Wie wird Wohnen wieder bezahlbar

von Fremdeninfo

Von: Axel von der Ohe 
Von Haz
Mieten steigen, aus der Kommunalpolitik kommen Ideen

In Hannover sind die Preise für inserierte Mietwohnungen im vergangenen Jahr doppelt so stark gestiegen wie die Inflation: um fast vier Prozent. Dieses Ergebnis einer bundesweiten Auswertung von Wohnungsanzeigen löst jetzt in Hannovers Kommunalpolitik erste Reaktionen aus. Im heraufziehenden Kommunalwahlkampf macht Oberbürgermeisterkandidat Axel von der Ohe (SPD) mehrere Vorschläge, wie Wohnen wieder bezahlbar werden kann. Für ihn liege in der aktuellen Mietpreisentwicklung „sozialer Sprengstoff“.

Von der Ohe schlägt vor, „überflüssige Standards“ für Neubauten zu streichen. Vorbild sei das sogenannte Hamburger Modell. In der Hansestadt will man damit Kosten für Neubauten deutlich reduzieren. Auf Kostentreiber wie Tiefgaragen kann verzichtet werden, Decken und Wände können dünner ausfallen, die Haustechnik darf schlicht sein. Mit vernünftigen Standards, kostenbewusster Planung und schnellen Genehmigungen können Baukosten um ein Drittel gesenkt werden“, sagte Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister Hamburgs.

Zudem schlägt von der Ohe vor, den Anteil von Sozialwohnungen zu erhöhen. Wo immer Neubaugebiete erschlossen werden, soll der Anteil von Wohnungen mit besonders günstigen Mieten (sechs bis acht Euro Kaltmiete pro Quadratmeter) nicht mehr wie bisher 30 Prozent, sondern 40 Prozent betragen. Um solche Mieten überhaupt anbieten zu können, haben Investoren die Möglichkeit, Fördergeld von der Stadt Hannover zu beantragen. OB-Kandidat von der Ohe fordert überdies, dass die Stadt eine neue Förderkategorie ins Leben rufen sollte – die Miete für neun Euro pro Quadratmeter. Damit will er mehr bezahlbaren Wohnraum für mittlere Einkommen schaffen.

Unklar ist, wie solche Förderprogramme finanziert werden sollen, denn die Stadt Hannover schiebt noch immer einen hohen Schuldenberg vor sich her, mit entsprechender Zinslast. Andere Punkte sind umsetzbar: Tiefgaragen müssen in Hannover längst nicht mehr gebaut werden, und die neue Niedersächsische Bauordnung lässt Abweichungen von Standards zu. Von der Ohe ist zudem der Ansicht, dass in Hannover immer weniger Büroflächen benötigt werden, weil viele Menschen inzwischen zu Hause arbeiten. „Deshalb gründen wir eine Taskforce Umnutzung, die systematisch Potenziale für die Umnutzung von Büroimmobilien zu Wohnraum ermittelt“, sagt von der Ohe. Ein größeres Angebot an Wohnungen wirke sich preisdämpfend auf die Mieten aus.

Ähnliche Beiträge