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Studie: Staatsbürgerschaft ab Geburt senkt Jugendkriminalität deutlich

von Fremdeninfo 12 April 2026
von Fremdeninfo 12 April 2026
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 Von: dpa-Dtj-online

Die Einführung des Geburtsortsprinzips im Jahr 2000 hat die Jugendkriminalität in Deutschland deutlich reduziert. Eine aktuelle Studie zeigt: Jugendliche mit deutscher Staatsbürgerschaft von Geburt an werden rund 70 Prozent seltener straffällig. Besonders stark ist der Effekt bei jungen Männern. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung früher Integration gegenüber rein repressiven Maßnahmen.

Das in Deutschland im Jahr 2000 eingeführte ius soli – die Verleihung der Staatsbürgerschaft mit der Geburt – hat in erheblicher Weise zur Verringerung von Jugendkriminalität beigetragen. Die Anzahl der Straftaten von Jugendlichen der zweiten und dritten Generation an Einwanderern ist gegenüber jener vergleichbarer Jugendlicher zuvor ohne deutschen Pass um etwa 70 Prozent gesunken.

Jugendliche, die infolge der Reform seit ihrer Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit aufwiesen, wurden in diesem Umfang seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert. Dieser Effekt macht sich vor allem unter jungen Männern bemerkbar, die in Summe eine deutlich höhere Kriminalitätsneigung als junge Frauen aufweisen. Bei diesen ist – möglicherweise auch aufgrund des deutlich geringeren Ausgangswerts – ein ähnlicher Effekt nicht zu beobachten. Zudem dürften dort Konflikte infolge einer strengeren Erwartungshaltung vieler Elternhäuser eine Rolle spielen.

Jugendkriminalität dort umso deutlicher, wo besonders viele von Neuregelung profitierten

Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder nichtdeutscher Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern mindestens ein Elternteil seit acht Jahren regulär in Deutschland lebt und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Hatten zuvor nur 20 Prozent der Angehörigen der zweiten Einwanderergeneration, die in Deutschland geboren wurden, den deutschen Pass, waren es danach 72 Prozent.

Der Rückgang machte sich vor allem im Bereich der Eigentumsdelikte und Drogendelikte bemerkbar. Es wurden die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik der Jahre 2012 bis 2020 in Regionen mit hohem Migrationsanteil herangezogen – vor allem von Berlin, Hessen und Baden-Württemberg.

Dann wurde die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung unter deutschen Staatsangehörigen verglichen. Mit der Schätzgröße, die sie hätte haben müssen, spielte der Faktor ius soli keine Rolle. Zudem war festzustellen, dass die Kriminalität insgesamt dort besonders stark zurückgegangen war, wo besonders viele Jugendliche von der Neuregelung profitierten.

Integration stärkt Vertrauen und Zugehörigkeit

Die Studie sieht mehrere Faktoren, die diesen Effekt begünstigen. Eine deutsche Staatsangehörigkeit von Geburt an erhöht Bildungs- ebenso wie Jobchancen. Dies liegt vor allem auch daran, dass die Unsicherheit wegfällt, die für Menschen mit weniger stark abgesichertem Aufenthaltsrecht in diesen Bereichen vorhanden ist.

Auch das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber Deutschland ist unter hier geborenen und mit dem deutschen Pass versehenen Einwandererkindern höher. Das Vertrauen in Staat und Gesellschaft ist stärker. Der Freundes- und Bekanntenkreis ist eher gemischt als bei Einwandererkindern ohne Anspruch auf deutsche Staatsangehörigkeit. Die vielfältigen Freundeskreise und mehr Kontakt zu einheimischen Jugendlichen haben regelmäßig positive Integrationseffekte.

Die größere Sicherheit und besseren Zukunftsaussichten haben auch ökonomische Effekte. Die Opportunitätskosten oder möglichen Verluste infolge kriminellen Verhaltens werden höher. Demgegenüber wird legales Verhalten attraktiver und eröffnet zusätzliche Chancen. In Summe zeigt sich, dass frühe Prävention, Gleichbehandlung und Integration mehr zur Verhinderung von Straftaten junger Einwanderer beitragen als harte Strafen oder Disziplinierungsmaßnahmen. Frühe Chancen reduzieren spätere Probleme

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Die Einführung des Geburtsortsprinzips im Jahr 2000 hat die Jugendkriminalität in Deutschland deutlich reduziert. Eine aktuelle Studie zeigt: Jugendliche mit deutscher Staatsbürgerschaft von Geburt an werden rund 70 Prozent seltener straffällig. Besonders stark ist der Effekt bei jungen Männern. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung früher Integration gegenüber rein repressiven Maßnahmen.

Das in Deutschland im Jahr 2000 eingeführte ius soli – die Verleihung der Staatsbürgerschaft mit der Geburt – hat in erheblicher Weise zur Verringerung von Jugendkriminalität beigetragen. Die Anzahl der Straftaten von Jugendlichen der zweiten und dritten Generation an Einwanderern ist gegenüber jener vergleichbarer Jugendlicher zuvor ohne deutschen Pass um etwa 70 Prozent gesunken.

Jugendliche, die infolge der Reform seit ihrer Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit aufwiesen, wurden in diesem Umfang seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert. Dieser Effekt macht sich vor allem unter jungen Männern bemerkbar, die in Summe eine deutlich höhere Kriminalitätsneigung als junge Frauen aufweisen. Bei diesen ist – möglicherweise auch aufgrund des deutlich geringeren Ausgangswerts – ein ähnlicher Effekt nicht zu beobachten. Zudem dürften dort Konflikte infolge einer strengeren Erwartungshaltung vieler Elternhäuser eine Rolle spielen.

Jugendkriminalität dort umso deutlicher, wo besonders viele von Neuregelung profitierten

Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder nichtdeutscher Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern mindestens ein Elternteil seit acht Jahren regulär in Deutschland lebt und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Hatten zuvor nur 20 Prozent der Angehörigen der zweiten Einwanderergeneration, die in Deutschland geboren wurden, den deutschen Pass, waren es danach 72 Prozent.

Der Rückgang machte sich vor allem im Bereich der Eigentumsdelikte und Drogendelikte bemerkbar. Es wurden die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik der Jahre 2012 bis 2020 in Regionen mit hohem Migrationsanteil herangezogen – vor allem von Berlin, Hessen und Baden-Württemberg.

Dann wurde die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung unter deutschen Staatsangehörigen verglichen. Mit der Schätzgröße, die sie hätte haben müssen, spielte der Faktor ius soli keine Rolle. Zudem war festzustellen, dass die Kriminalität insgesamt dort besonders stark zurückgegangen war, wo besonders viele Jugendliche von der Neuregelung profitierten.

Integration stärkt Vertrauen und Zugehörigkeit

Die Studie sieht mehrere Faktoren, die diesen Effekt begünstigen. Eine deutsche Staatsangehörigkeit von Geburt an erhöht Bildungs- ebenso wie Jobchancen. Dies liegt vor allem auch daran, dass die Unsicherheit wegfällt, die für Menschen mit weniger stark abgesichertem Aufenthaltsrecht in diesen Bereichen vorhanden ist.

Auch das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber Deutschland ist unter hier geborenen und mit dem deutschen Pass versehenen Einwandererkindern höher. Das Vertrauen in Staat und Gesellschaft ist stärker. Der Freundes- und Bekanntenkreis ist eher gemischt als bei Einwandererkindern ohne Anspruch auf deutsche Staatsangehörigkeit. Die vielfältigen Freundeskreise und mehr Kontakt zu einheimischen Jugendlichen haben regelmäßig positive Integrationseffekte.

Die größere Sicherheit und besseren Zukunftsaussichten haben auch ökonomische Effekte. Die Opportunitätskosten oder möglichen Verluste infolge kriminellen Verhaltens werden höher. Demgegenüber wird legales Verhalten attraktiver und eröffnet zusätzliche Chancen. In Summe zeigt sich, dass frühe Prävention, Gleichbehandlung und Integration mehr zur Verhinderung von Straftaten junger Einwanderer beitragen als harte Strafen oder Disziplinierungsmaßnahmen. Frühe Chancen reduzieren spätere Probleme

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