• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

EU-Bericht: Italien blockiert Rücknahme von Asylbewerbern

16 Juli 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Asyl-Verschärfung: In Großbritannien zu bleiben, wird für alle Ausländer schwere

14 Juli 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Prämien für Rückkehrer: Poseck für regelmäßige Abschiebeflüge nach Syrien

13 Juli 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Mehr als eine Million Migranten beantragen rechtlichen Status in Spanien

12 Juli 2026 0 Kommentare
AllgemeinFlüchtlinge

Güler will in Syrien für „inklusiven Transitionsprozess“ werbenSerap

15 Juni 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Das neue europäische Asylrecht

13 Juni 2026 0 Kommentare
Information

Nach Haft in Kırşehir: Bochumer Pizzabäcker wieder daheim

von Fremdeninfo 11 April 2022
von Fremdeninfo

Nach Haft in Kırşehir: Bochumer Pizzabäcker wieder daheim

Von

dtj-online

–

06.04.2022

 
 

 
„>
Archivfoto: Wegen kritischer Tweets wurde ein Bochumer in der Türkei zu einer Haftstrafe verurteilt – doch nach einem erfolgreichen Einspruch hat Mahmut Güneş nun das Gefängnis verlassen. Jetzt ist er nach Deutschland geflüchtet. Foto: freemahmut.info

Ein Bochumer, der im Herbst 2021 in der Türkei wegen Terrorpropaganda verurteilt und inhaftiert war, ist wieder in Deutschland.

Der Bundestagsabgeordnete Max Lucks (Grüne) aus Bochum, der mit vielen anderen für die Freilassung von Mahmut Güneş gekämpft hatte, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: „Ich freue mich nach Monaten des Einsatzes, aber auch Bangens mit den Freunden und der Familie von Mahmut Güneş, dass er nun endlich wieder seine Kinder in Bochum in den Arm nehmen kann.“

Zuvor hatte der WDR über die Rückkehr des Familienvaters berichtet, der nach rund acht Monaten in der Türkei am Montagabend am Flughafen Dortmund angekommen sei. Er sei zwar im vergangenen November vorzeitig aus der Haft entlassen worden, habe die Türkei aber nicht verlassen dürfen und sei nun über Bulgarien geflohen.

Pizzabäcker aus Zentralanatolien

Der türkeistämmige Pizzabäcker mit deutschem Pass war im Oktober 2021 im zentralanatolischen Kırşehir zu zwei Jahren, neun Monaten und 22 Tagen Haft verurteilt worden. Hintergrund des Verfahrens waren Twitter-Nachrichten.

Das Gericht hatte Güneş nach damaligen Angaben seiner Anwältin Berfin Arslan für Mitteilungen in sozialen Medien verurteilt, ohne beweisen zu können, dass es sich um sein Profil handelte. Güneş bestritt, Eigentümer des von der Anklage zitierten Twitter-Accounts zu sein. Der Bochumer war bei seiner Einreise in die Türkei im Sommer 2021 festgenommen worden.

dpa/dtj

11 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Frauen

Was Frauen heute wollen? Die Weltherrschaft und noch vieles mehr!

von Fremdeninfo 9 April 2022
von Fremdeninfo

 

Von Hilal Deniz

 

Was Frauen heute wollen? Die Weltherrschaft und noch vieles mehr!

„>
Eine Frau reckt ihre rechte Faust nach oben. Quelle: Miguel Bruna/Unsplash

Es muss sich damals schon fast wie ein Quantensprung angefühlt haben, wenn man bedenkt, dass Frauen noch vor etwa einhundert Jahren in Deutschland nicht wählen durften. Ein Studium für Frauen war erst ab dem 29. Februar 1900 im Studiengang Philosophie möglich, und zwar in Heidelberg. Dennoch waren wir zu diesem Zeitpunkt im europäischen Raum das Schlusslicht unter den Ländern, die Frauen den Zugang zur Universität erlaubten.

Wie sieht die Situation an den deutschen Unis heute, 122 Jahre danach aus? Erfreulich ist, dass es viele Studentinnen und ebenso viele Absolventinnen gibt, in manchen Studiengängen sogar mehr als männliche Kommilitonen. Doch richtet man den Blick auf den Frauenanteil bei der Besetzung von Professuren, kehrt Ernüchterung ein. Während in den vergangenen 30 Jahren der Anteil der Studentinnen stetig anstieg und 2019 bereits bei 49,3% lag, so sind lediglich 25% aller Lehrstühle von Professorinnen besetzt.

Sicherlich können wir heute am Weltfrauentag festhalten, dass wir schon viel geschafft haben und es kein Vergleich zu früher ist. Aber gerade heute müssen wir mal ehrlich sein und auch das noch nicht Erreichte beim Namen nennen dürfen, ohne gleich als recht- und machthaberisch, oder gar wie Freud es benannte, als „hysterisch“ abgestempelt zu werden. Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach kommt in ihrem Buch „Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit“ zum Schluss, dass Frauen heute so viele Entscheidungsmöglichkeiten wie noch nie hätten, gleichzeitig aber auch so erschöpft seien wie noch nie zuvor.

Erwartungshaltung an Frauen grenzt an Wahnsinn und Folter

Die Erwartungshaltung an Frauen – permanente Verfügbarkeit, Perfektion, Fruchtbarkeit in Produktion und Reproduktion, in Kombination mit weiblicher Fürsorglichkeit – grenzt an Wahnsinn, ja an Folter. Viele Frauen zerbrechen an der Work-Life-Family-Balance-Challenge. Ob in Familie, Beruf oder Freundschaften – für Harmonie, Ästhetik, Wohlgefühl und vieles mehr scheint nur die Frau verantwortlich zu sein. Dass weder in kapitalistischen noch in antikapitalistischen Systemen für diese Leistungen eine Entlohnung eingeplant ist, stört offenbar nur die wenigsten. Diese allgegenwärtigen Ansprüche, so Schutzbach, treiben Frauen in die Erschöpfung.

Dabei sind viele Frauen schon so weit über sich selbst hinausgewachsen, dass man diese nie mehr wieder „kleinhalten“ oder gar „wegdenken“ kann. Denken wir nur kurz an die Ära Merkel, die ja noch nicht so lange her ist – egal ob für oder gegen, am Ende waren alle ein wenig verängstigt und unsicher wegen dem, was nun nach Merkel kommen würde. Diese Frau hatte es geschafft, dass ein Gefühl der Beständigkeit und Sicherheit entsteht. Als die einstige Kanzlerin 2019 beim Besuch des ukrainischen Präsidenten plötzlich anfing, am ganzen Körper zu zittern, überfiel viele neben der Sorge um die Kanzlerin auch Angst um ihr politisches Wirken, was alle Bürger:innen der Bundesrepublik betroffen hätte. Sie hielt tapfer durch, aber zog sich zurück und verzichtete auf den historischen Eintrag als am längsten amtierende Kanzlerin.

Vielleicht ist dies der entscheidende Unterschied zwischen Frauen und Männern in der demokratischen Politik: Frauen können auch irgendwann aufhören und wissen trotzdem noch etwas mit sich anzufangen, Männer hingegen sind häufig geneigt, wie Isildur aus „Herr der Ringe“, den Ring nicht in den Schicksalsberg Mordor hineinzuwerfen. Am Beispiel von Putin und Co. können wir die heutigen Variationen von Isildurs Erben sehen – die Macht an sich zu reißen und auf Biegen und Brechen nicht teilen oder gar abgeben zu wollen, das ist der politische Irrweg, den alle Narren der Macht leider gehen.

Exzellenz ja, Aufstieg – lieber nein

Wir können heute Mädchen und Frauen nicht auf ein exzellentes Niveau heben, ihnen den Traum von unendlichen Möglichkeiten und Gleichberechtigung vorgaukeln und dann gleichzeitig erwarten, dass sie gerade in Wissenschaft und Politik bitte nicht so eindringlich und aktiv sind. Stellen wir uns doch bitte mal vor, Dr. Özlem Türeci hätte genau das gemacht? Wo ständen wir denn heute ohne den Impfstoff? Man möge sich all die Erfindungen und Entdeckungen von Frauen vergegenwärtigen, die heute für das WLAN, die Medizin und die Technik so essenziell sind. Frauen sind längst in Wissenschaft und Forschung unentbehrlich!

Kristina Lunz beschreibt in ihrem neu erschienenen Buch „Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch. Wie globale Krisen gelöst werden müssen“ eine neue Perspektive auf die Politik. Lunz macht deutlich, welche katastrophalen Auswirkungen männliche, westliche und hegemoniale Dominanz auf die gesamte Welt haben und wie dadurch Bedürfnisse von Frauen und Minderheiten weltweit ignoriert werden. Als Politikwissenschaftlerin und Aktivistin im „Feminist Foreign Policy Center“ ist die Autorin vom Fach. Sie möchte einen Paradigmenwechsel einleiten, bei dem Machtgebaren und militärische Muskelspiele in Mediation und Friedensverhandlungen umgewandelt werden. Realpolitik soll gegen Utopien ausgetauscht werden. So könne das Gegeneinander der Nationen endlich abgelöst werden, und alle könnten in größerer Sicherheit und mit weniger Konflikten leben. Man stelle sich vor, Putin hätte nach diesen Strategien gehandelt. Der Ukraine-Krieg wäre wohl in weiter Ferne und gar keine Option.

Nun, es gibt weltweit leider nicht viele Beispiele des Matriarchats, dafür umso mehr katastrophale Exempel des Patriarchats, sodass sich ein Vergleich eigentlich erübrigt. Fakt ist, dass die globalen Klima- und Hungerkrisen, Fluchtwellen und Kriege nahezu ausschließlich auf fehlgeleiteter männlicher Politik fußen, in der Konsequenz allerdings keinerlei Unterschiede zwischen Religion, Ethnie und Geschlecht machen. Wir haben also nichts zu verlieren, wenn wir die Option nutzen, auch mal Frauen ins Boot zu holen und auf ihre Ideen und Vorschläge zu hören. Mehr noch – vielleicht haben wir also auch wirklich nur gemeinsam eine realistische Chance, Nachhaltigkeit einzubringen und gemeinsam für Frieden zu sorgen, für all jene, die nach uns auf dieser wunderschönen Erde leben werden, egal ob Mann oder Frau.

Hilal Akdeniz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Dialog und Bildung. Die gebürtige Augsburgerin ist Soziologin und forscht zu den Themenkomplexen Flucht, Migration und Gender. Zu ihren Aufgabenbereichen in der Stiftung zählen die Betreuung von wissenschaftlichen Publikationen und die Engagementförderung

9 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Rassismus

Militant und gefährlich: Dutzende Ermittlungen und Haftbefehle gegen Rechtsextreme Von dtj-online – 07.04.2022

von Fremdeninfo 8 April 2022
von Fremdeninfo

a

Militant und gefährlich: Dutzende Ermittlungen und Haftbefehle gegen Rechtsextreme

Von

dtj-online

–

07.04.2022

 

  Baden-Württemberg, Karlsruhe: In der Außenstelle des Bundesgerichtshof (BGH) halten sich vermummte Polizisten auf. Bei bundesweiten Razzien gegen Rechtsextreme wurden vier Personen aus dem Umfeld einer Eisenacher Kampfsportgruppe festgenommen. Foto: Uli Dec

Es ist ein großer Schlag gegen die rechte Szene: Gestern liefen Durchsuchungen in elf Bundesländern mit Dutzenden Beschuldigten. Im Zentrum steht eine Eisenacher Kampfsportgruppe.

Nach den bundesweiten Razzien gegen mehrere rechtsextremistische Gruppierungen hat der Bundesgerichtshof die Haftbefehle gegen vier mutmaßliche Rechtsextremisten in Vollzug gesetzt. Das teilte das Gericht am Donnerstag in Karlsruhe mit. Die Männer waren am Mittwoch bei einem großangelegten Schlag gegen die militante Neonazi-Szene festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden. Sie sollen im thüringischen Eisenach junge Männer für den Straßenkampf rekrutiert und trainiert haben. Es hatten bereits Haftbefehle vorgelegen.

Insgesamt waren mehr als 800 Polizisten zu mehr als 60 Durchsuchungen in elf Bundesländern ausgeschwärmt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben gegen 50 mutmaßliche Rechtsextremisten.

Den vier Deutschen wird Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Einer von ihnen soll der mutmaßliche Gründer der Eisenacher Neonazi-Kampfsportgruppe „Knockout 51“ sein.

„Knockout 51“

Die Kampfsportgruppe trat nach Erkenntnissen des Thüringer Verfassungsschutzes erstmals im Jahr 2019 in sozialen Medien öffentlich in Erscheinung, wie aus dem Thüringer Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2020 hervorgeht. Hauptprotagonisten seien mitunter langjährige Rechtsextremisten aus dem Raum Eisenach. Die Zahl 51 könnte laut Verfassungsschutz für die Buchstaben E und A im Alphabet stehen – und damit für Eisenachs Kürzel auf Autokennzeichen, EA.

Offenbar scheint es eine Verbindung zur NPD zu geben, denn laut Verfassungsschutzbericht nutzte „Knockout 51“ für Trainings immer wieder Räume im Eisenacher „Flieder Volkshaus“) – der Zentrale der Thüringer NPD.

Im Kampfsport verbreitet

Kampfsport habe für die rechtsextreme Szene in Thüringen in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, schreibt der Landesverfassungsschutz in seinem Bericht. Neben der rechtsextremistischen Musikkultur habe sich Kampfsport „zu einem wesentlichen Element des erlebnisorientierten rechtsextremistischen Lebensstils herausgebildet“.

Laut Generalbundesanwaltschaft sollen die Mitglieder von „Knockout 51“ in Eisenach versucht haben, einen „Nazi-Kiez“ zu schaffen „und sich dort als bestimmende Ordnungsmacht zu etablieren“.

„Combat 18“

Der Thüringer Verfassungsschutz hat neben „Knockout 51“ auch die Gruppierung „Combat 18“ schon seit Jahren im Blick. Die Gruppierung galt Beobachtern zufolge lange als der bewaffnete Arm des schon seit langem verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks. „Combat 18“ wurde im Jahr 2020 verboten. Damals fanden auch Durchsuchungen in Eisenach und bei Erfurt statt. Nach Angaben des Thüringer Verfassungsschutzes agierte „Combat 18“ europaweit. Gegründet wurde die Gruppierung demnach im Jahr 1992 in Großbritannien. „Combat 18“ stehe für „Kampfgruppe Adolf Hitler“. Die Führungsfigur der Gruppierung, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2020, sei zuletzt in Thüringen ansässig gewesen, ebenso wie sein Stellvertreter.

Im Zusammenhang mit der verbotenen „Combat 18“-Gruppierung werden nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft vom Mittwoch 21 Menschen aus ganz Deutschland verdächtigt, trotz des Verbots von „Combat 18“ den „organisatorischen Zusammenhalt im Geheimen als Rädelsführer aufrechterhalten zu haben“.

dpa/dtj

8 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Religion

Reaktionen und Botschaften aus der Politik zum Ramadan

von Fremdeninfo 6 April 2022
von Fremdeninfo

a

Reaktionen und Botschaften aus der Politik zum Ramadan

Von

Murat Gökmen

–

03.04.2022

 

 

>

=“Baerbock besucht Erstaufnahmeeinrichtung“
28.03.2022, Brandenburg, Eisenhüttenstadt: Annalena Baerbock (l, Bündnis 90/Die Grünen), Bundesaußenministerin, spricht mit einer geflüchteten Frau, die mit ihren Kindern in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber lebt. Foto: Annette Riedl/dpa

Gestern hat der für Muslime heilige Fastenmonat Ramadan begonnen. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang verzichten sie in den nächsten vier Wochen auf Essen, Trinken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und versuchen darüber hinaus, innezuhalten, den Koran zu rezitieren und Spenden zu tätigen. Zahlreiche Politikerinnen und Politiker aus Deutschland sandten anlässlich des Ramadans Grußbotschaften.

Große Resonanz in der muslimischen Community fand insbesondere der Videobeitrag von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Bündnis ’90/Die Grünen). Über den Twitter-Kanal des Auswärtigen Amtes wünschte sie allen Musliminnen und Muslimen weltweit einen gesegneten Ramadan. „Gerade in Zeiten, wo viele Menschen Sorgen haben vor Krieg und Gewalt, ist ein Monat des Innehaltens, der Versöhnung und des Miteinanders wichtiger denn je“, unterstrich die Ministerin.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (beide SPD) ließen es sich nicht nehmen, ihre besten Wünsche anlässlich der muslimischen Fastenzeit zu äußern. Der Kanzler wünschte den Fastenden „eine besinnungsreiche Zeit und viel Freude im Kreise Ihrer Familien“. Das von Cem Özdemir geleitete Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft setzte ebenfalls einen Tweet ab – passend zu den türkischen Wurzeln des Ministers versehen mit einem Foto, auf dem ein Glas türkisches Tee zu sehen ist.

Von den oppositionellen Parteien kamen von der CDU und den Linken Grußbotschaften. Deren Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler äußerte sich auch in türkischer Sprache. Versehen waren viele der Tweets mit den Hashtags #RamadanKareem sowie #RamadanMubarak.

AfD sieht Zusammenhang zwischen Ende der Corona-Maßnahmen und Ramadan

Vertreter der für ihre rechtspopulistischen und islamfeindlichen Positionen bekannten Alternative für Deutschland äußerten sich ebenfalls in den letzten beiden Tagen. Allerdings weniger wohlwollend, sondern wie gewohnt ablehnend und verschwörungstheoretisch.

Einige von ihnen sahen gar einen Zusammenhang zwischen dem Beginn des Fastenmonats und dem weitgehenden Ende der Corona-Maßnahmen – wofür sich die AfD übrigens seit Wochen und Monaten vehement eingesetzt hatte.

6 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Netflix-Serie zu Minderheiten in der Türkei: Pogrom, Vertreibung, Flucht

von Fremdeninfo 2 April 2022
von Fremdeninfo

Netflix-Serie zu Minderheiten in der Türkei: Pogrom, Vertreibung, Flucht

Von

dtj-online

–

16.01.2022

 
 
 

 1;“>

 
>
Mutter Matilda Aseo (Gökçe Bahadir, r) und ihre Tochter Rasel Aseo (Asude Kalebek) in einer Szene der Netflix-Serie „Der Club“ (undatierte Aufnahme). Foto: Netflix/dpa

Das türkische Historiendrama The Club (Kulüp) von Netflix behandelt Themen der 50er Jahre am Beispiel der sephardischen Jüdinnen Matilda und Rasel, ihrer Tochter.

Istanbul in den 1950er Jahren: Pera ist ein Schmelztiegel, jüdische, armenische und griechische Istanbuler prägen den Stadtteil. Doch die Ressentiments gegen Nicht-Muslime erstarken. Zwei von ihnen sind die sephardischen Jüdinnen Matilda und ihre Tochter Rasel, die Protagonistinnen der Netflix-Serie „Der Club“. Nun ist die zweite Staffel erschienen, in der thematisiert wird, was sonst nur selten in der türkischen Öffentlichkeit Platz findet.

In der Türkei hat die Serie nicht nur großen Erfolg, sondern auch viele Diskussionen angeregt. Es geht zum Beispiel um das September-Pogrom von 1955. Türkische Nationalisten griffen damals Juden, Armenier und Griechen sowie deren Einrichtungen an, es gab Tote, Dutzende Frauen erstatteten Anzeige wegen Vergewaltigung.

Aufnahmeland Türkei?

„Das sind Themen, die in türkischen Schulbüchern nicht vorkommen“, sagt Özgür Kaymak, die seit Jahren zu griechischen, armenischen und jüdischen Communities in Istanbul forscht. Mit „Der Club“ würden diese politisch und kulturell erstmals in einem derartig mächtigen Medium wie Netflix Platz finden und als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft gezeigt.

Die Türkei habe sich zwar immer als tolerantes Aufnahmeland für Juden präsentiert (etwa vor und während des Zweiten Weltkriegs und im 15. Jahrhundert zu osmanischer Zeit), tatsächlich aber jahrelang eine scharfe Ausgrenzungspolitik gegen Minderheiten betrieben, sagt Corry Guttstadt. Sie ist Turkologin und unter anderem Autorin eines Buches über Migrationsgeschichten türkischer Juden im 20. Jahrhundert.

Hohe Vermögenssteuer nur für Nicht-Muslime

Das von Hetze gegen Minderheiten begleitete Thrakien-Pogrom 1934 gegen die jüdische Bevölkerung resultierte etwa in der Vertreibung Tausender Menschen. Ab 1941 wurden nicht-muslimische Bürger zu Zwangsmilitärdiensten auf unbestimmte Zeit rekrutiert. Ab 1943 mussten dann nur Nicht-Muslime eine teilweise horrende Vermögenssteuer zahlen, die für viele den finanziellen Ruin bedeutete.

In der Serie etwa werden der Vater und der Bruder von Matilda in ein Arbeitslager geschickt, weil sie die Steuer nicht zahlen können. „Bis Ende des Zweiten Weltkriegs lebten etwa 70.000 Juden in der Türkei“, sagt Guttstadt. Als Resultat der gegen sie gerichteten Politik habe mehr als die Hälfte mit der Staatsgründung Israels das Land verlassen.

Jüdische Herkunft sehr selten sichtbar

Die sogenannte Türkisierungspolitik spiegelt die Serie unverblümt wieder. So gibt der Besitzer des Clubs, der der Serie ihren Namen gibt, mit zunehmendem Erfolg auch immer mehr dem Druck türkischer Autoritäten nach, nur „echte“ Türken einzustellen und andere zu entlassen.

Juden, die die Türkei nicht verließen, hätten sich bemüht, nicht aufzufallen, sagt Kaymak. Auch viele der heute noch in der Türkei lebenden knapp 16.000 Juden und Jüdinnen würden weiterhin vermeiden, in der Öffentlichkeit als solche erkannt zu werden. Namen würden abgeändert und religiöse Symbole versteckt.

In der Drama-Serie „Der Club“ gelingt es, die Realitäten einer häufig ignorierten Geschichte auf die Bildschirme etlicher Menschen zu bringen. „Das braucht Mut, wenn man an das politische Klima in der Türkei denkt“, sagt Kaymak. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Fast das gesamte 20. Jahrhundert war von gegenseitigen Feindseligkeiten im einstigen Vielvölkerstaat des Osmanischen Reiches geprägt. Darunter litten nicht nur die Minderheiten in der Türkei, sondern auch viele einst aus Anatolien ausgewanderte Muslime auf dem Balkan, die vertrieben oder massakriert wurden.

dpa/dtj

2 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Neues Wahlgesetz in der Türkei: AKP und MHP bringen Vorschlag durch

von Fremdeninfo 2 April 2022
von Fremdeninfo

Neues Wahlgesetz in der Türkei: AKP und MHP bringen Vorschlag durch

Von

dtj-online

–

01.04.2022

 
 

 
Eine AKP-Abgeordnete kündigte mit diesem Foto die Verabschiedung des neuen Gesetzes an. Foto: twitter/zyildiz_

Das türkische Parlament hat ein neues Wahlgesetz verabschiedet. Die nächsten Wahlen werden anders ablaufen als die bisherigen.

Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für die Regelung, die unter anderem die Absenkung der Sperrklausel für Parteien von zehn auf sieben Prozent vorsieht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag meldete. Der Gesetzesvorschlag wurde von der regierenden islamisch-konservativen AKP und ihrem Bündnispartner, der ultranationalistischen MHP, eingereicht. Gemeinsam haben sie eine absolute Mehrheit im Parlament.

Anwendung kann das Gesetz erst nach einem Jahr finden. Die nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sind im Juni 2023 geplant.

Opposition fühlt sich angegriffen

„Mit dem Gesetz erhofft sich die Regierung eine Auflösung der Zusammenarbeit von sechs Oppositionsparteien“, sagte Mustafa Yeneroğlu von der oppositionellen Deva-Partei der Deutschen Presse-Agentur. Andere Beobachter vermuten, die Opposition könne die neue Regelung auch zu ihrem Vorteil nutzen. Die Regierung argumentiert, das neue Gesetz gewährleiste eine fairere Repräsentation.

Zuletzt hatten sich sechs türkische Oppositionsparteien auf eine Strategie zur Ablösung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan verständigt und ein gemeinsames Grundsatzprogramm veröffentlicht. Beobachter gingen bisher davon aus, dass die Parteien sich zu einem Bündnis zusammenschließen und einen gemeinsamen Kandidaten für die 2023 geplanten Wahlen aufstellen. Das Bündnis setzt sich unter anderem zusammen aus der größten Oppositionspartei CHP, der nationalkonservativen Iyi-Partei und der Deva-Partei. Die HDP hingegen fehlt in dem Verbund.

dpa/dtj

 

2 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

Hinrichtung“: Lebenslang für Doppelmord von Espelkamp

von Fremdeninfo 2 April 2022
von Fremdeninfo

Hinrichtung“: Lebenslang für Doppelmord von Espelkamp

Von

dtj-online/dpa

–

31.03.2022

 
 

 
„Prozess wegen zweifachen Mordes in Bielefeld“
Der Angeklagte (l.) im Gerichtssaal. Er soll Mitte Juni 2021 in Espelkamp zuerst den Bruder seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau und dann auch sie getötet haben. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Schüsse im Haus, dann auf der Straße. Eine Frau schreit um Hilfe. Vor dem Landgericht Bielefeld ging es am Mittwoch um den Doppelmord von Espelkamp im Sommer 2021. Der Vorsitzende Richter schilderte die Tat wie eine Hinrichtung.

Hinrichtung, Rache, Doppelmord und eine Motivlage, für die jedes menschliche Verständnis fehle. Georg Zimmermann, Vorsitzender Richter am Landgericht Bielefeld, sparte in seiner Urteilsbegründung nicht mit drastischen Worten. Gerade hatte er das Urteil im Doppelmord von Espelkamp verkündet: Lebenslang für den 53-jährigen Angeklagten.

Aber dabei blieb es nicht. Zimmermann stellte auch noch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis ist das aber so gut wie ausgeschlossen. Dafür aber sei nicht die Zahl der Morde entscheidend, erläuterte er.

Strafe für Wunsch nach Unabhängigkeit?

Bei der Bewertung gehe es um die Art der Taten. „Sie haben ihre Frau für den Wunsch bestraft, unabhängig zu sein. Und zwar berechnend, gut vorbereitet und mit einer Hinrichtung auf offener Straße“, sagte Zimmermann in Richtung des gerade Verurteilten.

Der schmächtig wirkende Mann in Jeans, blauem Pulli und dunkler Jacke hatte das Urteil zuvor regungslos aufgenommen. Bundesweit hatte die Tat für Aufsehen gesorgt, weil der 53-Jährige im Juni 2021 zuerst seinen Schwager und dann seine flüchtende Frau auf der Straße mit mehreren Schüssen getötet hatte.

Verzweiflung statt Habgier

Anschließend fahndete ein großes Polizeiaufgebot nach dem Mann. Spezialkräfte nahmen ihn am Abend an einem See in der Nähe von Diepenau in Niedersachsen fest. Der Mann mit türkischer Staatsbürgerschaft hatte zum Prozessauftakt die Taten eingestanden. Sie seien im Juni 2021 aber nicht aus Habgier geschehen, sondern aus Verzweiflung.

Im Lauf des Verfahrens war die Staatsanwaltschaft allerdings vom finanziellen Motiv selbst abgerückt. Am Ende lautete der Vorwurf Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Dem schloss sich das Landgericht an. Die vom Verteidiger zum Prozessauftakt verlesene Erklärung zum Geschehen sei widerlegt worden.

Ehe ging 2015 in die Brüche

„Das waren taktische Formulierungen mit wenig Überzeugungskraft“, sagte Zimmermann. Die Ehe der beiden hatte schon vor Jahren einen schweren Knacks bekommen. Der 53-Jährige hatte eine Affäre, dann rauften sich die beiden wieder zusammen. Auch, nachdem er mit einem Suizid gedroht hatte. 2015 war die Ehe endgültig zerbrochen.

Die 51-Jährige hatte sich in einen Mann in Istanbul verliebt. Sie zog von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen in das Haus in Espelkamp. Ihr Mann aber wollte das nicht akzeptieren. Er stalkte sie immer wieder, suchte das Gespräch, einmal musste die Polizei eingreifen.

Hinterhalt, zahlreiche Blutspuren, Mord

Anders als vom 53-Jährigen geschildert, war die Tat im Sommer 2021 nach Überzeugung des Gerichts aber nicht aus dem Ruder gelaufen. Er habe eine Stunde lang mit Hilfe eines Nachschlüssels im Haus auf seine Frau gewartet und einen Hinterhalt vorbereitet. Das habe die Auswertung der Handydaten ergeben.

Auch die zahlreichen Blutspuren im Haus – zum Beispiel hinter einer Tür – zeige einen anderen Tatverlauf auf als behauptet. „Und Sie hätten ihren Schwager nicht töten müssen, um den Mord an ihrer Frau zu ermöglichen. Er war ja nach dem ersten Schuss bereits verletzt“, begründete Zimmermann den Vorwurf Mord aus Heimtücke.

Dass bei den Schüssen auf die Ehefrau nicht noch ein Unbeteiligter getroffen wurde, sei purer Zufall gewesen. Die 51-Jährige war auf die Straße geflüchtet und hatte bei Nachbarn geklingelt und um Hilfe geschrien. Eine Frau wollte gerade ihre Tür öffnen, als die Schüsse fielen.

Himmel und Hölle

Wie uneinsichtig er sei, habe er noch in seinem letzten Worten am vorletzten Prozesstag geäußert, als er den Opfern im Beisein der erwachsenen Kindern, die als Nebenkläger auftraten, noch die Verantwortung zuschob, wie Zimmermann sagte.

Direkt nach der Tat hatte er gegenüber Freunden und Verwandten am Telefon geäußert, dass er in den Himmel und die Opfer in die Hölle kämen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte kann eine Überprüfung (Revision) durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beantragen.

dpa/dtj

2 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Information

„Hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“: Immer mehr Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte in Hannove

von Fremdeninfo 1 April 2022
von Fremdeninfo

HAZ

von Manuel Behrens und Peer Hellerring

 

Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte: Mehr Straftaten in Hannover

Kriminalstatistik 2021
 

„Hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“: Immer mehr Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte in Hannover

                                    
 
 

Die Straftaten gegenüber Polizistinnen und Polizisten nehmen zu, wie auch die Anfeindungen gegenüber Rettungskräften. Das geht aus der Kriminalstatistik 2021 der Polizei Hannover hervor. Auch zu den Tatverdächtigen liegen genaue Daten vor

 Hannover.Die Polizeidirektion hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Anstieg von Angriffen gegen Beamtinnen und Beamte verzeichnet. Auch Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Politikerinnen und Politiker sowie andere Amts- und Mandatstragende waren häufiger Opfer von Anfeindungen.
 
 

Wie aus der Kriminalstatistik 2021 für Hannover hervorgeht, ist die Zahl der Straftaten gegen Polizistinnen und Polizisten um fast ein Fünftel (19,92 Prozent) gegenüber 2020 angestiegen. In absoluten Zahlen ist ein deutliche Anstieg etwaiger Straftaten in den vergangenen fünf Jahren erkennbar: 2017 gab es 671 Fälle, 2018 dann 694 Fälle, 2019 bereits 732 Fälle, 2020 waren es 788 Straftaten und im vergangenen Jahr sogar “

„Hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“

Dabei fehlten klassische Einsatzfelder, bei denen es sonst immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt: Durch Corona gab es in den vergangenen beiden Jahren so gut wie keine Großevents wie Fußballspiele, Volksfeste oder Konzerte. Aber: „Es gibt derzeit ein hohes Konfliktpotenzial auf der Straße“, sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe.

 
 

Doch nicht nur in der Öffentlichkeit müssen die Beamten mit Angriffen rechnen: Auf Platz 2 folgen demnach Einsätze wegen häuslicher Gewalt, bei denen sich die vorhandene Aggression durchaus auch in Richtung der Ermittler entlädt. Dahinter rangieren bereits Attacken auf dem Revier – beispielsweise, wenn Verdächtige mit einer Durchsuchung nicht einverstanden sind.

1605 Polizisten waren Opfer von Gewalt

87 Prozent der Fälle 2021 machten der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und der tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte aus. Fahrlässige, einfache, gefährliche oder schwere Körperverletzungen lagen in 26 Fällen vor (2020: 24). 91-mal wurden die Beamtinnen und Beamte genötigt oder bedroht (2020: 36). Versuchte Tötungsdelikte gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und –beamte wurden 2021 nicht verzeichnet.

                                     >Die Polizei war auch in 2021 unter anderem mit der Durchsetzung von Corona-Regeln beschäftigt.

Die Polizei war auch in 2021 unter anderem mit der Durchsetzung von Corona-Regeln beschäftigt.

© Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

1605 Polizeibeamtinnen und -beamte waren 2021 Opfer von Gewalttaten. Davon waren 74,1 Prozent männlich und 51,01 Prozent zwischen 21 und 30 Jahren alt. Etwa drei Viertel waren zur Tatzeit im Streifendienst oder den Einsatzeinheiten tätig. „Angriffe auf Repräsentanten des Staates sind Angriffe auf uns alle und dürfen nicht als vermeintlich erforderliches Mittel zur Meinungsäußerung gerechtfertigt werden und sind entschieden zu verurteilen“, sagt Kluwe zu der Zunahme. „Da müssen wir gegenhalten.“

 
 

84 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer

Zu den Tatverdächtigen liegen ebenfalls genaue Daten vor. 84 Prozent waren männlich, deutsch (64,2 Prozent) und zwischen 25 und 50 Jahren alt (58,3 Prozent). Sie handelten in der Regel allein (95,1 Prozent). Besonders auffällig ist, dass knapp über die Hälfte der Tatverdächtigen unter dem Einfluss von Alkohol stand (50,3 Prozent). Und: Die kontinuierliche Steigerung deutet nicht darauf hin, dass die Gesetzesverschärfung zum tätlichen Angriff von 2017 etwas verändert hat. „Zumindest in den Polizeistatistiken spiegelt sich nicht wider, dass es abschreckt“, sagt Kluwe.

Zudem waren Polizistinnen und Polizisten im Zuge der Corona-Krise für die Ausführung der Schutzmaßnahmen zuständig – und wurden so auch zum Ziel von Anfeindungen und Unmutsbekundungen von „uneinsichtigen Bürgerinnen und Bürgern“. Dort konnte die Polizei beobachten, dass sich den Anweisungen grundsätzlich widersetzt wurde – und Unbeteiligte mischten sich ein. Oft sei den Beamten auch ohne Maske ins Gesicht gehustet oder gebrüllt worden.

Auch Rettungskräfte wieder zunehmend betroffen

                                                            Im Einsatz: Feuerwehr und Rettungskräfte auf der Autobahn 7 bei Hannover.

Im Einsatz: Feuerwehr und Rettungskräfte auf der Autobahn 7 bei Hannover.

 

Einen besorgniserregenden Trend gibt es auch beim Thema Gewalt gegen Rettungskräfte, die bei Hilfsmaßnahmen massiv behindert wurden. Nach einem Fünfjahrestief 2020 (41 bekannt gewordene Fälle), waren es im vergangenen Jahr 58. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten wurden 42 zum Ziel von Gewalttaten.

 Wie Andreas Hamann, Sprecher der Feuerwehr Hannover mitteilt, ist auch bei bei verbalen und körperlichen Angriffen gegen Rettungskräften häufig Alkohol im Spiel. Und: „Kritische Situationen entstehen oftmals in psychischen Ausnahmesituationen der Hilfesuchenden und/oder deren Angehörigen.“

Um Auseinandersetzungen zu vermeiden oder zu deeskalieren, werden bereits Auszubildende bei der Feuerwehr speziell durch externe Trainerinnen und Trainer geschult.

„Angriffe jedweder Art auf Rettungskräfte werden seitens der Feuerwehr Hannover im Übrigen konsequent zur Anzeige gebracht“, so Hamann.

Von Manuel Behrens und Peer Hellerling

1 April 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Archive

Neuer AKP-Troll in Deutschland entlarvt

von Fremdeninfo 30 März 2022
von Fremdeninfo

Neuer AKP-Troll in Deutschland entlarvt

Von

 dtj-online

 –

29.03.2022

 

Dass in der Türkei die sozialen Medien von Hunderttausenden „Trollen“ unterwandert sind, ist hinlänglich bekannt. Dass auch in Deutschland AKP-Trolle politische Propaganda und Desinformation betreiben, ist hingegen eine neue Erkenntnis. Laut „Welt am Sonntag“ ist nun ein anonymer Account auf Twitter als Erdoğan-Propagandist aufgeflogen. Die Verbindungen reichen bis in die unmittelbare Nähe des türkischen Präsidenten.

In einem Artikel der Welt am Sonntag (27. März 2022) blickt der Journalist Lennart Pfahler nochmal auf die Versammlung von Hunderten Anhänger:innen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zurück. Auf Einladung der vom Verfassungsschutz beobachteten Union Internationaler Demokraten (kurz UID) waren Ende Februar Mitglieder der Organisation aus Deutschland in die Türkei gereist. Dort trafen sie viele AKP-Politiker und auch den Präsidenten höchstselbst.

Ziel der Versammlung war es, die Menge euphorisieren und sie auf den bevorstehenden Wahlkampf einzustimmen. Der unter den europäischen Türk:innen besonders beliebte Metin Külünk machte dies deutlich: „Wenn ihr hier wieder weg seid, dann beginnen die Vorbereitungen auf 2023“. Ein deutlicher Wahlkampfaufruf von dem „großen Bruder Europas“, wie die AKP-Anhängerschaft Külünk auch bezeichnet. Dieser kann nach Angaben diverser Medien seit 2018 selbst nicht mehr nach Deutschland kommen. Grund dafür sei seine Verstrickung in illegale Machenschaften mit der inzwischen verbotenen Rockergruppierung „Osmanen Germania“.

„Derin Analiz“ auf Twitter: Propaganda aus Deutschland

In dem Welt-Artikel geht es darüber hinaus um einen anonymen Twitter-Account. Unter dem Pseudonym „Derin Analiz“ betreibe der Deutsch-Türke H. E. aus Süddeutschland verdeckt Propaganda im Sinne der türkischen Regierung. Der Account mit über 50.000 Followern ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „tiefere Analyse“ wert. Ganz aktuell heißt es in den Postings etwa: „Wir werden bald die neue Landkarte sehen, in der das gesamte Mittelmeer von der Türkei dominiert wird. (…) Von nun an gibt es eine Türkei, die nicht das hinnimmt, was vorgezeichnet ist, sondern selbst Zeichnungen vordiktiert!“

Großmachtphantasien, wie sie derzeit vom russischen Präsident Wladimir Putin vertreten werden. Der Account und die dort geposteten Inhalte zeigen, wie stark die Strukturen der AKP in Deutschland tatsächlich fortgeschritten ist. Bemerkenswert an dem Fall von E. ist, wie weit die Kontakte eines „einfachen“ Deutsch-Türken in Ankara reichen können.

AKP-Stars made in Germany

Allem Anschein nach ist H. E. sogar mit Erdoğans Stabschef Hasan Doğan vernetzt. Einen anderen Erdoğan-Berater habe E. als „Abi“ (großer Bruder) auf seinem Handy abgespeichert. Neben diesem verdeckten „Troll“ gibt es in Deutschland auch andere „AKP-Trolle“, die offen dazu stehen. Namen wir Tuğrul Selmanoğlu oder Bilgili Üretmen sind mit ihren Hunderttausenden Followern ohnehin bekannt. Sie waren die ersten sichtbaren Folgen und Vertreter der AKP-Propaganda in Deutschland.

Zuvor weitestgehend unbekannt, generierten Selmanoğlu und Üretmen durch ihre Videos über Social Media eine große Reichweite. In der Regel thematisieren sie tatsächliche oder vermeintliche Missstände in Deutschland, den hierzulande herrschenden „Türkenhass“ sowie die „Islamophobie“. Bei der Verbreitung ihrer Inhalte war die AKP-nahe Community in Deutschland wichtig. Nun sind Figuren wir Selmanoğlu sogar in der Türkei aufgestiegen. Mittlerweile taucht das Vorstandsmitglied der UID in zahlreichen regierungsnahen Medien in der Türkei auf, unter anderem beim als islamistisch einzustufenden Sender Yeni Akit TV.

Wahlkampf in Deutschland: Heimspiel für die AKP

Seit vielen Jahren betreibt die AKP bereits Wahlkampf in Deutschland. Und das mit Erfolg. Bei nahezu allen Wahlen der vergangenen Jahre schnitt die AKP in Deutschland besser ab als die Opposition und holte prozentual gesehen mehr Stimmen als in der Türkei. Auch bei den Wahlen 2023 wird sich wahrscheinlich ein ähnliches Szenario wiederholen. Zum einen ist die AKP in Deutschland durch die UID omnipräsent und verfügt über gute Strukturen. Zum anderen kämpft die Regierungspartei in Deutschland offenbar an allen möglichen Fronten um die Wählerstimmen. Sowohl vor Ort in der Region als auch im Netz; sowohl offen und transparent, als auch im Verborgenen und geheim.

  •  
  •  
30 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Religion

Frankreich: Rechtsextremer Kandidat ruft Muslime zur Assimilation auf

von Fremdeninfo 29 März 2022
von Fremdeninfo

Frankreich: Rechtsextremer Kandidat ruft Muslime zur Assimilation auf

Von

 dtj-online

 –

28.03.2022

>
Vor_Praesidentschaft_73235110-scaled.jpg?resize=670%2C447&ssl=1 670w, https://i0.wp.com/dtj-online.de/wp-Frankreich, Paris: Éric Zemmour, französischer Präsidentschaftskandidat der rechtsextremistischen Partei „Reconquete!“, spricht während einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Trocadéro-Platz. Die Präsidentschaftswahlen in Frankreich finden am 10. und 24. April 2022 statt. Foto: Michel Euler/AP/dpa

Der rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidat Éric Zemmour hat vor Zehntausenden Anhängern in Paris die Muslime im Land zur Assimilation aufgerufen.

„Es ist nicht Frankreich, das eure Kultur annehmen muss“, sagte Zemmour am Sonntag bei einem groß inszenierten Wahlkampfauftritt, während seine Anhänger „Wir sind hier zu Hause“ riefen. Zum wiederholten Mal beschwor der in den Umfragen abgerutschte Bewerber die Präsidentschaftswahl in zwei Wochen „als letzte Chance für ein durch Migration in Identität und Überleben bedrohtes Frankreich“. Die in Dutzenden Bussen aus dem ganzen Land angereisten Zuhörer schwenkten zuvor verteilte französische Fahnen.

Zemmour hatte für seinen Auftritt auf dem bei Wahlkämpfen symbolischen Trocadéro-Platz auf dem anderen Seine-Ufer gegenüber dem Eiffelturm 50.000 Anhänger mobilisieren wollen. „Ihr seid 100.000 Franzosen, die vor nichts zurückweichen und die stolz sind auf ihr Land“, sagte er zu Beginn seiner Rede, die zu dem Moment 85.000 Menschen in den sozialen Medien verfolgten. Zemmour warb auch um die Anhänger anderer rechter Bewerber. Er ist im Wahlkampf immer wieder mit Ausfällen gegen Zuwanderer und Muslime aufgefallen und war in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen rassistischer Äußerungen verurteilt worden. Der Bewerber hat selbst algerische Wurzeln.

Macron in den Umfragen vorne

Vorne in den Umfragen liegt Präsident Emmanuel Macron, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht, gefolgt von der Rechten Marine Le Pen und auf Rang drei dem Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Auf den Plätzen vier und fünf folgen die konservative Valérie Pécresse und eben jener Zemmour.

Vor dem ersten Wahlgang bei der Präsidentschaftswahl am 10. April warben auch andere Kandidaten am Sonntag um Unterstützung. Am Strand von Marseille beschwor Linkspolitiker Mélenchon angesichts der Ernährungs- und Klimakrise die Brüderschaft unter den Völkern. Die durch den Krieg in der Ukraine bedrohten Atomkraftwerke sollten durch UN-Blauhelme geschützt werden, forderte er. Frankreich solle dazu Soldaten bereitstellen.

dpa/dtj

 
 
29 März 2022 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Fest an Privatschule: Schüler singen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“

    23 Juli 2026
  • Aggressives Verhalten von Sicherheitskräften gegenüber Medienvertreter in der Hannoveraner Niki-de-Saint-Phalle-Promenade

    23 Juli 2026
  • Trotz heftiger Kritik haben Bundestag und Bundesrat das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung verabschiedet. Die erste größere Reform der schwarz-roten Koalition ist damit beschlossen

    22 Juli 2026
  • 10 Jahre nach dem rassistischen Anschlag von München: Rechte Gewalt bleibt Alltag in Deutschland

    22 Juli 2026
  • Jugendamt und Migrantenfamilien

    22 Juli 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Fest an Privatschule: Schüler singen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“

23 Juli 2026

Neueste Artikel

Bilanz des Prozesses: Was hätten wir tun können oder was können wir tun? |
1 November 2025
Erdoğan empfängt Merz mit militärischen Ehren: Beziehungen auf der Agenda, kein Treffen mit der Opposition
31 Oktober 2025
Merz-Besuch in Ankara: Differenzen mit Erdogan beim Thema Israel
30 Oktober 2025

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung