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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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21 September 2026 0 Kommentare
Antisemitismus

Gysi warnt vor Instrumentalisierung von Antisemitismus

von Fremdeninfo 23 September 2026
von Fremdeninfo

 

             Artikel von dpa

Die Vorwürfe gegen die Berliner Linkspartei haben im Bundestag für eine erregte Debatte gesorgt. Abgeordnete aus Koalition und Opposition riefen die Linke fraktionsübergreifend auf, sich glaubhaft von Antisemitismus und Organisierter Kriminalität zu distanzieren. Gregor Gysi von der Linken warf den anderen Parteien hingegen vor, den Antisemitismus aus politischen Gründen zu instrumentalisieren.

Seit dem Wahlsieg der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl wächst der Gegenwind, weil Teile des Berliner Landesverbands wegen ihrer Positionen zum Nahostkonflikt und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik stehen. Bei einer Wahlparty des Linken-Kreisverbands Neukölln waren zudem eine bekannte Clan-Größe sowie ein umstrittener propalästinensischer Aktivist zu Gast.

Schwere Vorwürfe gegen die Berliner Linke

Von einer «unheiligen Allianz mit Clan-Kriminalität, Islamismus und Judenhass» sprach deshalb die Berliner CDU-Abgeordnete Ottilie Klein und betonte: «Der Kampf gegen Judenhass erschöpft sich eben nicht in leeren Gesten und müden Statements.» Gysi räumte ein, dass die Israel-Kritik einiger Parteikollegen deutlich überzogen sei. Gleichzeitig warf er den anderen Parteien vor, deren Vorwürfe seien politisch motiviert: «Hören Sie auf, den Antisemitismus zu missbrauchen, um gegen die Linke zu hetzen!»

Forderung nach Koçak-Rauswurf aus der Linksfraktion

Wegen Kontakten ins Clan-Milieu steht auch der Linken-Abgeordnete Ferat Koçak massiv unter Druck. Mehrere Redner mahnten seinen Rückzug aus dem Bundestag an oder zumindest den Ausschluss aus der Linksfraktion. Zu diesen Forderungen äußerte sich Gysi nicht direkt. Er sagte lediglich: «Selbstverständlich hat unser Abgeordneter Ferat Koçak einen Fehler begangen. Wir untersuchen das.» Koçak selbst war bei der Aktuellen Stunde nicht im Plenarsaal zu sehen.

Wie sehr die Vorfälle die Verhandlungen für eine rot-grün-rote Koalition in Berlin belasten könnten, machte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, deutlich, indem er sagte: «Mit den Berliner Linken ist kein Staat zu machen. Regierungsverantwortung wünsche ich mir für sie dort nicht.»:

23 September 2026 0 Kommentare
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Antisemitismus

Berlin – Linke – Antisemitismus

von Fremdeninfo 23 September 2026
von Fremdeninfo

 

Artikel von dw.com

Koalitionsverhandlungen im Scheinwerferlicht: In Berlin wird ganz genau hingeschaut, wie die Linke nach ihrem Wahlsieg am Sonntag mit mehreren Problem-Themen umgeht. Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland warnt.

Nach dem Wahlsieg in Berlin steht die Linkspartei wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität in der Kritik. Die Chefs der Bundes-SPD, Bärbel Bas und Lars Klingbeil, schrieben in sozialen Medien, antisemitische Parolen hätten „weder in unserer Gesellschaft noch in unserer Politik Platz“. Ebenso dürfe die Linke Clan-Kriminellen in ihren Reihen „keinen Millimeter Platz lassen“.

Gegenwind kam auch vom Berliner Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten, Steffen Krach. „Die Vorkommnisse, die es da auf der Wahlparty gegeben hat, die irritieren mich schon, das muss ich ganz offen sagen.“ Die Bundestagsfraktionschefin der Grünen, Katharina Dröge, sagte, ihre Partei gehe nun „mit Haltelinien“ in die Koalitionsgespräche. Der Spitzenkandidat in der Hauptstadt, Werner Graf, sprach von dringendem Handlungsbedarf.

Zweifelhafte Partygäste

An einer Wahlparty des Linke-Kreisverbands Neukölln hatte am Sonntagabend neben einer bekannten Clan-Größe auch ein israelfeindlicher Aktivist teilgenommen. Er soll der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird.

Zudem geriet der linke Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak unter Druck, weil er per Chat mit einem Sohn der Großfamilie Remmo aus dem arabischstämmigen Clan-Milieu in Kontakt stand. Mehrere Mitglieder dieser Familie wurden wegen zahlreicher Verbrechen und Gewalttaten verurteilt.

Gerne Bruder“

Der Remmo-Sohn veröffentlichte einen Chatverlauf, demzufolge Koçak ihn um Mithilfe von „allen euren Leuten“ bei der Verbreitung eines Videos gebeten hatte – worauf Remmo mit „Gerne Bruder“ (sic!) antwortete. In dem Video mit dem Titel „Hysterische Dauerdebatte: CLANS“ wendet sich Koçak gegen die Verwendung des Begriffs „Clan-Kriminalität“. Kritiker argumentieren, dieser stigmatisiere Menschen allein aufgrund von Herkunft und Familienzugehörigkeit.

Im Nachhinein sprach Koçak von einem Fehler und bat um Entschuldigung. Wie die Linke-Bundestagsfraktion mitteilte, zieht er sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurück und lässt seine Parlamentsfunktionen ruhen – seine Abgeordnetenbezüge werden jedoch weiter gezahlt. Die Bundesvorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, distanzierte sich ebenso von den bekanntgewordenen Vorfällen wie die Spitzenkandidatin in Berlin, Elif Eralp.

Eralp gibt Schutzversprechen

Diese erklärte: „Für mich ist völlig klar, dass Gewaltverherrlichung und Terrorverherrlichung absolut inakzeptabel sind.“ Sie stehe für den Schutz von jüdischem Leben „genauso wie für den Schutz jedes anderen Lebens“, sagte Eralp. „Und ich gebe ein Schutzversprechen ab, dass die Menschen in unserer Stadt sich wieder sicher fühlen müssen. (…) Das ist meine oberste Aufgabe und auch absolute Priorität für mich.“

CDU-Bundesbildungsministerin Karin Prien sagte im ARD-Fernsehen, falls Eralp Regierende Bürgermeisterin werde, könnten sich Juden in Berlin nicht mehr sicher fühlen. Prien hat selbst jüdische Wurzeln. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erklärte, es sei kein Versehen, dass vonseiten der Linken „kriminelle Clan-Größen und Terrorunterstützer geduldet wurden“. Nachträgliche Distanzierungen seien völlig unglaubwürdig.

„Glühender Israelhass“

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, bezeichnete es im Magazin „Focus“ als „verstörend“, dass in Berlin eine Partei den Regierungsauftrag bekommen habe, „die über den glühenden Israelhass in ihren Reihen wieder und wieder den Antisemitismus befeuert“.

Bei den Sondierungen für ein Regierungsbündnis sind aber noch andere Gräben zu überbrücken. So schlägt die Forderung, Wohnungsunternehmen in Gemeineigentum zu überführen, Wellen bis in den Freistaat Bayern. Dessen Ministerpräsident, der CSU-Vorsitzende Markus Söder, drohte in Kloster Banz damit, den Hauptstadtvertrag für die finanzielle Unterstützung Berlins durch den Bund „neu aufzumachen“, sollte die Linke dort ihre Pläne durchsetzen.

Bund will Linken die Hände binden

Die Bundesregierung will per Gesetz dafür sorgen, „dass die Verstaatlichung privater Mietwohnungsbestände durch Vergesellschaftungsgesetze auf Landesebene nicht mehr möglich ist“. Nach dem Beschluss des Koalitionsausschusses soll das Innenministerium einen entsprechenden Gesetzentwurf ausarbeiten.

Die Linke war bei der Abgeordnetenhaus-Wahl am Sonntag mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden und hatte ihr Ergebnis im Vergleich zu 2023 mehr als verdoppelt. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Im neuen Landesparlament entfallen auf die Linke 47 Sitze, auf die CDU 34 und auf die AfD 29. Die Grünen kommen auf 26 Mandate, die SPD entsendet nach ihrem schlechtesten Ergebnis in Berlin überhaupt nur noch 22 Vertreter ins Abgeordnetenhaus.

Die bisher regierende große Koalition aus CDU und SPD hat damit ihre Mehrheit verloren. Möglich sind nun Dreierbündnisse aus Linken, Grünen und SPD oder aus CDU, Grünen und SPD. Mit der AfD will niemand koalieren. Noch für diese Woche hat die Linke nach eigenen Angaben beide potenziellen Partner zu Vorgesprächen eingeladen.

jj/haz (dpa, afp)

23 September 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Die Berliner Wahl: Der Erfolg der Linkspartei lässt sich nicht auf eine einzelne Person zurückführen

von Cumali Yağmur 23 September 2026
von Cumali Yağmur

 

Von: Cumali Yağmur

Die Berliner Wahl hat wie nie zuvor das Interesse der in Deutschland lebenden Kurden und Türken geweckt. Elif Eralp – Tochter eines linken Vaters aus Kayseri und einer Mutter aus Adana, die nach dem Militärputsch von 1980 ins Ausland gingen – wurde in München geboren und gewann die Wahl als Spitzenkandidatin der Partei Die Linke auf Listenplatz eins. Diese Entwicklung wurde von den kurdischen und türkischen Einwanderern aus der Türkei mit überschwänglicher Freude aufgenommen. Alle haben sich mit großem Stolz hinter Elif Eralp gestellt. Selbst konservative und reaktionäre Kreise, die Die Linke ideologisch ablehnen, haben Elif Eralp voller Stolz angenommen und sie zu einer Symbolfigur gemacht. In den sozialen Medien wurden Fotos von ihr intensiv geteilt und mit unterstützenden Kommentaren versehen.

Der Sieg der Linken in Berlin ist jedoch kein alleiniger persönlicher Erfolg von Elif Eralp. Durch den Einsatz der gesamten Partei präsentierte Die Linke ein pragmatisches, progressives und lösungsorientiertes Programm für die Probleme Berlins. Dies vermittelte sie den Wählern sehr überzeugend und erhielt an den Wahlurnen die entsprechende Quittung im positiven Sinne. Die Spitzenkandidatin Elif Eralp wurde gemeinsam mit der Partei Erste bei den Berliner Wahlen. Dennoch wäre es falsch, diesen Erfolg einzig Elif zuzuschreiben und den Anteil der Partei zu ignorieren. Zudem haben es bei den Berliner Wahlen zehn weitere migrantische Kandidaten türkischer und kurdischer Herkunft aus verschiedenen Parteien geschafft, ins Parlament einzuziehen.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass die Kurden und Türken in der Türkei in den Jahren 1971 und 1980 zwei faschistische Junta-/Militärputsch-Phasen erlebten. Zahlreiche linksgerichtete Personen mussten ins Ausland fliehen. Diese Menschen gründeten verschiedene Vereine und nahmen eine aktivere Rolle auf der politischen Bühne Deutschlands ein. Als die Türkei der Bevölkerung im Ausland das aktive und passive Wahlrecht gewährte, eröffneten die Parteien aus der Türkei Ableger im Ausland und versuchten, sich auf dem politischen Parkett zu behaupten. Diese Situation schadet jedoch von Zeit zu Zeit der Migrantenbewegung. Zu diesem Thema habe ich bereits mehrfach geschrieben.

Nach den Berliner Wahlen müssen die Parteien zusammenkommen und eine Koalition bilden. Die Parteien im Parlament, die miteinander koalieren könnten, sind CDU, SPD, Grüne und Die Linke. Die Linke als Wahlsiegerin erhält den Auftrag zur Regierungsbildung. Sie führt Gespräche mit anderen Parteien; kommt keine Koalition zustande, geht der Auftrag an die zweitstärkste Partei, die CDU, die dann ihrerseits versucht, eine Koalition zu bilden.

Derzeit gibt es noch keine gebildete Koalition. Ich habe lediglich versucht, das zu verfolgende Verfahren zu erläutern.

Ein politisches Problem für Die Linke

  • Grund für die politische Auszeit: Der Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Ferat Koçak, entschuldigte sich öffentlich und kündigte an, seine politische Arbeit ruhen zu lassen, nachdem bekannt wurde, dass er mit Firas Remmo Nachrichten ausgetauscht hatte – dem Sohn von Issa Remmo, einem bekannten Clan-Chef mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität.
  • Details der Kommunikation: Koçak bestätigte, mit Firas Remmo in Kontakt gestanden und Grüße an den Clan-Chef übermittelt zu haben. Obwohl er anfangs anführte, dessen Identität nicht gekannt zu haben, brach er den Kontakt auch nach dem Erkennen der Wahrheit nicht ab. Er bat den Sohn Remmos sogar darum, ein Video seiner Rede im Parlament zu teilen, in der er kritisierte, dass Menschen unter dem Begriff „Clankriminalität“ aufgrund ihres Nachnamens unter Generalverdacht gestellt werden.
  • Koçaks Erklärung und Entscheidung: Koçak räumte ein, dass der Kontakt von Abgeordneten zu solchen Personen nicht zu rechtfertigen sei. In einer Erklärung auf Instagram gab er bekannt, seine Arbeit vorübergehend ruhen zu lassen, um gemeinsam mit seinem Team für Transparenz zu sorgen und die Kommunikationsabläufe zu überprüfen. Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf seine politische Karriere bleiben jedoch unklar.
  • Weitere Kritik innerhalb der Partei: Zudem geriet Koçak wegen eines Fotos in Kritik, das während der Wahlfeier mit dem Aktivisten Ibrahim Ibrahim aufgenommen wurde. Koçak erklärte, dies sei eines von hunderten Fotos gewesen und man könne nicht die Vergangenheit jedes Einzelnen kennen. Er betonte, sich stets von der Verherrlichung von Gewalt oder Terrorismus distanziert zu haben.
23 September 2026 0 Kommentare
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Antisemitismus

DEM Parti trifft sich mit Alevi-Organisationen: „Die DEM Parti wird keinen Prozess gutheißen, in dem die Aleviten nicht vertreten sind“

von Fremdeninfo 23 September 2026
von Fremdeninfo

Von: dpa 

 Nach der Berliner Wahl hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir seine Partei vor einer Koalition mit der Linken gewarnt – solange diese sich nicht eindeutig vom Antisemitismus distanziert. «Wer in diesen Fragen nicht klar ist, darf in Deutschland nicht in die Nähe der Macht kommen», sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart.

Er erwarte, dass sich die Linke in Berlin nicht nur mit frommen Worten vom Antisemitismus lossage, so Özdemir. Maßstab sei für ihn, dass die jüdische Gemeinde der Partei das abnehme. «Das heißt auch notfalls, dass sie Leute rauswerfen müssen.»

Passiere das nicht, sollten die Grünen aus Sicht Özdemirs keine Koalition mit der Linken eingehen. Er empfehle seinen Kollegen in Berlin genau diesen Maßstab anzulegen und auch keinen Rabatt zu gewähren, sagte Özdemir.

Linke hat Wahl in Berlin deutlich gewonnen

Die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte am Sonntag die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus mit großem Vorsprung vor der CDU gewonnen – sie wird möglicherweise erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen. Für eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus bräuchten die Linken auch die SPD und die Grünen. Rechnerisch ist auch ein schwarz-rot-grünes Regierungsbündnis möglich.

Die Berliner Landespartei der Linken oder zumindest Teile von ihr stehen wegen ihrer Positionen zum Nahostkonflikt und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte der Linken bereits vorgeworfen, im Wahlkampf «wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen» zu sein. Eralp betonte mehrfach: «Ich stehe für den Schutz von jüdischem Leben genauso wie für den Schutz jedes anderen Lebens.»

23 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

DEM Parti trifft sich mit Alevi-Organisationen: „Die DEM Parti wird keinen Prozess gutheißen, in dem die Aleviten nicht vertreten sind“

von Fremdeninfo 23 September 2026
von Fremdeninfo

     Von: Avrupa Demokrat

Der Co-Vorsitzende der DEM Parti, Tuncer Bakırhan, der zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern alevitischer Organisationen zusammenkam, betonte, dass sie keinen Prozess unterstützen werden, an dem die Aleviten nicht beteiligt sind: „Das ultimative Ziel ist einzig und allein Frieden, gleichberechtigte Staatsbürgerschaft und Gerechtigkeit.“

Die Co-Vorsitzenden der DEM Parti, Tülay Hatimoğulları und Tuncer Bakırhan, trafen im Raymar Hotel mit Vertretern alevitischer Organisationen zusammen. Vor dem nicht-öffentlichen Gespräch gaben Bakırhan und Mustafa Aslan, der Vorsitzende der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation (ABF), eine Presseerklärung ab.

Bakırhan erklärte: „Unsere Zustimmung geben wir nur bei einer rechtlichen Anerkennung. Ich möchte vor der Presse noch einmal bekräftigen, dass die DEM Parti keinen Prozess gutheißen wird, in dem die Aleviten nicht vertreten sind. Das ultimative Ziel ist einzig und allein Frieden, Demokratie. Das ultimative Ziel ist eine gleichberechtigte Staatsbürgerschaft. Das ultimative Ziel sind Recht, Gesetz und Gerechtigkeit.“

Mustafa Aslan, Vorsitzender der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation, betonte seinerseits, dass die Gespräche nicht auf die DEM Parti beschränkt bleiben würden, und kündigte an, dass man sich mit Vertretern aller im Türkischen Parlament (TBMM) vertretenen politischen Parteien treffen werde.

„Der Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft ist nicht nur für Kurden“

Bakırhan wies darauf hin, dass das Treffen nicht nur im Rahmen eines gewöhnlichen Programms stattfinde. Man sei zusammengekommen, um die Kritik, Vorschläge und Sorgen der Alevi-Organisationen bezüglich der jüngsten Entwicklungen anzuhören. Bakırhan betonte, dass das Erreichen der Ziele des „Prozesses für Frieden und eine demokratische Gesellschaft“ nicht nur für die Kurden, sondern auch für die Aleviten und alle 86 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Türkei von großer Bedeutung sei, und sagte:

„Dies ist unser aller Prozess. Am Verhandlungstisch sitzen nicht nur Kurden. Wie ich eben erwähnt habe, sitzen wir eigentlich alle um diesen Tisch herum – allen voran unsere alevitischen Geschwister (canlar). Dieser Prozess gehört den Aleviten ebenso wie den Kurden und allen Unterdrückten; er gehört den 86 Millionen, er gehört der Türkei. Ja, das ultimative Ziel ist einzig und allein Frieden und Demokratie. Das ultimative Ziel ist eine gleichberechtigte Staatsbürgerschaft. Das ultimative Ziel sind Recht, Gesetz und Gerechtigkeit. Das ultimative Ziel ist die Schaffung einer gerechten und gleichberechtigten Ordnung, worüber sich unsere alevitischen Geschwister keinerlei Sorgen machen müssen.“

Bakırhan erklärte weiter, eine der wichtigsten Erwartungen an den Prozess sei der Aufbau einer gemeinsamen Zukunft auf der Grundlage von gegenseitigem Einvernehmen (rızalık) und unter gleichen Bedingungen, in der Identitäten nicht geleugnet werden.

Betonung von gleichberechtigter Staatsbürgerschaft und legalem Status für Cemevis

„Wir versuchen, Kurden, Aleviten und alle Identitäten sowie Glaubensrichtungen zu Rechtssubjekten zu machen“, sagte Bakırhan und betonte, dass die Zustimmung der Aleviten auf der Grundlage rechtlicher Anerkennung und einer demokratischen Gesellschaft beruhen müsse:

„Wir geben unsere Zustimmung nur für eine rechtliche Anerkennung. Wir geben unsere Zustimmung für eine demokratische Gesellschaft. Wir geben unsere Zustimmung für einen Prozess, in dem sich Aleviten als gleichberechtigte Bürger fühlen. Ich möchte vor der Presse noch einmal wiederholen, dass weder die DEM Parti noch dieser laufende Prozess ihre Zustimmung zu einem Prozess geben werden, in dem die Aleviten fehlen.“

Zu den Bedingungen für einen echten Frieden äußerte sich Bakırhan wie folgt: „Wenn Aleviten gleichberechtigte Bürger sind, wenn Cemevis einen legalen Status erlangen, wenn Diskriminierung beendet wird und alle Identitäten und Glaubensrichtungen frei sind, erst dann werden wir sagen können, dass wir uns auf dem Boden eines echten Friedens befinden.“

„Man versucht, Aleviten und Kurden voneinander zu trennen“

Bakırhan ging auch auf die Debatten über demokratische Integration ein: „Demokratische Integration bedeutet nicht, dass Kurden zu Türken und Aleviten zu Sunniten werden. Im Gegenteil, sie bedeutet eine freie Beziehung zwischen gleichberechtigten Subjekten. Genau so verstehen wir das und so vermitteln wir es auch. Wir kämpfen dafür, dass es so ist. Das heißt, wir wollen über eine Grundlage sprechen, auf der der Alevit Alevit und der Kurde Kurde ist.“

Bakırhan argumentierte, dass versucht werde, Aleviten und Kurden voneinander zu trennen, und dass diese Spaltungen den gesellschaftlichen Kampf schwächen: „Bis heute haben wir vom würdevollen Kampf der Aleviten gelernt und Inspiration geschöpft. Trotz all dieser Stimmungsmache werden wir nicht von unserem Weg abweichen; wir werden unseren Weg fortsetzen, indem wir uns weiterhin von Ihrem würdevollen, demokratischen Kampf inspirieren lassen.“

„Das Schicksal unserer Zukunft darf nicht dem Gedächtnis vergangener Leiden geopfert werden“

Bakırhan erklärte, dass das in der Vergangenheit erlittene Leid nicht vergessen werden könne: „Die Leiden der Vergangenheit sind in unser aller Gedächtnis eingebrannt. Das ist kein Gedächtnis, das man einfach von heute auf morgen auslöschen und beiseite schieben kann. Aber das Schicksal unserer Zukunft darf nicht dem Gedächtnis dieser vergangenen Leiden geopfert werden.“

Bakırhan verwies auf die alevitische Lehre „Jeder soll sein Wort sprechen“ und sagte: „Eine Türkei, in der Aleviten, Kurden, Frauen und Unterdrückte ein Mitspracherecht und Entscheidungsbefugnis haben, kann nur eine starke Türkei sein. Eine solche Türkei, in der die genannten Völker und Glaubensgemeinschaften mitreden können, wird demokratisch, stark, wohlhabend und gerecht sein; die Menschen werden darin menschenwürdig, brüderlich und ohne einander zu auszugrenzen zusammenleben können.“

Bakırhan betonte, dass die DEM Parti offen für Kritik und Vorschläge sei und in der kommenden Periode gemeinsam mit den Alevi-Organisationen Seite an Seite kämpfen wolle.

ABF-Vorsitzender Aslan: Jeder muss für sich selbst sprechen

Der ABF-Vorsitzende Mustafa Aslan gab an, dass er bei dem Treffen im Namen der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation, der Konföderation der Aleviten-Gemeinden in Europa, der Türkischen Alevi-Föderation, der Hacı Bektaş Veli Anatolischen Kulturstiftung, der Alevitischen Kulturvereine, der Pir Sultan Abdal Kulturvereine und des Demokratischen Alevi-Vereins spreche.

Aslan erklärte, dass bei dem Treffen insbesondere die Sorgen und Bedenken der alevitischen Gemeinschaft bezüglich des in der Öffentlichkeit diskutierten jüngsten Prozesses erörtert würden. Nach seinen Worten wurde die erste Phase des Prozesses mit einem Rahmengesetz abgeschlossen; in der zweiten Phase benötige die Türkei Demokratisierung und rechtliche Regelungen. Die Alevi-Organisationen würden den weiteren Prozess nun mit der DEM Parti besprechen.

Aslan führte weiter aus: „Wir werden heute unsere Ansichten darüber austauschen, dass jeder Bürger mit seiner eigenen Identität und Sprache eine aktive Rolle im Demokratisierungsprozess der Türkei einnehmen sollte. Wir werden diese Forderung aus der Türkei übermitteln. Wir möchten hier noch einmal betonen, dass niemand stellvertretend für die Aleviten, die Kurden oder andere Völker und Glaubensgruppen in diesem Land sprechen sollte, sondern dass jeder für sich selbst sprechen muss.“

Aslan stellte klar, dass die Treffen nicht auf die DEM Parti beschränkt bleiben: „Im Oktober nimmt das Parlament seine Arbeit wieder auf. Um sowohl die Forderungen der Aleviten als auch die Demokratisierung dieses Landes und die bestehenden Probleme anzusprechen, werden wir uns mit anderen Parteien treffen, um unsere Anliegen im direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht vorzubringen.“

23 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

BKMO nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Bund und Länder müssen jetzt Schutz, Beratung und Teilhabe für Menschen mit Migrationsgeschichte absichern

von Fremdeninfo 22 September 2026
von Fremdeninfo

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BKMO nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Bund und Länder müssen jetzt Schutz, Beratung und Teilhabe für Menschen mit Migrationsgeschichte absichernNach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fordert die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) Bund und Länder auf, jetzt konkrete Vorsorge für Menschen mit Migrationsgeschichte zu treffen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD mit 38,2 Prozent (2021: 16,7%) stärkste Kraft. In Berlin erreichte sie 16,3 Prozent (2023: 9,1%) und landete hinter Linke (25,7%) und CDU (18,8%) auf Platz drei. Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Kraft wurde, zeigt sich: Es geht nicht um einzelne Länder, sondern darum, ob der Schutz von Grund- und Menschenrechten überall in Deutschland gleich verlässlich gilt. Auch das im Vergleich deutlich niedrigere Ergebnis in Berlin ist keine Entwarnung: Die AfD hat ihren Stimmenanteil dort gegenüber 2023 um mehr als sieben Prozentpunkte gesteigert.

Wahlergebnisse sind zu respektieren. Staatliches Handeln bleibt aber an Verfassung und Grundrechte gebunden, unabhängig davon, welche Mehrheiten sich bilden.

Was das im Alltag bedeutet, zeigt Sachsen-Anhalt: Das dortige Landesnetzwerk LAMSA meldet seit dem Wahlabend deutlich mehr besorgte Anfragen zu Aufenthaltsstatus, Sicherheit und Zukunftsperspektiven. Aus Mecklenburg-Vorpommern hatte der Flüchtlingsrat schon vor der Wahl berichtet, dass Beratungs- und Ehrenamtsstrukturen unter erheblichem Druck stehen und Landesmittel für 2027 vielfach noch nicht bestätigt sind.

Die Menschen, die sich bei unseren Mitgliedsorganisationen melden, fragen nicht nach Koalitionsarithmetik. Sie fragen: Bin ich hier noch sicher? Wer hilft mir, wenn ich bedroht werde? Kann ich mit meiner Familie woanders neu anfangen, wenn es nötig wird? Auf diese Fragen brauchen sie Antworten, bevor etwas passiert, nicht danach„, sagt Karen Taylor, Co-Vorstandsvorsitzende der BKMO.

„Niemand sollte sich aus Angst vor Bedrohung fragen müssen, ob er sein Zuhause verlassen muss. Schutz und verlässliche Beratung dürfen nicht vom Wohnort abhängen. Die Länder müssen Beratungsstrukturen dauerhaft sichern und verbindlich vereinbaren, wie Betroffene im Ernstfall schnell Hilfe erhalten“, erklärt Ehsan Djafari, Co-Vorstandsvorsitzender der BKMO.

Die BKMO fordert von Bund und Ländern:

Ertong (keine Pronomen/they) Referent*in für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen

Obentrautstraße 72

10963 Berlin

0157 559 934 05

22 September 2026 0 Kommentare
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Antisemitismus

Berliner Linke: Linke weist Antisemitismusvorwürfe von Israels Botschafter zurück

von Fremdeninfo 22 September 2026
von Fremdeninfo

          Artikel von Jona Spreter

Die Berliner Linke bekenne sich zum Existenzrecht Israels, sagt Parteichefin Kerstin Wolter. Es sei die israelische Regierungspolitik, die man kritisiere

Die Berliner Linke weist die Antisemitismusvorwürfe von Israels Botschafter Ron Prosor zurück. »Das Existenzrecht Israels und der Schutz jüdischen Lebens sind klare Beschlusslage der Linken. Und genau dafür werden wir uns einsetzen«, sagte Landesparteichefin Kerstin Wolter. Ebenso stehe die Linke an der Seite arabischen, muslimischen und palästinensischen Lebens in Berlin.

Richtig ist: Die Linke kritisiert die gegenwärtige israelische Regierungspolitik klar, das gehört zu einer Demokratie dazu«, sagte Wolter. Es sei aber »unlauter«, diese Kritik pauschal als Antisemitismus zu diffamieren. »Genauso eindeutig lehnen wir jede Form von Terrorverherrlichung und Gewaltaufrufen ab«, sagte Wolter. Das Ziel ihrer Partei sei ein Berlin frei von Antisemitismus, Rassismus und jeder Form von Gewalt.

Prosor spricht von »enthemmtem Antisemitismus«

Ron Prosor hatte gesagt, durch den Wahlsieg der Linken bestehe eine »unmittelbare Existenzgefahr« für die jüdische Gemeinschaft in der Stadt. Das starke Abschneiden der Linken in Berlin müsse jeden beunruhigen, »dem das Fortbestehen jüdischen Lebens in dieser Stadt am Herzen liegt«, sagte er.

Der Botschafter sprach von »systematischem Israel- und Judenhass« und »enthemmtem Antisemitismus« bei der Linken. Für die jüdische Gemeinschaft in Berlin werde damit aus einer theoretischen Bedrohung eine konkrete und unmittelbare Existenzgefahr«.

Teile der Berliner Linken stehen wegen ihrer Positionen zum Nahostkonflikt und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik. Auf der Wahlparty des Linken-Bezirksverbands Neukölln soll unter anderem der Anti-Israel-Aktivist Ibrahim Ibrahim mitgefeiert haben. Auf Fotos ist er neben Clanchef Issa Remmo, aber auch mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak und der Berliner Linkenkandidatin Vanessa Emde zu sehen. Sowohl die Partei als auch Koçak distanzierten sich anschließend von Ibrahim und Remmo. Eralp sagte, sie stehe »für den Schutz von jüdischem Leben genauso wie für den Schutz jedes anderen Lebens«.

22 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Wahl in Berlin: Grüne fordern klare Distanzierung der Linken von Wahlparty-Gäste

von Fremdeninfo 22 September 2026
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        Artikel von Sophia Reddig/DIE ZEIT

Felix Banaszak kritisiert den Besuch eines Clan-Chefs und eines Anti-Israel-Aktivisten bei den Linken. Eine Koalition mit seiner Partei gebe es nicht als »Blankoscheck«

Die Grünen haben nach dem Besuch des Clan-Chefs Issa Remmo und des Anti-Israel-Aktivisten Ibrahim Ibrahim auf einer Wahlparty der Linkspartei eine klare Distanzierung von ihrem möglichen Koalitionspartner eingefordert. »Eine Koalition mit uns gibt es nicht als Blankoscheck«, sagte Grünenchef Felix Banaszak.

Banaszak sagte, er nehme die Darstellung der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sowie anderer Linken-Politiker ernst, wonach Remmo nicht eingeladen gewesen und von der Veranstaltung verwiesen worden sei. Zugleich müsse geklärt werden, warum er dort erscheinen konnte und ob persönliche Verbindungen oder politische Erwartungen eine Rolle spielten. »Die Linke muss nicht nur für sich, sondern auch für uns sehr deutlich klären, wie ihr Verhältnis zu diesen Fragen ist«, sagte Banaszak.

Die Spitzenkandidatin der Linken Elif Eralp hatte zu Remmos zuvor im ZDF gesagt, er sei nicht eingeladen gewesen und der Örtlichkeit verwiesen worden. »Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir.«

Linke ist in der Pflicht, das auszuräumen«

Auch die Anwesenheit Ibrahims auf der Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln hatte für Diskussionen gesorgt. Ibrahim steht wegen seiner israelfeindlichen Positionen in der Kritik. Auf der Bundespressekonferenz sagte die Vorsitzende der Linken Ines Schwerdtner, dass sich der Bundestagsabgeordnete Koçak direkt von einem gemeinsamen Foto mit Ibrahim distanziert habe. Bürgermeisterkandidatin Eralp ergänzte: »Für mich ist völlig klar, dass Gewaltverherrlichung, Terrorverherrlichung absolut inakzeptabel sind. Ich stehe für den Schutz von jüdischem Leben – genauso wie für den Schutz jedes anderen Lebens –, und ich gebe ein Schutzversprechen ab, dass die Menschen in unserer Stadt sich wieder sicher fühlen müssen.«

Banaszak sagte ebenfalls, Berlin müsse eine Stadt bleiben, in der Jüdinnen und Juden ebenso wie Menschen muslimischen Glaubens und Menschen mit palästinensischer Familiengeschichte frei und sicher leben könnten. Das müsse auch in möglichen Koalitionsverhandlungen klar verankert werden. Die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner sagte: »Die Linke ist in der Pflicht, das auch auszuräumen, in die Schranken zu weisen. Sonst kann man sich doch hier gar keine Regierung vorstellen.«

Die Berliner Grünen hatten bereits vor der Wahl ein Bündnis mit Linken und SPD angestrebt. Diese Präferenz gelte weiterhin, sagte Banaszak. »Wir sind gesprächsbereit mit allen demokratischen Parteien.«

22 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Nach Remmo-Chat: Linken-Abgeordneter kündigt Pause an

von Fremdeninfo 22 September 2026
von Fremdeninfo

            Artikel von Anna von Stefenelli/ T-Online 

Nach Bekanntwerden eines Chats mit dem Sohn eines bekannten Clan-Chefs hat der Linken-Bundestagsabgeordnete einen Fehler eingeräumt.

Der Neuköllner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hat sich für seinen Kontakt zu Firas Remmo, einem Sohn des Berliner Clan-Chefs Issa Remmo, entschuldigt und angekündigt, sich zunächst zurückzuziehen. In einer am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme auf Instagram bestätigte Koçak den zuvor von Firas Remmo veröffentlichten Chat. Er räumte einen Fehler im Umgang mit dem Kontakt ein und erklärte: „Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind durch nichts zu rechtfertigen“. Ihm sei bewusst, dass bereits der Anschein einer solchen Nähe ausgeräumt werden müsse.

Nach Koçaks Darstellung kam der Kontakt zustande, nachdem er Menschen zur Beteiligung an politischen Aktionen aufgerufen hatte. Er kommuniziere jede Woche über soziale Netzwerke mit Hunderten Menschen aus Neukölln und habe zunächst nicht gewusst, wer Firas Remmo sei. Dessen Identität sei ihm erst kurze Zeit später bekannt geworden. Er wolle nun in Absprache mit seinem Team sein „Kommunikationsverhalten aufarbeiten“.

Koçak schrieb Remmo später erneut

Allerdings brach Koçak den Austausch auch dann nicht ab, als er von dessen Identität wusste. Er schrieb dem Sohn des Remmo-Chefs später erneut und bat ihn, einen Ausschnitt aus einer seiner Bundestagsreden zu verbreiten. Genau darin sieht Koçak heute einen Fehler. „Dass ich ihm danach schrieb, wie ich es üblicherweise mit vielen Leuten tue, wenn ich Reden veröffentliche, war ein Fehler, für den ich um Entschuldigung bitte“, sagte der Politiker.

Firas Remmo hatte zuvor bei Instagram einen Screenshot des auf den 17. Februar datierten Austauschs veröffentlicht. Darin lässt Koçak über ihn „Grüße mit Respekt“ an Clan-Boss Issa Remmo ausrichten. Später bittet er Firas Remmo darum, ein Video seiner Rede weiterzuverbreiten. Remmo veröffentlichte den Screenshot am Sonntagabend und schrieb dazu unter anderem, man stehe zusammen und kämpfe gemeinsam für seine Ziele.

Bei der Rede handelte es sich um einen Beitrag Koçaks zu einer Bundestagsdebatte über sogenannte Clankriminalität. Der Linken-Politiker hatte dabei kritisiert, Menschen würden allein wegen ihres Nachnamens unter Verdacht gestellt. Die Debatte fand Ende Januar im Bundestag statt.

Linken-Politiker will Transparenz herstellen

Der nun bestätigte Nachrichtenverlauf zeigt keinen direkten Chat zwischen Koçak und Issa Remmo. Er belegt jedoch einen Austausch des Abgeordneten mit dessen Sohn sowie der von Koçak übermittelte Gruß an den Vater.

Koçak kündigte jetzt in der Instagram-Story an, sich zunächst zurückzuziehen. Er wolle mit seinem Team Transparenz herstellen und an seinem Kommunikationsverhalten arbeiten. Was dieser angekündigte Rückzug konkret für seine politische Arbeit bedeutet, ließ er offen.

Koçak ließ sich mit Ibrahim Ibrahim fotografieren

Vor dem Auftauchen der Chats hatte der Auftritt von Issa Remmo bei der Wahlparty des Neuköllner Linken-Bezirksverbands Kritik nach sich gezogen. Nach Angaben der Partei war Remmo nicht eingeladen. Die Veranstaltung sei öffentlich zugänglich gewesen. Nachdem er erkannt worden sei, habe man ihn hinausbegleitet. Der Bezirksverband erklärte zudem, es gebe keine politischen oder persönlichen Beziehungen zu Issa Remmo.

Auch Koçak geriet in diesem Zusammenhang in die Kritik. Er hat sich am Montag zu einem Foto mit dem Aktivisten Ibrahim Ibrahim geäußert, das auf derselben Wahlparty entstanden war.

Ibrahim wird dem Umfeld der palästinensischen PFLP zugerechnet. Der Berliner Verfassungsschutz zählt die PFLP zum extremistischen Spektrum und beschreibt das „Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee“, in dessen Umfeld Ibrahim auftritt, als einen prägenden Akteur der israelfeindlichen Szene. Die PFLP steht auf der Terrorliste der Europäischen Union.

Linken-Bundestagsmitglied Ferat Koçak (Mitte) mit Ibrahim Ibrahim (rechts): Das Bild entstand auf der Wahlparty der Linken in Berlin. (Quelle: x.com/

Ferat Koçak von Die Linke (Archivbild): Der Bundestagsabgeordnete muss sich wegen veröffentlichter Chatnachrichten erklären. (Quelle: IMAGO/Political-Moments)

 

Koçak erklärte, auf der Wahlparty Hunderte Fotos mit Besuchern gemacht und deren politische Hintergründe nicht in jedem Fall gekannt zu haben. Von gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen distanziere er sich ausdrücklich.

Die Vorwürfe treffen die Berliner Linke unmittelbar nach ihrem Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl. Die Partei erreichte nach

22 September 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Deutschlands politisches und wirtschaftliches Dilemma

von Cumali Yağmur 21 September 2026
von Cumali Yağmur

                    Von: Cumali Yagmur

Die politische und wirtschaftliche Lage, in der sich Deutschland befindet, durchläuft eine äußerst schwierige Phase. Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben gezeigt, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene nicht in der Lage ist, auf die Bedürfnisse der Gesellschaft einzugehen. Umstände wie diese haben die Wählerschaft zunehmend in die Arme der rechtsextremen Partei AfD getrieben.

Friedrich Merz befasst sich von Anfang an auf Bundesebene mit den Problemen globaler Mächte sowie des Großkapitals und ignoriert dabei die Forderungen der Massen an der Basis beinahe völlig. Die SPD wiederum agiert nicht wie ein gleichberechtigter Koalitionspartner, sondern eher wie ein Beiwerk, das am Rand steht, nur damit die Regierung nicht zerbricht.

Dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern an der 5%-Hürde scheiterte und zum ersten Landtag überhaupt nicht mehr im Landtag vertreten ist, führt den Zustand der Demokratie in Deutschland deutlich vor Augen. Dass CDU-Wähler die AfD als „Retter“ betrachten, gibt extrem zu denken. Dass Friedrich Merz längst hätte zurücktreten müssen, stattdessen aber weiterhin an seinem Stuhl klebt und unverantwortlich versucht, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, indem er behauptet, man habe die Wahlen in Rheinland-Pfalz und Hessen gewonnen, ist unakzeptabel. Merz ignoriert sogar die Tatsache, dass die rassistische und nationalistische AfD in Sachsen-Anhalt mit rund 43 % stärkste Kraft geworden ist. Als Vorsitzender einer Partei, die den Einzug in den Landtag verpasst hat, ist es völlig unlogisch, dass Merz noch immer nicht zurücktritt und die Führung an ein anderes Parteimitglied übergibt. Wie lange wird Friedrich Merz als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler noch versuchen, auf diesem wackelnden Stuhl auszuharren?

Auch für die anderen demokratischen Parteien ist die Lage keineswegs erfreulich. Die Grünen konnten in zwei Bundesländern nur knapp die 5%-Hürde überschreiten und mussten in Berlin schwere Stimmverluste hinnehmen. Selbst wenn sie im Parlament vertreten sind, ist es besorgniserregend, dass sie den Aufstieg der AfD nicht stoppen können.

Die Sozialdemokratische Partei (SPD) als Volkspartei hat bei den Wahlen in Berlin und Sachsen-Anhalt hohe Verluste erlitten. Selbst der zweite Platz in Mecklenburg-Vorpommern kann die SPD nicht vor dem allgemeinen Stimmenverlust retten. Stört es die SPD denn überhaupt nicht, dass die von ihr auf Bundesebene gebildete Koalition mit der CDU/CSU bröckelt? Die Sozialdemokraten verlieren an Boden und können nicht auf die Forderungen der Massen reagieren.

Die Linke hingegen berauscht sich an dem Umstand, bei den Berlin-Wahlen etwas mehr Stimmen als andere Parteien erhalten zu haben. Doch wie Mao sagte: „Eine einzige Blüte macht noch keinen Sommer.“ Die Linke, die in den ostdeutschen Bundesländern zunehmend geschwächt wird, schafft den Einzug ins Parlament nur noch hauchdünn über die 5%-Hürde. Ostdeutsche Wähler, die früher Die Linke wählten und die Nase voll von der Honecker-Diktatur hatten, entscheiden sich nun für eine AfD-Diktatur. Dass sich Wähler trotz der Existenz demokratischer Parteien einer rechtsextremen und rassistischen Partei zuwenden, ist tief besorgniserregend.

Wenn das politische Bild so bestehen bleibt, wird die AfD auf Bundesebene über 30 % steigen, andere Parteien unter die Hürde drücken und sich als einzige Alternative präsentieren. In Deutschland läuten die Alarmglocken für die Demokratie.

Die Wirtschaftskrise des Landes vertieft sich; während die Inflation steigt, geraten die Preise außer Kontrolle. Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt; Kinderarmut und die Situation der Rentner erreichen dramatische Ausmaße. Genau an diesem Punkt ist es unerlässlich, die Bevölkerung aufzuklären. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass die AfD das Land aus diesem wirtschaftlichen Engpass retten wird. Wer kann garantieren, dass die AfD nach kurzer Zeit nicht eine neue Diktatur im Land errichtet? Wenn die AfD an die Macht kommt, wird die Zukunft der im Land lebenden Migranten und Minderheiten in große Gefahr geraten.

Dies ist kein Schwarzmalen, sondern eine Feststellung der Tatsachen. Blickt man auf die politische und wirtschaftliche Lage des Landes, könnte die Hinwendung der Wähler zur AfD ein Regime hervorbringen, das sämtliche Rechte und Freiheiten bedroht.

Die demokratischen Parteien müssen die Hände vor dem Gesicht zusammenschlagen und tiefgreifend nachdenken: Wo werden Fehler gemacht und wie kann das Land aus diesem Engpass herausgeführt werden? Es müssen neue Konzepte entwickelt und gemeinsam mit allen demokratischen Kräften rasch umgesetzt werden. Eines muss, bevor es zu spät ist, klar vermittelt werden: Nationalistische und rassistische Parteien wie die AfD können die Forderungen der Bevölkerung nicht erfüllen. Man muss sich entschieden dagegen stellen, dass demokratische Parteien Koalitionen mit der AfD bilden und damit den Boden für deren Legitimation bereiten.

Wird die AfD legitimiert und gelangt an die Macht, wird nicht nur die Demokratie zerstört, sondern sie wird auch vom ersten Schritt an eine feindselige Politik gegenüber den im Land lebenden Migranten und Minderheiten betreiben. Während sie versucht, die migrantische Minderheit aus dem Land zu drängen, wird sie ebenso eine feindselige Politik gegen alle Demokraten und Gegner der AfD im Land führen.

Die Debatte über ein Verbot der AfD muss neu entfacht werden. Einer Partei, die mit den Steuergeldern der Bürger feindselig gegenüber Migranten, Marginalisierten und den Werten der Bevölkerung eingestellt ist, dürfen keine staatlichen Mittel bereitgestellt werden. Dies muss den Menschen in einer sehr klaren und deutlichen Sprache vermittelt werden; durch eine konstruktive und realistische Politik muss dafür gesorgt werden, dass Wähler, die zur AfD abgewandert sind, wieder demokratische Parteien wählen.

21 September 2026 0 Kommentare
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