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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Keine Arbeit für 20 Asylbewerber – warum Neuss die Vorgaben nicht erfüllt

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28 Januar 2026 0 Kommentare
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Schweden erhöht Rückkehrprämie für Migranten auf 32.000 Euro

von Fremdeninfo 5 Mai 2025
von Fremdeninfo

Schweden erhöht Rückkehrprämie für Migranten auf 32.000 Euro

                            Artikel von Violetta Baran / Daily Wrap 

 

                   

Schweden kümmert sich um Migranten. Es wird ihnen 32.000 Euro für die Ausreise zahlen. © EPA, PAP, JESSICA GOW

Schweden möchte Migranten mit Integrationsproblemen zur Ausreise bewegen. Bisher bot das Land einigen von ihnen 900 Euro für ihre Rückkehr an. Jetzt plant es, diesen Betrag erheblich zu erhöhen.

Was müssen Sie wissen?

  • Neuer Betrag für Migranten: Ab dem 1. Januar 2026 plant Schweden, den Betrag für Migranten auf 32.000 Euro zu erhöhen, um sie zur Ausreise zu ermutigen.
  • Vorbild Dänemark: Der schwedische Premierminister Ulf Kristersson räumt ein, dass Schweden das dänische Modell als Inspiration nimmt, bei dem 22.000 Personen Geld für die Ausreise erhielten.
  • Änderung der Migrationspolitik: Kristersson betont, dass Personen mit abgelehnten Asylanträgen nicht in Europa verbleiben sollten.
  • Schwedischer Premierminister: Wir haben ein Integrationsproblem
  • „Ich glaube nicht, dass dies eine effektive Methode für sehr viele Menschen ist, aber wir haben ein Integrationsproblem. Wenn jemand ein legales Aufenthaltsrecht in Schweden hat, sich jedoch nicht integriert und den schwedischen Lebensstil nicht akzeptiert, sollte er zumindest eine Rückkehr in sein Heimatland in Erwägung ziehen“, erklärte Premierminister Ulf Kristersson und verteidigte die Entscheidung, Migranten für die Ausreise aus Schweden einen höheren Betrag zu zahlen.
  • Derzeit können Migranten, die sich zur Rückkehr entscheiden, 900 Euro erhalten. Dieses Angebot führte jedoch nicht zu bedeutenden Veränderungen. Laut der schwedischen Migrationsbehörde wurden 2023 nur einem von 70 Anträgen stattgegeben. Deshalb hat die Regierung beschlossen, diesen Betrag ab dem 1. Januar 2026 deutlich zu erhöhen. Diejenigen, die sich zur Ausreise entschließen, können bis zu 32.000 Euro erhalten.
  • Kristersson gab zu, dass sich Schweden an den Erfahrungen Dänemarks orientiert, wo 000 Personen für die Ausreise Geld erhielten.
  • Das ist inakzeptabel“
  • Der Premierminister betonte, dass Personen mit abgelehnten Asylanträgen nicht in Europa bleiben sollten.
  • „Derzeit verbleiben etwa 80% der Personen, die eine negative Entscheidung in ihrem Asylverfahren erhalten haben, weiterhin in Europa. Das ist einfach inakzeptabel. In Schweden ist es uns gelungen, dies zu begrenzen – jetzt bleiben nur noch etwa 20% derjenigen hier, die keinen Asylstatus erhalten haben, obwohl sie nicht bleiben sollten. Wir müssen daher dringend die Kontrolle über die Migration übernehmen“, fügte der schwedische Premierminister hinzu.
5 Mai 2025 0 Kommentare
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Frauen

Duresmeen Ahmad Sroya: „Wünsche mir mehr Toleranz und Dialog“

von Fremdeninfo 4 Mai 2025
von Fremdeninfo

Duresmeen Ahmad Sroya: „Wünsche mir mehr Toleranz und Dialog“

Artikel von Nadine Meier-MaazHNA

                               

Muslima und Feministin: Duresmeen Ahmad Sroya aus Bad Hersfeld engagiert sich unter anderem für Frauenrechte. © Nadine Meier-Maaz

Mitarbeiterin im Frauenbüro des Landkreises Hersfeld-Rotenburg setzt sich für Frauenrechte ein

Drei Heimaten, zwei Kulturen, eine Religion: Duresmeen Ahmad Sroya ist in Pakistan zur Welt gekommen, später in Deutschland und in England aufgewachsen. Seit 2016 lebt die 28-Jährige in Bad Hersfeld – ein „Kulturschock“ nach mehreren Jahren im bekanntlich multikulturellen London, doch mittlerweile hat sie die Kleinstadt lieben und schätzen gelernt. Im Studium beschäftigt sich die verheiratete Mutter von zwei Kindern mit Menschenrechten. Sie engagiert sich zudem im Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises ebenso wie in der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde in Rotenburg.

Als Sroya 2003 gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Deutschland kam, wo ihr Vater bereits Asyl beantragt hatte, da Ahmadis in Pakistan von Diskriminierung und Verfolgung bedroht sind, war sie sechs Jahre alt. Für mehrere Jahre lebten sie in Dillenburg in Mittelhessen, doch nach dem Realschulabschluss wanderte die mittlerweile sechsköpfige Familie erneut aus: Nach London-Wimbledon, wo die Großmutter nach dem Tod des Großvaters sonst allein gewesen wäre. Dort absolvierte Sroya ihr Abitur.

Studieren war ihr Ziel

„Pakistan ist ein schönes Land, doch die Religions- und Meinungsfreiheit ist dort stark eingeschränkt“, sagt die gläubige Muslima über ihre erste Heimat. Wie privilegiert sie in Europa leben kann, habe sie jedoch erst später als Erwachsene verstanden. „Unsere Eltern haben an ihren Werten festgehalten, sind aber trotzdem mit der Zeit gegangen und haben sich ihrer neuen Heimat angepasst“, so Sroya, die das so gerne auch ihren eigenen Kindern vorleben möchte.

In Pakistan lebt heute nur noch wenig entfernte Verwandtschaft. Sroyas Eltern und Schwestern sind nach wie vor in England heimisch. Nach Bad Hersfeld zog die 28-Jährige vor neun Jahren für ihren Ehemann, der ebenfalls gebürtig aus Pakistan kommt. Einander vorgestellt wurden die beiden über mehrere Ecken innerhalb der Familie. Von ihrer arrangierten Ehe erzählt Sroya ganz offen, die entgegen mancher falschen Annahme nichts mit Zwang zu tun gehabt habe. „Wir haben uns über zehn Monate kennengelernt und unsere Wünsche und Ziele klar abgesteckt und verglichen.“ Denn für sie sei immer schon klar gewesen, dass sie zwar entweder nach dem Abitur oder nach dem Studium heiraten, danach aber nicht „nur“ Hausfrau und Mutter sein möchte. „Ich wollte auf jeden Fall studieren und arbeiten“, berichtet die 28-Jährige, die sich mit 21 für die deutsche Staatsangehörigkeit entschied. Ihr Mann sei es auch gewesen, der sie dabei maßgeblich unterstützt und immer wieder motiviert habe, denn bis ihr englisches A-Level für das Studium in Deutschland offiziell anerkannt war, dauerte es neun Monate.

Im letzten Semester ihres Bachelor-Studiums in Sozial- und Kulturwissenschaften wurde sie schließlich schwanger, doch davon ließ sie sich nicht aufhalten. Wegen der Corona-Pandemie begann ihr Master-Studium „Human Rights“, in dem es um Menschenrechte im Bereich von Recht, Politik und Zivilgesellschaft ging, ohnehin online. Mit acht Monaten nahm sie ihre Tochter mit zur Uni, mit einem Jahr wurde die Kleine in der Krabbelgruppe der Uni aufgenommen.

Inzwischen hat sie auch den Master fast abgeschlossen und währenddessen noch einen Sohn bekommen. Aktuell befindet sich Sroya in der Recherchephase für ihre Abschlussarbeit, in der es um Kinderrechte geht. Dafür führt sie Interviews mit Kindern und Jugendlichen, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wohngruppen im Landkreis leben. „Empirisch arbeiten mag ich“, erklärt Sroya, die 2022 beispielsweise für ein Feldforschungsprojekt in Pakistan Angehörige der dort ebenfalls verfolgten Transgender-Community befragt hat. „Menschenrechte betreffen alle“, betont die 28-Jährige.

Seit November ist sie außerdem im Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises beschäftigt, wo sie im Sommer 2024 bereits für drei Monate als Praktikantin mitgearbeitet hatte. „Frauenbezogene Themen interessieren mich sehr“, erklärt Sroya, die sich selbst als Feministin bezeichnet, wenngleich dieser Begriff heute oft negativ aufgefasst würde. Daran, dass sie bei Veranstaltungen des Frauenbüros in der Regel die einzige mit Kopftuch ist, hat sie sich gewöhnt.

Ganz bewusst für das Kopftuch entschieden habe sie sich in der zehnten Klasse gemeinsam mit einer Freundin. Auch Sroyas Mutter trägt eines, allerdings eher wie ein locker umgelegter Schal, wie es in Pakistan weit verbreitet sei. Ein Widerspruch zu ihrem Engagement für Frauenrechte oder gar ein Symbol für Unterdrückung sei das nicht. Im Gegenteil. „Man kann auch mit Kopftuch emanzipiert sein oder andersherum auch ohne Kopftuch unterdrückt werden“, sagt Sroya. „Ich mache das ganz allein für mich.“

Der Glaube sei ihr Leitfaden im Alltag. „Das Kopftuch gibt mir Stärke und motiviert mich, meinen Glauben zu leben.“ Dass sie damit in ihrer neuen Heimat auffällt, sei verständlich, und der Hijab als Zeichen des muslimischen Glaubens sei nun mal das Erste, was man sieht. Gleichwohl wünscht sich die 28-Jährige mehr Toleranz und mehr Dialog. Denn negative Kommentare und Vorurteile resultierten oft aus Unwissenheit oder fehlender Erfahrung, denkt sie.

Dass Haushalt und Erziehung gemeinsam gestemmt werden, ist für sie selbstverständlich, ebenso wie eigene Hobbys und Interessen. Wenn das in anderen Familien nicht der Fall ist, hat das für Sroya nichts mit der Religion oder dem Glauben zu tun. Vielmehr spielen dabei für die 28-Jährige Kultur, Sozialisation, Tradition und Erziehung eine große Rolle. Auch haben Frauen laut Islam das gleiche Recht auf Bildung wie Männer.

Duresmeen Ahmad Sroya spricht drei Sprachen: Urdu, die Nationalsprache Pakistans, Englisch und Deutsch. „Ich versuche, meine ursprüngliche Kultur am Leben zu erhalten und gleichzeitig die neue Kultur anzunehmen“, beschreibt sie ihren Alltag rund um Familie, Studium und Beruf. Jedem recht machen könne man es ohnehin nie. „Für die einen bin ich zu viel Muslima, für die anderen zu wenig.“

Was die Zukunft beruflich für sie bringt, ist noch offen. Zwar würde die Wahl-Hersfelderin gerne auch weiterhin Feldforschung betreiben, doch Familie und Karriere müssen vereinbar sein. Insofern steht Sroya vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Frauen, ob mit oder ohne Kopftuch. (Nadine Meier-Maaz)

4 Mai 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Exklusiv: So viele Asylbewerber erwartet Faeser für dieses Jahr

von Fremdeninfo 4 Mai 2025
von Fremdeninfo

Exklusiv: So viele Asylbewerber erwartet Faeser für dieses Jahr

Artikel von Jochen Gaugele/ Berliner Morgenpost

                                             

Die geschäftsführende Bundesinnenministerin Nancy Faeser erwartet für 2025 die geringsten Asylzahlen seit mehr als einem Jahrzehnt. „Wenn die irreguläre Migration weiter so stark zurückgedrängt wird, wie wir es in den letzten zwei Jahren geschafft haben, dann können die Asylzahlen in Deutschland in diesem Jahr bei etwa 100.000 liegen“, sagte die SPD-Politikerin dieser Redaktion. Nach Angaben des Innenministeriums lagen die Asylantragszahlen zuletzt 2012 unter 100.000.

In diesem April seien 8.840 Asylgesuche gestellt worden, im April vor zwei Jahren seien es noch fast 20.000 gewesen – ein Rückgang von 55 Prozent, rechnete Faeser vor. Von 1. Januar bis 30. April 2025 verzeichnete das Innenministerium insgesamt 42.460 Asylgesuche.

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Die Bundespolizei kontrolliere an allen deutschen Landgrenzen und habe bei diesen Kontrollen seit Oktober 2023 schon mehr als 53.000 Personen zurückgewiesen, teilte die scheidende Innenministerin mit, deren Amt der CSU-Politiker Alexander Dobrindt übernimmt. Mehr als 2.200 Schleuser seien bei den vorübergehenden Binnengrenzkontrollen in diesem Zeitraum festgenommen worden. „All das findet in enger europäischer Abstimmung statt und im Rahmen des europäischen Rechts“, betonte Faeser. „Nur so scheitern Maßnahmen nicht binnen kürzester Zeit vor Gericht – und nur so wirken sie auch.“

Union und SPD wollen Zurückweisung an den Grenzen deutlich ausweiten

Die SPD-Politikerin hob die Notwendigkeit hervor, auch künftig gemeinsam mit den Nachbarstaaten zu handeln. „Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem wird der entscheidende Schritt sein für die weitere Begrenzung und für einen starken Schutz der EU-Außengrenzen“, sagte Faeser. 

Union und SPD wollen Zurückweisung an den Grenzen deutlich ausweiten

Die SPD-Politikerin hob die Notwendigkeit hervor, auch künftig gemeinsam mit den Nachbarstaaten zu handeln. „Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem wird der entscheidende Schritt sein für die weitere Begrenzung und für einen starken Schutz der EU-Außengrenzen“, sagte Faeser. 

4 Katrin Göring-Eckardt über ihr Leben in der Diktatur – und den Nachteil ostdeutscher Dialekte

Meine schwerste Entscheidung

Der Kern des reformierten europäischen Asylsystems besteht in Asylverfahren an den Außengrenzen und in einem Solidaritätsmechanismus, der die Verteilung der Flüchtlinge in der EU regelt. Die künftige schwarz-rote Bundesregierung will die Zurückweisung von Asylbewerbern an den deutschen Grenzen deutlich ausweiten – „in Abstimmung mit“ den Nachbarstaaten, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Ob dies die Zustimmung der Nachbarstaaten erfordere, blieb zwischen den Koalitionspartnern strittig.

4 Mai 2025 0 Kommentare
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Archive

Sırrı Süreyya Önder ist verstorben

von Fremdeninfo 4 Mai 2025
von Fremdeninfo

                          Sırrı Süreyya Önder ist verstorben

von ANF

Der DEM-Politiker, Autor und Parlaments-Vizepräsident Sırrı Süreyya Önder ist gestorben. Rund zweieinhalb Wochen nach einem schweren Herzinfarkt starb er am Samstag in einem Istanbuler Krankenhaus an multiplem Organversagen.

 

 

                            

  •                                                            Samstag, 3 Mai 2025, 16:22

Der Politiker, Autor und Vizepräsident der Großen Nationalversammlung der Türkei, Sırrı Süreyya Önder, ist im Alter von 62 Jahren verstorben. Önder, der zuletzt auch als Mitglied der Imrali-Delegation seiner Partei der Völker für Gleichheit und Demokratie (DEM) aktiv war, starb am Samstag in einem Istanbuler Krankenhaus an multiplem Organversagen.

Das Florence-Nightingale-Krankenhaus veröffentlichte eine Mitteilung zum Verlauf der Behandlung: Önder war am 15. April in kritischem Zustand – bewusstlos und ohne selbstständige Herz- oder Atemfunktion – in die Klinik eingeliefert worden. Ärzt:innen diagnostizierten eine akute Aortendissektion und führten umgehend eine komplexe Bentall-Operation inklusive Bypass durch.

Trotz erfolgreicher chirurgischer Versorgung und intensivmedizinischer Betreuung verschlechterte sich sein Zustand in den folgenden Tagen infolge eines Hirnödems kontinuierlich. Nach 18 Tagen auf der Intensivstation kam es heute um 16:10 Uhr Ortszeit zum Tod durch Multiorganversagen.

Ein Leben zwischen Poesie, Politik und Protest

Sırrı Süreyya Önder war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Türkei. Geboren 1962 als Sohn einer turkmenischen Familie in Semsûr (tr. Adıyaman), wurde er zunächst durch seine filmischen und literarischen Arbeiten bekannt. Mit dem politischen Aufstieg der DEM-Vorgängerin HDP und deren Schwesterpartei BDP in die parlamentarische Ebene engagierte er sich zunehmend für eine demokratische Lösung der kurdischen Frage, soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit.

Als Abgeordneter war Önder maßgeblich am Dialog mit dem PKK-Begründer Abdullah Öcalan beteiligt und galt als einer der profiliertesten Stimmen für Dialog und Frieden im türkischen Parlament. Seine humorvolle, scharfsinnige und oft auch selbstironische Rhetorik machten ihn zu einem beliebten Redner über Parteigrenzen hinweg.

Statement der DEM-Partei

Die DEM-Partei reagierte mit tiefer Betroffenheit auf den Verlust. In einer offiziellen Erklärung heißt es: „Wir erleben den tiefen Schmerz darüber, unser Imrali-Delegationsmitglied und unseren Vizepräsidenten des Parlaments, Sırrı Süreyya Önder, verloren zu haben. Unser Mitgefühl gilt seinem Volk, seiner Familie und allen, die ihn liebten. Den von ihm unter Lebensgefahr geführten Friedenskampf erfolgreich zu vollenden, ist Ausdruck unserer Treue zu seinem Andenken. Wir werden das Vermächtnis von Sırrı Süreyya Önder und seinen Einsatz für den Frieden in Ehren halten.“

4 Mai 2025 0 Kommentare
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Langes Warten auf die Einbürgerung: Ausländerbehörde ist überlastet

von Fremdeninfo 4 Mai 2025
von Fremdeninfo

Langes Warten auf die Einbürgerung: Ausländerbehörde ist überlastet

Von: Haz

                                            

                                             Das  Bild   Arcive
Immer mehr Menschen wollen die deutsche Staatsbürgerschaft oder die doppelte Staatsangehörigkeit. Das für die Anträge zuständige Personal wurde verdreifacht – doch die Terminvergabe läuft schleppend.

Von Andreas Schinkel

Fünf Monate hat sie geduldig darauf gewartet, dass sich die Behörde meldet – auf irgendeine Weise: telefonisch, per Mail oder per Post. Dann hat Khatuna Diekmann-Dolidze zum Telefonhörer gegriffen, um endlich zu erfahren, wie es mit ihrem Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft weitergeht. Es klingelte ewig, niemand ging ran. Sie schrieb eine freundliche E-Mail und bekam zur Antwort, dass Mails von der Behörde weder gelesen noch bearbeitet würden. „Das ist wirklich kafkaesk“, meint Ehemann Jan Diekmann.

Eine Behörde, die sich abschottet, und monatelange Wartezeiten für einen Termin – es lief schon mal besser in der hannoverschen Ausländerbehörde. Der Grund: Nach der Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts im vergangenen Jahr erlebt das Amt einen regelrechten Ansturm.

Tausende Menschen wollen die deutsche Staatsbürgerschaft oder den doppelten Pass. Auch Diekmann-Polidze, die seit 26 Jahren in Deutschland lebt, hat sich überlegt, neben ihrer georgischen Staatsbürgerschaft die deutsche anzunehmen – weil das jetzt endlich möglich ist. Aber die bürokratischen Hürden sind hoch.

„Wir haben am 18. November 2024 online den ersten Antrag eingereicht“, berichtet Jan Diekmann. Daraufhin habe man eine automatisierte Eingangsbestätigung bekommen und einen Hinweis, dass man sich auf Wartezeit für einen Termin im Amt am Schützenplatz einstellen müsse. „Aufgrund der sehr hohen Auslastung kann das durchaus bis zu drei Monate dauern“, lautete die Mail. Inzwischen steht da „bis zu sechs Monate“. Zudem dürfen Antragsteller jetzt auch ohne Termin vorbeikommen – und sich in lange Warteschlangen einreihen.

14 Stellen in der Behörde vakant

Die Stadt gibt sich zerknirscht und betont, dass sie nicht untätig war, um dem nach der Gesetzesänderung zu erwartenden Ansturm zu begegnen. So schuf sie 33 neue Stellen in der Ausländerbehörde und hat damit ihr Personal verdreifacht. Quereinsteiger wurden eingestellt, Schulungen organisiert, die Bezahlung verbessert. Dennoch sind nach Angaben der Stadt noch immer 14 Stellen vakant. „Wir müssen feststellen, dass die Kapazitäten den gewünschten Bedarf noch nicht ausreichend abdecken, was nicht ohne Folgen für die Bearbeitungszeiten bleibt“, sagt Zuhal Karakas, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Ordnung. Und klar sei auch, dass die derzeitigen Wartezeiten auf einen Termin nicht befriedigend seien. Dennoch stellt sich Karakas jetzt vor ihre Mitarbeitenden und betont, was diese trotz der Widrigkeiten geleistet haben. Von 2022 bis 2024 sei es gelungen, die Zahl der Entscheidungen über Staatsbürgerschaften auf 2100 zu verdoppeln, sagt Karakas. Für dieses Jahr wolle man „dank des besonderen Engagements der Mitarbeitenden“ die Zahl der Entscheidungen auf mindestens 2700 anheben. Und auch bei der Digitalisierung habe man Fortschritte gemacht: Eine Online-Checkliste zeigt Antragstellern, welche Unterlagen nötig sind, Dokumente können online übermittelt werden. Als weiteren Schritt führe die Ausländerbehörde die elektronische Akte ein, sagt Karakas.

Klar ist auch, dass eine Einbürgerung keine Kleinigkeit ist. Identitäten, Sprachzertifikate und Arbeitsverträge müssen sorgsam geprüft, andere Behörden wie Polizei und Verfassungsschutz zu Rate gezogen werden. Nicht selten komme es vor, dass zum Beispiel Sprachzeugnisse gefälscht seien. Das alles brauche seine Zeit und verlange von den Mitarbeitenden viel Sachkenntnis.

Jan Diekmann zuckt die Achseln. Die Mitarbeitenden täten ihm durchaus leid, sagt er. Aber dass sich eine Behörde derart abschotte, könne er nicht verstehen.

4 Mai 2025 0 Kommentare
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Merkel verteidigt Migrationspolitik: Debatte mit Nachfolger Merz

von Fremdeninfo 2 Mai 2025
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Merkel verteidigt Migrationspolitik: Debatte mit Nachfolger Merz

                        Von: Artikel von Magda Żugier

                        

               Angela Merkel verteidigt ihre Migrationspolitik. Sie erinnerte an die berühmten Worte. © Getty Images, SeanGallup

Angela Merkel kehrt zu einer ihrer symbolträchtigsten Erklärungen während ihrer Regierungszeit zurück: „Wir schaffen das“. Die ehemalige Bundeskanzlerin verteidigt weiterhin ihre Migrationspolitik, auch wenn ihr Nachfolger einen deutlich restriktiveren Kurs gegenüber Migranten plant, berichtet die „Deutsche Welle“.

Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin Deutschlands, bleibt bei ihrer Verteidigung der Migrationspolitik, die sie während der Krise 2015 verfolgte. Damals kamen Hunderttausende Migranten nach Deutschland, was das Land vor große Herausforderungen stellte, merkt die „Deutsche Welle“ an. Bei einem Auftritt auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover erinnerte Merkel an ihre berühmten Worte „Wir schaffen das“, die zum Symbol für ihren Umgang mit der Krisensituation wurden. Merkel stellte klar, dass sie damals nie behauptet habe, die Herausforderung allein bewältigen zu können. Vielmehr sei sie überzeugt gewesen, dass zahlreiche Menschen in Deutschland bereit wären, in einer solchen Krisensituation Unterstützung zu leisten – was sich auch bestätigt habe und aus ihrer Sicht ein Grund zum Stolz sei. Sie rief dazu auf, sich diesen Stolz nicht nehmen zu lassen.

Merkel unterstrich, dass trotz der umfangreichen Aufnahme von Migranten in Deutschland eine effektivere Steuerung der Migration erforderlich sei – einschließlich der Rückführung von Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung. Zugleich betonte sie, dass diejenigen, die unmittelbar an der Grenze standen, nicht abgewiesen, sondern aufgenommen wurden.

Neue Migrationspolitik Deutschlands

Merkels Äußerungen stehen im Kontrast zu den Plänen ihres Nachfolgers Friedrich Merz, der eine restriktivere Migrationspolitik angekündigt hat. Merz, der Vorsitzende der CDU, plant, die Grenzkontrollen zu verstärken und die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen. Die neue Regierung, die in naher Zukunft die Macht übernehmen soll, beabsichtigt, ab dem ersten Tag die Grenzkontrollen zu verschärfen.

Thorsten Frei, der zukünftige Chef des Bundeskanzleramts, kündigte an, dass „Jeder, der illegal nach Deutschland einzureisen versucht, muss vom 6. Mai an damit rechnen, dass an der deutschen Grenze Schluss ist.“ Die neue Regierung plant, sowohl die Personen- als auch die Grenzkontrollen in Deutschland auszuweiten und zu intensivieren

2 Mai 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Erdogan lässt bei Mai-Kundgebungen Hunderte verhaften

von Fremdeninfo 2 Mai 2025
von Fremdeninfo

Erdogan lässt bei Mai-Kundgebungen Hunderte verhaften

 Von: APA/dpa/AFP)

 

                           

                                             1486120902_BLD_Online.jpg © APA/AFP

In der türkischen Metropole Istanbul sind bei Protesten zum 1. Mai Hunderte Menschen festgenommen worden. 407 Personen seien wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz in Gewahrsam genommen worden, teilte Innenminister Ali Yerlikaya auf der Plattform X mit.

Viele der in Istanbul festgenommenen hatten vermutlich versucht, zum symbolträchtigen und abgesperrten Taksim-Platz im europäischen Zentrum der Stadt zu gelangen. Seit Jahren werden Demonstrationen dort untersagt. Auf Anweisung des Gouverneursamtes waren in der Stadt Barrikaden aufgebaut worden, die große Teile des Zentrums etwa durch Straßensperren lahmlegten. Dutzende Metro-, Bus- und Tramstationen wurden vorübergehend nicht angefahren, Fähren wurden unterbrochen und Parkhäuser geschlossen.

Mit wenigen Ausnahmen sind Versammlungen auf dem Taksimplatz grundsätzlich verboten. Er war in der Vergangenheit häufig Schauplatz prodemokratischer Demonstrationen, insbesondere während der Gezi-Proteste im Jahr 2013. Wie bereits in den vergangenen Jahren hatte die Polizei den Platz bereits mehrere Tage zuvor abgesperrt.

In zwei Stadtteilen auf der asiatischen Seite Istanbuls waren von Gewerkschaften organisierte Demonstrationen mit mehreren tausend Teilnehmern genehmigt worden, wie Aufnahmen in örtlichen Medien und von AFP-Journalisten zeigten. Der symbolische Taksimplatz müsse „dem unterdrückerischen Regime entrissen werden“, forderte Özgür Özel, Vorsitzender der größten oppositionellen Partei CHP, bei einer der Kundgebungen.

In Istanbul war es Ende März zu einer massiven Protestwelle gekommen, nachdem der beliebte Istanbuler Bürgermeister und CHP-Politiker Ekrem Imamoglu verhaftet worden war. Imamoglu ist der aussichtsreichste Rivale von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Bei den Protesten waren nach Angaben der Behörden fast 2000 Menschen festgenommen worden.

An genehmigten Protesten am Tag der Arbeit nahmen mehr als 60.000 Menschen in anderen Teilen der Stadt teil, wie das Gouverneursamt mitteilte. In der Stadt seien mehr als 50.000 Polizisten im Einsatz gewesen.

Auch in Städten wie Ankara, Izmir, Adana, Antakya oder Kayseri gingen Menschen zum Tag der Arbeit auf die Straße. Yerlikaya zufolge nahmen landesweit mehr als 280.000 Menschen an Veranstaltungen teil.

(APA/dpa/AFP)

2 Mai 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Mehr freiwillige Ausreisen von Asylbewerbern

von Fremdeninfo 2 Mai 2025
von Fremdeninfo

          Mehr freiwillige Ausreisen von Asylbewerbern

Artikel von dpa

ZEIT ONLINE hat diese Meldung redaktionell nicht bearbeitet. Sie wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen.

                                                                

Mehr abgelehnte Asylbewerber freiwillig aus Sachsen ausgereist (Symbolbild) © picture alliance /​ Sebastian Willnow/​dpa-Zentralbild/​dpa

Zwischen Anfang Januar und Ende März wurden 259 ausreisepflichtige Ausländer aus Sachsen abgeschoben. Das waren nach einer Mitteilung der Landesdirektion 19 weniger als im ersten Quartal 2024. Die Rückführung der Betroffenen, darunter 68 Straftäter, erfolgten unter anderem nach Georgien, Kroatien, Polen, Tschechien, die Slowakei, Serbien, Tunesien, Frankreich und die Türkei.

Deutlich mehr abgelehnte Asylbewerber gingen freiwillig

Die Zahl freiwilliger Ausreisen hat sich mit 443 mehr verdoppelt im Vergleich zum ersten Quartal 2024 mit 198. Hauptzielländer waren diesmal die Türkei, Venezuela, Syrien, Georgien und Russland.

Innenminister Armin Schuster (CDU) sprach von «bemerkenswerten Steigerungen». Das sei auch Verdienst der intensiven Arbeit und Rückkehrberatung in den kommunalen Ausländerbehörden und der Landesdirektion. «Ich begrüße jeden Fall, in dem ein endgültig abgelehnter Asylbewerber seiner Pflicht zur Ausreise in eigener Verantwortung nachkommt und keine staatlichen Abschiebemaßnahmen mit den daraus resultierenden Schwierigkeiten für alle Seiten erforderlich werden.»

2 Mai 2025 0 Kommentare
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Demnächst kommt ein Artikel von Melike Çetin

von Fremdeninfo 2 Mai 2025
von Fremdeninfo

                                         

                                                                     Demnächst kommt ein Artikel von Melike Çetin

 

                                                         

 

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                        Demnächst kommt ein Artikel von Melike Çetin

 

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Frauen

Grüne in Berlin wollen Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst abschaffen

von Fremdeninfo 1 Mai 2025
von Fremdeninfo

Die Berliner Grünen wollen das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst abschaffen – auch für Richterinnen, Polizistinnen und Justizvollzugsbeamtinnen. Ziel ist mehr Teilhabe für muslimische Frauen. Das Neutralitätsgesetz steht damit erneut auf dem Prüfstand.

Die Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus will muslimischen Frauen den Schritt in den öffentlichen Dienst erleichtern. Mithilfe des Bundesverfassungsgerichts war es bereits mehreren Lehrerinnen gelungen, sich ihr Recht auf Kopftuch im Unterricht zu erstreiten. Auch in Kindergärten hat der Fachkräftemangel vielfach schon vollendete Tatsachen und pragmatische Akzeptanz für verschleierte Frauen geschaffen.

Nach dem Willen der Abgeordneten Tuba Bozkurt sollen jene Frauen künftig jedoch auch in einem weiteren Bereich vor Benachteiligungen geschützt sein. Sie sollen auch bei einer Tätigkeit als Beamtinnen im Bereich der Rechtspflege, des Justizvollzugs oder der Polizei keinen Restriktionen mehr unterliegen.

Tuba Bozkurt: „Falsches Signal in Zeiten des Fachkräftemangels“

Diese Personengruppen sind die einzigen, für die das Verbot des Tragens von „sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbolen“ oder „auffallenden religiös oder weltanschaulich geprägten Kleidungsstücke tragen“ noch uneingeschränkt gilt. Zumindest, soweit sie eine hoheitliche Tätigkeit ausüben. Dies bestimmt das seit 2005 in Berlin geltende „Neutralitätsgesetz“.

Bozkurt betont, die Regelung benachteilige in unzumutbarer Weise Frauen, die sich für das Kopftuch entschieden hätten. Es behindere deren Zugang zum öffentlichen Dienst und mache dies teilweise unmöglich. Die Grünen-Abgeordnete sprach von einem „faktischen Berufsverbot“. Ein solches sei weder zeitgemäß noch werde es dem Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel gerecht. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ kritisiert Bozkurt: „Hoch qualifizierte Frauen dürfen ihren Beruf nicht ausüben, weil sie ein Kopftuch tragen. Das ist ein Problem.“

Kopftuchverbot schrittweise durch Bundesverfassungsgericht zurückgedrängt

Das Neutralitätsgesetz war geschaffen worden, nachdem die muslimische Lehrerin Fereshta Ludin gegen ihre Suspendierung vom baden-württembergischen Schuldienst geklagt hatte. Diese war erfolgt, weil – so die Begründung – das Tragen des Kopftuchs gegen die staatliche Neutralitätspflicht verstoße.

Das Bundesverfassungsgericht hielt diese Ansicht in seinem Urteil von 2003 nicht explizit für verfassungswidrig. Allerdings bedürften Kopftuchverbote einer gesetzlichen Grundlage, weil sie andernfalls die Religionsfreiheit nach Art. 4 Grundgesetz in unverhältnismäßiger Weise einschränkten. Berlin und einige weitere Bundesländer verabschiedeten daraufhin Gesetze, die sich gegen religiöse Symbole im öffentlichen Dienst richteten.

In den Jahren 2015 und 2020 erklärte das Karlsruher Höchstgericht jedoch auch pauschale Kopftuchverbote für eine Lehrerin und eine Schulsozialarbeiterin in NRW sowie eine Rechtsreferendarin in Hessen für verfassungswidrig. Verbote dieser Art seien den Urteilen zufolge nur dann zulässig, wenn eine konkrete Gefahr für die staatliche Neutralität und den Schulfrieden bestehe.

Neutralitätsgesetz: CDU und SPD kündigen „rechtssichere Anpassung“ an

Das Bundesverfassungsgericht akzeptiert ein Kopftuchverbot lediglich in Einzelfällen und bei nachweisbarer Störung – etwa einer Beeinträchtigung des Unterrichts. Bei Auszubildenden im öffentlichen Dienst gab Karlsruhe zu bedenken, dass diese nicht die gleiche Repräsentationsfunktion wie verbeamtete Richterinnen hätten.

Auch hier müsse, um ein Kopftuchverbot rechtfertigen zu können, in jedem Fall eine konkrete Gefahr für die Neutralität oder eine Einschränkung des Vertrauens in die Justiz bestehen. Der Berliner Gesetzgeber ist nun am Zug. CDU und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, das Neutralitätsgesetz „gerichtsfest an die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts“ anzupassen.

Die Grünen wollen das Gesetz nun komplett abschaffen. Ob die Partei damit Erfolg haben wird, ist ungewiss. Noch vor wenigen Jahren reichte, als es um das Neutralitätsgesetz ging, eine Einheitsfront von der Linkspartei über SPD und CDU bis hin zur in Teilen rechtsextremistischen AfD. Auch die FDP zeigt sich in dieser Frage wenig liberal. Auf X äußerte ihr Parteivize Wolfgang Kubicki: „Das staatliche Gewaltmonopol sollte nicht unter dem Zeichen religiöser Symbolik durchgesetzt werden. Die Loyalität aller Polizeibeamten zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung sollte so stark sein, dass sie während der Dienstzeit auf das Tragen religiöser Symbole verzichten können.“

Hidschab als Teil der Uniform in vielen Ländern längst etabliert

In Ländern wie Großbritannien, Kanada, Irland, Australien und den USA hat man mit einem Hidschab für Polizistinnen in den meisten Bundesstaaten oder Provinzen keine Probleme mehr. Mehrere Polizeibehörden ermöglichen explizit das Tragen eines in seiner Form angepassten Hidschabs, der zur Uniform passt.

Auch in Schweden und Norwegen erlaubt die Polizei muslimischen Beamtinnen, angepasste Uniformen zu tragen, die ein Kopftuch einschließen. Erlaubt und üblich ist das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Dienst auch in traditionell multikulturellen Ländern wie Indonesien, den Philippinen oder zumindest regional in stark muslimisch geprägten Gebieten in der Russischen Föderation oder in Israel.

Länder, die in ihrer ethnischen und religiösen Pluralität eine Chance sehen, betrachten das Kopftuch im öffentlichen Dienst als Ausdruck der Diversität und Inklusion. Andere beharren aus ideologischen Gründen auf einem Laizismus, wie er im Europa des 18. bis 20. Jahrhunderts Anklang fand.

Von: dtj-online

1 Mai 2025 0 Kommentare
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