Cem Özdemir kritisiert Regierung für Umgang mit Recep Tayyip Erdogan
Cem Özdemir kritisiert Regierung für Umgang mit Recep Tayyip Erdogan
Özdemir kritisiert Merkels Türkei-Politik „Unterstützung für Erdogans Weg in die Diktatur“
Er spricht von einem Skandal: Grünen-Chef Özdemir kritisiert in einem Interview Berlins ängstlichen Türkei-Kurs. Einer Umfrage zufolge wollen zudem 77 Prozent Erdogan einen Wahlkampfauftritt in Deutschland verbieten.
DPA
Soll der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Deutschland Wahlkampf für seine Verfassungsreform machen dürfen? Bei den Bundesbürgern stößt der geplante Auftritt einer Umfrage zufolge auf breite Ablehnung.
Demnach sind 77 Prozent der Meinung, dass Erdogan ein Wahlkampfauftritt nicht gestattet werden sollte. 15 Prozent der Befragten sind gegen ein Verbot, acht Prozent antworteten mit „Weiß nicht“. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die „Bild am Sonntag“. Für die Erhebung wurden laut Emnid 503 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.
Grünen-Chef Cem Özdemir sprach sich in der „Bild am Sonntag“ ebenfalls gegen einen Besuch des türkischen Staatschefs in Deutschland aus. „Dass Erdogan unsere Demokratie dazu missbraucht, für seine Diktatur in der Türkei zu werben, finde ich unerträglich“, sagte Özdemir. „Propaganda für einen Folter- und Unterdrückungsstaat hat in unserem Land nichts verloren.“
Cem Özdemir Der potenzielle Auftritt Erdogans in Deutschland hatte bereits in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt. Sein harter innenpolitischer Kurs nach dem gescheiterten Putschversuch, die Beschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit und die Inhaftierungen von Oppositionellen – es gibt genügend Gründe für Erdogan-Gegner, um gegen eine Kundgebung des Staatsoberhaupts hierzulande zu mobilisieren.
Aber kann die Bundesregierung den Auftritt überhaupt verhindern? Und wie ginge das? (Lesen Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.)
Grünen-Parteichef Özdemir sprach sich in dem Interview für eine Ablehnung der von Erdogan ausgearbeiteten Präsidialreform aus – und nimmt die Parteien der Großen Koalition in die Pflicht. „Meine Partei unterstützt das Nein. Ich bin gespannt, ob sich Union und SPD auch dazu durchringen können.“
Özdemir kritisiert Gabriel im Fall Yücel: „Zu lange geschwiegen“
In der Türkei soll die Verfassung geändert, die Republik von einer parlamentarischen Demokratie in ein Präsidialsystem umgebaut werden. Am 16. April werden darüber die Bürger des Landes in einem Referendum entscheiden.
Özdemir kritisierte die Türkei-Politik der Bundesregierung scharf. Zur geplanten Reise von Kanzlerin Angela Merkel im April in die Türkei sagte er: „Das kann nur als Unterstützung für Erdogans Weg in die Diktatur gewertet werden. Traurig, aber wahr: Bei dieser Bundesregierung werden Menschenrechte klein geschrieben.“
Özdemir bemängelte auch, Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) unternehme nicht genug für eine Freilassung des seit vergangener Woche in Istanbul inhaftierten „Welt“-Journalisten Deniz Yücel. „Gabriel hat viel zu lange geschwiegen. Ein Skandal!“ Der Außenminister müsste alle Hebel in Bewegung setzen, um den Journalisten zu befreien.
Deniz Yücel
Der Grünen-Politiker thematisierte zudem die Spitzel-Vorwürfe gegen Imame der türkisch-islamischen Union Ditib. „Ich habe fast den Eindruck, dass Erdogan erst um Erlaubnis gefragt wird, bevor wir mal deutlich machen, dass Spitzelnetzwerke, Hetze und Fanatismus in Deutschland nichts verloren haben“, sagte Özdemir.
Er kritisierte vor allem die Passivität der Bundesregierung: „Erdogans Spitzelnetzwerk hat in deutschen Moscheen oder Schulen nichts verloren.“ Aber die Bundesregierung schaue einfach weg. Sie habe so lange gewartet, bis alle betroffenen Personen und Beweise außer Landes gebracht worden seien.
Erdogan glaube, Merkel wegen des Flüchtlingspakts in der Hand zu haben und die Bundesrepublik Deutschland wie eine Außenstelle der Türkei behandeln zu können, sagte Özdemir. „Die Bundesregierung ist viel zu ängstlich gegenüber Erdogan.“
AKP-Wahlkampf in Deutschland und in der EU
Die AKP-Regierung trägt innentürkische politische Auseinandersetzungen auf deutschem und europäischem Boden aus. Mit dem Verfassungreferendum soll die parlamentarische Demokratie in der Türkei in eine Präsidialherrschaft umgebaut werden. Präsident Erdogan will seine eigene Diktatur auch verfassungsrechtlich garantieren. Auch hat er mehrfach angekündigt, bei Annahme des Referendums die Todesstrafe wiedereinzuführen. Er sagte: „ Die EU interessiert mich überhaupt nicht. Was Hans und Jochen sagen interessiert mich nicht. Was Hasan und Mehmet und was Ayse und Fatma sagen, interessiert mich eher. Wenn das Parlament die Todesstrafe auf den Weg bringt und mir das Gesetz vorlegt, unterschreibe ich.“
Deutschland ist zu einer Plattform der AKP auf dem zur Entdemokratiesierung, den Abbau eines Rechtsstaats und der Einführung der Todesstrafe in der Türkei geworden. Dass solche undemokratischen Denkweisen in Deutschland auf Kundgebungen der AKP erlaubt werden, kann und sollte eine zivile Gesellschaft mit demokratischen Werten und Normen verstehen. Für diese demokratischen Werte musste Deutschland hart kämpfen. Bis diese Werte erreicht wurden, mussten Millionen unschuldiger Menschen zu Opfern werden, Stichwort Holocaust.
Deutschland und die deutsche Bevölkerung waren zu Zeiten der Militärjunta in Griechenland in den Jahren 1967 bis 1974 als das Regime der Obristen eine Verhaftungs-, Folterungs- und Unterbringungwelle von Gefangenen auf undurchwegsamen Inseln mit mangelnder bis fehlender Versorgung vornahm, als in den Jahren 1973 bis 1990 in Chile die Militärjunta unter der Führung des Augusto Pinochet Verhaftungen und Ermordungen vornahm, auf die Straße gegangen und hatten sich gegen diese Regime positioniert. Wo ist jetzt diese Tradition geblieben? Deutschland und die deutsche Gesellschaft sollte sich an ihre Grundwerte erinnern und ein neues Bewusstsein entwickeln. Diese Werte können nicht mit dem, was Deutschland sich hinsichtlich des Flüchtlingsdeals mit der
Türkei zu erkaufen hofft oder erkauft zu haben denkt, aufgewogen werden.
Die AKP-Regierung hat die Gesellschaft in der Türkei stark gespaltet. Alle diejenigen, die eine freie Meinung äußern, die nicht die politischen Werte der AKP akzeptieren, die die Fehler und Missstände der AKP-Regierung aufdecken und womöglich noch anprangern, als da wären Journalisten, Wissenschaftler, Beamte, Oppositionelle etc., werden „gesäubert“. Sie werden alle verhaftet und gleich mit der Begehung von Terrorstraftaten beschuldigt und angeklagt. Medien werden verboten oder gleichgeschaltet. In Umfragen wird in der Türkei regelmäßig ermittelt, dass mindestens jeder 4. wahlberechtigte türkische Bürger keine Kenntnisse über die geplante Verfassungsänderung hat. Die Bevölkerung wird tagtäglich nur damit konfrontiert, was ihr bevorsteht, wenn sie nicht für die Verfassungsänderung stimmt. Aufklärung erfolgt nicht. Die Medien, die die Bevölkerung aufklären könnten, sind gleichgeschaltet oder geschlossen oder ihre Mitarbeiter sitzen in den Gefängnissen.
Sehen das die verantwortlichen Politiker in Deutschland und Europa nicht? Oder wollen sie das nicht sehen?
Dass die Türkei seit Jahrzehnten nur mit dem Versprechen, dass sie in die EU aufgenommen wird, „hingehalten“ wird und wurde, rächt sich womöglich jetzt?
In Oberhausen hat der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim, vor Tausenden von Anhängern für die umstrittene Verfassungsreform geworben. Nordrhein-Westfalen rechnet damit, dass auch Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Deutschland auftreten und Wahlkampf betreiben wird. Das will die rot-grüne Landesregierung zu verhindern versuchen. Man wolle „in NRW keine solchen Veranstaltungen, die den Keil der Spaltung weiter in unsere Gesellschaft treiben“, sagte Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD) dem Kölner Stadt-Anzeiger
Grünenchef Cem Özdemir wies auf den Widerspruch hin, der durch das Verhalten des türkischen Ministerpräsidenten Yildrim zu tage gekommen ist. Während Liberale, angeblich Terrorverdächtige, Demonstranten und Oppositionspolitiker in der Türkei, die gegen das Referendum am 16.04.2017 stimmen und sich damit für demokratische Werte und Rechtsstaatlichkeit einsetzen wollen, entlassen, verhaftet und veruteilt werden, treibt der türkische Ministerpräsidetn Yildirim für die AKP in Deutschland seelenruhig Wahlkampf, um die Abschaffung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf den Weg zu bringen.
Cem Özdemir erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): “Es gibt einem schon zu denken, dass der türkische Ministerpräsident Yıldırım Wahlkampf für einen Staat von Erdoğans Gnaden unter den in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürgern macht, während die Opposition in der Türkei in Gefängnissen schmort.”
Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer kritisierte, dass eine Umsetzung der Verfassungsreform in der Türkei dazu führe, dass sich „die Türkei immer weiter vom Western entfernt“.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland hält indes dagegen, dass die Kritik in Deutschland eine „Doppelmoral“ sei. Ihr Vositzender Gökay Sofuoglu sagt dem RND gegenüber: „Man kannn nicht einerseits in der türkischen Regierung einen engen Partner sehen, wie es die Bundesregierung etwas in der Flüchtlingsfrage tut, und sich andererseit über den Besuch der türkischen Politiker in Deutschland echauffieren.“
Das alles zeigt, dass die AKP-Regierung mit ihren gleichen Methoden und Denkweisen, mit denen sie in der Türkei die türkische Gesellschaft stark gespalten und ihrer demokratischen Rechte immer weiter beraubt hat, auch unter den in Deutschland und Europa lebenden türkischen oder türkischstämmigen Bürgern die Gesellschaft spalten möchte. Hier wurden z. B. systematisch durch die Imame des in Deutschland als Verband ansässigen DITIB Bürger, die hier friedlich leben und sich in der hiesigen Gesellschaft einbringen, ausspioniert und bei den türkischen Behörden angezeigt, weil sie angeblich oder tatsächlich Anhänger z. B. der „Gülenbewegung“ sind oder seien. Die türkische Regierung hat Agenten des türkischen Geheimdienstes MIT in Deutschland systematisch Spionage unter den hier friedlich lebenden türksichen oder türkischstämmigen Bürgern betreiben lassen.
Derzeit werden diejenigen türkischen Bürger, die wählen dürfen, durch solche oder ähnliche Spione ausgefragt, wie sie beim Referendum abstimmen werden. Diejenigen, die zum „Nein“ tendieren, werden an die türkischen Behörden gemeldet und sie werden auch bereits hier in Deutschland aggressiv angegriffen. Diejenigen Moscheebesucher, die zum „Nein“ tendieren, dürfen nicht mehr die Moscheeräume betreten.
Mürvet Öztürk (fraktionslos) und Turgut Yüksel (SPD) hessische Landtagsabgeordnete wurden durch die türkische Boulevardzeitung Sabah, die in Hessen Mörfelden erscheint und AKP-nah ist, mit den Vorwürfen, sie seien „Verräter der Türkei“ beschuldigt. Diese beiden Landtagsabgeordneten engagieren sich gegen die Bestrebungen des türkischen Präsidenten Erdogan, eine Präsidialherrschaft zu errichten. Sie riefen dazu in Deutschland lebende EinwanderInnen auf, bei dessen Referendum mit „Nein“ zu stimmen.
Durch diese „Spaltungspolitik“ schadet die AKP-Regierung den türkischen und kurdischen EinwandererInnen in Deutschland. Sie baut damit mehrere Parallelgesellschaften in Deutschland auf, diejenigen mit AKP-Ideologien und diejenigen mit Anti-AKP-Ideologien. Die Integration dieser EinwandererInnen in die hiesige ziviel Gesellschaft wird erschwert, weil zwischen ihnen Feind- und Freundbilder erzeugt werden, so dass sie sich nicht gemeinsam zu einem Bestandteil der hiesigen Gesellschaft entwickeln können. Das wäre aber für ein friedliches Zusammenleben aller Bürger in Deutschland nötig. Die
Damit keine Parallelgesellschaften entstehen können, müssen die EinwadererInnen stärker in die hiesige Gesellschaft eingebunden werdne. Sie müssen an dieser Gesellschaft teilhaben. Sie müssen davon ferngehalten werden, dass sie „Heimatpolitik“ auf deutschem Boden betreiben. Sie haben ihren Lebensmittelpunkt hier. Also müssen sie sich hier einbinden. Dazu ist aber von der deutschen Politik nötig, den EinwandererInnen Teilhaberechte wie auch das aktive und passive Wahlrecht zu gewähren. EinwandererInnen sollten daher demokratische Rechte hier einfordern. Hier in Deutschland müssen sie dafür auf die Straße gehen.
bei dessen Referendum mit „Nein“ zu stimmen
Frauenhaus Hannover 66 44 77
Frauen –und Kinderschutzhaus 69 86 46
Frauenhaus in der Region (AWO) 22 11 02
Frauen Treffpunkt 33 21 41
Notruf f. türkische Frauen 0511-136 44
Oder 0170-8669872
Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen. 33 21 12
Beratungstelefon für Kinder, jugendliche
Und Eltern: 0511-68-4 90 00
Oder ( 0800-11 03 03)
Drogenberatung PRISMA 921750
Erziehungs-und Familienberatung 858777
Frauen und Kinderschutzhaus 66 44 77
Oder 698646
Aidsberatung 0511-61 31 48
Anonyme Alkoholiker 980 55 14
Jugendschutzstelle 41 55 65
Opferhilfebüro Hannover 61 62 20 29
Pflege. Notruftelefon Nider 0180 200 08 72
ÄRZTLICHER Notdienst 31 40 44
Niedersächsische Schuldenberatung e.V 16 93 39 74
Kein Wahlkampf auf Kosten der Minderheiten
Am 24. September 2017 werden in Deutschland Bundestagswahlen stattfinden. In einer funktionierenden Demokratie muss der Minderheitenschutz gewährleistet sein. Es gitb eine große Einwanderung und Flucht nach Europa und nach Deutschland. Daher ist erst Recht die Forderung nach dem Schutz für Minderheiten dringend nötig.
Den Minderheiten sollten alle demokratischen Rechte zuerkannt werden. Nur dann kann man von einer nn kann man über die gut funktionier Demokrat reden.
Seitens der CDU gibt es wieder die althergbrachten Reden bezüglich der sog. „Leitkultur“ in Deutschland. Solche Reden sind nationalistisch und für die EinwandererInnen diskriminierend. Das Thema der Leitkultur kann nicht mit der inneren Sicherheit, die durch die EinwandererInnen angeblich gefährdet wird, begründet werden. Solche politischen Haltungen passen zu Partien wie der AfD, NPD und anderen rechtsradikalen Parteien, nicht aber zu einer demokratischen Bürgerpartei, wie die CDU das eigentlich sein sollte. Außerdem werden „Leitkultur“debatten genau diesen undemokratischen, fremdenfeinlichen und diskriminierenden Parteien, die verfassungsfeindliche Ziele verfolgen, zugute kommen. Warum lässt man die Versuche dieser Parteien die Bevölkerung auseinander zu dividieren und die Gesellschaft zu spalten, zu?
Wenn die SPD von gerechter Politik spricht, dann behandelt sie aber die EinwandererInnen nicht gleich. Für diese Mitbürger fordert sie keine Gleichberechtigung. Die Gleichberechtigung gilt nur für die deutsche Bevölkerung. Die EinwandererInnen haben weiterhin kein aktives und passives Wahlrecht. Und das, obwohl Deutschland offensichtlich und unübersehbar bereit vor Jahrzehnten ein Einwanderungsland geworden ist.
Die politische Partizipation soll und muss die EinwandererInnen miterfassen, und nicht nur am Rande mit ein integrationspolitischer Punkt sein. Es muss eine ergebnisorientierte politische Meinungsbildung auch in der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik gestattet und entwickelt werden. Dazu gehört es, dass man ihnen Bürgerrechte zuerkannt. Das kann gar nicht oft genug gefordert werden.
Weil es in dieser Richtung in keiner bürgerlichen Partei Anstrengungen bzw. politische Ansätze gibt. Einsätze oder Schutz für EinwandererInnen und Flüchtlinge sieht man immer nur dann, wenn es von rechter Seite Angriffe auf EinwandererInnen, Flüchtlinge oder Flüchtlingsheime gibt. Reicht das? Selbstverständlich nein!
MigrantenInnen müssen auch Rechte in gesellschaftlichen, rechtlichen, sozialen und kulturellen Bereichen eingeräumt werden:
- Gewährung von Rechten und Pflichten für MigrantenInnen
- Förderung des Interesses der MigrantenInnen an der Identifikation mit der Aufnahmegesellschaft
- Förderung der Übernahme demokratischer Werte und Normen durch die EinwandererInnen
- Förderung der Partizipation, Mobilisierung und Repräsentation der EinwandererInnen in allen politischen Bereichen
- Förderung der politischen Integration der EinwandererInnen auch auf der europäischen Ebene
- Schaffung eines neuen gemeinsamen einheitlichen Einwanderungsgesetzes in Deutschland und in den EU-Ländern
- Schaffung einer neuen humanen Richtlinienpolitik für Flucht aus kriegs-, wirtschafts-, naturkatastrophen- und völkerwanderungsgründen
- Förderung von Doppeltstaatsangehörigkeiten
- Gewährung von aktivem und passivem Wahlrecht für EinwandererInnen.
Deutschland hat jahrelang Fehler in der Einwanderungpolitik gemacht. Diese sollten abgeschafft und nicht mehr wiederholt weren. Es muss akzeptiert werden, dass die Menschen, die aus welchen Gründen auch immer hierher kommen, dauerhaft hier bleiben, s. die sog. „Gastarbeiter“. Nach 50 und mehr Jahren Einwanderung haben oder konnten sich EinwandererInnen immer noch nicht in die hiesige Gesellschaft integrieren. Das muss dringend geändert werden. Darüber sollten sich alle bürgerlich-demokratischen Parteien einig sein und endlich anfangen, Lösungansätze zu erarbeiten.
Ditib unter Druck: Krisentreffen in Ankara und Frust an der Basis
Die türkisch-islamische Union Ditib ist unter Zugzwang. Nach Spitzelvorwürfen gegen Imame könnte die NRW-Regierung ihr die Zusammenarbeit aufkündigen. Der Ditib-Vorstand berät sich jetzt mit Ankara. In vielen Moscheegemeinden brodelt es.
Von: DTJ-ONLINE , 8. Februar 2017
Druck und Gegenwind von allen Seiten – noch nie war die türkisch-islamische Union Ditib so in Bedrängnis. Die Politik in Bund und Ländern fordert nach Spitzelvorwürfen gegen einige Ditib-Imame schnelle Aufklärung. NRW stellt die Zusammenarbeit mit dem größten Islam-Dachverband auf den Prüfstand. Auch aus den Kirchen kommt Kritik. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach den Vorwürfen gegen einzelne Ditib-Prediger. Am Mittwoch ist nun die Ditib-Spitze zu einem Krisentreffen nach Ankara gereist.
Derweil brodelt es an der Basis. In manchen Moscheegemeinden wächst die Unzufriedenheit, Reformen werden verlangt. Einige vom türkischen Staat entlassene Imame klagen in Köln auf Wiedereinstellung.
Vor allem in Nordrhein-Westfalen ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) unter Zugzwang. Die Landesregierung verlangt eine strukturelle und finanzielle Lösung von Ankara und der Religionsbehörde Diyanet, die aber alle 900 in Deutschland tätigen Ditib-Imame entsendet und bezahlt. Auf Druck von Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) lässt die Ditib jetzt ihren Sitz im wichtigen Beirat für den islamischen Religionsunterricht ruhen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte bei einem Salafismus-Präventionsprojekt in Köln bereits die Kooperation mit dem Verband gestoppt.
Die Ditib ist in Nordrhein-Westfalen auch an anderen Stellen im Boot: Im Dialog-Forum des Integrationsministeriums, bei islamischer Seelsorge für Gefangene, bei Fragen der Integration, als Ansprechpartner der Staatskanzlei. Das alles steht auf dem Spiel. Das Land werde “in allen Bereichen klare Konsequenzen” ziehen, wenn sich die Spitzelvorwürfe bestätigen sollten, betonte Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD). Die Ditib müsse sich von der staatlichen Diyanet abkoppeln. Innertürkische Konflikte hierzulande auszutragen, sei tabu.
Frust bei der jüngeren Generation
Es gibt weitere Probleme für den Verband. “Auch innerhalb der Ditib gibt es Spannungen. Die jüngere Generation, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist und gern mehr Verantwortung übernehmen würde, wird von vielen Altvorderen in den Gemeinden kleingehalten”, schildert die Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes (LIB), Lamya Kaddor. Aus engen Kontakten zu Ditib-Moscheegemeinden weiß sie: “Ganze Vorstände sind ausgewechselt worden, weil sie offenbar gegenüber der deutschen Mehrheitsbevölkerung zu offen und zu dialogbereit waren.”
Ein Ditib-Verbandsmitglied in Köln spricht von Unzufriedenheit mit der Führung und dem bisherigen Krisenmanagement. Die Ditib meldete in einer vage gehaltenen Erklärung vor einigen Tagen, Diyanet habe den Fall untersucht – Ergebnis: “Das Präsidium hat festgestellt, dass einige Religionsbeauftragte in Bezug auf ein eigentlich die europäischen Länder nicht betreffendes Schreiben ihre Verantwortungen überschritten haben.” Also: Imame bespitzelten, obwohl eine solche Diyanet-Aufforderung gar nicht an sie erging. Ditib-Generalsekretär Bekir Alboğa äußerte sich auf dpa-Anfragen in den vergangenen Tagen nicht.
Diyanet beendet Amtsdauer einiger Imame vorzeitig
An diesem Donnerstag informiert Landesverfassungsschutzpräsident Burkhard Freier den NRW-Innenausschuss. Dem Verfassungsschutz liegen Berichte der Religionsattachés der türkischen Generalkonsulate in Köln, Düsseldorf und München an die Diyanet vor, in denen Namen von angeblichen Gülen-Anhängern aufgelistet werden. Die drei Listen umfassen 28 Personennamen und elf Institutionen, die Ditib-Imame geliefert haben sollen. Alle Ausgespähten haben von der Polizei “Gefährdeten-Ansprachen” erhalten. Sie sind damit gewarnt, falls sie in die Türkei reisen wollen.
Der Prediger Fethullah Gülen wird in Ankara als Staatsfeind eingestuft, seine Anhänger werden verfolgt. Die türkische Regierung macht den 75-Jährigen, der im Exil in den USA lebt, für den versuchten Militärputsch im Juli 2016 verantwortlich und fordert von Washington seine Auslieferung. Gülen weist die Vorwürfe zurück und fordert die Aufarbeitung der Ereignisse durch eine unabhängige internationale Kommission.
Laut Ditib ist die Amtsdauer einiger Imame in Deutschland vorzeitig beendet worden. Um einer “negativen Wahrnehmung” vorzubeugen und die Beziehungen nicht zu schädigen. Verdacht von Volker Beck, Religionsexperte der Bundestags-Grünen: “Das heißt, die Diyanet hat Verantwortliche für die Spionage zurückbeordert, um Strafverfolgung zu verhindern und die Spionage zu vertuschen.” Sollte NRW die Zusammenarbeit mit der Ditib beenden, könnten Forderungen nach mehr Einfluss für liberal orientierte Muslime Gehör finden. Kaddor betont: Der LIB steht als Ansprechpartner für die Politik bereit. (Yuriko Wahl-Immel, dpa/dtj)
Tagung und Podiumsdiskussion „Bildungserfolg mit Muttersprache“
Am Samstag, 25.02.2017
Ort: Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4, 30451 Hannover
14.00 Uhr Beginn
Begrüßung
Seyhan Öztürk
Grußwort Türkisches Generalkonsulat Hannover
Musikeinlage
14.30 Uhr
Prof. Dr. Yüksel Ekinci , FH Bielefeld,
„Chancen und Potentiale des Herkunftssprachenunterrichts an deutschen Schulen“
15.10 Uhr Podiumsdiskussion
MdL Stefan Politze, SPD
MdL Belit Onay, Bündnis 90/Die Grünen
MdL Kai Seefried, CDU
Prof. Dr. Yüksel Ekinci
Mustafa Yalcinkaya, Lehrer und stellvertretender Schulleiter
Seyhan Öztürk
16.30 Uhr Ende
Moderation Safter Çına
Pegida ist ein großes Problem für die deutsche Demokratie
Jeder sollte sich damit auseinandersetzen. Pegida wendet sich gegen die sogenannte „Islamisierung“, gegen Einwanderer und gegen Asylbewerber. Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind kulturelle Phänomene in dieser Gesellschaft und stellen zuerst für Moslems, EinwanderInnen und AsylbewerberInnen eine Gefahr dar, später eventuell dann auch für Menschen, die einfach nur andere Ansichten vertreten.
Rechte Parteien wie AfD, NPD und Republikaner versuchen, die Angst und die Unsicherheit auszunutzen, die sich in den Pegida-Demonstrationen zeigen, u.a. die Angst vor dem Verlust einer vorgestellten Identität, die Angst vor der Verminderungen von Immobilienwerten – oder auch die Unsicherheit in Bezug auf den Arbeitsplatz und auf die zukünftige Altersversorgung. Die rechten Parteien unterwandern die Pegida-Bewegung und wollen sie für ihre eigenen Zwecke einspannen.
Die Welt ist klein geworden. Heutzutage kann jeder mitbekommen, was im Nahen Osten geschieht. Die Terroristengruppen El Kanide, El Nusrat und ISID terrorisieren die Bevölkerung „eroberter“ Gebiete. Diese Gruppen haben auch Einfluss auf in Deutschland lebende Jugendliche aus islamischen Einwandererfamilien. Einige dieser Jugendlichen sind nach Syrien und in den Irak gefahren, haben dort gekämpft oder kämpfen noch dort, einige sind ums Leben gekommen, andere sind nach Deutschland zurückgekehrt.
Dies und Aktionen wie der aktuelle Anschlag in Paris verstärken die Angst einiger MitbürgerInnen, die an den Pegidademonstrationen oder ähnlichen Demonstrationen teilnehmen, anläßlich derer sich aber immer – in der Regel größere – Gegendemonstrationen formieren. Man muss die Menschen aufklären – eventuell mit Hilfe dafür gebildeter Komitees -, ihnen unberechtigte Ängste nehmen und damit auch den Einfluss von rechtsradikalen Parteien und von Gruppen wie Pegida reduzieren. Bessere Schulbildung und mehr Ausbildungsmöglichkeiten können auch dazu beitragen, die Jugendlichen dem Einfluss der Terrorgruppierungen zu entziehen.
Jeder Terror muss bekämpft werden. Wir müssen in dem Land, in dem wir leben, Andersdenkende akzeptieren und alle sollten versuchen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und friedlich zusammenzuleben.
Adresse bestimmte Ämter
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Agentur für Arbeit Hannover |
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Anschrift
Frauenberatung für Betroffene von Gewalt und
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Marienstr. 61, 30171 Hannover