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Kultur

NÂR – THE SOUND OF ONE

von Fremdeninfo 1 Dezember 2025
von Fremdeninfo

NÂR – The Sound of ONE führt mitten hinein in die 3.500 Jahre alte Klangtradition Anatoliens und Mesopotamiens – in eine Welt voller Mythen, Sprachen, Gebete, Tänze und Geschichten, die bis heute nachwirken.

Unter der künstlerischen Leitung von Mehmet Akbaş, Sänger, Komponist und Musikforscher, entsteht ein Werk, das alte Melodien und moderne Klangästhetik miteinander verbindet. Akbaş widmet sich seit Jahren der gefährdeten Sprache Zazaisch und bringt in NÂR sieben neue Kompositionen zur Uraufführung – Stücke, die von Qaside-Traditionen über Kinderreime bis zu persönlichen Erinnerungen reichen.

Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Erdem Altınses, dessen episch-filmische Arrangements traditionelle Instrumente (Saz, Lavta, Duduk, Def) mit Cello, Klavier, Gitarre, Flöte und Schlagzeug in eine atmosphärische, zeitgenössische Form bringen.

Gemeinsam erschaffen sie eine Klangwelt, in der die musikalischen Traditionen von Zaza, Kurden, Armeniern, Assyrern, Juden, Türken, Arabern und Pontiern aufeinandertreffen – nicht als Gegensätze, sondern als fein verwobene Stimmen eines gemeinsamen kulturellen Erbes.

Mi, 10.12., 19:30 Uhr – Köln, Lutherkirche (Uraufführung) im Rahmen der Reihe Lichter der Kulturen
Do, 11.12., 19:30 Uhr – Duisburg, Kulturkirche Liebfrauen
Fr, 12.12., 19:30 Uhr – Herford, Lutherhaus

Bild: Veranstalter:innen

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Politik

Signal der Zusammenarbeit: Der ‚Politische Herbstempfang‘ des Cemevi Berlin

von Fremdeninfo 1 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Beim zweiten ‚Herbstempfang‘ des BAT-Cemevi kamen der Regierende Bürgermeister von Berlin, Staatssekretäre, Abgeordnete des Landes- und Bundesparlaments sowie Vertreter politischer Parteien und der Zivilgesellschaft zusammen. In den Redebeiträgen wurden bedeutende Botschaften für ein gemeinsames Wirken unterschiedlicher Identitäten auf der Basis geteilter Werte gesendet.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des BAT-Cemevi an seinem heutigen Standort fand am vergangenen Freitag der zweite ‚Herbstempfang‘ im Hauptsaal des Cemevi statt – eine Tradition, die im letzten Jahr begründet wurde. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich der Regierende Bürgermeister von Berlin und CDU-Spitzenkandidat für die kommenden Wahlen, Kai Wegner, der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sowie die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp.

Die Veranstaltung, moderiert von Deniz Yıldırım Caliman (Vorstandsmitglied des BAT-Cemevi), begann mit einem Gülbenk (Gebet), vorgetragen vom Vorsitzenden des Geistlichen Rates, Derviş İsmail Canbaz, gefolgt von alevitischen Deyiş (Hymnen), gesungen von Seyid Doğan. Anschließend hielt der Vorstandsvorsitzende des BAT-Cemevi, Dr. Yüksel Özdemir, die Eröffnungsrede.

Dr. Özdemir begrüßte alle anwesenden „Canlar“ (Seelen/Freunde) und setzte in seiner Rede folgende Schwerpunkte:

„Wir haben in Deutschland Wurzeln geschlagen und Werte geschaffen“

„Seit Jahrzehnten beweisen wir unser Eintreten für ein demokratisches und pluralistisches Miteinander und setzen uns für diese Werte ein. Durch diese wichtige Arbeit haben wir gesellschaftliche Beiträge geleistet und die Gestaltung Berlins und Deutschlands mitgeprägt. In diesem Jahr feiern wir das 26. Jubiläum unseres Cemevi in Berlin. Zweifellos gab es auch zuvor alevitisches Leben und Vereinsstrukturen, doch ich erinnere mich noch genau an den Moment im Jahr 1998, als wir diese Räumlichkeiten von der Neuapostolischen Kirche übernahmen und eine Glaubensinstitution errichteten. Dank des Cemevi konnten wir zu einer zentralen Anlaufstelle für alle Aleviten in Berlin werden. Dies war ein entscheidender Moment, um hier ‚Wurzeln zu schlagen‘. Darauf folgten weitere Meilensteine: Durch unsere Anerkennung als Religionsgemeinschaft im Jahr 2002 erhielten wir die Möglichkeit, unseren Glauben an Berliner Grund- und Oberschulen zu lehren. Der Weg zur Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) im Jahr 2022 war lang und steinig. Doch unser Dachverband (AABF) und wir sind diesen Weg entschlossen gegangen. Denn durch den KdöR-Status haben wir in unserer ‚neuen Heimat‘ jene Anerkennung erhalten, die unserem Glauben zusteht – eine Anerkennung, die Aleviten in ihrer alten Heimat bis heute verwehrt bleibt. Mit dieser Anerkennung gehen jedoch auch neue Verantwortungen einher.“

„Die Kontinuität des alevitischen Glaubens ist essenziell“

„Wir setzen uns insbesondere für die gerechte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte und für die Kontinuität des alevitischen Glaubens ein. Die Anerkennung und Entfaltung einer eigenständigen alevitischen Glaubensidentität steht im Zentrum unserer Vereinsarbeit. Unsere Institution folgt dem Prinzip ‚Der Weg ist einer, die Pfade sind tausendundeins‘ und besitzt eine pluralistische sowie demokratische Struktur. Wir respektieren die Unterschiede, die aus der Vielfalt der Aleviten entspringen, und betrachten sie als Reichtum. Unsere alevitische Organisation formuliert ihren politischen Diskurs im Einklang mit den eigenen Werten des ‚Weges‘ und wahrt dabei stets ihre Neutralität.

Hacı Bektaş Veli, eine bedeutende Persönlichkeit des alevitischen Glaubens, sagte im 13. Jahrhundert: ‚Wir machen keine Unterschiede zwischen Nation, Religion, Sprache und Farbe; wir betrachten zweiundsiebzig Nationen mit demselben Blick.‘ Wir sehen nur den Menschen; nicht die Hautfarbe, das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung. Gemäß unserem Weg kämpfen wir gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung.“

„Wir wollen neue Dienstleistungsbereiche und Institutionen schaffen“

„In der Gesellschaft, in der wir leben, wollen wir nicht nur Gesprächsthema sein, sondern in allen Lebensbereichen mitreden und mitgestalten. Die nächsten Projekte befinden sich bereits in der Startphase. Wir planen die Gründung einer alevitischen Kindertagesstätte, um sie in den Dienst unserer Stadt zu stellen. Wir möchten Pflegedienste anbieten und/oder diese kooperativ unterstützen. Unserem Glauben entsprechend wollen wir unsere gemeinnützige Arbeit ausweiten und Hilfe für materiell oder immateriell bedürftige Menschen, seelsorgerische Unterstützung sowie Altenpflege anbieten. In diesem Rahmen haben wir das Projekt ‚Der Weg kennt keine Hindernisse‘ (Yol Engel Tanımaz) ins Leben gerufen, um Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen und sie aktiv in das Gemeinschaftsleben einzubinden. Perspektivisch wollen wir zusätzliche institutionelle Räume im gesamten Stadtgebiet schaffen, um das alevitische Leben in Berlin zugänglicher zu machen. Wir wollen bestehende Projekte, die die politische Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund fördern, weiter ausbauen. Ein wichtiges Ziel ist zudem die Benennung von Berliner Straßen und Plätzen nach alevitischen Persönlichkeiten. Auch zu Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes werden wir beitragen und unsere Ansichten in den politischen Diskurs einbringen. Denn Natur, Mensch und Kosmos sind im alevitischen Glauben ein Spiegelbild der göttlichen Wahrheit (Hakk). In unserem Glauben bilden Gott, Universum und Mensch eine Einheit. Der Kompass unserer Arbeit werden stets die alevitischen Werte sein.“

„Wir benötigen Ihre Unterstützung“

„Angesichts unserer institutionellen Entwicklung möchten wir mehr Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen. Von dieser Entwicklung werden sowohl wir Berliner Aleviten als auch die gesamte Stadtgesellschaft profitieren. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung, insbesondere die der amtierenden Amtsträger und Institutionsvertreter. Die Einrichtung eines alevitischen Lehrstuhls ist ein längst überfälliges Thema. Wir appellieren insbesondere in dieser Angelegenheit an Sie, damit dieser wichtige Schritt schnellstmöglich realisiert werden kann. Wir möchten die Infrastruktur schaffen, damit zukünftige alevitische Religionslehrer und Geistliche eine fundierte, auf wissenschaftlichen Kriterien basierende theologische Grundausbildung erhalten können. Ziel ist es, dieses akademische Wissen auch in andere gesellschaftliche Bereiche zu transferieren und diese damit zu gestalten.“

„Lassen Sie uns das Festival im nächsten Jahr gemeinsam gestalten“

„Abschließend möchte ich einen Erfolg dieses Jahres erwähnen und eine Bitte äußern. Am 13. September haben wir das erste Alevitische Kulturfestival Deutschlands organisiert. Mit über 15 Kulturvereinen und tausenden Aleviten unterschiedlichster Herkunft war das Festival ein voller Erfolg und eine Gelegenheit, in unserer Stadt sichtbarer zu werden. Dieses Festival dient dem interkulturellen Austausch und fördert den Dialog. Wir betrachten Pluralismus als Bereicherung für unsere Stadt. Wir werden dieses Festival nun jährlich veranstalten. Daher möchte ich eine herzliche Bitte an den Regierenden Bürgermeister richten: Würden Sie die offizielle Schirmherrschaft für das Berliner Alevitische Kulturfestival im kommenden Jahr übernehmen? Vor uns Berliner Aleviten liegen noch viele Aufgaben. Die Herausforderungen sind groß, aber gemeinsam werden wir sie bewältigen. Wie der alevitische Volksdichter Yunus Emre sagte: ‚Kommt, lasst uns einander kennenlernen, die Dinge erleichtern, lieben und geliebt werden, die Welt bleibt niemandem.‘ Mögen Şah-ı Merdan Ali und Hızır uns auf diesem Weg beistehen. Ich danke Ihnen allen.“

Nach Özdemir sprach Melek Şahin im Namen der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF). Sie begrüßte alle Anwesenden und betonte:

„Wir arbeiten daran, das Alevitentum in die Zukunft zu tragen“

„Wir leben in einem Land, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen und gemeinsam die Zukunft gestalten. Als alevitische Gemeinschaft sind wir ein sichtbarer, aktiver und verantwortungsbewusster Teil dieses Miteinanders. Als Bundesverband mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts entwickeln wir entscheidende Projekte für unsere Gemeinschaft: Mit ‚Meine neue Heimat‘ unterstützen wir Menschen beim Aufbau eines neuen Lebens und sagen: ‚Willkommen. Du gehörst hierher.‘ Mit ‚Open Air Culture‘ bieten wir Jugendlichen die Möglichkeit, Natur, Gemeinschaft und Identität zu entdecken. Mit unserer Altenpflege und der alevitischen Seelsorge bilden wir wichtige Säulen unserer Gesellschaft. Durch den alevitischen Religionsunterricht in verschiedenen Bundesländern ermöglichen wir Jugendlichen, ihren Glauben zu verstehen. Mit Lehrstühlen und Forschungsprogrammen an Universitäten tragen wir unsere Kultur in die Zukunft. Unter dem Prinzip ‚Die Natur ist ein Recht‘ (Doğa Haktır) rufen wir die junge Generation dazu auf, Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft zu übernehmen.“

„Wir sind gleichberechtigt und Partner“

„Doch während wir hier in Freiheit leben können, berühren uns die Entwicklungen in der Türkei zutiefst. Selahattin Demirtaş ist wegen seines Kampfes für Frieden und Minderheitenrechte immer noch in Haft. Die drohende Haftstrafe für Ekrem İmamoğlu steht als politisches Thema im Raum. Viele oppositionelle Politiker, Journalisten und Aktivisten sind wegen ihrer Ansichten inhaftiert. Deshalb müssen wir Räume schaffen, in denen demokratische Werte gelebt werden. Die Alevitische Gemeinde zu Berlin übernimmt genau diese Rolle; als Begegnungs- und Kulturort schlägt sie Brücken zwischen Generationen und Traditionen. Unser Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist ein starkes Zeichen dafür, dass unsere Gemeinschaft in dieser Stadt als ‚gleichberechtigt‘ und als ‚Partner‘ anerkannt wird. Ich danke allen, die diesen Abend vorbereitet haben, insbesondere Herrn Yüksel und dem Vorstand. Wie Nelson Mandela sagte: ‚Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Triumph über sie.‘ Lassen Sie uns diesen Mut gemeinsam leben. Lassen Sie uns gemeinsam aufrecht stehen für Freiheit, Vielfalt und die Zukunft, die wir uns wünschen. Vielen Dank.“

Nach Şahin ergriff der Regierende Bürgermeister Kai Wegner das Wort. Er drückte seine Freude über die Einladung aus und begrüßte den Cemevi-Vorsitzenden, den Vorstand und alle Teilnehmer mit den Worten „Merhaba Canlar“.

Wegner betonte, dass dieses Kulturzentrum der alevitischen Gemeinde seit über 25 Jahren zu einem „bunten, lebendigen Glaubens- und Kulturzentrum“ transformiert wurde, und hob folgende Punkte hervor:

„Ich sehe, dass Sie Wurzeln geschlagen haben“

„Ihre Aktivitäten hier seit 25 Jahren zeigen nicht nur Ihre Verbundenheit, sondern auch, wie tief Sie in Berlin verwurzelt sind. Das lässt sich auch an der großen Anzahl politischer Vertreter ablesen, die heute hier sind. Ich sehe viele Abgeordnete aus dem Abgeordnetenhaus und dem Bundestag. Man kann festhalten: Es gibt nicht viele Veranstaltungen, bei denen so viele politische Vertreter zusammenkommen.

Herr Özdemir, gegen Ende Ihrer Rede sprachen Sie davon, ‚gemeinsame Brücken zu bauen‘ und ‚in Solidarität gemeinsam zu handeln‘. Gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen viele Menschen Sorge und Angst verspüren, glaube ich, dass wir mehr denn je stabile Brücken und Solidarität brauchen. Leider wenden sich viele Bürger von der demokratischen Mitte ab und rechtsextremen Parteien zu. Wir müssen immer deutlich sein: Wir sind zahlreicher und unsere Stimme ist lauter als die dieser rechtsextremen Kräfte, die unsere Gesellschaft spalten wollen.“

„Ihre Vielfalt macht Berlin zu Berlin“

„Was das Thema Körperschaftsstatus angeht: Bei meinem Besuch im letzten Jahr haben wir ausführlich darüber gesprochen. Deshalb freue ich mich besonders, heute wieder bei Ihnen zu sein. Berlin ist die Stadt der Freiheit; vor wenigen Tagen haben wir den 35. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert. Aber Berlin ist für mich nicht nur die Stadt der Freiheit, sondern auch eine Stadt der Vielfalt, der Toleranz und der Internationalität. Genau für diese Werte müssen wir weiter kämpfen, denn das ist es, was Berlin zu Berlin macht. Diejenigen, die Hass und Diskriminierung verbreiten, sind kein Teil von Berlin. In unserer Stadt leben Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Geschichten und Glaubensrichtungen zusammen. Für mich ist es unwichtig, woher jemand kommt, was er glaubt oder wie er lebt. Wichtig ist, dass wir uns gemeinsam in eine gute Richtung bewegen. Wie stärken wir die Solidarität? Wie sorgen wir für Chancengleichheit für alle Kinder in dieser Stadt? Berlin kann all diese Chancen bieten, wenn wir die Potenziale nutzen und jeden einbeziehen, der Verantwortung übernehmen möchte.“

„Warum sollte mein Sohn nicht Alevitentum lernen?“

„Zum Thema Schirmherrschaft: Ich nehme gerne an! Ich bin offen für Gespräche und hoffe, dass wir dies bis zum kommenden September realisieren können. Und zum Thema Religionsfreiheit: Glauben stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, er bringt Menschen zusammen. Wir sollten ein inklusives Modell für religiöse Bildung entwickeln, nicht nur für das Christentum, sondern auch für das Alevitentum, den Islam und alle anderen Glaubensrichtungen. Warum sollte mein Sohn in der Schule nicht die Grundwerte des alevitischen Glaubens kennenlernen? Gute Beispiele dafür gibt es in Brandenburg und Hamburg. Die Werte der alevitischen Gemeinschaft – Menschenliebe, Solidarität, Toleranz und Respekt – können wertvolle Beiträge leisten, um diesen Weg gemeinsam zu gehen. Ebenso wichtig ist die Stärkung des interreligiösen Dialogs in unserer Gesellschaft, was durch Ihre Anwesenheit hier unterstrichen wird. Gerade in einer so vielfältigen Stadt muss dieser Dialog fortgesetzt werden. Sie sind bereits aktiv im Berliner Forum der Religionen engagiert. Für diese wertvollen Beiträge danke ich Ihnen herzlich. Kurz gesagt: Lassen Sie uns gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ich freue mich über Ihr Angebot und blicke dem erwartungsvoll entgegen. Wir werden diesen Weg gemeinsam gehen. Ich freue mich schon jetzt auf das Festival im kommenden September. Ich bin sicher, wenn wir diesen Weg frei von Vorurteilen und mit mehr Miteinander und Solidarität gehen, muss ich mir um unsere gemeinsame Zukunft keine Sorgen machen. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Abend, danke Ihnen und verbleibe ‚Aşk ile Canlar‘!“

Nach der Rede von Bürgermeister Wegner klang der Empfang mit einem offenen Buffet und Gesprächen aus.

Neben Bürgermeister Wegner nahmen zahlreiche Persönlichkeiten an dem Empfang teil, darunter Vertreter des AABF, des BAT-Cemevi-Vorstands, der Frauen- und Jugendverbände (BDAS-BDAJ), des AABF-Geistlichen Rates und des AABF-Geistlichen Rates der Region Nord. Zu den Gästen zählten zudem Steffen Krach (SPD-Spitzenkandidat), Elif Eralp (Spitzenkandidatin der Linken), Aziz Bozkurt (Staatssekretär für Soziales, Berlin), Andreas Kraus (Staatssekretär), Urban Aykal (Stellvertretender Bezirksbürgermeister Steglitz-Zehlendorf), Filiz Keküllüoğlu (Bezirksstadträtin Lichtenberg), Sevim Aydın (MdA, SPD), Elif Eralp (MdA, Die Linke), Ferat Koçak (MdB, Die Linke), Hakan Demir (MdB, SPD), Celal İrgi (Unternehmer), Pater Prof. Dr. Felix Körner sowie fast 30 weitere Abgeordnete und Vertreter von befreundeten Verbänden, der Zivilgesellschaft und politischer Parteien.

von Avrupademoktat

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

„Nicht jeden Lebensbereich regeln“: Özdemir grenzt sich von Grünen-Besserwisserei ab

von Fremdeninfo 30 November 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Jens Kiffmeier/ Merkur

Cem Özdemir setzt vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg auf Abgrenzung zur Bundespartei. Die Grünen-Spitze ist irritiert. Geht seine Strategie auf?

Hannover – Wenn Cem Özdemir über seine Partei spricht, klingt das oft wie eine Therapiesitzung. „Wir müssen mal selbstkritisch fragen, warum wir immer noch im Verdacht stehen, die Menschen zu belehren oder noch alles besser zu wissen“, sagte der 59-jährige Grünen-Spitzenkandidat vor wenigen Tagen der Wochenzeitung Die Zeit. Es ist ein Satz, der in der Bundespartei für Stirnrunzeln sorgt – und doch eindeutig für Özdemirs Kurs der Abgrenzung steht.

Während seine Parteifreunde in Hannover auf dem Grünen-Bundesparteitag über Taurus-Raketen für die Ukraine und die Anerkennung Palästinas diskutieren, inszeniert sich Özdemir als baden-württembergischer Sonderweg auf zwei Beinen. „Wir Grünen in Baden-Württemberg wollen nicht jeden Lebensbereich regeln, sondern mit den Leuten gemeinsam die Dinge verändern“, betonte er in dem Interview – eine kaum verhüllte Kritik an der Berliner Parteizentrale.

Parteitag in Hannover: Grüne läuten Wahlkampf in Baden-Württemberg mit Cem Özdemir ein

Es ist eine besondere Beziehung zwischen Cem Özdemir und den Grünen. Der ehemalige Bundesminister tritt bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im kommenden Jahr als Spitzenkandidat an. Er soll den langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann beerben, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Am Sonntag (30. November) machten die Grünen den Auftakt zum Wahlkampf im Ländle. Beim Bundesparteitag in Hannover durfte Özdemir zum Abschluss eine Rede halten.

Auf ihrem Parteitag diskutierten die Grünen über die Wehrpflicht, die Haltung zur Israel-Politik, das 9-Euro-Ticket oder über Homöopathie – doch aus Sicht von Özdemir sind das alles keine Themen, um die Wahl in Baden-Württemberg 2026 zu gewinnen. Dem Ex-Bundesparteichef geht es vor allem um Wirtschaftsthemen – und dabei setzt er immer wieder auf „knallharte Abgrenzung zur Bundespartei“, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich berichtete. Etwa bei der Aufweichung vom Verbrennerverbot, was im Autoland Baden-Württemberg durchaus eine Bedeutung hat. Jedoch löse er damit regelmäßig „Irritationen“ aus und gelte in Berlin inzwischen als „beratungsresistent“, hieß es in dem Bericht.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir macht den Rebell – und grenzt sich in Wirtschaftskurs ab

Besonders die Parteilinke warnt vor Özdemirs konservativen Kurs, doch der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister lässt sich nicht beirren. Seine Strategie ist kalkuliert: Während die Grünen bundesweit in Umfragen abstürzen, versucht Özdemir vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg das zu kopieren, was Winfried Kretschmann über Jahre perfektioniert hatte. „Eine Sensibilität für das Wohlergehen der Wirtschaft ist bei uns Teil der DNA“, erklärte Özdemir seine Haltung gegenüber der Zeit und fügte hinzu: „Dies hat vielleicht auch mit meinem baden-württembergischen Hintergrund zu tun.“

Tatsächlich kultivierte Kretschmann die Distanz zur Bundespartei über Jahre geradezu. Als der Ministerpräsident 2011 das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 nicht stoppen wollte, schäumten Kretschmanns Parteifreunde in Berlin, sogar von Verrat war die Rede. Seine Beliebtheit aber stieg. Özdemir zitiert gerne den Parteifreund Reinhard Bütikofer: „Die Grünen müssten Winfried Kretschmann nicht kopieren, aber kapieren.“

Özdemir braucht Aufholjagd: Umfragen zur Wahl im Südwesten sehen Grüne im Nachteil

Das Problem: Özdemir muss bei der Baden-Württemberg-Wahl ohne Amtsbonus kämpfen. Während Kretschmann als amtierender Ministerpräsident seine Distanz zur Partei zelebrieren konnte, geht Özdemir als jemand ins Rennen, der den Großteil seiner Karriere als Bundesparteichef und Bundesminister im fernen Berlin vorangetrieben hat. Die aktuellen Umfragen zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg zeigen die Herausforderung: Die Grünen liegen mit 20 Prozent nur noch auf Platz drei, hinter der CDU (29 Prozent) und knapp hinter der AfD (21 Prozent).

Paradoxerweise ist Özdemir persönlich deutlich beliebter als seine Partei. Könnten die Menschen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten 2026 direkt wählen, würden sich laut SWR-Umfrage 41 Prozent für ihn entscheiden – sein CDU-Konkurrent Manuel Hagel müsste sich mit nur 17 Prozent geschlagen geben. Özdemirs Problem sei derzeit seine Partei, analysierten die Experten des Senders.

Der scheidende Ministerpräsident Kretschmann macht für den Absturz der Grünen vor allem die Bundespolitik verantwortlich: „Der Absturz der Ampel, der Absturz im öffentlichen Ansehen von Robert Habeck, das sind die Gründe, die da einfach durchschwingen“, erklärte er in der SWR-Sendung „Zur Sache Extra“. Özdemir, selbst Teil der gescheiterten Ampel, kontert: „Hier stehen die Grünen Baden-Württembergs zur Wahl. Nicht die Grünen in Berlin oder anderswo.“

Wirtschaft statt Klimaschutz: Özdemir will in seiner Heimat 2026 die Wahl gewinnen

Seine Abgrenzung zur Bundespartei zeigt sich besonders beim Kernthema der Grünen. Während in Hannover über Klimaschutz debattiert wird, setzt Özdemir auf Wirtschaftskompetenz. „Beim Klimaschutz müsse man etwa zuallererst die Akzeptanz in der Bevölkerung in den Blick nehmen“, sagte er der Zeit – eine Position, die in der Bundespartei umstritten ist.

Doch im Wahlkampf wirft er alles in die Waagschale. In Metzingen besichtigt er KI-gesteuerte Roboter, witzelt über Reinigungsroboter („Das wär doch was für den schwäbischen Markt in Sachen Kehrwoche“) und inszeniert sich als bodenständiger Pragmatiker. Gerne bringt er dabei auch seine kurze Doppelrolle als Landwirtschafts- und Bildungsminister in der Endphase der Ampel-Koalition ins Gespräch: „Baden-Württemberger können sowas, zwei Minischterien, ein Gehalt“, scherzt er dann in der schwäbischen Mundart – auch um seine Herkunft aus dem Ländle deutlich zu machen. Zumindest seine 170.000 Instagram-Follower honorieren diese Strategie – damit hat er weit mehr als andere Spitzenkandidierende.

30 November 2025 0 Kommentare
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Politik

Proteste gegen al-Dschulani in Köln: „Völkermord vor den Augen der Welt“

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

von Mehmet Tanlı, Köln

Fortgesetzte Massaker und Genozid an Aleviten in Syrien

In Köln wurde am Samstag gegen die skrupellose Politik der neu formierten al-Dschulani-Regierung protestiert, die nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad die Massaker an der alevitischen Bevölkerung in Syrien stillschweigend duldet.

Bekanntlich haben die seit dem 6. März andauernden Konflikte in den syrischen Küstenregionen, in denen die alevitische Minderheit stark vertreten ist, hunderte Menschenleben gefordert – die Mehrheit von ihnen Zivilisten. Als Reaktion auf diese Ereignisse, die unter der Duldung des HTS-Regimes stattfinden, veranstalteten alevitische Organisationen in Deutschland zeitgleich Presseerklärungen in Köln, Berlin und Frankfurt.

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

Bei der Kundgebung am Kölner Rheinufer erhielten die Protestierenden breite Unterstützung von der Föderation der Arabischen Aleviten in Europa, der Föderation der Demokratischen Aleviten, der Konföderation der Gemeinschaften der Aleviten in Europa (AABK) sowie kurdischen Organisationen. In ihren Redebeiträgen auf Türkisch, Arabisch, Kurdisch und Deutsch forderten die Sprecher ein sofortiges Ende der Unterdrückung und der Massaker, die sich insbesondere gegen Aleviten sowie andere ethnische und religiöse Gruppen in Syrien richten.

Massaker mit menschenverachtenden Methoden

In den Erklärungen wurde betont, dass weiterhin Völkermordverbrechen mit Methoden begangen werden, die an die unmenschlichen Praktiken jihadistischer Organisationen wie dem IS (Daesch) und Al-Qaida erinnern. Diese Gewalt richtet sich gegen alle Völker, die nicht den Glauben, die Denkweise oder die Lebensart der Machthaber teilen. Gleichzeitig übten die Redner scharfe Kritik an jenen Ländern und Regierungen, die die derzeitigen Machthaber in Syrien unterstützen.

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

Die Sprecher hoben hervor, dass das aktuelle HTS-Regime eine zutiefst sektiererische Politik verfolge und als Handlanger des Westens sowie Israels agiere. Zu den zentralen Forderungen gehörten die sofortige Einrichtung eines Hilfskorridors für die Aleviten in Syrien, die Gewährleistung ihrer Sicherheit sowie der internationale Schutz ihrer Rechte.

Das tatsächliche Ausmaß übersteigt die Medienberichte bei Weitem

Redner und alevitische Meinungsführer auf der Kölner Kundgebung erklärten, sie hätten die Berichte von Augenzeugen aus der Region mit großer Sorge und Angst vernommen. Sie argumentierten nachdrücklich, dass das tatsächliche Ausmaß der Geschehnisse weit über das hinausgehe, was derzeit in der internationalen Presse widergespiegelt wird.

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

29 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Polizei: AfD-Gegner protestieren zum großen Teil friedlich

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

Artikel von dpa

Aus Protest gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation sind in Gießen nach Polizeiangaben bis zum Nachmittag mehr als 25.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das Bündnis «Widersetzen» sprach von über 50.000 Teilnehmern.

Ein großer Teil der Versammlungen sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Derzeit wisse man von zehn leicht verletzten Beamten, eine abschließende Zahl gebe es noch nicht. «Hinsichtlich verletzter Versammlungsteilnehmender liegen der Polizei keine gesicherten Zahlen vor.»

Das Einsatzkonzept sei nach Einschätzung der Polizeiführung «insgesamt aufgegangen», sagte der Polizeisprecher. «Es gab einen Raum für friedlichen Gegenprotest. Gegen Blockaden, die ausschließlich der Verhinderung der AfD-Veranstaltung dienten, wurde differenziert und konsequent vorgegangen.»

Das Bündnis «Widersetzen» bezeichnete die Aktionen zivilen Ungehorsams gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation als «riesigen Erfolg». Rund 15.000 Menschen hätten an Blockaden teilgenommen und Zugänge zu dem Gründungskongress versperrt.

Am Abend verließen nach Angaben des Sprechers zahlreiche der Versammlungsteilnehmer die Stadt. Dafür würden auch zusätzliche Busse zur Verfügung gestellt, per Lautsprecherdurchsagen informiere die Polizei darüber.

29 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Rechtsextremismus in Deutschland: Zeit, dass Faschisten wieder Angst haben müssen

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

 Artikel von Watson/ W .Watson

Jette Nietzard macht sich Sorgen wegen des Rechtsrucks in Deutschland. Die Ex-Sprecherin der Grünen Jugend wendet sich mit einer klaren Botschaft an Demokrat:innen: Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist.

Wir haben nicht genug Angst. Wir haben nicht genug Angst davor, dass im Bund spätestens 2029 die AfD regieren könnte. Auf Länderebene dauert es vielleicht nicht einmal so lange. In Sachsen-Anhalt könnte im ungünstigsten Fall schon im kommenden Jahr eine AfD-Regierung an die Macht kommen. Wir haben nicht genug Angst davor, dass der Faschismus Deutschland übernimmt.

Ich habe mich in den vergangenen Monaten häufig gefragt, was das Umfragehoch der AfD – aber auch die Unfähigkeit der demokratischen Parteien, dem etwas entgegenzusetzen – für unser politisches Handeln bedeutet.

Während ich mir darüber Gedanken machte, kam mir das berühmte Gedicht des evangelischen Pfarrers und Widerstandskämpfers Martin Niemöller wieder in den Sinn. Er beschreibt darin, wie die Nationalsozialisten in der Zeit nach 1933 eine Gruppe nach der anderen (Kommunisten, Gewerkschaftler, Juden) einsperrten und er geschwiegen hat, weil es ihn ja nicht betraf. Am Ende stellt er fest: „Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

„Unsere Demokratie steht unter Druck. Aber was haben wir dem entgegenzusetzen?“

Lässt sich dieses Bild auf das Jahr 2025 übertragen? Ich denke: ganz klar, ja. Ein Beispiel sind Schutzsuchende, die an der deutschen Grenze abgewiesen werden.Die Mehrheit schweigt dazu oder feiert das sogar. Sie selbst betrifft die Ausgrenzung ja (noch) nicht. Wen aber trifft es als Nächstes? Queere Menschen? Menschen mit Behinderung?

Eine starke Zivilgesellschaft muss ihren Erfolg in diesen Zeiten vor allem daran messen, wie gut sie die Verwundbarsten beschützt. Und mit diesem Maßstab im Blick muss man feststellen: Wir versagen auf ganzer Linie.

Unsere Demokratie steht unter Druck. Aber was haben wir dem entgegenzusetzen?

Die Wahrheit ist: Ich weiß es auch nicht. Während in meinem Freundeskreis öfter darüber gescherzt wird, wo man hingehen könnte, wenn Russland die Nato angreift, scheint niemand eine Antwort zu haben, was passiert, wenn der Feind aus dem Innern kommt. Dabei kann das schneller gehen, als man denkt.

eigene Politik besser erklären müssten, und bieten sie AfD-Politiker:innen gleichzeitig Platz in fast jeder Talkrunde?

Ein Blick in die deutsche Geschichte hilft dabei, sich auszumalen, was möglich sein kann. Nach der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 dauerte es nur wenige Monate, bis die Diktatur fest etabliert war. Das zeigt: Es geht schneller, als man denkt.

Droht Deutschland 2029 also ein zweites 1933? Das kann ich nicht beantworten, denn ich habe keine Kristallkugel. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist: Die Lage ist ernst.

Als politisch progressive Menschen sollten wir uns daher jetzt diese drei Fragen ganz dringend stellen:

・1. Ohnmacht vorbeugen: Welche Schritte werden unternommen, wenn Rechtsextreme an die Macht kommen?

・2. Vorbereitet sein: Wann ist der Moment gekommen, wo Widerstand, wie im Grundgesetz beschrieben, zur Pflicht wird?

・3. Widerstand organisieren: Welche Form des Widerstands ist unsere Form des Widerstands und wie bereiten wir diese vor?

Als ich diesen Gedanken im Sommer schon einmal geäußert habe, wurde mir vorgeworfen, ich möchte alle AfD-Wählenden abschießen. Das ist nicht mein Aufruf. Das Grundgesetz garantiert ein Recht zum Widerstand gegen diejenigen, die die verfassungsmäßige Ordnung abschaffen wollen. Wir müssen darüber reden, was das konkret für die Praxis heißt.

Denn ich habe Angst, dass wir erst im Rückblick merken, dass wir den Punkt zur Rettung der Demokratie verpasst haben. Die politische Rechte läuft sich nämlich schon warm für einen aufkommenden Faschismus.

Rechte Kräfte wollen ihre Ideologien anschlussfähig machen. Faschismus kann sich im Windschatten des aktuellen Populismus von rechts verstecken und wachsen. Für seinen Erfolg braucht er Menschen, die sich nicht mehr aufregen, wenn andere ungerecht behandelt werden. Er möchte Gleichgültigkeit als stilles Einverständnis. Der Faschismus wird nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Er wird sagen: „Ich bin die Stimme des Volkes.“

„Unsere allererste antifaschistische Pflicht bleibt es deshalb, nicht wegzusehen.“

Und Gleichgültigkeit schaffen die neuen Rechten aktuell durch Taktiken wie „flood the zone with shit“. Das sehen wir nicht nur in den USA bei Trump. Jens Spahn schwadroniert lieber von einer angeblich linksradikalen Richterkandidatin für das Verfassungsgericht. Dass er damit parallel eine der drei tragenden Säulen des Rechtsstaats beschädigt, dürfte ihm irgendwas zwischen egal bis erwünscht sein.

Auch interessant: Wehrdienst: „Dann wird einer ausgelost und die anderen führen ihr Leben weiter“

・Streecks Sparvorschlag für ältere Menschen: Irre, aber nicht überraschend

・AfD gründet neue Jugendorganisation: Was dahinter steckt und wer dagegen aufsteht

Aber genau deshalb ist es so gefährlich, wenn News mit Triggerwarnungen versehen werden oder Menschen sich nachrichtenfreie Self-Care-Zeiten schönreden. Faschismus ist die Endform von Entpolitisierung. Die Endform von Individualisierung.

Wer eine Gemeinschaft haben möchte, muss gemeinschaftlich handeln. Unsere allererste antifaschistische Pflicht bleibt es deshalb, nicht wegzusehen. Die Ungerechtigkeiten in diesem Land und der Welt sollten wir nicht ignorieren, sondern sie als Treibstoff für unsere Wut verstehen. Nur wer sich noch spürt, kann auch was verändern.

Meine Lieben, die Zeit des Abwartens ist vorbei. Rechtsextreme Ideologien und Politiken müssen gestoppt werden. Auf der Straße, im Sportverein, im Staatsdienst, im Privaten.

Es ist Zeit, Debatten wieder emotional und persönlich zu führen. Denn Obergrenzen und Abschiebungen sind keine abstrakten Zahlen, sondern echte Menschen.

Es ist Zeit, wütend zu sein. Denn Wut schützt uns vor Gleichgültigkeit.

Es ist Zeit, Rechtsextremen mehr als Worte entgegenzusetzen, nämlich Widerstand.

Es ist Zeit, dass Faschisten wieder Angst haben müssen.

 

29 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Lasst uns der Unterdrückung der Intellektuellen durch die faschistische AKP-MHP-Regierung ein Ende setzen

von Cumali Yağmur 29 November 2025
von Cumali Yağmur

 

Von: Cumali Yağmur

Die faschistische AKP-MHP-Regierung in der Türkei spricht einerseits von Frieden und macht großen Lärm darum, dass sie „das Kurdenproblem lösen werde“. Auch wenn niemand zu einem ehrenhaften Frieden „Nein“ sagen würde, scheint es, als würden sie statt Frieden nur Ablenkungsmanöver betreiben.

Sie ignorieren die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) bezüglich Selahattin Demirtaş. Demirtaş, Figen Yüksekdağ und Osman Kavala werden immer noch festgehalten. Ohne jegliche Scham oder Scheu lassen sie Selahattin Demirtaş seit 9 Jahren im Gefängnis sitzen. Nun wurde wegen einer Rede in Mersin ein neues Verfahren gegen ihn eröffnet. Dieser Faschismus lenkt die Massen ab und erklärt die Kurden zur Zielscheibe, so als ob sie selbst im Recht wären.

Wird etwa untersucht, ob Selahattin Demirtaş seit seiner Kindheit gegen den Faschismus gekämpft hat, nur um jetzt ein Verfahren zu eröffnen, falls man auch nur einen Fehler bei ihm findet?

Einerseits wird von Frieden gesprochen, andererseits verhängen sie eine Haftstrafe gegen den Journalisten Fatih Altaylı. Was hat er getan? Weil er die Regierung kritisiert hat, wird er unter dem Vorwand, „Mitglied einer Geheimorganisation“ zu sein, bestraft. Fatih Altaylı ist Mitglied keiner Organisation oder Partei und hat jahrelang nichts anderes als Journalismus betrieben. Im Gerichtssaal warf er seine Unterlagen hin und sagte: „Ihr habt keine Gerechtigkeit“. Wer kann schon garantieren, dass nicht bald auch ein Verfahren gegen Fatih Altaylı eröffnet wird, nur weil er im Gerichtssaal Papiere geworfen hat?

Seit 23 Jahren lässt die faschistische AKP-MHP-Regierung diejenigen ins Gefängnis werfen, die nicht zu ihnen gehören und die geringste Kritik üben. Die Gefängnisse sind überfüllt. In den Gefängnissen werden schwangere Frauen und Menschen gefoltert.

Gegen diese Grausamkeit und Gewalt an den Intellektuellen der Türkei erheben die Völker der Türkei kaum ihre Stimme. Der Faschismus hat Angst unter den Völkern der Türkei verbreitet, und das Volk traut sich aus Angst nicht, den Mund aufzumachen. Bei gewählten Bürgermeistern werden Straftaten gesucht, ihnen zur Last gelegt und Zwangsverwalter an ihre Stelle gesetzt. Die AKP-MHP will die Gemeinden, die sie durch Wahlen nicht gewinnen konnte, mit faschistischen Methoden vernichten.

Diese Entwicklung verheißt nichts Gutes, im Gegenteil, es wird immer schlimmer. Es ist höchste Zeit, hierzu „Stopp“ zu sagen.

Journalisten können aus Angst, „morgen verhaftet zu werden“, ihre Feder nicht frei führen. Die regierungsnahe Presse versucht jeden Tag, Regimegegner zur Zielscheibe zu machen, um sie verhaften zu lassen. Selbst in Zeiten faschistischer Militärjuntas in der Türkei mussten Intellektuelle nicht so sehr büßen. Türkische und kurdische Intellektuelle wurden zu jeder Zeit bestraft und eingesperrt, aber noch nie gab es eine so vielschichtige Unterdrückung und Bestrafung wie unter der AKP-MHP-Herrschaft.

Gegen den Druck, die Gewalt und die Bestrafungen gegenüber Intellektuellen MÜSSEN TÜRKEN, KURDEN UND ALLE FORTSCHRITTLICHEN KRÄFTE AUF DIE STRASSE GEHEN, PROTESTIEREN UND DAS WAHRE GESICHT DES FASCHISMUS ENTLARVEN.

29 November 2025 0 Kommentare
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Rassismus

Protest gegen AfD-Jugend: „In Gießen steht die Mitte der Gesellschaft auf

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Thorsten Winter /Faz

 Am Wochenende erwartet die Polizei rund 50.000 Menschen in Gießen, die gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation und für Demokratie, Freiheit und ein auskömmliches Miteinander auf die Straße gehen wollen. Ihr Ziel sei es, die Demokratie gegen Feinde zu verteidigen, sagte der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, vor Medienvertretern in der Uni-Stadt. Der Gewerkschaftsbund hat mehrere Kundgebungen und Aktionen angekündigt. Über die Versammlungsorte war es aber nach einer Verbotsverfügung der Stadt zu einem Rechtsstreit gekommen.

Anders als erhofft, darf der DGB keine Bühne in unmittelbarer Nähe zum AfD-Tagungslokal in den Hessenhallen westlich der Lahn aufbauen, er muss östlich der Lahn bleiben. Das Gleiche gilt für eine Linken-Kundgebung und ein Protestcamp von Attac. In den letztgenannten Streitpunkten hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof am Freitagabend Eilbeschlüsse des Verwaltungsgerichts Gießen abgeändert und den städtischen Sicherheitsbedenken Rechnung getragen.

Größte Demonstration der Stadtgeschichte

Zwischenzeitlich habe der DGB den Eindruck gewonnen, Stadt und Polizei behandelten eine politische Versammlung wie ein Rockkonzert. „Wir erwarten, dass das Versammlungsrecht am Samstag in vollem Umfang ausgeübt werden kann“, hatte Rudolph zuvor hervorgehoben. Der Gewerkschaftsbund stehe für Solidarität statt Hetze. Die von der Polizei erwartete Teilnehmerzahl wertete Rudolph als Ausweis einer lebendigen und selbstbewussten demokratischen Gesellschaft. „Es ist die Mitte der Gesellschaft, die am Samstag aufsteht“, sagte er.

Im Lichte des Rechtsstreits und angesichts der Kürze der Zeit entschied sich der DGB nach den Worten des Gießener Vorsitzenden Klaus Zecher schon vor dem VGH-Beschluss, kurzfristig eine Bühne am Einkaufszentrum Neustädter Tor aufzubauen, das in Sichtweite zur Lahn liegt. Laut Rudolph ist aus Sicht des DGB die Hör- und Sichtweite der Proteste zum Tagungslokal der AfD ganz wichtig. Die Delegierten sollten merken, dass sie unerwünscht seien.

Der mit Abstand größte Aufzug in der Stadtgeschichte bringt auch weitreichende Folgen für Einwohner und Besucher mit sich. Zwar wollen viele Geschäfte wie gewohnt öffnen, zumal der erste Adventssamstag meist umsatzstark ist. Auch der Weihnachtsmarkt findet statt. Doch wird die Innenstadt mit der Einkaufsmeile Seltersweg und ihren Nebenlagen nur eingeschränkt erreichbar sein.

Zu Fuß, mit dem Rad und teils per Bus können Besucher nach Angaben der Stadt dort hingelangen: „Sie wird nicht abgeriegelt.“ Allerdings werde der Autoverkehr eingeschränkt. Aufgrund der Demonstrations-Routen entlang des Anlagenrings und anderer Versammlungsorte werde die Innenstadt einschließlich des Anlagenrings als Verteiler über weite Teile nicht mit dem Auto befahrbar sein.

Wer aus dem Umland oder von weiter her per Auto anreist, kann den Messeplatz nicht nutzen – das Gelände ist für die Reisebusse von Gegendemonstranten reserviert. Dafür öffnet die benachbarte Technische Hochschule ihre Parkplätze ebenso wie die Universität ihre Stellflächen an den Naturwissenschaften, am geisteswissenschaftlichen Campus und am nahe gelegenen Juridicum. Eine halbe Fußstunde von der Innenstadt und dem Rathaus mit dem Demokratie-Fest entfernt können die Parkplätze der Kreisverwaltung angefahren werden.

29 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Zum heutigen Parteitag der Grünen in Hannover

von Cumali Yağmur 28 November 2025
von Cumali Yağmur

 

Von Cumali Yagmur

Die Partei muss zu ihrem Kern und ihren ursprünglichen Gründungsinhalten zurückkehren. Heutzutage müssen sie der Gesellschaft wieder stärker alternative Politiken anbieten und die Trennlinie zu den bürgerlichen Parteien deutlicher ziehen.

Als die Partei Die Grünen gegründet wurde, hatte sie sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit für Umweltverschmutzung zu sensibilisieren. Sie wurde als „Ökopartei“ bezeichnet. Sie zielte darauf ab, die Demokratie weiterzuentwickeln, Minderheitenrechte zu verteidigen und – unter Anerkennung Deutschlands als Einwanderungsland – sensibler mit dem Thema Migration umzugehen. Mit ihrer Antikriegshaltung wollte sie die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich ziehen und eine alternative Politik betreiben. Sie forderte damals, dass Deutschland keine Waffen in andere Länder liefert.

Doch im aktuellen Prozess nehmen mittlerweile alle Parteien das Thema Umweltverschmutzung in ihre Programme auf und versuchen, ihre Wähler in dieser Hinsicht zu sensibilisieren. Auch die bürgerlichen Parteien behaupten – wenn auch in geringerem Maße –, dass sie sich für die Demokratie einsetzen. Was das Thema Migration betrifft, so widmen sich auch andere Parteien diesem Problem zumindest ansatzweise; in ihren eigenen Reihen befinden sich Politiker mit Migrationshintergrund. Die Grünen stellen jedoch, gemeinsam mit der Linkspartei, sensiblere und inhaltlich fundiertere Forderungen in Bezug auf Migranten.

In Fragen von Krieg und Abrüstung haben sie jedoch einen Rückschritt gemacht. In den Fragen zur Ukraine, zu Palästina und Israel konnten sie keine richtige Linie finden. Sie forderten sogar die Lieferung und den Einsatz von Langstreckenwaffen. Aus Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus haben sie gegenüber Israel ihre Stimme nicht erhoben und keine Kritik geübt. Obwohl sie die Zweistaatenlösung befürworten, konnten sie ihre Ansichten nicht offen äußern.

Die Grünen müssen zu ihrer eigenen Linie zurückkehren und ihre Ansichten der Gesellschaft sensibler und offener vermitteln. Sie müssen beim Umweltschutz voranschreiten, sensibler für die Demokratieprobleme in den Herkunftsländern von Minderheiten sein und eindeutig Farbe bekennen.

Die Grünen sind zu einer „Stadtpartei“ geworden; daher müssen sie in den Städten alternative Politiken entwickeln. Sie sollten sich stärker den Problemen ihrer eigenen Wählerschaft widmen und einige der heutigen Barrieren für die Demokratie überwinden.

Forderungen für die Städte und Bildung:

  • Verkehrswende: Alternative Verkehrsregeln in den Städten, mehr Radwege und Maßnahmen zur Reduzierung der Autonutzung.

  • Wohnen: Eine alternative Gestaltung der städtischen Strukturen und die Förderung des Baus von ausreichend bezahlbarem Wohnraum.

  • Bildung: Das deutsche Bildungssystem entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Gesellschaft. Ausgehend von der Realität, dass Deutschland ein multikulturelles Land ist, müssen radikale Veränderungen im Bildungssystem vorgeschlagen werden.

  • Betreuung: Es braucht multikulturelle Kindertagesstätten und ausreichend Betreuungsplätze.

Die Grünen müssen sich den Internationalismus wieder auf die Fahnen schreiben.

28 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Comedian Kaya Yanar beendet Bühnenkarriere in Deutschland

von Fremdeninfo 28 November 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von dpa

Comedian Kaya Yanar beendet seine Bühnenkarriere in Deutschland. «Alles, was ein Anfang hat, hat auch ein Ende und so auch meine Live Comedy Bühnen Karriere in Deutschland», schrieb Yanar in einer Mitteilung an seine Fans «und die, die es zum Schluss noch werden wollen». «Ich bin jetzt 52 und gehe auf die 80 zu und möchte mich nun gerne auf andere Projekte und vor allem auch auf meine Familie konzentrieren und deshalb die berufliche Reiserei an den Nagel hängen», schrieb er darin zur Begründung.

Gleichzeitig betonte er: «Das ist kein Karriereende, also zumindest meinerseits.» Den Job mache er seit 30 Jahren, «seit 25 Jahren kommen Leute und füllen die Hallen». Yanar («Was guckst du?!») ist Deutscher, hat türkisch-arabische Eltern, wurde in Frankfurt geboren und lebt in der Schweiz.

2026 spiele er noch seine letzten Termine, erklärte Yanar auch auf Instagram. «Danke an alle, die mich supported haben. Ohne Euch wäre das alles nicht möglich gewesen», schrieb er dort. «Es war mir eine Ehre.»

28 November 2025 0 Kommentare
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