• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

Asylanträge in Deutschland auf Rekordtief – erstmals seit 2015 nicht mehr Spitzenreiter...

19 April 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Keine Arbeit für 20 Asylbewerber – warum Neuss die Vorgaben nicht erfüllt

13 April 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

3 März 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrationswende mit GEAS: Das ändert sich jetzt für Asylbewerber

27 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Ausreisepflichtige: Poseck verteidigt Handyortung: „Vereinbar mit EU-Recht“

26 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrantenboot kollidiert mit Küstenwache vor griechischer Insel – Polizei spricht von 14...

4 Februar 2026 0 Kommentare
Allgemein

Propaganda für Erdogan oder harmloses Kinderspiel?

von Cumali Yağmur 12 April 2026
von Cumali Yağmur

Quellenangabe: HAZ von Jutta Rinas

In einer Moschee des türkischen Religionsverbandes Ditib in Garbsen bei Hannover haben kleine Kinder mit Spielzeuggewehren Schlachtszenen aus dem Ersten Weltkrieg aufgeführt. Dramapädagogik nennt das die Moschee.

Besonders die Kriegsszenen am Ende wirken verstörend. Mehrere kleine Jungen – mutmaßlich im Vorschul-, höchstens im Grundschulalter – zielen da während einer Aufführung in der türkischen Ditib-Moschee in Garbsen mit ihren Spielzeuggewehren auf imaginäre Feinde. Wenig später liegt ein Kind – offenbar als gefallener Soldat – am Boden, bedeckt mit einer riesigen türkischen Fahne. Betrauert wird es hingebungsvoll von drei kleinen, mit Kopftüchern bekleideten Mädchen. Die Worte „Çanakkale Geçilmez“ („Çanakkale ist unpassierbar“) sind in großen Buchstaben im Hintergrund zu lesen.

Die Kinder stellen mit diesen martialischen Szenen die sogenannte Schlacht von Çanakkale von 1915 nach, ein blutiges Gefecht im Ersten Weltkrieg, in dem die Truppen des Osmanischen Reiches die Alliierten bei dem Versuch zurückschlugen, die Dardanellen zu erobern und damit den Weg nach Istanbul (damals Konstantinopel) freizumachen. Ein Video dieser Aufführung postete die Gemeinde anlässlich des Jahrestags der Schlacht am 18. März auf ihrer Facebook-Seite. Es liegt dieser Redaktion vor. Mittlerweile ist es offenbar gelöscht. Aber der türkischstämmige Journalist Eren Güvercin hatte zuvor Ausschnitte auf dem Kurznachrichtendienst X veröffentlicht – und schwere Vorwürfe erhoben.

Extremen Militarismus hält er der Gemeinde vor: Sie positioniere Kinder mit Holzgewehren in „Schützengräben“ und spiele den Abtransport von Gefallenen in Leichentüchern nach. Dadurch stelle sie den Krieg nicht als Katastrophe, sondern als heldenhaftes Abenteuer dar. Die Kinder würden instrumentalisiert, um nationalistische Mythen zu reproduzieren. „Kleinkinder Krieg spielen zu lassen und den ‚Märtyrertod‘ auf dem Schlachtfeld als religiöses Ideal darzustellen hat in einer Bildungseinrichtung oder einem Gebetsraum nichts zu suchen“, schreibt er auf X.

Die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen könne sehr wohl ein Bestandteil früher Bildung sein, argumentiert die Gemeinde in einem an Güvercin gerichteten Schreiben. Sie stifte eine kollektive Identität und könne zu moralischen Reflexionen anregen. Ein Verständnis von Antimilitarismus oder Antinationalismus, wie es in Deutschland durch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus entstanden sei, sei auf die Türkei nicht so ohne Weiteres übertragbar – und liege im Fall dieser dramapädagogischen Inszenierung nicht vor. Weder würde der Krieg verherrlicht, noch die eigene Nation überhöht. Man erinnere vielmehr an die Opfer und die Verteidigungsbereitschaft des türkischen Volkes. Auf mehrfache Nachfragen dieser Redaktion reagierte die Garbsener Ditib-Gemeinde nicht.

Gemeinde postet Kriegsbilder von Kindersoldaten

Güvercin ist nicht der einzige Islamexperte, der die Aktivitäten der Garbsener Ditib-Gemeinde problematisch findet. Es handele sich eindeutig um politische Veranstaltungen, in denen Kinder für nationalistische und kriegsverherrlichende Propaganda instrumentalisiert würden, sagt auch der an der Ruhr-Universität Bochum tätige Politikwissenschaftler Ismail Küpeli. Der Märtyrertod werde als positiv und erstrebenswert dargestellt. Dafür, dass die Gemeinde diese Haltung fördert, spricht auch folgender Vorgang: Im Jahr 2017 postete sie Aufnahmen aus der Schlacht von Çanakkale, darunter Kriegsbilder von Kindersoldaten. Auf einem sagt einer von ihnen: „Auch ich wurde als Opfer für das Vaterland geboren.“

Küpeli betont überdies, dass solche historischen Aufführungen in Ditib-Moscheen auch dazu dienten, aktuelle Kriege zu feiern. Im Fall einer ähnlichen Darbietung in einer Ditib-Gemeinde 2018 in Herford sei dies der damalige Angriffskrieg der Türkei in Nordsyrien gewesen. Die Herforder Aufführung hatte bundesweit für Aufregung gesorgt. Das nordrhein-westfälische Integrationsministerium hatte im Nachhinein festgestellt, dass auch in weiteren Städten in NRW sowie im Süden Deutschlands ähnliche Kriegsspiele von Kindern aufgeführt worden waren.

Auch Aufführungen wie die jetzt in Garbsen seien keine isolierten Einzelfälle, sagt Küpeli. Sie seien eingebunden in den Einsatz der Ditib-Vereine für die Verbreitung der türkisch-islamischen Staatsideologie, die ihnen von der türkischen Religionsbehörde Diyanet vorgegeben werde.

Der Landesverband der Ditib in NRW hatte sich von der Herforder Aktion allerdings distanziert. Aus pädagogischer und religiöser Perspektive seien Veranstaltungen falsch, bei denen Kinder auf Anleitung mit Waffen in der Hand aufmarschierten, auch wenn diese als Theaterspiel oder Folklore gedacht seien, hieß es damals. Die Erinnerung an türkische Gefallene im Ersten Weltkrieg wie in der Schlacht von Çanakkale habe eine „lange Tradition in der türkischen Kultur“, hieß es, allerdings nicht in Form von Inszenierungen für Kinder. Diese seien „Entgleisungen“ .

Ditib-Landesverband prüft Kriegsspiel in Garbsen

Der niedersächsische Landesverband der Ditib wertete die Garbsener Darbietung gegenüber dieser Redaktion bislang nicht. Der Sachverhalt werde derzeit geprüft. Man könne noch keine abschließende Stellungnahme abgeben.

Fazit: Fremdeninfo-Redaktion

„Kleine Kinder, die mit Spielzeuggewehren auf imaginäre Feinde zielen, schießen und die im Ersten Weltkrieg (Schlacht von Gallipoli/Çanakkale) gefallenen Soldaten nachstellen… Dass im Anschluss der „tote“ Soldat in eine türkische Flagge gehüllt wird, während man andere Mädchen dazu bringt, an seiner Seite zu weinen… Wird denn nicht an die psychologischen Wunden gedacht, die all dies bei den Kindern hinterlässt?

Im Hintergrund steht in Großbuchstaben: ‚Çanakkale ist unbezwingbar‘. Warum werden Kinder in unserer heutigen Gesellschaft und in diesem zarten Alter mit nationalistischen und rassistischen Ideen vergiftet? Diese Situation fügt dem Geist der Kinder nicht nur Schaden zu, sondern reißt sie auch in ein psychologisches Drama hinein. Wie richtig ist es, diesen Krieg aus dem Jahr 1915 heute an diesem Ort nachzustellen?

Gleichzeitig suchten nationalistische Kreise den Weg der Leugnung und behaupteten, es sei eine Lüge, als die Ereignisse von 1915–1916 (Vorwürfe zum Völkermord an den Armeniern) im deutschen Bundestag thematisiert wurden. Diese Mentalität, die heute die Schlacht von Gallipoli nachstellt und die Welt kleiner Kinder vergiftet, ist eine nationalistische und rassistische Logik. Dieser Ansatz muss verurteilt werden, egal von wem er ausgeht

12 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Es ist falsch zu sagen, dass Menschen das Land verlassen sollen

von Fremdeninfo 12 April 2026
von Fremdeninfo


Von: Fremdeninfo Redaktion

Eine deutsche Webseite hat der migrantischen Minderheit aus der Türkei folgende Frage gestellt: „Liebe Türkeistämmige, wenn ihr Erdoğan so erfolgreich findet, warum kehrt ihr dann nicht in euer Land zurück?“ Diese Frage entspringt meist einer konservativen bis reaktionären Denkweise. Menschen haben jedoch das Recht, selbst zu entscheiden, wo sie leben möchten.

 

Es gibt unter den Türkeistämmigen Menschen, denen die Politik von Recep Tayyip Erdoğan gefällt. Es ist zweifellos widersprüchlich, in Deutschland zu leben und gleichzeitig eine autoritäre Ein-Mann-Herrschaft in der Türkei zu befürworten. Dennoch können und dürfen wir diese Menschen nicht aus Deutschland vertreiben.

Erdoğan regiert das Land mit einer reaktionären, religiös-fundamentalistischen und diktatorischen Gesinnung; Menschenrechte werden oft missachtet. Die Pressefreiheit wurde faktisch abgeschafft, und zahlreiche Journalisten befinden sich in Haft. Bei vielen Politikern und Bürgermeistern der CHP sowie der pro-kurdischen DEM-Partei wurden Zwangsverwalter eingesetzt und die rechtmäßig gewählten Amtsträger verhaftet.

Ein Teil der hier lebenden Türkeistämmigen unterstützt diese Zustände und genießt dennoch die Vorzüge des Lebens in Deutschland. Es ist jedoch falsch, deshalb ihre Ausweisung zu fordern. Stattdessen muss man den Dialog suchen und aufzeigen, dass das Erdoğan-Regime eine Ein-Mann-Diktatur ist, die eine zerstörerische Politik verfolgt. Die Forderung nach Abschiebung aufgrund politischer Ansichten ist der falsche Weg.

Ein historischer Vergleich: Zur Zeit des Nationalsozialismus gab es in der damaligen Sowjetunion lebende Deutsche, die Hitler unterstützten. Hätte man diese deshalb kollektiv aus dem Land vertreiben sollen?

12 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Generation Z: Warum immer mehr Jugendliche das Studium meiden

von Fremdeninfo 12 April 2026
von Fremdeninfo

 

Artikel von Martin Wald / Business Punk

mmer mehr junge Menschen der Generation Z entscheiden sich gegen ein Studium. Schulen bieten oft keine Alternativen an. Zeit für ein Umdenken, sagen Experten.

Immer mehr junge Menschen der Generation Z entscheiden sich gegen ein Studium. Die Gründe sind vielfältig: hohe Kosten, unklare Berufsaussichten und fehlende Alternativen. Doch was passiert, wenn Schulen nicht genügend Informationen über andere Wege bereitstellen? Einblicke in eine wachsende Bewegung und die Forderung nach mehr Aufklärung.

Gen Z hält Studium nicht unbedingt für nötig

LeLaina Wakeham hat es vorgemacht. Seit sechs Jahren arbeitet sie in einem Vollzeitjob, für den kein Hochschulabschluss notwendig war und der ihr Spaß macht, wie sie gegenüber „Business Insider“ schildert. Ihre Entscheidung, nicht zu studieren, wurde stark durch ihren Vater beeinflusst. Der geborene Mexikaner brachte sich nach einem Umzug in die Staaten im Alter von fünf Jahren „so ziemlich alles selbst bei“. Ohne Highschool- oder College-Abschluss gründete er mehrere erfolgreiche Firmen und konnte sich und seine Familie finanziell absichern. „Er wollte wirklich, dass wir gebildet sind. Er legte nur keinen Wert darauf, dass wir aufs College gehen“, sagt Wakeham zu „Business Insider“. Er hielt seine Kinder dazu an, sich zu informieren, Bücher zu lesen, Interessen zu entwickeln und diese zu verfolgen.

Die Realität an den Highschools

Während ihres letzten Highschool-Jahres führte Wakeham ein Forschungsprojekt durch, das zeigte, dass viele Menschen ihre College-Abschlüsse nicht nutzen. „Mir wurde klar, dass ich bereits mit dieser Entscheidung gerungen hatte, und ich wusste nicht, was ich werden wollte. Ich wusste nicht, was ich machen wollte, und ich wollte nicht zu viel Geld verschwenden, wenn ich studieren würde“, sagte sie. Dieses Projekt hätte ihre Entscheidung, nicht zu studieren, sondern eine Ausbildung zu machen, bestätigt.

Fehlende Unterstützung und Beratung

Wakeham empfand ihren Schulleiter nicht als Hilfe, als sie einen alternativen Weg in Betracht zog. Sie zeigte Eigeninitiative und lernte fleißig, um ihre Lizenz für Hypothekenkredite zu erhalten. Wakeham arbeitet heute Vollzeit im Immobilienbereich – ohne je studiert zu haben.

Trotz der Vorteile eines Studiums entscheiden sich immer mehr junge Menschen dagegen. Viele empfinden es als schwierig, Informationen zu einem alternativen Karriereweg zu erhalten, geschweige denn dafür Unterstützung zu finden. Zach Hyrnowski, leitender Bildungsforscher von Gallup, erklärt gegenüber „Business Insider“, dass es an mangelnden Ressourcen und strukturellen Einschränkungen liegen könnte. „Wenn man für die Zukunft von 500 Schülern verantwortlich ist, verstehe ich, dass es vielleicht nicht sinnvoll ist, für jeden einzelnen von ihnen maßgeschneiderte Optionen zu finden und wirklich in die Tiefe gehen zu können“, sagt Hyrnowski.

Langfristige Vorteile des Studiums

Trotz der Skepsis gegenüber dem Studium zeigen Daten des US Census Bureau, dass die Einschreibungsrate von Highschool-Absolventen im Oktober 2023 bei 61,4 Prozent lag. In Deutschland waren im Studienjahr 2023/2024 insgesamt 805.703 Studentinnen und Studenten im ersten Fachsemester eingeschrieben. Zwei Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 815.141. Studieren ist für die Gen Z in der heutigen Zeit also immer noch der beste Weg. Das könnte jedoch daran liegen, dass junge Erwachsene, die eine Ausbildung oder ähnliches einschlagen wollen, schlechter angeleitet werden.

Alternative Karrierewege und deren Potenzial

Ein Bericht von Gallup und der Walton Family Foundation zeigte: 68 Prozent der befragten Gen Zler gaben an, dass man mit ihnen „viel“ über ein Studium gesprochen hat. Weniger als ein Viertel gab jedoch an, dass über alternative Karrierewege gesprochen wurde.

Hannah Maruyama, Co-Autorin von „The Degree Free Way“, betont gegenüber „Business Insider“ die Notwendigkeit, das Gespräch zu suchen und Schülern zu helfen, über Berufe zu lernen, die keine Hochschulausbildung erfordern. „Es ist viel wahrscheinlicher, dass die Menschen mit ihrem Leben glücklich und zufrieden sind und Wege finden, die ihnen wirklich helfen, so zu leben, wie sie es wollen, wenn die Berufe, die sie wählen, tatsächlich dazu passen, wie sie ihr Leben Tag für Tag, Woche für Woche gestalten wollen“, sagte sie.

Forderung nach mehr Aufklärung und Unterstützung

Wakeham hofft, dass andere Angehörige der Gen Z ein besseres Hintergrundwissen haben als sie, wenn es um die Entscheidung zwischen einer Ausbildung oder eines Studiums geht.

„Als 18-Jähriger weiß man nicht, was einen glücklich macht, aber ich würde sagen, dass man sich die Zeit nehmen sollte, um herauszufinden, was einen glücklich macht, was man mag und wofür man sich begeistert, und das dann tun“, sagt Wakeham. Doch es findet ein Wandel statt: Das Bureau of Labor Statistics prognostiziert, dass zwischen 2020 und 2030 zum Beispiel 60 Prozent der neuen Arbeitsplätze in der Wirtschaft keinen Hochschulabschluss mehr erfordern werden.

Business Punk Check

Das Bildungssystem verkauft der Gen Z eine Lüge: Studium oder Scheitern. Dabei zeigen die Zahlen das Gegenteil. 60 Prozent der Jobs bis 2030 brauchen keinen Abschluss, aber 68 Prozent der Schüler hören nur von der Uni. Das ist kein Zufall, sondern strukturelles Versagen. Schulen und Berater klammern sich an ein Modell, das für viele nicht mehr funktioniert – aus Bequemlichkeit oder fehlenden Ressourcen. Die Konsequenz: Talente gehen verloren, weil niemand ihnen zeigt, dass es andere Wege gibt. Unternehmen, die jetzt auf Quereinsteiger und alternative Qualifikationen setzen, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil. Wer weiter nur auf Abschlüsse starrt, verpasst eine ganze Generation an motivierten, praxisorientierten Talenten. Die Frage ist nicht, ob das System sich ändert – sondern wer zuerst davon profitiert.

12 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Hilferuf von Mevlüde Genç e.V.: „Bitte spendet uns“

von Fremdeninfo 12 April 2026
von Fremdeninfo

Von: Dtj-Online

Die Nachricht traf viele Träger der Zivilgesellschaft mit voller Wucht: Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD will ein seit Jahren bestehendes Förderprogramm deutlich zurückfahren. Was auf politischer Ebene als Neujustierung erscheint, bedeutet für zahlreiche Initiativen existenzielle Unsicherheit. Projekte, die über Jahre gewachsen sind, stehen plötzlich vor dem Aus.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ war über Jahre hinweg eine tragende Säule für zivilgesellschaftliches Engagement. Es unterstützte Initiativen, die sich für Demokratiebildung, Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Mit den angekündigten Kürzungen geraten nun nicht nur kleinere Projekte, sondern auch etablierte Strukturen unter Druck.

Viele Akteure reagieren mit ungewöhnlicher Offenheit – und mit Sorge. Denn die Einschnitte treffen nicht abstrakte Systeme, sondern konkrete Menschen, Netzwerke und Bildungsangebote.

Die Stimme der nächsten Generation

Besonders eindrücklich zeigt sich das am Beispiel des Vereins Mevlüde Genç e.V.. Über soziale Medien meldeten sich zwei junge Stimmen zu Wort: die Enkelkinder von Mevlüde Genç. Mit einem klaren Appell wandten sie sich an die Öffentlichkeit: „Ohne diese Förderung können wir nicht weitermachen. Bitte spendet uns.“

Es ist ein bemerkenswerter Moment. Zwei junge Menschen, die das rassistische Verbrechen von 1993 nicht selbst erlebt haben, treten dennoch in die Öffentlichkeit – nicht aus unmittelbarer Betroffenheit, sondern aus einem tiefen Verantwortungsgefühl heraus.

Erinnerung als Auftrag

Der Verein wurde gegründet, um die Werte und Botschaften von Mevlüde Genç weiterzutragen: Versöhnung, Menschlichkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Mit dem Mevlüde Genç Fellowship ist daraus ein konkretes Bildungs- und Begegnungsprojekt entstanden, das genau diese Werte in die Praxis überträgt. Dass gerade ein solches Projekt nun um seine Existenz kämpfen muss, wirft grundlegende Fragen auf: Wie viel ist einer Gesellschaft ihre Erinnerungskultur wert? Und welche Rolle spielt der Staat dabei?

So einschneidend die Kürzungen auch sind, sie lassen sich zugleich als Anlass für eine überfällige Neujustierung lesen. Förderprogramme, die über viele Jahre bestehen, laufen naturgemäß Gefahr, Strukturen hervorzubringen, die sich verselbstständigen – organisatorisch stabil, aber inhaltlich nicht mehr zwingend wirksam. Wo Förderung zur Routine wird, kann auch inhaltliche Schärfe verloren gehen.

Reform oder Rückbau?

In diesem Sinne könnte der aktuelle Einschnitt auch als eine Art Stresstest für die Zivilgesellschaft verstanden werden: Welche Projekte tragen tatsächlich Wirkung in die Gesellschaft? Welche Initiativen sind lebendig, anschlussfähig und relevant – und welche existieren vor allem aufgrund bestehender Förderlogiken?

Ein solcher Prozess ist schmerzhaft, aber nicht zwingend destruktiv. Im Gegenteil: Er kann Raum schaffen für neue Ideen, neue Akteure und eine stärkere Fokussierung auf Wirkung statt Struktur. Eine Phase des „Ausmistens“ kann dazu führen, dass sich diejenigen durchsetzen, die nicht nur organisiert sind, sondern auch gesellschaftlich wirksam arbeiten.

Gerade Organisationen mit klarer Haltung und echter Resonanz könnten gestärkt aus dieser Situation hervorgehen. Auch für den Mevlüde Genç e.V. liegt darin eine Chance: Der aktuelle Moment zwingt zur Sichtbarkeit, zur Mobilisierung und zur direkten Ansprache der Öffentlichkeit. Dieser neue Aktionismus kann Kräfte freisetzen, die über klassische Förderlogiken hinausgehen – und am Ende dazu führen, dass genau solche Initiativen gefestigt und mit neuer Energie aus diesem Umbruch hervorgehen.

Wer spenden möchte, kann das über diesen Link tun.

12 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Studie: Staatsbürgerschaft ab Geburt senkt Jugendkriminalität deutlich

von Fremdeninfo 12 April 2026
von Fremdeninfo

 Von: dpa-Dtj-online

Die Einführung des Geburtsortsprinzips im Jahr 2000 hat die Jugendkriminalität in Deutschland deutlich reduziert. Eine aktuelle Studie zeigt: Jugendliche mit deutscher Staatsbürgerschaft von Geburt an werden rund 70 Prozent seltener straffällig. Besonders stark ist der Effekt bei jungen Männern. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung früher Integration gegenüber rein repressiven Maßnahmen.

Das in Deutschland im Jahr 2000 eingeführte ius soli – die Verleihung der Staatsbürgerschaft mit der Geburt – hat in erheblicher Weise zur Verringerung von Jugendkriminalität beigetragen. Die Anzahl der Straftaten von Jugendlichen der zweiten und dritten Generation an Einwanderern ist gegenüber jener vergleichbarer Jugendlicher zuvor ohne deutschen Pass um etwa 70 Prozent gesunken.

Jugendliche, die infolge der Reform seit ihrer Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit aufwiesen, wurden in diesem Umfang seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert. Dieser Effekt macht sich vor allem unter jungen Männern bemerkbar, die in Summe eine deutlich höhere Kriminalitätsneigung als junge Frauen aufweisen. Bei diesen ist – möglicherweise auch aufgrund des deutlich geringeren Ausgangswerts – ein ähnlicher Effekt nicht zu beobachten. Zudem dürften dort Konflikte infolge einer strengeren Erwartungshaltung vieler Elternhäuser eine Rolle spielen.

Jugendkriminalität dort umso deutlicher, wo besonders viele von Neuregelung profitierten

Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder nichtdeutscher Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern mindestens ein Elternteil seit acht Jahren regulär in Deutschland lebt und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Hatten zuvor nur 20 Prozent der Angehörigen der zweiten Einwanderergeneration, die in Deutschland geboren wurden, den deutschen Pass, waren es danach 72 Prozent.

Der Rückgang machte sich vor allem im Bereich der Eigentumsdelikte und Drogendelikte bemerkbar. Es wurden die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik der Jahre 2012 bis 2020 in Regionen mit hohem Migrationsanteil herangezogen – vor allem von Berlin, Hessen und Baden-Württemberg.

Dann wurde die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung unter deutschen Staatsangehörigen verglichen. Mit der Schätzgröße, die sie hätte haben müssen, spielte der Faktor ius soli keine Rolle. Zudem war festzustellen, dass die Kriminalität insgesamt dort besonders stark zurückgegangen war, wo besonders viele Jugendliche von der Neuregelung profitierten.

Integration stärkt Vertrauen und Zugehörigkeit

Die Studie sieht mehrere Faktoren, die diesen Effekt begünstigen. Eine deutsche Staatsangehörigkeit von Geburt an erhöht Bildungs- ebenso wie Jobchancen. Dies liegt vor allem auch daran, dass die Unsicherheit wegfällt, die für Menschen mit weniger stark abgesichertem Aufenthaltsrecht in diesen Bereichen vorhanden ist.

Auch das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber Deutschland ist unter hier geborenen und mit dem deutschen Pass versehenen Einwandererkindern höher. Das Vertrauen in Staat und Gesellschaft ist stärker. Der Freundes- und Bekanntenkreis ist eher gemischt als bei Einwandererkindern ohne Anspruch auf deutsche Staatsangehörigkeit. Die vielfältigen Freundeskreise und mehr Kontakt zu einheimischen Jugendlichen haben regelmäßig positive Integrationseffekte.

Die größere Sicherheit und besseren Zukunftsaussichten haben auch ökonomische Effekte. Die Opportunitätskosten oder möglichen Verluste infolge kriminellen Verhaltens werden höher. Demgegenüber wird legales Verhalten attraktiver und eröffnet zusätzliche Chancen. In Summe zeigt sich, dass frühe Prävention, Gleichbehandlung und Integration mehr zur Verhinderung von Straftaten junger Einwanderer beitragen als harte Strafen oder Disziplinierungsmaßnahmen. Frühe Chancen reduzieren spätere Probleme

on

Die Einführung des Geburtsortsprinzips im Jahr 2000 hat die Jugendkriminalität in Deutschland deutlich reduziert. Eine aktuelle Studie zeigt: Jugendliche mit deutscher Staatsbürgerschaft von Geburt an werden rund 70 Prozent seltener straffällig. Besonders stark ist der Effekt bei jungen Männern. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung früher Integration gegenüber rein repressiven Maßnahmen.

Das in Deutschland im Jahr 2000 eingeführte ius soli – die Verleihung der Staatsbürgerschaft mit der Geburt – hat in erheblicher Weise zur Verringerung von Jugendkriminalität beigetragen. Die Anzahl der Straftaten von Jugendlichen der zweiten und dritten Generation an Einwanderern ist gegenüber jener vergleichbarer Jugendlicher zuvor ohne deutschen Pass um etwa 70 Prozent gesunken.

Jugendliche, die infolge der Reform seit ihrer Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit aufwiesen, wurden in diesem Umfang seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert. Dieser Effekt macht sich vor allem unter jungen Männern bemerkbar, die in Summe eine deutlich höhere Kriminalitätsneigung als junge Frauen aufweisen. Bei diesen ist – möglicherweise auch aufgrund des deutlich geringeren Ausgangswerts – ein ähnlicher Effekt nicht zu beobachten. Zudem dürften dort Konflikte infolge einer strengeren Erwartungshaltung vieler Elternhäuser eine Rolle spielen.

Jugendkriminalität dort umso deutlicher, wo besonders viele von Neuregelung profitierten

Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder nichtdeutscher Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern mindestens ein Elternteil seit acht Jahren regulär in Deutschland lebt und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Hatten zuvor nur 20 Prozent der Angehörigen der zweiten Einwanderergeneration, die in Deutschland geboren wurden, den deutschen Pass, waren es danach 72 Prozent.

Der Rückgang machte sich vor allem im Bereich der Eigentumsdelikte und Drogendelikte bemerkbar. Es wurden die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik der Jahre 2012 bis 2020 in Regionen mit hohem Migrationsanteil herangezogen – vor allem von Berlin, Hessen und Baden-Württemberg.

Dann wurde die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung unter deutschen Staatsangehörigen verglichen. Mit der Schätzgröße, die sie hätte haben müssen, spielte der Faktor ius soli keine Rolle. Zudem war festzustellen, dass die Kriminalität insgesamt dort besonders stark zurückgegangen war, wo besonders viele Jugendliche von der Neuregelung profitierten.

Integration stärkt Vertrauen und Zugehörigkeit

Die Studie sieht mehrere Faktoren, die diesen Effekt begünstigen. Eine deutsche Staatsangehörigkeit von Geburt an erhöht Bildungs- ebenso wie Jobchancen. Dies liegt vor allem auch daran, dass die Unsicherheit wegfällt, die für Menschen mit weniger stark abgesichertem Aufenthaltsrecht in diesen Bereichen vorhanden ist.

Auch das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber Deutschland ist unter hier geborenen und mit dem deutschen Pass versehenen Einwandererkindern höher. Das Vertrauen in Staat und Gesellschaft ist stärker. Der Freundes- und Bekanntenkreis ist eher gemischt als bei Einwandererkindern ohne Anspruch auf deutsche Staatsangehörigkeit. Die vielfältigen Freundeskreise und mehr Kontakt zu einheimischen Jugendlichen haben regelmäßig positive Integrationseffekte.

Die größere Sicherheit und besseren Zukunftsaussichten haben auch ökonomische Effekte. Die Opportunitätskosten oder möglichen Verluste infolge kriminellen Verhaltens werden höher. Demgegenüber wird legales Verhalten attraktiver und eröffnet zusätzliche Chancen. In Summe zeigt sich, dass frühe Prävention, Gleichbehandlung und Integration mehr zur Verhinderung von Straftaten junger Einwanderer beitragen als harte Strafen oder Disziplinierungsmaßnahmen. Frühe Chancen reduzieren spätere Probleme

12 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Mafiöse Figuren füllen in der Türkei staatliche Leerräume – und erhalten dafür Applaus

von Cumali Yağmur 11 April 2026
von Cumali Yağmur

Von: Resul Özcelik/ Dtj-online

 

Ein einziger Satz kann mehr entlarven als ein ganzer Regierungssprecher auf dem Höhepunkt seiner Formulierungsakrobatik. In der Türkei reichte im Februar 2025 ein öffentliches „Allah razı olsun“ von MHP-Vizechef İzzet Ulvi Yönter, um sichtbar zu machen, wie weit sich politische Sprache bereits verschoben hat. Anlass war die bekannt gewordene Hilfe von Sedat Peker für den nach einer Erkrankung gelähmten und pensionierten Spezialeinsatzpolizisten Ömer Korkmaz. Der konkrete Fall ist dokumentiert. Verstörend ist aber nicht nur die Nachricht selbst, sondern die Normalität, mit der sie aufgenommen wurde. 

Natürlich geht es hier nicht einfach um einen einzelnen Dank oder um eine beiläufige Geste. Verstörend ist vielmehr, was in solchen Momenten sichtbar wird: Hilfe aus einem problematischen Milieu wird nicht nur registriert, sondern öffentlich in eine moralisch aufgeladene Erzählung verwandelt. Wer das bloß als menschliche Regung liest, übersieht den eigentlichen Skandal. Denn sobald fragwürdige Akteure dort Anerkennung bekommen, wo eigentlich öffentliche Verantwortung greifen müsste, verschiebt sich mehr als nur der Ton einer Debatte.

Hier liegt auch der eigentliche Kern des Problems: Mafiöse Figuren füllen staatliche Leerräume nicht deshalb, weil sie plötzlich moralische Instanzen wären, sondern weil öffentliche Schwächen politisch, medial und emotional in eine falsche Heldengeschichte übersetzt werden. Genau das macht solche Fälle so gefährlich. Nicht die Hilfe an sich, sondern die Kulisse, in der sie als Ersatz für institutionelle Verantwortung lesbar wird.

Wenn Dankbarkeit plötzlich nach Normalisierung klingt

Natürlich kann man argumentieren, Hilfe ist Hilfe. Ein kranker Mensch braucht Behandlung, eine Familie braucht Unterstützung, ein Notfall duldet kein ideologisches Seminar. Das stimmt sogar. Aber es beantwortet nicht die entscheidende Frage: Warum entsteht überhaupt ein öffentlicher Applausraum, in dem Hilfe aus einem mafiösen Umfeld nicht nur registriert, sondern geradezu moralisch aufgeladen wird?

Sobald politische Akteure solche Fälle mit wohlwollender Rhetorik begleiten, verschiebt sich etwas Grundsätzliches. Dann wird nicht mehr nur eine Tat kommentiert, sondern ein Akteur symbolisch aufgewertet. Der Satz „Allah razı olsun“ ist in diesem Zusammenhang eben nicht bloß Frömmigkeit oder Höflichkeit. Er wirkt wie eine Form öffentlicher Absolution im Kleinformat, sparsam dosiert, aber politisch hochwirksam. Aus dem Ausnahmefall wird ein anschlussfähiges Narrativ: Seht her, wo offizielle Strukturen versagen, handeln andere eben. Genau dort beginnt die eigentliche Verharmlosung.

Die Normalisierung kommt selten mit Trompeten. Sie kommt in Form beiläufiger Formeln, in freundlichem Ton, in Gesten, die man schnell als Nebensache abtut. Doch genau so verschiebt sich die Grenze des politisch Sagbaren. Was gestern noch als unerträgliche Nähe gegolten hätte, erscheint heute plötzlich als menschlich, pragmatisch oder gar ehrenwert. Das Problem liegt nicht nur in der Tat, sondern in der Sprache, die sie umhüllt.

Wohltat ist kein Gegenmodell zum Rechtsstaat

Der Fehler beginnt oft an einer sehr menschlichen Stelle. Viele Leute sehen einen konkreten Fall, sehen Leid, sehen Hilfe und ziehen daraus einen vorschnellen moralischen Schluss. Wer hilft, kann so schlimm nicht sein. Wer spendet, verdient Respekt. Wer einspringt, wo andere fehlen, zeigt Größe. Das klingt warm, direkt und lebensnah. Leider ist es politisch brandgefährlich.

Denn Wohltätigkeit ersetzt keine verlässliche Ordnung. Sie ersetzt keine sozialen Sicherungssysteme, keine Gesundheitsversorgung, keine institutionelle Verantwortung und schon gar nicht das Prinzip, dass ein Gemeinwesen nicht auf die Gnade informeller Machtzirkel angewiesen sein darf. Wenn mafiöse Figuren dort sichtbar werden, wo eigentlich öffentliche Strukturen tragen müssten, dann ist das kein Beweis für moralische Überlegenheit dieser Figuren. Es ist ein Hinweis darauf, dass öffentliche Lücken so groß geworden sind, dass sie von den falschen Leuten bespielt werden können.

Polat und Eşref als Vorbilder für eine ganze Generation

Zu dieser Schieflage trägt in der Türkei nicht nur die politische Sprache bei, sondern auch die Popkultur. Forschung zur Geschichte türkischer Fernsehserien beschreibt bereits für die späten 1990er Jahre, wie Serien wie Deli Yürek, Yılan Hikayesi und später Kurtlar Vadisi in einem Klima erfolgreich wurden, das stark von den Nachwirkungen des Susurluk-Skandals geprägt war. Neuere Produktionen führen diese kulturelle Gewöhnung auf andere Weise fort: Aile erzählt von Aslan Soykan als Kopf einer berüchtigten Verbrecherfamilie, Eşref Rüya macht aus Eşref ausdrücklich einen mächtigen Mafiosi, und Teşkilat inszeniert eine Staatslogik, in der harte, verdeckte und intransparente Macht als notwendiges Mittel erscheint. Das Problem ist nicht, dass Serien komplexe Figuren oder düstere Welten zeigen. Problematisch wird es dort, wo Unterwelt, Schutz, Loyalität und Staatsnähe in der öffentlichen Wahrnehmung so eng zusammengerückt werden, dass die Grenze zwischen krimineller Macht und legitimer Handlungsfähigkeit verschwimmt.

Wer über Jahre sieht, wie Macht mit Stil, Loyalität, Tragik und Durchsetzungsfähigkeit aufgeladen wird, verliert leichter den Blick dafür, was in der Realität dahintersteht: Gewalt, Einschüchterung, Abhängigkeit und die Zersetzung öffentlicher Ordnung. Wenn dann reale mafiöse Figuren im politischen oder medialen Raum plötzlich als Helfer, Wohltäter oder starke Männer erscheinen, fallen sie nicht mehr in ein moralisches Vakuum. Sie treffen auf ein Publikum, das mental längst darauf vorbereitet wurde, in ihnen mehr als nur Täter zu sehen. Diese kulturelle Vorarbeit ist keine Nebensache. Sie ist Teil des Problems.

Die eigentliche Zumutung steckt nicht in der Hilfe, sondern in ihrer Kulisse

Man muss deshalb fair bleiben, ohne naiv zu werden. Niemand muss eine konkrete Hilfeleistung verächtlich machen, nur weil sie aus der falschen Ecke kommt. Ein schwer kranker Mensch bleibt ein schwer kranker Mensch. Eine unterstützte Familie bleibt eine unterstützte Familie. Das Mitgefühl für Betroffene steht nicht zur Debatte. Zur Debatte steht etwas anderes: die politische und mediale Kulisse, in der solche Hilfen öffentlich verwertet werden.

Diese Kulisse produziert eine stille Botschaft. Sie lautet: Vielleicht sind die formellen Institutionen träge, kalt oder fern, aber irgendwo da draußen gibt es noch entschlossene Männer, die handeln. Genau diese Erzählung ist Gift für jede demokratische Öffentlichkeit. Sie verlegt Vertrauen aus dem Raum des Rechts in den Raum der Beziehungen, der Macht und der symbolischen Gefälligkeit. Dort zählt nicht mehr Gleichheit vor Institutionen, sondern Nähe zu denjenigen, die handeln können, weil sie sich außerhalb normaler Regeln bewegen.

Wer darin nur eine harmlose Randnotiz sieht, macht es sich zu leicht. Der eigentliche Schaden entsteht nicht erst, wenn problematische Milieus offen gefeiert werden. Er beginnt viel früher, nämlich in dem Moment, in dem politische Sprache ihnen nützliche Würde verleiht und gesellschaftliche Debatten diese Verschiebung mit einem Achselzucken quittieren. Dann wird aus dem Ausnahmefall ein Modell, aus dem Unbehagen eine Gewöhnung und aus der Gewöhnung ein stiller Verlust an republikanischem Instinkt. Genau deshalb ist die härteste Diagnose nicht moralisch, sondern institutionell: Zu sehen ist hier keine lobenswerte gute Tat, sondern das bittere Bild eines öffentlichen Raums, in dem mafiöse Figuren staatliche Leerräume füllen. Wer dieses Bild nicht sehen will, verwechselt Menschlichkeit mit politischer Kapitulation.

Info zu Resul Özçelik: Er ist Autor des Blogs „Der Integrationsblogger“ und schreibt über gesellschaftliche, politische und kulturelle Themen mit einem besonderen Blick auf Integration, Medien und öffentliche Debatten. Beruflich ist er im IT-Bereich tätig, publizistisch verfolgt er seit Jahren Themen an der Schnittstelle von Gesellschaft, Politik und Wahrnehmung

11 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Brandmauer aufrechterhalten“: Hunderte protestieren in Magdeburg anlässlich des AfD-Landesparteitags

von Fremdeninfo 11 April 2026
von Fremdeninfo

 

 

 

Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Magdeburg anlässlich des Landesparteitags der AfD gegen die Partei protestiert. Die Partei will dort ihr Programm für die Landtagswahl im September erarbeiten.Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Magdeburg anlässlich des Landesparteitags der AfD gegen die Partei protestiert. Vor dem Tagungsgebäude versammelten sich nach Beobachtungen eines AFP-Reporters etliche Menschen mit Regenbogenfahnen und Transparenten, auf denen etwa „Nein zu Rassismus“ und „Magdeburg für das AfD-Verbot“ stand. Mit dabei waren etwa die Gruppe Omas gegen Rechts und Mitglieder anderer Parteien wie der Grünen

Die AfD Sachsen-Anhalt will den zweitägigen Parteitag für die Erarbeitung ihres Wahlprogramms für die Landtagswahl im September nutzen. Die Partei hofft am 6. September auf die absolute Mehrheit und will erstmals selbst in einem Bundesland die Regierung bilden. „Wir möchten heute ein Regierungsprogramm beschließen, das die Grundlage für die erste AfD-geführte Regierung in ganz Deutschland sein wird“, sagte Spitzenkandidat Ulrich Siegmund vor Beginn des Treffens zu AFP.

Die Demonstrationen sehe die Partei „mittlerweile mit Humor“, fuhr Siegmund fort. Die Brandmauer bezeichnete er als „eine kindische Erfindung von den Parteien, die keine inhaltlichen Argumente haben“.

Vor dem Tagungsgebäude war der Protest hingegen deutlich: Die AfD in Sachsen-Anhalt müsse „unbedingt verhindert werden“, sagte etwa der 61-jährige Demonstrant Reinhard Dasbach, ein Grünen-Mitglied. Die Partei wolle aus der EU austreten und Ausländerinnen und Ausländer „rausschmeißen“, dabei gebe es jetzt schon Probleme, Kliniken zu besetzen. Auch gegen einen Abbau der Erneuerbaren wandte er sich.

An den Protesten nahmen auch zahlreiche Studierende und Ältere teil. Es gehe darum, „Gesicht zu zeigen, dass wir in der Stadt doch noch mehr sind als die Leute, die die AfD unterstützen“, sagte etwa die 23-jährige Studentin Luzie Gebhardt. Die anderen Parteien müssten zudem „auf jeden Fall zusammenarbeiten“ und die Brandmauer gegen die AfD aufrechterhalten. (AFP

11 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Cumali Yağmur
Allgemein

Spuren der Migrationskultur in Hannover

von Cumali Yağmur 10 April 2026
von Cumali Yağmur

Von Cumali Yağmur

34 % der Bevölkerung in Hannover haben einen Migrationshintergrund. Obwohl die Stadt durch das Zusammenleben verschiedener Nationen eine internationale Identität besitzt, bewahrt sie im Kern immer noch ihren Charakter als eine „große Provinzstadt“. In Hannover gibt es für jede Nationalität typische Restaurants und Supermärkte. Wenn man sich fragt: „Was essen wir heute Abend?“, stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Es ist möglich, Beispiele aus den Weltküchen zu finden; man kann ohne Schwierigkeiten die Köstlichkeiten des gewünschten Landes erreichen.

In der traditionellen Kneipenkultur haben die „Extrablatt“-Cafés eine neue Ära eingeleitet. An die Stelle der alten, langweiligen und eher von griesgrämigen Menschen bevorzugten klassischen Kneipen sind die populären und lebendigen Extrablatt-Filialen getreten, die von Menschen jeden Alters besucht werden. Zudem gibt es in der Stadt moderne Orte, an denen neue kulturelle Strukturen entstehen und Menschen zusammenkommen. Ein Beispiel ist das „Bonami“, das für seine köstlichen Pides und vielfältigen Gerichte bekannt ist und täglich aus allen Nähten platzt. Auch das „Tandure“, das sich in der Stadt einen großen Namen gemacht hat, ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Genießer jeden Alters.

An jeder Ecke finden sich die Pizza der Italiener,-und Bei Spesso können Sie oft die reichhaltige und köstliche italienische Küche genießen.“ die Paella der Spanier und die vielfältigen Köstlichkeiten der Araber. Während die gemüselastigen Gerichte der Chinesen und Vietnamesen der Stadt Farbe verleihen, regt der Duft von Kebab aus der kurdischen und türkischen Küche den Appetit an. Ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Küche ist der Spargel, dessen Saison gerade begonnen hat; mit Sauce Hollandaise serviert, ist er ein wahrer Genuss. Da derzeit Spargelzeit ist, wird in der Bevölkerung häufig über die hohen Preise gesprochen. Viele fragen sich, warum Spargel so teuer ist, obwohl er auf den Feldern der Region wächst.

Hannover, mit seinen 539.317  Einwohnern, bietet mit seiner Oper, den Kinos, den lebhaften Menschen verschiedener Nationen am Maschsee und den Herrenhäuser Gärten einen prachtvollen Anblick. Die derzeit blühenden blauen Blumen verleihen der Natur einen neuen Atemzug und bieten eine sehenswerte Kulisse. Die Eilenriede im Stadtzentrum ist mit ihrer Frische und ihren Wanderwegen ein Ort, an dem die Menschen in Frieden Zeit verbringen.

Dennoch ist Hannover im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten konservativer und hat einen eher „provinziellen“ Charakter. Die Einheimischen sind nicht besonders weltoffen; sie wirken etwas distanziert und verschlossen gegenüber Außenstehenden. Trotz seiner kosmopolitischen Struktur bewahrt Hannover unter diesem internationalen Gewebe seine Identität als typisch deutsche Stadt. Eine überraschende Tatsache ist, dass Hannover in Bezug auf die Kriminalitätsrate an dritter Stelle in Deutschland steht. Dies ist sehr nachdenklich stimmend; die Gründe dafür sollten untersucht und angegangen werden, da dieser Umstand das Image der Stadt beschädigt.

Die Stadt, in der ich seit 2015 lebe, hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Dennoch beobachte ich, dass die Einheimischen gegenüber Migranten immer noch distanziert sind und es schwierig ist, soziale Bindungen aufzubauen. Ich habe zuvor in Köln, Frankfurt und Berlin gelebt; dort war es völlig anders, und die Menschen waren entsprechend dem großstädtischen Geist weltoffener. Berlin ist zwar nicht im vollen Sinne international wie London oder Paris und bleibt eine typisch deutsche Stadt, aber in Hannover ist die Verschmelzung zwischen Migranten und der einheimischen Bevölkerung noch nicht vollständig gelungen. Kleine Migrantengruppen können sich kulturell nicht weiterentwickeln, und einige Migrantenvereine sind in einer regelrechten „Ghetto“-Kultur gefangen. Während diese Vereine eher die erste und zweite Generation ansprechen, betreten die dritte und vierte Generation diese Türen gar nicht erst.

Obwohl man in fast allen Lebensbereichen Menschen mit Migrationshintergrund begegnen kann, sind sie im kulturellen und politischen Leben nicht ausreichend sichtbar. Hannover ist keine sonderlich politische Stadt und es mangelt an starken politischen Figuren, die alle Teile der Gesellschaft umarmen und sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene bekannt sind und die Unterstützung der Massen hinter sich haben. In jeder Partei fehlt es an Politikern des öffentlichen Lebens, die sich der Probleme der Massen annehmen und ihnen im Alltag den Weg weisen könnten.

Medial treten in der Stadt Publikationen wie die HAZ (Hannoversche Allgemeine Zeitung), die Neue Presse und die Bild-Zeitung hervor. Insbesondere die HAZ versucht, die Lücke bei der Information der Massen speziell in Hannover zu füllen. Ich weiß, wie sorgfältig meine Freunde, die bei der HAZ arbeiten, daran arbeiten, die Bevölkerung korrekt zu informieren und große Anstrengungen unternehmen, um Nachrichten aus Niedersachsen und Hannover zu vermitteln. Da ich einer ähnlichen Tätigkeit nachgehe, beobachte ich die Schwierigkeiten dieses Prozesses aus nächster Nähe.

Am 13. September 2026 finden in Hannover Kommunalwahlen statt. In der Politik werden uns neue Gesichter aus allen Parteien begegnen. Die Zeit wird zeigen, ob diese Kandidaten das Vertrauen der Massen gewinnen können. Wie Sie wissen, hat auch der derzeitige Oberbürgermeister einen Migrationshintergrund. Die Wahlergebnisse vom 13. September 2026 werden entscheidend für die Zukunft der Stadt sein. Es ist von großer Bedeutung für die eigene Zukunft und die Struktur der Stadt, dass Migranten an die Urnen gehen und Parteien wählen, die für ihre Probleme sensibilisiert sind

10 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

DER PLATZ DER VÖLKER IRANS IM KRIEG ZWEIER ÜBEL: DIE SEITE IHRES EIGENEN WOHLS

von Fremdeninfo 10 April 2026
von Fremdeninfo


Von: Celal Isik / Istanbul

Der Krieg, in den der zionistische und faschistische Netanjahu die USA unter Trump hineingezogen und davon überzeugt hat, das iranische Regime zu stürzen, verlief nicht wie erwartet und geplant. Trotz großer Verluste an Menschenleben und Schäden an der Kriegsinfrastruktur hat der Iran die Wahrnehmung der USA und Israels zunichtegemacht, das Mullah-Regime innerhalb von drei bis vier Tagen erledigen zu können. Er hat beiden „Schurkenstaaten“ schwere Schäden und einen erheblichen Prestigeverlust zugefügt.

Trotz der hohen Verluste hat der Iran derzeit die psychologische und moralische Oberhand gewonnen. Dass der Iran die Straße von Hormus für „Freunde“ offen hält und für „Feinde“ schließt, hat die Ölpreise in die Höhe getrieben. Dies hat die mit den USA und Israel verbündeten Länder der Region sowie Europa durch eine globale Wirtschaftskrise an den Punkt gebracht, an dem ein baldiges Ende des Krieges gefordert wird.

Die Länder der Region und Europas, die erkannt haben, dass ein Sturz des iranischen Regimes ohne einen Bodenkrieg nicht möglich ist, empfinden Unbehagen bei der Feststellung, dass eine weitere Unterstützung der USA und Israels zur Verlängerung dieses Krieges ihnen keinen Nutzen bringt.

Es wurde deutlich, dass die Verlängerung des Krieges auch unter dem Aspekt der Rationalität der Kriegswirtschaft langfristig keinen Vorteil bietet. Dieser Krieg dient für Trump und Netanjahu nicht einmal mehr dazu, ihre eigene Macht durch eine Konsolidierung der heimischen öffentlichen Meinung abzusichern. Da die „Eisernen Kuppeln“ (Iron Dome), die die israelische Gesellschaft schützen sollten, von den ballistischen Raketen des Irans durchschlagen wurden und auf Tel Aviv sowie andere israelische Städte einschlugen, formiert sich im Inneren eine massive gesellschaftliche Opposition gegen Netanjahu und den von ihm begonnenen Krieg. In gewisser Weise hat dieser Krieg einen Zustand erreicht, der dem israelischen Volk am meisten schadet.

Andererseits haben die Pläne der USA und Israels, die darauf abzielten, Aufstände der vom Mullah-Regime seit Jahren unterdrückten oppositionellen Kreise zu provozieren, keine Unterstützung gefunden. Dass aufgrund dieses Krieges eine im Vergleich zum Iran größere Auswanderungswelle aus Israel eingesetzt hat, verdeutlicht das Unbehagen, das der Krieg in der israelischen Gesellschaft ausgelöst hat.

In einem Iran unter externem Angriff hat sich die interne Opposition gegen das Regime zurückgezogen und wartet in einer neutralen Position ab, während eine starke und zahlreichere Gruppe von Regimeanhängern gegen den Angriff des „äußeren Feindes“ in Alarmbereitschaft ist. Neben dem großen Hass des iranischen Volkes auf die USA und Israel gibt es eine jahrhundertealte theologische Politik und eine ideologische Hegemonie. Tatsache ist, dass eine starre Ideologie und ein unhinterfragbarer Glaube wie der an den „Erlöser Mahdi in der Endzeit“ tief in der iranischen Gesellschaft verwurzelt sind.

Der Hass auf die USA und Israel ist so groß, dass der Hass und die Gegnerschaft bestimmter gesellschaftlicher Schichten gegenüber dem Mullah-Regime heute leider in den Hintergrund getreten zu sein scheinen. Die Oppositionellen, die den Sturz des Regimes und die Gründung eines demokratischen Irans fordern, befinden sich heute gegenüber den Regimeanhängern in der Minderheit.

Wenn der Iran, der das Erbe einer großen Zivilisation und Geschichte antritt und eine multikulturelle sowie multinationale Struktur besitzt, heute nicht mit dieser archaischen „Mahdi-Ideologie“, sondern mit einem demokratischen, pluralistischen Verständnis neu aufgebaut werden könnte, wäre er die wohlhabendste, demokratischste und vorbildlichste Gesellschaft der Region. Denn während der Iran mit seinen Erdöl-, Erdgas- und Energieressourcen potenziell das reichste Land der Region sein könnte, bleibt er in den Händen einer falschen und dem eigenen Volk feindlich gesinnten mittelalterlichen Mentalität fanatisch gefangen.

Niemand außer den Völkern Irans sollte erwarten, dass eine andere Macht – einschließlich der USA und Israels – diesem Land Demokratie und Frieden bringt. Tatsächlich hat der Angriff der USA und Israels auf den Iran dem abgenutzten und maroden Mullah-Regime wie ein „Lebenselexier“ gedient und dessen Lebensdauer verlängert.

Es scheint, als würden sich die Übeltäter und Diktatoren in unserer Region und in der Welt gegenseitig nähren und unterstützen. In diesem Sinne ist der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran kein Kampf zwischen Gut und Böse, sondern ein Krieg zwischen zwei Übeln.

Die Rettung der Völker des Nahen Ostens liegt nicht darin, in einem Krieg zwischen zwei Übeln Partei zu ergreifen, sondern darin, Teil des Kampfes für die Schaffung eines demokratischen, säkularen und freiheitlichen Irans, einer Türkei und eines Nahen Ostens zu sein, in dem die Völker brüderlich und in Frieden zusammenleben können.

10 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Cumali Yağmur
Allgemein

Hülya İri muss für jeden Cent der Fördergelder Rechenschaft ablegen

von Cumali Yağmur 9 April 2026
von Cumali Yağmur

Von Cumali Yağmur/ Hannover 

Die SPD-Stadträtin Hülya İri hat die Insolvenz des von ihr für Integrationsarbeit gegründeten Vereins erklärt und behauptet, der Verein schreibe rote Zahlen. Dass der Verein trotz erheblicher Fördergelder in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro von verschiedenen Institutionen zahlungsunfähig ist, stößt in der Öffentlichkeit auf großes Unverständnis und heftige Kritik.

Es ist eine gesetzliche Verpflichtung für Vereine, die Verwendung der erhaltenen Mittel jährlich durch einen sogenannten „Verwendungsnachweis“ gegenüber den zuständigen Behörden zu belegen. Es stehen jedoch Vorwürfe im Raum, dass in diesen Dokumenten zahlreiche Unregelmäßigkeiten und Fälschungen begangen wurden. Den Vorsitz des Vereins führte zunächst Hülya İri selbst, bevor später ihre Tochter Esme İri die Leitung übernahm.

In der deutschen Presse sind bereits zahlreiche Berichte über den Verein und Hülya İri erschienen. Obwohl Hülya İri ihren Rücktritt aus dem Stadtrat mit „familiären Gründen“ begründete, machten die Medienrecherchen deutlich, dass die Realität anders aussieht. Die Untersuchungen zeigen, dass bei der Verwendung der Gelder, die an den von ihr gegründeten Verein flossen, nicht ehrlich gehandelt wurde.

Solche Vorfälle schüren leider Vorurteile gegenüber der migrantischen Minderheit und schaden unserem Ansehen in der Gesellschaft. Ähnlich wie der Fall eines Staatsanwalts türkischer Herkunft in Hannover, der wegen Bestechlichkeit im Zusammenhang mit Drogendealern verurteilt wurde, hinterlassen derartige Skandale einen sehr schlechten Eindruck in der Öffentlichkeit und in der Bevölkerung.

Da die Arbeit und jeder Schritt von Migranten unter besonderer Beobachtung stehen, bin ich der festen Überzeugung, dass wir weit über das normale Maß hinaus sorgfältig und ehrlich arbeiten müssen. Jede Handlung von migrantischen Politikern sollte kontrolliert werden, und diese Personen müssen vollkommen transparent agieren. Wir müssen Politik im Rahmen ethischer Regeln betreiben, die den Werten und dem Charakter der Gesellschaft, in der wir leben, entsprechen.

Einen Verein zu gründen, um Migranten zu helfen, ist zweifellos ein richtiges und lobenswertes Unterfangen. Jedoch dürfen Budgets, die aus den Steuergeldern der Bürger finanziert werden, nicht „verpulvert“ werden. Wenn insbesondere ein Politiker so handelt, bedeutet dies eine Verletzung der Verantwortung gegenüber dem Volk. Es ist unethisch, politische Macht zu nutzen, um über Vereine unrechtmäßige Gewinne zu erzielen oder Gelder für falsche Zwecke auszugeben.

Hülya İri muss diesen Sachverhalt umgehend aufklären; sie muss Punkt für Punkt Rechenschaft darüber ablegen, wofür die Gelder ausgegeben wurden. Sich aus dem Stadtrat zurückzuziehen und ins Privatleben zu flüchten, entbindet sie nicht von dieser Verantwortung.

Sie muss über jeden erhaltenen Cent offen und klar Rechenschaft ablegen – sowohl gegenüber der migrantischen Minderheit als auch gegenüber der deutschen Öffentlichkeit und ihrer langjährigen Partei, der SPD. Telefonanrufe der Presse zu ignorieren und der Aufklärung auszuweichen, ist weder eine Lösung noch ein redlicher Weg.

9 April 2026 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025
  • Begegnungen am Radweg: Eine Geschichte von Mensch, Natur und einem besonderen Rabenfreund

    23 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Mehr Fachkräfte aus Marokko – Deutschland will Zusammenarbeit stärken

    1 Mai 2026
  • Erster Mai: Wir sind noch hier

    1 Mai 2026
  • Deniz Yücel: Journalist verlässt nach elf Jahren die «Welt»

    30 April 2026
  • Rassismus: Razzia in Hannover

    30 April 2026
  • Zwischen Traum und Herkunft

    30 April 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

22 Juli 2025

Neueste Artikel

Demokratie in Gefahr: Warum die Zusammenarbeit mit Rechtsextremen fatal ist
25 April 2026
Europäische Migrationspolitik: Zahl der Abschiebungen laut EU-Kommissar deutlich gestiegen
25 April 2026
Gedenkveranstaltung für Mehmet Ruhi Su in Duisburg
24 April 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff
14 Oktober 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung