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Freiheit für Betül Süleyman Alluş – Sofortige Rückkehr zu ihrer Familie!

von Cumali Yağmur 12 Mai 2026
von Cumali Yağmur 12 Mai 2026
Turgut Öker
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Von:  Turgut Öker 

In Syrien halten Entführungen und sexualisierte Gewalt gegen alevitische Frauen systematisch und unvermindert an. Obwohl mehrfach berichtet wurde, dass entführte Frauen auf Sklavenmärkten in der Region Idlib verkauft, gegen Lösegeld als Geiseln gehalten, gefoltert, vergewaltigt und mit mehreren Männern zwangsverheiratet werden, hat das HTS-Regime (Hay’at Tahrir al-Scham) diese schweren Verbrechen nicht verhindert, sondern lediglich geleugnet.

Dass die internationale Gemeinschaft diese Verbrechen gegen Frauen in Syrien ignoriert, hat die dschihadistischen Banden leider nur noch mehr ermutigt. Die Gewalt gegen alevitische Frauen hat eine neue Dimension erreicht: Diesmal werden Entführungen und sexualisierte Gewalt als „freiwillige Flucht für den Islam auf dem Weg Allahs“ getarnt.

Das alevitische Volk wird über den Missbrauch von Frauen unter den Druck einer salafistischen Religionsideologie gesetzt, wie der Fall von Betül Süleyman Alluş zeigt, die am 29. April 2026 entführt wurde. Der Genozid am alevitischen Volk hat eine neue Form der „Salafisierung durch Entführung, Drohung und Folter“ angenommen. Es ist absolut inakzeptabel, dass die aus der Al-Qaida hervorgegangene HTS, ein Ableger des IS, dem alevitischen Volk sowie anderen Glaubensgemeinschaften und Verteidigern eines säkularen Lebens ihre salafistisch-wahhabitische Dunkelheit aufzwingt.

Betül Süleyman Alluş ist eine junge alevitische Frau. Sie studiert Medizintechnik an der Fakultät für Medizin der Tischrin-Universität. Sie wohnt im Studentenwohnheim der Universität und besucht jedes Wochenende ihre Familie. Am 29. April 2026 wurde sie von der Tischrin-Universität in Latakia, wo sie studierte, entführt.

Als ihre Eltern, die den Kontakt zu ihrer Tochter verloren hatten, den Heimleiter anriefen, behauptete dieser, Betül befinde sich in Dschabla und sei freiwillig dorthin gegangen. Auf das beharrliche Verlangen der Familie nach den Aufzeichnungen der Überwachungskameras wurden nur die Bilder von Betüls Betreten der Universität ausgehändigt; die Aufnahmen ihres Verlassens des Gebäudes wurden gelöscht. Zeugenaussagen bestätigen jedoch, dass sie gewaltsam aus der Universität verschleppt wurde, was auch von ihrer Familie bekräftigt wird.

Nachdem die Eltern in den sozialen Medien um Hilfe riefen und dieser Aufruf große Aufmerksamkeit erregte, wurden von Betüls Telefon Nachrichten an die Familie und ihre Social-Media-Konten gesendet. Darin wurde behauptet, die junge Frau sei „von zu Hause und ihrer Religion geflohen“, zum „Islam übergetreten“ und es sei ihr eine „Möglichkeit zur Hidschra (Auswanderung) auf dem Weg Allahs“ ermöglicht worden. Der gezielte Gebrauch des Begriffs „Hidschra“ verdeutlicht, dass es sich um eine organisierte salafistisch-wahhabitische Aktion handelt.

Ihr Vater, der um Hilfe für seine Tochter bat, wurde als „Scharbiha-Agent des Regimes, der Massaker an Sunniten begeht“, beschuldigt, um ihn mundtot zu machen. Ihm wurde gedroht, dass er, seine gefangene Tochter und der Rest der Familie in Gefahr gerieten, wenn er die Suche nicht aufgäbe.

Aufgrund der Proteste in den sozialen Medien durfte die Familie Betül im Hauptquartier der „Allgemeinen Sicherheit“ des HTS-Innenministeriums kurz sehen. Die Sicherheitsbehörden versprachen, Betül am Sonntag, den 10. Mai, der Familie zu übergeben. Doch am besagten Sonntag rief der salafistische Scheich Abdul Razzaq Al-Mahdi, den alle HTS-Institutionen konsultieren, dazu auf, daran zu arbeiten, dass alle alevitischen Frauen und jungen Männer „den Weg des Islams wählen“. Die HTS-Sicherheitskräfte werteten dies als „Fatwa zur Salafisierung der Aleviten“ und weigerten sich daraufhin, Betül ihrer Familie zu übergeben.

Nach neuesten Informationen der Familie wird Betül Süleyman Alluş in einem „Mädchenhaus/Schule“ in Dschabla als Geisel gehalten – einer Institution der HTS, die die salafistisch-wahhabitische Lehre aufzwingt.

Schweigen im Fall Betül führt dazu, dass sich der reaktionäre Druck der Al-Qaida-Anhänger auf verschiedene Glaubensrichtungen weiter ausbreitet. Wir werden nicht zulassen, dass die Entführung von Frauen unter dem Deckmantel „Sie hat den Weg des Islams gewählt“ legitimiert wird.

Dies ist unser Aufruf an die gesamte internationale Gemeinschaft, internationale Gremien und Frauenorganisationen:
Das alevitische Volk in Syrien befindet sich in der Zange eines Völkermords. Alevitische Frauen werden entführt, ihrer Freiheit beraubt und sexualisierter Gewalt sowie einer erzwungenen Salafisierung ausgesetzt!

Unsere dringenden Forderungen an die Vereinten Nationen sowie internationale Menschenrechts- und Frauenrechtsorganisationen:

  1. Betül Süleyman Alluş muss sofort freigelassen und ihrer Familie übergeben werden!

  2. Es muss umgehend eine konkrete internationale Intervention erfolgen, damit das HTS-Regime die Gewalt gegen Frauen in Syrien, insbesondere gegen alevitische Frauen, stoppt, die Täter bestraft und abschreckende Maßnahmen ergreift!

  3. Es muss unverzüglich eine unabhängige internationale Delegation gebildet werden, um die Verbrechen des HTS-Regimes und der ihm unterstellten Kräfte gegen Aleviten, Minderheiten und insbesondere gegen Frauen zu untersuchen und Vor-Ort-Ermittlungen in Syrien einzuleiten!

Unterzeichnende Organisationen:

  • Föderation der Arabischen Aleviten in Europa (FEA)

  • Australian Syrian Association inc.

  • ABF (Alevitische Bektaschi Föderation)

  • AABK (Konföderation der Alevitischen Gemeinden in Europa)

  • ADFE (Alevitische Föderation der Türkei)

  • HBVAKV (Hacı Bektaş Veli Anadolu Kulturstiftung)

  • AKD (Alevitische Kulturvereine)

  • PSAKD (Pir Sultan Abdal Kulturverein)

  • Alevitisches Bildungszentrum

  • Şah Ibrahim Veli e.V.

  • AHRS, Syrische Menschenrechtsgemeinschaft e.V.

  • AFA (Australische Alevitische Bektaschi Föderation)

  • ASKD (Mittelmeer-Verein für soziale Kultur und Hilfe)

  • Kamer Stiftung

  • Frauensolidaritätsverein Bodrum

  • TAAKB (Kulturunion der Mittelmeer-Aleviten in der Türkei)

  • Kadav (Stiftung für Solidarität mit Frauen, Niederlande)

  • Bürgerinitiative Bodrum

  • Weltfrauenmarsch – Koordination Türkei

  • Frauenverein Karya

  • Mor Dayanışma (Lila Solidarität)

  • Reservoir Markaz, The Alawi Islamic Social Centre, Australien

  • Mannheim Konferenz-Delegation

  • Verein Progressiver Frauen

Kontakt: AHRS.desk@proton.me

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