• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

EU-Bericht: Italien blockiert Rücknahme von Asylbewerbern

16 Juli 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Asyl-Verschärfung: In Großbritannien zu bleiben, wird für alle Ausländer schwere

14 Juli 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Prämien für Rückkehrer: Poseck für regelmäßige Abschiebeflüge nach Syrien

13 Juli 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Mehr als eine Million Migranten beantragen rechtlichen Status in Spanien

12 Juli 2026 0 Kommentare
AllgemeinFlüchtlinge

Güler will in Syrien für „inklusiven Transitionsprozess“ werbenSerap

15 Juni 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Das neue europäische Asylrecht

13 Juni 2026 0 Kommentare
Information

Wird die Türkei zum Refugium russischer Oligarchen?

von Fremdeninfo 27 März 2022
von Fremdeninfo

Wird die Türkei zum Refugium russischer Oligarchen?

Von

 Stefan Kreitewolf

 –

25.03.2022

 
Eine Yacht unter der Bosporus-Brücke in Istanbul. Foto: Unsplash / Vitaly Mazur

Yachten, Flugverkehr, Banken: Als einziges Nato-Land setzt die Türkei die Sanktionen des Westens gegen Russland nicht um. Damit wird das Land zum Rückzugsort russischer Oligarchen. Warum Erdoğans Gratwanderung Gefahren birgt.

Zwei Superyachten des sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch sind in der Türkei aufgetaucht. Seit Mitte der Woche liegt die 700-Millionen-Euro-Superyacht „Eclipse“ im türkischen Ägäishafen Marmaris. Die 600 Millionen Euro schwere „Solaris“ soll in Bodrum angedockt haben. Das zeigen Schiffsdaten der Tracking-Website Marine Traffic.

Seit die Regierungen der USA, des Vereinigten Königreichs und der EU Sanktionen gegen russische Oligarchen durchsetzen, stehen ihre Luxusgüter im Fokus. Privatjets und Yachten werden genau verfolgt. Einige Staaten – darunter das Nato-Mitglied Italien – beschlagnahmten bereits Schiffe in europäischen Häfen.

Sicherer Hafen für russische Oligarchen?

In der Türkei scheinen russische Oligarchen im wahrsten Wortsinne einen sicheren Hafen für sich und ihre Luxusgüter gefunden zu haben. Denn als einziges Nato-Land beteiligt sich die Türkei nicht an den Sanktionen des Westens gegen Russland. Das Land wird damit zum Refugium für russische Oligarchen.

RUSSLAND UND DIE TÜRKEI: ES IST KOMPLIZIERT

Die Türkei ist zwar nicht das einzige Land, in dem sich russische Oligarchen sicher fühlen. Vor den Malediven ankern aktuell auch einige Schiffe der russischen Superreichen – zum Beispiel die 140-Meter-Yacht „Ocean Victory“ des Stahlmagnaten Viktor Rashnikov. Dennoch ist der Fall der Türkei besonders pikant.

Alleinstellungsmerkmal: Vermittler?

Denn das Land dient nicht nur als sicherer Parkplatz russischer Luxusgüter, sondern ist neben Dubai die wichtigste verbliebene Drehscheibe für den Flugverkehr zwischen Russland und dem Westen. Anders als in vielen anderen Nato-Mitgliedsstaaten ist der türkische Luftraum nämlich nicht für Flugzeuge aus Russland geschlossen.

Hinzu kommt: Anders als in der EU können russische Staatsbürger an vielen türkischen Geldautomaten mit ihren heimischen Bankkarten weiterhin Geld abheben.

Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu betonte bereits zu Beginn des Krieges, die Beziehungen zur Ukraine und zu Russland aufrechterhalten zu wollen. Aber je länger der Krieg währt und je grausamer der Tod und die Zerstörung in der Ukraine über unsere Bildschirme flimmert, desto schwieriger wird es, diese Haltung aufrechtzuerhalten.

Erdoğans Gratwanderung

Die Nato-Partner tolerieren bislang den türkischen Alleingang. Auch weil Ankara zwischen den Kriegsparteien zu vermitteln versucht. Dennoch kommt die Haltung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan in dem Konflikt einer gefährlichen Gratwanderung gleich.

Er will weder die Ukraine, die mit türkischen Kampfdrohnen beliefert wird, im Stich lassen, noch Russland, das allein wegen der jährlichen Touristenströme aus dem Land große Abhängigkeiten geschaffen hat, verprellen. Indes werden die Nato-Verbündeten, die unbedingt von der türkischen Bündnistreue überzeugt bleiben sollen, immer skeptischer.

  •  
  •  
 
27 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Schröder in Kocaeli: Krieg „Konsequenz politischen Versagens“

von Fremdeninfo 26 März 2022
von Fremdeninfo

Schröder in Kocaeli: Krieg „Konsequenz politischen Versagens“

Von

 dtj-online

 –

25.03.2022

 
Altkanzler Gerhard Schröder spricht beim „Kartepe Zirvesi“ in Kocaeli. Foto: Kocaeli BB

Heikles Statement auf einer Konferenz in der Türkei: Aus Sicht des Altkanzlers Gerhard Schröder (SPD) hat „politisches Versagen“ zum Ukraine-Krieg geführt. Er sieht die Schuld am Konflikt in Russland – und im Westen.

Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA „haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli.

„Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens.“ Ex-Kanzler Schröder gilt als langjähriger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und ist unter anderem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft.

Schröder in der Kritik

Der Altkanzler steht wegen seines Engagements für russische Staatskonzerne in der Kritik – vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine nimmt der Druck auf ihn zu. Bereits Anfang März hatten die SPD-Spitze und auch Bundeskanzler Olaf Scholz ihn dazu aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen.

Schröder sagte weiter, in den vergangenen Jahren seien sowohl von Seiten Russlands als auch von Seiten des Westens Fehler gemacht worden. Russlands Sicherheitsinteressen aber rechtfertigten nicht den Gebrauch militärischer Mittel, so Schröder. Schröder sagte auch, jeder solle alles in seiner Kraft Stehende tun, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden.

https://twitter.com/kartepezirvesi/status/1506979391477215235?s=20&t=th-3LP2KcxCs0e3REdeAWA

Schröder war Anfang März von der türkischen Metropole aus in die russische Hauptstadt gereist, wo er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprach. Berichten zufolge soll er in Istanbul auch eine ukrainische Delegation getroffen haben.

dpa/dtj

 
26 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Kultur

Pamuk in Köln: Hat er Corona „heraufbeschworen“?

von Fremdeninfo 24 März 2022
von Fremdeninfo

Pamuk in Köln: Hat er Corona „heraufbeschworen“?

Von

 dtj-online

 –

22.03.2022

>

 – Orhan Pamuk“>
21.03.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger aus der Türkei, spricht bei einer Lesung auf der Lit.Cologne. Foto: Oliver Berg/dpa

Der türkische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk hat sich während des Schreibens seines neuen Buchs „Die Nächte der Pest“ schuldig gefühlt, weil plötzlich die Corona-Pandemie auftrat.

„Mir kam es vor, als wäre die Pandemie gekommen, weil ich diesen Roman geschrieben habe“, sagte Pamuk am Montagabend beim Literaturfestival Lit.Cologne in Köln.

Freunde, die ihn zuvor gewarnt hätten, ein Buch über etwas so lang Zurückliegendes wie die Pest werde niemand lesen wollen, hätten ihm nun gesagt, er habe Glück gehabt, jetzt werde sich sein Buch viel besser verkaufen. Er habe sich dann eingeredet, wenn er das Buch jetzt zügig beende, werde Corona vielleicht verschwinden. „Aber das ist nicht eingetreten.“ Inzwischen sei er fünfmal geimpft, zweimal mit einem türkischen Impfstoff und dreimal mit Biontech.

Schicksal der Pandemie

Wenn sich eine Pandemie ausbreite, reagierten die Menschen immer gleich, sagte Pamuk. Zunächst leugneten sie den Ernst der Lage, dann verbreiteten sie Gerüchte. Unterdessen stiegen die Todeszahlen. Dann breche der Staat entweder zusammen oder er werde besonders streng.

Anschließend hielten die Leute dem Staat vor, dass er sie nicht beschützt habe. Gleichzeitig wollten sie aber auch, dass der Staat ihren Laden nicht schließe, ihnen nicht das Reisen verbiete und so weiter. Der Staat solle sie beschützen, aber bitte so, dass es nicht wehtue.

Ermittlungen in der Türkei

Pamuk berichtete auch, dass in der Türkei derzeit gegen ihn ermittelt werde, weil er in seinem Roman angeblich den Staatsgründer Kemal Atatürk beleidigt habe. Er fühle sich aber nicht in Gefahr. Sein Anwalt, der noch älter sei als er, habe ihm versichert, dass das vorbeigehen werde.

Zum Ukraine-Krieg sagte Pamuk, er fühle sich schuldig, weil er nichts tue. Er habe jedoch großen Respekt davor, dass die Deutschen so viele ukrainische Flüchtlinge aufnähmen.

dpa/dtj

  •  
  •  
 
24 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Kultur

Foto-Ausstellung in Graz gedenkt türkischen Häftlingen

von Fremdeninfo 23 März 2022
von Fremdeninfo

Foto-Ausstellung in Graz gedenkt türkischen Häftlingen

Von

 dtj-online

 –

19.03.2022

 
Hidayet Karaca (links oben) war Generaldirektor der Samanyolu Media Group und Chef des inzwischen geschlossenen Fernsehsenders Samanyolu TV. Er sitzt seit dem 14. Dezember 2014 in Haft. Foto: Grüß Gott Österreich

An der Universität Graz in Österreich wurde eine Ausstellung mit dem Titel „Menschenrechtsverletzungen in der Türkei“ eröffnet. Besucher können die Bilder bis einschließlich noch heute sehen.

Eine Ausstellung an der Akademie der Sozialwissenschaften der Universität Graz zeigt Menschenrechtsverletzungen in der Türkei. Darin wird den vielen Opfern der Erdoğan-Regierung gedacht: Osman Kavala, Selahattin Demirtaş, Sedef Kabaş, Gültekin Avcı, Hidayet Karaca und Mehmet Baransu.

Viele andere sitzen noch in türkischen Gefängnissen – meist ohne Hoffnung auf einen fairen Prozess. Darunter gibt es auch nicht prominente Häftlinge wie Bilal Konakçı. Er ist trotz eines festgestellten Grades der Behinderung von 98 Prozent inhaftiert – mit seinem Baby.

Die Grazer „Mur Freunde“ und die „Grüß Gott Österreich Plattform“ zeigen Fotos von Yasemin Melizci, İlayda Tekgöz, ihrer Kadettenmutter Melek Çetinkaya, die Gerechtigkeit für die zu lebenslanger Haft verurteilten Militärstudenten forderte, und vielen anderen Menschen.

Wissenschaftler fordern Gerechtigkeit und Aufklärung

Arhan Kardaş, Chefredakteur des Fontäne-Magazins, erinnerte zudem an die zahlreichen Frauen, die in der Türkei von ihren Ehe- und Liebespartnern getötet wurden. 135 Frauen seien aktuell noch immer vermisst. „Bisher wurden keine abschreckenden Schritte unternommen“, so Kardaş.

Er berichtete außerdem, dass Mitglieder oder Anhänger der Gülen-Bewegung – insbesondere seit dem Militärputsch am 15. Juli 2016 – systematischen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt seien. „Frauen, die gerade entbunden hatten, wurden mit ihren Babys inhaftiert“, sagte Kardaş. Derzeit seien 548 Frauen mit ihren Babys im Gefängnis. Der Theologe Durmuş Gamsız betonte, dass die Gülen-Bewegung trotz der systematischen Verfolgung den Kampf für Toleranz nicht aufgegeben habe.

  •  
23 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

50 Jahre Döner Kebab – Wie der „German Döner“ erfunden wurde

von Fremdeninfo 23 März 2022
von Fremdeninfo

50 Jahre Döner Kebab – Wie der „German Döner“ erfunden wurde

Von

 dtj-online

 –

23.03.2022

>
50 Jahre Döner Kebap“>
Halit (l.) und Halip vom Imren Grill in Berlin bereiten einen Döner zu. Vor 50 Jahren soll er erfunden worden sein. Foto: Joerg Carstensen/dpa

Um den Döner Kebab ranken sich viele Mythen. Doch eines steht fest: Richtig populär wurde er in Deutschland – vor rund 50 Jahren. Seitdem hat sich der kulinarische Topseller weiterentwickelt.

Saftiges Fleisch, Salat, Tomaten, Zwiebeln und viel Soße im knusprigen Fladenbrot: Das ist der Döner Kebab, wie ihn viele Menschen in Deutschland lieben. „Tatsächlich ist der Döner, so wie wir ihn hier kennen, eine Berliner Kreation“, sagt der Soziologe und Autor Eberhard Seidel im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Das Imbissgericht sei vor 50 Jahren aus dem Zusammenspiel türkischer Einwanderer und der Berliner Mehrheitsgesellschaft entstanden. Seidel beschäftigt sich seit fast 35 Jahren mit der Entwicklung des Döner Kebabs. In diesem März veröffentlichte der 66-Jährige sein Buch „Döner. Eine türkisch-deutsche Kulturgeschichte“.

Beliebtestes deutsches Fast Food

An der Entwicklung des Döner Kebabs seien Hunderte von ehemaligen Gastarbeitern aus der ersten und zweiten Generation beteiligt gewesen. „Sie erschufen etwas Neues, etwas Hybrides, das sich zum beliebtesten Fast Food der Deutschen entwickelte und heute Milliardenumsätze generiert“, sagt Seidel.

DÖNER, PIDE, LAHMACUN: WELCHE LÄDEN SICH IN NRW LOHNEN

Bundesweit gibt es laut Seidel rund 18.500 Döner-Imbisse und türkische Restaurants in Deutschland. Mit etwa 1.600 Verkaufsstellen sei Berlin die Döner-Metropole. Nach Angaben des 2010 in Berlin gegründeten Vereins Türkischer Dönerhersteller in Europa (ATDID) liegt der Konsum in Deutschland bei etwa 550 Tonnen täglich.

Geburtsort Berlin-Kreuzberg

Der Geburtsort des „German Döner“ sei der Berliner Stadtteil Kreuzberg, sagt Seidel. Vor 50 Jahren sollen hier alle Bedingungen für den Döner Kebab gestimmt haben, um sich zu verbreiten. Wer ihn erfand oder zuerst angeboten habe, ließe sich nicht seriös beantworten, meint Seidel.

Laut dem Verein Türkischer Dönerhersteller in Europa (ATDID) hat der ehemalige Gastarbeiter Kadir Nurman 1972 den ersten Döner Kebab am Bahnhof Zoo in Berlin verkauft. Es sei allerdings nachgewiesen, dass es den Döner Kebab bereits zuvor in einigen türkischen Restaurants in Deutschland gab, sagt Seidel.

In der Türkei nicht so populär

Nurman sei sicher nicht der erste gewesen – „trotzdem nimmt er einen wichtigen Platz in der Ahnengalerie der Väter des Döner Kebabs in Deutschland ein“. Eine Erzählung über den Döner Kebab behauptet, er sei als Fladenbrot-Gericht in Berlin erfunden und anschließend in die Türkei reinportiert worden. „Das ist falsch“, so Seidel.

Den Döner Kebab im Brötchen habe es in der Türkei bereits Mitte der 60er Jahre gegeben. Er sei dort aber nie so populär geworden wie in Deutschland. „Die Menschen in der Türkei essen nicht so viel auf der Straße oder auf der Hand, die setzen sich lieber hin.“ Es sei kein Zufall, dass der Döner Kebab in Berlin so erfolgreich geworden ist.

Nach Diskriminierung und Druck

In den 1970er-Jahren stieg die Arbeitslosenzahl in Berlin in die Höhe. „Deshalb gab es eine große Notwendigkeit, sich Einnahmequellen zu erschließen“, sagt Seidel. Zusätzlich gab es in Berlin Gesetzgebungen, die Einwanderer aus der Türkei massiv diskriminierten. Der sogenannte Lummer-Erlass erhöhte 1981 den Druck.

Gastarbeiter, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst finanzieren konnten, mussten mit Ausweisung rechnen. „Das war der Grund, warum viele in Berlin Döner-Läden aufmachten“, sagt Seidel. „Berlin hatte eine bunte Szene, also Studenten, Wehrflüchtige, Klassenkämpfer und Internationalisten, die nicht so sehr mit Ressentiments behaftet waren.“

Viele Menschen mit wenig Geld

Außerdem habe es in Berlin viele Menschen gegeben, die wenig Geld hatten. Aufgrund des sagenhaften Preis-Leistungsverhältnisses seien sie sehr schnell auf den Döner gekommen. „Gerichte und Küchen entwickeln sich in einem permanenten transnationalen Austausch weiter“, sagt Seidel.

„Neue und zeitgemäße Interpretationen des klassischen Döner Kebabs“ ist auch der Ansatz bei „Kebap with Attitude“. „Warum den Döner nicht einfach mal weiterdenken?“, dachten sich Deniz Buchholz und Daniel Herbert. Im Mai 2019 eröffneten die beiden ihren Laden im Berliner Stadtteil Mitte.

„Trüffel Delüks“

Eine ihrer bekanntesten Kreationen ist der „Trüffel Delüks“. Neben klassischen Döner-Zutaten sind Röstkartoffeln, Granatapfel, Frühlingszwiebeln – wie der Name verrät – geriebener Trüffel dabei. „Wir holen uns unsere Inspiration aus den multikulturellen Einflüssen in Berlin und stecken viel Liebe in unsere Produkte“, sagt Buchholz.

Eine weitere interessante Entwicklung des Imbissgerichts bietet das Hotel „Adlon“ in Berlin an. Seit August 2018 führt das Luxushotel den „türkischen Klassiker“, wie es auf der Speisekarte heißt. Der Edel-Döner im Fladenbrot mit Kalbsrückenstreifen und verfeinert mit Trüffelcreme und Rotkohl kostet 26 Euro – und ist damit der teuerste Döner Deutschlands.

Vollwertige Mahlzeit für wenig Geld

„Davon wird es mehr geben“, ist sich Seidel sicher. Der Markt werde diverser, dennoch bleibe der Döner Kebab die Leibspeise für finanziell nicht so gut gestellte Menschen und somit die Möglichkeit, eine vollwertige Mahlzeit für wenig Geld zu bekommen – in Deutschland und darüber hinaus.

dpa/dtj

23 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Vor den Augen seines Kindes: Türkischer Exil-Journalist in Stockholm angegriffen

von Fremdeninfo 23 März 2022
von Fremdeninfo

Vor den Augen seines Kindes: Türkischer Exil-Journalist in Stockholm angegriffen

Von

 dtj-online/dpa

 –

20.03.2022

 

„>

Angriff auf Exil-Journalist Ahmet Dönmez
Ahmet Dönmez wurde offenbar mitten in Stockholm von Unbekannten krankenhausreif geschlagen. Dieses Foto teilte er später auf seinen Accounts in den Sozialen Medien. Foto: Privat

Türkische Medienschaffende im Ausland sind nicht wirklich sicher. Dies belegen zahlreiche Angriffe auf Exilanten, unter anderem auch in Deutschland. Nun hat es Ahmet Dönmez getroffen. Eine Gruppe von Schlägern schlug ihn dem Vernehmen nach auf offener Straße und am helllichten Tag zusammen.

Was sich seit Tagen ankündigte, geschah am 18. März inmitten von Europa. Der türkische Journalist Ahmet Dönmez hatte mehrere konkrete Drohungen gegen seine Person öffentlich gemacht. Dennoch konnte der Angriff auf den regierungskritischen Journalisten nicht abgewendet werden. Auf dem Heimweg wurde er offenbar vor den Augen seines Kindes bewusstlos geschlagen.

Damit hat Dönmez Ähnliches erlebt wie der in Berlin sesshafte türkische Exil-Journalist Erk Acarer. Dieser wurde im Sommer vergangenen Jahres in der Bundeshauptstadt im Vorhof seiner Wohnung, vor den Augen seiner Frau und Tochter, von drei Männern krankenhausreif geschlagen. Seither steht Acarer unter Polizeischutz.

Ahmet Dönmez hatte zuletzt über die türkische Mafia berichtet

Wie Erk Acarer hatte Ahmet Dönmez zuletzt zahlreiche Beiträge über den Einfluss der Mafia auf die türkische Regierung veröffentlicht. In seinen jüngsten Veröffentlichungen befasste er sich mit dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu und dessen engen Beziehungen zum Mafia-Paten İhsan Hızarcı.

Daraufhin wurde Dönmez nach eigenen Angaben via WhatsApp von Hızarcı bedroht. Der Journalist solle nicht darauf vertrauen, dass er in Stockholm sei, habe es unter anderem geheißen. Hızarcı könne ihn „innerhalb von 24 Stunden enthaupten lassen“. Dönmez brachte die Drohungen zur Anzeige, doch die waren für die schwedischen Behörden offenbar nicht schwerwiegend genug, um Maßnahmen zu ergreifen. Der angegriffene Journalist befindet sich laut Angaben von türkischen Journalisten im Krankenhaus.

Laute Kritik an schwedischer Polizei

Ein weiterer türkischer Exil-Journalist, Cevheri Güven, tauchte bereits auf mehreren Todeslisten aus dem Umfeld der türkischen Regierung auf. Wie zahlreiche andere Kollegen wie Can Dündar oder Hayko Bağdat lebt auch Güven gefährlich. Seine Reaktion auf den Angriff auf Ahmet Dönmez fällt kritisch aus: „Es ist bereits das zweite Mal, dass ein Exil-Journalist in Schweden angegriffen wird. Die Unempfindlichkeit der schwedischen Polizei ist unglaublich.“ Auch die Exil-Journalistin Sevim Özarslan drückte via Twitter ihren Beistand für Dönmez und ihren Unmut gegen die schwedischen Behörden aus.

Auf der anderen Seite war der Angriff auf Dönmez auch für regierungsnahe Personen oder Troll-Accounts ein Thema. Sie verbreiteten die These, dass es sich dabei um einen internen Kampf innerhalb der Gülen-Bewegung handele. Dafür spreche der offene Disput zwischen Dönmez und Ekrem Dumanlı, Dönmez‘ ehemaliger Chefredakteur bei der mittlerweile verbotenen türkischen Tageszeitung „Zaman“.

  •  
  •  
 
23 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Scholz in der Türkei: Der Krieg schweißt zusammen

von Fremdeninfo 18 März 2022
von Fremdeninfo

Scholz in der Türkei: Der Krieg schweißt zusammen

Von

 dtj-online

 –

15.03.2022

 

 

 

 

/Kanzler_Olaf_Scholz_
Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) neben dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan: Hauptthema in den Gesprächen während seines Antrittsbesuches war der Krieg in der Ukraine. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei gelten als schwierig, auch wenn sie sich zuletzt wieder stabilisiert haben. Der Ukraine-Krieg schweißt beide Seiten nun zusammen. Das wird beim Antrittsbesuch von Kanzler Scholz in Ankara deutlich.

Nach zweieinhalb Wochen Krieg in der Ukraine haben sich Bundeskanzler Olaf Scholz und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gemeinsam für einen baldigen Waffenstillstand stark gemacht. „Wir sind uns einig, dass es so schnell wie möglich einen Waffenstillstand geben muss“, sagte Scholz am Montag nach einem Gespräch mit Erdoğan.

Es müsse sofort sichere Korridore für Zivilisten geben. Erdoğan betonte: „Wir werden die Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand unentwegt fortsetzen.“ Man stimme überein, dass die diplomatischen Bemühungen fortgesetzt werden müssten. Gemeinsam appellierten Scholz und Erdoğan an Wladimir Putin, den Krieg in der Ukraine zu stoppen.

Militärische Ehren für Scholz

„Mit jedem Tag, mit jeder Bombe entfernt sich Russland mehr aus dem Kreis der Weltgemeinschaft, die wir miteinander bilden.“ Die Souveränität und die Unverletzlichkeit der Grenzen der Ukraine stünden außer Frage. Scholz besuchte zum Auftakt seines Antrittsbesuchs in der Türkei das Mausoleum des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk und wurde dann von Erdoğan mit militärischen Ehren empfangen.

Der Besuch stand ganz im Zeichen des Krieges in der Ukraine, in dem sich die Türkei als Vermittler angeboten hat. Das Nato-Land hat enge Beziehungen zu Kiew und Moskau. Erdoğan hat immer wieder betont, keinen der beiden Partner aufgeben zu wollen. Er hat Russland und die Ukraine vergangene Woche erstmals seit Kriegsbeginn auf Außenministerebene an einen Tisch gebracht.

Bundeskanzler würdigt Gespräche mit Griechenland und Israel

Am Donnerstag waren die Chefdiplomaten Dmytro Kuleba und Sergej Lawrow im südtürkischen Badeort Antalya zusammengekommen. Die Gespräche blieben zwar weitgehend ergebnislos. Dass sie überhaupt stattfanden, wurde aber nicht nur von der Türkei selbst, sondern auch von westlichen Verbündeten als diplomatischer Erfolg gewertet.

Scholz würdigte, dass die Türkei im Zuge der Ukraine-Krise auch wieder enger mit Ländern zusammenrücke, mit denen sie schwierige Beziehungen hat – namentlich Griechenland und Israel. Am Sonntag reiste der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis erstmals zu einem Treffen mit Erdoğan nach Istanbul.

„Differenzen, Belastungen“ bei Menschenrechten

Für Scholz ist die Reise in die Türkei der fünfte Antrittsbesuch in einem Land außerhalb der Europäischen Union seit seiner Vereidigung vor gut drei Monaten. Zuvor war er in den USA, in der Ukraine, in Russland und in Israel. Neben dem Ukraine-Krieg gab es für bilaterale Themen zwar nur begrenzten Raum.

Es ging aber auch um die Wirtschaftsbeziehungen, den für die Türkei so wichtigen Tourismus und um den Ausbau der Zusammenarbeit bei der Energieversorgung. Scholz sprach jedoch auch die Konfliktthemen in den Beziehungen an. Es gebe „Differenzen, Belastungen, etwa wenn es um Fragen von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit geht“.

Gespräche in „aufrichtiger Atmosphäre“

Scholz erwähnte auch die Deutschen, die in der Türkei inhaftiert oder mit Hausarrest belegt sind oder die nicht ausreisen können. „Hier hat es in letzter Zeit ein paar Bewegungen gegeben. Wir hoffen, dass es für viele Fälle eine baldige Lösung geben wird.“ Erdoğan wiederum ignorierte die Frage nach den Menschenrechten und zeigte sich zufrieden.

Das Gespräch mit Scholz habe in einer „aufrichtigen Atmosphäre“ stattgefunden, sagte er. Er hob die engen Verbindungen zwischen den Ländern hervor und betonte, der Türkei sei wichtig, in regionalen Fragen eng mit Deutschland zusammenzuarbeiten.

Kavala, politische Gefangene und Migration: Konflikte bleiben

Die deutsch-türkischen Beziehungen haben sich nach einem tiefen Zerwürfnis 2017, zu dem es unter anderem wegen der Inhaftierung deutscher Staatsbürger kam, zuletzt wieder etwas stabilisiert. Das Verhältnis der beiden Nato-Partner ist aber weiterhin alles andere als spannungsfrei.

Zuletzt kam es im Oktober 2021 zu einem Eklat, als der deutsche und neun weiteren Botschafter die Freilassung des inhaftierten Kulturförderers Osman Kavala forderten. Erdoğan drohte den Diplomaten daraufhin mit der Ausweisung.

Deutschland und die EU sind etwa über das Flüchtlingsabkommen von 2016 auf Ankara als Partner angewiesen. Aus Sicht von Kritikern geht das auf Kosten der Thematisierung von Menschenrechtsverstößen im Land.

dpa/dtj

18 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Russland und die Türkei: Es ist komplizier

von Fremdeninfo 11 März 2022
von Fremdeninfo

Russland und die Türkei: Es ist kompliziert

Von

Stefan Kreitewolf

–

10.03.2022

 
 

 
=“Erdogan und Putin“ width
Wladimir Putin (r.), Präsident von Russland, und Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, treffen sich regelmäßig. Foto: Vladimir Smirnov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Heute trafen sich die Außenminister Russlands und der Ukraine in der Türkei. Das Ziel: eine diplomatische Lösung des Krieges. Präsident Erdoğan, der Putin als „Freund“ bezeichnet, will das für sich nutzen. Doch das könnte kompliziert werden.

Der russische Angriff auf die Ukraine hat viele Illusionen zerstört. Nicht nur Europa schaut weiterhin ungläubig auf die Geschehnisse in der Ukraine. Auch die Türkei ist in einer neuen Welt aufgewacht – und mit ihr Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Seine Selbstüberschätzung und sein überregionaler Führungsanspruch haben angesichts des Krieges Risse bekommen.

Nun versucht er sich als Vermittler. Dabei klang seine erste Reaktion auf den Krieg noch entschieden: „Lassen Sie mich sagen, dass die militärische Intervention Russlands heute ab den frühen Morgenstunden auf ukrainischem Boden inakzeptabel ist und wir das verurteilen.“ Aber Erdoğan ist Pragmatiker und will den Krieg für seine Zwecke nutzen.

Montreux, der Bosporus und die Dardanellen

Ins Bild passt: Die Türkei scheute lange davor zurück, die Zufahrt zum Schwarzen Meer durch den Bosporus und die Dardanellen für russische Schiffe zu sperren. Auch auf Druck des Westens hin berief sie sich schließlich auf das Montreux-Abkommen von 1936 (hier geht’s zur türkischen Fassung: Montreux Boğazlar Sözleşmesi) und schloss sie doch. Auch an den westlichen Sanktionen gegen Moskau beteiligt sich Ankara nur zögerlich.

Nun finden Friedensgespräche der russischen und ukrainischen Außenminister in Antalya statt. Auch wenn es keine großen Fortschritte gab, sind sie für den türkischen Präsidenten ein echter Coup. Er beginnt aus dem Konflikt Kapital zu schlagen. So prahlte er in den vergangenen Tagen im staatlich kontrollierten TV mit seinem guten Verhältnis zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Erdoğan bezeichnete Putin wiederholt als „Freund“

Für Erdoğan, der Putin wiederholt als „Freund“ bezeichnete, ist sein russisches Pendant indes ein komplizierter Partner. Einerseits bezieht Ankara Waffentechnik aus Moskau – zum Beispiel das russische S-400-Raketenabwehrsystem – und brüskiert damit die Nato-Partner, andererseits stehen sich russische und türkische Truppen in Syrien und Libyen gegenüber.

Putin und Erdoğan eint: Das Streben nach Macht. Das Vakuum, das die America-First-Politik des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump im Nahen Osten und in Nordafrika hinterlassen hat, füllen Russland und die Türkei zunehmend. Und sie kommen sich immer häufiger in die Quere, wie das Beispiel Bergkarabach zeigt.

Türkei abhängig von russischen Importen

Dazu passt, was Daria Isachenko vom Centrum für angewandte Türkeistudien der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, der NZZ sagte: „Die Türkei und Russland verstehen sich nicht als Freund oder Feind, sondern als Partner in einem Zweckbündnis.“ Ein Bündnis ungleicher Partner, denn die Türkei ist abhängig von Russland.

Rund die Hälfte der türkischen Erdgas-Einfuhren, 40 Prozent der Öl-Importe und 75 Prozent der Weizen-Lieferungen stammen aus Russland. Mit dieser strategischen Russland-Partnerschaft wollte Erdoğan es dem Westen zeigen. Angesichts der vielen diplomatischen Zerwürfnisse der vergangenen Jahre suchte er ein ökonomisches Druckmittel. Die Lesart: Wir können auch ohne euch.

Sozialer Frieden in Gefahr

Für die aktuelle Situation bedeutet das: Die Türkei muss sehr vorsichtig mit dem Kreml umgehen. Denn sollte Moskau sich von Ankara hintergangen fühlen, könnte Putin die so wichtigen Rohstofflieferungen stoppen. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Türkei und der historischen Stagflation – schrumpfende Wirtschaft bei gleichzeitig steigenden Preise – ist das für Erdoğan gefährlich.

Weiteres Öl könnte Russland ins Feuer gießen, indem es in Syrien weitere Flüchtlingsströme gen Norden provozierte. Der soziale Frieden in der Türkei ist ohnehin brüchig. In den Großstädten des Landes gab es bereits Pogrom-artige Übergriffe auf syrische Flüchtende.

Der „Freund“ im Kreml hat Erdoğans Großmacht-Ambitionen für seine Ziele genutzt. Nun steht Ankara unter Druck. Zugeständnisse an Russland oder Abkehr mit Folgen? Wie gesagt: Es ist kompliziert.

 

 

 

11 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Mutmaßlicher Grauer Wolf in Berliner Polizei enttarnt

von Fremdeninfo 10 März 2022
von Fremdeninfo

 

Mutmaßlicher Grauer Wolf in Berliner Polizei enttarnt

Von

dtj-online

–

09.03.2022

. Grauer Wolf bei der Berliner Polizei“ width=“696″ height=“333″>
T. K., ein mutmaßlicher Grauer Wolf in den Reihen der Berliner Polizei, blieb über Monate unentdeckt. Quelle: Instagram/ Screenshot @tolgahanayyildiz_

Ein junger Polizist mit türkischen Wurzeln soll einem „Welt“-Bericht zufolge als Grauer Wolf enttarnt worden sein. Vorsichtig ging er nicht vor, wie seine öffentlichen Social-Media-Posts und ein Auftritt bei der AKP-Lobbyorganisation UETD (heute UID) beweisen. Die Hintergründe.

In einer ruhigen Nacht sitzt T. K. in einem Streifenwagen und hört Musik. Er ist Anfang Zwanzig, arbeitet bei der Berliner Polizei und kümmert sich um Objektschutz. Das Leben eines Objektschützers kann in der Nachtschicht bisweilen langweilig sein. K. vertreibt sich die Zeit mit Songs des türkischen Künstlers Mustafa Yıldızdoğan. 

Das Pikante daran: Der Musiker ist eine Ikone der als rechtsextrem einzustufenden türkischen Bewegung der Grauen Wölfe. Mit seinen orientalisch anmutenden Sounds und nationalistischen Lyrics bereitet Yıldızdoğan Befürworter des Türkentums emotional auf den Kampf vor, wie es in seinen Liedern heißt.

Deutsch-Türke bei Berliner Polizei ein Grauer Wolf?

Auf Kundgebungen der nationalistischen MHP sowie der AKP hört man sein wohl bekanntestes Lied „Ölürüm Türkiyem“ (Deutsch: „Ich sterbe (für) meine Türkei“) regelmäßig. Aber auch die ebenso nationalistische türkische Opposition spielt den Song gern.

Zählt der junge Deutsch-Türke zur Opposition oder ist er ein türkischer Nationalist? Letzteres erscheint wahrscheinlich. Denn weitere Social-Media-Posts sowie seine Songs und Auftritte mit dem Musiklabel „Ayyildiz Records“ weisen in diese Richtung. Richtig, K. ist selbst Musiker. In diesem Kontext ist er auf Fotos zu sehen, auf denen er den Handgruß der Grauen Wölfe, die übrigens die Einordnung als rechtsextrem ablehnen, zeigt.

Musik für türkische Militär-Offensiven

Ein weiteres Detail: Hinter ihm ist eine Fahne mit drei Halbmonden zu sehen – den Symbolen der nationalistischen MHP schlechthin. Außerdem trägt der Freizeit-Rapper ein T-Shirt mit den für türkische Nationalisten bekannten alttürkischen Runen. Die Indizien verdichten sich.

Denn K. trat selbst bei einer Veranstaltung der Union Internationaler Demokraten (heute: Union Internationaler Demokraten, UID), die als europäische Lobbyorganisation der AKP gilt, auf. Am 19. November 2017 in Bodenheim mit auf der Bühne: die zwei heutigen UID-Mitglieder Tuğrul Selmanoğlu und Adem Taflan.

Vom Verfassungsschutz beobachtet

Die Organisation wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Und damit nicht gut genug: Songs der Gruppe „Ayyildiz Records“, mit der der mutmaßliche Graue Wolf auch geschäftlich verbandelt zu sein scheint, glorifizieren den nicht unumstrittenen Einmarsch des türkischen Militärs 2019 in Syrien.

Sein Part aus dem Türkischen übersetzt ist eindeutig: „Diejenigen, die dem Ungläubigen gehorchen, werden durch die Türken geschlachtet. Wir geben unser Leben für Gott, für jeden Märtyrer wird abgerechnet.“ Wie so jemand die eigentlich strengen Auswahlprozesse deutscher Sicherheitsorgane erfolgreich durchlaufen konnte, bleibt indes unklar.

„Das Verbot der Grauen Wölfe hat höchste Priorität“

Fakt ist: Die Grauen Wölfe sind, wenn auch nicht in ihrer Gesamtheit, gefährlich. In Frankreich wurden sie bereits verboten. In Deutschland ist ein Verbot umstritten, obwohl mehrere Fraktionen eins fordern (DTJ-

10 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Flüchtlinge

Wie Geflüchtete aus der Türkei Geflüchteten aus der Ukraine helfen

von Fremdeninfo 9 März 2022
von Fremdeninfo

Wie Geflüchtete aus der Türkei Geflüchteten aus der Ukraine helfen 

Von

dtj-online

–

07.03.2022

 
 
 
„Geflüchtete helfen Geflüchteten.“ title=“flüchtlingshilfe ukraine“ width=“696″ height=“522″>
Die meisten türkischen Geflüchteten können sich in die Lage der Hilfesuchenden aus der Ukraine hineinversetzen und wollen schnelle Hilfe leisten. Foto: Privat

Es ist gar nicht mal so lange her, dass sie selbst ihr Heimatland verlassen mussten und Zuflucht in der Bundesrepublik fanden. Heute haben sich die meisten türkischen Flüchtlinge eingelebt und unterstützen nun ihrerseits Hilfesuchende aus der Ukraine.

Es waren schwere Zeiten, die Anhänger der Hizmet-Bewegung (auch bekannt als Gülen-Bewegung) insbesondere nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 in der Türkei durchleben mussten. Viele hatten nicht nur ihre Jobs verloren, sondern teilweise ihr ganzes Hab und Gut, sogar Freunde und Familienmitglieder hatten sich von ihnen abgewandt. Ihnen wurden Vorwürfe gemacht, die wenig oder gar keine Anhaltspunkte boten. Nicht wenige wurden inhaftiert, teilweise sogar gefoltert. Die türkischen Behörden äußern sich dazu nicht oder weisen die Vorwürfe zurück.

Wer sich auf den Rechtsstaat berufen wollte, wurde enttäuscht. Faire Gerichtsverfahren waren und sind aufgrund der starken Politisierung und der fehlenden Unabhängigkeit der Justiz nicht mehr möglich. Deshalb hatten sie keine andere Wahl und verließen das Land, wobei einige dabei ihr Leben verloren.

„Sie wollen jetzt etwas zurückgeben“

Der Großteil der Geflüchteten kam nach Deutschland und spricht mittlerweile auf einem sehr guten Niveau deutsch. Sie haben Jobs gefunden, sind Gründer:innen. Ihre Existenzgrundlage in Deutschland ist aufgebaut, sie führen ein den Umständen entsprechendes „normales Leben“.

„Viele dieser Menschen haben sofort gefragt, was sie tun können und haben schnelle Hilfe organisiert“, sagt Ercan Karakoyun, Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung, die Ansprechpartner für die Hizmet-Bewegung in Deutschland ist. Dem DTJ sagte er, dass es für Menschen aus der Bewegung selbstverständlich sei, jetzt den Geflüchteten aus der Ukraine zu helfen. Karakoyun weiter: „Viele der Menschen, die jetzt helfen, waren bis vor wenigen Monaten selbst Geflüchtete aus der Türkei. Sie haben hier eine Heimat gefunden und wollen jetzt etwas zurückgeben.“

Auch deutsche Hizmet-Vereine aktiv in der Ukraine-Hilfe

Aber nicht nur die Flüchtlinge selbst, sondern auch die bereits seit Jahrzehnten in Deutschland ansässigen Organisationen der Hizmet-Bewegung wie beispielsweise Schulen, Kulturzentren sowie eine Vielzahl weiterer Vereine beteiligen sich an den Hilfsaktionen. So haben die „IBEB Wilhelmstadtschulen“ aus Berlin gemeinsam mit der „Mosaik Grundschule“, der Kita „Kinderparadies“, der Hilfsorganisation „Time to Help e. V.“ und dem Verein für Geflüchtete „Aktion für Flüchtlingshilfe e. V.“ Essenspakete für ukrainische Geflüchtete am Berliner Hauptbahnhof vorbereitet. Dort wurden die Pakete an das zentrale Verteilerzentrum übergeben. Für die kommenden Tage und Wochen sind auch Kleider- sowie Hygieneartikel-Spenden geplant.

Die einstigen Geflüchteten packen tatkräftig an. Foto: Privat

Man werde sich auch am Nothilfeprogramm des Deutschen Roten Kreuzes beteiligen, wie „Time to Help e.V.“ auf ihrer Webseite schreibt. „Clavis e. V.“, ein weiterer, in Velbert ansässiger Verein aus dem Hizmet-Netzwerk, veranstaltete in Kooperation mit der evangelischen Allianz und der „Partnerschaft Christlicher Kirchen Velbert“ eine Kundgebung mit einem anschließenden Friedensgebet. Der „Bund Deutscher Dialog Institutionen“ (BDDI) organisierte am gestrigen Abend ein Friedensgebet über „Zoom“, das auf eine hohe Resonanz stieß.

9 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Fest an Privatschule: Schüler singen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“

    23 Juli 2026
  • Aggressives Verhalten von Sicherheitskräften gegenüber Medienvertreter in der Hannoveraner Niki-de-Saint-Phalle-Promenade

    23 Juli 2026
  • Trotz heftiger Kritik haben Bundestag und Bundesrat das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung verabschiedet. Die erste größere Reform der schwarz-roten Koalition ist damit beschlossen

    22 Juli 2026
  • 10 Jahre nach dem rassistischen Anschlag von München: Rechte Gewalt bleibt Alltag in Deutschland

    22 Juli 2026
  • Jugendamt und Migrantenfamilien

    22 Juli 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Fest an Privatschule: Schüler singen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“

23 Juli 2026

Neueste Artikel

Bakırhan: Wir wollen die gleichen Rechte haben
30 Oktober 2025
Das falsche Signal“: SPD und Grüne kritisieren Merz-Auftritt bei Erdogan
30 Oktober 2025
Als ich lernte, meine Stimme zu erheben
30 Oktober 2025

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung