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Innerhalb von 15 Tagen“ – Erdogan erfüllt sich Traum und besucht Damaskus

von Cumali Yağmur 20 Dezember 2024
von Cumali Yağmur

 

 

Innerhalb von 15 Tagen“ – Erdogan erfüllt sich Traum und besucht Damaskus

Artikel von Erkan Pehlivan

                                 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kommt nach Damaskus – und das schon bald. Zuvor hatte Erdogan bereits seinen Geheimdienstchef in das Land geschickt.

Ankara/Damaskus – Für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht ein Traum in Erfüllung. „Wir werden so Gott will in der Umayyaden Moschee in Damaskus unser Gebet verrichten“, hatte Erdogan am 5. September 2012 in einer Ansprache gesagt, und das „innerhalb kürzester Zeit“. Ein Jahr zuvor war der Bürgerkrieg in Syrien ausgebrochen, und Erdogan hatte sich auf die Seite der Aufständischen gestellt, obwohl er bis dahin beste Beziehungen zu dem syrischen Machthaber Baschar al Assad pflegte.

Nach einem Bericht der regierungsnahen Zeitung Türkiye unter Berufung auf syrische Quellen soll der Termin für den Besuch von Erdogan in Damaskus feststehen. „Syrische Quellen rechnen mit einem historischen Besuch innerhalb von 15 Tagen“, schreibt das Blatt. „Erdoğan, der mit dem HTS-Führer Abu Mohammed al-Dscholani zusammentreffen wird, wird voraussichtlich auch mit syrischen Turkmenen zusammenkommen“.

Massive Sicherheitsvorkehrungen in Syrien wegen Erdogan-Besuch

Deswegen liefen in dem Land die Sicherheitsvorkehrungen. „Für den Präsidenten wird ein außerordentlicher Luft- und Bodenschutzschild entlang der Linie Hama, Homs und Idlib eingerichtet. Außerdem werden die türkischen Radare aktiviert und der gesamte Luftverkehr kontrolliert“, heißt es in dem Bericht.

In Syrien droht ein Konflikt zwischen der Türkei und USA sowie Israel auf der anderen Seite. © dpa/Maxim Shemetov

Erdogan hatte zuvor den Chef des Geheimdienstes MIT, Ibrahim Kalin, am 12. Dezember nach Damaskus geschickt. In den Videos war zu sehen, wie Kalin die Umayyaden-Moschee verließ und gemeinsam mit Dscholani im Auto fuhr. Erdogans Geheimdienstchef war dabei umringt von schwer bewaffneten Leibwächtern. Die Rede von 2012, in der Erdogan ankündigte, innerhalb kürzester Zeit Damaskus zu besuchen und in der Umayyaden-Moschee zu beten, hatte bei den Kritikern von Erdogan, damals noch Ministerpräsident, jahrelang für Spott gesorgt.

Erdogan baut Einfluss in Syrien aus und setzt Kurden unter Druck

Der zunehmende Einfluss der Türkei in Syrien scheint auch eine Machtdemonstration gegen den Westen zu sein. Erdogan gehört zu den Unterstützern der neuen Machthaber der HTS. Im Norden des Landes (Kurdisch: Rojava) drängt die mit der HTS Verbündete und von der Türkei bewaffnete Syrische Nationalarmee (SNA) die kurdisch dominierte SDF (Syrian Democratic Forces) zurück, die Erdogan mit der verbotenen kurdischer Arbeiterpartei PKK gleichsetzt. Gleichzeitig greift die türkische Luftwaffe immer wieder kurdische Ziele in Nordsyrien an.

Es droht daher ein Konflikt mit den USA und Israel, die die Kurden im Norden des Landes unterstützen. In seinen ersten Amtszeit als Präsident hatte Donald Trump Erdogan vor Angriffen auf die Kurden mit den Worten „sei kein Dummkopf“ gewarnt. Laut israelischem Außenminister Gideon Sa´ar müsse die Sicherheit der kurdischen Minderheit in Syrien gewährleistet werden, die immer noch Angriffen ausgesetzt ist. „Die Kurden haben tapfer gegen die Terromiliz IS gekämpft und die internationale Gemeinschaft muss ihren Schutz vor Angriffen radikaler Islamisten gewährleisten“, lässt der israelische Top-Diplomat über X mitteilen. (erpe)

20 Dezember 2024 0 Kommentare
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Religion

Land unterzeichnet Verträge mit Islamverbänden

von Fremdeninfo 20 Dezember 2024
von Fremdeninfo

 

Land unterzeichnet Verträge mit Islamverbänden

                                                                  Artikel von dpa

 

                                                    

013 starteten die Verhandlungen, nach jahrelanger Unterbrechung sind sie kürzlich zum Abschluss gekommen (Archivbild). © Boris Roessler/dpa

                                             

Nach jahrelangen Verhandlungen und kontroversen Debatten steht heute (16.30 Uhr) die Unterzeichnung der Verträge zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und vier islamischen Religionsgemeinschaften an. Bei den Verhandlungen ging es unter anderem um den Religionsunterricht sowie um den Umgang mit Begräbnisvorschriften, Seelsorge, religiöse Feiertage sowie die theologische Ausbildung an Hochschulen. 

Die Gespräche hatten 2013 begonnen. Nach dem Putschversuch in der Türkei waren sie im Sommer 2016 einvernehmlich ausgesetzt worden. Danach gab es mehrere Gutachten, um die Unabhängigkeit der Landesverbände zu untersuchen. Im Sommer 2023 wurden die Gespräche wieder aufgenommen, die Einigung wurde am vergangenen Dienstag bekannt. 

Mit dabei sein werden bei der Unterzeichnung im Stresemannsaal der Staatskanzlei in Mainz neben Ministerpräsident Alexander Schweitzer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (beide SPD) Vertreter der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB Rheinland-Pfalz (DITIB RLP), der Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime, der Landesverband islamischer Kulturzentren Rheinland-Pfalz (LVIKZ) und von Ahmadiyya Muslim Jamaat.

20 Dezember 2024 0 Kommentare
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Archive

Türkei und Europa: Von der Leyens gefährliche Verhandlungen mit Erdoğan

von Fremdeninfo 18 Dezember 2024
von Fremdeninfo

Türkei und Europa: Von der Leyens gefährliche Verhandlungen mit Erdoğan

 

                                                                          Artikel von Tobias Schibilla/  t-Online

 

                                                     

                                                    Der türkische Präsident Erdoğan: Für den Westen ist er ein unberechenbarer Partner. (Quelle: Khalil Hamra)

 

Ursula von der Leyen reist in die Türkei. Sie muss Präsident Erdoğan Angebote machen, damit der türkische Präsident seine militärischen Ziele nicht brutal umsetzt. Doch dabei muss sie geschickt vorgehen.

Die Diplomatie hat in Syrien einen schweren Stand. Nach dem Fall der brutalen Diktatur von Baschar al-Assad versuchen die Regionalmächte, ihren Einfluss in der Region auszuweiten. Israel bombardiert in Syrien alles, was auch nur den Anschein erweckt, einen militärischen Nutzen für eine künftige syrische Regierung zu haben.

Gleichzeitig droht die Türkei unter ihrem autokratisch regierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mit einer großen Bodenoffensive gegen die von Kurden kontrollierten Gebiete in Nordsyrien. Insbesondere die überwiegend kurdisch besiedelten Großstädte Kobanê und das arabische Ar-Raqqa laufen Gefahr, von der türkischen Armee und den von der Türkei unterstützten islamistischen Milizen überrannt und erobert zu werden.

Es ist daher gut und wichtig, dass Ursula von der Leyen in dieser angespannten Situation am Dienstag in die Türkei reist. Doch die Präsidentin der Europäischen Kommission muss dabei mit Bedacht vorgehen – denn Erdoğan könnte die Region stabilisieren, er könnte sie aber auch weiter ins Chaos stürzen.

Erdoğans Machtansprüche reichen weiter als die Türkei

Keine Frage: Die Türkei hat eine entscheidende Bedeutung für die politische Neuordnung in Syrien und gehört militärisch zu den stärksten Regionalmächten in Nahost. Immerhin verfügt das Land über die zweitgrößte Armee in der Nato und Erdoğan nutzt diese militärische Stärke, um seine hegemonialen Ziele in der Region zu untermauern.

Erdoğan träumt davon, das osmanische Reich neu aufleben zu lassen. Nationalismus spielt eine große Rolle in der modernen türkischen Außenpolitik. Außerdem sieht sich der türkische Präsident als Schutzherr der Sunniten im Nahen Osten. Damit eckt er insbesondere beim Iran, dem stärksten schiitischen Land in der Region, immer wieder an. Hinzu kommt außerdem noch der schwelende Konflikt mit den Kurden, die in großen Teilen Nordsyriens herrschen. Erdoğan sieht sie als bewaffneten Arm der Arbeiterpartei PKK, die er in der Türkei seit Jahren bekämpft hat.

Die EU ist unter Zugzwang, muss auf Erdoğan einwirken, damit er Syrien und die Kurden nicht noch weiter bekämpft. Aber wie? Die EU und die Türkei sind wirtschaftlich eng verbunden, und Erdoğan braucht Geld aus Europa. Denn die Inflation in der Türkei liegt bei 49 Prozent, die Landeswährung Lira ist schwach. Und dann sind da noch die europäischen Rüstungsexporte, die die EU zurückdrehen könnte. Somit hat von der Leyen mehrere gute Druckmittel gegenüber der türkischen Regierung, aber sie muss diese auch einsetzen wollen und Erdoğan möglicherweise wirtschaftliche Zugeständnisse machen.

Der EU fehlt der entscheidende Hebel

Erdoğan ist kein einfacher Verhandlungspartner, und es wird für die EU darum gehen, zwar Druck auf die Türkei aufzubauen, sie aber gleichzeitig nicht zu verprellen. Daher sollte die EU versuchen, die Türkei wirtschaftlich und politisch enger an sich zu binden. Auch geopolitisch wäre das für den Westen von Vorteil.

Einen weiteren Schritt zu mehr Zusammenarbeit wagte von der Leyen am Dienstag. Die EU-Kommissionspräsidentin hatte bei ihrem Besuch in Ankara eine weitere Tranche von einer Milliarde Euro für Flüchtlinge in der Türkei angekündigt. „Eine weitere Milliarde Euro für das Jahr 2024 ist auf dem Weg“, erklärte sie. Der Zeitpunkt dafür ist wenig überraschend.

Die Türkei geht als Sieger aus dem Chaos in Syrien hervor, aber Erdoğans Erfolg ging auf Kosten von Kremlchef Wladimir Putin. Es ist für die EU daher auch eine Chance, mit kluger Diplomatie den Graben zwischen Ankara und Moskau zu vergrößern. Dabei darf von der Leyen dem türkischen Präsidenten aber nicht mit Naivität begegnen, denn er bleibt ein gefährlicher Partner. In der Vergangenheit hat er oft genug gezeigt, dass er diplomatische Absprachen beiseite wischt, wenn er dadurch seine eigene Machtposition stärken kann.

Erdoğan weiß, dass er sich aktuell in einer Machtposition befindet. Die Europäische Union ist auf die Türkei angewiesen, um die Stabilität in der Region zu sichern. Um einen gewichtigen politischen Hebel zu haben, der Erdoğan zum Einlenken bewegt, müssen die EU und die USA nun eng zusammenarbeiten. Auf den türkischen Staatschef einwirken, ihm Angebote machen, eigene Forderungen untermauern. Es besteht die Chance für eine langfristige Lösung und Frieden in der Region – allerdings müssen die Kurden einbezogen werden. Zu oft wurden sie in der Vergangenheit vom Westen verraten.

Das muss nun alles schnell geschehen, bevor die Amerikaner unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump wieder das Interesse an der Region verlieren. Mit Blick auf Stabilität im Nahen Osten läuft dem Westen erneut die

18 Dezember 2024 0 Kommentare
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Religion

Religionsunterricht, Seelsorge – Rheinland-Pfalz und Islamverbänden einigen sich

von Fremdeninfo 17 Dezember 2024
von Fremdeninfo

Religionsunterricht, Seelsorge – Rheinland-Pfalz und Islamverbänden einigen sich

Seit 2013 verhandelte die rheinland-pfälzische Regierung mit Unterbrechungen mit vier Islamverbänden. Es geht um den Religionsunterricht, aber auch um den Umgang mit religiösen Feiertagen. Nun sind die Verträge des Landes und der Verbände unterschriftsreif.

                                                          

Mutter schiebt ihr Kind im Kinderwagen in traditionellem Gewand und Kopftuch durch einen Park in München picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Die langwierigen Verhandlungen zwischen der rheinland-pfälzischen Landesregierung und den vier Islamverbänden sind abgeschlossen. Die Verträge sollen am kommenden Freitag (16.30 Uhr) in Mainz unterzeichnet werden, teilte die Staatskanzlei mit.

Mit den Verträgen soll die Zusammenarbeit auf eine feste Grundlage gestellt werden. Nach der Billigung des Kabinetts ist der Weg frei für eine Unterzeichnung der Kontrakte.

Die vier beteiligten Verbände sind die Schura Rheinland-Pfalz, ein Zusammenschluss von Moscheegemeinden, die Islamische Religionsgemeinschaft Ditib Rheinland-Pfalz, der Landesverband Islamischer Kulturzentren Rheinland-Pfalz (LVIKZ) und Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Religionsunterricht, Begräbnisvorschriften, Seelsorge

Die Verhandlungen zwischen dem Land und den vier islamischen Verbänden waren nach mehrjähriger Unterbrechung im Sommer 2023 wieder aufgenommen worden. Es geht um Themen wie Religionsunterricht, Begräbnisvorschriften, Seelsorge, um religiöse Feiertage sowie die theologische Ausbildung an Hochschulen.

Begonnen hatten die Verhandlungen schon im Jahr 2013. Wegen des Putschversuchs in der Türkei waren sie im Sommer 2016 einvernehmlich ausgesetzt worden. Danach hatte es

In Rheinland-Pfalz bilden die Muslime neben den beiden christlichen Kirchen die drittgrößte religiöse Gemeinschaft.

17 Dezember 2024 0 Kommentare
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Archive

Eine Million Syrer in Deutschland – Die schrille Debatte verhindert einen echten Plan

von Cumali Yağmur 17 Dezember 2024
von Cumali Yağmur

 

 

Eine Million Syrer in Deutschland – Die schrille Debatte verhindert einen echten Plan

Artikel von Jan Klauth

Die einen prognostizieren den Zusammenbruch des Arbeitsmarktes, sollten syrische Flüchtlinge vermehrt zurückkehren – die anderen wollen sie mit 1000-Euro-Prämien schnell zum Rückflug bewegen. Bei den entscheidenden Problemen kommen wir so aber kein Stück weiter.

Zuweilen fragt man sich, wer Friedrich Merz eigentlich berät. „Das eine Drittel, […] das in Deutschland arbeitet und integriert ist, kann selbstverständlich hierbleiben“, so der CDU-Chef im „Bericht aus Berlin“ mit Blick auf die hierzulande lebenden Syrer. „Aber zwei Drittel arbeiten nicht, das sind ganz überwiegend junge Männer und von denen können viele zurück.“

Diese Aussage ist bestenfalls halb richtig. Erstens liegt die Beschäftigungsquote syrischer Staatsangehöriger aktuell bei 41,7 Prozent. Zweitens ist die Arbeitslosenquote der Frauen aus Syrien um ein Vielfaches höher als die der Männer.

Nicht nur bei Merz läuft in der Syrien-Debatte gerade einiges durcheinander. Da ist einerseits die Unklarheit in Syrien selbst. Während vollkommen offen ist, wie sich das Land unter den Islamisten-Milizen, die Assad gestürzt haben, entwickelt, fliegt die Türkei weiterhin Angriffe auf die kurdischen Gebiete. Die CDU-Pläne, Flüchtlinge möglichst schnell mit einer 1000-Euro-Prämie zur Rückkehr zu drängen, kommen daher zu früh und blenden die volatile Lage vor Ort aus.

Dennoch muss langfristig über Lösungen nachgedacht und gleichzeitig die Lage auf dem Arbeitsmarkt ohne Scheuklappen analysiert werden. Lange hat man genau das vermieden. Zwar gibt es viele Erfolgsgeschichten von Syrern in Deutschland. Zu Recht wird darauf verwiesen, dass Tausende aus systemrelevanten Berufen nicht mehr wegzudenken sind.

Die Kehrseite der Medaille: Knapp die Hälfte der rund einer Million Syrer in Deutschland bezieht Bürgergeld, der Großteil ununterbrochen über viele Jahre.

Arbeitsminister Hubertus Heil und Kanzler Olaf Scholz fuhren bisher eine Verschleierungstaktik. Viel zu spät und erst nachdem hunderttausende ukrainische Staatsangehörige ins Bürgergeld gekommen waren, konnte man das Problem nicht mehr wegignorieren und hat im Herbst 2023 den „Jobturbo“ aufgesetzt.

Zwar sorgte er dafür, dass mehr Flüchtlinge in Arbeit kamen, schrammte aber weit an der eigenen Zielsetzung vorbei. Im Kanzleramt sprach man dennoch vom Erfolg.

Zieht man jedoch die geringfügige Beschäftigung ab, liegt die Beschäftigungsquote der syrischen Staatsangehörigen nur bei 34,4 Prozent (Stand September). Viele arbeiten zwar, sind aber auf ergänzende Transfers angewiesen. Unter dem Strich lebt der überwiegende Teil der Syrer nach wie vor von staatlichen Leistungen: Auch, weil der Zuzug in den vergangenen Jahren anhielt und viele erst seit Kurzem im Land sind. Gleiches gilt für Menschen aus Afghanistan und dem Irak.

In der Debatte fällt das meistens unter den Tisch, öfter wird eine andere Zahl zitiert: Demnach liegt die Beschäftigungsquote jener Flüchtlinge, die zwischen 2015 und 2022 kamen, bei 60 Prozent, unter den Männern gar bei 73 Prozent. Ein klarer Erfolgsbeleg – eigentlich.

Denn: Die Zahlen beruhen nur auf einer Stichprobenumfrage und wurden vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hochgerechnet (siehe Grafik). Im Vergleich zur Statistik der Bundesagentur für Arbeit klafft eine Lücke. Als Gradmesser, wie gut die Flüchtlingsintegration geklappt hat, taugen die Angaben daher nur bedingt.

Genau diese Rechnung wird aber oft von jenen angeführt, die nun den Zusammenbruch des deutschen Arbeitsmarktes herbeireden, sollten Flüchtlinge vermehrt in ihre Heimat zurückkehren. „Es würden ganze Bereiche im Gesundheitssektor wegfallen“, warnt etwa Innenministerin Nancy Faeser.

Auch das ist maßlos übertrieben. Ja, tausende Syrer sind eine wichtige Stütze des Gesundheitssystems geworden. Würden 100 Prozent dieser Gruppe zurückkehren – und diese Wahrscheinlichkeit geht gegen null – wäre das ein empfindlicher Schlag für die Branche. Existenzbedrohend wäre es aber keineswegs, wie auch die Forscher des IAB selbst klarstellen.

17 Dezember 2024 0 Kommentare
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Politik

Erdoğans Vertreibung der Kurden hat längst begonnen

von Cumali Yağmur 17 Dezember 2024
von Cumali Yağmur

Erdoğans Vertreibung der Kurden hat längst begonnen

 

Von: Stefan Kreitewolf

Ein von den USA unterstützter Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) auf einem gepanzerten Fahrzeug in Ostsyrien. Foto: Baderkhan Ahmad/AP/dpa

 
 

Während in Damaskus gefeiert wird, greift die Türkei im Norden Syriens die Kurden an. Im bislang relativ stabilen Quasistaat Rojava geht die Angst um. Zurecht, wie die Aggressionen der vergangenen Tage zeigen. Wann reagieren andere Staaten?

Fırat Kalkanı (Euphrat-Schild), Zeytin Dalı (Olivenzweig) und Barış Pınarı (Friedensquelle): Diese klangvollen Namen täuschen über ihre tödliche Bedeutung hinweg. Sie betiteln die drei Militäroffensiven der türkischen Streitkräfte im Norden Syriens in den letzten Jahren. Ihr Ziel: die Vertreibung der Kurden aus ihrem Territorium an der türkisch-syrischen Grenze.

Die Offensiven verliefen seit 2016 blutig: Tausende kurdische Kämpfer der YPG und hunderte Zivilisten wurden im kurdischen Quasistaat Rojava ermordet. Mehr als 450.000 Kurden aus ihren Heimatgebieten vertrieben. Ankara bricht internationales Recht – und muss bislang keine Konsequenzen fürchten. Recep Tayyip Erdoğan macht einfach immer weiter.

Feiern in Damaskus, Sterben in Rojava

Während in Damaskus der Sturz des Assad-Regimes gefeiert wurde, griff die Türkei im Norden Syriens an – mit Unterstützung islamistischer Söldner und ehemaliger IS-Kämpfer. Die Angriffe auf kurdische Selbstverwaltungsgebiete passen ins Bild, hatte Erdoğan doch zuletzt mit antisemitischer Rhetorik gegen Kurden gewettert. Und so geht das Sterben weiter in Rojava.

 

Nach schweren Gefechten nahmen Erdoğans Schergen die nordsyrische Stadt Manbidsch ein, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Erst am Montagabend machte der türkische Präsident klar, dass er eine kurdische Präsenz an der Grenze zur Türkei nicht dulden werde.

Wieder einmal stehen die Kurden allein da

Das sind zwar keine Neuigkeiten, unterstreichen aber die Entschlossenheit der Türkei, gegen Kurden vorzugehen. Und so stehen die Kurden, die im Kampf gegen den IS zehntausende Leben geopfert hatten, am Ende aber auch durch den heldenhaften Einsatz kurdischer Frauen triumphierten, wieder einmal allein da.

Minderheiten schützen, Genozide verhindern, politische Teilhabe ermöglichen: Das sind Positionen, die sich westliche Staaten und die Vereinten Nationen immer wieder auf die Fahnen schreiben. Im Norden Syriens müssten sie sich nun ihrer moralischen Verantwortung stellen. Was sie bislang nicht tun.

17 Dezember 2024 0 Kommentare
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Syrien in „den Händen des Terrorismus“: Assads erste öffentliche Erklärung seit Umsturz

von Fremdeninfo 16 Dezember 2024
von Fremdeninfo

 

Syrien in „den Händen des Terrorismus“: Assads erste öffentliche Erklärung seit Umsturz

                                               Von.  afp

                                                   

 Baschar al-Assad, ehemaliger Präsident von Syrien, während eines arabischen Gipfels. (Archivbild) © Saudi Press Agency/AP/dpa

 

Der frühere syrische Machthaber Baschar al-Assad hat in seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit seinem Sturz versichert, vor seiner Flucht noch so lange wie möglich in Damaskus ausgeharrt zu haben. „Ich bin bis zum Tagesanbruch des Sonntag, 8. Dezember, in Damaskus geblieben und habe meine Pflicht erfüllt“, hieß es in einer am Montag im Onlinedienst Telegram verbreiteten Erklärung des Ex-Staatschefs. Die neuen Machthaber in Syrien nannte Assad darin „terroristisch“.

„Meine Abreise aus Syrien war weder geplant, noch fand sie während der letzten Stunde der Kämpfe statt“, schilderte Assad seine Version der Ereignisse. Er trat damit der Darstellung entgegen, wonach er bereits das Land verlassen habe, während seine Truppen noch in Damaskus gegen die islamistischen Milizen kämpften.

Assad hat laut ex-Regierungsmitarbeitern Damaskus frühzeitig verlassen

Fünf frühere Regierungsmitarbeiter hatten der Nachrichtenagentur AFP zuvor berichtet, dass Assad das Land schon Stunden vor der Einnahme der Hauptstadt durch die islamistische Gruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) und der mit ihr verbündeten Milizen verlassen habe.

Assad war von der Hauptstadt Damaskus zunächst in einem Flugzeug zum russischen Militärstützpunkt Hmeimim in der westsyrischen Stadt Latakia transportiert worden. „Als terroristische Kräfte in Damaskus eindrangen, habe ich mich in Koordination mit unseren russischen Verbündeten nach Latakia begeben, um die Kampfeinsätze zu beaufsichtigen“, berichtete Assad.

Laut Assad habe Moskau seine Evakuierung nach Russland veranlasst

Doch habe sich in dieser Gegend „die Lage am Boden weiter verschlechtert“, dann sei auch der russische Stützpunkt selbst mit Drohnen angegriffen worden, schrieb der Ex-Staatschef. Moskau habe daraufhin die Kommandanten des Stützpunkts angewiesen, seine „unverzügliche Evakuierung nach Russland am Abend des Sonntag, 8. Dezember“ zu organisieren, schrieb Assad auf Telegram. Syrien sieht er nun in den „Händen des Terrorismus“.

Der Einnahme von Damaskus und Assads Flucht nach Moskau war ein rasanter militärischer Vormarsch der HTS und ihrer Verbündeten durch das Land vorangegangen. Dem gestürzten Machthaber werden massive Menschenrechtsverstöße sowie Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter Folter und Ermordung von Andersdenkenden sowie der Einsatz von Giftgas im Bürgerkrieg. (afp)

16 Dezember 2024 0 Kommentare
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Erschreckendes Ergebnis: Migranten im Staatsdienst klar unterrepräsentiert

von Cumali Yağmur 16 Dezember 2024
von Cumali Yağmur

Erschreckendes Ergebnis: Migranten im Staatsdienst klar unterrepräsentiert

 

Reem Alabali-Radovan (SPD), Staatsministerin der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung und Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, hat eine Einwanderungsgeschichte. Foto: Soeren Stache/dpa

 
Das Statistische Bundesamt hat Daten der Integration analysiert. Ein Ergebnis: Im öffentlichen Dienst sind Menschen mit ausländischen Wurzeln vergleichsweise schwach vertreten.

Nur 11 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte waren im vergangenen Jahr in Deutschland im öffentlichen Dienst beschäftigt. Ihr Anteil war damit etwa halb so hoch wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Von ihnen waren 20 Prozent beispielsweise als Lehrer, Erzieher, Polizist oder Sachbearbeiter tätig, wie das Statistische Bundesamt anlässlich der Veröffentlichung des Dashboards Integration auf Grundlage von Ergebnissen des Mikrozensus mitteilte.

Eine Einwanderungsgeschichte haben demnach Personen, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Unterschiede gibt es auch innerhalb dieser Gruppe: Während 2023 jede zehnte selbst eingewanderte Person (10 Prozent) im öffentlichen Dienst tätig war, traf dies bei den Nachkommen mit zwei eingewanderten Elternteilen auf jede siebte Person und damit auf 14 Prozent zu.

Nachkommen häufiger im öffentlichen Dienst als zehn Jahre zuvor

Bei Personen mit einem eingewanderten Elternteil lag der Anteil der im öffentlichen Dienst Beschäftigten mit 18 Prozent nur geringfügig niedriger als bei Personen ohne Einwanderungsgeschichte mit 20 Prozent. Die zeitliche Entwicklung fällt bei den einzelnen Gruppen ebenfalls unterschiedlich aus.

 

So ist der Anteil der im öffentlichen Dienst Beschäftigten bei den selbst Eingewanderten im Vergleich zu 2013 um einen knappen Prozentpunkt auf 10 Prozent im Jahr 2023 angestiegen. Bei den Nachkommen hat er um gut die Hälfte von 9 Prozent auf 14 Prozent zugelegt.

15 Prozent haben Einwanderungsgeschichte

„In diesem Zeitraum sind viele Menschen neu nach Deutschland eingewandert, wodurch sich die Zusammensetzung der Eingewanderten verändert hat“, erklärten die Statistiker. Bei Personen mit einem eingewanderten Elternteil ist der Anteil der im öffentlichen Dienst Beschäftigten ebenfalls angestiegen – von 13 Prozent auf 18 Prozent. Insgesamt hatten 2023 gut 15 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Einwanderungsgeschichte.

Knapp 12 Prozent waren selbst eingewandert und knapp 4 Prozent waren Nachkommen Eingewanderter. „Damit sind sie auch gemessen an der Gesamtbevölkerung deutlich unterrepräsentiert“, erläuterte das Bundesamt. Menschen mit Einwanderungsgeschichte hatten demnach einen Anteil von 29 Prozent an der Gesamtbevölkerung. An den Erwerbstätigen von 15 bis 64 Jahren betrug ihr Anteil 26 Prozent.

dpa/dtj

16 Dezember 2024 0 Kommentare
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Frauen

Asma el-Assad: die beunruhigende Wahrheit über die ehemalige First Lady Syriens

von Fremdeninfo 14 Dezember 2024
von Fremdeninfo

Asma el-Assad: die beunruhigende Wahrheit über die ehemalige First Lady Syriens

                                     Artikel von Margaux L

 

                                                

                          Asma el-Assad: die beunruhigende Wahrheit über die ehemalige First Lady Syriens © ‚Asma al-Assad / Capture écran Youtube FRANCE 24‘

Der 8. Dezember 2024 markierte ein historisches Datum: Die Macht von Bashar al-Assad brach zusammen. Dieses Ergebnis beendet ein halbes Jahrhundert unerbittlicher Herrschaft des Assad-Clans über Syrien. Im Schatten Asma el-Assad, die First Lady, die einst als „Rose der Wüste“ gepriesen wurde. Wer ist diese Frau, deren Schicksal von den Lichtern der internationalen Bühne in den Schatten eines gefallenen diktatorischen Regimes überging? In ihren frühen Tagen verkörperte sie jedoch die Hoffnung auf Erneuerung für Syrien, eine Frau mit westlichem, modernem und glamourösem Stil, die bereit zu sein schien, die Zukunft eines Landes im völligen Wandel zu verkörpern. Entdecken Sie zwischen ihrer kontroversen Rolle und ihrem Einfluss die wenig bekannten Facetten von Asma el-Assad, der ehemaligen First Lady Syriens.

Von England nach Syrien

Asma al-Akhras, geboren 1975 in London , stammt aus einer im Vereinigten Königreich gut etablierten syrischen Familie . Ihr Vater, ein Kardiologe, wanderte nach Großbritannien aus, wo sie in einem privilegierten Umfeld aufwuchs. Als brillante Studentin erwarb sie einen Abschluss in Informatik und Literatur am renommierten King’s College in London. Fernab der politischen Hektik ihres zukünftigen Landes führt Asma ein fleißiges Leben und scheint für eine glänzende Zukunft in der Finanzwelt prädestiniert zu sein. Sie begann ihre Karriere auch bei der Investmentbank JP Morgan. Asma, Tochter einer großen sunnitischen Familie , gehört zu einem Universum außerhalb der Kreise der syrischen Macht, das vom Al-Assad-Clan, einer Minderheit und aus der alawitischen Gemeinschaft, dominiert wird. Es ist daher legitim, die Frage zu stellen: War ihr Treffen mit Bachar el-Assad , einem jungen Augenarzt, den sie an einem Abend in der syrischen Botschaft kennengelernt hatte, Liebe auf den ersten Blick oder eine arrangierte Ehe , vielversprechend für die Stärkung der Bindungen zwischen beiden? mächtige Familien?

Das „Märchen“ der First Lady

Nach dem Tod seines älteren Bruders im Jahr 1994 wurde Bashar al-Assad der Erbe des Assad-Clans und trat die Nachfolge seines Vaters Hafez als Staatsoberhaupt an. Als Bashar im Jahr 2000 Präsident wurde, wurde Asma, die der breiten Öffentlichkeit bis dahin unbekannt war, über Nacht zu einer der bekanntesten Frauen in der arabischen Welt. Das Bild, das sie dann projiziert, ist das einer modernen und stilvollen Frau , gekleidet in Hosen, ohne Schleier und in schicken Designer-Outfits. Es verkörpert das Versprechen eines Syriens, das sich der Welt öffnen, wieder an ein westlicheres Bild anknüpfen und gleichzeitig den Traditionen treu bleiben könnte. Zu Beginn ihrer Amtszeit zeichnete sich Asma aus. Weit entfernt von den Diktaten des Regimes und des herrschenden Konservatismus scheint es den Wunsch zu haben, mit der Vergangenheit Schluss zu machen. Sie gründete den „Syria Trust for Development“ , eine Organisation zur Förderung von Bildung und sozialem Handeln, und umgab sich mit westlichen Beratern, um ihr Image zu verbessern. In den internationalen Medien wird sie als „Wüstenrose“ bezeichnet und sogar mit Lady Di verglichen. Das Vogue-Magazin präsentiert sie als „die neue Ikone der Mode und Moderne im Nahen Osten“ . Asma scheint dann die Allianz zwischen Tradition und Moderne , zwischen der intellektuellen Elite und den politischen Bestrebungen eines Volkes auf der Suche nach Veränderung perfekt zu verkörpern.

Der Schatten der Unterdrückung

Doch hinter dem Lächeln der First Lady und ihren humanitären Anliegen verbirgt sich eine viel dunklere Realität. Im Jahr 2011 kam es in Syrien zu Volksprotesten gegen das Regime , die zu einem Bürgerkrieg ausarteten. Während sich die Bilder der Unterdrückung häufen und die Revolte an Intensität gewinnt, gerät Asma, die bis dahin als moderne und wohlwollende Figur wahrgenommen wurde, ins Auge des Sturms . Anstatt sich vom Regime ihres Mannes zu distanzieren, beschloss sie, ihn voll und ganz zu unterstützen . Diese Wahl wird sein Schicksal und seinen Ruf besiegeln. Sie, die als „Hoffnung der Offenheit“ galt, wird in den Augen der internationalen Meinung zur „Komplizenin der diktatorischen Macht“ . Korruptions- und Machtmissbrauchsvorwürfe häufen sich. Asma ist weit davon entfernt, die einfache, wohltätige First Lady zu sein, die sie zu sein schien, sondern entpuppt sich als Schlüsselfigur des Systems , die eine entscheidende Rolle in der parallelen Verwaltung des Landes spielt. Seine Beteiligung an Geldwäscheoperationen wurde in verschiedenen Medien hervorgehoben. Im Jahr 2020 warf ihm Washington vor, „den Krieg auszunutzen, um ein Vermögen anzuhäufen“, das auf mehrere zehn Millionen Dollar geschätzt wird. Die von The Guardian im Jahr 2012 enthüllten E-Mails zeigen, dass Asma weit vom Image einer „humanitären First Lady“ entfernt ist: Während das Land mitten im Bürgerkrieg steckt, bestellt sie Dekorationsgegenstände und Luxusschuhe für sein Ferienhaus. Dieser Skandal wirkte wie eine Bombe und beschädigte ihr Image „als Wohltäterin und hingebungsvolle Ehefrau“. Als Reaktion auf diese Enthüllungen rückt Asma schnell wieder ins Rampenlicht, tritt offiziell auf und versucht, ihr Image beim Volk wiederherzustellen , immer treu zu ihrem Ehemann.

Was passiert mit der rätselhaften Frau des syrischen Präsidenten?

Im Laufe der Jahre hat sich das Bild der First Lady Syriens erheblich weiterentwickelt: Von einer strahlenden jungen Frau ist sie einigen Medien zufolge zur „Eisernen Lady der Wüste“ geworden. Nach ihrem Kampf gegen Brustkrebs im Jahr 2019 stand Asma erneut im Rampenlicht, allerdings unter ganz anderen Umständen. Sie scheint ihre Rolle im autoritären System des syrischen Regimes voll und ganz angenommen zu haben und zeigt sich entschlossen, sowohl ihren Platz, den ihres Mannes, zu wahren als auch letztlich die Nachfolge ihres ältesten Sohnes Hafez sicherzustellen, dessen Machtübernahme ansteht ein klares Ziel sein. Heute lebt die in Moskau verbannte Asma el-Assad weit weg von Syrien, von dessen Modernisierung sie einst träumte. Obwohl seine Geschichte von Glamour und internationaler Anerkennung geprägt ist, ist sie auch eine Geschichte der Ernüchterung, eines Traums von der Moderne, der in Gewalt und Unterdrückung zusammenbrach. Der stellvertretende russische Außenminister bekräftigte in einem Interview mit NBC am 10. Dezember 2024, dass auch Baschar al-Assad auf russischem Territorium Zuflucht gesucht habe.

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Kurdisches Autonomiegebiet kämpft um das Überleben

von Fremdeninfo 13 Dezember 2024
von Fremdeninfo

Kurdisches Autonomiegebiet kämpft um das Überleben

                                    Artikel von Tom Gath
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                                      In Brüssel demonstriert die kurdische Community. © dpa
 

Das kurdische Autonomiegebiet in Syrien kämpft gegen türkische Angriffe um das Überleben. Von Tom Gath.

Knapp eine Woche nach dem Sturz von Baschar al-Assad rätselt die westliche Welt, ob mit dem Bündnis um die islamistische Gruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) eine demokratische Transformation Syriens gelingen kann. Was bei den internationalen Appellen, in der neuen islamistischen Ordnung Syriens die Rechte von Frauen und Minderheiten zu schützen, untergeht: Mit der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien existiert seit Jahren auf rund einem Drittel des Staatsgebiets ein säkulares pluralistisches De-facto-Regime. Doch die als Rojava bekannte Region mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit ist nun bedroht.

Die von der Türkei gesteuerten islamistische Syrische Nationale Armee (SNA) hat die Gunst der Stunde genutzt und das Militär der kurdisch dominierten Selbstverwaltung (SDF) attackiert. Abseits der HTS-Offensive griff die SNA auch das westlich des Euphrat gelegene Manbidsch an, von wo sich die SDF dann zurückzog. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet aus Manbidsch von Plünderungen kurdischer Stadtviertel, niedergebrannten Häusern und sogar mehreren Hinrichtungen durch die SNA.

Russland hat in Syrien an den eigenen Bluff geglaubt

HTS-Regime kündigt neues Rechtssystem für Syrien an

Trotz der Waffenruhe soll es am Donnerstag zu heftigen Kämpfen um den Tischrin-Staudamm, 25 Kilometer südöstlich von Manbidsch, gekommen sein. Der Staudamm ist nicht nur für die Stromversorgung Rojavas wichtig, sondern auch als Straßenverbindung zwischen den Ufern des Euphrats. Am Donnerstagnachmittag kursierte schließlich eine SNA-Ankündigung, wonach eine Waffenruhe bis Montag vereinbart sei.

Die SDF wollen um jeden Preis verhindern, dass die SNA ins kurdische Kerngebiet östlich des Euphrat vorrückt. Dort greift die türkische Armee seit Tagen unter anderem die symbolträchtige Stadt Kobane und umliegende Dörfer mit Artillerie und Drohnen an. Die Selbstverwaltung meldete Dutzende Tote, darunter auch Kinder. Die Türkei betrachtet die SDF als syrischen Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK und will die demokratische Selbstverwaltung in Nordsyrien auf einen 32 Kilometer breiten Korridor zurückdrängen. Einen Teil dieses Korridors hält die Türkei bereits seit Jahren völkerrechtswidrig besetzt und hat dort syrische Binnenflüchtlinge angesiedelt.

Kurdengebiete in Syrien: „Plurales Zusammenleben“

Khaled Davrisch, hiesiger Vertreter der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens, sagte am Dienstag: „Nur wenn die Türkei ihre Eskalation stoppt, können wir die historische Chance für eine friedliche Lösung des Konflikts nutzen. So wie 2015 die ganze Welt um Kobane bangte, könnte sich nun erneut die Zukunft Syriens in Kobane entscheiden.“

Der Politikwissenschaftler Mahir Tokatli von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen teilt diese Einschätzung: „Gerade diese autonomen Kurdengebiete haben gezeigt, wie ein harmonisches und plurales Zusammenleben unterschiedlicher Religionen, Ethnien und Kulturen funktionieren könnte. Die vielfachen Angriffe auf dieses Gebiet seitens der Türkei und ihrer Kollaboration mit dschihadistischen Akteuren zeugt von der gefährlichen Rolle der Türkei für diese Region.“

Weiter südlich stehen die SDF ebenfalls unter Druck: Im Zentrum von Rakka soll es zu einer großen Explosion an einem Gebäude von Sicherheitskräften der Selbstverwaltung gekommen sein. Unterdessen hat die HTS Deir ez-Zor im Ölgebiet westlich des Euphrat kampflos von den SDF übernommen.

Trotz massiver Bedenken wegen der islamistischen Ausrichtung von HTS bemüht sich die Selbstverwaltung von Rojava um einen Dialog mit ihr. In den kurdischen Vierteln Aleppos kam es bereits zu erfolgreichen Absprachen zwischen SDF und HTS zum Schutz der kurdischen Bevölkerung der Stadt. Vereinzelt soll HTS auch SNA-Offiziere wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen an kurdischen Kämpfer:innen und Zivilpersonen verhaftet haben. Als Bekenntnis zur Einheit Syriens kündigte die Selbstverwaltung Rojavas am Donnerstag an, überall die grün-weiß-schwarze Flagge der syrischen Opposition zu hissen. Die Stärke der SDF beruht nicht zuletzt darauf, dass sie zusammen mit den 9000 Mann des US-Militärs im Nordosten IS-Schläferzellen in Schach halten und Zehntausende IS-Gefangene bewachen. Eine Sprecherin des Pentagons betonte am Mittwoch, die Partnerschaft werde wie bisher fortgesetzt. An diesem Freitag will US-Außenminister Antony Blinken in Ankara über die Lage in Rojava sprechen, Anfang nächster Woche wird EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu Syrien-Gesprächen in der Türkei erwartet.

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