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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Religion

Bundesarbeitsgericht Erfurt Streit um Kopftuch am Arbeitsplatz geht vor EuGH

von Fremdeninfo 31 Januar 2019
von Fremdeninfo

Bundesarbeitsgericht Erfurt Streit um Kopftuch am Arbeitsplatz geht vor EuGH

Geklagt hatte eine Muslima aus dem Raum Nürnberg, die bei einer Drogeriemarkt-Kette arbeitet. Ihr Arbeitgeber verbot ihr, während der Arbeit ein Kopftuch zu tragen. Nach Angaben der Erfurter Richter geht es dabei im Kern um die Frage, ob die unternehmerische Freiheit oder die Religionsfreiheit höher zu bewerten sind.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) ruft im Streit um Kopftuchverbote in deutschen Unternehmen den Europäischen Gerichtshof (EuGH) an. Die höchsten deutschen Arbeitsrichter beschlossen, den Fall einer Muslimin, die gegen ein Kopftuchverbot bei der Drogeriemarktkette Müller geklagt hat, den Richtern in Luxemburg vorzulegen. Das BAG will vom EuGH insbesondere wissen, welche Bedeutung hier den beiden Grundrechten der Religionsfreiheit und der unternehmerischen Freiheit zukommt.

Religionsfreiheit oder unternehmerische Freiheit?

Die 35-jährige Klägerin wollte nach ihrer Elternzeit im Jahr 2014 nur noch mit Kopftuch arbeiten. Der Arbeitgeber untersagte das mit dem Hinweis auf die Betriebsordnung im Unternehmen. Danach dürfen grundsätzlich keine Kopfbedeckungen getragen werden. Außerdem ist auf auffällige religiöse oder weltanschauliche Zeichen am Arbeitsplatz zu verzichten.

Hier bezog sich das Unternehmen auf ein entsprechendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2017. Demnach können Unternehmen entsprechende Verbote erlassen, wenn sich daraus keine unmittelbare Diskriminierung eines Beschäftigten ergibt. Nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt besteht hier allerdings nach wie vor Klärungsbedarf.

Insbesondere bei der Frage, ob die EuGH-Entscheidung noch einmal abgewogen werden muss mit der Religionsfreiheit einer Arbeitnehmerin. Damit wird das Verfahren ein Präzedenzfall dafür, ob Unternehmen im Interesse der Neutralität gegenüber Kunden in die Grundrechte von Arbeitnehmern eingreifen können.

Quelle: MDR THÜRINGEN

31 Januar 2019 0 Kommentare
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Religion

Verträge mit Ditib-Imamen gekündigt

von Fremdeninfo 30 Januar 2019
von Fremdeninfo

 

Verträge mit Ditib-Imamen gekündigt

30.01.2019

Justiz

Verträge mit Ditib-Imamen gekündigt

Michael Evers und Marc Geschonke

Hannover /Oldenburg Das niedersächsische Justizministerium hat die Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib in der Gefängnisseelsorge aufgekündigt. Dem Verband gelinge es nicht, sich von staatlicher Einflussnahme aus der Türkei zu lösen, erklärte Justizministerin Barbara Havliza (CDU) am Dienstag. Deshalb könnten aus der Türkei entsandte und von der dortigen Religionsbehörde bezahlte Imame nicht länger in niedersächsischen Gefängnissen tätig sein.

Betroffen sind drei der insgesamt 19 muslimischen Gefängnisseelsorger im Land, darunter auch einer in Oldenburg. Aus Protest gegen massive Einflussversuche aus der Türkei war der Ditib-Landesvorstand im November zurückgetreten.

„In so einem sensiblen Bereich wie dem Justizvollzug ist es wichtig, ein ungetrübtes Vertrauen darin zu haben, dass die Seelsorgerinnen und Seelsorger unabhängig vom Einfluss dritter Staaten sind“, sagte Havliza. „Dies gilt insbesondere dann, wenn sie direkten Kontakt zu Inhaftierten haben.“

Die Entscheidung richte sich nicht gegen die übrigen muslimischen Gefängnisseelsorger und betreffe auch nicht den zweiten seit 2012 an der Seelsorge beteiligten muslimischen Landesverband Schura. Für alle muslimischen Seelsorger gebe es fortan über die geltende Sicherheitsüberprüfung hinaus eine Abfrage beim Verfassungsschutz, kündigte das Ministerium an.

Von der Entscheidung betroffen ist auch die Justizvollzugsanstalt Oldenburg. „Bislang war ein Imam bei uns tätig, der von der türkischen Religionsbehörde Diaynet nach Deutschland entsandt wurde“, teilte die JVA mit. Im Übrigen arbeite man vertrauensvoll mit neben- und ehrenamtlichen Seelsorgern und Seelsorgehelfern zusammen, die Mitglied einer örtlichen DITIB-Moscheegemeinde sind. „Diese Zusammenarbeit wollen wir auch gerne fortsetzen“, hieß es vonseiten der Oldenburger JVA.

Die Ditib reagierte empört auf den Ausschluss seiner Imame von der Gefängnisseelsorge. „Indem dem Ditib-Landesverband nun der Vertrag gekündigt wird, entzieht sich die Landesregierung erneut der Verantwortung, die Mehrheit der Muslime in Niedersachsen anzuerkennen“, erklärte der Ditib-Landesvorstand. Die von der Ditib entsandten Seelsorger hätten zu keiner Zeit für Missverständnisse und Irritationen in den Haftanstalten gesorgt. Vor Ort habe es immer zustimmende und anerkennende Rückmeldungen gegeben, hieß es.

Nach dem Rücktritt des Ditib-Vorstands und bundesweiter Kritik an der Nähe des Verbands zur Türkei hatte Niedersachsen seine Zusammenarbeit mit der Organisation Ende November auf den Prüfstand gestellt. In den anderen Bereichen abseits der Gefängnisseelsorge will die Regierung, wie sie am vergangenen Freitag mitteilte, die Zusammenarbeit mit einem kritischen Blick fortsetzen.

30 Januar 2019 0 Kommentare
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Frauen

Muslimische Frauen in Deutschland: Allahs rechtlose Töchter

von Fremdeninfo 14 Januar 2019
von Fremdeninfo

  • Muslimische Frauen in Deutschland: Allahs rechtlose Töchter

Muslimische Frauen in Deutschland Allahs rechtlose Töchter

Tausende Musliminnen leben in Deutschland unter dem Joch einer Männerherrschaft. Im XXP-Studio diskutieren Experten über fehlgeschlagene Integration, die Multi-Kulti-Lüge und notwendige Schritte auf dem Weg zu mehr Transparenz.

DPA

Türkinnen auf einem Berliner Markt

Der Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh und die darauf folgende Eskalation der Gewalt zwischen Muslimen und Andersgläubigen haben gezeigt: Selbst in einer liberalen und geradezu vorbildlich multikulturell geprägten Gesellschaft wie in den Niederlanden gibt es ethnisch-religiöse Differenzen, die längst verhärtet und für viele offenbar unüberwindbar sind.

Die Deutschen beobachten verschreckt das Desaster im Nachbarland und sind zum wiederholten Male mit der Tatsache konfrontiert, dass auch hier zu Lande die Integration ausländischer Mitbürger vielerorts komplett fehlgeschlagen ist. Selten wurde so klar formuliert, was faul ist in Deutschland: Unter dem Deckmantel der „kulturellen Vielfalt“ haben sich Parallelwelten gebildet, in denen der Rechtsstaat teilweise außer Kraft gesetzt scheint.

In diesen Nischen bewegen sich nicht nur potenzielle Terroristen und politische Extremisten jeder Couleur. Hier leidet auch eine unbekannte Zahl muslimischer Frauen, die in ihren Häusern fern der Heimat wie in Gefängnissen gehalten werden. Hinter verschlossenen Türen leben sie in Zwangsehen, nicht selten mit ungeliebten oder gar gewalttätigen Ehemännern. Verschleierung, Unterdrückung und schlimmstenfalls Ehrenmorde sind Teil dieses für viele Deutsche vollkommen unverständlichen Mikrokosmos.

Straftaten wie Vergewaltigung oder Nötigung werden in diesem Zusammenhang so gut wie niemals angezeigt. Nur in sehr seltenen Fällen gelingt es den Migrantinnen, sich in ein Frauenhaus oder die Anonymität zu flüchten. Dabei sind die Musliminnen nicht nur Opfer einer brutalen Männerherrschaft, sondern auch eines deutschen Tabus: Andere Kulturen und Religionen sollten nicht kritisiert werden – so der Umkehrschluss aus der bitteren Erfahrung mit der von Rassismus und Xenophobie geprägten NS-Zeit.

Wie also ist den von außen so schwer erreichbaren Frauen zu helfen? Mit welchen rechtlichen Mitteln könnte es gelingen, abendländische Werte auch in hier lebenden orientalischen Familien zu etablieren und Gesetzesverstöße zu ahnden? Im XXP-Studio diskutiert SPIEGEL-Redakteurin Cordula Meyer mit der Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann und der Rechtsanwältin Seyran Ates.

Sendetermin: Montag, 15. November, 23 Uhr,

Gäste im Studio

Ursula Spuler-Stegemann, Islamwissenschaftlerin
Ursula Spuler-Stegemann ist Honorarprofessorin für Religionsgeschichte an der Philipps-Universität Marburg und lehrt Religionsgeschichte und Türkisch. Die 65-Jährige studierte Orientalistik, Semitistik (Arabisch, Persisch und Türkisch) sowie Vergleichende Religionswissenschaft und Germanistik. Seit mehr als dreißig Jahren arbeitet sie schwerpunktmäßig zum Islam der Gegenwart und forschte in zahlreichen islamischen Ländern. Als Sachverständige berät sie wichtige politische Institutionen. Die Verfasserin und Herausgeberin zahlreicher Publikationen lebt in Marburg. Spuler-Stegemann betont, dass es besonders schwer sei, gegen die Geringschätzung der Frau im Islam vorzugehen, weil diese „religiös zu rechtfertigen und im Koran zu orten“ sei. In ihrem Buch „Frauen und die Scharia“ listet sie die systematische, in der Scharia angelegte Benachteiligung von Frauen auf. So empfehle zum Beispiel ein spanischer Imam völlig ungehemmt, Frauen mit „nicht zu dicken Ruten auf die Hände und Füße zu schlagen“. Die Scharia, so die Islamwissenschaftlerin, sei längst im Westen angekommen.

Seyran Ates, Rechtsanwältin und Autorin
Seyran Ates wurde 1963 in Istanbul geboren und lebt seit mehr als dreißig Jahren in Deutschland. Sie arbeitet in Berlin als Rechtsanwältin und Autorin. Ates kennt die Situation türkischer Migrantinnen aus eigener, mitunter leidvoller Erfahrung. Ihre Eltern kamen als so genannte Gastarbeiter nach Berlin, wo die Familie zu siebt in einer Einzimmerwohnung im Wedding wohnte. Die Rollenverteilung im Haus war traditionell: Seyran bediente den Vater und die Brüder, durfte das Haus nur für die Schulstunden verlassen und wurde auf die Heirat mit einem türkischen Mann vorbereitet. Das Leben in zwei Parallelgesellschaften fiel dem Mädchen zusehends schwer. Mit 17 Jahren hielt sie die Spannungen nicht mehr aus und lief von zu Hause weg. Für die Familie war es ein Skandal, für Seyran ein erster Schritt in die Freiheit. 1984 wurde die engagierte Kämpferin für die Rechte der Migrantinnen, die damals in einem türkischen Frauenbüro arbeitete, von einem strenggläubigen muslimischen Türken aus dem Umfeld der nationalistischen „Grauen Wölfe“ angeschossen. Sie rang mit dem Tod. In ihrem Buch „Große Reise ins Feuer“ hat die „Deutsche Türkin“ ihre Geschichte verarbeitet. Heute geißelt Ates den „deutschen Zustand der Unschuld“ nach dem Motto „Seht, wir haben gelernt und dulden alles“. Der zaghafte Umgang des Landes mit seinen Minderheiten ist ihr unverständlich. „Warum nicht Forderungen an die Einwanderer stellen? (…) Ich sage: Europa hat ein Recht darauf, selbstbewusst einen bestimmten Status Quo bei seinen abendländischen Werten zu wahren.“

14 Januar 2019 0 Kommentare
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Information

Razzia gegen Clans im Ruhrgebiet 1300 Polizisten durchsuchen Shisha-Bars und Cafés

von Fremdeninfo 14 Januar 2019
von Fremdeninfo

Razzia gegen Clans im Ruhrgebiet 1300 Polizisten durchsuchen Shisha-Bars und Cafés

Von red/dpa 13. Januar 2019 – 09:53 Uhr

Schlag gegen die Clankriminalität in NRW: Mit mehr als 1000 Polizisten rückt die Polizei am späten Samstagabend zu einer großen Razzia im mehreren Städten im Ruhrgebiet aus. Zahlreiche Shisha-Bars und Cafés werden durchsucht.

Düsseldorf – Mit einer groß angelegten Razzia im Ruhrgebiet ist die Polizei am Samstagabend gegen Clankriminalität vorgegangen. 1300 Polizisten seien im Einsatz, erklärte das nordrhein-westfälische Innenministerium. „Auftakt zur größten Razzia gegen Clan-Kriminalität in der NRW-Geschichte“, schrieb die Behörde bei Twitter.

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Unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen und Gelsenkirchen durchsuchten Beamte Shisha-Bars, Wettbüros, Cafés und Teestuben. In Essen wurde nach Angaben der Polizei eine Person festgenommen.

Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Polizei werde unter anderem von Zoll und Finanzbehörden unterstützt. Zudem gebe es Verkehrskontrollen. Innenminister Herbert Reul (CDU) sei bei den Maßnahmen in Bochum vor Ort gewesen.

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Schließung von Shisha-Bars

„Wir verfolgen konsequent Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die von einzelnen Mitgliedern der „Familienclans“ begangen werden“, twitterte die Essener Polizei. Shisha-Bars wurden wegen zu hoher Belastung mit Kohlenmonoxid geschlossen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Deutschland gegen kriminelle Clans und Mafia-Organisationen vorgeht. Erst Anfang Dezember hatten Ermittler bei groß angelegten Razzien gegen die italienische Mafia-Organisation ‚Ndrangheta in Deutschland und anderen Staaten fast 90 Verdächtige festgenommen. Bei den Vorwürfen geht es um Drogenhandel, vor allem mit Kokain, und Geldwäsche. In Deutschland werde im Rahmen der Operation gegen 47 Beschuldigte ermittelt.

Mehrere Millionen beschlagnahmt

Vor allem in Nordrhein-Westfalen wurden nach Behördenangaben damals Vermögenswerte von mehreren Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. An den Durchsuchungsaktionen in Deutschland waren damals rund 440 Beamte beteiligt, es gab 14 Festnahmen.

Im vergangenen Juli und August war die Berliner Polizei mit einem Großaufgebot gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien vorgegangen. Beamte durchsuchten Wohnungen und andere Objekte. Vier Menschen wurden in der Hauptstadt festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Bei der Razzia ging es um den Verdacht des Drogenhandels im großen Stil.

14 Januar 2019 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Zwischenbilanz „Masterplan Migration“ Opposition übt scharfe Kritik

von Fremdeninfo 12 Januar 2019
von Fremdeninfo
 

 
 
 

Zwischenbilanz „Masterplan Migration“ Opposition übt scharfe Kritik

Vor einem halben Jahr startete der ambitionierte „Masterplan Migration“ des Bundesinnenministeriums. Die erste Bilanz der Oppositionsparteien FDP, Die Linke und von Bündnis90/Die Grünen fällt vernichtend aus.

Seehofers Masterplan

„Es gilt das Versprechen, die Zahl der nach Deutschland und Europa flüchtenden Menschen nachhaltig und auf Dauer zu reduzieren, damit sich eine Situation wie die des Jahres 2015 nicht wiederholen wird und kann“, lautete die Ankündigung des Bundesinnenministeriums im Juli 2018. Doch aus Sicht der FDP hat der Masterplan die Versprechungen nicht eingelöst.

FDP: Große Enttäuschung

Linda Teuteberg, Bundestagsabgeordnete der FDP

Die migrationspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Linda Teuteberg bezeichnete gegenüber dem SWR, die Umsetzung des Masterplans als große Enttäuschung. Von den 63 Punkten des Masterplans habe Minister Seehofer bisher kaum einen erfolgreich umgesetzt. Die Rückführungsabkommen mit Spanien und Griechenland hätten sich in dieser Form als vollkommen untauglich erwiesen, die Vereinbarung mit Italien sei nie zustande gekommen. Die Reform des Dublin-Systems in Europa sei gescheitert.

Ankerzentren

Weiter kritisierte Linda Teuteberg, 13 Bundesländer verweigerten dem Innenminister bei den Ankerzentren die Gefolgschaft. „Die schnellere Rücküberstellung von Asylbewerbern in andere, eigentlich zuständige EU-Staaten bleibt bisher nur ein Versprechen, ebenso die von Minister Seehofer immer wieder angekündigte schnellere Abschiebung vor allem von Straftätern.“ 2019 müsse der Minister seinen Worten endlich Taten folgen lassen.

Die Linke: zum Scheitern verurteilt

 

Gökay Akbulut, Bundestagsabgeordnete der Linken

Die migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, Gökay Akbulut erklärte gegenüber dem SWR: „Der sogenannte Masterplan von Seehofer enthält zahlreiche Verschärfungen der Migrations- und Flüchtlingspolitik. In den letzten sechs Monaten hat Seehofer mehrfach gezeigt, dass er Migration als nichts Positives sieht, so hat er die Migration wörtlich als ‚die Mutter aller Probleme‘ genannt“, sagte Akbulut. In den sechs Monaten habe Seehofer mit seiner Politik und seinen Äußerungen weiterhin Vorurteile und Ressentiments geschürt. Durch die Restriktionen des Masterplans werde die Integration von Migranten erschwert, kritisierte die Abgeordnete der Linken. „Der Masterplan ist zum Scheitern verurteilt.“

Fluchtursachen bekämpfen

Ziel des sogenannten Masterplans sei es die Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen, erklärt Gökay Akbulut. Am Beispiel Syrien und der Türkei-Politik der Bundesregierung könne man aber gut sehen, dass sich Deutschland hier wegducke. „Mit dem geplanten US-Rückzug bereitet sich die Türkei auf eine Großoffensive auf die Kurden in Nordsyrien vor. Man braucht kein Wahrsager zu sein, um vorherzusagen, dass die Zahl der Flüchtlinge steigen wird, wenn man nichts dagegen unternimmt.“ Fluchtursachen bekämpfe man nicht indem man sich wegducke.

Die Grünen: verfehlte Integrationspolitik

Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete Bündnis90/Die Grünen

Die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen Filiz Polat sieht im „Masterplan Migration“ den Ausdruck einer verfehlten Migrations- und Integrationspolitik. Die Folgen einer Umsetzung des Masterplans seien für die deutsche Einwanderungsgesellschaft fatal. Bundesinnenminister Seehofer setze auf Ausgrenzung und Spaltung statt auf die Gestaltung der Migrationsgesellschaft.

Vom eigenen Versagen ablenken

Die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat erklärte gegenüber dem SWR: „Für die notwendigen Reformen und den erforderlichen Bürokratieabbau im Integrationsbereich, für Fehler der Behörden bei der Aufnahme von Geflüchteten oder für Missstände beim Asylverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bamf, werden stets die Geflüchteten selbst verantwortlich gemacht, um dabei vom eigenen Systemversagen abzulenken.“

Anker-Zentren menschenunwürdig

Die Anker-Zentren sieht Polat als einen gescheiterten Umsetzungsversuch des Masterplans. „Die menschenunwürdigen Anker-Zentren haben sich durch die Standhaftigkeit der Länder weitestgehend als Ladenhüter erwiesen.“ Grenzkontrollen und Migrationsvereinbarungen mit einzelnen EU-Ländern suggerierten, dass Deutschland sich vor Geflüchteten schützen müsse, statt ihnen Schutz zu bieten, sagte Polat und kritisierte, dass Gesetzesverschärfungen das Asylverfahren verkomplizierten anstatt es zu reformieren. Die Verschärfungen blockierten eine zügige Integration und zermürbten das ehrenamtliche Engagement in den Kommunen.

Stand: 11.1.2019, 11.30 Uhr

 
 
 

12 Januar 2019 0 Kommentare
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Religion

Unter Erdoğan wächst eine atheistische Generation auf

von Fremdeninfo 10 Januar 2019
von Fremdeninfo

Unter Erdoğan wächst eine atheistische Generation auf

Von DTJ

 Eine religiöse Generation in der Türkei? Das ist der Traum des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Doch eingetreten ist etwas anders. Zumindest wenn man der Umfrage des Forschungsinstituts KONDA glauben schenkt. Demnach ist die Zahl der gläubigen Menschen in der Türkei nämlich rückläufig. 

Von einer religiösen Generation hatte Recep Tayyip Erdogan gesprochen, als er noch Ministerpräsident der Türkei war. „Wir werden eine konservative, demokratische Generation erziehen, die die Werte und Prinzipien ihrer Nation beschützen“, sagte Erdogan auf einer Veranstaltung seiner Partei. Das war im Jahr 2012. Damals gab es eine heftige Diskussion über die Aussagen des Ministerpräsidenten. Die kemalistische Oppositionspartei CHP stellte sich gegen eine staatliche Bevormundung, während Erdogan die Kritik immer wieder konterte: „Eine religiöse Generation. Ich stehe dahinter. Herr Kilicdaroglu, erwartest du von uns, die eine demokratisch-konservative Partei ist, eine atheistische Generation zu erziehen? Das mag vielleicht dein Ziel sein, aber unserer ist es nicht.“

 Maßnahmen der türkischen Regierung

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in der Vergangenheit viele Maßnahmen ergriffen. So wurde beispielsweise die Steuer für religiöse Bücher auf 1% gesenkt. Für 2019 wurde das Budget der türkischen Religionsbehörde sogar um  34,36 Prozent aufgestockt und beträgt nun 10,5 Milliarden Türkische Lira (etwa 1,6 Milliarden Euro).  

 Religiöse Generation Erdogans?

Die jüngsten Zahlen des Forschungsinstituts KONDA sind demnach ein Rückschlag für den heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der auch nach sieben Jahren am selben Ziel festhält. KONDA hat untersucht, wie sich die türkische Gesellschaft in den letzten 10 Jahren verändert hat. Die Studie untersucht dabei viele Bereiche des Lebens der türkischen Gesellschaft: Wie glücklich sind die Menschen in der Türkei? Wie viele Menschen lesen regelmäßig Zeitung? Wie viele Leben in Etagenwohnungen? Das sind nur einige von vielen Fragen, die in der Studie untersucht wurden. 

 KONDA gehört zu den renommiertesten Umfrageinstituten der Türkei. Die Umfrage zu gesellschaftlichen Fragen in der Türkei hat KONDA anhand von 5793 Interviews durchgeführt. 

Obwohl die Studie Ergebnisse zu sehr vielen Fragen liefert, sticht eine Frage besonders hervor. Das mag an der Brisanz der Thematik sowie an dem überraschenden Ergebnis liegen. Bei dieser Frage geht es darum, wie viele Menschen sich in der Türkei sich noch als gläubig bezeichnen. Während noch vor 10 Jahren 55 Prozent der Menschen sich als gläubig bezeichneten, ist diese Zahl in der letzten Studie auf 51 Prozent zurückgegangen. Das überrascht vor allem angesichts der Wahlergebnisse der letzten Jahre, in denen die regierende AKP vor allem durch Wahlkampf mit religiösen Inhalten punkten konnte. Auch die Zahl jener, die sich als „Atheisten“ bezeichnen, ist von ein auf drei Prozent angestiegen. Zudem sei die Zahl derjenigen, die aus religiösen Gründen für einen Monat lang auf Essen und Trinken verzichten, von 77% auf 65 Prozent zurückgegangen. 

 „Glaubensgrundsätze des Islam werden nicht gelebt“

Der Theologe Cemil Kiliç hat eine Erklärung dafür. In einem Interview mit der Türkischen Redaktion der Deutschen Welle (DW Türkçe) sagte Kilic, dass theoretisch 99 Prozent der türkischen Bevölkerung aus Muslimen besteht. Allerdings handle es sich dabei um ein kulturelles sowie soziologisches Muslim-Sein. Man definiere Muslime in der Türkei lediglich über die Ausrichtung von Gebeten, die Pilgerfahrt oder durch das Tragen des Kopftuchs. Doch Kilic glaubt, dass Islam vielmehr ist als nur diese geläufigen Praktiken: „Eigentlich muss auch über ethische sowie menschenrechtliche Werte eine Definition über die Religiosität aufgestellt werden.“ Und bei Einbezug dieser Werte zieht Kilic die Zahl der Muslime in der Türkei runter: „Nach meinen Beobachtungen ist die Zahl der Muslime nach den Glaubensgrundsätzen nicht über 60 Prozent.“

„Koran wird von Atheisten mehr befolgt als von Muslimen“

Kilic glaubt auch, dass in der Türkei ein umayyadischer Islam herrscht: „Die Ausrichtung des Gebets, die wir im Koran finden, ist eine Aufruhr gegen die Ungerechtigkeit. Beim umayyadischen Islam wird das Gebet als ein Gehorsam gegenüber dem Sultan, dem Staat, der Regierung angesehen.“ Laut Kilic werden die Aussagen des Koran eher von Atheisten und Deisten angewandt als von Muslimen. 

10 Januar 2019 0 Kommentare
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Religion

3.Islamkonferenz: Radikale Islamisten nahmen an Ditib-Konferenz in Köln teil

von Fremdeninfo 8 Januar 2019
von Fremdeninfo

3.Islamkonferenz: Radikale Islamisten nahmen an Ditib-Konferenz in Köln teil 

 

Islamkonferenz Radikale Islamisten nahmen an Ditib-Konferenz in Köln teil

  • Von
  • Peter Berger
  • Axel Spilcker

Köln –

Die Türkisch-Islamische Union Ditib pflegt offenbar enge Kontakte zu mutmaßlich führenden Islamisten der Muslimbruderschaft (MB) in Deutschland. So hat die türkische Regierung vergangene Woche in der Kölner Ditib-Zentralmoschee in Ehrenfeld eine Islamkonferenz organisiert, an der auch führende Vertreter MB-naher Organisationen teilgenommen haben. Bei dem dreitägigen Treffen, das am vergangenen Freitag endete, ging es um „die Zukunft der Muslime in Europa“.

Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, es sei bekannt, „dass die Türkei die Bewegung der Muslimbrüder unterstützt. Vor diesem Hintergrund bestehen seitens der Ditib, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zur türkischen Religionsbehörde steht, offenbar keine Berührungsängste gegenüber der Muslimbruderschaft“.

Abschlusserklärung spricht von Besorgnis erregender Islamfeindlichkeit

Die aus Ägypten stammende größte globale Islamistenbewegung sei Beobachtungsobjekt der Verfassungsschützer, hieß es weiter. Insofern stimme es bedenklich, „dass die in der jüngeren Vergangenheit durch türkisch-nationalistische Aktivitäten in die Kritik geratene Ditib sich gegenüber der islamistischen Muslimbruderschaft nicht abgrenzt, sondern offensichtlich Beziehungen zu Personen aus diesem Spektrum pflegt“.

Islamkonferenz war nicht bekannt

Von der Islamkonferenz in der Ehrenfelder Moschee hatte die Stadt Köln laut Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD) keine Kenntnis. Er höre davon zum ersten Mal, sagte er. Bei seinem letzten Treffen mit Ditib-Vertretern im Dezember habe man lediglich darüber gesprochen, wie sich das angespannte Verhältnis nach dem Erdogan-Besuch im September verbessern ließe. (pb)

Die Tagung, die Experten als Gegenentwurf zur Deutschen Islamkonferenz der Bundesregierung werten, fand nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit statt. Die türkische Religionsbehörde Diyanet hatte die Zusammenkunft mit mehr als 100 Teilnehmern aus 17 Ländern über ihren deutschen Ableger, die Ditib, organisiert.

In einer 18 Punkte umfassenden Abschlusserklärung, die durch Diyanet-Präsident Ali Erbaş verlesen wurde, ist von Besorgnis erregender Islamfeindlichkeit die Rede. Die Gülen-Bewegung, die der türkische Präsident Erdogan für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht, wird wie der IS und die PKK als Terrororganisation bezeichnet. Erbaş betonte, dass es keinen „deutschen oder europäischen Islam“ gebe. Das stünde im Widerspruch zur Universalität des Islam

8 Januar 2019 0 Kommentare
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Information

Amokfahrt in Bottrop: „klare Absicht, Ausländer zu töten“

von Fremdeninfo 2 Januar 2019
von Fremdeninfo

Amokfahrt in Bottrop: „klare Absicht, Ausländer zu töten“

Von dtj-online

Die Amokfahrt in Bottrop und Essen fuhr absichtlich in eine aus überwiegend Ausländern bestehende Menschenmenge. Das sei bei Vernehmungen klar geworden. Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen zeigte sich betroffen von dem Vorfall. 

Die Amokfahrt in Bottrop und Essen hatte „klare Absicht, Ausländer zu töten“. Das sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in einem Pressestatement. In der Silvesternacht war ein Mann mit seinem Auto in Menschenmengen an mehreren Orten in Bottrop und Essen gefahren. Die Rede ist von insgesamt vier Tatorten. Innenminister Reul sagte, dass der Fall „sehr ernst genommen werden“ müsse. Es werde mit Hochdruck ermittelt. Bei der Amokfahrt waren mindestens fünf Menschen verletzt worden. Darunter auch ein Kind. Außerdem habe eine 46-jährige Frau zeitweillig in Lebensgefahr geschwebt, wie Reul berichtete. Unter den Verletzten waren auch Afghanen und Syrer.

Amokfahrt in den ersten Stunden von 2019

In den ersten Minuten des neuen Jahres fuhr der Mann über eine Zufahrtsstraße in die Bottroper Innenstadt. Dort fuhr er plötzlich auf einen ersten Fußgänger, der sich retten konnte. Später fuhr er weiter Richtung Stadtzentrum, um wenige Minuten später auf dem Berliner Platz in eine Gruppe von Menschen, die den Jahreswechsel feiern wollten, fuhr. Anschließend sei der Mann in seine Heimatstadt Essen geflüchtet, wo er noch einmal versucht habe, auf Menschen zu fahren, die an einer Bushaltestelle standen. Dort erwischte der Amokfahrer allerdings niemanden. Danach soll er es sogar noch viertes Mal versucht haben, wo er eine Person leicht verletzt haben soll.

Fahrer fuhr bewusst in Menschenmenge

Bei dem Fahrer des Autos handelte es sich um einen Deutschen, der bewusst in vier Menschengruppen gefahren sei, die größtenteils aus Ausländern bestanden hätten. Das sei bei den Vernehmungen klar geworden. Schon bei der Festnahme durch Polizeibeamte habe sich der Mann fremdenfeindlich geäußert, wie die Behörden erklärten.

NRW-Innenminister Reul: „so etwas macht sehr betroffen“

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul zeigte sich sehr betroffen von dem Vorfall. Reul sagte, dass es „keinerlei Toleranz“ für Gewalttäter gebe. Dabei sei es „egal, von welcher Ecke sie kommen.“

Auch der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen zeigte sich betroffen. Auf Twitter sagte Laschet der rechten Gewalt den Kampf an: „Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt. Den Kampf gegen den Hass auf andere Menschen werden wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats engagiert fortsetzen.“

2 Januar 2019 0 Kommentare
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Das Porträt Cumali Yagmur 1992 TAZ

von Fremdeninfo 2 Januar 2019
von Fremdeninfo

 

Das Porträt Cumali Yagmur 1992 TAZ 

 

■ Das Porträt

Cuma Yagmur

„Wenn man im eigenen Land als Minderheit gelebt hat, wird man sich auch in einem fremden Land für Minderheiten einsetzen.“ Cuma Yagmur (41), halb Türke, halb Armenier aus Türkisch- Kurdistan und als Alevit Angehöriger einer kleinen islamischen Glaubensgemeinschaft, ist seit fünf Jahren deutscher Staatsbürger — und seit einigen Wochen geschäftsführender Vorsitzender des „Einwanderertreffs“ im Frankfurter Stadtteil Bockenheim.

Cuma Yagmur hat sich in der Migrantenszene der Mainmetropole einen Namen gemacht. Er ist Herausgeber und Chefredakteur des Fremden Info, einer Zeitschrift für MigrantInnen und Deutsche. Seit 1980 ist er mit Sabine Kriechhammer verheiratet, die bei der Interessengemeinschaft von mit Ausländern verheirateten Frauen mitarbeitet. Sein Vater, sagt Yagmur, habe ihm vor seiner Flucht aus der Türkei einen Rat gegeben: „Du sollst dich selbst vertreten und dich nicht von anderen vertreten lassen.“ Und deshalb sei es sein politisches Ziel, die MigrantInnen zu organisieren.

Nach dem ersten Militärputsch in der Türkei 1971 war Yagmur in die Bundesrepublik Deutschland geflohen. Eigentlich wollte er nach Frankreich emigrieren — „weil ich mich als Student intensiv mit der deutschen Geschichte beschäftigt hatte und glaubte, in Deutschland nicht leben zu können“. Doch bei einer Zwischenlandung in Frankfurt/Main traf er einen gleichfalls geflohenen Kommilitonen: „Und so bin ich in Frankfurt hängengeblieben.“ Acht Jahre lang lebte Yagmur mit einem Fremdenpaß in der Stadt. Als die Militärs in der Türkei 1980 erneut putschten, stellte Yagmur einen Asylantrag und wurde als Flüchtling anerkannt. „Mir war nach diesem Putsch klar, daß ich nie mehr in die Türkei zurückgehen konnte und wollte.“

Seit 1985 ist Yagmur „auf dem Papier“ deutscher Staatsbürger. Doch weil ihn die Türkei nicht aus der türkischen Staatsbürgerschaft entlassen hat, kann Yagmur auch als Deutscher nicht in seine Heimat reisen. „Die würden mich an der Grenze sofort verhaften.“

Und deshalb bleibt Yagmur hier in Frankfurt. Wegen Rostock und Hoyerswerda, sagt Yagmur, sei die Arbeit im „Einwanderertreff“ noch wichtiger geworden. Sie könen alle zu ihm kommen in die Kasseler Straße 13, die ausländischen Jugendlichen und die Frauen — „und selbstverständlich auch die Männer“. Yagmur und sein kleines Team leisten Beratungsarbeit, bieten themenzentrierte Diskussionsabende an oder laden einfach nur zum Plaudern ein. Yagmur: „Man kann doch nicht davonlaufen, vor der Gewalt — wohin auch?“ Sein ganzer Stolz ist seine kleine Tochter Mira-Banu. Und Mira-Banu, sagt Yagmur, soll schließlich einmal in einer „wirklichen multikulturellen Gesellschaft“ leben können. Yagmur: „Dafür lebe und arbeite ich hier in diesem kalten Land.“ Klaus-Peter Klingelschmitt

2 Januar 2019 0 Kommentare
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Cumali Yagmur.jpg
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Internationale Einwanderinnenliste

von Fremdeninfo 1 Januar 2019
von Fremdeninfo

Internationale Einwanderinnenliste

 
Cuma Yagmur, Vorsitzender der neuen Partei Internationale Einwanderinnenliste (IEL). Foto: Privat

Die etablierten Parteien behandeln Einwanderer wie Stiefkinder“, sagt Cuma Yagmur. Seit vielen Jahren mischt der Bockenheimer kurdischer Abstammung in der Frankfurter Politik mit. Er war Landtagskandidat bei den Grünen, später saß er fünf Jahre für die Linke, die da noch PDS hieß, in der Stadtverordnetenversammlung. Jetzt hat er eine eigene Partei gegründet: Die Internationale EinwanderInnen Liste (IEL). Die Partei zählt sich zum gemäßigten linken Spektrum. Ein Hauptthema der Gruppe, die 30 Kandidaten aufgestellt hat, ist die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Weitere Forderungen der IEL sind der Ausbau von Sozialleistungen und sozialer Infrastruktur. So wünscht man sich Unterstützung für die Einzelhändler der Leipziger Straße, mehr Stipendien für Studierende aus dem Ausland und Altenheime für Migranten. Die Partei setzt sich für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben ein und will dabei besonders die Ausgrenzung homosexueller Einwanderer durch ihre Familien thematisieren. Die IEL ist nach eigenem Bekunden keine religiöse Partei und auch nicht von einer bestimmten Nationalität geprägt. Zurzeit seien acht Nationalitäten in der Gruppe vertreten. Die IEL stellt sich auch im Internet vor: www.m-politik.de (mf)

1 Januar 2019 0 Kommentare
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