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Allgemein

von Fremdeninfo 28 Mai 2026
von Fremdeninfo

 

Von T.Spiegel

Wer in Deutschland lebt, aber nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, darf bei Wahlen keine Stimme abgeben. Ein Vorstoß der Linkspartei, dies zu ändern, stößt auf Kritik.

 Die Linksfraktion hat im Bundestag ein Wahlrecht unabhängig von der Staatsangehörigkeit beantragt. Darüber berichtete die „Welt“. „Wer hier Steuern zahlt, lebt und Kinder großzieht, will sich auch an politischen Entscheidungen beteiligen, die ihn betreffen“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, Clara Bünger, der Zeitung.

Während zwar alle Menschen in Deutschland den deutschen Gesetzen unterliegen würden, sei es eine „strukturelle Ungleichbehandlung“, dass Ausländer an diesen Gesetzen nicht mitentscheiden dürften, argumentierte Bünger. „Im Schnitt leben Menschen ohne deutschen Pass seit 15 Jahren hier, ohne je eine Stimme abgegeben zu haben. Das schürt Entfremdung, keine Teilhabe.“

Auch warb sie für eine Erleichterung bei der Einbürgerung: „Wer arm ist, alleinerziehend oder pflegend tätig, scheitert oft an bürokratischen Hürden.“ Das Wahlrecht dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen.

Die Grünen zeigten sich offen für den Vorstoß. „Wer hier lebt, arbeitet und Teil dieser Gesellschaft geworden ist, darf politisch nicht dauerhaft außen vor bleiben“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Filiz Polat, der „Welt“. „Während die Union vor allem über Begrenzung und Abschreckung spricht, geht es in Wahrheit um eine grundlegende demokratische Frage: Wer dauerhaft Teil dieser Gesellschaft ist, muss auch die Möglichkeit haben, in unserer Demokratie mitzubestimmen“, sagte Polat.

Demokratie heißt im wahrsten Sinne des Wortes ‚Herrschaft des Volkes‘ – und nicht Wahlrecht aller, die gerade anwesend sind. Günter Krings (CDU)

Widerspruch kam dagegen von der CDU und AfD. CDU-Fraktionsvize Günter Krings nannte die Forderung der „Welt“ gegenüber einen „absurden Vorschlag“. Er sagte: „Demokratie heißt im wahrsten Sinne des Wortes ‚Herrschaft des Volkes‘ – und nicht Wahlrecht aller, die gerade anwesend sind.“ Die Linkspartei verlasse damit „den Boden des Grundgesetzes“.

Der rechtsextreme AfD-Abgeordnete Stephan Brandner nannte den Vorschlag eine „linkentypische Schnapsidee“. „Das Verramschen der Staatsbürgerschaft lehnen wir allerdings genauso ab wie eine beliebige Ausweitung des Wahlrechts“, so Brandner. (Tsp)

28 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Deutschlands politische und wirtschaftliche Krise

von Cumali Yağmur 28 Mai 2026
von Cumali Yağmur

                   Von: Cumali Yağmur

Inmitten von Diskussionen über seine politische Zukunft ruft Friedrich Merz zu einem „neuen Aufbruch“ für Deutschland auf. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterstrich seine Entschlossenheit, als Regierungschef tiefgreifende Reformen durchzuführen. Bei einer CDU-Veranstaltung in Arnsberg, in seiner Heimatregion Sauerland, sagte Merz: „Deutschland hat die Kraft für einen neuen Aufbruch. Ich persönlich bin fest entschlossen, gemeinsam mit meiner Regierung alles in meiner Macht Stehende zu tun, um diesen Aufbruch zu ermöglichen.“

Der CDU-Chef ging dabei nicht auf die Spekulationen über einen möglichen Wechsel im Kanzleramt ein. In den Medien waren zuletzt Berichte über Szenarien aufgetaucht, wonach Merz innerhalb der Unionsparteien (CDU/CSU) durch einen anderen Politiker ersetzt werden könnte. Kreise aus dem Umfeld des Kanzlers wiesen diese Behauptungen als „naive Idee“ zurück.

Hintergrund dieser Debatten ist die schwierige Lage der seit rund einem Jahr amtierenden schwarz-roten Koalition. Die Zustimmungswerte für Merz in der Bevölkerung sind auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Während die AfD (Alternative für Deutschland) in bundesweiten Umfragen an erster Stelle steht, kämpft die Koalitionsregierung im Schatten internationaler Krisen hart darum, die Wirtschaft wiederzubeleben und das Ruder herumzureißen. Zudem stehen im Herbst schwierige Landtagswahlen bevor, wie etwa in Sachsen-Anhalt, wo die AfD in Umfragen bei über 40 Prozent liegt. Die Aussicht darauf, dass die AfD in ostdeutschen Bundesländern allein regieren könnte, sorgt für wachsende Besorgnis in der Bevölkerung. Merz rangiert derweil auf den hinteren Plätzen der Beliebtheitsskala für Politiker.

Die Verantwortung, die der Wirtschaftsrat der Regierung zuschreibt, ist kritisch. Merz fügte hinzu: „Ich spüre die Verantwortung dieses Amtes tief, besonders in einer Zeit so grundlegenden Wandels und großer Transformation. Wenn man die heutigen Debatten in Deutschland verfolgt, könnte man den Eindruck gewinnen, unser Land sei vollkommen blockiert, könne sich aus eigener Kraft nicht mehr verändern und ein Niedergang sei quasi vorprogrammiert.“

Merz betonte, er werde sich diesem Pessimismus mit aller Kraft entgegenstellen. Obwohl er sich gewünscht hätte, dass die schwarz-rote Koalition in ihrem ersten Regierungsjahr mehr erreicht hätte, verteidigte er die Partnerschaft mit der SPD. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es im derzeitigen Bundestag keine andere mögliche Koalitionskonstellation gibt. Ich suche auch nicht nach Alternativen“, unterstrich er. Andererseits wird berichtet, dass in den Führungsgremien der CDU und unter anderen namhaften Christdemokraten über solche Möglichkeiten gesprochen wird, es jedoch noch keine breit angelegte oder konkrete Planung gebe.

Das nähere Umfeld von Friedrich Merz versuchte, die innerhalb der Partei aufkeimenden Diskussionen über ihn im Keim zu ersticken. In Erklärungen aus diesen Kreisen hieß es, solche Ideen seien ein Beleg für eine „gefährliche Zündelei“. Die Berater von Merz fügten hinzu, dass die politischen und wirtschaftlichen Krisen „Wasser auf die Mühlen der AfD sind und die Autorität der politischen Mitte untergraben“. Angesichts der weltweiten Krisen seien solche Debatten unverantwortlich.

Dass die AfD in der öffentlichen Wahrnehmung zur stärksten Kraft aufgestiegen ist, sorgt in allen Lagern für tiefe Besorgnis. Während das Ausbleiben der erwarteten Siege der Europäischen Union im Ukraine-Krieg für Enttäuschung sorgt, bergen die Spannungen der USA und Israels mit dem Iran große Krisenrisiken für die Weltwirtschaft. Deutschland trägt die Last dieser Wirtschaftskrisen, während die Inflation auf ein Niveau von 2,9 % gestiegen ist. Der Anstieg der Preise für Benzin und Lebensmittel sorgt für Unruhe in der Bevölkerung, und das Vertrauen in die Politik schwindet zusehends.

Obwohl bekannt ist, dass Friedrich Merz Vorbereitungen für neue Maßnahmen im Gesundheitswesen trifft, ist noch unklar, was sich konkret ändern wird. In der Gesellschaft herrscht eine ständige Angst und die Ungewissheit darüber, mit welcher Wirtschaftskrise man am nächsten Morgen aufwachen wird. Es zeigt sich, dass das Vertrauen der Bürger in die schwarz-rote Regierung gänzlich geschwunden ist und der Glaube an ein baldiges Scheitern der Koalition an Stärke gewinnt.

28 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

DER AUFSTIEG DER RECHTEN, MIGRANTEN UND DIE REPRÄSENTATIONSKRISE

von Fremdeninfo 28 Mai 2026
von Fremdeninfo

             Von: Zeynep Hayır

Die sich in den letzten Jahren vertiefende Wirtschaftskrise in Deutschland, die Erosion der Mitte-Politik und der Aufstieg der extremen Rechten haben eine lange unterdrückte Debatte neu entfacht: Wie sehr werden die Millionen von Migranten, die in Deutschland leben, aber politisch unsichtbar gemacht werden, als Teil dieser Gesellschaft betrachtet?

Heute arbeiten in Deutschland Millionen von Menschen, zahlen Steuern, nehmen an der Produktion teil, ziehen Kinder groß und schultern die Last der Wirtschaft. Dennoch wird dieser Gruppe das Recht verwehrt, über die politische Zukunft des Landes mitzubestimmen. Insbesondere für Migranten türkischer Herkunft ist dies nicht mehr nur ein juristisches Defizit, sondern hat sich zu einer unmittelbaren klassenspezifischen und politischen Repräsentationskrise entwickelt.

Es ist kein Zufall, dass einige Politiker in jüngster Zeit das Wahlrecht bei Bundestagswahlen für Migranten, die seit vielen Jahren in Deutschland leben, auf die Tagesordnung gesetzt haben. Denn das gegenwärtige System sieht sich mit einer ernsthaften Legitimitätskrise konfrontiert.

Der Aufstieg der extremen Rechten und der Zerfall der Mitte-Politik

Der Aufstieg der rechtsextremen AfD sollte nicht nur als reiner „Wahlerfolg“ gelesen werden. Dieser Aufstieg ist gleichzeitig ein Indikator für das Scheitern der Mitte-Politik. Die etablierten Parteien, die jahrelang mit neoliberaler Politik die Arbeitnehmerschaft in prekäre Verhältnisse getrieben, den Sozialstaat geschwächt, die Wohnungskrise verschärft und die Teuerung chronisch gemacht haben, werden nun mit den Folgen dieses gesellschaftlichen Zorns konfrontiert.

Doch hier gibt es einen weiteren bemerkenswerten Punkt: Einige Akteure in der politischen Mitte unterliegen dem Irrtum, sie könnten Wählerstimmen gewinnen, indem sie die Sprache der AfD imitieren. Sie glauben, dass sie sich Raum schaffen können, indem sie migrationsfeindliche Rhetorik abgeschwächt reproduzieren, gesellschaftliche Ängste instrumentalisieren oder eine sicherheitsorientierte Politik befeuern.

Die historische Erfahrung hat jedoch gezeigt: Wenn rassistische Diskurse gesellschaftsfähig werden, gewinnt immer das Original und nicht die Kopie. Die Wähler wenden sich nicht der Kopie zu, sondern dem eigentlichen Vertreter dieser Idee. Daher ist die Frage für die Migranten in Deutschland heute nicht nur ein Problem der „Integration“; es ist ein Kampf um politische Existenz und Legitimität angesichts der erstarkenden extremen Rechten.

Die Debatte um Wahlrecht und politische Repräsentation

Der Hauptgrund für die Verschärfung der Debatte um das Wahlrecht liegt darin, dass das System zwar die Arbeitskraft von Millionen Menschen akzeptiert, ihren politischen Willen jedoch ignoriert. Während ein Migrant in der Fabrik als „Stützpfeiler der deutschen Wirtschaft“ gilt, wird er am Wahltag plötzlich in den Status eines „Ausländers“ zurückgedrängt.

Mit der Vertiefung der Wirtschaftskrise wird der Widerspruch zwischen dem Bedarf der herrschenden Politik an migrantischer Arbeit und dem Wunsch, sie von politischen Prozessen fernzuhalten, immer deutlicher sichtbar.

Wirtschaftskrise und industrieller Rückgang

Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit langem in einer strukturellen Verlangsamung. Der Rückgang der Industrieproduktion, sinkende Exporte und hohe Energiekosten erschüttern das Modell der „Wohlstandsgesellschaft“. Das „Modell Deutschland“, das einst als globale Erfolgsgeschichte präsentiert wurde, kann seine alte Stärke nicht mehr halten.

Großflächige Stellenverluste in der Schwerindustrie und im Metallsektor sowie die Schmerzen des technologischen Wandels fordern die traditionelle Produktionsstruktur Deutschlands heraus. Die strukturellen Probleme, die das System jahrelang unter den Teppich gekehrt hat, treten heute umso härter zutage.

Inflation, Wohnen und Lebenshaltungskosten

Die Wohnungskrise verschärft sich von Tag zu Tag; während die Mieten steigen, wird Wohneigentum selbst für die Mittelschicht unmöglich. Die Inflation drückt den Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten. Doch anstatt die Verantwortung für diese systemischen Probleme zu übernehmen, erscheint es für die herrschende Politik als „nützlicher“, Migranten als Sündenböcke darzustellen.

Um die wahren Verantwortlichen in Krisenzeiten zu verbergen, stellt die Kapitalordnung die verwundbarsten Teile der Gesellschaft an den Pranger. Ein ähnliches Szenario ist heute in Deutschland zu beobachten: Auf der einen Seite Millionen von Migranten, die als billige Arbeitskräfte benötigt werden, auf der anderen Seite jene, deren politische Rechte beschnitten werden sollen.

In diesem Kontext ist die Debatte um Staatsbürgerschaft und Wahlrecht mehr als eine technische Reform; sie ist eine Antwort auf die Frage, von wem die Zukunft Deutschlands gestaltet werden wird.

Die Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft flammt wieder auf

Die Diskussion beschränkt sich nicht nur auf das Wahlrecht. Das Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft, für das insbesondere Migranten türkischer Herkunft seit Jahrzehnten kämpfen, konnte erst durch die Reform im Jahr 2024 ausgeweitet werden. Doch heute fordert die größte Oppositionspartei CDU (Christlich Demokratische Union), die Frist für die Einbürgerung wieder von drei auf fünf Jahre zu erhöhen, diese Rechte erneut einzuschränken und das Staatsangehörigkeitsrecht zu verschärfen.

Vorschläge, die Einbürgerungsfrist wieder auf acht Jahre anzuheben und die doppelte Staatsbürgerschaft zur „Ausnahme“ zu machen, sind Ausdruck eines alten Reflexes. Die Linie, die Ende der 90er Jahre mit Debatten über „doppelte Loyalität“ Migranten ins Visier nahm, soll heute im Krisenumfeld wiederbelebt werden.

Je tiefer die Wirtschaftskrise wird, je mehr die soziale Unruhe wächst und je mehr die extreme Rechte an Stärke gewinnt, desto mehr presst die herrschende Politik Migranten wieder in das Schema eines „Problems“. Es darf jedoch nicht vergessen werden: Staatsbürgerschaft und politische Rechte sind für die heute in Deutschland lebenden Migranten nicht bloß eine Frage des Reisepasses. Diese Rechte sind das grundlegendste Instrument, um angesichts der aufkommenden rechten Welle eine Stimme zu haben, sich verteidigen zu können und an der gemeinsamen Zukunft mitzuwirken.

Der eigentliche Widerspruch liegt zwischen der existenziellen Abhängigkeit Deutschlands von der Arbeit der Migranten und dem Widerstand, ihnen politische Gleichberechtigung zu gewähren.

28 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

NEIN ZUM VERSUCH, DIE OPPOSITION DURCH DAS URTEIL DER „ABSOLUTEN NICHTIGKEIT“ NEUZUGESTALTEN

von Cumali Yağmur 27 Mai 2026
von Cumali Yağmur

Pressemitteilung des Vereins Fikir Atölyesi (Ideenwerkstatt), tätig im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland;

 Von: Der Vorstand des Vereins Fikir Atölyesi

Wir, der Vorstand des Vereins Fikir Atölyesi, lehnen diesen politischen Eingriff, der darauf abzielt, die CHP zu spalten und die gesellschaftliche Opposition mithilfe der Justiz umzugestalten, entschieden ab und protestieren dagegen.

Die heutigen Ereignisse sind keine rein parteiinterne Angelegenheit. Sie stellen eine neue Stufe des in der Türkei seit langem institutionalisierten Unterdrückungssystems dar. In einem Umfeld, in dem die Justiz politisiert wurde und staatliche Institutionen ihre Neutralität verloren haben, ist der Versuch, selbst die Opposition nach eigenem Gutdünken neu zu formen, inakzeptabel.

Wir halten den Versuch des ehemaligen Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu nicht für richtig, im Anschluss an einen vor Jahren verlorenen Parteitag mithilfe regierungsnaher Justizmanöver erneut eine Bevormundung (Vormundschaft) über die CHP zu errichten. Gleichzeitig weisen wir jedoch die im Zuge dieses Prozesses entstandene Hassrede gegen das Alevitentum entschieden zurück. Politische Kritik ist das eine, konfessionelle Feindseligkeit (Sektierertum) etwas völlig anderes.

Was die Türkei braucht, sind keine neuen Spaltungen, sondern ein gemeinsamer Kampf für Demokratie, Recht und Freiheit. Es ist zwingend erforderlich, dass Aleviten, Kurden, Sozialisten, Demokraten und alle oppositionellen gesellschaftlichen Schichten historisches Misstrauen beiseitelegen und den gemeinsamen Kampf gegen Reaktionismus, Rassismus und Faschismus verstärken.

Die CHP muss unter der Führung von Özgür Özel gemeinsam mit allen demokratischen Kräften den Veränderungswillen des Volkes verteidigen.

Denn das Volk ist verarmt, verzweifelt und kann dieses System nicht mehr tragen. Die Welt verändert sich nicht nur durch jene, die hoffen, sondern durch jene, die kämpfen.

Wenn heute Millionen von Menschen auf den Plätzen sind und Widerstand leisten, besteht immer noch Hoffnung.

Wir rufen die gesamte demokratische Öffentlichkeit zur Solidarität und zum gemeinsamen Kampf auf.

Mit freundlichen Grüßen, Dostça Selamlar.

27 Mai 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Jugend

Politische Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland und die damit verbundenen Hindernisse

von Cumali Yağmur 27 Mai 2026
von Cumali Yağmur

                    Von: Cumali Yağmur

Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen vor erheblichen Hindernissen bei der politischen Teilhabe. In Deutschland sind diese Jugendlichen politisch weitaus weniger aktiv als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Es gibt zahlreiche Gründe, die den Einstieg von migrantischen Jugendlichen in die Politik erschweren.

An erster Stelle stehen der fehlende Zugang zur Politik, die Konfrontation mit nationalistischer und rassistischer Diskriminierung sowie die unzureichende Repräsentation der eigenen Gruppe in der Politik. Ein Blick auf den Deutschen Bundestag zeigt, dass der Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund mit 11,6 % sehr niedrig ist. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 hatten etwa 30 % der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund, wobei etwa jeder Zweite von ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

Ein frappierendes Ergebnis der vorliegenden Studie ist zudem: Während nur 11 % der Jugendlichen mit Migrationshintergrund politisch aktiv sind, liegt dieser Anteil bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund bei 40 %. Dies verdeutlicht, dass die bisherige Integrationspolitik aus einer falschen Perspektive angegangen wurde.

Durch die jahrelang praktizierte Politik wurden migrantische Minderheiten ausgegrenzt, indem ihnen politische Rechte vorenthalten wurden. Da ihnen von Anfang an keine demokratischen Gleichberechtigungen zugestanden wurden, fühlen sich Migranten ständig außerhalb des politischen Geschehens. Diese Situation erschüttert das Vertrauen der Menschen in die Demokratie und in die deutsche Gesellschaft. Auch die gelegentlichen diskriminierenden Äußerungen verantwortungsloser Politiker gegenüber Migranten schrecken junge Menschen von der Politik ab.

In den Schulen werden politische Inhalte nicht in ausreichendem Maße behandelt, und Themen, die migrantische Jugendliche überzeugen könnten, finden kaum Platz. Es fehlt an einem Bildungsverständnis, das junge Menschen auf die Politik vorbereitet und ihnen vermittelt, dass sie auf diesem Weg ihre demokratischen Rechte erlangen können. Ebenso kommen Migrantenvereine und zivilgesellschaftliche Organisationen ihrer Aufgabe in diesem Bereich nicht ausreichend nach und organisieren zu wenige politische Seminare.

Migrantische Jugendliche zeigen nicht nur wenig Interesse an den bestehenden deutschen Parteien, sondern glauben auch nicht, dort angemessen repräsentiert zu sein. Insbesondere die Tatsache, dass fremdenfeindliche Parteien junge Migranten oft unter Generalverdacht stellen und sie als „kriminell“ stigmatisieren, distanziert sie vollständig von der Politik. Da in den Parteien keine „Migrantenquote“ analog zur Frauenquote angewendet wird, ist es für diese Jugendlichen schwierig, in Entscheidungsgremien vorzudringen.

Wirtschaftliche Gründe stellen ebenfalls ein großes Hindernis dar. Da die Mehrheit der migrantischen Familien im Niedriglohnsektor arbeitet, tragen oft auch die Jugendlichen zur Sicherung des Lebensunterhalts bei. Wer gleichzeitig mit Bildungsanforderungen und Existenzsorgen kämpft, hat kaum Zeit für politisches Engagement. In diesem Bereich müssen neue Methoden und Systeme entwickelt sowie neue Möglichkeiten geschaffen werden, um Jugendliche mit Migrationshintergrund in die Politik einzubinden.

Zusammenfassend lassen sich die Gründe für die geringe politische Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wie folgt punkten:

  1. Institutionelle und gesellschaftliche Ausgrenzung:Nationalistische Diskurse und rassistische Diskriminierung schädigen das Zugehörigkeitsgefühl der Jugendlichen und erschüttern ihr Vertrauen in die Demokratie.
  2. Defizite im Bildungssystem:Da die Lehrpläne in den Schulen die Bedürfnisse und demokratischen Rechte migrantischer Jugendlicher nicht ausreichend abdecken, verzögert sich die politische Bewusstseinsbildung.
  3. Unzureichendes Engagement der Zivilgesellschaft:Migrantenorganisationen bleiben bei der politischen Bildung und Seminararbeit für Jugendliche hinter ihren Möglichkeiten zurück.
  4. Struktur der politischen Parteien:Das Fehlen inklusiver Mechanismen wie einer Migrantenquote in den Volksparteien sowie die kriminalisierende Rhetorik der extremen Rechten.
  5. Sozioökonomische Bedingungen:Die Notwendigkeit für Kinder aus einkommensschwachen Familien, früh ins Erwerbsleben einzusteigen, schränkt die Zeit und Energie für politische Aktivitäten ein.

Zusammenfassend ist es unerlässlich, die bestehende Integrationspolitik zu revidieren und strukturelle Reformen umzusetzen, die die Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Entscheidungsprozessen fördern.

27 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Regime der Repression“: Pressefreiheit in der Türkei weiter unter Druck

von Fremdeninfo 27 Mai 2026
von Fremdeninfo

Von: Dtj-Onliner

Ein Bericht der Türkischen Journalistengewerkschaft zeichnet ein düsteres Bild der Lage der Pressefreiheit in der Türkei. Das Gesetz gegen „Desinformation“ werde zunehmend als Instrument gegen Journalisten, Aktivisten und oppositionelle Medien eingesetzt. Mehr als 300 Medienschaffende waren innerhalb eines Jahres von Ermittlungen, Strafverfahren oder Festnahmen betroffen.

Das 2022 eingeführte „Desinformationsgesetz“ in der Türkei wird zum Türöffner für Willkür gegen Journalisten. Das geht aus einem Bericht der Türkischen Journalistengewerkschaft (TGS) hervor. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 300 Journalisten auf der Grundlage dieses Gesetzes angezeigt.

Gesetz als Türöffner für Zensur

Der Bericht behandelt den Zeitraum von April 2025 bis April 2026. Die TGS sieht in den Zahlen keine Einzelfälle, sondern ein „institutionalisiertes Regime der Repression“. Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit sei „durch die Willkür der Mächtigen ersetzt“ worden. Journalistische Aktivitäten würden „systematisch strafrechtlichen und administrativen Sanktionen unterworfen“.

Besonders prangert der Bericht den Straftatbestand TCK 217/A („Verbreitung irreführender Informationen“) an, den Kritiker als „Zensurgesetz“ bezeichnen. Besonders dieser Paragraf werde systematisch gegen Journalisten, Aktivisten und Regierungskritiker eingesetzt. Die Gewerkschaft fordert die Abschaffung dieses Gesetzes und die Freilassung der auf dessen Grundlage Inhaftierten.

Zum Stichtag 1. April 2026 seien insgesamt 14 Journalisten in Haft gewesen. In sechs Fällen verbüßten sie eine Haftstrafe, in acht Fällen saßen sie in Untersuchungshaft. Im Berichtszeitraum habe es 19 zusätzliche Inhaftierungen von Journalisten gegeben. 25 Journalisten kamen im Beobachtungszeitraum wieder frei.

TGS: In der Türkei wirken bereits Ermittlungen wie Vorstrafen

Zu den bekanntesten Namen unter den Festgenommenen zählen Fatih Altaylı, Merdan Yanardağ und İsmail Arı. Außerdem traf diese Maßnahme mehrere Mitarbeiter des Satiremagazins LeMan. Der Bericht dokumentiert auch mindestens 53 Ermittlungsverfahren gegen Journalisten und 67 polizeiliche Festnahmen. Insgesamt werden derzeit 224 Strafverfahren gegen mehr als 300 Medienschaffende geführt – einige davon hatten bereits vor Beginn des Beobachtungszeitraums begonnen.

Insgesamt endeten bislang 73 Verfahren mit Haftstrafen von insgesamt 53 Jahren. Dazu kamen 15 gerichtliche Aussprüche zivilrechtlicher Schadensersatzpflichten gegen Journalisten und vier gegen Medieninstitutionen. Insgesamt sprachen die Gerichte den Nebenklägern 102.500 türkische Lira (ca. 1.930 Euro) an Schadensersatz zu.

Die TGS kritisiert, dass bereits die Ermittlungen selbst zunehmend als „Vorstrafe durch das Verfahren“ wirkten.

Medienaufsicht nimmt Oppositionssender ins Visier

Die Medienaufsicht RTÜK gehe ebenfalls immer häufiger mit restriktiven Maßnahmen gegen Publikationen und Plattformen vor. Es komme immer häufiger zur Anordnung von Sperrungen und Löschungen im Internet. Die staatliche Anzeigenbehörde Basın İlan Kurumu verfügte in mehreren Fällen Werbe- und Anzeigenstopps.

RTÜK verhängte im Beobachtungszeitraum in 21 Entscheidungen Verwaltungsstrafen in Höhe von insgesamt 15,2 Millionen Lira. Betroffen waren laut der Gewerkschaft vor allem oppositionelle Sender wie Tele1, Halk TV und SZC TV. Gegen diese verhängte die Behörde auch temporäre Sendesperren. Die Online-Zensur verschärfte sich ebenfalls. Mindestens sieben Websites wurden blockiert, 41 Nachrichten-URLs entfernt, acht Inhalte gelöscht und der Zugang zu 21 Konten auf X eingeschränkt.

Auch die soziale Lage von Journalisten ist häufig prekär. Unter Absolventen von Journalismus-Lehrgängen ist die Arbeitslosigkeit hoch. Es gibt wirtschaftlichen Druck auf unabhängige Medien, eine geringe Tarifbindung und viel an informeller Beschäftigung. Im Januar 2026 waren in der Türkei 90.293 Arbeitnehmer im Bereich Presse, Verlagswesen und Journalismus registriert. Nur 13,7 Prozent von ihnen sind gewerkschaftlich organisiert.

Verfassungsgericht als einzige Hoffnung auf Schutz vor Willkür

Mindestens 34 Journalisten wurden körperlich angegriffen. In 22 Fällen gab es ernstzunehmende Drohungen. Auch zwei Medienhäuser waren davon betroffen. Gleichzeitig hatte immerhin das türkische Verfassungsgericht (AYM) in mehreren Fällen zugunsten der Pressefreiheit entschieden. Dabei betonte das Gericht, Journalisten dürften in ihrer Arbeitsweise nicht durch Gerichte bevormundet werden.

Der Bericht zitierte Erinç Sağkan, den Vorsitzenden der Anwaltskammer von Ankara, mit der Aussage, dass die vage Formulierung des Gesetzes gegen europäische Menschenrechtsstandards verstoße. Es bedrohe sowohl die Pressefreiheit als auch das Recht der Öffentlichkeit auf Zugang zu Informationen.

27 Mai 2026 0 Kommentare
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Kultur

Antalya Partys: Ein moderner kultureller Hauch in Hannover

von Fremdeninfo 26 Mai 2026
von Fremdeninfo

Interview von: Cumali Yağmur

Frage: „Du organisierst seit Jahren kulturelle Veranstaltungen in Hannover. Wie kamst du auf die Idee zu den ‚Antalya Partys‘?“

Deniz Zeylan: „Damals war ich als DJ aktiv. Thomas, der Besitzer des Roter Biergarten, schlug mir vor, Ibiza-Partys zu veranstalten. Da ich aus der Türkei komme und die Atmosphäre am Maschsee in Hannover oft mit der von Antalya vergleiche, schlug ich stattdessen das Konzept der ‚Antalya Partys‘ vor. Thomas reagierte anfangs skeptisch und fragte: ‚Willst du meinen Laden mit Türken ruinieren und schließen lassen?‘

Ich antwortete ihm: ‚Das Bild, das du im Kopf hast, trifft vielleicht auf die erste Generation vor vielen Jahren zu. Aber hier lebt mittlerweile die dritte und vierte Generation. Wir haben viele junge Menschen mit Migrationshintergrund, die moderne Musik schätzen und über ein hohes kulturelles Niveau verfügen.‘

Deniz Zeylan und Mert Demir

Schließlich entschieden wir uns, die erste Antalya Party zu wagen. Ich eröffnete den Abend mit Titeln von Sezen Aksu, und das Event stieß sofort auf riesiges Interesse. Thomas war vom Ergebnis so begeistert, dass er mich noch am selben Abend fragte, wann die nächste Party stattfinden würde.
Als wir sahen, dass ein exklusives, junges Publikum die Antalya Partys besuchte, passten wir unser Konzept an, um noch bessere Rahmenbedingungen zu bieten. Mit der zweiten Party stieg das Interesse weiter; immer mehr junge Leute kamen zum Feiern. So ebneten die Antalya Partys den Weg für eine neue kulturelle Ära in Hannover. Diese Veranstaltungen werden heute gleichermaßen von musikbegeisterten Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie von Einheimischen besucht.

Interessant ist die Verteilung: Etwa 60 % der Gäste sind Frauen und 40 % Männer. Frauen gehen tendenziell lieber aus und tanzen mehr; wir Männer hinken da manchmal etwas hinterher. Unsere Partys ziehen zudem viele Besucher von außerhalb an. Da die Unterhaltungsmöglichkeiten in kleineren Städten oft begrenzt sind, kommen die Jugendlichen gezielt nach Hannover. Manchmal ist die Zahl der Gäste aus dem Umland sogar höher als die aus dem Stadtzentrum.

Ein aktuelles Highlight war das Event am 24. Mai 2026* im Theater am Aegi, wo wir gemeinsam mit dem Künstler Mert Demir feierten. Mert Demir ist in der Türkei ein absoluter Star unter Jugendlichen. Da er moderne Popmusik macht und in den sozialen Medien sehr präsent ist, ist die Welt klein geworden – auch die Jugendlichen in Deutschland verfolgen seine Karriere aufmerksam.

Dieses Event wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Tour-Veranstalter Herrn Serkan Kaya (Event) realisiert, der gemeinsam mit mir vor Ort für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Mein Ziel war es nie, einfach nur schnell Geld zu verdienen. Da ich kulturelle Veranstaltungen schon seit meiner Kindheit liebe, möchte ich den Menschen diese Kultur näherbringen. Auch in Zukunft werde ich Konzerte und Antalya Partys organisieren, um zum kulturellen Leben der Stadt beizutragen. Mein Hauptziel ist es, die Jugend bei qualitativen Veranstaltungen zusammenzubringen, einen kulturellen Austausch zu ermöglichen und das Interesse an Musik zu fördern.“

Anmerkung der Redaktion: Sehr geehrter Herr Deniz Zeylan, wir verfolgen Ihre kulturellen Aktivitäten aufmerksam und berichten regelmäßig über diese wertvolle Arbeit. Wir werden auch Ihre zukünftigen Projekte weiterhin begleiten und unterstützen.

26 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

„Dieses AfD-Förderprogramm muss sofort enden“ – Özdemir attackiert Merz-Regierung

von Fremdeninfo 26 Mai 2026
von Fremdeninfo

Von: welt

 

Cem Özdemir macht den öffentlichen Dauerstreit der schwarz-roten Bundesregierung mitverantwortlich für den Aufstieg der AfD. Man müsse die Anliegen der AfD-Wähler ernst nehmen – auch „wenn sie mal ein Wort benutzen, das wir nicht benutzen würden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) macht die Bundesregierung für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich. In einem Interview geht er insbesondere mit der aktuellen schwarz-roten Koalition hart ins Gericht. „Dieses AfD-Förderprogramm, das in Berlin schon seit vielen Jahren inszeniert wird, muss sofort enden“, sagte Özdemir der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Ein Vorgehen, bei dem die SPD Vorschläge macht, dann die CDU und am besten noch die CSU, ist nicht akzeptabel.“ Eine Regierung müsse nach außen mit einer Stimme sprechen. Was intern besprochen werde, gehöre „in die Küche“ und nicht in die Öffentlichkeit.

Mit Blick auf den Erfolg der AfD mahnte Özdemir zugleich mehr Selbstkritik an. Politiker müssten sich fragen, was sie selbst dazu beigetragen hätten, dass Bürger das Vertrauen verloren hätten. „Bei der Migration bedeutet das, dass wir Dinge nicht kleinreden, die Menschen als problematisch wahrnehmen. Ob es Volksfeste sind oder die Situation in Bahnhöfen oder Schwimmbädern – man darf darüber nicht lapidar hinweggehen.“ Er gab zu, dass auch Formulierungen aus seiner eigenen Partei in der Migrationspolitik nicht geholfen hätten.

Wenn man erreichen wolle, dass weniger Bürger AfD wählen, müsse man die Anliegen der AfD-Wähler ernst nehmen. „Das heißt: Die Bürgerinnen und Bürger werden nicht weggeschickt, wenn sie mal ein Wort benutzen, das wir nicht benutzen würden.“ Er betonte: „Die Politik ist in den letzten Jahren oft genug mit der Dampfwalze über die Ängste und Sorgen der Menschen hinweggegangen.“

Eine Zusammenarbeit mit der AfD im Landtag schloss Özdemir erneut aus. Wer Funktionär in der Partei von Björn Höcke sei, habe „keine guten Absichten gegenüber unserem Land“ und sei „kein Patriot“, sagte er. Zugleich betonte der Ministerpräsident, dies bedeute nicht, dass alle AfD-Wähler ein geschlossen rechtsextremes Weltbild hätten oder mit der Demokratie abgeschlossen hätten.

Özdemir: „Wer den Staat als Gängelstaat wahrnimmt, verliert den Glauben an ihn“

Der neue Ministerpräsident kündigte an, beim Bürokratieabbau mit anderen Landesregierungen zusammenzuarbeiten und die Bundesregierung so zum Handeln zu bewegen. „Wenn die Leute den Staat als Gängelstaat wahrnehmen, der nicht überall funktioniert und mit Bürokratie agiert, deren Sinn sie nicht verstehen, verlieren sie den Glauben an ihn“, sagte Özdemir.

Er habe sich mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) darauf verständigt, dem Bund künftig gemeinsam Vorschläge zu machen. Man werde sehen, ob man diese Vorschläge über eine Bundesratsinitiative oder auf einem anderen Weg einbringe. „In jedem Fall wollen wir dem Bund zeigen, dass es funktioniert, und sagen: Wie wär’s denn, wenn ihr ebenfalls eure Berichtspflichten und Dokumentationspflichten infrage stellt?“ Im Anschluss könnte man die Ideen gemeinsam mit dem Bund auch der EU in Brüssel vortragen.

Özdemir kündigte außerdem an, den Entwurf für sein Effizienzgesetz möglichst noch vor der Sommerpause vorlegen zu wollen. „Der fundamentale Wandel ist, dass nun gerechtfertigt werden muss, was bleibt, und nicht, was gestrichen wird.“ Zudem gebe es einen klaren Auftrag an seine Ministerien: „Wer eine neue Regelung möchte, muss erklären, welche dafür wegfällt – ansonsten kommt sie nicht.“

Der Ministerpräsident sprach sich auch für einen schnelleren Ausbau der Windenergie aus. Er forderte eine „gesonderte Südausschreibung mit festen Quoten“ für Bayern und Baden-Württemberg, um „das industrielle Powerhouse in Süddeutschland“ zu erhalten.

26 Mai 2026 0 Kommentare
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Opposition in Aufruhr – Wie geht es in der Türkei weiter?

von Fremdeninfo 26 Mai 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Henrik Henk / News in Five

Tränengas, Polizei und ein abgesetzter Oppositionschef, der durch den strömenden Regen läuft. Die Vorfälle in der Türkei überschlagen sich. Warum dahinter mehr steckt als ein parteiinterner Konflikt.

Seit der gerichtlichen Absetzung des Chefs der größten Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, in der Türkei vergangene Woche reißen die Proteste nicht ab. Der ehemalige Parteichef Kemal Kilicdaroglu, der vorläufig wieder eingesetzt wurde, wird als Verräter beschimpft. Beobachter sehen die Demokratie im Land in Gefahr – und Präsident Recep Tayyip Erdogan schweigt. Was steckt hinter dem Konflikt?

Wie kam es zu der Absetzung des Oppositionschefs? 

Um die Hintergründe zu verstehen, muss man zur Niederlage von Kilicdaroglu gegen Erdogan bei einer Stichwahl um die Präsidentschaft im Mai 2023 zurückgehen. Der heute 77-jährige Kilicdaroglu galt trotz seines farblosen Auftretens als Hoffnungsträger, gewann aber in seinen 13 Jahren als Oppositionsführer keine Wahl. Er trat dennoch nicht zurück.

Der 51-jährige Özel forderte Kilicdaroglu beim Parteitag im November 2023 heraus und gewann. Er richtete die Partei daraufhin neu aus, was sich bei den Kommunalwahlen im März 2024 auszahlte: Die CHP gewann erstmals landesweit mehr Stimmen als Erdogans islamisch-konservative Regierungspartei AKP.

Im Dezember 2024 reichten ein ehemaliges Parteimitglied und einige Delegierte der Partei Beschwerden wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten bei der Wahl Özels ein. Delegierte sollen bestochen worden sein. Das Verfahren war im Oktober vergangenen Jahres zunächst abgewiesen worden und wurde dann neu aufgerollt. Am Donnerstag dann ordnete ein Gericht die Annullierung des Parteitags von vor drei Jahren und die Absetzung Özels an. Es setzte zudem Özels Vorgänger Kilicdaroglu wieder ein.

Die CHP-Parteiführung weist die Vorwürfe zurück und legte Einspruch beim Obersten Gerichtshof ein. Sie argumentiert zudem, das Urteil sei verfassungswidrig, weil eigentlich die Wahlbehörde und nicht ein Gericht darüber entscheiden müsste, ob Abstimmungen bei Parteitagen rechtmäßig waren.

Warum ist das Urteil wichtig?

Seit dem Erfolg der CHP bei den Kommunalwahlen steht die Partei zunehmend unter Druck. Zahlreiche ihrer Bürgermeister wurden wegen Terror- und Korruptionsvorwürfen festgenommen. Das prominenteste Beispiel ist der ehemalige Istanbuler Bürgermeister und Erdogan-Rivale Ekrem Imamoglu.

Beobachter halten die Annullierung des CHP-Parteitags für politisch motiviert. Die Regierung weist Einflussnahme auf die Justiz zurück und betont, es handele sich um einen innerparteilichen Konflikt. Korruption ist ein weit verbreitetes Problem in der Türkei über alle Parteien hinweg – Ziel von Ermittlungen war bislang vor allem die CHP.

Politikwissenschaftler Berk Esen sieht den Konflikt nicht als parteiinterne Angelegenheit. Vielmehr sei die Wahlbehörde an den Rand gedrängt und die Voraussetzungen für einen fairen und freien Wahlkampf quasi beseitigt worden, so Esen auf X.

Die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch schreibt, Erdogan selbst habe bei einer Rede 2024 erstmals Unregelmäßigkeiten beim CHP-Parteitag ins Spiel gebracht und habe eine klare politische Motivation für die Absetzung Özels. Die Justiz gilt als politisiert.

Nach Einschätzung des Analysten Murat Yetkin ist Erdogan bewusst, dass er eine CHP unter der Führung Özels nur schwer besiegen könne. Regulär stehen die nächsten Präsidentschaftswahlen 2028 an, sie könnten aber vorgezogen werden.

Was ist die Motivation von Kemal Kilicdaroglu?

Darüber scheiden sich die Geister. Er selbst betont, er handele nicht im persönlichen Interesse, sondern in dem der Nation. Er wolle die CHP, die von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk gegründet wurde, schützen und von «beschmutzter Politik» befreien.

Beobachter gehen davon aus, dass Kilicdaroglu die Aussicht auf einen Regierungswechsel bereits aufgegeben hat und sich damit zufriedengibt, wenn die CHP auf kommunaler Ebene mitregieren kann.

Wie viel Unterstützer Kilicdaroglu innerhalb der Partei hat, ist unklar. Sein Gegner Özel hatte sich am Samstag mit überwältigender Mehrheit zum Vorsitzenden der CHP-Fraktion im Parlament wählen lassen, was dafür spricht, dass er die Unterstützung der meisten Abgeordneten hält.

Wie geht es nun weiter und gibt es neue Proteste?

Özel hat zu weiteren Demonstrationen aufgerufen. Angesichts des Opferfests diese Woche könnte die Teilnahme aber eher zurückhaltend ausfallen. Außerdem drängen CHP-Politiker auf einen außerordentlichen Parteitag, auf dem Özel auch im Kampf um den Parteivorsitz wieder antreten würde. Am Ende liegt die Entscheidung darüber aber in der Hand Kilicdaroglus.

Die Stürmung der Parteizentrale am Sonntag, wo sich Özel mit seinen Unterstützern verschanzt hatte, hat viele CHP-Anhänger im Land schockiert und die Wut gegen Kilicdaroglu befeuert. Özel wiederum, der anschließend einen Protestmarsch im strömenden Regen abhielt, gewann weiter an Format.

Analyst Yetkin geht davon aus, dass Kilicdaroglu Politiker aus der CHP ausschließen wird, gegen die ermittelt wird. Das würde auch den inhaftierten Erdogan-Gegner Imamoglu betreffen.

Özel und seine Anhänger hätten auch die Option, eine neue Partei zu gründen. Das hätte am Ende die Zersplitterung der Opposition zur Folge – davon profitieren würde Erdogan.

Quelle: Material der dpa.

26 Mai 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Zwei Warnungen an die demokratische Öffentlichkeit

von Fremdeninfo 25 Mai 2026
von Fremdeninfo

Von Celal Işık / Istanbul

Erdoğan und die Palastverwaltung sind in die Offensive gegangen, um dem Druck der größten Oppositionspartei CHP nach vorgezogenen Neuwahlen entgegenzuwirken und eine weitere Amtszeit an der Macht zu bleiben. Die Regierung hat einen taktischen Angriff an zwei Fronten entwickelt, um die gegen sie vereinte und erstarkende Opposition zu spalten.

Das Ziel dieses Angriffs ist es, den internen Machtkampf in der CHP – deren Umfragewerte steigen – zu vertiefen, um die öffentliche Unterstützung zu schwächen. Gleichzeitig soll Zwietracht zwischen der CHP und dem „kurdischen Lager“ gesät werden, um die Bedingungen für vorgezogene Neuwahlen zu schaffen, die die Regierung gewinnen kann.

1. Taktik: Die Nichtigkeitserklärung (Butlan Kararı)
Diese Entscheidung schlug in der CHP wie eine Bombe ein. Es entstand die starke Wahrnehmung eines „Verräters Kılıçdaroğlu“, der mit der AKP und dem Palast paktiert, gegenüber einem „widerständigen Özgür Özel“. Auf diese Weise wurde die CHP in zwei unversöhnliche, verfeindete Gruppen gespalten, die um zwei Personen herum die Schwerter gegeneinander ziehen.

2. Taktik: Wahrnehmungsmanipulation bezüglich der kurdischen Seite
Es wird eine Kampagne geführt, um die in den letzten Jahren gewachsenen Beziehungen zwischen dem kurdischen Lager und der CHP zu zerstören. Dies ist eine Strategie, die sogar im linken Milieu und an der Basis der CHP Anhänger findet.

Gemäß dieser konstruierten Wahrnehmung sei die DEM-Partei ebenfalls durch einen Widerspruch zwischen zwei Personen gespalten: „Auf der einen Seite Öcalan, der mit der Regierung kooperiert, und auf der anderen Seite S. Demirtaş, der gegen die Regierung steht.“ Diese Sichtweise wird in der CHP, in linken Gruppen und auch in nationalistischen kurdischen Kreisen weitgehend übernommen und propagiert. Genau dies ist die Wahrnehmung, die die Regierung ohne große Mühe erzeugen wollte und die nun von diesen Gruppen verbreitet wird.

Über diese Manipulation hinaus gibt es eine große Lüge, die durch ständige Wiederholung für wahr gehalten wird: Die Behauptung, die DEM-Partei verteidige zwar Öcalan, setze sich aber nicht für Demirtaş ein. Es sind vor allem diese Schwächen und Defizite innerhalb des Oppositionslagers, die dem Versuch der Regierung dienen, die Opposition nach eigenem Belieben umzugestalten, um erneut zu gewinnen.

Der tiefere Grund für diese Schwäche liegt wohl im unterbewussten „Anti-Kurdischismus“, den die offizielle Ideologie geschaffen hat. Eine weitere große Lüge, die zuletzt von diesen Kreisen in Umlauf gebracht wurde, lautet: „AKP + MHP + Kılıçdaroğlu + DEM-Partei werden sich zusammenschließen und vorgezogene Neuwahlen anstreben.“

Die Antwort auf diese Lüge gab jüngst Ayşegül Doğan mit ihrer Erklärung: „Der Angriff auf die CHP ist eine politische Intervention gegen die gesamte Gesellschaft, gegen uns alle und gegen die Demokratie.“ Die DEM-Partei betrachtet den Angriff auf die CHP als einen Angriff auf sich selbst.

Was soll man dazu noch sagen? Es existiert ein Zustand des „Türkentums“, bei dem selbst die Sozialisten dieses Landes die Existenz der Kurden nicht verarbeiten können.

25 Mai 2026 0 Kommentare
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