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Flüchtlinge

Geflüchteter wehrt sich gegen die Abschiebung

von Fremdeninfo 24 Oktober 2024
von Fremdeninfo

           Geflüchteter wehrt sich gegen die Abschiebung

                                  Artikel von RP ONLINE
Wachtendonk/Mönchengladbach . Als die Bundespolizei einen Mann aus Wachtendonk am Bahnhof in Mönchengladbach kontrollierte, wurde dieser handgreiflich. Er war nämlich zur Fahndung ausgeschrieben, weil er abgeschoben werden soll.
                                        
                              
                               Der Mann wurde von der Polizei festgenommen (Symbolfoto). © Innenministerium NRW, Jochen Tack
 

Erheblichen Widerstand leistete ein Mann aus Wachtendonk, als die Bundespolizei in festnehmen wollte. Die Beamten mussten sogar Pfefferspray einsetzen. Um die Lage unter Kontrolle zu bekommen, mussten weitere Kräfte zur Unterstützung kommen. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Bundespolizei am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr.

 Da war den Beamten ein 27-jähriger Mann am Hauptbahnhof Mönchengladbach aufgefallen. Er habe sich nervös verhalten und versucht, Kontakt zu Polizisten zu vermeiden. Das war den Beamten verdächtig vorgekommen, sie sprachen den Mann an und überprüften seine Personalien. Dabei stellte sich heraus, dass die Person zur Fahndung ausgeschrieben war. Die Streife nahm ihm daraufhin fest.

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Als der Mann anschließend zum Bundespolizeirevier Mönchengladbach gebracht werden sollte, riss er sich allerdings los und flüchtete unvermittelt. Kurze Zeit später konnten die Beamten den 27-Jährigen stellen. Dabei wurde der Mann handgreiflich. Er widersetzte sich massiv gegen die Festnahme. Nur unter Einsatz von Pfefferspray konnte die Person unter Kontrolle gebracht werden.

Der gesuchte Mann wurde im Anschluss in das Polizeigewahrsam Mönchengladbach gebracht. Alle Beamten blieben bei dem Vorfall glücklicherweise unverletzt.

Auf der Dienststelle stellte sich dann heraus, dass der Mann durch das Ausländeramt Kleve gesucht wurde. Gegen ihn liegt eine Abschiebungsverfügung vor und er war daher zur Festnahme ausgeschrieben. Der 27-Jährige kommt aus Nigeria.

Der Afrikaner sitzt jetzt in Abschiebehaft. Wie es mit ihm weitergeht, dass entscheide jetzt der Haftrichter hieß es. Der lege auch fest, wann möglicherweise eine Abschiebung erfolgt.

Gegen den aus Wachtendonk stammenden Mann wurde zudem auch ein Strafverfahren wegen Widerstandes gegen die Polizei eingeleitet.

24 Oktober 2024 0 Kommentare
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Archive

Antisemitismus-Streit um Bundestagsvize: Union glaubt nicht an Reue von Özoguz

von Fremdeninfo 24 Oktober 2024
von Fremdeninfo

Antisemitismus-Streit um Bundestagsvize: Union glaubt nicht an Reue von Özoguz

                               Artikel von Stephan-Andreas Casdorff
 
Muss die SPD-Abgeordnete ihr Amt wegen des Unmuts über ihren antisemitischen Post doch noch aufgeben? Selbst in der Koalition wird das nicht ausgeschlossen. Im Ältestenrat herrscht Uneinigkeit.
 
                                                
                                                    Im Plenum des Bundestags: Aydan Özoguz, SPD, Vizepräsidentin. © Foto: IMAGO/Bernd Elmenthaler
 
 

Die Auseinandersetzungen um Aydan Özoguz und ihren antisemitischen Post sind längst nicht beendet. Der Fall der SPD-Abgeordneten und Vizepräsidentin des Bundestags war auch Thema im Ältestenrat, beantragt von der CDU/CSU. Die besteht – wie auch Vertreter der jüdischen Gemeinschaft und einzelne Parlamentarier – auf einem Rücktritt. Das unter anderem deshalb, weil sie sich von ihr nicht mehr vertreten sehen und nicht öffentlich von ihr vertreten werden möchten.

Özoguz, die sich mehrmals verteidigt und zu erklären versucht hat, wird vorgehalten, echte Bitten um Entschuldigung seien es nicht gewesen. Dazu habe sie die Stellungnahmen vor allem über Social Media und ihr Büro verbreitet. Ihre Kritiker halten vor dem Hintergrund Reue für wenig glaubhaft.

Der Union reicht die Erklärung von Özoguz, dass sie im Gegenteil Menschen zusammenführen und nicht spalten wolle, nicht aus. Anders bei ihrer Partei, der SPD, und den Grünen. Aus der FDP, dem dritten Koalitionspartner, kamen teils sehr kritische Stimmen, so von Frank Müller-Rosentritt. Nach Ansicht von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) ist nun „alles gesagt“.

Kubicki stellt CDU/CSU im Ältestenrat

Unwillen bei der Union hatte zwischenzeitlich Wolfgang Kubicki (FDP) hervorgerufen. Er soll in seiner Funktion als Bundestagsvizepräsident gesagt haben, der von Kollegin Özoguz verbreitete Post sei „unappetitlich“, falle aber unter die Meinungsfreiheit.

Damit mache er die Sache nicht besser, sondern schlimmer, hieß es aus der CDU/CSU-Fraktion. Außerdem verhindere die FDP verschärfende Tatbestände bei Antisemitismus auch mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit.

Kubicki fragte im Ältestenrat die Unionskollegen allerdings, ob sie glaubten, Özoguz sei Antisemitin. Das wiederum wurde von ihnen verneint. Daraufhin erklärte Kubicki, dann sei die Sache doch erledigt.

Eine Abwahl soll nicht möglich sein

Laut Geschäftsordnung sind Bundestagspräsidentin und Stellvertreter:innen für eine ganze Legislaturperiode gewählt. Eine Abwahl der Vizepräsidentin sei nicht möglich, hieß es im Ältestenrat.

Stephan Brandner von der AfD verwies hingegen darauf, er habe sich als Ausschussvorsitzender seinerzeit auch entschuldigt und trotzdem den Posten nach einem Antrag auf Abberufung aufgeben müssen. Was für den Rechtsausschuss gelte, müsse hier auch möglich sein. Diese Auffassung wurde vom CDU-Abgeordneten Hendrik Hoppenstedt geteilt.

Im vergangenen Jahr kam das Thema Abberufung schon einmal auf. Da ging es um Petra Pau im Amt der Vizepräsidentin, nachdem die Linke im Bundestag den Fraktionsstatus verloren hatte. Verwaltung, Ältestenrat und Vizepräsident Kubicki bei einer Rede im Plenum betonten indessen den Passus in der Geschäftsordnung, dass das Amt für eine ganze Legislatur bei der gewählten Person liege.

In Koalitionskreisen wird nicht damit gerechnet, dass im Fall Özoguz so schnell Ruhe einkehrt. Die SPD werde sich doch noch überlegen müssen, ob sie um weitergehende Konsequenzen herumkomme. Das sei den Kollegen auch so gesagt worden.

24 Oktober 2024 0 Kommentare
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Information

Türkei greift nach Anschlag nahe Ankara PKK-Stellungen in Nordirak und Syrien an

von Fremdeninfo 24 Oktober 2024
von Fremdeninfo

Türkei greift nach Anschlag nahe Ankara PKK-Stellungen in Nordirak und Syrien an

Artikel von AFP               
                                              
Nach dem tödlichen Anschlag bei Ankara hat die Türkei nach eigenen Angaben in Syrien und im Irak Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ihrer Verbündeten angegriffen. © Adem ALTAN
 

Nach dem tödlichen Anschlag bei Ankara hat die Türkei nach eigenen Angaben in Syrien und im Irak Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ihrer Verbündeten angegriffen. Es sei „eine Luftoperation gegen terroristische Ziele im Nordirak und Syrien durchgeführt“ worden, erklärte das türkische Verteidigungsministerium am Mittwoch. Zuvor hatte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Tat verantwortlich gemacht. 

Der Anschlag ereignete sich am Nachmittag vor dem Hauptquartier der türkischen Verteidigungsindustrie in Kahramankazan etwa 40 Kilometer von Ankara entfernt. Bei dem Attentat waren fünf Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. 

Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) verkündete das türkische Verteidigungsministerium Luftangriffe im Irak und Syrien, die „gemäß unseren Selbstverteidigungsrechten“ ausgeführt worden seien. Dabei seien „insgesamt 32 Ziele der Terroristen erfolgreich zerstört“ worden. Der Einsatz werde fortgesetzt, fuhr das Ministerium fort.

Innenminitser Yerlikaya hatte am Mittwochabend erklärt, die Ermittlungen dauerten an, aber „die Art und Weise der Ausführung spricht für eine sehr wahrscheinliche Verbindung zur PKK“. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Yerlikaya zufolge war der Anschlag von einem Mann und einer Frau. Beide seien getötet worden. 

Laut einem nicht offiziell bestätigten Bericht des Fernsehsenders NTV handelte es sich um einen Selbstmordanschlag. Ein Mitglied einer „Gruppe von Terroristen“ habe sich selbst vor dem Eingang des Gebäudes in die Luft gesprengt, hieß es. Anschließend sollen weiteren Medienberichten zufolge Schüsse gefallen sein.

Eines der fünf Todesopfer des Anschlags war Angaben des türkischen Vizepräsidenten Cevdet Yilmaz zufolge ein Taxifahrer, dessen Auto die Attentäter in Beschlag genommen hatten. Unter den Verletzten seien sieben Polizisten.

Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem „abscheulichen Terroranschlag“, der „eines der Zugpferde der türkischen Verteidigungsindustrie“ getroffen habe. „Keine Struktur, keine terroristische Organisation (…), die auf unsere Sicherheit abzielen, wird ihre Ziele erreichen“, schrieb er im Online-Dienst X. „Unser Kampf gegen jegliche terroristische Bedrohung wird entschieden fortgesetzt“, fügte Erdogan hinzu.

 

In Bezug auf die PKK sagte Verteidigungsminister Yasar Güler, „wie sie es immer tun, haben sie versucht, den Frieden unserer Nation durch einen schändlichen und entehrenden Angriff zu stören“. „Wir werden diesen Schurken der PKK immer die Strafe zukommen lassen, die sie verdienen“, fügte er hinzu.

Die PKK kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat und wird von Ankara und seinen westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft.

Der im Gefängnis sitzende ehemalige Vorsitzende der pro-kurdischen DEM (ehemals HDP), Selahattin Demirtas, verurteilte den Anschlag, der „die Suche nach Lösungen für einen Dialog“ im Konflikt mit dem Kurden erschwere. Auch der Chef der wichtigsten Oppositionspartei CHP, Özgur Özel, verurteilte den „Terroranschlag“. 

Aus dem Ausland gab es Solidaritätsbekundungen. „Wir verurteilten Terrorismus in jeder Form aufs Schärfste“, schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bei X. „Die EU ist in dieser schwierigen Zeit solidarisch mit der Türkei.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte auf X: „Wir verurteilen Terrorismus in jeder Form aufs Schärfste und stehen an der Seite unseres Partners Türkei.“ Zuvor hatte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärt: „Der entsetzliche Terroranschlag in Ankara macht tief betroffen.“ Die deutsche Botschaft in Ankara und das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts beobachteten „die sich derzeit noch weiter entwickelnde Lage sehr genau“, fügte sie hinzu.

Auch die US-Regierung äußerte sich: „Auch wenn wir das Motiv noch nicht kennen oder wissen, wer genau dahinter steckt, verurteilen wir diesen Gewaltakt aufs Schärfste“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, in Washington.

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• 14 Std
24 Oktober 2024 0 Kommentare
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Information

Abdullah Öcalan: Will Erdogans Bündnis den PKK-Führer freilassen?

von Fremdeninfo 24 Oktober 2024
von Fremdeninfo

 

Abdullah Öcalan: Will Erdogans Bündnis den PKK-Führer freilassen?

                                           Artikel von Friederike Böge/Faz
 
                                                  
 
                                                Anhänger der DEM halten bei einer Kundgebung in Istanbul im März 2024 Flaggen mit dem Gesicht Abdullah Öcalans in die Höhe © Reuters
 

Erst hatte Devlet Bahçeli, der gewiefte Parteichef der rechtsextremen MHP, die Türken damit überrascht, dass er Abgeordneten der kurdischen DEM-Partei die Hand schüttelte. Jener Partei also, die er regelmäßig als Hort des Terrorismus verunglimpft und deren Verbot er seit Langem fordert. Dann ging der mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan verbündete Bahçeli am Dienstag noch einen Schritt weiter. Er schlug vor, dass Abdullah Öcalan, der seit 1999 inhaftierte Anführer der PKK, in einer Fraktionssitzung der DEM-Partei im türkischen Parlament die Selbstauflösung seiner Miliz verkünden solle. Bahçeli fügte einschränkend hinzu, „falls die Isolation des Terrorführers aufgehoben wird“.

Im Laufe seiner nunmehr 25 Jahre langen Haft ist Öcalan auf der Gefängnisinsel İmralı über lange Phasen vollkommen von der Außenwelt abgeschirmt worden. In den vergangenen drei Jahren hat er weder Zugang zu seinen Anwälten noch Kontakt zu seiner Familie gehabt. Die Aufhebung seiner Isolation ist eine zentrale Forderung der DEM-Partei. Noch dazu verwies Bahçeli auf das „Recht auf Hoffnung“. Das bezieht sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, wonach auch eine lebenslange Haftstrafe nach 25 Jahren überprüft werden müsse – also im Fall von Öcalan in diesem Jahr.

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Demonstrators stand behind portraits of Kurdistan Workers Party (PKK)’s jailed leader Abdullah Ocalan during a march in solidarity with him in Diyarbakir, Turkey, August 1, 2015. REUTERS/Umit Bektas © REUTERS
 
 
Im politischen Ankara wurden die Äußerungen des MHP-Chefs am Mittwoch als „Erdbeben“ und potentieller „Wendepunkt“ bezeichnet. Seinen Worten wurde auch deshalb so viel Bedeutung zugemessen, weil vielen grundlegenden Kurswechseln in der türkischen Politik Signale aus der MHP vorausgegangen sind. Das gilt für das Referendum über die Einführung des Präsidialsystems 2017, die Neuwahl 2018 und die Abschaffung der Todesstrafe 2004. Erdoğan nutzt die Partei gern als Stichwortgeber, auch um die Stimmung im ultranationalistischen Lager zu testen, die gerade in der Kurdenfrage entscheidend ist. Auch in diesem Fall kann man davon ausgehen, dass Bahçeli in Absprache mit Erdoğan                               
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An den hellblauen Wachhäuschen hängt die gelbe Flagge der „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), der Armee der sich selbstverwaltenden Region des Westens Kurdistans, von Rojava. Ein Poster des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan ist aufgeklebt. © Helmut Fricke
 
 

Selbst die DEM-Partei rätselt, was die Führung genau will

Was aber bezweckt die türkische Führung mit dem Vorstoß? Darüber herrscht selbst in der DEM-Partei noch immer Rätselraten. Mehr Klarheit könnte es geben, wenn Öcalan Besuch empfangen und sich so indirekt an die Öffentlichkeit wenden könnte. Am Mittwoch gab es Berichte, wonach Öcalans Neffe, der DEM-Abgeordnete Ömer Öcalan, ein Besuchsrecht erhalten habe. Später wurde dies dementiert. Noch sind die Hoffnungen, dass Bahçelis Worten tatsächlich Taten folgen, eher gering. Und sie wurden noch geringer, nachdem am Mittwochnachmittag ein Terrorangriff auf einen staatlichen Rüstungskonzern in Ankara verübt wurde, bei dem mindestens vier Menschen getötet und 14 weitere teils schwer verletzt wurden. Die DEM-Partei und die größte Oppositionspartei CHP äußerten beide die Vermutung, dass der Anschlag mit Bahçelis Vorstoß in Verbindung stehe. Der stellvertretende DEM-Vorsitzende Sezai Temelli sprach von einer „Provokation“.

Viele Beobachter bringen Bahçelis Vorstoß mit zwei Entwicklungen in Verbindung. Zum einen strebt Erdoğan eine Verfassungsänderung an. Sie könnte dem Präsidenten eine weitere Amtszeit ermöglichen. Bisher hat er dafür nicht die nötige Mehrheit im Parlament. Er könnte also versuchen, dafür die Unterstützung der DEM-Partei zu gewinnen. Zum anderen bereitet sich die Regierung in Ankara auf mögliche regionale Machtverschiebungen nach der amerikanischen Präsidentenwahl und im Zuge des Konflikts zwischen Israel und Iran vor. So könnte etwa ein Wahlsieg Donald Trumps mittelfristig zu einem Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien führen.

Das würde die mit Amerika verbündete kurdische YPG-Miliz schwächen, die nicht nur die Türkei als syrischen Ableger der PKK betrachtet. Eine militärische Eskalation zwischen Israel und Iran würde den Krieg außerdem bis an die Grenze der Türkei tragen – mit potentiell destabilisierenden Folgen. Die türkische Regierung erwarte große Verwerfungen und wolle deshalb Schwachstellen wie den auf niedriger Schwelle weiterschwelenden Konflikt mit der PKK abstellen, meint der Türkei-Forscher und Blogger Selim Koru. „Sie scheinen es eilig zu haben“, sagt er. 

Was in Syrien passiert, hat oft Einfluss auf die kurdische Frage

Entwicklungen in Syrien haben schon oft Einfluss auf die kurdische Frage in der Türkei gehabt. Zunächst fungierte Syrien als Rückzugsort der PKK. Kurz nachdem Öcalan von Damaskus ausgewiesen worden war, wurde er 1998 in Kenia festgenommen. Der syrische Bürgerkrieg von 2012 an eröffnete den syrischen Kurden die Möglichkeit, ein eigenes autonomes Gebiet zu verwalten. Viele Kurden in der Türkei sahen darin einen symbolischen Sehnsuchtsort. Ankara besetzte daraufhin militärisch Teile Syriens.

2015 war ein Friedensprozess zwischen der Regierung Erdoğan und der PKK gescheitert. Damals verfügte die Guerilla noch über schlagkräftige Strukturen innerhalb der Türkei, was inzwischen nicht mehr der Fall ist. Auch der politische Arm der Kurdenbewegung hat seit der Inhaftierung des damaligen Parteichefs Selahattin Demirtaş im Jahr 2016 stark an Einfluss verloren. „Jetzt ginge es eher um eine Kapitulation“, sagt Koru. Manche glauben, Erdoğan könnte im „Herbst“ seiner Herrschaft danach trachten, sich mit einer Lösung der Kurdenfrage einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern.

Allerdings ist völlig offen, was eine Freilassung Öcalans für die kurdische Bewegung bedeuten würde und ob die militärischen PKK-Führer in den irakischen Kandil-Bergen seinem Aufruf nach Auflösung der Organisation folgen würden. „Es ist unklar, wie viel Einfluss Öcalan auf Kandil hat“, sagt die Türkei-Expertin Hürcan Aslı Aksoy von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik. Sie vermutet, dass Erdoğan darauf abziele, die kurdische Partei weiter zu schwächen. „Innerhalb der Bewegung gibt es Spannungen zwischen Demirtaş und Öcalans Cliquen. Der Staat spielt damit“, sagt Aksoy. Der türkische Präsident hat Öcalan schon in der Vergangenheit für politische Manipulationen genutzt. Vor der wichtigen Bürgermeisterwahl in Istanbul von 2019 ließ er verbreiten, dass der PKK-Führer die Kurden aus dem Gefängnis heraus angeblich zur „Neutralität“ aufgerufen habe, während Demirtaş den Oppositionskandidaten Ekrem Imamoğlu unterstützte, der dann auch gewann. An den Ursachen des Konflikts zwischen der türkischen Mehrheitsbevölkerung und der kurdischen Minderheit würde eine Freilassung des 75 Jahre alten Öcalan nichts ändern. Sie liegen in der Definition der türkischen Nation als homogenes Volk mit nur einer Sprache. Sowohl die DEM-Partei als auch die größte Oppositionspartei CHP bemühten sich am Mittwoch, die Konzentration auf die Figur Öcalan für eine breitere Debatte über die Kurdenfrage zu nutzen. CHP-Chef Özgür Özel besuchte Demirtaş im Gefängnis. Anschließend sprach er sich für einen Prozess aus, der Kurden das Gefühl geben solle, gleichwertige Bürger der Türkei zu sein.

24 Oktober 2024 0 Kommentare
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Religion

Ohne Populismus und Rassismus : Wir brauchen eine ehrliche Debatte über Islamismus und die Grenzen von Migration

von Fremdeninfo 23 Oktober 2024
von Fremdeninfo

Ohne Populismus und Rassismus : Wir brauchen eine ehrliche Debatte über Islamismus und die Grenzen von Migration

Artikel von Franziska von Werder
 
Ein Sicherheitspaket gegen Islamisten-Gefahr, eine Asyldebatte, die die Würde des Menschen antastet? Die Politik sollte mal darüber sprechen, wie die deutsche Bürokratie die Integration Zugewanderter verhindert.
                                               
Ein Sicherheitspaket gegen Islamisten-Gefahr, eine Asyldebatte, die die Würde des Menschen antastet? Die Politik sollte mal darüber sprechen, wie die deutsche Bürokratie die Integration Zugewanderter verhindert. © Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul
 

Die Ampel führt ein schwer erträgliches Schauspiel auf öffentlicher Bühne zum Thema Migration auf. Nach wochenlangem Streit wurde ein Teil des geplanten Sicherheitspakets vergangenen Freitag im Bundesrat blockiert. Nun kommen ab Mittwoch in Leipzig die Chefs der Länder zusammen – und machen weiter Druck. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz soll die Verschärfung des Asylrechts diskutiert werden, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte im Vorfeld, er wolle ein Modell mit „umfassenden Zurückweisungen an den Grenzen“.

Hierbei geht es um nicht weniger als die Einschränkung von Grundrechten, die Würde des Menschen soll nicht mehr unantastbar sein. Dass die politische Mitte so weit nach rechts pendelt, hat vielerlei Gründe. Einer davon ist, dass Deutschland lange nicht fähig war, eine offene und ehrliche Debatte über Migration in all ihren Facetten zu führen. Darüber, welche eigenen Ziele Deutschland mit Migration verfolgen kann, wie das Land profitieren kann – aber auch, wie Migration begrenzt werden muss.

Ich glaube, dass eine Grenze erreicht ist dessen, was leistbar ist.

Bestandsaufnahme von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel war dieser Tage eine gewisse Zögerlichkeit anzusehen, als sie sagte, dass bei der Zuwanderung „eine Grenze erreicht ist dessen, was leistbar ist“. Hinter Slowiks Satz verbirgt sich kein Rechtsruck, sondern eine schlichte Bestandsaufnahme. Die Polizeipräsidentin verschiebt die Debatte damit ein Stück weit in Richtung Realität.

Sagen, was ist

Denn an der Realität sind in den vergangenen Jahren die Ideale vieler Verantwortungsträger zerschellt. Ein gutes Beispiel dafür ist René Wilke, parteiloser Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder). Er war mal in der Linkspartei, ein Pragmatiker. Es sei naiv gewesen, zu glauben, dass Menschen jeder Herkunft zusammenkommen und dann sei einfach alles gut, sagt Wilke heute. Die positive Grundannahme vieler in den Jahren 2015 und 2016 mit dem „Wir-schaffen-das“-Postulat der früheren Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich als falsch herausgestellt.

Seit einem Jahr kontrolliert die Bundespolizei in Frankfurt (Oder) die Grenze zu Polen, die Zahl der Geflüchteten sinkt spürbar – vielleicht zu spät? Frankfurt (Oder) erlebt wie andere Städte zunehmend Probleme mit Gewalt durch Zugewanderte und Bandenbildung. Im September nahm die Polizei dort einen 15-jährigen Syrer fest. Er soll einen Mann zu dem vereitelten islamistischen Terroranschlag auf ein Taylor Swift-Konzert in Wien angestachelt und selbst Anschläge auf Veranstaltungen, an denen Homosexuelle teilnehmen, angedroht haben.

Die Devise kann nur noch lauten: Sagen, was ist. Die demokratischen Parteien haben es jahrelang nicht geschafft, der AfD-Rhetorik etwas entgegenzusetzen. Und zwar ein offenes Sprechen über Islamismus und über die Grenzen von Migration. Wahr ist nämlich: Die Sicherheitslage hat sich auch durch islamistischen Extremismus in den vergangenen Jahren verschärft – und noch einmal seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Massakers der islamistischen Hamas an Juden in Israel.

Zwei Drittel aller Verdächtigten und Täter von islamistischen Anschlägen in Deutschland sind Geflüchtete. Wie konkret die Terrorgefahr ist, hat sich erst wieder am Wochenende gezeigt, als die Sicherheitsbehörden ein Attentat auf die israelische Botschaft in Berlin vereiteln konnten. Der verdächtige Libyer soll Kontakte zum IS gehabt haben.

Ein offenes Reden über dieses Problem, das nicht instrumentalisiert, nicht populistisch und nicht rassistisch ist, gab es lange nicht. Wer über Islamismus und über Gewaltkriminalität durch Zugewanderte sprach, geriet schnell in den Verdacht, rechtsradikal zu sein. Daran schließt sich ein weiteres Versäumnis an: Darüber zu sprechen, warum Integration oft nicht gelingt. Experten und Beamte sind sich da längst einig: Weniger Bürokratie, lasst die Leute arbeiten. Das hilft ihnen, anzukommen.

Stattdessen üben sich die Ministerpräsidenten und die Bundespolitik in gefährlicher Rhetorik. Migration zu stoppen, wird islamistischen Extremismus nicht verhindern. Denn Deutschland braucht Migration, sie muss nur geordnet sein, ohne unnötige Hürden in der Verwaltungsbürokratie für jene, die ankommen wollen, aber auch mit schnellen Verfahren und klaren Regeln, wer nicht bleiben kann.

23 Oktober 2024 0 Kommentare
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Religion

Um Einfluss der Türkei zu dämmen: Belgien verweigert fünf Imamen die Arbeitserlaubnis

von Fremdeninfo 22 Oktober 2024
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Um Einfluss der Türkei zu dämmen: Belgien verweigert fünf Imamen die Arbeitserlaubnis

                          T.Tagesspiegel

Belgien macht Ernst: In der Region Flandern dürfen Imame künftig nicht mehr arbeiten, wenn sie von der türkischen Religionsbehörde Diyanet bezahlt werden.

                                              

                                                 Ein Imam in der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm in Berlin. (Symbolbild) © Foto: dpa/Rainer Jensen
 

In Flandern in Belgien dürfen fünf Imame künftig nicht mehr arbeiten, weil sie ihren Lohn aus der Türkei erhalten. Die flämische Arbeitsministerin Zuhal Demir entzog ihnen laut einem Bericht des belgischen Rundfunks (online Montag) die Arbeitserlaubnis.

Grundlage dafür ist ein Gesetz, das im Mai in Flandern erlassen wurde. Es besagt, dass Arbeitsmigranten nicht von ausländischen Behörden bezahlt werden dürfen.

Laut Bericht lebten die Imame seit vier Jahren in Belgien und leiteten Moscheen in Gent, Antwerpen, Diest, Sint-Niklaas und Lommel. Im September hatten sie Anträge zur Verlängerung ihrer Arbeitsgenehmigungen gestellt.

Gegen die Entscheidung können sie Berufung einlegen. Falls dieser nicht stattgegeben wird, müssen sie bis zum Jahresende das Land verlassen. Die Moscheen, in denen die Imame arbeiten, gehören nach Informationen des flämischen Rundfunks zur türkischen Religionsbehörde Diyanet.

Der Einsatz türkischer Imame wird auch in anderen Ländern debattiert. Die deutsche Bundesregierung kündigte im Dezember 2023 an, die Entsendung von Vorbetern aus der Türkei mittelfristig zu stoppen.

Ziel sei es stattdessen, jährlich rund 100 Imame auszubilden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nannte die Entscheidung damals „einen wichtigen Meilenstein für die Integration und die Teilhabe muslimischer Gemeinden in Deutschland“.

Diyanet schickt nicht nur Imame ins Ausland. Im Oktober wurde in der albanischen Hauptstadt Tirana örtlichen Medienberichten zufolge „die größte Moschee auf dem Balkan“ eröffnet. Demnach wurde auch das Großprojekt mithilfe von Diyanet-Geldern finanziert. (KNA)

22 Oktober 2024 0 Kommentare
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Religion

Islam-Kritiker im Interview: „Warum lässt Deutschland zu, dass es Menschen gibt, die Gewalttaten begehen?

von Fremdeninfo 22 Oktober 2024
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Islam-Kritiker im Interview: „Warum lässt Deutschland zu, dass es Menschen gibt, die Gewalttaten begehen?

                                                                           Von: Klaus Rimpel

                                                

Muslime der Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland versammeln sich in den Hallen der Messe Stuttgart zu einem Gebet. Die nach eigenen Angaben älteste muslimische Gemeinschaft Deutschlands begeht ihr 100-jähriges Bestehen. © Bernd Weißbrod/dpa

Hamed Abdel-Samad wandelte sich vom Muslimbruder zum radikalen Kritiker des Islam. Als seine Autobiografie veröffentlicht wurde, sprachen islamistische Geistliche eine Fatwa gegen ihn aus. In seinem neuen Buch „Der Preis der Freiheit“ (dtv-Verlag, 24 Euro) beklagt Abdel-Samad, dass auch in Deutschland die Freiheit durch Islamisten und Extremisten von Rechts und Links zunehmend bedroht ist.

Seit nunmehr zehn Jahren müssen Sie unter Polizeischutz leben, mit der ständigen Bedrohung eines islamistischen Anschlags. Haben Sie es bereut, in Büchern und Vorträgen den Islamismus angeprangert zu haben?

Es gab eine Zeit, wo ich es bereut habe. 2015 bei der Frankfurter Buchmesse gab es erstmals nicht nur Drohungen aus dem Ausland, sondern einen Mordauftrag von deutschen Islamisten. Meine Sicherheitsstufe wurde erhöht, ich musste mit schusssicherer Weste auftreten. Da habe ich erstmals gedacht, ich muss aufhören, sonst ist mein Leben für immer zerstört. Aber dann kam ich zum Entschluss: Ich darf diesen radikalen Menschen nicht nachgeben! Ägypten habe ich verlassen, um hier in Deutschland in Freiheit leben zu können, um alles schreiben und sagen zu können, was ich denke. Plötzlich bin ich in der Situation, dass die Islamisten mir auch hier in Deutschland vorschreiben wollen, was ich sagen darf.

Abdel-Samad muss unter Polizeischutz leben – und äußert klare Kritik

Gewöhnt man sich irgendwann an diesen Ausnahmezustand, ständig unter Polizeischutz leben zu müssen?

Ich wehre mich dagegen, mich daran zu gewöhnen, denn dann würde ich hinnehmen, dass diese Islamisten triumphieren. Es kann nicht sein, dass 2024 mitten in Europa ein Schriftsteller um sein Leben fürchten muss, während Islamisten frei herumlaufen und ungestört ihre Hasstiraden verbreiten dürfen. Und sogar Kriminelle haben in Deutschland mehr Freiheit als ich! Ich wollte einmal in einem Restaurant essen gehen, was ich selten tue. Wegen meiner erhöhten Sicherheitsstufe muss die Polizei das Lokal checken, ehe ich es betreten darf. Und die Beamten sagten mir, ich dürfe das Restaurant nicht betreten, weil darin bewaffnete Mitglieder eines kriminellen arabischen Clans sitzen. Wenn die Polizei den Kriminellen ausweicht und nicht umgekehrt, dann läuft doch etwas in diesem Land grundsätzlich schief.

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                                                     Islam-Kritiker Hamed Abdel-Samad. © Martin Hangen/dtv

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Anschlag auf Salman Rushdie hörten?

Sehr viele gemischte Gefühle und Gedanken. 33 Jahre nach seiner Fatwa hatte es ihn erwischt. Bei mir waren es gerade zehn Jahre seit meiner Fatwa her. Islamisten haben ein sehr gutes Langzeitgedächtnis. Das heißt, ich werde für immer unter Lebensgefahr leben und arbeiten. Doch Rushdies Beispiel zeigt für mich auch, was wir im Westen alles falsch gemacht haben.

Falsche Strategie beim Schutz friedlicher Muslime

Was genau waren die Fehler?

Nach dem Terror vom 11. September 2001 wollten wir eigentlich klare Kante gegen den Islamismus zeigen. Doch das passierte nicht, stattdessen war der Westen danach bemüht, islamische Gemeinschaften zu integrieren. Die Politik hat https://www.merkur.de/politik/partei-erdogan-legt-spd-und-gruene-rein-erst-doppelpass-dann-neue-92802808.html“,“storyElementPosition“:21,“storyElementCount“:38}}“ data-id-em=“1″>Erdogan hofiert und versucht, die Muslimbrüder irgendwie zu zähmen. Der Multikulturalismus hat versucht, jede kritische Stimme, die vor der Gefahr durch den Islamismus warnt, zum Schweigen zu bringen. Die Idee dabei war nobel, man wollte friedliche Muslime vor Hass und Rassismus zu schützen. Aber mit dieser Strategie haben wir den Islamisten die Möglichkeit gegeben, ihre Infrastruktur aufzubauen und immer mächtiger zu werden. Und gleichzeitig wurden auch die rechten, rassistischen Gruppen immer stärker.

22 Oktober 2024 0 Kommentare
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Archive

Seit 25 Jahren im Exil gewesen: Fethullah Gülen gestorben

von Cumali Yağmur 22 Oktober 2024
von Cumali Yağmur

 

Seit 25 Jahren im Exil gewesen: Fethullah Gülen gestorben

von: dpa/ dtj

An Fethullah Gülen, hier zu sehen in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014, schieden sich zeit seines Lebens die Geister. Für seine Anhänger war er ein gemäßigter Geistlicher und Meinungsführer, seine Gegner hielten ihn für einen gefährlichen Widersacher der türkischen Regierung mit einer eigenen Agenda. Foto: Selahattin Sevi

Fethullah Gülen gründete eine weltweit aktive Bewegung und galt als Staatsfeind Nummer eins in der Türkei. Präsident Erdoğan machte ihn für den Putschversuch 2016 verantwortlich und erklärte dessen Bewegung zu einer Terrororganisation. Nun starb Gülen, der eine Verwicklung in den Putschversuch stets bestritt, im US-Exil.

Der 83-jährige Fethullah Gülen ist tot. Der Geistliche sei am Sonntagabend um 21:21 Uhr Ortszeit in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Pennsylvania gestorben, erklärte der Vorsitzende der Stiftung Dialog und Bildung, Ercan Karakoyun. Die Stiftung ist der deutsche Ableger der transnationalen Gülen-Bewegung, die in Deutschland unter anderem Schulen, Nachhilfezentren und Kindergärten betreibt.

Gülen sei ein einflussreicher muslimischer Gelehrter gewesen, dessen Vision den Anstoß zur globalen Hizmet-Bewegung gegeben habe, teilte die Stiftung mit. Ziel der Bewegung ist es, Muslime über Bildungseinrichtungen, Medien und Vereinsarbeit für eine fromme Lebensweise zu gewinnen. Aus der Bewegung hieß es, Gülen sei schon seit einigen Jahren gesundheitlich angeschlagen gewesen.

Gülen für Erdoğan Staatsfeind Nummer eins

Die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan betrachtet Gülen als Staatsfeind Nummer eins. Erdoğan hält ihn nach wie vor für den Drahtzieher des Putschversuchs von 2016 in der Türkei und hat immer wieder dessen Auslieferung gefordert. Gülen hatte seine Beteiligung stets abgestritten. Seit 1999 lebte er im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Am 15. Juli 2016 hatten in der Türkei Teile des Militärs gegen die Regierung von Präsident Erdoğan geputscht. In Istanbul und der Hauptstadt Ankara gab es schwere Gefechte zwischen Putschsoldaten und regierungstreuen Sicherheitskräften. Der Aufstand wurde schließlich niedergeschlagen. Mehr als 250 Menschen starben und mehr als 2.000 wurden verletzt. Bis heute ist nicht ganz klar, wer hinter dem Putschversuch steckt. Gülen-Anhänger und andere Kritiker bezichtigen die Regierung, den Putschversuch inszeniert zu haben, um das Land noch autoritärer regieren zu können und die Bewegung komplett zu kriminalisieren.

 

 

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Sánchez Amor: „Wann sind aus Gülenisten Terroristen geworden?“

Spread the loveDas Europäische Parlament befürchtet einen Rückschritt der Menschrechtssituation in der Türkei. In einer aufsehenerregenden Rede rechnete ein spanischer Abgeordneter vor türkischen Parlamentariern mit der türkischen Regierung ab. Er erwarte, dass man das eigene Verhalten von außen betrachte.  Der spanische Abgeordnete der Fraktion „Progressive Allianz der Sozialdemokraten“, Nacho Sánchez Amor, der zugleich Türkei-Berichterstatter des … Sánchez Amor: „Wann sind aus Gülenisten Terroristen geworden?“ weiterlesen

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Unter dem Ausnahmezustand, den Erdoğan anschließend ausrief und der erst im Juli 2018 endete, ging die Regierung gegen mutmaßliche Putschisten und Anhänger von Gülens Bewegung, aber auch gegen Oppositionelle vor. Per Dekret wurden mehr als 100.000 Staatsbedienstete entlassen und Zehntausende Menschen verhaftet. In der Türkei ist die Gülen-Bewegung seither als Terrororganisation eingestuft. Viele andere Staaten folgen dieser Einordnung nicht. So auch Bruno Kahl, Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND): „Die Türkei hat auf den verschiedensten Ebenen versucht, uns davon zu überzeugen. Das ist ihr aber bislang nicht gelungen. Die Gülen-Bewegung ist eine zivile Vereinigung zur religiösen und säkularen Weiterbildung.“

Karakoyun: Bewegung wird fortbestehen

Der Stiftung Dialog und Bildung zufolge basiert Gülens Lehre auf einer zeitgemäßen Interpretation islamischer Traditionen und fördert universelle Werte wie Mitgefühl, Gleichheit und Gerechtigkeit. Gülen habe sich für den Dialog zwischen unterschiedlichen religiösen, ethnischen und kulturellen Gruppen eingesetzt und viele Menschen dazu ermutigt, diesem Beispiel zu folgen. Die Bewegung sei bekannt für ihren Einsatz zur Förderung von Wissenschaft, Bildung, sozialem Empowerment und gemeinnützigem Engagement. Gülen selbst sei ein entschiedener Kritiker von Radikalismus, Terrorismus und Gewalt im Namen der Religion gewesen und habe sich unermüdlich für Frieden und gegenseitiges Verständnis in einer konfliktreichen Welt eingesetzt.

Karakoyun ist sich sicher, dass Gülens Vermächtnis durch die vielen Bildungs- und humanitären Initiativen der Bewegung fortbestehen werde. „Sein Einsatz für ein friedliches Miteinander und den Dienst an der Menschheit wird auch künftige Generationen inspirieren“, so der Vorsitzende. Die Bewegung, deren Zukunft Gegenstand vieler Diskussionen ist, werde weiter existieren. Sie habe sich stets durch ihre dezentralisierte Struktur und ihre Prinzipien der Konsultation, Zusammenarbeit und gemeinsamen Verantwortung ausgezeichnet.

Gülen soll in Pennsylvania bestattet werden.

22 Oktober 2024 0 Kommentare
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Erdoğan-Gegner: Medienberichte: Türkischer Prediger Gülen ist tot

von Fremdeninfo 21 Oktober 2024
von Fremdeninfo

                      Erdoğan-Gegner: Medienberichte: Türkischer Prediger Gülen ist tot

                                                        Von:     SZ.de

                                              

 

                                                    Fethullah Gülen ist im Exil in den USA gestorben. (Archivbild) © Charles Mostoller/REUTERS
 
 

Gülen soll im US-Exil gestorben sein. Die Bewegung des Predigers wird von der türkischen Regierung für den Putschversuch von 2016 verantwortlich gemacht und als Terrororganisation eingestuft.

Medienberichte: Türkischer Prediger Gülen ist tot

Der türkische Prediger Fetullah Gülen ist türkischen Medienberichten zufolge im US-Exil gestorben. Das berichtete unter anderem der Sender NTV am Montag. Auch sein Neffe Ebuseleme Gülen bestätigt den Tod seines Onkels bei X.

Die Bewegung von Gülen wird von der türkischen Regierung für den Putschversuch von 2016 verantwortlich gemacht und als Terrororganisation eingestuft. Gülen gilt vielen in der Türkei als Staatsfeind Nummer eins, unter anderem der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sieht ihn als solchen. Von den USA forderte Erdoğan eine Auslieferung des dort im Exil lebenden Predigers. Gülen bestritt jegliche Verstrickung in den Putschversuch und behauptete, der türkische Präsident selbst könnte den Putsch inszeniert haben.

Gülen und Erdoğan waren lange Weggefährten

Dabei einte Gülen und Erdoğan lange die gemeinsame Vision einer islamisch geprägten Gesellschaft. Einen weiten Teil ihres Weges an die Macht gingen die beiden vereint. Irgendwann allerdings standen sie sich gegenseitig im Weg, Erdoğan strebte immer autoritärer nach Macht. 2013 kam es schließlich zum endgültigen Bruch. Der spätere türkische Staatspräsident begann, seine Partei, Justiz und Armee, von Menschen zu „säubern“, die er nicht als loyal empfand. Unter ihnen waren auch viele Gülen-Leute. Erdoğan ließ gegen die Bewegung wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ermitteln und bewilligte ein Gesetz, das ihre Schulen verbieten sollte – eine offene Kriegserklärung.

Gülen lebte seit 1999 in den USA. Von dort aus unterhielt er sein einflussreiches Netzwerk aus mehr als 1500 Schulen weltweit, schickte seine Predigten per Videostream in die ganze Welt. Die Schulen dienen dazu, Gülens Einfluss auch auf kommende Generationen auszudehnen. Auch in Deutschland soll es etwa 20 davon geben, dazu circa 300 Nachhilfe-Institute. Gülen wollte eine islamische Elite heranbilden, die in verantwortungsvollen Positionen ihren Einfluss geltend macht.

Gülen kam in Ostanatolien als Sohn eines Dorfimams auf die Welt. Die Angaben über sein Geburtsjahr variieren zwischen 1941 und 1938. Gülen tritt für eine Neuinterpretation des Korans ein, er reiste ab den 60er-Jahren als Wanderprediger durch die Türkei. Er rief zu Dialog und Frieden auf. Manchmal brach er während seiner Predigten minutenlang in Tränen aus, das galt als sein Markenzeichen.

21 Oktober 2024 0 Kommentare
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Außer in einem Punkt: Scholz und Erdoğan rücken enger zusammen

von Cumali Yağmur 20 Oktober 2024
von Cumali Yağmur

Außer in einem Punkt: Scholz und Erdoğan rücken enger zusammen

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19.10.2024, Istanbul: Bundeskanzler Olaf Scholz (l) und Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, geben nach ihrem Treffen eine Pressekonferenz. Foto: Khalil Hamra/AP/dpa

 
Die deutsch-türkischen Beziehungen gelten als schwierig. Beim Besuch des Kanzlers in Istanbul zeichnet sich eine Annäherung ab. In einer Frage bleibt aber ein tiefer Graben.

Deutschland und die Türkei wollen nach jahrelanger Zurückhaltung im Rüstungsbereich wieder enger kooperieren. Nach seinem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan nannte Bundeskanzler Olaf Scholz es „selbstverständlich“, dass der NATO-Partner Türkei deutsche Waffen erhält und zeigte sich sogar offen für die Lieferung von Eurofighter-Kampfjets. Zur offenen Konfrontation der beiden kam es dagegen beim Thema Nahost.

Kurz vor dem zweiten Türkei-Besuch des Kanzlers in seiner bisher dreijährigen Amtszeit war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung wieder in größerem Stil Rüstungsexporte in die Türkei zulässt. In diesem Jahr wurden bis zum 13. Oktober bereits 69 Genehmigungen im Wert von 103 Millionen erteilt. Darunter waren Kriegswaffen für 840.000 Euro.

Der Wert der für die Türkei genehmigten Exporte liegt damit erstmals seit 2011 wieder im dreistelligen Millionenbereich. Zuletzt wurde der Export von 28 Torpedos und 101 Lenkflugkörpern genehmigt. Bis zum gescheiterten Militärputsch in der Türkei 2016 und dem Einmarsch in Nordsyrien hatte die Bundesregierung in großem Stil Rüstungsexporte in das Land genehmigt, sie dann aber deutlich zurückgefahren. Die Lieferungen gelten nicht nur wegen des internationalen Agierens der Türkei, sondern auch wegen der Menschenrechtslage im Land umstritten.

Gespräche über Eurofighter werden „vorangetrieben“

Zum angestrebten Kauf der Türkei von 40 Eurofighter-Kampfjets verwies Scholz (SPD) darauf, dass darüber Gespräche zwischen Großbritannien und der Türkei geführt würden. Das sei etwas, „das sich weiterentwickeln wird, aber jetzt von dort vorangetrieben wird“.

Die Jets werden von Deutschland mitproduziert. Die Bundesregierung muss dafür ihre Zustimmung erteilen. Erdoğan zeigte sich zufrieden und sagte, man wolle die Probleme der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Beschaffung von Produkten der Verteidigungsindustrie „endlich hinter uns lassen“.

Deutsch-türkische Regierungskonsultationen vor Comeback

Nach fast neun Jahren Pause wollen Scholz und Erdoğan auch die deutsch-türkischen Regierungskonsultationen wiederbeleben. Das sind Treffen, an denen neben den Regierungschefs beider Länder auch mehrere Minister teilnehmen. Scholz nannte die Wiederaufnahme des Formats ein „sichtbares Zeichen“ für die Qualität der Beziehungen.

Auf die Frage nach konkreten Ergebnissen beim Thema Migration und Abschiebungen hielten sich beide Seiten aber bedeckt. Die Bundesregierung will nicht nur nach Afghanistan, sondern auch nach Syrien wieder Straftäter abschieben. Dafür sucht sie Kooperationspartner. Scholz bekräftigte zwar seinen Willen, auch nach Syrien wieder abzuschieben. Der Frage, ob die Türkei helfen könne, wich er aber aus.

 

20 Oktober 2024 0 Kommentare
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