Von: Celal Işık / Istanbul
Die innerparteiliche Debatte innerhalb der CHP dient in der Person von K. Kılıçdaroğlu und seinen Weggefährten dem Zweck, die Aleviten zu dämonisieren und auszugrenzen.
Infolgedessen verleiht diese Debatte dem Überlegenheitsanspruch der türkisch-sunnitischen Ideologie des Staates und der Regierung über die Gesellschaft eine Rechtfertigung und Legitimität. Damit wird die Wahrnehmung aus den Gründungscodes der Republik verstärkt und bestätigt, wonach jeder, der nicht türkisch und muslimisch ist, als unzuverlässig und als Bürger zweiter Klasse gilt.
In der Person von Menschen wie K.K., die eigentlich keinen Bezug zur alevitischen Philosophie und Moral haben, sich nie zu ihrer alevitischen Identität bekannt haben, die offizielle Ideologie „päpstlicher als der Papst“ verteidigen und ihre wahre Identität verbergen, über das Alevitentum zu diskutieren oder es verteidigen zu wollen, wäre das größte Übel und die größte Erniedrigung, die man dem Alevitentum antun könnte.
Die demokratische Basis der CHP und die Zivilgesellschaft hätten sich nicht für eine Debatte instrumentalisieren lassen dürfen, die diese offizielle Ideologie nährt und rechtfertigt.
Kurz gesagt: Denjenigen, die versuchen, das Alevitentum mit Persönlichkeiten wie Kılıçdaroğlu und seinem Umfeld gleichzusetzen – die nach der alevitischen Lehre und Rechtsprechung als „Düşkün“ (Abtrünnige/Ausgestoßene) gelten könnten –, ist nur eines zu sagen: Hände weg vom Alevitentum! Hören Sie auf, das Alevitentum als Werkzeug für Ihre eigene Karrierepolitik und für Ihren Hass gegenüber Ihren politischen Rivalen zu missbrauchen.
Wir alle brauchen eine Neue Demokratische Republik, in der jeder mit seiner unterschiedlichen ethnischen und religiösen Identität ein gleichberechtigter Bürger ist, so dringend wie Luft und Wasser.