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Interview mit Mizgin Çiftçi, Kandidat für das Amt des Regionpräsidenten (Die Linke)

von Fremdeninfo 16 September 2026
von Fremdeninfo 16 September 2026
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von Cumali Yağmur

Fremdeninfo: Herr Mizgin Çiftçi, könnten Sie sich bitte kurz vorstellen?
M.Ç.: Ich bin 34 Jahre alt, Gewerkschafter und stamme aus einer kurdischen Arbeiterfamilie.

Fremdeninfo: Sie sind bei den Kommunalwahlen in der Region Hannover für Die Linke angetreten. Sind Sie mit Ihrem Stimmenergebnis zufrieden?
M.Ç.: Auf jeden Fall! Mit knapp 7 Prozent und 40.000 Stimmen, aber auch mit den 8,1 Prozent für uns für die Regionsversammlung, haben wir das beste Ergebnis in unserer Geschichte geholt. Landesweit konnte nur Die Linke im Kreis Göttingen noch mehr Stimmen dazugewinnen.

Fremdeninfo: Was hätte getan werden müssen, um mehr Stimmen zu erhalten?
M.Ç.: Die Linke ist aktuell stark bei jungen, gut gebildeten Menschen im urbanen Raum. Ich werbe dafür, dass wir noch aktiver auf die sozial benachteiligten Stadtteile zugehen. Ich habe beispielsweise im Mühlenberg Wahlkampf gemacht – und das hat sich auch an den Wählerstimmen gezeigt.

Fremdeninfo: Haben auch Migrantinnen und Migranten, die Ihren Namen gesehen haben, für Sie gestimmt?
M.Ç.: Viele haben mir auf Social Media geschrieben, dass sie mich gewählt haben, und dass sie besonders meine laute Stimme gegen den wachsenden Faschismus schätzen. Das war eines der großen Ziele in diesem Wahlkampf, und das haben wir erreicht.

Fremdeninfo: Welche Versprechen und Botschaften hatten Sie für Menschen mit Migrationshintergrund?
M.Ç.: Menschen mit Migrationsgeschichte leiden neben Alleinerziehenden am meisten unter der Wohnungsnot. Sie werden bei der Vergabe diskriminiert; das habe ich selber oft genug gespürt. Es gibt kaum Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Von unserer Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum und einem kommunalen Mietendeckel profitieren insbesondere Migrant*innen.

Fremdeninfo: Im Jahr 2027 finden Landtagswahlen statt, an denen Die Linke teilnehmen wird. Werden Sie auch für den Landtag kandidieren?
M.Ç.: Das wird am Ende die Partei entscheiden. Fakt ist: wir müssen als laute Stimme gegen die herrschende Politik in den Landtag einziehen, und dafür müssen wir noch mehr Menschen mobilisieren als bisher, insbesondere Arbeitnehmer und migrantische Menschen.

Fremdeninfo: Was muss getan werden, damit sich mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund politisch engagieren?
M.Ç.: Wenn migrantische Politiker*innen Raum bekommen und dabei authentisch die Interessen von Migrant*innen vertreten, fühlen sich diese sofort viel mehr angesprochen. Das habe ich in diesem Wahlkampf besonders stark gemerkt.

Fremdeninfo: Die Linke erhält auch von Migrantinnen und Migranten einen erheblichen Anteil an Stimmen. Welche Forderungen haben Sie für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte?
M.Ç.: Wir fordern das kommunale Wahlrecht für alle Menschen, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. Wir kämpfen konsequent gegen jeden Rassismus, in der Gesellschaft und in staatlichen Institutionen. Wir wollen eine soziale Region für alle, unabhängig, woher sie kommen.

Fremdeninfo: Wir bedanken uns bei Ihnen für diese Informationen.

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Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

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