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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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AllgemeinFlüchtlinge

Güler will in Syrien für „inklusiven Transitionsprozess“ werbenSerap

15 Juni 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Das neue europäische Asylrecht

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Kommission: Illegale Migration in EU um 55 Prozent gesunke

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Zyperns Migrationsminister: EU prüft Menschenrechtsschutz in Rückkehrzentre

4 Juni 2026 0 Kommentare
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Stoppt die Abschiebung nach Syrien

4 Juni 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Gericht: Ehemaliger IS-Kämpfer darf abgeschoben werden

von Fremdeninfo 28 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von dpa

Ein in Deutschland zu fünf Jahren Haft verurteilter ehemaliger IS-Kämpfer darf in seine Heimat Tadschikistan abgeschoben werden. Das hat das Verwaltungsgericht Münster entschieden. Das Gericht zeigte sich in der Urteilsbegründung davon überzeugt, dass dem 39-Jährigen, der seine Haftstrafe wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor Jahren verbüßt hat, in seiner Heimat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit keine Folter drohe, sondern eine nach den Maßstäben der Europäische Menschenrechtskonvention menschenwürdige Behandlung.

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Das Heimatland Tadschikistan hatte dies der Bundesrepublik über das Auswärtige Amt zugesagt. Von daher sei die Klage des Mannes gegen ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgehobenes Abschiebeverbot abzuweisen. Der Mann lebt mit seiner Familie im Kreis Warendorf im Münsterland. Nach Angaben des Ministeriums in Berlin seien die Zusagen aus Tadschikistan belastbar. Demnach halten sich die Behörden an Absprachen, es herrsche eine gute Arbeitsbeziehung. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte angegeben, dass es keine Belege für menschenrechtswidrige Behandlungen in dem Land gebe.

In die Schlagzeilen geraten war der Kläger, weil er sich im Februar 2025 in einer Polizeiwache in Oelde im Kreis Warendorf ein Cuttermesser an den Hals gehalten hatte. Mit diesem Schritt hatte er die Abschiebehaft verhindert. Kurz darauf hatte das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in einem Eilverfahren zum Ausländerrecht entschieden, dass der Mann nicht abgeschoben werden darf. Anders als das Verwaltungsgericht zum Asylrecht sah das OVG trotz der Zusage aus seiner Heimat Gefahr für Leib und Leben des Mannes

28 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Vergifteter Diskurs über Migration

von Fremdeninfo 28 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Susanne Ebner

Proteste und Rechtspopulismus schaffen in Großbritannien eine Wir-gegen-die-Stimmung. Die Regierung ist

in der Defensive, sogar Premier Keir Starmer übernimmt Rhetorik vom rechten Rand. Eine Analyse

Mit seiner Rede am Dienstag sorgte Nigel Farage, Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, für politische Erschütterungen im Vereinigten Königreich. Er forderte die Abschaffung zentraler Menschenrechtsgesetze sowie die Abschiebung von Hunderttausenden Asylsuchenden. Farage fabulierte von einer„Invasion“ durch irregulär eingereiste Menschen. Unter dem Titel „Operation Wiederherstellung der Gerechtigkeit“ präsentierte er ein Programm, das den britischen Diskurs über Migration in Großbritannien noch weiter nach rechts verschiebt. Britische Fernsehsender boten dem umstrittenen Politiker eine öffentliche Großbühne. Das Boulevardblatt „Daily Mail“ titelte am Mittwoch, Farage sei endlich jemand, der das Problem der illegalen Migration „verstehe“.

Jüngste Umfragen zeigen, dass Migration für fast die Hälfte der Britinnen und Briten mittlerweile das wichtigste politische Thema ist, noch vor Wirtschaft und Gesundheit. Von dieser Stimmung profitiert Reform UK. Die Rechtspopulisten liegen in den meisten Umfragen mittlerweile vor der regierenden Labour-Partei und überzeugen die Brit:innen dabei mit Parolen, die zwar griffig klingen, sich jedoch kaum umsetzen lassen. So fordert Farage Massenabschiebungen, obwohl solche Pläne in der Realität wegen rechtlicher und politischer Hürden kaum Bestand hätten. Dass Großbritannien im europäischen Vergleich wenige Geflüchtete aufnimmt, lässt er dabei ebenso unerwähnt wie die Tatsache, dass Zuwanderung Wirtschaft und Staatsfinanzen auf der Insel nachweislich stärkt. Seine Zuspitzungen leben vom politischen Effekt, nicht von der Faktenlage. Sie verfangen, weil sie Ängste schüren und Asylsuchende nicht als Menschen, sondern als gesichtslose Bedrohung darstellen. Labour gerät damit zunehmend in die Defensive, und selbst Premierminister Keir Starmer greift inzwischen Formulierungen auf, die bislang vom rechten Rand kamen.

 

28 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

In Pakistan festsitzende Afghanen: Nouripour spricht von „moralischem Versagen“

von Fremdeninfo 27 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von AFP

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) hat der Bundesregierung im Fall der in Pakistan festsitzenden Afghaninnen und Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage „moralisches Versagen“ vorgeworfen. „Es ist das Zeugnis eines zweifelhaften Rechtsverständnisses, wenn erst mehrere Gerichtsentscheidungen die Bundesregierung dazu zwingen müssen, ihre eigenen Aufnahmezusagen einzuhalten“, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Es gehe um „über 2000 Menschen, die von Deutschland ein Schutzversprechen erhalten haben, weil sie wegen ihrer Hilfe für Deutschland bedroht sind“. Nouripour nannte es „ein rechtliches und moralisches Versagen“, dass diese seit Monaten in Pakistan festsitzen, verhaftet oder abgeschoben werden. Es werfe zudem „ein sehr schlechtes Licht auf die Verlässlichkeit Deutschlands“.

Der Grünen-Politiker forderte die Bundesregierung auf, ihre Aufnahmezusagen „endlich vollständig und verbindlich“ einzulösen.

Die damalige Ampel-Koalition hatte nach der Eroberung Afghanistans durch die radikalislamischen Taliban im August 2021 Aufnahmeprogramme gestartet. Damit sollte besonders stark gefährdeten Afghaninnen und Afghanen dauerhaft eine Aufnahme in Deutschland aus humanitären Gründen ermöglicht werden.

Union und SPD vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag allerdings, die Aufnahmeprogramme „soweit wie möglich“ zu beenden. In Pakistan sind deshalb viele afghanische Menschen aus den Aufnahmeprogrammen zurzeit gestrandet.

Nach Angaben der Initiative Kabul Luftbrücke zufolge, die sich für die Evakuierung bedrohter Afghaninnen und Afghanen einsetzt, befinden sich etwa 2300 Menschen mit rechtlich bindenden Aufnahmezusagen in Pakistan. Manche davon wurden von den pakistanischen Behörden festgenommen oder sogar schon nach Afghanistan abgeschoben.

Am Dienstag hieß aus Regierungskreisen, dass einige der in Pakistan Festsitzenden nun doch nach Deutschland einreisen dürfen. Betroffen sind jene, bei denen Gerichtsbeschlüsse, die Bundesrepublik zur Visa-Erteilung und Einreisegestattung verpflichteten. Wie viele kommen dürfen, ist aber noch unklar.

So gab das Berliner Verwaltungsgericht im Juli unter anderem einer afghanischen Familie mit Aufnahmezusage Recht – die Bundesrepublik muss ihr Visa erteilen.

awe/se

27 August 2025 0 Kommentare
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Information

Gefahr der Abschiebung von Mehmet Çakas am 28. August gebannt

von Fremdeninfo 27 August 2025
von Fremdeninfo

Gefahr der Abschiebung von Mehmet Çakas am 28. August gebannt

Der kurdische Aktivist Mehmet Çakas wird nicht am Donnerstag abgeschoben, das Verwaltungsgericht Lüneburg hat die Abschiebung in die Türkei vorläufig untersagt.

Statement des Anwaltsteams von Mehmet Çakas
  • ANF
  • REDAKTIO
Wie das Anwaltsteam des in der JVA Uelzen inhaftierten Kurden Mehmet Çakas mitteilt, ist die Gefahr der Abschiebung in die Türkei vorläufig gebannt. In einem ersten Statement heißt es:

„Mehmet Çakas drohte unmittelbar am 28. August 2025 die Abschiebung in die Türkei. Diese wurde von der Ausländerbehörde gemeinsam mit dem niedersächsischen Innenministerium trotz einer drohenden erschwerten lebenslangen Freiheitsstrafe vorangetrieben. Am heutigen Tage hat das Verwaltungsgericht Lüneburg erneut eine Eilentscheidung getroffen und eine Abschiebung in die Türkei vorläufig untersagt. Damit wird es nun auf eine noch anstehende endgültige Entscheidung des Verwaltungsgerichts ankommen. Der Gerichtstermin wird am 8. September 2025 vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg stattfinden. Eine ausführliche Presseerklärung folgt.“

Eine für heute vor der JVA Uelzen von Unterstützer:innen geplante Kundgebung wurde abgesagt. Nach Angaben der kurdischen Föderation FED-DEM soll es jedoch weitere Aktivitäten mit der Forderung nach einem gerechten Asylverfahren und einem Bleiberecht für Mehmet Çakas geben.

Rund 2.500 Unterschriften gegen die Abschiebung von Mehmet Çakas
Rund 2.500 Menschen haben die Petition „Stoppt die Abschiebung von Mehmet Çakas – Schutz für politisch Verfolgte jetzt!“ unterzeichnet. Das teilte der Zentrale Menschenrechtsrat der Kurd:innen in D…
Kundgebung für Mehmet Çakas in Hannover
In Hannover haben Aktivist:innen gegen die drohende Abschiebung von Mehmet Çakas in die Türkei protestiert. Bei der Protestkundgebung auf dem zentralen Goseriedeplatz forderten die Teilnehmenden, d…
Bundesregierung schweigt zu drohender Abschiebung von Mehmet Çakas
Die Bundesregierung will sich zu der drohenden Abschiebung des Kurden Mehmet Çakas in die Türkei nicht äußern. Auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Cansu Özdemir (Die Linke) erk…
Offener Brief zur drohenden Abschiebung von Mehmet Çakas
Zahlreiche Politiker:innen, Künstler:innen, Gewerkschaftsvertreter:innen und Aktivist:innen haben Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Außenminister Johann Wadephul und den niedersächsischen Min…

 

27 August 2025 0 Kommentare
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Archive

Immer weniger Geflüchtete fühlen sich in Deutschland willkommen

von Fremdeninfo 27 August 2025
von Fremdeninfo

Immer weniger Geflüchtete fühlen sich in Deutschland willkommen

Artikel von Fabian Hartmann/F.R.

Über einen Zeitraum von sechs Jahren (2017 – 2023) ermittelte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), wie willkommen sich Geflüchtete in Deutschland fühlen. Befragt wurden dabei Menschen, die von 2013 bis einschließlich September 2022 in Deutschland einen Antrag auf Asyl oder vorübergehenden Schutz gestellt haben. Und das unabhängig davon, ob ihr Antrag bewilligt wurde. Aussagen von Geflüchteten aus der Ukraine und der Türkei wurden im Zuge der DIW-nicht berücksichtigt

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Der DIW-Studie zufolge, über die die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch berichtete, erfuhr die deutsche Willkommenskultur in jenen Jahren einen deutlichen Dämpfer: Das Gefühl, willkommen zu sein, nahm demnach unter Geflüchteten fortwährend ab. So gaben 2017 noch 84 Prozent der Befragten an, sich in Deutschland erwünscht zu fühlen, während dieser Wert schon drei Jahre später auf nur noch 78 Prozent sank. Im Jahr 2023 waren es der DIW-Studie zufolge nur noch 65 Prozent der Geflüchteten willkommen.

Geflüchtete sind über gesellschaftliches Klima im Land besorgt

„Zudem zeigte sich 2023 wie heute ein hohes Niveau gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, heißt es in der Analyse außerdem. Die Studienverantwortlichen sehen einen Zusammenhang zwischen kontinuierlich offensiver geführten migrationspolitschen Debatten, wie etwa der medialen Präsenz sogenannter Rückführungen, und der zum Negativen veränderten Wahrnehmung Asylsuchender in Deutschland.

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Wie aus den Studienergebnissen weiter hervorgeht, sind inzwischen zahlreiche Geflüchtete in Deutschland über das hiesige gesellschaftliche Klima besorgt. Als das DIW in den Jahren 2016 und 2017 fragte, „machen Sie sich Sorgen um Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass in Deutschland?“, berichteten 32 Prozent beziehungsweise 29 Prozent der Geflüchteten von solchen Bedenken. 2023 waren es hierzulande laut Studie schon mehr als die Hälfte der Asylsuchenden (54 Prozent). (fh)

27 August 2025 0 Kommentare
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Religion

Umstrittene Freitagspredigten: Kontroverse in Türkei – Frauenrechtlerin legt Kopftuch ab

von Fremdeninfo 27 August 2025
von Fremdeninfo

Umstrittene Freitagspredigten: Kontroverse in Türkei – Frauenrechtlerin legt Kopftuch ab

„Ich werfe das Kopftuch der Regierung und dem Religionsamt vor die Füße“ – mit dieser Erklärung legte die türkische Frauenrechtlerin Berrin Sönmez ihr Kopftuch ab. Jahrzehntelang hatte die 64-jährige gläubige Muslimin das Tuch getragen, nun verzichtet sie aus Protest darauf. Auslöser ist eine umstrittene Freitagspredigt der Religionsbehörde Diyanet von Anfang August.

Darin heißt es unter anderem, dass Frauen ihre Reize nicht offen zeigen sollten und das Tragen von Kleidung, die den Körper nicht bedecke oder die Figur betone, verboten sei. Und weiter heißt es laut Übersetzung der Diyanet: „Das Erscheinen in unangemessener Kleidung in der Öffentlichkeit oder an offiziellen Orten ist eine Herausforderung selbst für die einfachsten Anstandsregeln.“ Wer zu diesem „Verfall von Moral und Anstand“ schweige, mache sich mitschuldig. Zudem sei die etwa in Filmen und Medien dargestellte Nacktheit ein Angriff auf die Familie.

Sönmez warnt vor Kopftuchpflicht

Sie habe sich immer geschworen, sollte das Kopftuch eines Tages Pflicht werden, werde sie es ablegen, so Sönmez. Nun sehe sie diese Gefahr. Vor allem der Hinweis auf die „offiziellen Orte“ habe Sönmez aufschrecken lassen.

Die Türkei ist laizistisch – Staat und Religion sind per Verfassung getrennt. Bevor der heutige Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine AKP vor mehr als 20 Jahren an die Macht kamen, waren Frauen mit Kopftuch in der Türkei benachteiligt – sie hatten damit keinen Zugang zu Universitäten oder staatlichen Einrichtungen. Erdogan hob die Verbote auf.

Keine Karriere ohne Kopftuch?

Frauenrechtlerinnen wie Sönmez befürchten, dass Erdogan den Spieß quasi umdrehen will. Viele finden das irritierend, denn Frauen ohne Kopftuch und mit freizügiger Kleidung sind in Teilen der Türkei allgegenwärtig – ein Kopftuchzwang wie im Iran ist in der Türkei kaum vorstellbar. Darum geht es Sönmez aber auch nicht, wie sie im Gespräch mit der dpa erklärt.

Die Historikerin fürchtet vielmehr, dass der Druck auf Frauen in Behörden, aber auch im privaten Sektor immer weiter steige. Schon jetzt berichteten ihr Frauen, dass ihnen Karrierechancen verbaut oder sie sogar entlassen wurden, weil sie kein Kopftuch trügen. Dass es sich dabei um Einzelfälle handelt, glaubt sie nicht. Seit der Einführung des Präsidialsystems 2018 agierten die Bürokraten in der Türkei nicht mehr selbstständig. Sönmez wirft der Religionsbehörde eine politische Agenda vor. Sie spreche aus, was die Regierung später umsetzen wolle.

AKP-Politiker verteidigt Religionsbehörde

Die Diyanet wurde von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk gegründet. Damit sollte der laizistische Staat auch die Kontrolle über den Islam haben. Das Religionsamt untersteht im Präsidialsystem Erdogan direkt und ist mit einem üppigen Budget ausgestattet. Die Freitagspredigten werden in den rund 90 000 Moscheen des Landes verlesen.

Erst vor Kurzem sorgte eine weitere Freitagspredigt für Diskussion, in der suggeriert wird, dass Mädchen im Gegensatz zu Jungen beim Erbe benachteiligt werden sollten. Ein Aufschrei war die Folge. Behördenchef Ali Erbas, ein Getreuer Erdogans, verstoße gegen die Verfassung, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind, schrieb der Verein zur Förderung der Ideen Atatürks (ADD) und klagte.

Der Vizeparlamentspräsident und frühere Justizminister von Erdogans AKP, Bekir Bozdag, verteidigte die Behörde und schrieb auf X, sie sei Gegenstand ungerechtfertigter Debatten. Die Predigten seien frei von politischen Ansichten. Sie vermittelten Muslimen lediglich Informationen über islamische Regeln und gäben Ratschläge. Die Religionsbehörde äußerte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht.

Kritik an konservativer Auslegung des Islam

Das Problem sei die zutiefst orthodox-konservative Auslegung der Diyanet, dabei gebe es auch reformistische Ansätze in der Türkei, sagt Sönmez. „Die Religionsbehörde verwendet in ihren Predigten konsequent eine Sprache, die keinen Raum für unterschiedliche Interpretationen zulässt“, sagt sie. „Das ist zutiefst falsch.“ Außerdem drehten sich zahlreiche Predigten alleine darum, wie sich Frauen verhalten sollten.

Ähnlich sieht das Mehmet Hayri Kirbasoglu, Theologieprofessor an der Universität Ankara. Das Kernproblem liege über die Türkei hinaus in „jahrhundertealten patriarchalischen Interpretationen“ des Islam, sagt er der dpa.

Die Diyanet sollte eigentlich politisch unabhängig sein sowie frei von einem männerdominierten Monopol der religiösen Auslegung, so Kirbasoglu. Er war in den 80er Jahren Berater bei der Diyanet. Aktuell sei aber das Gegenteil der Fall; so habe die Religionsbehörde in jüngster Zeit eine zunehmend harte Haltung eingenommen und verstärke damit die Polarisierung im Land.

Sönmez wurde für ihre Äußerungen etwa von der regierungsnahen Zeitung Yeni Akit stark angefeindet. Sie erhält aber auch Unterstützung von anderen muslimischen Frauenrechtlerinnen. Für sie persönlich stehe der Glaube im Mittelpunkt, sagt Sönmez. Sie wehre sich dagegen, dass dieser auf den Körper der Frau reduziert werde. „Ich kann sagen, dass ich sowohl für Frauen als auch für meinen Glauben kämpfe.“ (dpa)

Kritik an konservativer Auslegung des Islam

Das Problem sei die zutiefst orthodox-konservative Auslegung der Diyanet, dabei gebe es auch reformistische Ansätze in der Türkei, sagt Sönmez. „Die Religionsbehörde verwendet in ihren Predigten konsequent eine Sprache, die keinen Raum für unterschiedliche Interpretationen zulässt“, sagt sie. „Das ist zutiefst falsch.“ Außerdem drehten sich zahlreiche Predigten alleine darum, wie sich Frauen verhalten sollten.

Ähnlich sieht das Mehmet Hayri Kirbasoglu, Theologieprofessor an der Universität Ankara. Das Kernproblem liege über die Türkei hinaus in „jahrhundertealten patriarchalischen Interpretationen“ des Islam, sagt er der dpa.

Die Diyanet sollte eigentlich politisch unabhängig sein sowie frei von einem männerdominierten Monopol der religiösen Auslegung, so Kirbasoglu. Er war in den 80er Jahren Berater bei der Diyanet. Aktuell sei aber das Gegenteil der Fall; so habe die Religionsbehörde in jüngster Zeit eine zunehmend harte Haltung eingenommen und verstärke damit die Polarisierung im Land.

Sönmez wurde für ihre Äußerungen etwa von der regierungsnahen Zeitung Yeni Akit stark angefeindet. Sie erhält aber auch Unterstützung von anderen muslimischen Frauenrechtlerinnen. Für sie persönlich stehe der Glaube im Mittelpunkt, sagt Sönmez. Sie wehre sich dagegen, dass dieser auf den Körper der Frau reduziert werde. „Ich kann sagen, dass ich sowohl für Frauen als auch für meinen Glauben kämpfe.“ (dpa)/ Köler Stadt-SAnzeiger

27 August 2025 0 Kommentare
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Politik

Ehemaliger Vizekanzler Habeck gibt Bundestagsmandat auf

von Fremdeninfo 26 August 2025
von Fremdeninfo

 

Robert Habeck will sein Bundestagsmandat zum 1. September niederlegen. Im Gespräch mit der taz begründete der Grünen-Politiker seinen Rückzug damit, Abstand gewinnen zu wollen – und nannte bereits Zukunftspläne.

Ex-Vizekanzler Robert Habeck wird ab dem 1. September nicht mehr Mitglied des Deutschen Bundestages sein. Der Grünen-Politiker hat entschieden, sein Mandat zurückzugeben, wie er selbst im Interview mit der taz bestätigte.

Er müsse „Abstand zu dem zu engen Korsett des Berliner Politikbetriebs gewinnen“, begründete Habeck seine Entscheidung. Anstatt „weiter zu senden“, wolle er erst mal wieder „empfangen“.

Zukunftspläne an Bildungseinrichtungen

In naher Zukunft wolle er „an verschiedenen ausländischen Forschungs- und Bildungseinrichtungen forschen, lehren und lernen“, sagte Habeck, unter anderem am Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen und der US-Universität Berkeley. „Aber es wird auch noch andere geben, mit denen ich zusammenarbeiten werde.“

Die Grünen seien inzwischen „in der Oppositionsrolle angekommen und haben eine starke Aufstellung für die Zukunft gefunden“, lobte er die neue Parteiführung.

Für Habeck rückt nun die 26-jährige Grünen-Politikerin Mayra Vriesema aus dem Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein nach. Sie hatte bei der Bundestagswahl auf Platz fünf der Landesliste kandidiert, wie die Grünen-Landesvorsitzende Gazi Freitag berichtete. Vriesema ist Masterstudentin der internationalen Politik und des internationalen Rechts. Sie freue sich riesig auf die neue Aufgabe und sei voller Energie für alles, was komme, schrieb sie auf Instagram. „Ein großes Dankeschön an Robert für seine Arbeit in den vergangenen Jahren und sein Vertrauen.“

06.06.2025

Ex-Wirtschaftsminister Habeck als Gastdozent bei US-Elite-Uni im Gespräch

Der frühere Bundeswirtschaftsminister könnte bald vor Studierenden an der Uni Berkeley dozieren. mehr

26 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Wir schaffen das!“ – Wie hat sich das auf Europa ausgewirkt?

von Fremdeninfo 26 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Lucia Schulten

Der Anstieg von Asylsuchenden in den Jahren 2015/2016 betraf die ganze EU. Wie blicken die Politik und die Menschen im Rest Europas auf die Asyl- und Migrationsdebatte der letzten zehn Jahre?

Afghanischer Flüchtling bedankt sich bei Deutschland im September 2015 © Martin Meissner/AP Images/picture alliance

Als die damalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vor zehn Jahren ihren berühmten, für manche berüchtigten, Satz „Wir schaffen das!“ sagte, hatte das nicht nur Folgen für Deutschland, sondern auch für Europa.

Diesem Satz folgte Anfang September 2015 Merkels Entscheidung, dass die Polizei Geflüchtete nicht mehr an den Grenzen aufhalten solle. Folglich stellten in den Jahren 2015 bis 2016 über eine Millionen Menschen einen Asylantrag in Deutschland.

In der gesamten EU stieg die Zahl der Asylbewerberinnen und Asylbewerber damals sprunghaft an. Im Jahr 2015 verzeichnete die EU-Statistikbehörde Eurostat über 1,2 Millionen Asylanträge, im Jahr 2016 über 1,5 Millionen. In den Folgejahren blieb die Zahl der Anträge, mit Ausnahme von 2020, über dem Niveau der Jahre vor 2015. Nach einem erneuten Anstieg auf über eine Million Erstanträge 2023, sinken derzeit die Zahlen. Lange Zeit war Deutschland das Hauptzielland von Asylbewerbern in der EU. 2025 wurde es laut

Diese Entwicklungen gehen nicht spurlos an den Europäern vorbei. Bei den letzten EU-Parlamentswahlen 2024 waren, laut Eurostat, 24 Prozent der Befragten der Meinung, dass Migration ein Thema ist, dass vorrangig diskutiert werden sollte.

Auch bei nationalen Wahlen spielte das Thema eine herausragende Rolle, insbesondere in den Mitgliedstaaten, in denen in den letzten Jahren eine rechtspopulistische Partei den Wahlsieg eingefahren hat, wie etwa in Österreich oder den Niederlanden.

Anouk Pronk vom niederländischen Clingendael-Institut sagt gegenüber der DW, dass es im letzten niederländischen Wahlkampf im November 2023 eine „obsessive Fokussierung“ auf das Thema gegeben habe.

Damals sei es so dargestellt worden, als sei die Migration der Grund für die Probleme im Land, wie etwa für die Wohnungskrise, überlastete Sozialsysteme oder Probleme im Schul- und Gesundheitswesen. Derzeit beobachtet Pronk, dass man sich davon etwas löse und versuche, diese Probleme anzugehen und nicht die Migration zum Sündenbock für alles zu machen.

Nicht nur in

Zwischen öffentlicher Meinung und beigemessener Bedeutung gibt es einen Unterschied, sagt Lenka Drazanova gegenüber der DW. Und die Bedeutung des Themas Migration habe sich in den letzten zehn Jahren durch die hohe Präsenz in den Medien und der Politik verstärkt, sagt die Politologin, die am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz forscht.

An der Grundhaltung, wer in der Gesellschaft für oder gegen Migration ist, habe sich allerdings nichts geändert. Was sich seit 2015 geändert habe sei, dass die Menschen, die gegen Migration seien, ihre Ablehnung stärker ausdrückten. Als Grund für diese einwanderungsfeindliche Haltung, benennt Drazanova Bedrohungsgefühle – wie etwa die Angst vor dem Unbekanntem oder vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Die hohe Zahl der in Deutschland ankommenden Asylsuchenden habe bei einigen Europäern – insbesondere in Mittel- und Osteuropa – solche Gefühle ausgelöst. Dabei käme es weniger auf die tatsächliche Zahl an, sondern mehr auf die Diskussion über Migration an sich.

Der Diskurs über Migration in Europa hat sich verändert

Außerdem hätten sich die sozialen Normen und politische Kultur, wie über Migration und Geflüchtete gesprochen wird, seit 2015/2016 verändert, so die Politikwissenschaftlerin Drazanova. Dies stehe auch im Zusammenhang mit der Normalisierung rechtsextremer Ansichten.

Auch Politologin Pronk sieht eine Veränderung in der Diskussion. Zur Zeit von Angela Merkels „Wir schaffen das!“ sei es mehr um eine „Pflicht zu helfen“ gegangen. Heute werde die Debatte um Migration mehr als ein Sicherheitsrisiko dargestellt.

Dies könne man beispielsweise an dem neuen EU-Pakt für Asyl und Migration sehen. Dort gehe es vor allem darum, wie man die Grenzen schützen könne und Menschen, die kein Bleiberecht in der EU hätten, schneller wieder abschieben könne. Den Grund für diese Entwicklung sieht die Politologin in der großen Belastung der Asylsysteme der EU-Mitgliedstaaten.

EU verschärft Asylregeln – und bekommt Druck von Mitgliedstaaten

In dem Asyl- und Migrationspakt, der im Sommer 2026 in Kraft treten soll, sind sogenannte Grenzverfahren vorgesehen, für diejenigen Geflüchteten, die aus Ländern mit einer geringen Anerkennungsquote kommen.

Auch arbeitet die EU derzeit an einer neuen Rückführungsverordnung. Bislang war es, laut der Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl so, dass Migranten nur in ein Land abgeschoben werden konnten, zu dem sie eine Verbindunghaben oder wenn sie zustimmen. Dieses Kriterium solle fallen, wenn es nach der EU-Kommission geht. Dies gilt als Voraussetzung, um Menschen gegen ihren Willen in einen Staat, mit dem beispielsweise ein entsprechendes Abkommen besteht, abzuschieben. Auch sollen „Rückkehrzentren“ geschaffen werden. Dabei handelt es sich um eines der Modelle, das in der EU seit einiger Zeit unter dem Stichwort „innovative Lösungen“ diskutiert wird.

Aus einigen EU-Mitgliedstaaten wird Druck auf die EU ausgeübt, die Asylregeln weiter zu verschärfen. So trafen sich beim letzten EU-Gipfel im Juni 21 der 27 Mitgliedstaaten um strengere Vorschriften für die gemeinsame Asylpolitik zu erarbeiten. Der Einladung aus Dänemark, den Niederlanden und Italien folgte erstmals auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.

Politik ist nicht gleich öffentliche Meinung

In einem sind sich die beiden Expertinnen einig: Von der politischen Debatte und der Gesetzgebung lässt sich nicht unmittelbar auf die öffentliche Meinung über Migration in Europa schließen.

Die Debatte innerhalb der Gesellschaft sei nuancierter, sagt Pronk. Dies hätte man zum Beispiel bei der grundsätzlichen Hilfsbereitschaft gegenüber den ukrainischen Geflüchteten innerhalb der EU gesehen.

Auch Drazanova weist im Gespräch mit der DW daraufhin, dass die öffentliche Meinung gegenüber Migration sehr komplex sei. So kann es etwa sein, dass ein und dieselbe Person positiv gegenüber Migranten eingestellt sei, die bereits im Land seien, eine offene Einwanderungspolitik jedoch ablehne. Grundsätzlich zeige sich in Studien aber, dass sich die öffentliche Meinung in Europa gegenüber Migranten in den letzten Jahren etwas gebessert habe.

Autor: Lucia Schulten

26 August 2025 0 Kommentare
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AllgemeinInformation

Nordrhein-WestfalenStudie zeigt Diskriminierung beim Bewerben: Herkunft schlägt Leistung

von Cumali Yağmur 26 August 2025
von Cumali Yağmur

Von Jonathan Baer

Menschen mit einem migrantisch klingenden Namen bekommen deutlich seltener eine Rückmeldung, wenn sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Das zeigt eine Studie der Universität Siegen.

Forscher der Uni Siegen hatten mehr als 50.000 fiktive Bewerbungen an Verwaltungen, Dienstleister und Handwerksbetriebe geschickt. Wenn sich ein „Lukas Becker“ bewarb, bekam er auf 100 Bewerbungen 67 Antworten. Ein „Ivan Smirnov“ oder „Yusuf Kaya“ erzielten deutlich niedrigere Werte. Die fiktive „Habiba Mahmoud“ erhielt nur 36 Antworten und damit die wenigsten – trotz gleicher Qualifikation.

Herkunft schlägt Leistung

„Für die benachteiligten Bewerber sind die Ergebnisse eine Katastrophe“, sagt Dilara Wiemann von der Uni Siegen:

Denn selbst deutlich bessere Schulnoten oder soziales Engagement ändern nichts daran, dass Herkunft Leistung schlägt.

Dilara Wiemann, Universität Siegen

Der Leiter eines Sanitärbetriebs im Raum Bonn, Michael Link, kann sich das Studienergebnis in Zeiten des Fachkräftemangels kaum erklären. In seiner Firma habe mehr als die Hälfte der Belegschaft einen Migrationshintergrund. „Wenn sich einer bei uns bewirbt, interessiert uns weder, welche Religion er hat oder wo er herkommt. Uns interessiert nur die Qualifikation“, so Link.

Betriebe haben Sorge vor Sprachbarrieren

Menschen mit ausländisch klingenden Namen werden offenbar oft benachteiligt, weil die Betriebe Sorge vor Sprachbarrieren haben, schreibt die Uni Siegen in einer Pressemitteilung. Auch kulturelle Distanz oder der befürchtete Mehraufwand im Umgang mit Behörden seien Gründe.

Player: audioStudie zeigt Diskriminierung beim Bewerben: Herkunft schlägt Leistung

Studie zeigt Diskriminierung beim Bewerben: Herkunft schlägt Leistung

 

 

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der Universität Siegen
  • Recherchen WDR-Reporter

Quelle: wdr

WDR  Nordrhein-Westfalen

26 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Was wurde aus den Geflüchteten von 2015?

von Fremdeninfo 25 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Nicolas Kurzawa/ Faz

Die Bilder von 2015 dürfte kaum jemand vergessen haben. Sie wurden so oft gezeigt und diskutiert, dass sie sich eingebrannt haben – selbst jenen, die damals nicht zugegen waren: Zehntausende Geflüchtete, vor allem Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, kamen in kurzer Zeit an deutschen Bahnhöfen an. München wurde damals zum Symbol der „Willkommenskultur“ und der „Flüchtlingskrise“ per se. Angela Merkels „Wir schaffen das“, das der damaligen Bundeskanzlerin bei einer Pressekonferenz am 31. August 2015 über die Lippen ging, sollte der zentrale Satz ihrer Kanzlerschaft werden.

Dieses Zitat steht seither auf dem Prüfstand. An Bilanzen oder Analysen, die sich daran reiben, mangelt es nicht. Ein klares und insbesondere objektives Urteil bleiben sie schuldig. Das kann selbst die Wissenschaft nicht leisten, schließlich hätte man die „Erfolgskriterien“ einer so vielschichtigen Aussage damals erst einmal definieren müssen. Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Montag veröffentlicht wurde, versucht dennoch, Licht ins Dunkel zu bringen. Sie fragt, wie gut die Flüchtlinge von 2015 heute im deutschen Arbeitsmarkt integriert sind – und überrascht mit einer positiven Antwort.

Dass mit einer so hohen Beschäftigungsquote eigentlich nicht zu rechnen war, liegt an den Nachteilen, die es Geflüchteten erschweren, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Die Autoren der IAB-Studie nennen in diesem Zusammenhang drei große Ursachenkomplexe. So gebe es „Belastungen“ auf einer individuellen Ebene wie „traumatische Erfahrungen“ oder fehlende Sprachkenntnisse. Zudem seien Ausbildungs- und Bildungsabschlüsse nur schwer übertragbar. Eine dritte Herausforderung liege in in­stitutionellen und „Kontextfaktoren“ der Zielländer: Die „Bleibeperspektiven“ seien oft unklar, hinzu kommen Beschäftigungsverbote in der Anfangsphase oder Wohnsitzauflagen.

Mit Blick auf diese Hürden überraschen die Zahlen tatsächlich. Aber es gibt auch ein Manko. Das wird offensichtlich, wenn man die Beschäftigungsquoten nach Geschlechtern unterteilt, denn zwischen Männern und Frauen gibt es ein großes Gefälle. Während die Quote bei Männern 2024 bei 76 Prozent lag, also sogar über dem Durchschnitt der Männer in Deutschland, waren nur 35 Prozent der Frauen beschäftigt. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die Quote bei Frauen insgesamt 69 Prozent. Mit konservativen Werten oder einer traditionellen Weltanschauung unter den geflüchteten Frauen sei das nicht erklärbar, sagt Herbert Brücker: „85 Prozent wollen arbeiten, und die überwältigende Mehrheit findet, dass eine Erwerbstätigkeit wichtig für die Gleichberechtigung von Frauen ist.“

In puncto Verdienst hinken die Geflüchteten hinterher. Acht Jahre nach ihrer Ankunft erreichten die vollzeitbeschäftigten Geflüchteten im Schnitt nur 70 Prozent der mittleren Verdienste der Deutschen, heißt es in der Studie. Damit liegen die Gehälter nur knapp über der Niedriglohnschwelle. Die liegt bei 66 Prozent. Das sei problematisch: „Niedrige Einkommen erhöhen das Risiko der Abhängigkeit von (ergänzenden) Transferleistungen.“ Der Anteil der Leistungsbezieher sei zwar bis 2023 von nahezu 100 Prozent auf rund ein Drittel gesunken, liege aber weiter deutlich über dem deutschen Schnitt. Die Anerkennung von Berufsabschlüssen, Qualifizierungsmaßnahmen und berufliche Weiterbildung bleiben demnach weiter „zentrale Hebel für nachhaltige Arbeitsmarktintegration“, schreiben die Forscher.

Faz.Frankfurter Allgemeine

25 August 2025 0 Kommentare
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