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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Großbritannien stoppt Familiennachzug von Migranten

von Fremdeninfo 2 September 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Reuters

London (Reuters) – Großbritannien setzt die Anträge von Flüchtlingen und Migranten auf Nachzug ihrer Familien aus.

Damit solle mehr Zeit für eine Verschärfung der Vorschriften zur Aufnahme von Migranten gewonnen werden, erklärte Innenministerin Yvette Cooper am Montag in London. Immer mehr Flüchtlinge würden den Nachzug von Familienmitgliedern beantragen. Der Druck auf die Unterkünfte für Migranten im ganzen Land nehme zu. „Das System muss auf der Grundlage fairer und ordnungsgemäß durchgesetzter Regeln kontrolliert und verwaltet werden, nicht durch Chaos und Ausbeutung durch kriminelle Schmugglerbanden“, erklärte die Innenministerin.

Die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer steht unter wachsendem Druck, die Zahl der Asylbewerber, die von Frankreich aus in kleinen Booten nach Großbritannien kommen, zu verringern. Hotels, in denen Migranten untergebracht sind, waren wochenlang im Mittelpunkt von teilweise gewalttätigen Demonstrationen. Kritiker werfen der Regierung vor, zu langsam zu handeln. Die Unzufriedenheit vieler Briten hat der populistischen Reform UK-Partei des Brexit-Kämpfers Nigel Farage in den Meinungsumfragen einen beständigen Vorsprung verschafft.

Unter dem derzeitigen System kann ein Asylbewerber mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung seinen Partner und Kinder unter 18 Jahren nachholen. In diesem Jahr sind bisher etwas mehr als 29.000 Menschen auf kleinen Booten inoffiziell nach Großbritannien gekommen. Das sind 38 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres 2024.

(Bericht von Muvija M, geschrieben von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

2 September 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Innenminister Dobrindt fordert bei Miosga härtere Migrationspolitik: „Müssen weitere Maßnahmen ergreifen

von Cumali Yağmur 1 September 2025
von Cumali Yağmur

 

Von: Artikel von teleschau

Nun soll Schluss sein mit dem ewigen Streit. Das hat die schwarz-rote Koalition offenbar beschlossen. Wie das gehen könnte, zeigt am Sonntagabend Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bei Caren Miosga im Ersten. Bei einem Thema wurde er dennoch deutlich.

Zunächst spricht er alleine mit der Moderatorin. Und da geht es natürlich um die Flüchtlingspolitik. Am Sonntag vor zehn Jahren hatte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das“ gesagt. Gemeint hatte sie damit die Herausforderung, die vor allem die Kriegsflüchtlinge aus Syrien für Deutschland bringen würden. Die Politik, die Merkel damals vertreten habe, sei für ihn schwer zu vertreten gewesen, sagt Dobrindt. Nun wolle er sie korrigieren. Denn: „Es gibt auf jeden Fall eine Integrationsgrenze in Deutschland. Und wenn es die gibt und wir uns darauf verständigen können, dass es Belastungsgrenzen gibt, dann muss man darauf achten, dass man die möglichst nicht erreicht.“

Alexander Dobrindt will auf SPD zugehen

Wo diese Belastungsgrenze liegt, will Dobrindt lieber nicht sagen. Aber er erklärt: „Heute leben wir mit einer Problemlage, die sich über zehn Jahre aufgestaut hat, und alles, was wir neu schaffen, kommt da obendrauf.“ Deutschland sei mit der Zahl der Geflüchteten überfordert, so Dobrindt weiter. Das wolle er beenden. Bis Ende Juni gab es 70.211 Asylanträge. Diese Zahl sei zu hoch, auch wenn sie sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren gesenkt habe. „Dennoch müssen wir weitere Maßnahmen ergreifen“, so Dobrindt. Neben den schon getroffenen Maßnahmen arbeite er mit anderen europäischen Ländern daran, „dass die Magnetwirkung wieder geringer wird.“

Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht mehr“

„Sie zerbröselt gerade vor unseren Augen. Und Friedrich Merz hat innenpolitisch wirklich nicht in die Rolle des Bundeskanzlers hineingefunden.“ Merz sei mit seiner Wahl zum Bundeskanzler im ersten Durchgang gescheitert und habe auch die Richterwahl nicht auf die Reihe bekommen. „Wir sind in einen Sommer gegangen und wissen eigentlich nicht, ob Friedrich Merz noch eine stabile Mehrheit in seiner Fraktion hat.“ Merz sei nicht dazu geeignet, eine Koalition zusammenzuführen, so Dröge. Auch in der CDU gäbe es Verfallserscheinungen.

Dobrindt sieht das anders. „Wir sind dabei, einen wesentlichen Teil der Scherben, die diese Ampel hinterlassen hat, wieder zu flicken“, sagt er. Die Ampel sei an Migrations- und Wirtschaftspolitik sowie an der Wehrpflicht gescheitert, und das habe Schwarz-Rot auf die Reihe bekommen. „Diese Koalition hat den festen Willen, erfolgreich zu sein“, so Dobrindt. Davon lässt Katharina Dröge sich nicht beeindrucken. Merz habe viel versprochen, das er nicht gehalten habe. Die Senkung der Stromsteuer für alle zum Beispiel. Und dann die Sache mit der Wahl der Verfassungsrichterinnen und -richter. Da werde es jetzt eine Lösung geben, verspricht Dobrindt. Die SPD müsse einen neuen Vorschlag machen, dazu sei sie bereit. Allerdings gibt er zu: Elegant sei die Sache nicht gelaufen.

„Jetzt muss eine Formation der Mitte sich bewähren. Die Bürger wollen, dass jetzt was funktioniert. Und das muss jetzt auch kommen. Sonst ist eine Gefahr, dass es nachher nicht eine andere Regierung der Mitte wird, sondern eine, die teilweise von außen kommt und noch dysfunktionaler ist“, mahnt der stellvertretende Welt-Chefredakteur Robin Alexander, der auch zu Gast bei Miosga ist. Dobrindt will daran arbeiten. Man müsse sich mehr auf den Koalitionspartner einstellen, ist sein Rezept. „Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht mehr. Und diese Bereitschaft ist bei allen da.“

Katharina Dröge übt Kritik an Friedrich Merz

„Alexander Dobrindt klingt jetzt ein bisschen verbindender, als er politisch ist“, kontert Katharina Dröge. Friedrich Merz sei auch niemand, der verbinde, kritisiert sie. „Wenn Du als Bundeskanzler sagst, den Sozialstaat können wir uns nicht mehr leisten und eine Politik machst, wo beim Bürgergeld immer wieder Druck auf die Ärmsten in diesem Land ausgeübt wird, dann verbindest Du nicht, sondern dann übst Du Dein Amt als Kanzler aus, um zu spalten.“

Spalten will die Regierung jetzt offenbar nicht mehr. Aber Einkommenssteuern senken. 2027. Das hat die Bundesregierung auf ihrem Klausurtreffen in Würzburg beschlossen. Und darauf kann man sich verlassen, sagt Dobrindt. Aber nur, wenn sich die Wirtschaft erholt.

Und eine gute Nachricht hat Dobrindt noch für alle, die endlich ihren Personalausweis per App beantragen wollen. Das sei in Vorbereitung, verspricht er. Dafür sei aber ein anderer Minister zuständig, schränkt er ein. Aber vor allem verspricht der CSU-Politiker: Der Stil solle sich jetzt ändern. Und der Umgang miteinander. Deswegen beißt auch Katharina Dröge bei ihm auf Granit. Dobrindt will einfach keinen Streit. Zumindest nicht am Sonntagabend.

1 September 2025 0 Kommentare
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Politik

Politische Partizipation junger Menschen mit Migrationshintergrund: Hindernisse und Lösungsvorschläge

von Cumali Yağmur 1 September 2025
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

In diesem Artekel  werde ich untersuchen, warum junge Menschen mit Migrationshintergrund sich nicht an der Politik beteiligen, und die Gründe dafür erläuter

Es fällt auf, dass junge Migranten in Europa wenig Interesse an der Politik zeigen, während sie sensibler auf nationalistische, rassistische und reaktionäre Parteien in den Herkunftsländern ihrer Familien reagieren. Dies liegt an der täglichen Konfrontation mit Nationalismus und Rassismus sowie der Geringschätzung und Demütigung, die sie in Europa erfahren.

Sie sind nicht die alleinigen Verursacher ihres Misserfolgs in Schule und Beruf. Das deutsche Bildungs- und Berufssystem kann die Probleme dieser jungen Menschen nicht ausreichend lösen. Von Kindheit an wachsen sie mit dem Gefühl auf, „fremd“ zu sein. Diese Unterlegenheit schwebt wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen. Es scheint, als sei ihr Schicksal vorgezeichnet, und sie müssen sich dem fügen.

Wenn sie in Schulen, am Arbeitsplatz und im Berufsleben scheitern, werden sie im Alltag aggressiver. Sie sind gezwungen, sich untereinander in Bars, Diskotheken und migrantischen Vergnügungsstätten zu treffen. Mit dem Gefühl, von der Gesellschaft ausgegrenzt und verachtet zu werden, verbringen sie ihre Zeit unter sich an öffentlichen Orten.

Sie können sich weder an die deutsche Gesellschaft noch an die Gesellschaft ihrer Herkunftsländer anpassen. Als neue Generation wissen sie nicht, wohin sie gehören. Obwohl sie sich der deutschen Gesellschaft näher fühlen, können sie nicht glauben, dass sie wirklich dazugehören. Auch wenn bereits dritte und vierte Generationen junger Menschen in Europa leben, fällt es ihnen immer noch schwer zu glauben, dass sie wirklich hierher gehören, obwohl diese Denkweise vorherrscht.

Die europäischen Gesellschaften scheinen junge Menschen mit Migrationshintergrund nicht vollständig zu akzeptieren. Obwohl sie in Schulen, am Arbeitsplatz und im Berufsleben zusammenkommen, fühlen sie sich abends, wenn sie sich in ihre Häuser zurückziehen, außerhalb der Gesellschaft. Manche glauben, weder deutsch, türkisch noch kurdisch zu sein, sondern eine eigenständige Generation, doch der Alltag beeinflusst sie weiterhin.

Das Leben geht weiter wie ein gordischer Knoten in einer Sackgasse. Unter diesen Umständen können junge Menschen mit Migrationshintergrund keine Organisation gründen, die ihren eigenen Problemen gerecht wird. Ein separates Leben, weit entfernt von der Politik und außerhalb des Alltags, geht weiter.

Die meisten jungen Menschen mit Migrationshintergrund empfinden den Zugang zum politischen Prozess als schwierig und unzugänglich. Diese Wahrnehmung führt dazu, dass sie sich von politischen Aktivitäten fernhalten und kaum in Parteien vertreten sind.

Es ist offensichtlich, dass es verschiedene Faktoren gibt, die die politische Beteiligung junger Menschen mit Migrationshintergrund behindern. Dazu gehören Diskriminierungserfahrungen, die Wahrnehmung, dass Politik für ihr tägliches Leben irrelevant ist, und das Fehlen von Vorbildern.

Junge Migranten in europäischen Gesellschaften bilden trotz der Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind, keine dauerhaften Organisationen oder politischen Formationen. Bei der Suche nach Arbeit und Ausbildung werden sie ständig hinter deutschen und anderen EU-Bürgern zurückgelassen und diskriminiert. Obwohl sie im Alltag Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit erfahren, ergreifen sie keine organisatorischen Maßnahmen für ihre eigene Zukunft.

Die Zahl der jungen Migranten in deutschen politischen Parteien ist verschwindend gering. Im Bundestag hatten 73 Abgeordnete einen Migrationshintergrund. Dies entspricht etwa 11,6 Prozent der insgesamt 630 Abgeordneten. Angesichts der Tatsache, dass etwa 29,7 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben, ist jedoch eine deutliche Unterrepräsentation im Parlament festzustellen. Besonders bemerkenswert ist, dass einige Parteien wie die Grünen (20 Prozent) deutlich mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund haben sollten als die AfD (5,9 Prozent). In den anderen Parteien ist dieser Anteil nicht hoch.

Um die geringe politische Beteiligung junger Menschen, die als Migranten wahrgenommen werden, zu erhöhen, sollte eine zentrale Lösung darin bestehen, politische Bildungsarbeit zu verstärken. Obwohl es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, können junge Migranten durch intensive Bildungs- und politische Sensibilisierungsarbeit für die Politik gewonnen werden.

Um diese Lücke zu schließen, sollten Schulen stärker mit lokalen politischen Projekten vernetzt werden, Volkshochschulen (VHS) politische Kurse anbieten oder Abgeordnete in Schulen eingeladen werden.

Migrantenvereine und Jugendvereine sollten finanziell unterstützt werden, um politische Bildungsarbeit in diesen Kreisen zu intensivieren. Die eigene politische Organisation von Migranten ist sehr wichtig.

In der Vergangenheit wurden nur wenige Migrantenvereine, die sich ausschließlich mit Kultur- und Integrationsarbeit beschäftigten, finanziert, während politisch arbeitende Vereine keine Unterstützung erhielten. Sowohl die finanzierten als auch die nicht finanzierten Vereine verschwanden im Laufe der Zeit.

Durch die Finanzierung von politischen Migrantenvereinen kann der Zugang junger Menschen zum politischen Prozess erleichtert und ihr Interesse gesteigert werden.

Junge Migranten empfinden den Zugang zum politischen System oft als schwierig, und sie unternehmen nicht nur keine spontanen Anstrengungen, diese Barrieren zu überwinden, sondern ihr Interesse nimmt mit der Zeit auch ab. Bürokratische Hürden und die Kosten einer Parteimitgliedschaft stellen zusätzliche Hindernisse dar. Daher müssen politische Parteien niedrigschwellige Zugänge schaffen und junge Menschen unbürokratisch einbinden.

Jungen Migranten sollte die Möglichkeit gegeben werden, politische Arbeit zu leisten und eigene Organisationen zu gründen.

Um junge Migranten für die Politik zu sensibilisieren, müssen ihnen Möglichkeiten geboten werden.

So wie in einigen Parteien eine Frauenquote angewendet wird, bin ich der Meinung, dass auch eine Migrantenquote sinnvoll ist. Da 29,7 Prozent der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben, sollten auch die Abgeordneten mit Migrationshintergrund proportional dazu vertreten sein.

Odere es sollte der Einwandererminderheit ermöglicht werden, ihre eigenen demokratischen Parteien zu gründen, damit sie die Möglichkeit haben, ihre Probleme in der Gesellschaft zu vertreten. Auf diese Weise können sie ihre Anliegen in lokalen, Landes-, Bundes- und europäischen Parlamenten äußern und Lösungen entwickeln.

1 September 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Zum Weltfriedenstag will Berlins Linke Gaza-Flüchtlinge aufnehmen

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Elmar Schütze/ Berliner Zeitung

Die Berliner Linke erneuert ihre Forderung, der Berliner Senat solle sich bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass Flüchtlinge aus Gaza in der Hauptstadt aufgenommen werden. Anlass diesmal: der Weltfriedenstag am Montag. Die Grünen und die SPD setzen bei dem Thema andere Akzente und Prioritäten.

Berlins Linke-Chefin Kerstin Wolter spricht in ihrer Mitteilung von „unerträglichen Bildern“ aus Gaza, wo das Sterben kein Ende finde und Hunderttausende von Hungersnot betroffen seien. Jetzt müsse der „CDU-Senat (…) endlich handeln und ein Landesaufnahmeprogramm auflegen“.

Ihre Partei streite weiter für eine solidarische Willkommenskultur und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Berlin, so Wolter weiter. Im Übrigen stemme sich die Linkspartei „mit aller Kraft gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft, die Aufrüstungsspirale und gegen die Einführung der Wehrpflicht durch die Hintertür. Und wir wollen eine Friedensklausel in die Berliner Verfassung aufnehmen und dafür sorgen, dass die Stadt keine Verträge mit Rüstungsunternehmen abschließt“.

Bei ihrer Forderung nach Aufnahme von Menschen aus dem Gazastreifen verweist Wolter darauf, dass in Berlin die „größte palästinensische Community Deutschlands“ lebe. Viele von ihnen bangten um Verwandte in der Region und sie sollten die Möglichkeit erhalten, Angehörige bei sich aufnehmen zu können. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit, sagt sie.

 Die Idee aus der Linkspartei ist nicht neu, und auch der Verweis auf die in Berlin lebenden Palästinenser ist es nicht. Bereits im vergangenen Oktober hatte die Abgeordnete (und mögliche Spitzenkandidatin für die Berlin-Wahl im nächsten Jahr) Elif Eralp die Aufnahme von Menschen aus dem Gazastreifen und aus dem Libanon – insbesondere der dort lebenden staatenlosen Palästinenser – in Berlin gefordert. Sie sprach sogar von „der größten palästinensischen Community Europas“, die in Berlin lebe und forderte entsprechende Aufnahmeprogramme für Syrer, Iraker und Afghanen auch auf Palästinenser auszuweiten.

Der Verweis auf die Befindlichkeiten der Palästinenser in Berlin erinnert an eine andere Forderung der Linken: Im Juli dieses Jahres forderte die Linke-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Mitte, die israelischen Nationalflaggen vor öffentlichen Gebäuden wie etwa dem Roten Rathaus abzuhängen. Sie begründete dies mit Rücksichtnahme „gegenüber palästinensischen Berliner*innen, für die dies ein belastendes Symbol der aktuellen Kriegsführung darstellt“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lehnte den Vorstoß umgehend ab. „Die israelische Fahne wird solange am Roten Rathaus hängen, bis die letzte Geisel frei ist – und daran wird sich nichts ändern“, erklärte Wegner laut einem Sprecher der Senatskanzlei. Und weiter: „Mein Mitgefühl gilt den zivilen Opfern auf beiden Seiten: den unschuldigen Menschen in Israel, die Opfer eines beispiellosen Terrorangriffs wurden, ebenso wie der leidenden Zivilbevölkerung in Gaza, die von der Hamas bewusst mit in diesen Konflikt hineingezogen wurde

CDU-Vertreter wie der Innenpolitiker Burkard Dregger kritisierten in diesem Zusammenhang die Linkspartei erneut scharf für deren ihrer Meinung nach mangelnder Abgrenzung zu Hamas-Sympathisanten. Die Israelflagge vor dem Roten Rathaus sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Solidarität mit Israel ein „zentrales Fundament der deutschen Demokratie“ sei, so Dregger.

So sprachen Berlins Grüne auch nicht über Flaggen vor Dienstgebäuden in der Hauptstadt, als auch sie sich unlängst zu den Vorgängen im Nahen Osten äußerten und dabei eine Aufnahme von Menschen aus dem Kriegsgebiet forderten – allerdings von Kindern aus Gaza und Israel, wie es in einer Mitteilung der beiden Fraktionsvorsitzenden hieß. Bettina Jarasch und Werner Graf argumentierten mit Kindern aus beiden Herkunftsgebieten, tatsächlich aber hatten sie offenbar vor allem diejenigen aus Gaza im Blick, als sie davon sprachen, dort sei „die humanitäre Lage katastrophal“. Eines ist jedenfalls sicher: In Israel ist sie dies nach Lage der Dinge nicht. Die Grünen forderten zudem ein Aufnahmeprogramm, „um gezielt Kinder zu evakuieren, die dringend medizinische, psychologische und soziale Hilfe brauchen“. Auch dafür gilt: Solche Hilfe ist in Israel grundsätzlich gegeben.

So oder so: Aus Sicht der Grünen stünden „SPD und CDU in der Landesregierung in der Verantwortung, sich für eine Aufnahme einzusetzen. Wer Humanität ernst meint, muss jetzt handeln. Das ist eine Frage der Menschlichkeit“.

Die Grünen-Forderung nach einer Aufnahme von bedürftigen Kindern aus Gaza und Israel ist also schwer nachvollziehbar und womöglich ein wenig leichtfertig dahergesagt. Aber wenigstens traten ihre Spitzenpolitiker bei dem Thema einstimmig an die Öffentlichkeit. Ganz anders machte es die SPD, die sich ernsthaft mit den möglichen Konsequenzen aus solchen Forderungen auseinandersetzte. Allerdings zerstritten sich die Berliner Sozialdemokraten über der Frage, ob – und, wenn ja, wen – man aus dem Kriegsgebiet aufnehmen solle.

Der innenpolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion, Martin Matz, warnte vor einem weiteren Anstieg antisemitischen Potenzials in der Stadt, wenn man Flüchtlinge aus Gaza in Berlin aufnähme. Sollte dies dennoch geschehen, bedürfte es zumindest strenger Sicherheitsüberprüfungen. Stattdessen plädierte er dafür, sich auf die medizinische Versorgung bei Kampfhandlungen verletzter Kinder aus Gaza zu konzentrieren. Das sei angesichts der ausgezeichneten Ausstattung etwa des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) oder der Charité nicht nur sehr gut möglich, sondern auch gute, eingeübte Praxis, so Matz.

Die scharfe Replik des starken migrantischen Flügels der Hauptstadt-SPD folgte auf dem Fuße. Matz vertrete eine Minderheitenmeinung in der SPD, postete der integrationspolitische Sprecher der Fraktion, Orkan Özdemir, bekannt als Kritiker von Koalitionen der SPD mit der CDU. Es sei Beschlusslage der Partei, dass man wolle, dass Berlin Gaza-Flüchtlinge aufnehme.

Der Krieg im Nahen Osten und seine Auswirkungen auf den Rest der Welt beschäftigen die Berliner Politik weiter – und eben auch die so streitlustige Regierungspartei SPD. Ein Thema unter vielen, mit denen sich der designierte Spitzenkandidat der Partei für die Abgeordnetenhauswahlen im kommenden Jahr, Steffen Krach, auseinandersetzen muss. Der 46-Jährige, der die vergangenen vier Jahre in seiner Heimat Hannover als Regionspräsident gearbeitet hat, will sich am Montag im Kurt-Schumacher-Haus vorstellen. Pünktlich zum Weltfriedenstag.

31 August 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Deutschland suhlt sich ein wenig im Elend. Wie wäre es mit einem Wir-schaffen-das-Geist?

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Henning Rasche

Düsseldorf. Hätte Angela Merkel 2015 etwa sagen sollen: Wir schaffen das nicht? Am Umgang mit ihrem berühmtesten Satz zeigt sich, welcher Wandel hinter der Gesellschaft liegt. Inzwischen geben die destruktiven Stimmen den Ton an, die Deutschland zwar lieben wollen, es aber klein und schwach reden. Schade, es ginge anders.

Düsseldorf. Hätte Angela Merkel 2015 etwa sagen sollen: Wir schaffen das nicht? Am Umgang mit ihrem berühmtesten Satz zeigt sich, welcher Wandel hinter der Gesellschaft liegt. Inzwischen geben die destruktiven Stimmen den Ton an, die Deutschland zwar lieben wollen, es aber klein und schwach reden. Schade, es ginge anders.

Wollte Zuckowski auf seine alten Tage noch einmal einen großen Hit landen, bräuchte er bloß einige Wörter tauschen. Denn davon, dass man es schaffen kann, wenn man es versucht, will kaum einer mehr so recht etwas hören. 2025 könnte der Refrain eines Charterfolges lauten: „Wir schaffen es nicht!“, gesungen vom Deutschland-Chor.

Als Kronzeugin für diese Entwicklung ließe sich die Bundeskanzlerin außer Dienst, Angela Merkel, aufrufen. Kein Satz ihrer politischen Karriere hat so polarisiert, keiner wurde ihr so sehr „um die Ohren gehauen“, wie sie es in ihrer Autobiografie schreibt, wie dieser, den sie wie beiläufig fallen ließ: „Wir schaffen das“. 2015 war das, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung nach Deutschland.

Seither ist die deutsche Flüchtlingspolitik immer restriktiver geworden. Inzwischen kontrolliert die Bundespolizei auf Geheiß der neuen Bundesregierung gar sämtliche Grenzen, ein Verstoß gegen die europäische Grundidee und das Schengen-Abkommen. Schwarz-Rot nimmt dies in Kauf, weil die Koalition hofft, die Wähler würden von der AfD schon zu den Parteien der Mitte zurückkehren, wenn sie nur hart genug mit flüchtenden Menschen umgeht. Dies dürfte sich als Irrweg erweisen.

Zehn Jahre nach Merkels Satz wird diskutiert, ob wir es denn nun geschafft haben. Doch darauf kommt es bei der Frage, ob der Satz richtig oder falsch war, gar nicht an. Denn auch, wenn es manche glauben mögen, Deutschland hatte sich diese zugegebenermaßen gewaltige Aufgabe nicht ausgesucht. Hätte Merkel etwa sagen sollen: Wir schaffen das nicht?

Ihr Satz war kein Imperativ und keine sachliche Feststellung. Merkel versuchte sich kurz in der Rolle des Kinderbarden Rolf Zuckowski: Wir schaffen das schon! Sie probierte einen Mutmachsatz. Sie vergaß die weiteren Strophen, und auch wie der Refrain klang, wusste sie schon bald nicht mehr. Ja, Angela Merkel versäumte 2015 ff. manches. Vor allem blieb sie eine Kommunikation schuldig, die die gesellschaftlichen Umwälzungen greifbar gemacht hätte. „Wir schaffen das“ blieb eine leere Skizze, die Merkel nie ausmalte.

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Das ist kein kleines Versäumnis, wenn man bedenkt, dass die Rechtsextremen die Deutungshoheit über dieses Thema gewannen. Sie konnten die Geschichte eines überforderten Landes im Kontrollverlust erzählen, weil niemand, vor allem die Kanzlerin nicht, eine andere erzählte. Bei all der wohligen Selbstzufriedenheit, die Merkel heute ausstrahlt: Auch das gehört zu ihrem Erbe. Die Destruktiven geben jetzt den Ton an.

Gerade diejenigen, die vorgeben, stolz auf Deutschland zu sein, Deutschland zu lieben, attestieren dem Land, unfähig zu sein. Unfähig, Herausforderungen zu meistern, über sich hinauszuwachsen, auf die eigenen Stärken zu vertrauen. Das ist so offensichtlich widersprüchlich, dass es ein wenig peinlich ist, darauf hinweisen zu müssen. Es zählt zu den ungeklärten Fragen unserer Zeit, warum gerade die zynische „Wir schaffen das nicht“-Mentalität Grundlage eines neuen, dumpfen Nationalismus wurde.

Ja, Integration verlangt allen Beteiligten sehr viel ab, auf allen Seiten. Klar, gelingt da nicht alles. Klar, manchmal ist man überfordert. Klar, ärgert man sich auch, weil es nicht so läuft wie es sollte. Aber man will doch in so einen komplexen Prozess nicht in der Absicht und Motivation gehen, es gar nicht schaffen zu wollen oder können.

Was Deutschland bräuchte, da es sich ein wenig im Elend suhlt (die Wirtschaft brummt nicht, die Bahn fährt nicht, die Regierung streitet schon wieder, etc.), wäre ein Wir-schaffen-das-Geist. Liest man Merkels Satz als Aufforderung, es doch bitteschön wenigstens zu versuchen, an die eigenen Kräfte zu glauben, dann bekommt er universelle Gültigkeit. Man könnte ihn in Kitas, Schulen, Betrieben, Konzernen, Behörden, Kabinettssälen, Krankenhäusern, Fabriken, Parlamenten, Wohnzimmern, Vorgärten, Vereinsheimen und an Stammtischen an die Wand malen. Wir! Schaffen! Das! Warum denn auch nicht?

Doch die Dinge liegen ein wenig anders. Der Nach-Nachfolger von Merkel, Friedrich Merz, bestreitet, dass wir es geschafft haben und auch, dass wir es schaffen. Er muss seine Klientel bei Laune halten, klar. Aber würde es zu dem Mann, der endlich anpacken und aufräumen, der es schaffen will, nicht besser passen, wenn er mehr an die eigenen Kräfte im Land glaubte?

Deutschland hat den Vorteil, aus mehr als 80 Millionen Menschen zu bestehen. Wenn Maike es schon alleine schafft, wie Rolf Zuckowski sang, dann sollte das für uns gemeinsam doch erst recht gelten.

(her atrie)

31 August 2025 0 Kommentare
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Rassismus

Gegen Rassismus und Rechtsextremismus

von Fremdeninfo 31 August 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Andrea Freitag/RP-Online

 Düsseldorf . In Garath fand am Samstag der Auftakt der Düsseldorfer Dialogtage statt. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe zu ermöglichen. Viele Vereine und Initiativen haben mitgemacht.

Jeder hat sein Gepäck dabei, mal leichter, mal schwerer: Wir laden alle ein, es abzuladen“, erklärt Judith Knuff von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Amt für Gleichstellung. Am Samstag standen sie und verschiedene Düsseldorfer Vereine und Initiativen auf dem Nikolaus-Groß-Platz in Garath bereit, um mit den Menschen im Stadtteil ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt“ fand dieser erste, dreistündige Dialogtag statt, in dem Austausch über Möglichkeiten gegen Rassismus und Diskriminierung im Fokus stehen.

Die Dialogtage sollen in allen zehn Stadtbezirken stattfinden“, kündigt Knuff an. Sie sind eine der Maßnahmen des 2023 beschlossenen kommunalen Handlungskonzepts gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund soll in Düsseldorf ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe ermöglicht werden. „Zuerst habe ich für den Dialogtag am Schreibtisch ein Konzept entworfen und Kontakt mit Vereinen und Initiativen aufgenommen, die die Aktion durch ihre Mitarbeit bereichern sollen. Alle wollten auf meine Anfrage hin gerne mitwirken, doch dann bat ich darum, kritisch auf meinen Entwurf zu schauen. Erst sagten alle, alles sei super“, berichtet Knuff. „Aber dann beharrte ich darauf, dass ich wirklich konstruktive Kritik erwarten würden – und dann wurde mein erster Entwurf im besten Sinne des Wortes zerpflückt und alles neu gemacht. Aber genau darum geht es ja: Es ist eben nur mit der Community möglich.“

Im ersten Entwurf gab es beispielsweise noch die Idee eines Raumes mit Thementischen, an denen man im Workshop-Format reden könnte. „Aber wie willst du da alle Stimmen hören?“, war die Gegenfrage. Also ging es stattdessen direkt in die Fußgängerzone zu den Menschen.

„Zudem wurde der Rucksack als Symbol der Dialogtage auserkoren, eben weil jeder Mensch irgendwo ein Reisender ist, jeder hat sein Gepäck dabei“, sagt die Angestellte der Stadt. Knuff und ihre Mitstreiter möchten dazu einladen, das persönliche Gepäck abzuladen, sich kennenzulernen und zu klären, was sich ändern kann und muss. Die Ergebnisse der Dialoge wurden am Samstag auf Stoff-Rucksäcken, Karten und – damit die Sprachbarriere keine Chance hat – auch auf Fotos festgehalten. Alle Ergebnisse werden gesammelt und der Stadt übergeben. Es gab die verschiedensten Rückmeldungen, einige sehen Alkohol und Drogenkonsum als Problem, eine 90-Jährige wünscht sich, dass alle mehr lächeln, egal aus welcher Kultur sie kommen.

„Es ist schön, hier so eng mit der Stadt zu kooperieren“, freut sich auch Peter Rummel vom Internationalen Kultur- und Sportverein der Roma, „Carmen“. „Das ist ein Zeichen, dass man als Bürger mit der Stadt direkt zusammenarbeiten kann. Diese Tatsächlichkeit wünsche ich mir für alle Verwaltungen.“ Für Knuff und das Team der Stabsstelle Antidiskriminierung gilt dasselbe. „Ohne den Input unserer Experten wäre das hier total deutsch und verkopft gewesen. Das Know-How direkt aus der Praxis hat einen echten Mehrwert ergeben“, so Knuff.

Zwischen Fotobox, Bastelaktion und Waffelstand herrschte eine offene, fröhliche und kommunikative Atmosphäre. „Viele Personen, die wir hier angesprochen haben, waren erst irritiert, aber zu einem Gespräch hat keiner Nein gesagt. Jetzt gehen die Menschen mit dem guten Gefühl nach Hause, dass sie gehört wurden.“ Neena Hartmann vom Haus der Kulturen berichtet von einer Begegnung an diesem Tag: „Eine Dame erzählte, dass sie seit 2015 in Deutschland lebt, aber keine deutschen Freunde hat. Diese Bubble-Bildung ist überall ein Problem. Aber sie will sich jetzt ehrenamtlich engagieren und etwas verändern.“ Auch die Verantwortlichen der Vereine und Initiativen kamen am Samstag enger ins Gespräch, viele planen die nächsten gemeinsamen Aktionen. Auf den Zetteln mit Wünschen und Vorschlägen sind neben Bedenken wegen der schließenden Einkaufszentren auch Sätze wie „Ich bin Garath“ zu lesen – oder „Garath ist bunt (Menschen) und grün (Natur). Lasst und stolz auf diesen tollen Stadtteil sein!“

31 August 2025 0 Kommentare
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Politik

Schwarz-Rot zerbröselt schon vor unseren Augen“

von Fremdeninfo 30 August 2025
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Artikel von David Grzeschik und Birgit Marschall

 Katharina Dröge (40) ist seit Ende 2021 neben Britta Haßelmann Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Sie stammt aus Münster in Nordrhein-Westfalen. © Sabina Crisan

Mit Robert Habeck und Annalena Baerbock haben sich zwei charismatische Figuren bei den Grünen von der Bühne verabschiedet. Wie wollen Sie das ersetzen?

Dröge Ich hätte mich bei beiden sehr gefreut, wenn sie geblieben wären. Ich schätze beide sehr. Es geht nicht darum, die beiden zu ersetzen – wir sind ein neues Team mit einer anderen Aufgabe. Nach der Regierungszeit stellen wir die Grünen in der Opposition neu auf und üben eine kritische Kontrolle der Regierung. Das ist auch bitter nötig, denn Friedrich Merz ist ein Kanzler, der schon jetzt erstaunlich viele Fehler macht. Und ich werde ganz sicher nicht einfach zuschauen, wie CDU und SPD alles abwickeln, was wir in den letzten Jahren beim Klimaschutz erreicht haben. Und damit sowohl unsere Wirtschaft vor die Wand fahren, als auch die Zukunft unserer Kinder.

Wie wichtig war Habeck für die Grünen?

Dröge Enorm prägend. In der Zeit, in der Habeck und Baerbock Parteivorsitzende waren, sind wir in Umfragehöhen gekommen, die die Partei bis dahin nicht erlebt hat. Habeck und Baerbock haben die Partei inhaltlich weiterentwickelt und die zweite grüne Regierungsbeteiligung mit beachtlichen Ergebnissen verantwortet.

Habeck stand für einen konstruktiven, pragmatischen Kurs. Kommt jetzt der Linksruck bei den Grünen

Dröge Wir haben in den letzten Wochen klar gezeigt, dass wir eine harte, aber auch konstruktive Oppositionsarbeit machen. Bei den Verhandlungen zur Schuldenbremse haben wir am Ende zugestimmt, weil das gut fürs Land war. Aber erst nachdem wir 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz verhandelt hatten. Auch nach der gescheiterten Kanzlerwahl haben wir Merz geholfen. Denn es wäre falsch gewesen, wenn diese neue Regierung schon am ersten Tag gescheitert wäre. Wir werden als Grüne aber auch Dinge anders machen als bisher. Dazu gehört, dass wir die Alltagsthemen der Menschen, wie bezahlbare Mieten, gute Schulen oder sichere Jobs mehr in den Mittelpunkt unserer Politik stellen wollen.

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Union und SPD haben sich ja von vornherein Arbeitskoalition genannt. Ist es nicht eher eine Zwangskoalition, weil es keine demokratische Alternative gab?

Dröge Das Problem ist, dass sich Union und SPD nichts vorgenommen haben, was sie verbindet. Dass man sich wirklich nur als Zweckbündnis begreift. Sie sind in dieser Lustlosigkeit gestartet und zerbröseln schon jetzt vor unseren Augen. Sie haben keine gemeinsame Idee, keinen gemeinsamen Spirit – und scheitern auch handwerklich im Regierungshandeln.

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Für Disziplin zu sorgen, wäre ja auch die Aufgabe von Jens Spahn. Haben Sie nach der gescheiterten Richterwahl mit ihm gesprochen

Dröge Unsere Zusage für die anderen beiden Kandidaten steht natürlich weiterhin. Wir stehen zu unserem Wort und wir halten beide Personen für geeignet. Wir waren extrem irritiert, dass die CSU in den letzten Wochen auch diese Kandidaten in Frage gestellt hat. Für uns ist aber klar: Alle Kandidaten brauchen demokratischen Mehrheiten. CDU und SPD müssen sich deshalb darum kümmern, diese abzusichern. Es darf keine Situation entstehen, in der Mehrheiten nur mit der AfD möglich sind. Dafür müssen sie allerdings über ihren Schatten springen und mit der Linken reden. Und natürlich werden wir mit Union und SPD auch über eine dritte Kandidatin sprechen, weil es für unsere Demokratie enorm wichtig ist, dass das Bundesverfassungsgericht handlungsfähig ist.

Hat der Kanzler seine Partei und die Bundesregierung im Griff?

Dröge Was ich ihm in der Sache positiv anrechne, ist der aktuelle Einsatz in der Außenpolitik. Wie er versucht hat, auf Trump in der Ukraine-Politik einzuwirken, muss ich anerkennen. Aber innenpolitisch hat Merz als Kanzler nicht in seine Rolle gefunden. Wichtige Entscheidungen, wie keine Rüstungsgüter an Israel zu liefern, die in Gaza eingesetzt werden können, scheint er in seiner eigenen Partei sehr schlecht vorbereitet zu haben. Beim Wehrdienst gibt es auch viel öffentliche Kritik aus der Union. Jetzt hat er den Herbst der Reformen angekündigt und dabei der SPD quasi eine Kampfansage gemacht. Ich befürchte, damit hat er wohl eher einen Herbst des Streits eingeläutet.

Braucht es denn keinen „Herbst der Reformen“?

Dröge Natürlich braucht es schnelle Reformen im Sozialsystem, bei der Finanzierung von Rente und Krankenversicherung. Das ist auch ein Gebot der Fairness gegenüber den jüngeren Generationen. Doch gerade diese Fragen hat Schwarz-Rot einfach in Kommissionen verlagert. Das ist ein Unding. Was Merz mit dem „Herbst der Reformen“ eigentlich gemeint hat, ist, dass wir uns diesen Sozialstaat nicht mehr leisten sollen. Er philosophiert über Kahlschlag und Sozialabbau. Das finde ich respektlos.

Können wir uns den Sozialstaat denn noch leisten?

Dröge Die Gegenfrage lautet doch, was sich Merz stattdessen leisten möchte. Die Regierung beschließt jetzt Steuersenkungen in Milliardenhöhe, die zu zwei Dritteln an das obere eine Prozent der Deutschen gehen. Gleichzeitig werden umweltschädliche Subventionen ausgeweitet, in Höhe von neun bis 15 Milliarden Euro. Damit verursacht die Koalition doch die Milliardenlücke im Bundeshaushalt. Dass Merz stattdessen mit seiner Botschaft Druck auf Rentner, Alleinerziehende, Familien oder Menschen in Armut ausübt, halte ich für falsch.

Wie würden die Grünen denn die schon absehbare 30-Milliarden-Lücke im Haushalt 2027 schließen?

Dröge Wir würden auf diese Form der Steuersenkungen verzichten und Unternehmen gezielt bei Investitionen unterstützen. Teure Wahlgeschenke und zusätzliche umweltschädliche Subventionen braucht es auch nicht. Durch den effektiveren Kampf gegen Steuervermeidung und -betrug könnten Milliardenbeträge hereinkommen. Zudem muss die Erbschaftsteuer reformiert werden. Wer 300 Wohnungen erbt oder mehr als 26 Millionen Euro, muss derzeit keinen Cent Erbschaftsteuer zahlen. Das ist eine große Ungerechtigkeit.

Und wie würden die Grünen den Beitragsanstieg bei Renten- und Krankenversicherung stoppen?

Dröge Kurzfristig braucht es einen Steuerzuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung, um versicherungsfremde Leistungen auszugleichen. Natürlich brauchen wir auch Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem. Und langfristig wollen wir mehr Gerechtigkeit und Solidarität durch eine Bürgerversicherung, bei der alle, auch Privatversicherte, beteiligt sind. Und auch sehr hohe Vermögen einen gerechten Beitrag leisten. Bei der Rente müssen wir vor allem die Einnahmen verbessern, indem wir die Beschäftigung insbesondere von Frauen und durch Fachkräftezuwanderung erhöhen. Zudem müssen weitere Gruppen, wie Abgeordnete und nicht anderweitig abgesicherte Selbstständige, in die Rentenversicherung einbezogen werden.

In der Energiepolitik geht es Habecks Nachfolgerin Katherina Reiche vor allem darum, die Energiepreise für die Industrie zu senken. Was ist daran falsch?

Dröge Bezahlbare Energiepreise sind wichtig, aber die Mittel von Katherina Reiche sind falsch. Die versprochene Senkung der Stromsteuer kommt für viele Unternehmen und Menschen nicht. Gleichzeitig bremst sie den Ausbau der günstigeren erneuerbaren Energien und will überdimensionierte Gaskraftwerke ohne spätere Wasserstoff-Fähigkeit bauen. Da Frau Reiche die Solarförderung und die Förderung für Wärmepumpen gleichzeitig infrage stellt, gibt es im Handwerk und bei den Ökostrom-Produzenten schon massive Verunsicherung. Ich befürchte, dass es nach der Altmaier-Delle in der vorletzten Legislaturperiode jetzt zum Reiche-Einbruch kommt.

Was würde das Aus für die Wärmepumpen-Förderung bedeuten?

Dröge Das wäre eine klimapolitische Bankrotterklärung, wirtschaftspolitisch fatal und sozial ungerecht. Denn Wärmepumpen lohnen sich auch finanziell. Die Förderung soll ja gerade auch Menschen mit geringen Einkommen bei der Anschaffung von Wärmepumpen unterstützen. Die Heizungsbranche würde ins Chaos gestürzt. Andere Länder sind da schon viel weiter.

Was bedeutet der neue Kurs der Energiepolitik für den Klimaschutz?

Dröge Robert Habeck und wir Grünen in der Regierung haben die CO2-Lücke der unionsgeführten Regierungen geschlossen. Wenn diese Politik fortgesetzt würde, könnten wir das Klimaziel 2030 erreichen. Jedes Jahr zählt, unumkehrbare Schäden entstehen. Wir laufen auf eine Drei-Grad-Erderwärmung zu. Die Auswirkungen werden unvorstellbar sein, mit häufigeren Extremtemperaturen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Starkregen. Diese Folgen für die Menschen in Deutschland scheinen Frau Reiche und Friedrich Merz nicht zu motivieren. Somit werden sie die Verfehlung der Klimaziele am Ende verantworten.

(mar/grz cbe)

30 August 2025 0 Kommentare
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Antisemitismus

Antisemitismus-Beauftragter fordert mehr Dialog mit Muslimen

von Fremdeninfo 30 August 2025
von Fremdeninfo

 

Antisemitismus-Beauftragter fordert mehr Dialog mit Muslimen

 Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, beklagt eine „präzedenzlose Heftigkeit“ antisemitischer Straftaten in Deutschland.

Klein forderte im „Münchner Merkur“ von „Ippen-Media“ unter anderem einen verstärkten Dialog mit muslimischen Organisationen und Moscheegemeinden – warnte aber auch vor einer pauschalen Verteufelung von Zugewanderten: Die Mehrheit sei nicht antisemitisch. Für den Anstieg judenfeindlicher Straftaten gebe es zwei Gründe, sagte er.

Zum einen äußerten sich Menschen und Gruppen, die „schon immer antisemitisch denken“, in der Hoffnung auf Zustimmung aus der gesellschaftlichen Mitte zunehmend öffentlich. Zum anderen falle Desinformation insbesondere in den sozialen Medien auf fruchtbaren Boden. Menschen seien anfälliger für Verschwörungstheorien geworden.

„Nach wie vor sind in der Kriminalstatistik immer noch die meisten antisemitischen Straftaten mit 48 Prozent dem rechten Umfeld zuzuordnen, die zweithäufigste Kategorie ist mit 31 Prozent die Kategorie ausländische Ideologie“, so Klein. Antisemitismus fungiere aber auch als „Brückennarrativ“ zwischen an sich unvereinbaren extremistischen Einsparungen.

Mit Blick auf Israels Vorgehen in Gaza sagte Klein: „Es ist schrecklich, wenn die Zivilbevölkerung in Gaza für Terror der Hamas leiden muss.“ Man müsse sich aber vor Augen führen, dass das Geschehen seinen Ausgang am 7. Oktober genommen habe. Die Hamas nutze die Zivilbevölkerung zudem als menschliche Schutzschilde. Kritik an Israels Handeln sei aber im Grundsatz legitim. „Unter Freunden muss es möglich sein, Kritik zu äußern. Das passiert auch jeden Tag, ohne dass diese Kritik antisemitisch wäre.“

Von DTS-  Nachrichtenagentut

30 August 2025 0 Kommentare
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Impressum

Pressemitteilung: 10 Jahre „Wir schaffen das“: Integration als Infrastrukturmaßnahme anerkennen

von Cumali Yağmur 29 August 2025
von Cumali Yağmur

Die BKMO zieht Bilanz: Viel wurde bewältigt, aber nicht nur dank, sondern oft trotz der Bundesregierung. Wenn “Wir schaffen das” auch in Zukunft gelten soll, muss Politik endlich wieder Teil des “Wir” werden.

Vor genau zehn Jahren prägte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Satz „Wir schaffen das“. Heute, ein Jahrzehnt später, ziehen wir als Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) Bilanz: Deutschland hat die Aufnahme und Integration von Hunderttausenden Geflüchteten gemeistert. Nicht perfekt, aber mit sichtbaren Erfolgen.

„Die Menschen sind untergebracht, viele arbeiten, Kinder gehen in die Schule, zahlreiche sind längst eingebürgert. Wir haben als Gesellschaft bewiesen: Ja, wir können das schaffen!“, erklärt Mamad Mohamad, Co-Vorsitzender der BKMO. „Das war nur möglich mit viel Eigeninitative von migrantischen Communities und weil Zivilgesellschaft, Migrant*innenorganisationen und unzählige Engagierte in Deutschland Verantwortung übernommen haben.“

Gleichzeitig betont Mohamad: “Integration ist eine Daueraufgabe und braucht politische Priorität. Sie ist keine Nebensache, sondern Teil der Infrastruktur. Wer Bahnhöfe und Straßen finanziert, muss auch in Sprachkurse, Teilhabeprojekte und die Unterstützung von Kommunen investieren. Denn das sind die Grundlagen für unser Zusammenleben.” Deshalb fordert die BKMO ein Sondervermögen, das auch Integration und Migrant*innenorganisationen stärkt.

Vor 10 Jahren titelte die Bild-Zeitung: “Vorbildlich! So helfen BILD-Leser den Flüchtlingen” und startet eine große Aktion “Wir helfen”, um Menschen zu motivieren, Geflüchtete solidarisch zu unterstützen. Aus heutiger Perspektive, wo wir eine Verengung des Diskurses hin zu Kontrolle und Abwehr von Geflüchteten erleben, scheint das undenkbar. BKMO-Vorsitzender Mohamad erklärt dazu: “Die Grenzkontrollen sind keine hilfreiche Maßnahme, sondern ein fehlgeleiteter Kontrollversuch – was wirklich zählt, funktionierende Strukturen vor Ort, fairer Zugang zum Arbeitsmarkt und gleiche soziale Rechte, rücken gleichzeitig für alle in den Hintergrund.”

Unser Fazit nach zehn Jahren:
Wir – migrantische Communities, Zivilgesellschaft, Kommunen – haben gezeigt, dass wir Integration möglich machen. Aber wenn „Wir schaffen das“ auch in Zukunft gelten soll, braucht es wieder ein gemeinsames Handeln. Die Bundesregierung muss aufhören, Integration auszubremsen – und anfangen, sie als gesamtgesellschaftliche Investition ernst zu nehmen.

Lale Ertong

Presse & PR

Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen

Obentrautstraße 72

10963 Berlin

01575 559 934 05

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Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen e.V. (BKMO) ist beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter der VR-Nr. 41374 B eingetragen und vom Finanzamt für Körperschaften I in Berlin als gemeinnützig anerkannt. Bundesvorsitzende i. S. d. § 26 BGB: Mamad Mohamad und Karen Taylor. Die BKMO ist eingetragen im Lobbyregister des Deutschen Bundestages: Registernummer R003554.

29 August 2025 0 Kommentare
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InformationKultur

Spuren der Migrationskultur in Hannover

von Cumali Yağmur 28 August 2025
von Cumali Yağmur
Ludwig Maximilian Mehmet von Königstreu

Ludwig Maximilian Mehmet von Königstreu

Die Spuren von Menschen mit Migrationshintergrund in Hannover reichen weit zurück. Im Jahr 1683, während der zweiten Belagerung Wiens, schickte der König von Hannover, der mit dem österreichischen König verwandt war, Truppen zur Unterstützung gegen die Belagerung der Osmanen. Die Soldaten des Königs von Hannover brachten osmanische Gefangene mit sich. Drei von ihnen arbeiteten als Gefangene an der Seite des Königs. Später wurde ihre Gefangenschaft aufgehoben, und sie arbeiteten im Alltag an der Seite des Königs. Mehmet K. stieg sogar zum Assistenten des Königs auf. Königtrau Maximilian Ludwig, Mehmet und Hasan liegen nach ihrem Tod in Hannover auf einem Friedhof in der Nähe der Universität Hannover begraben. Mehmet ging nach London, heiratete eine deutsche Frau und hatte zwei Söhne und eine Tochter.

Königtrau Maximilian Ludwig, Mehmet und Hasan liegen nach ihrem Tod in Hannover auf einem Friedhof in der Nähe der Universität Hannover begraben.

Einer Legende zufolge lebte im 15. Jahrhundert eine türkische Familie in der Türkischen Straße in Hannover. Daher erhielt die Straße den Namen „Türkische Straße“. Das italienische Eis von Massimi gibt es seit 1928 in Hannover.

In den 1960er Jahren benötigte die deutsche Wirtschaft ausländische Arbeitskräfte. In den 1960er Jahren kamen Italiener nach Hannover, um dort zu arbeiten. Später folgten Spanier, Griechen, Türken und Kurden. Auch Tunesier und Portugiesen kamen nach Hannover.

Die erste Generation der Migranten, die nach Hannover kam, arbeitete ausschließlich in Fabriken und lebte in den Werksunterkünften. Sie hatten kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, also den Deutschen. Später holten die Migranten, die ihre Familien in ihren Heimatländern gelassen hatten, ihre Familien und Kinder zu sich. Die Kinder, die aus ihren Heimatländern mitgebracht wurden, und die hier geborenen Kinder besuchten Kindergärten und Schulen. Später studierten sie und begannen in allen möglichen Berufsfeldern zu arbeiten. Heute leben in Hannover vier Generationen von Migranten.

Nach einer langen Arbeitszeit und dem Sparen von Geld eröffneten die Migranten in Hannover Restaurants, Cafés, Geschäfte und Märkte. So wurden Migranten in allen Bereichen des Lebens sichtbar.

Das italienische Eis von Massimi gibt es seit 1928 in Hannover.

Da Italiener, Griechen und Spanier im Laufe der Zeit „Mitglied der Europäischen Gemeinschaft“, kehrten sie in ihre Heimatländer zurück. Die erste Generation der Migranten beendete im Laufe der Zeit ihr Leben und ihren Lebenszyklus. In der Stadt sind nur noch vereinzelte spanische, italienische und griechische Restaurants übrig geblieben.

In Hannover gibt es Restaurants, Cafés und Geschäfte jeder Nation. Deutsche kommen und essen in den Restaurants der Migranten und loben, wie lecker das Essen ist. Aber sie setzen sich nie mit der Kultur der Migrantengruppe auseinander, deren Essen sie gegessen haben, und vergessen es schnell.

Da Türken und Kurden schon lange hier leben, haben sie hier im Allgemeinen Häuser gekauft und sich vollständig niedergelassen. Aufgrund des Verschwindens der ersten Generation im Laufe der Zeit leben die zweite, dritte und vierte Generation in Hannover. Türken und Kurden sind in allen Bereichen des Lebens präsent. Sie haben von der Kunst über die Kultur bis hin zur Politik Wurzeln geschlagen.

Hannover ist eine vollständig multinationale Stadt, und man begegnet der Esskultur der Migranten an jeder Ecke. Am Steintor sieht man überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund, und Migranten aller Nationen laufen durch die Straßen.

Im Jahr 2015 kamen viele Syrer und Araber in die Stadt. Die Araber erreichten in 5 Jahren das Niveau, das Türken und Kurden in 30 Jahren erreicht hatten. Überall in der Stadt findet man arabische Restaurants und Märkte. Später kamen Russen und während des Ukraine-Krieges viele Ukrainer nach Hannover.

34 % der Stadtbevölkerung besteht aus Migranten.

In Bezug auf die Esskultur findet man in Hannover in den Restaurants jeder Nation etwas zu essen. Kulturell findet man jedoch kaum Spuren nationaler Kulturen in Kino, Theater oder Kunst. Migrantenvereine wollten im Laufe der Zeit ihre Kulturen weiterentwickeln, haben aber letztendlich keinen Erfolg erzielt. Die Migrationskultur in Hannover ist in dieser Hinsicht kaum vorhanden, fast nicht existent.

Da Kultur ein unterstützungswürdiges Phänomen ist, dachten Politiker an nichts anderes, als Migranten zu integrieren, das heißt zu assimilieren. Selbst im einundzwanzigsten Jahrhundert, in dem die Technologie sich schwindelerregend schnell entwickelt und die Welt kleiner wird, ist es ein Schlag gegen die Wissenschaft, von Integration zu sprechen. Es sollten Wege gefunden werden, friedlich zusammenzuleben, auch wenn es einige Schwierigkeiten und unterschiedliche Kulturen gibt. Nur vom Multikulturalismus zu sprechen und keine Maßnahmen zu ergreifen, ist ein vorsätzliches Verhalten

EinwanderInnen in Niedersachsen .

Herkunft Anzahl der Personen
Ukrainer 120.165
Syrer 101.200
Polen 100.165
Türken und Kurden 96.260
Irak 47.250
Bulgarien 36.085
Afghanen 32.360
Italien 28.665
Russland 23.700
Serben 20.570

von Cumali Yağmur

28 August 2025 0 Kommentare
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