen. Diese Auflösung ist weder zufällig noch vorübergehend. Vielmehr ist sie Ausdruck einer strukturellen Transformation, die durch den gleichzeitigen Erosionsprozess der normativen, ökonomischen und politischen Grundlagen der internationalen Ordnung geformt wird. Wir befinden uns in einer Ära, in der Kriege geografische Grenzen überschreiten, die Wirtschaft globalisiert ist, die Gerechtigkeit jedoch auf nationaler Ebene verharrt und Institutionen einen massiven Legitimationsverlust erleiden.

Der Russland-Ukraine-Krieg ist längst kein regionaler Konflikt mehr. Russlands Invasion in der Ukraine markiert einen strukturellen Bruch, der das normative Fundament der internationalen Ordnung erschüttert. Ähnlich erzeugen die vielschichtigen Konflikte im Nahen Osten – entlang der Achse Gazastreifen, Libanon und Syrien – ein „Regime der permanenten Krise“, das klassische Definitionen von Krieg sprengt.

Ergänzt wird dieses Bild durch militärische Interventionen unter der Führung der USA und Israels. Insbesondere die Spannungen rund um den Iran und regionale Stellvertreterkriege schaffen ein multizentrisches Konfliktfeld. In Lateinamerika zeigen die anhaltenden Spannungen um Venezuela und Kuba, dass die Reflexe des Kalten Krieges keineswegs verschwunden sind. Im Asien-Pazifik-Raum bildet die Taiwan-Frage aufgrund des Spannungsverhältnisses zwischen dem „Ein-China“-Prinzip und der faktischen Souveränität eine der sensibelsten Verwerfungslinien des globalen Systems.

Zusammengenommen ist das Bild klar: Die Welt besteht nicht mehr nur aus der Summe regionaler Krisen; sie tritt in einen Prozess der systemischen Fragmentierung ein. Gramscis Ausspruch gewinnt in diesem Kontext erneut an Bedeutung: „Die alte Welt stirbt, die neue kann nicht geboren werden; jetzt ist die Zeit der Ungeheuer.“ Diese „Zwischenzeit“ ist keine Ausnahme mehr, sondern zur globalen Norm geworden. Es gibt kein einzelnes Zentrum mehr, doch die Vielheit bringt von sich aus keine Ordnung hervor.

Die Aussage des UN-Nothilfekoordinators Tom Fletcher, dass die „internationale Ordnung zusammengebrochen ist“, ist in diesem Zusammenhang keine Rhetorik, sondern eine Diagnose. Denn es geht nicht mehr nur um den Bruch der Ordnung, sondern um die Erosion der Idee einer Ordnung an sich.

In diesem Vakuum entsteht eine zweigeteilte Welt: Auf der einen Seite machtzentrierte, isolationistische Staaten, die Sicherheit auf nationale Kapazitäten reduzieren; auf der anderen Seite fragile, fragmentierte, aber multilaterale „Koalitionsversuche“. Gegenseitige Abhängigkeit erzeugt keine Stabilität mehr, sondern vertieft die Anfälligkeit.

Gleichzeitig tritt eine immer wichtigere Achse in den Vordergrund: globale Ungleichheit und die grenzüberschreitende Mobilität des Kapitals. Die von Denkern wie Thomas Piketty, Michael Sandel und Gabriel Zucman vorgeschlagene globale Steuerarchitektur zielt darauf ab, in die ökonomische Dimension dieser Fragmentierung einzugreifen. Dieser Ansatz sieht das Hauptproblem darin, dass Reichtum und Kapital nationale Grenzen überschreiten und dadurch Steuersysteme wirkungslos machen.

Insbesondere Steueroasen, Gewinnverschiebungsmechanismen multinationaler Konzerne und die globale Konzentration von Wohlstand untergraben die wirtschaftliche Souveränität der Staaten. Daher sind die vorgeschlagene globale Vermögenssteuer, die Mindestkörperschaftssteuer und internationale Koordinationsmechanismen nicht nur technische finanzpolitische Maßnahmen, sondern Teil der Suche nach einer neuen globalen Ordnung. Die Wirksamkeit dieses Modells hängt jedoch direkt von politischer Macht ab. In einer Welt, in der Kapital global agieren kann, muss auch die Besteuerung global erfolgen. Dies ist nur durch eine starke internationale Koordination und einen politischen Willen möglich, der Verteilungsgerechtigkeit ins Zentrum stellt.

Aus dieser Perspektive hängt die Zukunft des globalen Systems nicht nur vom geopolitischen Machtwettbewerb ab, sondern auch davon, wie ökonomische Gerechtigkeit definiert wird. Wenn ein solches globales Steuerregime nicht etabliert werden kann, wird die Kapitalmobilität die Staaten in wettbewerbsorientiertere, protektionistischere und fragmentiertere Strukturen drängen. Dies wird die Spannung zwischen Multipolarität und Ungleichheit weiter verschärfen.

Die grundlegende Frage hat sich gewandelt: Ist diese Fragmentierung der Geburtschmerz einer neuen, gerechteren Weltordnung oder der Beginn einer Machtanarchie, in der Regellosigkeit zum Dauerzustand wird? Denn die Geschichte lässt das Fehlen einer Ordnung nicht lange unbesetzt. Jedes Vakuum wird unweigerlich von einer Macht gefüllt.


Zum Tag der Pressefreiheit

Heute, am Tag der Pressefreiheit, beobachten wir weltweit eine besorgniserregende Entwicklung. In vielen Ländern bewegt sich die Situation in die falsche Richtung. Journalismus wird selbst in Demokratien immer häufiger kriminalisiert. Immer mehr Länder werden hinsichtlich der Pressefreiheit als „schwierig“ oder „sehr ernst“ eingestuft.

Pressefreiheit bedeutet, dass Journalisten es wagen können, die Macht zu kontrollieren. Es bedeutet, dass sie ohne Drohungen, Zensur oder Gewalt arbeiten können. Und es bedeutet, dass Menschen Zugang zu korrekten und unabhängigen Informationen haben.

Doch Pressefreiheit ist mehr als das Recht zu schreiben. Es ist der Mut, der Macht direkt in die Augen zu schauen. Es ist das Recht, trotz aller Risiken zu berichten. Es ist die Möglichkeit, die Welt so zu verstehen, wie sie ist – und nicht so, wie sie sein soll.

Wenn Federn aus Angst zerbrechen, wächst die Dunkelheit zwischen den Zeilen. Und wo die Wahrheit schweigt, spricht die Macht, ohne hinterfragt zu werden. Solange jemand wagt zu schreiben, gibt es Widerstand. Solange jemand wagt zu lesen, gibt es Hoffnung.

Wenn die Pressefreiheit schwächelt, schwächelt auch die Demokratie. Heute möchte ich all jenen Federn danken, die nicht aus Angst zerbrochen sind; all jenen, die trotz der Dunkelheit zwischen den Zeilen weitergeschrieben haben. Danke an alle, die nicht schweigen, die dafür sorgen, dass die Wahrheit gehört wird, und die es wagen, die Macht zu kontrollieren.

Danke an alle, die den Mut zum Schreiben haben und die Pressefreiheit verteidigen. Solange jemand wagt zu lesen, gibt es Hoffnung.

3 Mai 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Spuren von Migrantenkulturen in Hannover – 2

von Cumali Yağmur 3 Mai 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumai Yagmur

Mein erster Artikel wurde von einigen Seiten berechtigterweise kritisiert; in meinem heutigen Beitrag werde ich mich bemühen, diese Kritikpunkte zu berücksichtigen.

Während in Hannover mittlerweile die dritte und vierte Generation von Migranten lebt, weisen der gesellschaftliche Umgang und die Integrationsprozesse der neu ankommenden Geflüchteten aus Syrien und der Ukraine große Unterschiede zur „Migrantenkultur“ derer auf, die in den 70er Jahren nach Deutschland kamen. Die neu ankommenden Generationen haben sich noch nicht vollständig in diese Gesellschaft integriert und fühlen sich im gesellschaftlichen Leben noch immer fremd.

Die Syrer haben mittlerweile einen Stand erreicht, der dem der Türken vor etwa 10 Jahren entspricht, und führen ihr Leben auf diese Weise fort. Sie mieten Läden an Standorten an, die von Türken und Kurden aufgegeben wurden, und eröffnen dort eigene Betriebe. In der Vergangenheit hatten Türken und Kurden in diesen Prozessen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die meisten von ihnen waren zum ersten Mal im Ausland und brachten ihre familiären Strukturen irgendwie hierher mit. Heute besuchen die Neuankömmlinge Vereine, die von Menschen aus der Türkei in Hannover gegründet wurden, und vervollständigen so gewissermaßen ihren eigenen historischen Prozess. Doch diese Vereine, die nur noch von der ersten und zweiten Generation besucht werden, sind mittlerweile mit ihren wenigen Mitgliedern fast schon zu „Rückzugsorten“ geworden.

Die Position der Kurden unterscheidet sich etwas von anderen Gruppen aus der Türkei. Da sie in den vier Teilen Kurdistans (Türkei, Iran, Irak, Syrien) keinen eigenen Nationalstaat gründen konnten und ständig unter Druck leben, kämpfen die Kurden für ihre demokratischen Rechte. Auch in Hannover ist die Lebendigkeit des Kampfes der kurdischen Bewegung deutlich sichtbar.

In Hannover ist die Zahl der Kurden im Vergleich zu anderen Gruppen aus der Türkei recht hoch, und ein Großteil der Betriebe befindet sich in den Händen von Kurden oder Kurden Esidischen Glaubens. An jeder Ecke ist ein Dönerladen zu finden. Der Döner ist mittlerweile zum Nationalgericht der Deutschen, ja sogar ganz Europas geworden.

Kulturell gesehen gibt es für Migranten in Hannover kein spezielles Zentrum, und auch seitens der Stadtverwaltung gab es keine ernsthaften Initiativen in dieser Richtung. Restaurants und Konditoreien wie Focaccia, Antepli Love und Vatan,Efendi Bey  sind in der Bevölkerung fest etabliert. Diese Orte gehören zu den Treffpunkten, die von der Masse intensiv genutzt werden. Wie ich bereits in meinem ersten Artikel erwähnte, haben die Cafe Extrablatt-Filialen die Kultur der Stadt verändert und eine neue Ära eingeleitet. Im Spesso sollte man auf keinen Fall gehen, ohne die verschiedenen italienischen Gerichte probiert zu haben.

Da die Ladenmieten in den letzten Jahren stark gestiegen sind, können keine neuen Geschäfte eröffnet werden, und auch von den alteingesessenen Läden müssen einige schließen. Da Hannover eine relativ kleine und konservative Stadt ist, gilt sie nicht im vollen Sinne als „international“ geprägte Stadt. In Hannover gibt es zwar keine Ghettoisierung der Migranten, doch in den letzten Jahren sind Shisha-Bars zu Orten geworden, die verstärkt von türkischen, kurdischen und arabischen Jugendlichen besucht werden. Vereinzelt gehen auch deutsche Jugendliche, die mit Migranten befreundet sind, in diese Bars.

Allerdings schließen in den letzten Jahren auch viele Shisha-Bars wieder, da Shisha-Zubehör mittlerweile für den privaten Gebrauch gekauft wird und die Zahl derer, die auswärts rauchen, stetig sinkt. Auch der Online-Handel trägt dazu bei, dass viele Geschäfte im Stadtzentrum schließen. Italiener, Spanier, Griechen und Portugiesen, die aus EU-Ländern nach Hannover kamen, kehren vermehrt in ihre Heimatländer zurück. Von ihnen sind nur noch vereinzelt Restaurants geblieben, und die alte Lebendigkeit ist verschwunden.

Die Limmerstraße in Hannover, die früher als die Straße der Türken und Kurden bekannt war, hat heute einen internationaleren Charakter angenommen. Die Schlange vor Lister Döner kann man jeden Tag sehen. Die Lister Meile hingegen ist ein schöner Stadtteil mit internationalem Flair. Die dortige italienische Eisdiele empfängt täglich sowohl drinnen als auch draußen ein großes Publikum.

In Gebieten wie dem Steintor, dem Kröpcke und dem Raschplatz, wo sich einige Deutsche, Migranten und alkoholkonsumierende Menschen sammeln, gibt es verschiedene Probleme. Am Raschplatz leben meist Menschen aus osteuropäischen Ländern unter dem Einfluss von Alkohol in einem erbärmlichen Zustand. Die Stadt Hannover hat für diese Situation seit vielen Jahren keine dauerhafte Lösung gefunden.

Der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, Peter Kraft, glaubt, die Probleme am Steintor, Kröpcke und Raschplatz durch Videoüberwachung lösen zu können. Wahrscheinlich glaubt er selbst nicht daran, dass sich das Problem allein auf diese Weise lösen lässt, aber er spricht aus rhetorischen Gründen so. Die „Sicherheit“-Rhetorik, die die CDU seit Jahren pflegt, hat bisher zu keinen konkreten Ergebnissen geführt. In den Wintermonaten liegen alkoholkranke Menschen am Raschplatz und an anderen Stellen der Stadt in der Kälte und werden krank.

Diesem Problem sollte man nicht mit Videokameras begegnen, sondern indem man die Probleme der Alkohol- und Suchtabhängigen löst. In der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade sind viele Geschäfte geschlossen. Als Vorschlag könnten Unterkünfte für Abhängige geschaffen und diese dort untergebracht werden. Mit Hilfe von Sozialarbeitern sollte man sich ihren Problemen widmen und neue Konzepte für eine grundlegende Lösung entwickeln. Für Menschen mit Alkoholproblemen sollten Therapien und soziale Maßnahmen ergriffen werden, damit diese Menschen wieder in das tägliche Leben der Gesellschaft integriert werden. Alle Parteien im Rathaus müssen sich zusammenschließen und Konzepte für dauerhafte Lösungsvorschläge erarbeiten.

Interkulturelle Jugendprojekte und der Stellenwert der Jugend in der heutigen Gesellschaft müssen neu diskutiert und neue Ansätze entwickelt werden. Hannovers Bevölkerung ist nicht homogen, sondern international strukturiert; daher müssen alle Veränderungen und Projekte dementsprechend vorbereitet werden. Der Begriff der „Teilhabe“ in der Hannoveraner Politik ist unzureichend. Wenn wir dies als „gleichberechtigte Teilhabe“ definieren, begegnen wir jedem mit dem gleichen Blick. Diese Konzepte müssen entsprechend den gesellschaftlichen Strukturen neu definiert werden.

Im heutigen Prozess hat sich die Struktur der Hannoveraner Gesellschaft verändert, und es müssen politische Inhalte produziert werden, die diesem Wandel gerecht werden. Wenn man verhindern will, dass die Gesellschaft nach rechts rückt und der AfD folgt, müssen unterschiedliche und konstruktive Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Probleme entwickelt werden.

Die Kommunalwahlen in Hannover rücken näher. Zu den Kandidaten gehören Axel von der Ohe (SPD), der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne), Maren Kaminski (Die Linke) und Peter Kraft (CDU). Vielleicht wird keiner dieser Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt. Wer bei der Stichwahl – zwei Wochen nach der Wahl am 27. September 2026 – die meisten Stimmen erhält, wird Oberbürgermeister von Hannover.

Die Stimmen der Migranten, die die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben, sind sehr wichtig. Sie können Ihre Stimme einem dieser Kandidaten geben. Gehen Sie auf keinen Fall nicht zur Wahl; bestimmen Sie Ihre Präferenz und nutzen Sie Ihr demokratisches Recht.

3 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

1. Mai in Deutschland mit starker und breiter Beteiligung gefeiert

von Cumali Yağmur 3 Mai 2026
von Cumali Yağmur

Von: Mehmet Tanli / Rüsdü Yildirim

Der Tag der Arbeit und der Solidarität wurde in vielen Städten Deutschlands gefeiert. Unter dem Motto „Zuerst unsere Arbeitsplätze, dann eure Gewinne!“ nahmen bundesweit mehr als 360.000 Menschen an den Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) teil, der 5,4 Millionen Mitglieder vertritt. Sie demonstrierten für gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.

Massive Beteiligung an den Feierlichkeiten in Berlin
Die Maifeierlichkeiten in der Hauptstadt Berlin begannen mit einem vom DGB organisierten Demonstrationszug am Strausberger Platz. An dem Marsch nahmen unter anderem der der DIDF angehörige „Berliner Arbeiter- und Jugendverein“ sowie zahlreiche politische Parteien und Migrantenverbände teil. Die zentrale Kundgebung in Berlin fand erneut in Kreuzberg am Oranienplatz statt, an der 50.000 Menschen teilnahmen. Begleitet wurde der Tag von Straßenfesten, Partys und Konzerten. Der 1. Mai ist in Berlin traditionell ein ereignisreicher Tag. Während Kreuzberg das Zentrum der „Tag der Arbeit“-Feierlichkeiten bildet, wird der Tag stadtweit mit Veranstaltungen für die ganze Familie begangen.

In Berlin fanden die wohl bestbesuchten Maikundgebungen und Demonstrationen der letzten Jahre statt. Zehntausende Arbeiter, Angestellte und Jugendliche nahmen teil. Die hohe Beteiligung war auch ein Ausdruck der Wut über die Angriffspläne der Merz-Regierung (CDU). An dem um 11:00 Uhr begonnenen Marsch der DGB-Gewerkschaften nahmen fast 15.000 Werktätige teil, darunter ein Großteil junge Menschen. In den Reden wurde zur Verteidigung des 8-Stunden-Tages, zum Stopp von Entlassungen, zur Begrenzung von Mietsteigerungen angesichts der Wohnungsnot und zum Kampf gegen Kürzungen im Gesundheitswesen aufgerufen.

An der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“, die um 18:00 Uhr im Bezirk Kreuzberg stattfand, beteiligten sich ebenfalls Zehntausende. Die meistgerufene Parole während des Zuges war „Hoch die internationale Solidarität!“. Ein Anwohner kommentierte: „Einen so vollen 1. Mai gab es bisher noch nie.“

Feierlichkeiten im Kulturzentrum Omayra fortgesetzt
Nach der Demonstration gingen die Aktivitäten im Berliner Kulturzentrum Omayra mit einer Grillparty und Musik im Gebäude und Garten weiter. Kamer Arslan, Vorstandsmitglied der Föderation DIDF und Leiter des Berliner Arbeiter- und Studentenvereins, äußerte sich in den Vereinsräumen des Omayra-Zentrums zum 1. Mai: „Uns steht eine politisch sehr schwierige Phase bevor. Um Angriffe auf die Rechte der Arbeitnehmer, soziale Ausgrenzung, Armut, die Wohnungsnot und Diskriminierung in Deutschland zu verhindern, muss jeder Verantwortung übernehmen und eine politische Haltung zeigen.“

Migrantenvereine prägten das Bild in den Großstädten
Außer in Berlin fanden auch in wichtigen Städten wie Köln, Hamm, Duisburg, Dortmund, Bielefeld und Münster Kundgebungen statt, an denen sich Alevitische Kulturzentren und verschiedene Migranten-Kulturvereine beteiligten. Die Feiern begannen meist zentral und wurden später in den Vereinsgebäuden fortgesetzt.

In Hamm fand die Feier auf dem Martin-Luther-Platz statt. Der Hammer Oberbürgermeister Marc Herter sowie die Bundestags- und Landtagsabgeordneten Michael Thews und Justus Moor besuchten den Stand des Alevitischen Kulturzentrums Hamm, um ihre Unterstützung zu zeigen, und machten Erinnerungsfotos mit Vereinsmitgliedern und dem Vorstand.

Während der 1. Mai als Tag der Arbeit und Solidarität in Deutschland in einer fast karnevalsähnlichen Atmosphäre gefeiert wurde, trafen diejenigen, die den 1. Mai in der Türkei feiern wollten, auf Barrikaden, Tränengas und Polizeigewalt. Leider führte die fast schon legendäre Angst vor dem historischen Taksim-Platz dazu, dass der Gouverneur quasi den Ausnahmezustand ausrief. Unser Wunsch ist es natürlich, dass die Parolen der Arbeiter eines Tages wieder auf der İstiklal-Straße und dem Taksim-Platz widerhallen…

Ein Gruß an alle, die in Fabriken, auf Feldern, in Büros und überall dort arbeiten und produzieren, wo es Arbeit gibt…
Jede Hoffnung, die durch Arbeit am 1. Mai wächst, macht das Morgen heller.
Der Tag derer, die gemeinsam produzieren: Alles Gute zum 1. Mai, dem Feiertag der Arbeiter und Werktätigen.

3 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Zahl rechts motivierter Gewalttaten in Deutschland steigt auf Höchststand seit 201

von Cumali Yağmur 2 Mai 2026
von Cumali Yağmur

 

Von: Welt

Rechts motivierte Gewalttaten haben in Deutschland 2025 den höchsten Stand seit 2016 erreicht. Laut Bundesregierung wurden 1.598 Fälle erfasst. Besonders häufig sind Körperverletzungen und gefährliche Angriffe mit rechtsextremem Hintergrund.

Im Vorjahr zählten die Länder den Angaben zufolge 1488 rechts motivierte Gewalttaten. 2023 waren der Polizei 1270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund bekanntgeworden.

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Die Zahl der Taten für das jeweils zurückliegende Jahr kann sich aufgrund von Nachmeldungen noch verändern. Das liegt nicht nur daran, dass die Meldungen erst aus den Ländern an das BKA übermittelt werden müssen, sondern hat auch damit zu tun, dass sich die politische Motivation manchmal erst nachträglich herausstellt.

Blickt man auf alle rechts motivierten Straftaten, die 2025 aktenkundig wurden, so zeigt sich ein leichter Rückgang – von 42.788 auf 42.544 rechts motivierte Straftaten.

Typische politisch motivierte Straftaten sind Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Volksverhetzung oder Beleidigung. Zu den Gewaltdelikten zählen etwa Tötungsdelikte, Körperverletzung, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Widerstandsdelikte.

Im Vorjahr zählten die Länder den Angaben zufolge 1488 rechts motivierte Gewalttaten. 2023 waren der Polizei 1270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund bekanntgeworden.

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  • Zahl rechter Gewalttaten erneut gestiegen – „Die Bundesregierung schaut weg“, kritisiert die Linke

Die Zahl der Taten für das jeweils zurückliegende Jahr kann sich aufgrund von Nachmeldungen noch verändern. Das liegt nicht nur daran, dass die Meldungen erst aus den Ländern an das BKA übermittelt werden müssen, sondern hat auch damit zu tun, dass sich die politische Motivation manchmal erst nachträglich herausstellt.

Blickt man auf alle rechts motivierten Straftaten, die 2025 aktenkundig wurden, so zeigt sich ein leichter Rückgang – von 42.788 auf 42.544 rechts motivierte Straftaten.

Typische politisch motivierte Straftaten sind Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Volksverhetzung oder Beleidigung. Zu den Gewaltdelikten zählen etwa Tötungsdelikte, Körperverletzung, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Widerstandsdelikte.

 Zahl rechts motivierter Gewalttaten in Deutschland steigt auf Höchststand seit 2016 © Stefan Boness/Ipon/picture alliance

Die Polizei hat in Deutschland im vergangenen Jahr so viele rechts motivierte Gewalttaten festgestellt wie seit 2016 nicht mehr. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Danach haben die Bundesländer dem Bundeskriminalamt (BKA) für 2025 bis zum Stichtag 31. Januar 2026 insgesamt 1598 solcher Taten gemeldet. In den meisten Fällen wurde wegen Körperverletzung beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

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Grüne kritisieren Zusammenarbeit Dobrindts mit Taliban scharf

von Fremdeninfo 2 Mai 2026
von Fremdeninfo

 

Von: AFP

Nach Bekanntwerden neuer Berichte über eine enge Zusammenarbeit zwischen dem von Alexander Dobrindt (CSU) geführten Bundesinnenministerium und den radikalislamischen Taliban haben die Grünen diese Kooperation scharf kritisiert. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Marcel Emmerich sprach am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer „massiven Grenzverschiebung“. Dobrindt agiere „als Türöffner der Taliban“.

Der Bundesinnenminister „ebnet ihnen den Weg in staatliche Abläufe und normalisiert ein Regime islamistischer Terroristen mit direkten Kontakten“, warf Emmerich Dobrindt vor. „Dass dieses Regime für Terror steht, systematisch Menschenrechte verletzt und Frauen massiv unterdrückt, wird einfach ignoriert.“ Dobrindt schaffe damit „Strukturen, die einem extremistischen Regime ermöglichen, auf deutschem Boden mitzuwirken und sorgt für gut gelaunte Taliban-Vertreter mitten in Deutschland“.

Der Grünen-Politiker verwies auch auf „enorme Sicherheitsrisiken“, die mit der von Dobrindt ermöglichten Präsenz von Taliban-Vertretern in deutschen Behördenstrukturen einhergingen. Er warnte vor einer „möglichen Einschüchterung Betroffener“, aber auch vor etwaigen Informationsabflüssen. „Das ist politisch verantwortungslos und untergräbt die Prinzipien, für die ein demokratischer Rechtsstaat stehen sollte.“

Hintergrund sind am Freitag veröffentlichte Rechercheergebnisse des ZDF-„Magazin Royale“. Demnach wurden in Deutschland lebende afghanische Staatsbürger auf Betreiben Dobrindts zwei im vergangenen Jahr nach Deutschland entsandten Taliban-Vertretern vorgeführt. Diese sollten für die Abschiebung der Menschen notwendige Papiere ausstellen. Dies sei bei mehreren Terminen in der Bonner Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und am Berliner Flughafen BER geschehen.

Recherchen des NDR bestätigten dies dem Sender zufolge. Im Portal tagesschau.de hieß es unter Berufung auf diese Recherchen, die beiden Taliban-Vertreter seien zwar formal als einfache Konsularbeamte nach Deutschland gekommen, hätten jedoch längst faktisch die Leitung der afghanischen Botschaft in Berlin und des Generalkonsulats in Bonn übernommen.

Diese Vertretungen müssen auch von anderen Afghaninnen und Afghanen aufgesucht oder kontaktiert werden, die legal in Deutschland leben. Dobrindt hatte den Kontakt zu den radikalislamischen Taliban gesucht und ausgebaut, um Abschiebungen in das Land voranzubringen. Seither gab es mehrere Abschiebeflüge, mit denen Afghanen nach Kabul gebracht wurden, bei denen es sich nach Regierungsangaben um Straftäter handelte.

bk/se

2 Mai 2026 0 Kommentare
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Ankaras Roboterarmee: Warum Europa und insbesondere Deutschland plötzlich auf die Türkei schaue

von Fremdeninfo 2 Mai 2026
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 Von: Stefan Kreitewolf   /Dtj-online

Türkische Rüstungsfirmen drängen mit autonomen Land- und Seesystemen in eine Lücke, die Europa selbst noch nicht geschlossen hat. Für Deutschland ergibt sich daraus eine heikle Frage: Partner suchen – oder weiter hinterherlaufen?

Moderne Kriege werden längst nicht mehr nur mit Panzern, Kampfjets und Artillerie entschieden. In der Ukraine, im Schwarzen Meer und in anderen Konfliktregionen prägen Drohnen das Gefechtsfeld: Sie klären auf, greifen an, stören, transportieren und schützen Soldaten vor riskanten Einsätzen. Europa hat diese Entwicklung erkannt, kommt aber nur langsam voran. Die Türkei dagegen hat sich in wenigen Jahren zu einem ernstzunehmenden Anbieter unbemannter Systeme entwickelt.

Besonders der Rüstungskonzern Havelsan zeigt, wie breit Ankara inzwischen aufgestellt ist. Neben klassischen Luftdrohnen rücken dort unbemannte Land- und Seesysteme in den Mittelpunkt. Für Deutschland ist das interessant – politisch heikel, militärisch aber schwer zu ignorieren.

Roboter für das Gefechtsfeld

Mit Systemen wie Barkan, Barkan-2 und Kapgan setzt Havelsan auf bewaffnete Bodenroboter. Sie sollen aufklären, Feuerunterstützung leisten, Verwundete bergen, Sprengfallen entschärfen und Schäden erfassen können. Entscheidend ist ihre Vernetzung: Die Plattformen können ferngesteuert oder teilautonom agieren, Hindernisse erkennen, Routen planen, einem Führungsfahrzeug folgen und bei Verbindungsverlust zurückkehren.

Kurswechsel in der Rüstungspolitik? Deutschland exportiert wieder Waffen in die Türkei

Die deutsche Bundesregierung hat nach langer Zurückhaltung wieder einen umfangreichen Waffenexport in die Türkei genehmigt. Trotz anhaltender Spannungen zwischen beiden Ländern umfasst der Deal Rüstungsgüter im Wert von über 300 Millionen Euro. Die Bundesregierung hat nach Informationen des Spiegel erstmals seit Jahren wieder umfangreiche Waffenexporte an die Türkei genehmigt. Der Bundessicherheitsrat habe einem Rüstungspaket im Wert von 336 Millionen Euro zugestimmt, das Flugabwehrraketen, Torpedos und Material zur Modernisierung der türkischen Marine umfasse. Laut Spiegel beinhaltet der Deal 100 RAM-Flugabwehrraketen der Firma MBDA, die auf einen Wert von rund 100 Millionen Euro geschätzt werden. Dazu kommen 28 DM2A4-Torpedos, die Thyssenkrupp für 156 Millionen Euro liefert. Außerdem erhält die Türkei Materialpakete im Wert von 79 Millionen Euro für die Modernisierung ihrer U-Boote des Typs U209 sowie Motorenteile für Korvetten und Fregatten im Umfang von 1,9 Millionen Euro. Politischer Kurswechsel wegen Migration? Die Entscheidung, diesen Deal zu genehmigen, stellt eine bedeutende Kehrtwende dar. Deutschland hatte seine Waffenexporte in die Türkei in den letzten Jahren stark eingeschränkt. Gründe dafür waren die autokratischen Tendenzen unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan und militärische Einsätze gegen kurdische Gruppierungen in Syrien und dem Irak, die Ankara als terroristisch einstuft. Drohnen, Haubitzen, Gewehre: Wie die Türkei zur Rüstungsmacht aufstieg Dass nun ein umfangreicher Waffendeal genehmigt wurde, wirft die Frage auf, ob sich die deutsche Haltung gegenüber Ankara ändert. Die Türkei spielt eine zentrale Rolle in der europäischen Migrationspolitik, was den Strategiewechsel Berlins erklären könnte. Seit dem Treffen zwischen dem Bundeskanzler Olaf Scholz und Erdoğan Ende 2023 wird über schnellere Abschiebungen von Migranten in die Türkei verhandelt. Bringt der Deal weitere Verhandlungen in Gang? Kürzlich kündigte Innenministerin Nancy Faeser an, dass ein Abkommen erreicht wurde, das Rückführungen erleichtern soll. Der Waffendeal könnte eine strategische Komponente in diesen Verhandlungen darstellen, auch wenn die Türkei entsprechende Berichte als „unbegründet“ zurückwies. Der Deal könnte Auswirkungen auf andere umstrittene Themen haben, wie etwa den Verkauf von 40 Eurofighter-Kampfflugzeugen, den Deutschland blockiert, während andere NATO-Partner bereits zugestimmt haben. Trotz der weiterhin bestehenden Spannungen zeigt der Deal, dass sicherheitspolitische und strategische Interessen in den deutsch-türkischen Beziehungen nach wie vor eine große Rolle spielen.

Auch die Bewaffnung ist modular. Maschinengewehre, Granatwerfer, Sensorik, Roboterarme und Überwachungssysteme lassen sich je nach Auftrag integrieren. Barkan-2 soll zusätzlich mit Loitering-Munition, Satellitenkommunikation und lasergelenkten Waffen kombinierbar sein. Kapgan wiederum kann mit einer 30-Millimeter-Waffenstation ausgerüstet werden.

Damit verfolgt Havelsan einen Ansatz, der für moderne Streitkräfte zentral wird: Nicht einzelne Drohnen zählen, sondern vernetzte Systeme aus Sensoren, Waffen, Datenlinks und Führungssoftware.

Das Schwarze Meer als Testfeld

Auch auf See wächst die Bedeutung unbemannter Plattformen. Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, wie gefährlich kleine, schnelle Seedrohnen selbst für größere Schiffe werden können. Die Türkei, mit langer Küstenlinie am Schwarzen Meer, sieht sich hier als Schlüsselmacht.

Havelsans Sancar ist ein autonomes Überwasserfahrzeug für Hafen- und Basisschutz, Patrouillen, Aufklärung, Überwachung, Such- und Rettungseinsätze sowie Kampfaufgaben. Besonders relevant ist die Einbindung in digitale Führungsstrukturen nach NATO-Logik. Für Bündnispartner zählt nicht nur die Plattform selbst, sondern ob sie in bestehende Systeme passt.

Noch offensiver ist Çaka: eine maritime Kamikaze-Drohne, die sowohl an der Oberfläche als auch unter Wasser operieren soll. Diese Tauchfähigkeit erschwert Aufklärung und Abwehr erheblich. Das System steht exemplarisch für eine neue Seekriegsführung: kleiner, vernetzter, schwerer berechenbar.

Berlin braucht Tempo

Für Deutschland und Europa ist diese Entwicklung unbequem. Viele eigene Rüstungsprogramme laufen langsam, während die Bedrohungslage schneller wächst. Zugleich wird die Verlässlichkeit der USA unter Donald Trump stärker hinterfragt. Dadurch steigt der Druck, europäische Fähigkeiten rasch auszubauen – auch mit Partnern außerhalb der EU.

Die Türkei ist dafür kein einfacher Kandidat. Politische Differenzen, Exportfragen und strategische Abhängigkeiten bleiben. Doch militärisch ist Ankara längst mehr als ein Randakteur. Die türkische Industrie liefert Systeme, die zu den Lehren aktueller Kriege passen: unbemannt, modular, vernetzbar und vergleichsweise schnell verfügbar.

Baykars K2: Wie die Türkei den Markt für Kamikazedrohnen aufmischt

Baykar drängt mit der K2 in den Markt für schwere Kamikazedrohnen. Das neue System soll über 2.000 Kilometer Reichweite, autonome Schwarmfähigkeit und einen 200-Kilogramm-Gefechtskopf vereinen – und markiert damit den bislang ambitioniertesten Vorstoß der Türkei in ein rasant wachsendes Segment moderner Luftkriegsführung. Mit der K2 stößt der türkische Hersteller Baykar in die Klasse großer, weitreichender Loitering-Munition vor. Das System verbindet hohe Reichweite, beachtliche Sprengkraft und einen starken Fokus auf Automatisierung. Damit reagiert Baykar auf ein militärisches Umfeld, in dem kostengünstige, massenhaft einsetzbare Angriffsdrohnen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Vorstellung des neuen Modells fiel nicht bescheiden aus. Baykar präsentierte nicht nur das Fluggerät selbst, sondern zeigte zugleich Testaufnahmen, in denen mehrere Exemplare gemeinsam operieren. Zu sehen waren Formationsflüge mit fünf Drohnen, die nach Herstellerangaben teilweise selbstständig navigierten. Der demonstrative Verweis auf Schwarmfähigkeit ist kein Zufall: In modernen Konflikten gilt genau diese Fähigkeit als Schlüssel, um gegnerische Luftabwehr zu überlasten. Neue Entwicklung im Portfolio Baykar ist längst kein Nischenanbieter mehr. Das Unternehmen hat sich mit unbemannten Luftfahrzeugen international einen Namen gemacht – von der Bayraktar TB2 (im Bild) über die schwere Akıncı bis hin zum strahlgetriebenen Kampfdrohnenprojekt Kızılelma. Mit der K2 erweitert der Konzern nun sein Angebot in ein Feld, in dem die Türkei bislang weniger sichtbar war: große, tief wirkende Einwegdrohnen für Angriffe über weite Distanzen. Gerade seit dem Krieg in der Ukraine rückt dieses Marktsegment in den Fokus. Dort zeigten Langstreckendrohnen bereits, wie wirkungsvoll sie gegen Infrastruktur, militärische Einrichtungen und strategische Ziele eingesetzt werden können. Für Hersteller weltweit ist das ein Signal: Wer in diesem Bereich konkurrenzfähig ist, besetzt ein künftig zentrales Element moderner Kriegsführung. Groß, schwer, ausdauernd Die K2 ist kein kleines System, das man mit tragbaren Drohnen vergleichen könnte. Das Fluggerät misst gut fünf Meter in der Länge und erreicht eine Spannweite von zehn Metern. Das maximale Startgewicht liegt bei 800 Kilogramm. Davon entfallen 200 Kilogramm auf den Gefechtskopf – ein Wert, der die Drohne klar in die obere Gewichtsklasse ihrer Kategorie rückt. Angetrieben wird sie von einem Heckpropeller. Auffällig ist die Formgebung: rückwärts gepfeilte Tragflächen und zusätzliche Flächenelemente im vorderen Bereich verleihen der Drohne ein markantes Erscheinungsbild. Rein optisch ist schon zu erkennen, dass Baykar hier nicht auf ein Minimaldesign gesetzt hat, sondern auf ein System, das Reichweite, Stabilität und Nutzlast verbinden soll. Türkisch-italienische Kooperation: Baykar und Leonardo entwickeln neue Drohnen für Europa Auch die Leistungsdaten sind darauf ausgelegt, strategische Tiefe zu erreichen. Die K2 soll mehr als 2.000 Kilometer weit fliegen können, mit einer Reisegeschwindigkeit von über 200 Stundenkilometern. Die angegebene Flugzeit von mehr als 13 Stunden deutet darauf hin, dass das System nicht nur für direkte Angriffe, sondern auch für längeres Warten im Zielgebiet oder flexible Einsatzprofile gedacht ist. Angriff auch ohne Satellitensignal Besonders bemerkenswert ist Baykars Hinweis auf die Navigation. Die K2 soll auch dann ihren Kurs halten können, wenn Satellitensignale gestört oder unterdrückt werden. Die Drohne orientiert sich an Geländemerkmalen und gleicht ihre Umgebung mit Referenzdaten ab. Gerade in einem Umfeld intensiver elektronischer Kriegsführung wäre das ein entscheidender Vorteil. Denn die Verwundbarkeit satellitengestützter Navigation gehört zu den größten Schwächen vieler Drohnensysteme. Ergänzt wird das System durch elektrooptische und infrarotfähige Sensorik für Tag- und Nachteinsätze. Die Datenübertragung soll sowohl über direkte Sichtverbindung als auch per Satellit erfolgen. Türkische Antwort auf wachsendes Bedrohungsbild? Vergleiche mit iranischen Shahed-Systemen drängen sich auf. Schon deshalb, weil diese Bauart weltweit zu einem bekannten Symbol asymmetrischer Luftkriegsführung geworden ist. Doch Baykars neue Drohne ist deutlich größer und trägt eine wesentlich schwerere Wirkladung. Während

Deutschland steht deshalb vor einer nüchternen Abwägung. Eine engere Kooperation mit der Türkei wäre politisch sensibel, könnte aber technologisch und militärisch Vorteile bringen. Havelsans Produktpalette zeigt: Wer im neuen Rüstungswettlauf mithalten will, darf nicht nur auf langwierige europäische Programme setzen.

Die Türkei ist im Drohnenzeitalter kein Zuschauer mehr. Sie ist ein Anbieter, Konkurrent – und womöglich ein Partner, an dem Berlin kaum vorbeikommt.

2 Mai 2026 0 Kommentare
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Millionen Syrer kehren heim: UN meldet 1,6 Mio. Rückkehrer, Berlin prüft Schutzstatus

von Fremdeninfo 2 Mai 2026
von Fremdeninfo

Von: Kölener Stadt  Anzeigen

Nach dem politischen Umsturz in Syrien Ende 2024 sind laut Informationen der Vereinten Nationen etwa 1,63 Millionen Geflüchtete wieder in ihre Heimat heimgekehrt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gab bekannt, dass bis zum Stichtag 30. April 2026 beinahe 640.000 Syrer aus der Türkei, circa 630.000 aus dem Libanon und ungefähr 285.000 aus Jordanien den Weg zurück in ihr Herkunftsland fanden.

In der Statistik des UNHCR findet Deutschland keine separate Erwähnung, sondern wird unter der Kategorie „Sonstige Länder“ mit einer Gesamtzahl von circa 6.100 Heimkehrern verbucht. Informationen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vom Februar zufolge sind im letzten Jahr 3.678 syrische Geflüchtete aus freien Stücken von Deutschland aus heimgekehrt. In der Bundesrepublik leben insgesamt über 900.000 Menschen aus Syrien.

Status syrischer Flüchtlinge wird neu bewertet

Die Anzahl syrischer Personen, die in der Bundesrepublik um Asyl ersuchen, ist erheblich zurückgegangen, nachdem im Dezember 2024 dem langjährigen Herrscher Baschar al-Assad von der islamistischen Miliz HTS die Macht entzogen wurde. Der Anführer der Miliz, Ahmed al-Scharaa, strebt in seiner Rolle als Übergangspräsident eine Kooperation mit westlichen Staaten an.

Vor diesem Hintergrund hat die deutsche Regierung kürzlich klargestellt, dass nach ihrer Einschätzung die Grundlage für den Schutzstatus vieler syrischer Geflüchteter durch das Ende des Bürgerkrieges nicht mehr gegeben ist. Das Bamf ist daher befugt, im Rahmen sogenannter Widerrufsverfahren zu untersuchen, ob die Bedingungen für den Schutzstatus weiterhin erfüllt sind.

UN-Hilfswerk mahnt zur Vorsicht bei Rückführungen

Aktuell werden derartige Überprüfungen bei syrischen Staatsangehörigen jedoch nicht pauschal durchgeführt, sondern lediglich infolge von Vergehen wie illegalen Reisen in die Heimat oder kriminellen Handlungen. Eine breitere Anwendung der Widerrufsprüfungen setze voraus, „dass die Veränderung der Lage im Herkunftsland erheblich ist und nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft stattfindet“, so eine Mitteilung des Bamf. Zu welchem Zeitpunkt das eintreten könnte, ist nicht vorhersehbar.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hob hervor, dass jegliche Heimkehr auf einem freiwilligen Entschluss der geflüchteten Personen basieren müsse. Eujin Byun, eine Sprecherin des UNHCR, appellierte in Genf, geduldig zu bleiben, bis eine Verbesserung der Situation im Land eingetreten ist und „eine freiwillige, sichere, würdige und nachhaltige Rückkehr“ realisierbar wird.

Politische Diskussion um Rückkehrperspektiven

Innerhalb der politischen Diskussion in Deutschland haben sich kürzlich politische Vertreter von SPD, Grünen und Linken für die Option temporärer Besuche in der Heimat starkgemacht. Damit sollen die Chancen für eine eventuelle endgültige Heimkehr evaluiert werden. Gemäß der aktuellen Gesetzeslage setzen Geflüchtete ihren Schutzstatus aufs Spiel, sobald sie in ihr Herkunftsland einreisen.

Zusätzlich wurde eine Anhebung der monetären Unterstützung für die Heimkehr erörtert. Derzeit beläuft sich die finanzielle Starthilfe auf einen Höchstbetrag von etwa 1.000 Euro für jede erwachsene Person. (dpa/red)

2 Mai 2026 0 Kommentare
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Mehr Fachkräfte aus Marokko – Deutschland will Zusammenarbeit stärken

von Fremdeninfo 1 Mai 2026
von Fremdeninfo

 

Vonm Dpa 

Mehr Kooperation, Fachkräfte und Investitionen: Bei seinem Besuch in Marokko sieht Außenminister Wadephul Potenzial für einen engeren Austausch der Länder.

Deutschland und Marokko wollen ihre wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit vertiefen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) betonte bei einem Besuch in Rabat am Donnerstag die wirtschaftlichen Chancen für deutsche Unternehmen in dem „Schlüsselland“ in Afrika und warb für eine verstärkte Anwerbung von Fachkräften. „Da gibt es ein großes Potenzial“, sagte er. Sein marokkanischer Kollege Nasser Bourita warb seinerseits für weitere deutsche Investitionen im Land.Wadephul sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bourita, es bestehe eine „große Übereinstimmung in vielen Fragen“. Es gebe „gemeinsame Sicherheitsinteressen“ und gute wirtschaftliche Beziehungen. „Wir sehen Marokko als ein wirtschaftliches Powerhouse an, und das bietet eine gute Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit.“

„Wir wollen im Automobilbereich, im Energiebereich, im Maschinenbau und in der Landwirtschaft eng zusammenarbeiten“, fügte der Minister hinzu. Er verwies dabei unter anderem auf die Erneuerbaren Energien und die Produktion von Wasserstoff. Zudem müsse die Anwerbung von Arbeitskräften verstärkt werden, sagte Wadephul. Deutschland habe „einen immensen Bedarf“ an gut ausgebildeten Fachkräften, etwa im Gesundheits- und Pflegebereich.

  • Der Bundesaußenminister hielt sich zwei Tage lang in Marokko auf, um den strategischen Dialog mit dem nordafrikanischen Land fortzusetzen. Der Maghreb-Staat ist nach Südafrika der zweitgrößte Handelspartner Deutschlands in Afrika und in der von zahlreichen Konflikten geprägten Region auch ein wichtiger politischer Akteur.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko zeigten eine „positive Dynamik“, sagte seinerseits der marokkanische Außenminister Bourita. Rabat wolle die Beziehungen auf ein „höheres Niveau“ führen. Bourita äußerte sich zudem positiv zur deutschen Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat ab 2027. Deutschland habe „großes Gewicht in regionalen und internationalen Fragen“, sagte er.

Deutschland und Marokko hatten 2022 einen Neustart ihrer Beziehungen vereinbart, nachdem es zuvor zu Differenzen gekommen war – insbesondere hinsichtlich des Status der von Marokko beanspruchten Westsahara.

Wadephul betonte in Rabat die deutsche Unterstützung für „eine politische Lösung unter UN-Ägide“. Deutschland befürworte die im Oktober verabschiedete UN-Resolution. Es sei klar, dass „eine gerechte und dauerhafte und für alle Seiten annehmbare politische Lösung“ nur durch Verhandlungen erreicht werden könne.

Die Westsahara war bis 1975 eine spanische Kolonie. Danach führte Marokko einen 15-jährigen Krieg gegen die Unabhängigkeitsbewegung Polisario-Front. Marokko betrachtet die rohstoffreiche und an der fischreichen Atlantikküste gelegene Region als sein Hoheitsgebiet. Die von Algerien unterstützte Polisario-Front beharrt dagegen auf einem Unabhängigkeitsreferendum.

Wadephul dankte Marokko bei einem Besuch des königlichen Mausoleums in Rabat zudem für den Schutz von durch den Holocaust bedrohten Juden während des Zweiten Weltkriegs. „In großer Hochachtung für die unerschrockene Haltung zum Schutz von Juden und Flüchtlingen aus Europa in der Zeit des Nationalsozialismus“, schrieb Wadephul in das Gästebuch. „Wir werden dies nie vergessen.“

Abraham-Abkommen unterzeichnet

Mohammed V. – der von 1927 bis 1961 zunächst als Sultan und später als König Marokkos regierte – weigerte sich während des Zweiten Weltkriegs, die von der pro-deutschen Vichy-Regierung Frankreichs erlassenen antijüdischen Gesetze anzuwenden. Heute wird die jüdische Gemeinde im Königreich auf etwa 2000 Menschen geschätzt und ist somit die größte in Nordafrika.

Marokko hatte Ende 2020 im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen, die US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit auf den Weg gebracht hatte, seine Beziehungen zu Israel normalisiert

1 Mai 2026 0 Kommentare
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