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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Türken kaufen sich offenbar Strafanzeigen in ihrer Heimat, um Asyl in Deutschland...

19 Oktober 2026 0 Kommentare
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90 Prozent aller abgelehnten Asylbewerber klagen gegen ihre Bescheide – fast 200.000...

12 Oktober 2026 0 Kommentare
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8 Oktober 2026 0 Kommentare
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4 Oktober 2026 0 Kommentare
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26 September 2026 0 Kommentare
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Bundesregierung will Syrern offenbar Schutzstatus auf breiter Front entziehen

21 September 2026 0 Kommentare
Allgemein

Am 27. September 2026 führte die Polizei in Hannover eine Razzia im kurdischen Verein in der Kornstraße 17 durch.

von Cumali Yağmur 28 September 2026
von Cumali Yağmur

 Von: Cumali Yagmur

Im Verein fand eine Gedenkveranstaltung zum Gedenken an die Verstorbenen der kurdischen Bewegung statt. Während der gut besuchten Gedenkveranstaltung stürmte die Polizei um 15:00 Uhr plötzlich mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen den Verein – so, als würde sie in den Krieg ziehen. Die Anwesenden im Verein konnten nicht begreifen, wie ihnen geschah, und die Menschenmenge, unter der sich auch Kinder befanden, erlitt einen großen Schock.

Die Polizei durchsuchte zunächst die Vereinsräume, fand jedoch nichts. Unter dem Vorwand, dass die Versammlung von der niedersächsischen Landesregierung verboten worden sei, wurden die anwesenden Personen einzeln durchsucht, fotografiert und ihre Identitäten kontrolliert. Dieser Polizeieinsatz, der um 15:00 Uhr begann, dauerte bis in die späten Nachtstunden an. Einige Personen im Gebäude erlitten Schwächeanfälle und einen erhöhten Blutdruck, woraufhin ein Krankenwagen gerufen werden musste. Personen außerhalb des Vereins, die das Gebäude betreten wollten, wurden nicht hineingelassen. Medienvertretern wurde der Zutritt mit der Begründung verwehrt, dass die Polizei drinnen im Einsatz sei, und es wurden lediglich die Telefonnummern der Pressestelle der Polizei herausgegeben.

Diese Razzia der Polizei ist ein Verhalten, das eines demokratischen Landes wie Deutschland in keiner Weise würdig ist. Die Polizei stürmte den kurdischen Verein, bei dem es sich um eine demokratische Massenorganisation handelt, unter dem Vorwand, dieser stehe der PKK nahe. Dieses Verhalten der Polizei ist keinesfalls akzeptabel, und die Einschüchterung der anwesenden Kinder sowie die negativen Auswirkungen, die diese Situation auf deren Psyche haben wird, wurden völlig außer Acht gelassen.

Der Verein in Hannover ist eine demokratische Massenorganisation. Die PKK sitzt in der Türkei mit der türkischen Regierung am Verhandlungstisch, um das Fundament für eine demokratische Lösung der kurdischen Frage zu schaffen; im Türkischen Großen Nationalrat wird unter Beteiligung aller Parteien eine Kommission eingerichtet, und es werden konkrete Schritte zur Lösung der kurdischen Frage unternommen. In einem solchen Prozess hat auch die PKK die Waffen niedergelegt.

Während die niedersächsische Landesregierung, die die Polizeikräfte zum kurdischen Verein in Hannover geschickt hat, diese Entwicklungen kennen müsste, ist eine Denkweise, die mit antidemokratischen Methoden Druck auf Menschen ausübt, inakzeptabel. Das Land Niedersachsen sollte diesen Missstand so schnell wie möglich überprüfen und der Öffentlichkeit mitteilen, dass diese Polizeirazzia gegen Kurden falsch war. Das aggressive Verhalten, das die Polizei den ganzen Tag über gegenüber den Vereinsmitgliedern an den Tag gelegt hat, ist keinesfalls hinnehmbar. Dieser Schlag gegen die Demokratie muss umgehend korrigiert werden.

28 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Rentner sammelte 58 Euro Pfand: Dann kürzte das Amt seine Grundsicherun

von Fremdeninfo 27 September 2026
von Fremdeninfo

           Artikel von Stefanie Hildebrandt/ BK Berliner Kurer

Wer Grundsicherung bezieht und mit Pfandflaschen ein paar Euro dazuverdient, sollte diese Regeln kennen. Ein 75-jähriger Rentner aus Hamburg meldete seine Einnahmen ehrlich beim Amt. Die Folge: Seine Leistungen wurden gekürzt. Der Fall löste bundesweit Diskussionen aus. Eine einheitliche Regel gibt es aber bis heute nicht.Wenn das Geld am Monatsende nicht mehr für Lebensmittel oder Medikamente reicht, bleibt manchen Senioren nur ein Ausweg: Neben der Grundsicherung im Alter, die 2025  immerhin rund 1,28 Millionen Personen 20

Um seine Ausgaben stemmen zu können, zog er nach eigenen Angaben abends los, sammelte Flaschen und Dosen und erzielte dabei 58,25 Euro Pfandgeld. Das Problem: Er meldete den Betrag korrekt beim Sozialamt. Kurz darauf wurde seine Grundsicherung um genau diesen Betrag gekürzt.Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen und wurde zunächst vom Straßenmagazin Hinz&Kunzt öffentlich gemacht. Viele Menschen fragten sich: Kann es wirklich sein, dass selbst mühsam gesammelte Pfandflaschen als Einkommen gelten?Die kurze Antwort lautet: Ja. Wer Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch erhält, muss sämtliche Einnahmen angeben. Die Behörden berufen sich dabei auf die Vorschriften des Sozialhilferechts, wonach Geldzuflüsse als Einkommen berücksichtigt werden können. Genau mit dieser Begründung rechnete das Bezirksamt Hamburg Altona die Pfanderlöse von Hans S. auf dessen Leistungen an.Die Entscheidungdes Amtes sorgte für heftige Kritik. Die Bezirksversammlung Altona sprach sich parteiübergreifend dafür aus, die gesetzlichen Spielräume zugunsten von Bedürftigen auszulegen. In der Diskussion wurde sogar argumentiert, dass Pfandsammler einen Beitrag für Umwelt und Stadtsauberkeit leisten.

Schließlich beschäftigte sich auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der Angelegenheit. Nach Angaben der Behörden könne bei geringen Beträgen geprüft werden, ob diese den Lebensunterhalt tatsächlich wesentlich beeinflussen. Kleine Einnahmen müssten deshalb nicht zwangsläufig angerechnet werden. Es gibt also einen Ermessensspielraum.Nach Monaten der Diskussion erhielt Hans S. schließlich Recht. Künftig darf er bis zu 50 Euro monatlich aus dem Pfandsammeln behalten, ohne dass seine Grundsicherung gekürzt wird. Allerdings gilt diese Regelung nur für seinen konkreten Fall. Einen bundesweit festgelegten Freibetrag für Pfandsammler gibt es bislang nicht.Der Streit um wenige Euro Pfandgeld trifft einen Nerv. Denn immer mehr ältere Menschen kämpfen mit steigenden Kosten für Miete, Energie, Lebensmittel und Gesundheit. Dass ein Rentner nachts Flaschen sammeln muss, um über die Runden zu kommen, ist ein Problem, Nicht, dass er sich mit seiner Arbeit ein paar Euro dazu verdient.

27 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Berlin: SPD-Landesvorstand stimmt für Sondierungsgespräche mit der Linke

von Fremdeninfo 27 September 2026
von Fremdeninfo

           Von:  der Spieghel

Die Berliner SPD will mit Linken und Grünen sondieren. Das hat der Landesvorstand der SPD beschlossen. Zuvor hatten sich auch die Linken für Sondierungsgespräche ausgesprochen.

 Knapp eine Woche nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat der SPD-Landesvorstand für Sondierungsgespräche mit der Linken gestimmt. Der Vorstand beschloss am Samstag einstimmig, die Einladung der Linkspartei zu Sondierungen anzunehmen, teilte ein Sprecher mit. Die Linke hatte die Wahl am vergangenen Sonntag deutlich vor der bislang gemeinsam mit der SPD regierenden CDU gewonnen.

Am Freitag hatte die Linke bei einem Parteitag mit deutlicher Mehrheit für Sondierungen mit Grünen und SPD gestimmt. Die Grünen-Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai hatten anschließend erklärt, sie seien »bereit, baldmöglichst in Verhandlungen einzusteigen.«

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In Teilen von SPD und Grünen gibt es Vorbehalte gegen ein Bündnis mit der Linken. Die Berliner Landesverband der Linkspartei steht derzeit wegen Antisemitismusvorwürfen sowie mutmaßlicher Kontakte zu kriminellen Clans in der Kritik. Hinzu kommen Pläne zur Enteignung von Wohnungskonzernen, die als ein Knackpunkt bei möglichen künftigen Koalitionsgesprächen gelten. Der SPD-Spitzenkandidat und neue Co-Landesvorsitzende Steffen Krach etwa hatte die Idee im Wahlkampf abgelehnt.

arteiführung der Linken übt Selbstkritik

Die Parteiführung der Linken nutzte ihren außerordentlichen Parteitag am Freitag, um Selbstkritik zu üben. »Ja, wir müssen sagen, es wurden Grenzen überschritten«, so Berlins Linkenchef Maximilian Schirmer. Es gebe Menschen in dieser Stadt, die vor Organisierter Kriminalität Angst haben. Schutzgelderpressung zerstöre Nachbarschaften, »das zerstört Kiezleben«. Man werde das nicht relativieren, sondern ernst nehmen. Co-Chefin Kerstin Wolter erklärte, sie wünsche sich in der Debatte über ihre Partei »mehr Trennschärfe zwischen Antisemitismus und legitimer Israelkritik«. Ja, so Wolter, »auch in unserer Partei wurden Fehler gemacht«. Es seien Sätze gesprochen worden, »die Jüdinnen und Juden Angst machen«. Die Partei sei in der Pflicht, diese Fälle aufzuklären. Spitzenkandidatin Elf Eralp versicherte, als Bürgermeisterin werde sie »jedes Leben in Berlin schützen«.

27 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Islam gehört zu Deutschland“? – Wulff bekräftigt umstrittene Aussage

von Fremdeninfo 26 September 2026
von Fremdeninfo

                Von: Welt

Für den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff gehört der Islam immer noch zu Deutschland. Damit erneuert der CDU-Politiker jetzt seine viel diskutierte Aussage vor 16 Jahren

 Der Islam gehört zu Deutschland? „Ich würde es heute genauso wieder sagen“, sagt Ex-Bundespräsident Christian Wulff in einem Interview. Der CDU-Politiker hat eine Woche vor dem Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen eine seiner umstrittensten Aussagen im Gespräch mit dem Domradio in Köln bekräftigt. Als er selbst Bundespräsident war, hatte er vor 16 Jahren – ebenfalls in Bremen – gesagt: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

Er würde die gesamte Rede erneut so vortragen, sagte Wulff dem Radiosender. „Wir haben über sechs Millionen Musliminnen und Muslime in unserem Land. Natürlich sind viele von denen Deutsche geworden.“ Weiter sagte er: „Sie haben ihre Moscheen, sie haben ihre Imame, sie haben ihren Religionsunterricht. Und da müssen wir dafür sorgen, dass das alles auf dem Boden des Grundgesetzes in deutscher Sprache stattfindet und zu einem Miteinander und nicht zu einem Gegeneinander führt.“

Darüber hinaus sagte Wulff, er sei gespannt auf die Rede des amtierenden und scheidenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Interessant sei aus Wulffs Sicht, ob es Steinmeier gelinge, „uns deutlich zu machen, dass wir kein Untergangsszenario haben und dass wir nicht so vergrämt sein sollten.“ Der Tag der Deutschen Einheit sei heute wichtiger denn je als Erinnerung daran, dass Demokratie immer wieder neu erkämpft werden müsse.

„Ich sehe das heute so, dass wir 81 Jahre lang Frieden, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit haben“, sagte Wulff. Das sei etwas ganz Besonderes. „Es hat nämlich auf deutschem Boden zuvor nie eine solch lange Zeit gegeben.“

26 September 2026 0 Kommentare
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Politik

Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.

von Fremdeninfo 26 September 2026
von Fremdeninfo

von Cumali Yagmur

Unter der Unterstützung von DGB, GEW, IG Metall sowie zahlreichen sozialen Massenorganisationen und allen demokratischen Parteien demonstrierten 15.000 Menschen in Hannover.

Aus verschiedenen Städten Niedersachsens reisten die Teilnehmer mit Bussen und Zügen an und kamen auf dem Waterlooplatz zusammen.

Aktion: 11:30 Uhr Waterlooplatz → Georgsplatz

Kundgebung: 12:30 – 14:30 Uhr

Während der Demonstration wurden die sozialen Kürzungen des Staates, die Missstände im Bildungssystem sowie Probleme im Renten- und Gesundheitssystem angesprochen. Die Menschen gingen auf die Straße, um sich dagegen zu wehren, dass die Bundesregierung die Gesundheitsversorgung, die Renten und die Versicherungen der Bevölkerung verändert und den sozialen Charakter des Staates abbaut. Viele Demonstrationsteilnehmer hatten auch ihre Kinder mitgebracht und betonten, dass sie an deren Zukunft dächten.

Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ protestierten bundesweit Menschen gegen die Politik der Bundesregierung unter der Führung von Friedrich Merz. Es wurde geäußert, dass die Bundesregierung die Interessen der Bevölkerung vergessen habe, während sie statt der Nöte der Bürger die Interessen der Bourgeoisie verteidige. Eine solche Politik überlasse die Bevölkerung all ihren Problemen und verschlechtere deren Lage zusehends.

Inhalte / Forderungen:

Rente: Nein zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren; ein gesichertes Rentenniveau.

Gesundheit / Pflege: Nein zu Kürzungen; eine solidarische Finanzierung und tarifgebundene Löhne im Pflegesektor.

Arbeit: Festhalten am 8-Stunden-Arbeitstag / Arbeitszeitgesetz; Nein zur Ausweitung grundlos befristeter Arbeitsverträge von 2 auf 4 Jahre; mehr Tarifbindung.

Probleme, die von den Rednern angesprochen wurden:

Michael Vassiliadis (IGBCE-Vorsitzender): Eine starke Wirtschaft dient der Bevölkerung nicht durch den Abbau von Sozialrechten, sondern durch Investitionen, Infrastruktur und faire Energiepreise. Solange dies nicht geschieht, wird die hier versammelte Menge kontinuierlich auf die Straße gehen und gegen die Politik der Bundesregierung protestieren. Die Bundesregierung und Friedrich Merz müssen auf die Stimme des Volkes hören und die Menschen nicht mit ihren Problemen allein lassen.

Daniela Cavallo (VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende): Die Beschäftigten tragen keine Schuld an der Krise in der Automobilindustrie; Arbeitsplätze müssen gesichert werden. Die Verantwortung für die Krisen in den Automobilwerken tragen nicht die Arbeiter, sondern die verfehlte Politik der Regierung. Solange die Politik der Bundesregierung Krisen begünstigt und keine Lösungen bietet, können diese nicht überwunden werden, sondern werden sich weiter verschärfen.

Andrea Wemheuer (ver.di Niedersachsen-Bremen): Mensch, der sein Leben lang gearbeitet hat, darf im Alter nicht in Armut geraten. Wenn er verarmt, kann er seiner Familie und seinen Enkeln nicht mehr in die Augen schauen. Viele Rentner sind in diesem Alter gezwungen, ihr Land zu verlassen und dorthin auszuwandern, wo sie günstiger leben können. Das ist eine Schande für unser Land und unsere Menschen.

(Bundesweite Vertreter): Die Regierung diffamiert die Beschäftigten als „faul“; stattdessen braucht es Wachstum und Investitionen. Die Bundesregierung muss durch neue Investitionen die Preise senken und die Inflation bekämpfen. Solange Kriege andauern, werden die Benzinpreise steigen und Krisen in Europa sowie Deutschland auslösen. Es wurde betont, dass die zahlreichen Einschränkungen der Regierung unter dem Vorwand von „Reformen“ inakzeptabel sind.

Der Demonstration verfiel sehr friedlich und gegen 14:30 Uhr löste sich die große Menschenmenge ruhig auf.

26 September 2026 0 Kommentare
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Flüchtlinge

CDU-Innenminister will Grundrecht auf Asyl streichen – und noch härter abschieben

von Fremdeninfo 26 September 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Natalie-Margaux Rahim /F.R

 

Sachsens Innenminister Armin Schuster will das Asyl-Grundrecht streichen. Sein Plan sieht Kontingente, härtere Abschiebungen und neue Regeln vor.

Dresden – Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) fordert eine grundlegende Neuregelung des Asylrechts in Deutschland. Nach einem Vier-Punkte-Plan des sächsischen Innenministers soll das individuelle Grundrecht auf Asyl aus dem Grundgesetz gestrichen und durch jährliche Aufnahmekontingente ersetzt werden. Darüber berichten unter anderem die Deutsche Presse-Agentur und das RND.

Schuster will demnach die Zahl der aufgenommenen Schutzsuchenden stärker an der Belastbarkeit von Städten und Gemeinden ausrichten. „Die Aufnahmekapazität in Städten und Gemeinden muss der Maßstab sein für den Umfang, in dem Deutschland künftig Asyl gewährt“, heißt es in dem Plan. Sein Ziel sei es, eine Überforderung durch Migration zu verhindern.

Schuster will Grundgesetzänderung: Vier Punkte für eine Verschärfung des Asylrechts

Der Vorschlag geht über die Abschaffung des individuellen Asylanspruchs hinaus. Schuster fordert auch eine sogenannte Ausreiseerzwingungshaft. Abgelehnte Asylbewerber, die trotz bestehender Ausreisepflicht nicht ausreisen, sollen nach seiner Vorstellung in Beugehaft genommen werden können. Dafür wäre eine Änderung des Ausländerrechts notwendig.

Außerdem spricht sich der sächsische Innenminister für eine Lockerung der Europäischen Menschenrechtskonvention aus. Dadurch sollen nach seiner Vorstellung Abschiebungen von Straftätern erleichtert werden. Ein weiterer Punkt betrifft die Einbürgerung: Die sogenannten „Turboeinbürgerungen“ sollen nach Schusters Vorstellungen vollständig zurückgenommen werden.

Schuster begründet seinen Vorstoß unter anderem mit dem Rückgang der Asylzugänge. In Sachsen wurden im zweiten Quartal 2026 laut Landesregierung 810 Menschen in den Aufnahmeeinrichtungen registriert. Das waren 343 weniger als im Vorjahresquartal.

Schuster will demnach die Zahl der aufgenommenen Schutzsuchenden stärker an der Belastbarkeit von Städten und Gemeinden ausrichten. „Die Aufnahmekapazität in Städten und Gemeinden muss der Maßstab sein für den Umfang, in dem Deutschland künftig Asyl gewährt“, heißt es in dem Plan. Sein Ziel sei es, eine Überforderung durch Migration zu verhindern.

Schuster will Grundgesetzänderung: Vier Punkte für eine Verschärfung des Asylrechts

Der Vorschlag geht über die Abschaffung des individuellen Asylanspruchs hinaus. Schuster fordert auch eine sogenannte Ausreiseerzwingungshaft. Abgelehnte Asylbewerber, die trotz bestehender Ausreisepflicht nicht ausreisen, sollen nach seiner Vorstellung in Beugehaft genommen werden können. Dafür wäre eine Änderung des Ausländerrechts notwendig.

Außerdem spricht sich der sächsische Innenminister für eine Lockerung der Europäischen Menschenrechtskonvention aus. Dadurch sollen nach seiner Vorstellung Abschiebungen von Straftätern erleichtert werden. Ein weiterer Punkt betrifft die Einbürgerung: Die sogenannten „Turboeinbürgerungen“ sollen nach Schusters Vorstellungen vollständig zurückgenommen werden.

Schuster begründet seinen Vorstoß unter anderem mit dem Rückgang der Asylzugänge. In Sachsen wurden im zweiten Quartal 2026 laut Landesregierung 810 Menschen in den Aufnahmeeinrichtungen registriert. Das waren 343 weniger als im Vorjahresquartal.

Was würde eine Abschaffung des Asylgrundrechts bedeuten?

Das Asylrecht ist derzeit in Artikel 16a des Grundgesetzes verankert. Das Bundesverfassungsgericht hat allerdings bereits 1996 entschieden, dass der verfassungsändernde Gesetzgeber das Asylgrundrecht grundsätzlich aufheben kann. Dafür gelten die Regeln für eine Änderung des Grundgesetzes.

Schusters Vorstoß ist damit zunächst ein politischer Vorschlag. Für eine tatsächliche Änderung des Grundgesetzes wären entsprechende Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat erforderlich. Zudem bleiben europäische und völkerrechtliche Verpflichtungen Deutschlands vom nationalen Grundgesetz unabhängig bestehen. Über seinen Plan will Schuster nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen mit dem Bundesinnenministerium und seinen Amtskollegen in den Ländern beraten. (Quellen: RND, dpa, eigene Recherche) (nmr)

26 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

EIN ECHTER FRIEDE UND EINE ECHTE DEMOKRATIE WERDEN DAS WERK DER VÖLKER, DER WERKTÄTIGEN, DER FRAUEN UND DER ÖKOLOGEN SEIN

von Cumali Yağmur 25 September 2026
von Cumali Yağmur

Von: Celal Işık

Es ist weit verbreitet, die Wahrnehmung zu vertreten, Demirtaş spiele eher auf eine Haltung Kandils an, die besagt: „Stelle nicht den Willen von Reber Apo in den Schatten.“ Demnach seien Imralı sowie Kandil über S. Demirtaş, der bei den Kurden und in der allgemeinen Öffentlichkeit sehr beliebt ist, verärgert.

Laut einer Spekulation war es sogar genau der Grund für Demirtaş’ damalige Ankündigung, sich vorübergehend aus der Politik zurückzuziehen, um diese Irritation bei Kandil und Imralı auszuräumen.

Ich halte all dies für bloße Absichtsunterstellungen, die nicht die Realität widerspiegeln. Ich denke, dass auch Demirtaş mit der institutionellen Haltung der DEM-Partei und Kandils im Einklang steht, die besagt: „Unser Wille ist Öcalan.“

Ich glaube nicht, dass Öcalan über Demirtaş und dessen Wirksamkeit in der zivilen Politik verärgert ist, sondern vielmehr Erdoğan, zu dem Demirtaş einst sagte: „Wir werden dich nicht zum Präsidenten machen.“ Ich vermute, dass man es für die eigenen Interessen als dienlicher ansieht, wenn Demirtaş bis zu den Wahlen in Haft bleibt.

Ich würde mich sehr gerne irren, aber aus diesem Grund denke ich, dass das Festhalten von S. Demirtaş bis zur Wahl vor allem zum Nachteil von Öcalan und der KSH (Kurdosische Freiheitsbewegung) sowie zum Vorteil der Regierungsmacht sein wird.

Dass Öcalan und Demirtaş in Gegnerschaft zueinander stünden, dürfte ein reines Narrativ und der Versuch einer Wahrnehmungssteuerung jener sein, die die DEM-Partei spalten und schwächen wollen.

Zudem wird versucht, nach der Spaltung der CHP durch den sogenannten Butlan-Coup (Rechtsungültigkeits-Coup), eine Mauer zwischen der DEM-Partei und der CHP (der heutigen YP) hochzuziehen.

Indem das Bild erzeugt wird, es gäbe einen Konflikt zwischen Selahattin und Apo, soll eine gespaltene und geschwächte DEM-Partei geschaffen werden. Mit einer gespaltenen DEM-Partei und ohne Selahattin in die Wahlen zu gehen, nützt vor allem der Regierungsmacht und Erdoğan.

Eine geschwächte, gespaltene, auf die Macht angewiesene und angeworbene DEM-Partei – eine DEM, die Erdoğans erneute Präsidentschaftskandidatur unterstützt und unterworfen wurde –, ist genau die DEM-Partei, die sich die Regierung wünscht.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Macht möchte mit einer gespaltenen, zersplitterten gesellschaftlichen Opposition in die Wahlen gehen, die diese Wahlen verlieren wird.

In letzter Zeit wurde eine Debatte darüber entfacht, dass Öcalan angeblich die Allianz zwischen Yavuz und İdris-i Bitlisî als Referenz für die Gegenwart herangezogen habe. Dadurch soll die DEM-Partei über die historischen Wunden der Kızılbaş-Aleviten und der alevitischen Kurden gespalten werden.

Leider hat diese Krise – ausgelöst durch manche Äußerungen Öcalans und durch ein unzureichendes Management seitens der DEM-Parteiführung – ein Umfeld geschaffen, das der Macht und den Prozessgegnern in die Hände spielt.

Während die ZP, İYİP und die kemalistisch-nationalen Linken weiterhin ihre Rolle als Trojanisches Pferd zur Unterstützung dieser Regierungs-Politik fortsetzen, hat der Aufruf einer Unterzeichnergruppe von angeblichen alevitischen Intellektuellen an die Aleviten innerhalb der DEM, sich gegen den Prozess zu stellen, ebenfalls Wasser auf die Mühlen des etablierten Systems und der Regierungs-Macht gegossen.

Fazit: Öcalan ist nicht frei, er ist ein Gefangener des Staates. Für den Staat erscheint es als eine einfachere und günstigere Option, die Kurden und die Opposition über Öcalan – in seiner Position als „Führer des kurdischen Volkes“ – zu gestalten, als über einen Demirtaş, der sagt: „Wir werden dich nicht zum Präsidenten machen.“

Dass Kandil und Imralı aufgrund gewisser Zwänge in der Region versuchen, den Staat zu Schritten zu ihren Gunsten zu zwingen, ist naturgemäß völlig verständlich.

Die Lage ist eigentlich nicht sehr kompliziert. Friede schließt man zwischen Kriegsführenden. Öcalan und der Staat können einen Waffenstillstand erwirken. Aus Sicht der Kurden (KSH) lässt sich der Friede, und aus Sicht des Staates eine „Türkei ohne Terror“, nur mit Öcalan erreichen.

Dies führt jedoch nicht automatisch zur Demokratisierung. Ganz davon abgesehen ist die Demokratisierung ein System, vor dem diese Regierungsmacht wie vor der Pest zurückschreckt und das sie keinesfalls will. Diktatoren lieben die Demokratie genauso wenig wie Fledermäuse das Sonnenlicht.

Demokratie und ein positiver Friede sind nur durch einen Prozess möglich, an dem die Völker, die Werktätigen, die Frauen und die Jugendlichen direkt mitbestimmen und sich beteiligen.

Öcalan kann die Waffen zum Schweigen bringen; er kann durch Verhandlungen mit dem Staat sogar gewisse Errungenschaften zugunsten der Kurden und der politischen Gefangenen erzielen. Eine echte Demokratisierung ist jedoch nur gemeinsam mit dem Volk und unter direkter Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Schichten möglich.

Ein echter Friede und eine echte Demokratie können nur auf dem Boden keimen, auf dem dieses verrottende Ein-Mann-System begraben wird. Demokratie wird nicht das Werk von Helden, Eliten oder Führern sein, sondern das Werk der Völker, der Werktätigen, der Frauen und der Ökologen selbst.

25 September 2026 0 Kommentare
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Antisemitismus

Berliner Linken-Chefin: «sehr überrascht» über Kritik

von Cumali Yağmur 25 September 2026
von Cumali Yağmur

                 Artikel von dpa

Die Berliner Linke-Landesvorsitzende Kerstin Wolter ist nach eigenen Worten «sehr überrascht über die immense Kritik und die Vorwürfe», die derzeit gegen ihre Partei im Raum stehen. «Ich weise auch den Vorwurf zurück, dass meine Partei eine antisemitische Partei ist», sagte sie dem Deutschlandfunk.

Vor allem der Berliner Linke-Verband steht – zumindest in Teilen – seit langem in der Kritik wegen der Positionierung zum Nahost-Konflikt und zu Antisemitismus. Wolter findet die Vorwürfe überzogen. Die Linke habe sich immer sehr klar positioniert und breite Anträge zum Schutz jüdischen Lebens, aber auch zum Schutz palästinensischen und muslimischen Lebens beschlossen, sagte sie dem Radiosender. «Und das ist das, worum es uns geht. Wir wollen ja den Zusammenhalt in dieser Stadt überhaupt wiederherstellen, denn die Stadt ist polarisiert, auch durch die verschiedenen Communitys, die hier leben.»

«Natürlich kümmern wir uns um die Fälle»

Seit dem Wahlsonntag wird auch bundesweit verstärkt über Antisemitismus bei der Linken und Kontakten von Parteimitgliedern ins Clan-Milieu diskutiert. Großen Wirbel verursachte eine Wahlparty des Linke-Kreisverbands Neukölln, bei der am Sonntagabend neben einer bekannten Clan-Größe auch ein propalästinensischer Aktivist anwesend war, der der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen soll – die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird.

Zudem geriet der Neuköllner Linke-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak unter Druck, weil er in Chatkontakt mit einem Sohn der dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie stand und ihn um Hilfe bei der Verbreitung eines Videos gebeten hatte, in dem sich Koçak kritisch mit dem Begriff Clan-Kriminalität auseinandersetzt. Mehrere Mitglieder dieser Familie wurden wegen zahlreicher Verbrechen und Gewalttaten verurteilt.

Wolter gab zu, dass Fehler gemacht worden seien. Diese würden aufgeklärt und bearbeitet. «Natürlich kümmern wir uns um die Fälle.» Auf die Frage, ob sie ein strukturelles Problem in ihrer Partei sehe, entgegnete sie zunächst: «Ich sehe kein strukturelles Problem.» Dann ergänzte sie: «Sagen wir mal so, doch, ich sehe ein strukturelles Problem. Und das ist vielleicht ein strukturelles Problem, das wir mit Antisemitismus in der gesamten Gesellschaft haben. Und unsere Partei setzt sich damit auseinander.»

25 September 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Die Berliner Koalitionsregierung muss schnellstmöglich gebildet werden

von Fremdeninfo 24 September 2026
von Fremdeninfo

Cumali Yağmur

Die Linke ist in Berlin zur stärksten Partei geworden, nachdem sie die meisten Stimmen erhalten hat. Gemäß der Verfassung wird die Partei mit den meisten Stimmen mit der Regierungsbildung beauftragt. Aktuell steht dieses Recht der Linken zu.

SPD und Grüne bringen verschiedene unbegründete Vorwände vor, um keine Koalition mit der Linken einzugehen. Sie führen eine Zermürbungskampagne, indem sie der Linken Antisemitismus vorwerfen. Ein Blick auf das Programm der Linken zeigt jedoch, dass es von den Massen angenommen wurde und sich das Volk an der Wahlurne für Die Linke entschieden hat.

Die Linke betont, dass das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser in Gaza die Menschenrechte mit Füßen tritt. Das Existenzrecht Israels als Staat anzuerkennen und gleichzeitig zu fordern, dass der Staat gegenüber anderen Völkern demokratischer agiert und die Menschenrechte nicht verletzt, ist kein Antisemitismus. Da Antisemitismus und Rassismus in diesem Land nahezu zu einem kulturellen Phänomen geworden sind, ist fast jeder davon betroffen.

Gleichzeitig ist die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, migrantischer Herkunft, und es ist eine nachgewiesene Tatsache, dass sie nicht antisemitisch ist. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Hannover, Adis Ahmetovic, betonte, dass er die Bombardierung von Krankenhäusern durch Israel und die Unterdrückung des palästinensischen Volkes für unannehmbar hält. Es ist ebenso eine Tatsache, dass es auch innerhalb der Grünen Stimmen gibt, die die aggressive Politik Israels gegenüber den Palästinensern verurteilen. Da ein Teil der Grünen rechte Positionen vertritt, können deren Haltung und Ansichten mit denen der CDU und reaktionären SPD-Mitgliedern auf eine Stufe gestellt werden.

Um eine neue Regierung zu bilden, die den Anforderungen der Berliner Bevölkerung gerecht wird und ihre Probleme löst, darf keine Zeit verloren werden. Hierbei kommt der SPD, den Grünen und der Linken eine große Verantwortung zu; alle Seiten müssen kompromissbereit handeln und Verantwortung übernehmen. Berlin wurde jahrelang von der SPD regiert; ohne mit dieser Tradition zu brechen, sollten sie unverzüglich eine Dreierkoalition bilden. Die größte Aufgabe kommt hierbei der Linken zu: Sie muss sich reifer verhalten und die im Wahlkampf geäußerten extremistischen Rhetoriken etwas mäßigen.

Die mit der Regierungsbildung beauftragte Linke muss sich mit den Grünen und der SPD an einen Tisch setzen und eine Koalition bilden, die die Interessen der Berliner Bevölkerung schützt und Lösungen für ihre Probleme erarbeitet. Die Anliegen, Lösungsvorschläge und Interessen der Berliner Bürger müssen sorgfältig berücksichtigt werden. Die Parteien müssen von einer Politik der Aufzwingung ablassen und die Ärmel für eine Koalition hochkrempeln.

Ohne den Koalitionsprozess in die Länge zu ziehen, muss jede Partei Verantwortung übernehmen, bei bestimmten Themen und Ansichten Zugeständnisse machen und sich auf einen Zusammenschluss einigen. Die Parteiprogramme, die sich mit den Problemen der Berliner Bevölkerung befassen, sollten zusammengeführt werden. Anstatt einander Vorschriften zu machen, sollten sich die Parteien schnellstmöglich an den Verhandlungstisch setzen und gemeinsam an einer Koalition arbeiten. Wenn man nach Vorwänden sucht, um keine Koalition einzugehen, lässt sich in jeder Partei ein Grund finden – schließlich handelt es sich um unterschiedliche Parteien mit verschiedenen Programmen.

Die Linke, die Grünen und die SPD müssen sich unverzüglich an einen Tisch setzen und eine gemeinsame Koalitionsregierung bilden, die die Probleme der Bevölkerung löst. Das ist das Beste für Berlin.

24 September 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Nach Clankontakten: Wie die Linkspartei über Ferat Koçak debattiert

von Fremdeninfo 24 September 2026
von Fremdeninfo

Artikel von Stephan Klenner, Berlin/ Faz

Der Abgeordnete Ferat Kocak (Die Linke) im Oktober vergangenen Jahres im Bundestag © dpa

In der Linkspartei gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die Zukunft von Ferat Koçak aussehen soll: Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss veröffentlichte in dieser Woche ein Instagram-Video, in dem sie den Berliner Bundestagsabgeordneten dazu auffordert, „sein Bundestagsmandat niederzulegen“. Die Linken-Bundestagsfraktion solle ihm sein Amt als Sprecher für Antifaschismus „entziehen“. Die Linken-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, teilte das Video.

Die Linksjugend solid veröffentlichte hingegen einen Solidaritätsaufruf für Koçak: Durch eine „Täter-Opfer-Umkehr“ solle ein „konsequenter antirassistischer und linker Mandatsträger mundtot gemacht werden“. Zuvor hatte bereits die Parteiarbeitsgemeinschaft „Migrantische Linke / Links*Kanax“ einen ähnlichen Aufruf veröffentlicht.

Ferat Koçaks Rückzug gibt Rätsel auf

Anlass für die Debatte sind Chats, die Firas Remmo am späten Sonntagabend veröffentlicht hatte. Darin bat Koçak den Sohn von Clanchef Issa Remmo, ein Video mit einer Rede von ihm zur Clankriminalität zu verbreiten. Den Clanchef grüßte er „mit Respekt“. Grüne und SPD zeigten sich irritiert. Beide Parteien versucht die Linkspartei nach ihrem Wahlsieg bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl davon zu überzeugen, Elif Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin zu wählen.

Am Dienstag erklärte Sören Pellmann, Vorsitzender der Linken-Bundestagsfraktion, Koçak werde sich aus der Öffentlichkeit und dem Bundestagsinnenausschuss zurückziehen, „bis volle Transparenz hergestellt ist“. Seitdem rätseln viele in der Partei, was das bedeuten soll – und formulieren gegensätzliche Erwartungen.

Junge Aktivisten mögen Koçak – altgedienten Linken ist er unheimlich

Schon vor dem aktuellen Streit polarisierte Koçak in der Berliner Linkspartei. Dem Neuköllner gelang es bei der vergangenen Bundestagswahl, das erste Direktmandat der Linken in Westberlin zu holen. Zuvor hatte Koçak vier Jahre dem Abgeordnetenhaus angehört. Auch dort interessierte er sich für Clankriminalität: So wollte er etwa 2023 in einer parlamentarischen Anfrage detailliert wissen, wie die Berliner Polizei dagegen vorgeht.

Sein Habitus ist dem mancher Clangrößen nicht unähnlich: Auch in politischen Reden verwendet Koçak gerne den Neuköllner Slang. Er spricht Parteifreunde ebenso wie den Remmo-Sohn als „Bruder“ an. Für etliche junge Neumitglieder der Berliner Linken ist er eine Galionsfigur. Sie finden gut, dass er anders auftritt als das Parteiestablishment.

Auf manche altgediente Linke wirkt Koçak hingegen unheimlich. Sie fürchten, seine Clankontakte könnten enger sein als bisher bekannt. Auch sein Talent, junge Linke mit „Alerta, Alerta“-Schlachtrufen in Stimmung zu bringen, sehen sie nicht als Bereicherung, sondern als Gefahr für geordnete Landesparteitage.

Die frühere Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Mitglied der Berliner Linken, schrieb auf der Plattform X, sie könne bei Koçak „nicht mehr an Naivität glauben“. Damit dürfte sie darauf anspielen, dass Koçak behauptete, er habe nicht genau gewusst, wen er „mit Respekt“ grüßte. Der Kreuzberger Linken-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser teilte am Dienstagabend auf X den Anti-Mafia-Appell eines italienischen Kommunisten. Er gelte „auch heute & hier, nicht nur für Linke“.

Wie geht es weiter?

Wie die Parteiführung den Streit um Koçak entschärfen will, ist offiziell derzeit nicht zu erfahren. Die Linke versucht, durch Angriffe auf den politischen Gegner die Reihen zu schließen: So sagte der Berliner Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi am Mittwochnachmittag im Bundestag, die CDU lege an Koçak andere Maßstäbe als an ihre eigenen Abgeordneten an. „In Wirklichkeit“ gehe es den Christdemokraten darum, weiter den Regierenden Bürgermeister in der Hauptstadt zu stellen.

Hinter den Kulissen werden mit Koçak Gespräche geführt. Die Bundespartei dürfte bestrebt sein, dass der Neuköllner selbst zeitnah Konsequenzen zieht – etwa als Sprecher für Antifaschismus zurücktritt, vielleicht auch sein Mandat aufgibt. Unwahrscheinlich ist, dass höhere Parteigremien Koçak formal dazu auffordern.

Dies würde ihn für seine Fans zum Märtyrer machen. Das könnte dazu führen, dass junge Aktivisten Sondierungsgespräche der Berliner Linken mit Grünen und SPD öffentlichkeitswirksam stören. Als die Linkspartei den Palästinaaktivisten Ramsis Kilani im vergangenen Jahr aus der Partei ausschloss, besetzten seine Unterstützer kurzzeitig deren Bundesgeschäftsstelle

24 September 2026 0 Kommentare
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