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Es ist falsch zu sagen, dass Menschen das Land verlassen sollen

von Fremdeninfo 12 April 2026
von Fremdeninfo 12 April 2026
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Von: Fremdeninfo Redaktion

Eine deutsche Webseite hat der migrantischen Minderheit aus der Türkei folgende Frage gestellt: „Liebe Türkeistämmige, wenn ihr Erdoğan so erfolgreich findet, warum kehrt ihr dann nicht in euer Land zurück?“ Diese Frage entspringt meist einer konservativen bis reaktionären Denkweise. Menschen haben jedoch das Recht, selbst zu entscheiden, wo sie leben möchten.

 

Es gibt unter den Türkeistämmigen Menschen, denen die Politik von Recep Tayyip Erdoğan gefällt. Es ist zweifellos widersprüchlich, in Deutschland zu leben und gleichzeitig eine autoritäre Ein-Mann-Herrschaft in der Türkei zu befürworten. Dennoch können und dürfen wir diese Menschen nicht aus Deutschland vertreiben.

Erdoğan regiert das Land mit einer reaktionären, religiös-fundamentalistischen und diktatorischen Gesinnung; Menschenrechte werden oft missachtet. Die Pressefreiheit wurde faktisch abgeschafft, und zahlreiche Journalisten befinden sich in Haft. Bei vielen Politikern und Bürgermeistern der CHP sowie der pro-kurdischen DEM-Partei wurden Zwangsverwalter eingesetzt und die rechtmäßig gewählten Amtsträger verhaftet.

Ein Teil der hier lebenden Türkeistämmigen unterstützt diese Zustände und genießt dennoch die Vorzüge des Lebens in Deutschland. Es ist jedoch falsch, deshalb ihre Ausweisung zu fordern. Stattdessen muss man den Dialog suchen und aufzeigen, dass das Erdoğan-Regime eine Ein-Mann-Diktatur ist, die eine zerstörerische Politik verfolgt. Die Forderung nach Abschiebung aufgrund politischer Ansichten ist der falsche Weg.

Ein historischer Vergleich: Zur Zeit des Nationalsozialismus gab es in der damaligen Sowjetunion lebende Deutsche, die Hitler unterstützten. Hätte man diese deshalb kollektiv aus dem Land vertreiben sollen?

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Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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