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Gewollte Spaltung: BR änderte Islamismus-Reportage mit Julia Ruhs nach Eltern-Beschwerden

von Fremdeninfo 5 Mai 2026
von Fremdeninfo 5 Mai 2026
Julia Ruhs präsentiert im BR-Auftrag das Reportage-Format "Klar". © BR / Vera Hutchison-Bir
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Artikel von Jens Szameit/ T.S.Telesschau

Das Reportage-Format „Klar“ mit Julia Ruhs sorgt weiter für Kontroversen. Kinder, die im Beitrag über Islamismus vorkommen, seien „zur Illustration eines vorgefertigten politischen Narrativs missbraucht“ worden, heißt es aus der Elternschaft einer Berliner Grundschule.

Die neue Reportage aus der Reihe „Klar“ mit Julia Ruhs hat für Beschwerden aus der Elternschaft einer Berliner Grundschule gesorgt. Darüber berichtete zunächst „der Freitag“. „Wo der Islamismus Deutschland unterwandert“ ist der halbstündige Film betitelt, der am Mittwoch vergangener Woche im Ersten lief. In der ARD-Mediathek ist der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag inzwischen in einer überarbeiteten Version abrufbar. Das bestätigte der BR gegenüber „Welt“.

Hintergrund sind Szenen, in denen Kinder vor der Kamera darüber sprechen, wie Mitschüler sie während des Fastenmonats Ramadan manchmal dazu drängten, tagsüber nicht zu essen. Dabei sei, so die Kritik, die Elbe-Schule-Neukölln von der Produktion gezielt als Vorzeigebeispiel angefragt worden, weil es in der Vergangenheit gelungen sei, solche Spannungen zu entschärfen.

Mehrere Eltern, deren Kinder in der „Klar“-Doku zu sehen waren, werfen den Filmemachern vor, „manipulative Wiedergabe ihrer Aussagen zur Illustration eines vorgefertigten politischen Narrativs missbraucht zu haben“. Eine betroffene Mutter wird von der Zeitung „der Freitag“ mit den Worten zitiert: „Von der Schule wurde uns gesagt, der Beitrag sei über Diversität an Neuköllner Schulen. Ich habe die Unterschrift im Vertrauen gesetzt, weil es ja der BR war.“ Die Aussagen der Kinder seien „aus dem Kontext gerissen“ worden.

BR hat „entsprechende Szenen in unserem Film entfernt oder unkenntlich gemacht“

Eine andere Mutter nannte die in der Doku verwendeten Szenen „hetzerisch und reißerisch“. Die Gemeinschaft an der Schule sei sehr gut. Es werde „eine gewollte Spaltung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen inszeniert“. Schulleiterin Deniz Taner gab an, sie fühle sich „in einem populistischen Kontext instrumentalisiert“.

Gegenüber „Welt“ weist der BR die Vorwürfe zurück. Man habe die Schule „von Beginn an klar über den Fokus der Dreharbeiten informiert“. Der habe gelautet: „Fasten im Ramadan als Konfliktthema auf dem Schulhof und die Bedeutung religiöser Toleranz.“ Die Elbe-Schule sei dabei „ausdrücklich als ‚Vorzeigeschule'“ gewürdigt worden.

Dass der Film nachträglich bearbeitet wurde, erklärt der BR mit zurückgezogenen Einwilligungen darüber, dass Kinder im Beitrag zu erkennen sind. „Nachdem einzelne Eltern ihre Zustimmung im Nachgang widerrufen haben, haben wir umgehend reagiert und entsprechende Szenen in unserem Film entfernt oder unkenntlich gemacht“, heißt es in der von „Welt“ zitierten Stellungnahme. Es sei jene Sequenz entfernt worden, „in der Schülerinnen über das Thema Fasten sprechen“. Zudem sei „die Szene mit Schülern, die für Zusammenhalt und Toleranz singen“, gepixelt worden.

Klar“ sorgt nicht zum ersten Mal für Kontroversen

Das Reportage-Format „Klar“ mit der Presenterin Julia Ruhs sorgt damit weiter für Kontroversen. Bereits die Auftaktfolge über das Thema Migration im Jahr 2025 hatte ein breites Medienecho ausgelöst. Vielfach wurde das Fehlen journalistischer Standards wie nötiger Differenzierung moniert. Der Verein Neue deutsche Medienmacher:innen bezeichnete die Sendung als einen „Tiefpunkt in der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“. Demgegenüber brachte eine repräsentative Online-Studie „hohe Akzeptanzwerte“ beim TV-Publikum für das neue Format hervor.

Nach drei Filmen gab der NDR bekannt, die Reihe „Klar“ nicht mit Julia Ruhs fortsetzen zu wollen. Die BR-Journalistin erwiderte das mit Cancel-Culture-Vorwürfen, die auch aus Teilen der Politik kamen. Für den NDR präsentiert seit diesem Jahr die ehemalige „Bild“-Chefredakteurin Tanit Koch das Format. Ihr Premieren-Beitrag „Zielscheibe Polizei“ stieß unlängst auf ein überwiegend positives Medienecho. Julia Ruhs steht für „Klar“ im gleichen Umfang wie zuvor vor der Kamera – allerdings nur noch für die vom BR produzierten Folgen

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