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Wie tickt „Türken-Armin“ Laschet, der neue CDU-Chef?

von Fremdeninfo 17 Januar 2021
von Fremdeninfo

Wie tickt „Türken-Armin“ Laschet, der neue CDU-Chef?

Von

Stefan Kreitewolf

–

16. Januar 2021

 
 
 
 
Foto: dpa-Bildfunk

Armin Laschet ist zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt worden. Aufgrund seiner Ansichten wurde er auch „Türken-Armin“ genannt. Wofür steht der ehemalige Integrationsminister aus Nordrhein-Westfalen?

Das Rennen um den Posten des Vorsitzenden der CDU ist entschieden. Armin Laschet (59), aktuell Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (NRW), setzte sich auf einem digitalen Parteitag gegen Friedrich Merz (65) und Norbert Röttgen (55) durch. In seiner Antrittsrede gab er den Versöhner, der Menschen zusammenführen und Interesse ausgleichen will. Laschet kann aber auch anders.

Der Politiker, der schon seit jungen Jahren Mitglied der CDU ist, polarisiert und eckt in seiner Partei an. 2005 wurde er Integrationsminister in NRW. Aufgrund seiner liberalen und weltoffenen Ansichten nannten ihn seine Kritiker „Türken-Armin“. 2009 betonte er: „Wir müssen die ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt unseres Landes nicht als Bedrohung, sondern als Chance und Herausforderung begreifen.“ Darauf verwies er jüngst auch in einer Rede, die er im Landtag über Biontech-Gründer Prof. Uğur Şahin hielt.

Kritisch gegenüber dem Kopftuch, für den Dialog

Der „Spiegel“ war sich damals sicher: Laschet sei ein „Vorreiter“, der „die Bundespolitiker integrationspolitisch in den Schatten stellt“. Der Aachener setzt sich für einen offenen Dialog zwischen Christen und Muslimen ein. Dem Tragen des Kopftuchs steht er indes kritisch gegenüber, vor allem bei Kindern.

2018 warb seine Landesregierung massiv für ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren. Der Ministerpräsident und sein Kabinett vertraten die Ansicht, das Kopftuchtragen unterhalb der Religionsmündigkeit ab 14 Jahren müsse gesetzlich verboten werden. 2019 rückte der Landeschef von dem Vorhaben ab. Die rechtlichen Hürden waren zu hoch.

Dennoch zeigt die gescheiterte Initiative, dass er in dem gescheiterten Verbot keine Diskriminierung von Muslimen sieht, sondern für einen „liberalen“ Islam werben möchte. Dass er dies als gläubiger Katholik versucht, ist fragwürdig.

Brückenbauer zwischen Erzkonservativen und Reformern

Dennoch geht mit dem neuen CDU-Chef die Hoffnung einher, dass die Zuwanderungs- und Integrationspolitik der Bundesrepublik weiter geöffnet wird. Die nächsten Monate werden zeigen, wie er das schwere Erbe seiner Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer weiterführen wird.

Laschet muss sich nun als Brückenbauer beweisen, der einerseits das erzkonservative Lager der Alteingessenen in der CDU mit denjenigen einen muss, die frischen Wind und eine andere Politik favorisieren. Der Spagat wird nicht leicht. Doch Laschet ist erfahren und kampferprobt.

„Druck auf Erdoğan erhöhen“

Das könnte ihm auch im Rennen um den Posten des Kanzlerkandidaten helfen. Als CDU-Chef gilt er als aussichtsreicher Bewerber. Und in dieser Position könnte er auch direkter als bislang mit der Türkei und Präsident Recep Tayyip Erdoğan (AKP) zu tun bekommen. Ihm gegenüber gibt er sich regelmäßig kompromisslos.

„Man muss den Druck auf Erdoğan erhöhen, dass wir dieses Spiel nicht zulassen, wie er in Idlib Krieg führt und Europa mit Flüchtlingen unter Druck setzt“, sagte er im März vergangenen Jahres. Ob Laschet in der neuen Position weiterhin so rigoros gegen Ankara auftreten wird, bleibt abzuwarten.

Lesen Sie hier auch einen Gastbeitrag von Armin Laschet für DTJ Online vom 28. Mai 2018.

 
 
 
Vorheriger ArtikelCorona: Erdoğan lässt sich impfen – Kılıçdaroğlu noch nicht

Stefan Kreitewolf
 
 
 
 
 
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17 Januar 2021 0 Kommentare
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Archive

Anwältin von Ex-Agent Altaylı: Beweise unter Folter erlangt

von Fremdeninfo 15 Januar 2021
von Fremdeninfo

Anwältin von Ex-Agent Altaylı: Beweise unter Folter erlangt

Von

dtj-online

–

14. Januar 2021

 
 
 
 
Ex-MIT-Agent Altaylı ist seit 2017 in der Türkei in Haft. Bild: dpa / Private Aufnahme

Im Prozess gegen den inhaftierten Ex-Agenten Enver Altaylı hat seine Anwältin dem Gericht Parteilichkeit vorgeworfen. Es lasse Beweise zu, die durch Folter erlangt worden seien.

In einem Antrag hat Dilara Yılmaz, Tochter und Anwältin von Altaylı, den Austausch der Richter gefordert. Im Verfahren gegen ihren Mandanten seien ihrem Einspruch zum Trotz Beweismittel zugelassen worden, die durch Folter und Entführung erlangt worden seien, sagte Yılmaz der dpa. Es gebe zahlreiche weitere Beweise, die die Befangenheit der Richter nahelegten. So seien in der Vergangenheit etwa mehrere Anträge der Verteidigung „ungerechtfertigt“ abgewiesen worden.

Der 76-Jährige, der in der Türkei geboren wurde, zuletzt aber in Deutschland lebte und beide Staatsbürgerschaften besitzt, war 2017 im südtürkischen Urlaubsort Antalya festgenommen worden. Seitdem sitzt er im türkischen Gefängnis. Ihm werden Gründung oder Führung einer Terrororganisation vorgeworfen. Zudem wird er beschuldigt, Staatsgeheimnisse mit dem Ziel der militärischen oder politischen Spionage erworben zu haben. Der Prozess soll am 18. Februar fortgesetzt werden.

Bild mit Roth als Beweis

Altaylı soll früher neben dem türkischen Geheimdienst MIT auch für den amerikanischen Geheimdienst CIA tätig gewesen sein. Er hatte im Dezember Aufklärung über ein Foto mit der Grünen-Politikerin Claudia Roth verlangt, das in der Anklageschrift als Beweismittel gegen ihn aufgeführt wird. „Ich verstehe nicht, für welche Straftat dies ein ergiebiges Beweismittel darstellen sollte“, schreibt Altaylı in einem Antrag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, an das Gericht für schwere Straftaten in Ankara. „Für die Führung einer Terrororganisation? Oder etwa für Spionage?“

Bundestagsvizepräsidentin Roth sagte damals, es lasse „tief in die Seriosität der türkischen Justiz blicken“, falls solch ein Foto als Beweis herangezogen werde. Das sei „an Absurdität nicht zu überbieten“.

Der Fall Altaylı ist einer der prominentesten Fälle von deutschen Staatsbürgern in türkischer Haft. Der deutsche Botschafter besucht ihn regelmäßig. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es zu Altaylı, dass „Fälle, in denen von einem politischen Hintergrund der Verhaftung auszugehen ist, auf politischer Ebene gegenüber der Türkei angesprochen wurden und werden“.

dpa/dtj

 

15 Januar 2021 0 Kommentare
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Information

CDU-Politiker will keine „Ülkücüs“ in der Partei

von Fremdeninfo 12 Januar 2021
von Fremdeninfo

CDU-Politiker will keine „Ülkücüs“ in der Partei

Von dpa

dtj-online

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11. Januar 2021

 
 
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Dpa

Der CDU-Innenpolitiker Christoph de Vries will nicht, dass Anhänger der türkisch-nationalistischen Ülkücü-Bewegung bei der CDU andocken. Er fordert eine Überprüfung vor einer Mitgliedschaft.

„Rechtsextremisten haben in der CDU nichts zu suchen, egal ob sie deutschen oder türkischen Ursprungs sind“, sagte der Hamburger Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries der Deutschen Presse-Agentur. Er rate seiner Partei deshalb „dringend zu einem Unvereinbarkeitsbeschluss, der die Bekleidung von Ämtern und Mandaten sowie die Aufnahme in die CDU ausschließt und bei bestehenden Mitgliedschaften die Prüfung von Ordnungsmaßnahmen vorsieht“.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen sei der Umgang mit Anhängern der auch als „Graue Wölfe“ bekannten ultranationalistischen Bewegung in den vergangenen Jahren zu sorglos gewesen, kritisierte de Vries. Das habe sich erst bei den jüngsten Kommunalwahlen wieder gezeigt.

Mehrere Kandidaten bei den Kommunal- und Integrationswahlen

Auf eine entsprechende Frage des AfD-Abgeordneten Götz Frömming hatte Innen-Staatssekretär Hans-Georg Engelke am 1. Dezember geantwortet, der Bundesregierung lägen „vereinzelte Erkenntnisse über die Kandidatur von Personen aus dem Umfeld des türkischen Rechtsextremismus bei den Kommunal- und Integrationswahlen am 13. September 2020 in NRW vor“.

De Vries sieht hier auch den CDU-Landesvorsitzenden, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet, in der Verantwortung. „Mir ist unverständlich, warum der Parteivorsitzende in NRW als erklärter Vertreter eines Kurses der Mitte nicht längst dagegen eingeschritten ist“, sagte der CDU-Abgeordnete. Sevim Dağdelen von der Linksfraktion im Bundestag hatte den Abgeordneten von CDU und CSU unlängst in einer Plenardebatte zugerufen: „Es wäre besser, Sie würden Ihre Energie darauf verwenden, den zahlreichen Unterwanderungsversuchen der Grauen Wölfe in der Union stärker vorzubeugen.“

Der Verfassungsschutz schätzt, dass der Bewegung in Deutschland rund 11.000 Menschen angehören. Sie bezeichnen sich selbst als „Idealisten“ (türkisch: ülkücü). Im Verfassungsschutzbericht für 2019 heißt es: „Die unterschiedlichen Ausprägungen reichen von klassischem Rassismus bis hin in den Randbereich des Islamismus“.

dpa/dtj

 

12 Januar 2021 0 Kommentare
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AKP-naher Rektor an der Boğaziçi: Festnahmen nach Protesten

von Fremdeninfo 11 Januar 2021
von Fremdeninfo

AKP-naher Rektor an der Boğaziçi: Festnahmen nach Protesten

Von

dtj-online

Ein Student der Boğaziçi-Universität tritt während einer Demonstration gegen ein Schild eines Polizisten. Foto: Zeynep Kuray/AP/dpa

An der renommierten Boğaziçi-Universtiät haben Studenten gegen die Ernennung eines neuen Rektors protestiert. 16 Personen wurden festgenommen. Istanbuls Oberbürgermeister Ekrem Imamoğlu unterstützt die Proteste.

Nach Protesten von Studenten an der renommierten Boğaziçi-Universität in Istanbul hat die türkische Polizei 16 Personen festgenommen. Nach zwölf weiteren werde gefahndet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ihnen würden ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen diensthabende Beamte vorgeworfen.

Studenten der Boğaziçi-Universität hatten am Montag gegen die Ernennung eines neuen Rektors durch Präsident Recep Tayyip Erdoğan protestiert. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Erdoğan hatte den neuen Rektor Melih Bulu, der 2015 für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP als Abgeordnetenkandidat angetreten war, am Samstag ernannt. Als Präsident hat Erdoğan das Recht, Rektoren einzusetzen. Die Studenten kritisieren unter anderem die Nähe des Rektor zur AKP und die Ernennung als undemokratisch. Sie fordern das Recht ein, ihren eigenen Rektor zu wählen.

Imamoğlu zeigt Solidarität

Der Oberbürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul, Ekrem İmamoğlu, hat sich mit den Studenten und Professoren der Universität in ihrem „rechtschaffenen Kampf“ gegen den neuen, von Präsident Erdoğan ernannten Rektor, solidaris

 

 
11 Januar 2021 0 Kommentare
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Türkisches Justizministerium zur Zwangsentkleidung: „Halbnackte Untersuchungen nur bei Verdacht

von Fremdeninfo 11 Januar 2021
von Fremdeninfo

Türkisches Justizministerium zur Zwangsentkleidung: „Halbnackte Untersuchungen nur bei Verdacht“

 

Von

dtj-online

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28. Dezember 2020

 
 
 

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Gibt es in türkischen Gefängnisanstalten Zwangsentkleidungen? Das behaupten jedenfalls mehrere junge Frauen. Nun hat auch das Justizministerium Stellung bezogen. Die Vorwürfe konnte es dabei nicht vollständig aus der Welt schaffen.

Das türkische Justizministerium hat sich nach den Diskussionen zu den Berichten über Zwangsentkleidungen Frauen in türkischen Gefängnissen geäußert. Dabei hatten mehrere Betroffene behauptet, dass sie im Zuge der Verhaftungswelle nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 bei Durchsuchungen vollständig entblößt worden seien. Viral ging das Thema unter dem Hashtag #ÇıplakAramayaSessizKalma – Erhebe deine Stimme gegen Zwangsentkleidung (bei der polizeilichen Durchsuchung).

Der Fall wurde zum großen Thema im Land, nachdem der HDP-Abgeordnete Ömer Faruk Gergerlioğlu ihn vor der türkischen Generalversammlung „TBMM“ ansprach. Einige Politiker:innen der regierenden AKP bezichtigten Gergerlioğlu daraufhin der Lüge. In der Türkei gebe es keine Zwangsentkleidungen bei Untersuchungen. Detaillierte Beschreibung der Umstände

Der Skandal beschäftigt mittlerweile auch das türkische Justizministerium. In einer schriftlichen Mitteilung beschrieb es detailliert, unter welchen Umständen „Untersuchungen bei halbnacktem Zustand“ stattfinden. Zwangsentkleidungen versuchte das Ministerium damit zu dementieren, doch Kritiker:innen sind der Ansicht, dass auch genau solche Praktiken gegen die Menschenwürde verstoßen. Entweder sei der obere oder untere Körperbereich jeweils abgedeckt, schrieb das Ministerium. Falls Körperöffnungen untersucht werden müssten, werde ein Facharzt herangezogen.

„Schamgefühl der Untersuchten wird beachtet“

Solch eine Praktik würde außerdem nur bei einem Verdacht auf mitgetragene gefährliche Gegenstände vorgenommen. Dabei werde stets auf das Schamgefühl der Personen geachtet. Die Untersuchungen würden nur in geschlossenen und von außen nicht sichtbaren Räumen im Beisein von zwei Bediensteten des jeweils selben Geschlechts durchgeführt, so das Ministerium.

Dennoch stelle eine solche Untersuchungsform eine Ausnahme dar. Für willkürliche Handlungen während dieser Untersuchungen gebe es keine Toleranz.

Die Erklärung des Justizministeriums ist aber wenig erhellend und kaum zufriedenstellend, zumal auf die einzelnen Fälle nicht eingegangen wird. Unter dem Hashtag #ÇıplakAramayaSessizKalma hatte beispielsweise Betül Alpay Kabadayı in einer Videobotschaft geschildert, wie sie die Untersuchung erlebte. Sie habe mit einem Kittel und nackten Beinen durch einen X-Ray laufen müssen, wobei mehrere männliche Gefängniswärter ihr dabei zugesehen hätten. Kabadayı verwies auf die Kameraaufnahmen der entsprechenden Gefängnisanstalt.

11 Januar 2021 0 Kommentare
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Religion

MHP-Chef Bahçeli kritisiert Anerkennung der AABF in Deutschland scharf

von Fremdeninfo 4 Januar 2021
von Fremdeninfo

MHP-Chef Bahçeli kritisiert Anerkennung der AABF in Deutschland scharf

Von

dtj-online

Die Anerkennung der Alevitischen Gemeinde Deutschlands (AABF) hat in der Türkei zu großen Diskussionen geführt. Der Vorsitzende der nationalistischen MHP sowie die linkskemalistische Zeitung „Aydınlık“ sind mit dem neuen Status der Gemeinde nicht einverstanden und sehen in der Anerkennung „einen Plan des Westens“. Die AABF selbst entgegnete der Kritik ihrerseits mit scharfen Worten. 

Die Erlangung des Körperschaftstatus der Alevitischen Gemeinde Deutschlands (AABF) in Nordrhein-Westfalen schlägt hohe Wellen, die bis in die Türkei reichen. Neben einigen türkischen Medien kritisierte nun auch der Chef der nationalistischen Partei MHP den neuen Status der AABF. „Die westlichen Pläne, die unsere zum islamischen Glauben gehörenden alevitischen Cans (Anm. d. Red.: alevitische Bezeichnung für Personen dieser Glaubensrichtung), instrumentalisieren und in einem Bundesland Deutschlands schandhaft als eine eigenständige Religion anerkennen, werden von der muslimisch-türkischen Nation ignoriert“, sagte Devlet Bahçeli bei einer Sitzung mit den Ortsvorsitzenden seiner Partei.

„Sie werden uns nicht trennen und spalten können“, so der langjährige Parteivorsitzende weiter. Damit kritisierte der nationalistische Politiker, dass das Alevitentum als eine vom Islam losgetrennte, separate Religion dargestellt werde. Die Frage, ob es sich beim Alevitentum tatsächlich um eine eigenständige Religion oder lediglich um eine separate Konfession handelt, ist sowohl unter den Aleviten selbst als auch in der Forschung umstritten.

AABF wird Kirchen gleichgestellt

Der AABF wurden kürzlich von der Landesregierung NRW die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts vergeben. Damit wurde der 1989 gegründete Verein mit bundesweit 160 Mitgliedsgemeinden und 24.000 Mitgliedern, den beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland gleichgestellt. Das Bundesinnenministerium schätzt die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Aleviten auf etwa 800.000 – 900.000.

Zuvor hatte auch die linkskemalistisch und nationalistisch ausgerichtete türkische Tageszeitung „Aydınlık“ den Körperschaftsstatus der AABF in zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf ihrer Titelseite beanstandet. Die Zeitung gilt als Sprachrohr der antiimperialistischen Vaterlandspartei um Doğu Perinçek.

„Die PKK ist bald am Ende, wir haben noch die AABF im Angebot“, hieß es auf dem Titelblatt sarkastisch. Deutschland plane eine Spaltung der Gesellschaft und nutze dafür die Aleviten. Der AABF selbst warf die Zeitung Beziehungen zur Terrororganisation PKK vor. Am darauffolgenden Tag zog die Zeitung sogar Statements unterschiedlicher alevitischer Vereine hinzu, um ihren Standpunkt zu verfestigen.

AABF: „Wir sind mit bluthändigen Faschisten nicht verbrüdert“

Der Generalsekretär der AABF, Hüseyin Mat, kritisierte in einer Presseerklärung die Worte aus der Türkei. Dem MHP-Chef warf er Rassismus und Faschismus vor. Diese gehörten zu dessen offizieller Ideologie: „Wir sind mit zurückgebliebenen und bluthändigen Faschisten wie euch weder verbrüdert, noch eins. Wir waren es nie und werden es auch nie werden“. Mat weiter: „Wir sind mit all jenen politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Identitäten in der Türkei verbrüdert und eins, die an die Demokratie glauben. Wir leben seit Jahrhunderten zusammen und werden es auch weiterhin tun

4 Januar 2021 0 Kommentare
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Bildung

SPD-Fraktion fordert Aufwertung von Herkunftssprachen als Fremdsprachen an hessischen Schulen

von Fremdeninfo 23 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Landesverband der SPD Hessen

 
 SPD-Fraktion fordert Aufwertung von Herkunftssprachen als Fremdsprachen an hessischen Schulen
Von
SPD-Fraktion Hessen
am 17. Dezember 2020, 13:22 Uhr
Bild: Angelika Aschenbach

Die SPD-Fraktion fordert in ihrem Antrag „Aufwertung von Herkunftssprachen als Fremdsprachen an hessischen Schulen“ (Drucksache 20/4296), den sie heute in den Landtag eingebracht hat, in Hessen häufig gesprochene Sprachen wie Türkisch, Arabisch oder Griechisch als Fremdsprache und versetzungsrelevantes Wahlpflichtfach im Regelunterricht der Schulen. „Wir halten Mehrsprachigkeit für eine wertvolle Ressource, die von den hessischen Bildungseinrichtungen noch zu wenig gefördert wird. Gerade für Kindern aus Migrantenfamilien kann das Kultusministerium ein Zeichen setzen und den Unterricht in Herkunftssprachen aufwerten“, erklärte der SPD-Abgeordnete Turgut Yüksel, Mitglied im Kulturpolitischen Ausschuss.

Yüksel kritisierte, dass die hessische Landesregierung bis heute kein Konzept zur Aufwertung von Herkunftssprachen vorgelegt habe. Die SPD schließe sich hingegen mit ihrem Antrag einer Petition der „Hessischen Initiative Fremdsprache“ an, die rund 20.000 Unterschriften gesammelt hatte, um das Fremdsprachenangebot zu modernisieren.

„Um die sprachliche Vielfalt der hessischen Schülerinnen und Schüler in einer globalisierten Welt zu fördern, darf das Kultusministerium nicht ausschließlich auf den Ausbau des Deutsch-Unterrichts setzen. Zweifellos ist das sichere Beherrschen von Deutsch die wesentliche Voraussetzung für schulischen Erfolg, aber wir müssen zusätzlich die bereits in der familiären Sozialisation erworbenen Sprachkenntnisse entwickeln und ausbauen“, forderte Yüksel.

An hessischen Schulen gebe es bereits Unterricht in Herkunftssprachen wie Türkisch, Arabisch oder Griechisch. Dieser finde jedoch häufig an den Nachmittagen in Arbeitsgruppen statt und habe keine Relevanz für die Versetzung. „Ich wünsche mir, dass Hessen ein mutiges Zeichen setzt und den Wert der Mehrsprachigkeit anerkennt, indem das Kultusministerium Herkunftssprachen als Wahlpflichtfach durchsetzt“, so Turgut Yüksel

23 Dezember 2020 0 Kommentare
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Bildung

Mehrsprachige Erziehung

von Fremdeninfo 23 Dezember 2020
von Fremdeninfo
Mehrsprachige Erziehung

Ein mehrsprachig erzogenes Kind entwickelt ein feineres Sprachgefühl – Mehrsprachige Erziehung – ist das sinnvoll? Kleinkindern fällt es im Normalfall recht leicht, ihre Umgebungssprache zu lernen. Ebenso können sie eine zweite Sprache integrieren, die von einer oder mehreren Personen im Umfeld gesprochen wird.

von Nicole Ulrich
Kindertherapeutin

Mehrsprachige Erziehung – ein Erwerb fürs Leben?

Was ein kleines Kind lernt, vergisst es nicht mehr. Selbst, wenn es eine zweite oder dritte Sprache im späteren Leben kaum noch oder gar nicht mehr nutzt, sind die grundsätzlichen Elemente noch im Gehirn verankert.

Ein mehrsprachig erzogenes Kind entwickelt außerdem ein feineres Sprachgefühl. So fällt es später leichter, noch eine weitere Sprache zu lernen. Auch das Verständnis für kulturelle Unterschiede wird gefördert, denn im Wortschatz und der Grammatik einer Sprache schwingt stets auch ihr kultureller Hintergrund mit.

Theoretisch kann es also nur von Vorteil sein, wenn Ihr Kind von klein auf mehrere Sprachen beherrscht. Es kann jedoch problematisch werden, wenn es diese vermischt, fehlerhaft spricht oder ihm eine andere als die Landessprache geläufiger ist.

Die Voraussetzungen

Eine grundsätzliche Voraussetzung ist, dass Personen im näheren Umfeld eine Sprache, die das Kind lernen soll, selber als Muttersprache sprechen. Das können die Eltern oder Verwandte sein, aber auch die Erzieher im Kindergarten.

Idealerweise spricht eine Person stets in derselben Sprache mit dem Kind. So kann es ein Gefühl speziell für diese entwickeln und sich darauf konzentrieren. Das Risiko, verschiedene Sprachen zu vermischen, wird damit geringer.

Lernt allerdings ein Kleinkind eine Sprache fehlerhaft, ist es später umso schwerer, die Fehler zu beheben. Wer mit dem Kind kommuniziert, sollte die jeweilige Sprache daher vorzugsweise sicher beherrschen.

Kinder unter vier bis fünf Jahren bringen die optimalen Voraussetzungen zum Erlernen einer Sprache mit. Sie haben die Fähigkeit, diese intuitiv zu erfassen. Daher bietet es sich an, Ihr Kind von klein auf bilingual zu erziehen. Das Gehirn entwickelt dann quasi von vornherein zwei Schaltkreise, zwischen denen bei Bedarf einfach gewechselt wird.

Ab etwa dem Schulalter ändert sich der Lernprozess kontinuierlich: Das Gehirn muss ein neues Netzwerk aufbauen, welches zum Erlernen von Vokabeln mit der Muttersprache abgeglichen wird. Um die Grammatik zu beherrschen, muss zunächst die Struktur der Sprache erfasst werden. Die neue Sprache wird dann nicht mehr so intuitiv verinnerlicht wie im Kleinkindalter.

Wann ist die bilinguale Erziehung sinnvoll?

Die bilinguale Erziehung bietet sich immer dann an, wenn die Eltern unterschiedliche Sprachen sprechen oder die Landessprache nicht ihre Muttersprache ist. Auch, wenn beispielsweise die Großeltern die Landessprache nicht beherrschen, kann ein Kind zweisprachig erzogen werden.

Idealerweise sind dann beide Sprachen als Muttersprache vertraut. Wird eine andere als die Landessprache besser beherrscht, sind Probleme spätestens in der Schule vorprogrammiert. Beherrschen beide Elternteile diese nicht sicher und kommunizieren in einer Fremdsprache, muss das dennoch kein Problem sein:

Im Kindergartenalter kann die Landessprache noch von den Erziehern fehlerfrei vermittelt werden, auch der Umgang mit anderen Kindern trägt dazu bei.

Ebenso kann ein mehr- oder fremdsprachiger Kindergarten gewählt werden, wenn Sie ihr Kind bilingual erziehen oder selbst nur in einer Sprache mit Ihrem Kind kommunizieren, aber dennoch möchten, dass es zweisprachig aufwächst.

Durch die Mehrsprachigkeit werden die beruflichen Perspektiven wesentlich vielseitiger. Kinder, die bilingual aufgewachsen sind, können sich oft besser auf eine Sache konzentrieren und gedanklich zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln. Mit der Zweisprachigkeit verbessern sie zugleich die Fähigkeit, ihre Aufmerksamkeit zu kontrollieren.

In der Regel ist es für ein Kind leicht, durch Zuhören und Nachahmen mehrere Sprachen zu lernen. Das gelingt sogar, wenn beispielsweise die Muttersprache eines Elternteils spanisch und die des anderen Elternteils englisch ist und beide in der eigenen Sprache mit ihm kommunizieren.

Die Landessprache lernt es dann zusätzlich durch den Umgang mit anderen Kindern und in jeglichen Alltagssituationen, in denen sie gesprochen wird.

Zu beachten ist stets: Das Sprachniveau der Umgangspersonen beeinflusst die Sprachentwicklung und Ausdrucksfähigkeit des Kindes. Es kann daher vorteilhafter sein, in der Muttersprache mit dem Kind zu kommunizieren, wenn die Landessprache nur mangelhaft beherrscht wird.

Probleme mit der Mehrsprachigkeit

Ein bilingual aufwachsendes Kind muss nicht nur mehrere Sprachen lernen, sondern auch, zwischen diesen zu unterscheiden. Spricht eine Person mal in dieser, mal in jeder Sprache mit ihm, fällt das schwerer. Sprechen unterschiedliche Personen jedoch konsequent in der jeweiligen Sprache, kann es diese zuordnen.

Es kommuniziert dann intuitiv selbst immer in der Sprache, die zu der Person gehört.

Dennoch kann es natürlich vorkommen, dass gelegentlich ein „Sprachsalat“ heraussprudelt. Dann ist eine Korrektur, wie sie auch bei fehlerhaften Sätzen eines einsprachig aufwachsenden Kindes erfolgen würde, besonders wichtig.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich normalerweise das bewusste Unterscheidungsvermögen.

Wird im Schulalter keine der Sprachen richtig beherrscht, ist es an der Zeit, sich Hilfe zu suchen, andernfalls können sich Lernschwierigkeiten einstellen. Nachhilfeunterricht in der Landessprache wäre eine Möglichkeit, wobei dann die Zweitsprache zur schwächeren werden kann. Diesen Kompromiss sollten Eltern jedoch in einem solchen Fall eingehen.

23 Dezember 2020 0 Kommentare
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Archive

Was läuft eigentlich in der BIG Partei?

von Fremdeninfo 23 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Was läuft eigentlich in der BIG Partei?

Von

dtj-online

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22. Dezember 2020

 

 

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BIG und AKP auf einem Bild: Haluk Yıldız mit Mustafa Yeneroğlu (mittlerweile nicht mehr in der AKP) und Ismet Mısırlıoğlu (von links nach rechts).
 

In unserer Mini-Reihe widmen wir uns den türkischen Kleinstparteien in Deutschland. Heute geht es um die wohl wichtigste, um das „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“.

Das „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ (kurz BIG) ist die vermutlich erste von überwiegend türkischen Personen gegründete Partei in Deutschland. Gründer ist Haluk Yıldız, ein bekennender Erdoğan-Unterstützer, wie in den letzten Jahren in zahlreichen TV-Auftritten deutlich wurde. Er trat unter anderem bei ARD-Monitor, Phoenix und im ZDF bei Maybrit Illner auf und stellte sich stramm hinter den türkischen Machthaber. Ansonsten gibt sich Yıldız eher moderat, bezeichnet sich selbst als „Brückenbauer“.

 

Haluk Yıldız im Vergleich zur Konkurrenz eher besonnen

In direkter Konkurrenz steht BIG zur „Allianz Deutscher Demokraten“ (AD-D). Verglichen mit den „Ausrastern“ in den Reihen der AD-D kann Yıldız als besonnener und ruhiger Politiker bezeichnet werden. Dennoch ist die deutlich erfahrenere und vermeintlich besser aufgestellte BIG Partei nicht sonderlich erfolgreicher. Sie verfolgt seit 2010 das selbsterklärte Ziel, die Interessen von Migrant:innen zu verteidigen. Bei den Europawahlen 2019 schaffte die Partei mit 68.647 Stimmen ein Ergebnis von 0,2 Prozent. Bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen kam BIG sogar auf 0,4 Prozent bei knapp 30.000 Wähler:innen. Dennoch fand der aufopferungsvolle Einsatz des Parteivorsitzenden Yıldız für die türkische Regierungspartei AKP nie große Beachtung bei ihr.

Gnadenstoß durch Erdoğans Unterstützung für AD-D

Als dann der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im September 2017 bei einer Pressekonferenz zur Unterstützung der AD-D aufrief, traf das die BIG-Gefolgschaft ins Mark. Noch vor dem Pressestatement des türkischen Präsidenten glaubten sie noch an Konsequenzen für die AD-D, weil diese auf Wahlplakaten das Abbild von Erdoğan nutzte – anscheinend ungefragt. „So dumm kann man doch nicht sein. Die türkische Regierung wird damit sicherlich abrechnen“, vermuteten BIG-Unterstützer. Doch das Gegenteil geschah.

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Ganz nah dran an der AKP-Lobbyorganisation UETD

Bei einem genaueren Blick auf die BIG-Mitglieder wird deutlich, wie stark die Partei mit der AKP-Lobbyorganisation „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ (UETD) verwoben sind. Diese heißt heute „Union Internationaler Demokraten“. Folgende BIG-Mitglieder haben oder hatten eine Funktion in der „UETD“:

  • – Yaşar Erdoğan, BIG-Landesvorsitzender Hamburg, war Vorsitzender der Hamburger Niederlassung der „UETD“;
  • – Şahin Salbars, BIG-Landesvorsitzender Bremen, war bis 2010 Generalsekretär der „UETD“ in Bremen;
  • – Yaşar Mert, BIG-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, engagierte sich ebenfalls in der „UETD“ in Baden-Württemberg;
  • – Ahmet Aksoy, BIG-Landesvorstandsmitglied NRW, war Vorsitzender der „UETD“ in Solingen.

Stellvertretender Vorsitzender Mısırlıoğlu betreibt Denunziation

Landesvorsitzender der BIG-Berlin und stellvertretender Bundesvorsitzender ist ein gewisser Ismet Mısırlıoğlu. Er sorgte mit seinem Hinweis auf den vermeintlichen Aufenthaltsort des in der Türkei gesuchten Adil Öksüz für einen Artikel im türkischen Regierungsblatt „Sabah“. Öksüz gilt für die türkischen Behörden als einer der Drahtzieher in der Nacht vom Putschversuch am 15. Juli 2016. Dennoch sind in dieser Causa noch dutzende Fragen ungeklärt. So auch der Aufenthaltsort von Öksüz. Darum ranken sich viele Mythen. Eine davon besagt, dass er in Deutschland versteckt werde, da er sensible Daten geliefert habe.

Zusammenarbeit mit türkischem Regierungsblatt „Sabah“

Durch die Denunziation von Mısırlıoğlu wurde eine Person in Berlin verunglimpft und hochgradig gefährdet. In dem Artikel tauchten detaillierte Fotos des angeblichen Aufenthaltsorts auf sowie der Name der beschuldigten Person. Bei dem angeblichen Wohnort handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus mitten in der Hauptstadt. Auch in anderen Teilen von Deutschland wurden in den vergangenen drei Jahren mehrfach völlig unbegründet Personen aus der türkischen Community auf dieselbe Art verunglimpft.

Es reicht dabei oft aus, dass ein Anhänger der Regierung einen einfachen Verdacht äußert. Kurz darauf erscheinen Artikel in Medien wie Sabah, zum Teil mit den Namen der voreilig und zu unrecht verdächtigten Personen. Dabei werden deren Persönlichkeitsrechte überhaupt nicht beachtet. Mısırlıoğlus Verdacht entpuppte sich letztlich auch als Reinfall. Wo sich Öksüz aufhält, ist bis heute weiter ungeklärt. Was die BIG Partei angeht: mit Einsatz für die Rechte von Migranten hat diese Art von Denunziation nichts zu tun.

 
 
23 Dezember 2020 0 Kommentare
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Religion

Alevitische Gemeinde erlangt Körperschaftsstatus

von Fremdeninfo 18 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Alevitische Gemeinde erlangt Körperschaftsstatus

Von

dtj-online

–

  1. Dezember 2020

Die Alevitische Gemeinde Deutschlands (AABF) war bereits als Religionsgemeinschaft anerkannt. Mit einer Entscheidung vom Donnerstag wird die Gemeinde in Nordrhein-Westfalen nun rechtlich den beiden großen christlichen Kirchen gleichgestellt.

Die Alevitische Gemeinde Deutschlands (AABF) hat in Nordrhein-Westfalen die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erlangt. Das hat der Hauptausschuss des Landtags NRW am Donnerstag nach einer Anhörung beschlossen. Dem war ein Entwurf einer Verordnung der Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vorausgegangen. Mit diesem Status wird die Gemeinschaft den beiden großen christlichen Kirchen gleichgestellt. So erhält die Gemeinde unter anderem das Recht auf Steuereinzug bei ihren Mitgliedern und Vergünstigungen bei Steuern, Abgaben und Gebühren. Zudem erhält sie ein Mitspracherecht in unterschiedlichen Gremien.

Bundesweit 160 Mitgliedsgemeinden und 24.000 Mitglieder

Die Alevitische Gemeinde mit Sitz in Köln wurde 1989 gegründet. Heute gehören ihr bundesweit 160 Mitgliedsgemeinden sowie etwa 24.000 Mitglieder an. Das Bundesinnenministerium schätzt die Zahl der in Deutschland lebenden Aleviten auf 500.000 – 600.000. Als Dachverband war die Gemeinde bereits als Religionsgemeinschaft anerkannt. Seit dem Schuljahr 2011/12 koordiniert die Gemeinde den an NRW-Schulen angebotenen alevitischen Religionsunterricht. Die Landesregierung begründet die Entscheidung unter anderem mit ihrer „verbindlichen Lehrautorität in Bezug auf alle den Glaubensinhalt betreffenden Fragen, die Lehren und Grundsätze gegenüber den in den Mitgliedsgemeinden tätigen geistlichen inne“ habe. Außerdem sei die innere Struktur, ihre Organe, Vertretungsregelungen sowie die Mitgliedschaft in ihrer Satzung klar geregelt.

Das Alevitentum ist eine vorwiegend in der Türkei beheimatete Glaubensrichtung, die sich im 13. und 14. Jahrhundert unter den zugewanderten oghusisch-turkmenischen Stämmen in Anatolien und Aserbaidschan verbreitete. In der Forschung und auch innerhalb der Aleviten ist umstritten, ob es sich um eine eigene Religion handelt oder um eine separate Konfession. Eine besondere Nähe besteht zum sufischen Bektaschi-Orden und dessen Gründer Hacı Bektaşi Veli. Er gilt als Lehrmeister, seine Grabstätte in Nevşehir ist ein Wallfahrtsort für die Aleviten.

AABF: „Historischer Tag und Novum für Aleviten“

Die AABF bezeichnete die Entscheidung in einer Presseerklärung als „historischen Tag“. Sie sei in der Geschichte der Aleviten ein Novum und ein großer Ansporn: „Sie ist uns eine Verpflichtung. Die Verpflichtung, auch zukünftig unser ganzes Tun und Engagement dafür einzusetzen, dass wir die Vielfalt der Gesellschaft gegen die Einfalt des Denkens schützen und noch intensiver dafür einsetzen, dass unsere Gesellschaft frei und offen bleibt“, heißt es weiter.

Elisabeth Müller-Witt, Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW, zeigte sich über die Entscheidung des Hauptausschusses erfreut: „Ihre Ziele, also unter anderem die Integration und Partizipation ihrer Mitglieder in der deutschen Gesellschaft und die Erteilung eines eigenen Religionsunterrichts, sind von unschätzbarem Wert“, so Witt.

Wie sieht es bei anderen muslimischen Gemeinden aus?

Witt ermutigte in ihrer Erklärung auch andere Religionsgemeinschaften, sich anerkennen zu lassen. Der Schritt sei auch als ein „Signal an alle anderen“ zu verstehen. Doch tatsächlich warten andere muslimische Religionsgemeinschaften schon lange auf eine Anerkennung. So läuft beispielsweise ein Rechtsprozess zwischen dem Land NRW und einigen Gemeinschaften. 2017 hatte das Oberverwaltungsgericht NRW entschieden, dass die beiden muslimischen Dachverbände „Islamrat“ und „Zentralrat der Muslime“ keinen Anspruch auf die Gestaltung des Islamunterrichts hätten, da sie nicht als Religionsgemeinschaften angesehen würden. Das Bundesverwaltungsgericht hatte entschieden, dass das Oberverwaltungsgericht in NRW seine Entscheidung überprüfen müsse

18 Dezember 2020 0 Kommentare
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