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Allgemein

Gefälschte Sprachzertifikate tauchen in Niedersachsen auf

von Fremdeninfo 22 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 Artikel von dpa

Bei Einbürgerungsverfahren sind in einzelnen niedersächsischen Kreisen und kreisfreien Städten zuletzt gefälschte oder unrechtmäßig erworbene Sprachzertifikate aufgefallen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter rund 50 Kommunen in Niedersachsen.

Voraussetzung für die deutsche Staatsbürgerschaft sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1. Damit sollen Antragstellerinnen und Antragssteller nachweisen, dass sie ihren Alltag selbstständig auf Deutsch bewältigen können.

Wie Fälschungen in Hannover auffielen

In der Region Hannover sind Fälle, in denen die tatsächlichen Deutschkenntnisse nicht dem bescheinigten Niveau des vorgelegten Sprachzertifikats entsprechen, nach Angaben der Verwaltung selten.

Meist handele es sich um gefälschte Sprachzertifikate, die früh im Verfahren erkannt würden, sagte ein Sprecher der Kommune. Im laufenden Jahr seien acht Fälschungen festgestellt worden, im vergangenen Jahr 29. Die Dokumente fielen demnach meist vor Erstgesprächen auf – etwa wegen auffälliger Schriftarten, ungewöhnlicher Layouts oder falscher Siegel der Prüfstellen.

Verständigungsschwierigkeiten seien nicht automatisch ein Hinweis auf Täuschung, oft spiele Nervosität eine Rolle, sagte der Sprecher. Eine Statistik zu sogenannten Stellvertreterprüfungen – also Sprachtests, die mutmaßlich von anderen Personen abgelegt wurden – führt die Region Hannover nach eigenen Angaben nicht.

Schwierige Verständigung bei guten Sprachzertifikaten

In Oldenburg passte nach einer internen Auswertung in 15 Verfahren im laufenden und im vergangenen Jahr das tatsächliche Sprachniveau nicht zu den vorgelegten Sprachzertifikaten. Als mögliche Ursachen nannte die Stadt den Kauf gefälschter Dokumente sowie Stellvertreterprüfungen.

In einzelnen Fällen wurden dabei sogar gute oder sehr gute Sprachzertifikate vorgelegt, obwohl eine Verständigung im persönlichen Gespräch kaum möglich gewesen sei, teilte die Stadt mit. Insgesamt seien bislang vier Stellvertreterprüfungen festgestellt worden. In 21 Verdachtsfällen hätten sich nach Überprüfungen 11 Sprachzertifikate als Fälschungen erwiesen.

Insgesamt betreffen Täuschungsversuche nur einen kleinen Teil der Einbürgerungsanträge. Im laufenden Jahr gab es in der Region Hannover und der Stadt Oldenburg vergleichsweise 3.464 (Stand 9. Dezember) und 1.267 (Stand 15. Dezember) Anträge.

Wo keine Fälle bekannt sind

Andere Kommunen wie Cuxhaven, Wittmund, Grafschaft Bentheim, Holzminden und Osterholz meldeten hingegen im laufenden oder vergangenen Jahr keine Fälschungen oder Täuschungen bei Sprachzertifikaten. Wenige Kreise führten über diese Fälle keine Statistik.

Unabhängig davon ermittelt die Polizei bundesweit wegen des Handels mit gefälschten Sprachzertifikaten. Dabei geht es um Angebote, für die unter anderem in sozialen Medien geworben wird. Nach Recherchen von «Stern» und RTL lassen sich falsche Zertifikate demnach für rund 1.500 Euro über Plattformen wie Tiktok bestellen. Entsprechende Hinweise liegen niedersächsischen Kommunen nicht vor.

Laut einer Sprecherin des Landkreises Holzminden gab es in diesem Jahr lediglich einen anonymen Hinweis, dass in einem Fall die Fragen und Antworten der Sprachprüfung über die Plattform Telegram käuflich erworben wurden. Dazu liegen allerdings noch keine weiteren Erkenntnisse vor.

Künftig zehn Jahre Einbürgerungssperre möglich

Bei nachgewiesenen Fälschungen werden Einbürgerungsanträge abgelehnt und Strafanzeigen gestellt. Wer im Einbürgerungsverfahren täuscht oder unvollständige Angaben macht, soll künftig zehn Jahre lang nicht mehr deutsche Staatsbürger werden können. Das sieht ein Gesetzentwurf zur Einstufung sicherer Herkunftsländer vor, die der Innenausschuss des Bundestags Anfang Dezember beschlossen hat.

Um Fälschungen schneller zu erkennen, haben einige Kommunen ihre Prüfverfahren verschärft. In Oldenburg erhielten Mitarbeitende nach Angaben einer Sprecherin flächendeckende Schulungen, zudem sollen neue Prüfungsmaterialien eingesetzt werden.

QR-Codes führen zu gefälschten Websites

Um Missbrauch zu erschweren, setzen einige Sprachschulen auf zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont versehen sie Sprachzertifikate etwa mit QR-Codes, die auf die Website des jeweiligen Anbieters führen. Mittlerweile erstellen Betrüger allerdings auch gefälschte Webseiten, die den Originalseiten täuschend ähnlich sehen.

Verhindern lassen sich Fälschungen seitens der Einbürgerungsbehörde nicht, teilte eine Sprecherin des Landkreises Rotenburg mit. Die Behörde könne jedoch mit besserer Verifikation entgegenwirken, hieß es

22 Dezember 2025 0 Kommentare
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Politik

Das Regime der justiziellen Vernichtung: Neue Angriffe im Schatten der globalen Krise

von Can Taylan Tapar 21 Dezember 2025
von Can Taylan Tapar

Die Geschwindigkeit und Härte, mit der das Erdoğan-Regime in den letzten Tagen oppositionelle Stimmen mithilfe der Justiz zerschlägt, überraschen nicht mehr – doch sie schüren die Wut. Dieser autoritäre Sprung ist kein zufälliger Wutausbruch, sondern die neue und härteste Phase der faschistoiden Institutionalisierung des Regimes.

Der Griff der Justiz und zum Schweigen gebrachte Journalisten

Die Ereignisse der letzten zehn Tage sind der Beweis dafür, dass die Pressefreiheit systematisch „vernichtet“ werden soll. Die Chronologie deutet auf ein beängstigendes Tempo hin:

  • 11. Dezember: Der Journalist Enver Aysever wurde aufgrund einer Kritik am „Rechtsextremismus“ und seiner soziologischen Feststellungen in einem Interview verhaftet. Die zugrundeliegende Logik brandmarkt säkulare Kritik als „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindschaft“. Indem Aysever auf die Rolle des Rechtsextremismus bei der gesellschaftlichen Zersetzung hinwies, rührte er an das ideologische Schutzschild des Regimes.

  • 19. Dezember: Der Journalist Levent Gültekin wurde unter dem Vorwand der „Desinformation“ festgenommen. Damit hat das Regime erneut deklariert, dass es kritische Kommentare als „Fake News“ etikettiert und die Zensur faktisch legalisiert hat.

  • 20. Dezember: Ironischerweise wurde auch der AKP-nahe Journalist Zihni Çakır verhaftet. Dies zeigt, dass das Regime selbst „Abweichungen“ in den eigenen Reihen nicht mehr toleriert, der Loyalitätstest verschärft wurde und das System begonnen hat, seine eigenen Anhänger zu fressen.

Fügt man diesem Bild den wegen Spionagevorwürfen inhaftierten Merdan Yanardağ, den zu 4 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilten und weiterhin inhaftierten Fatih Altaylı sowie die Operationen gegen Şaban Sevinç und Yavuz Oğhan hinzu, wird das Panorama klarer. Laut dem Bericht von Reporter ohne Grenzen (RSF) vom Dezember 2025 wurden in der Türkei im letzten Jahr 20 Verhaftungen, drei Hausarrest-Anordnungen und Dutzende gerichtliche Kontrollmaßnahmen gegen Journalisten verhängt. Unser Land stellt einen erheblichen Teil der weltweit inhaftierten Journalisten.

Das Erdoğan-Regime ist ein Klassenprojekt

Betrachtet man die Situation im Lichte des historischen Materialismus, so ist das Erdoğan-Regime ein Apparat, der konstruiert wurde, um die Interessen der Bourgeoisie zu schützen und die werktätigen Massen unter Druck zu halten. Die Unabhängigkeit der Justiz ist längst eine Illusion. Jene Mentalität, die seit den Ergenekon- und Balyoz-Prozessen mit fingierten Beweisen, geheimen Zeugen und medialen Lynchkampagnen die Unschuldsvermutung mit Füßen tritt, wendet diese Methoden heute in noch raffinierterer Form gegen die Opposition an. Das Wegsehen beim juristischen Mord seit der Einstellung der Korruptionsermittlungen vom 17. bis 25. Dezember hat das Fundament für das heutige Bild gelegt.

Um seine mit religiös-konservativen Codes verwobene Hegemonie zu schützen, zerstört das Regime den Boden für rationale Diskussionen. Das „Desinformationsgesetz“ und der Knüppel der Justiz dienen eigentlich dazu, zu verhindern, dass die werktätigen Massen die Wahrheit erkennen; sie dienen dazu, die Korruption, das Schmelzen des Mindestlohns angesichts der Inflation sowie die steigende Arbeitslosigkeit und Armut zu verschleiern. Denn je mehr die kritischen Medien zum Schweigen gebracht werden, desto reibungsloser funktionieren die Ausbeutungsmechanismen.

Die Liquidierung der Politik: Von den Rathäusern in die Zellen

Der Angriff beschränkt sich nicht nur auf Journalisten; auch der politische Raum wird verengt.

  • Lokalverwaltungen: Die nacheinander eröffneten Verfahren und Haftandrohungen gegen den Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu sowie die Operationen gegen oppositionelle Stadtverwaltungen wie in Adana zielen darauf ab, eine „arbeitnehmerorientierte“ Politik in den Lokalverwaltungen zu untergraben. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die lokalen Ressourcen nicht der Bevölkerung, sondern den Kapitalgruppen der zentralen Macht zufließen.

  • Kurdische Politik und die Linke: Der Knüppel des Regimes trifft am härtesten die kurdischen Politiker. Die jahrelange Inhaftierung von Selahattin Demirtaş, die willkürliche Ablehnung des Antrags von Selçuk Mızraklı auf Verlegung in den offenen Vollzug und die Verhinderung der Freilassung von Figen Yüksekdağs Zellengenossin Gazel Bulut zeigen, wie sich das Recht in ein „Racheinstrument“ verwandelt hat.

Imperialistische Widersprüche und das vom Westen geschaffene Vakuum

Warum gewinnt dieser autoritäre Sprung gerade jetzt an Fahrt? Die Antwort liegt in dem internationalen Vakuum und den imperialistischen Widersprüchen, die Erdoğan meisterhaft nutzt.

  • Der Trump-Effekt: Die Rückkehr von Donald Trump in das US-Präsidentenamt und seine „America First“-Politik lockern den menschenrechtlichen Druck auf die Türkei. Washington sieht Erdoğan als ein „ausgleichendes Element“ im Nahen Osten.

  • Die Krise Europas: Während der Ukraine-Russland-Krieg Europa in eine Energie- und Sicherheitskrise stürzt, verschafft sich Erdoğan einerseits durch Energieabkommen mit Russland eine wirtschaftliche Atempause und vermarktet andererseits die militärischen Kapazitäten der Türkei (Lage am Schwarzen Meer, Rüstungsindustrie) an den Westen.

  • Das Abkommen des Schweigens: Aufgrund von Sicherheitsbedenken gibt der Westen grünes Licht für Erdoğans internen Autoritarismus. Da die internationale Kontrolle schwächer wird, agiert das Regime im Inneren rücksichtsloser. Während Erdoğan seit Beginn des Krieges außenpolitisch als „Vermittler“ punktet, zerschlägt er im Inneren die Opposition.

Fazit: Der Ausweg aus der Dystopie ist Widerstand

Dass Erdoğan „Demokratie“-Reden schwingt, während er Journalisten in Zellen sperrt, wirkt wie aus einem dystopischen Roman; doch dieser Roman ist leider unsere Realität. Aber diese Repressionen sind zugleich ein Zeichen für die Schwäche und die Angst des Regimes.

Angesichts dieser Gesetzlosigkeit zu schweigen, wäre ein Sieg für das Regime. Diese Geschehnisse sind kein Schicksal, sondern eine verschärfte Phase des Klassenkampfes. Es ist notwendig, diese Ereignisse mit einer rationalen Haltung zu analysieren und sich von dogmatischen Ideologien zu lösen. Die Geschichte lehrt uns: Faschistoide Strukturen können nur durch kollektiven Widerstand gestürzt werden.

Mut bedeutet, die Wahrheit zu suchen und sie auszusprechen; sich nicht dem Sieg der vorübergehenden Lügen zu beugen. Das Erdoğan-Regime kann dieses globale Vakuum nicht ewig ausnutzen; denn diejenigen, die auf der Seite der Arbeit stehen, werden früher oder später Rechenschaft fordern.

21 Dezember 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Umfrage zu Dobrindts „Migrationswende“: Bei diesen Wählern ist die Zustimmung am größten

von Fremdeninfo 21 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von dpa/Eva Maria Braungart/Berliner Zeitung 

Viele Menschen halten die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigte „Migrationswende“ grundsätzlich für sinnvoll. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergeben.

Auf die Frage, ob sie das von Dobrindt verfolgte Ziel einer Reduzierung der Zuwanderung von Asylsuchenden teilen, antworteten 53 Prozent der Befragten, dieses „voll und ganz“ zu befürworten. Weitere 23 Prozent der erwachsenen Bundesbürger befürworten dieses Ziel „eher“.Insgesamt 15 Prozent der Deutschen lehnen Dobrindts Kurs ganz oder eher ab. Neun Prozent der Befragten trauten sich in dieser Frage entweder kein Urteil zu oder machten keine Angabe.Den größten Anteil von Befürwortern des Ziels, die Asylzuwanderung zu reduzieren, findet sich laut Umfrage unter den Menschen, die bei der zurückliegenden Bundestagswahl die AfD gewählt haben. Überdurchschnittlich groß ist der Anteil derjenigen, die hier „voll und ganz“ zustimmen, auch bei Wählern von CDU und CSU sowie von BSW und FDP. Etwas geringer sind die Werte hier bei den SPD-Wählern von SPD, deutlich geringer bei den Anhängern von Grünen und Linke. Für Dobrindts „Migrationswende“ sprechen sich tendenziell mehr ältere als jüngere Menschen aus.Der Bundesinnenminister hatte nach seinem Amtsantritt im Mai eine Intensivierung der von seiner Vorgängerin, Nancy Faeser (SPD), angeordneten Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen verfügt. Außerdem gab er die Order, auch Asylbewerber an den Grenzen zurückzuweisen – mit Ausnahme von Schwangeren, Kranken und anderen Menschen, die vulnerablen Gruppen angehören.Auf EU-Ebene setzt sich Dobrindt für verschärfte Regeln ein, die eine Auslagerung von Asylverfahren in Staaten außerhalb der Europäischen Union ermöglichen und sogenannte Rückkehrzentren (Return Hubs) erlauben, in die ausreisepflichtige Asylbewerber gebracht werden, die nicht in ihre Heimat- oder Herkunftsländer abgeschoben werden können. Allerdings müssten für beide Maßnahmen erst noch Staaten gefunden werden, die solche Einrichtungen auf ihrem Territorium akzeptieren.Dazu, ob die angekündigte „Migrationswende“ der Bundesregierung tatsächlich vollzogen wird, gibt es ein vielfältiges Meinungsbild. Lediglich acht Prozent der Befragten sehen demnach eine „deutliche Kursänderung“. Eine „leichte Kursänderung“ wird von 38 Prozent der Bundesbürger wahrgenommen. 42 Prozent der Deutschen erkennen keine Änderung des Kurses der Bundesregierung in der Migrationspolitik. Mehr als jeder Zehnte (zwölf Prozent) mag dies entweder nicht beurteilen oder antwortete nicht auf diese Frage. An der Umfrage nahmen zwischen dem 12. Dezember und dem 15. Dezember mehr als 2100 Wahlberechtigte teil.Nach Angaben des Bamf wurden von Januar bis Ende November 2025 insgesamt 157.436 Personen als Asylsuchende registriert, davon 106.298 mit einem Erstantrag und 51.138 mit einem Folgeantrag. Die Zahl der Erstanträge liegt damit zwar um 51 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, als noch 216.861 Erstanträge gestellt wurden.

21 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Die Früchte des Kampfes: Ein Abend im Zeichen kurdischer Identität

von Cumali Yağmur 20 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Cumali Yagmur

Am 19. Dezember 2025 fand im Hannover Kuppelsaal ein Konzert mit kurdischen Künstlern statt, das von einem erlesenen und zahlreichen Publikum besucht wurde. Die Zuschauer, die sich mit den von den Künstlern vorgetragenen Liedern identifizierten, erlebten eine Welle der Begeisterung. Das kurdische Volk, das sich jahrelang nach seiner eigenen Kultur gesehnt hatte, verschmolz an jenem Abend in einer tief empfundenen, von Herzen kommenden Emotionalität.

Angesichts der intensiven Zuneigung, die ihnen die Menge entgegenbrachte, sangen die Künstler ihre Lieder mit großer Leidenschaft. Melodien, die sie jahrelang nicht frei vor großen Menschenmengen singen durften, schrien sie an jenem Abend so heraus, wie es ihnen aus dem Herzen kam. Dass alle namhaften Künstler der Region zusammenkamen und ihre Lieder ausschließlich in kurdischer Sprache vortrugen, erfüllte die Zuhörer mit großer Freude.

Die jahrelang unterdrückte kurdische Kunst und Literatur wurde in der Vergangenheit oft so dargestellt, als sei sie die gemeinsame Kunst der gesamten Türkei. Doch an jenem Abend wehte sowohl bei den Künstlern als auch beim Publikum ein Hauch, als begänne eine neue Ära. Die Früchte des jahrzehntelangen Kampfes der kurdischen Bewegung waren an jenem Abend sowohl bei den Künstlern als auch bei den Massen deutlich spürbar.

Obwohl der anhaltende Druck sowie die Verhaftungen gegen Kurden, ihre Künstler und Intellektuellen in der Türkei bedauerlicherweise zeitweise immer noch andauern, machten all diese Widrigkeiten an jenem Abend einer fast schon feiertagsähnlichen Stimmung Platz. Die fünfzigjährige Erfahrung der kurdischen Bewegung schuf im Zusammenschluss mit den Künstlern eine positive und kraftvolle Atmosphäre.

Als das Volk am Ende des Konzerts die Bühne stürmte, fielen sich Künstler und Zuhörer in die Arme. In einer Atmosphäre wahrer Festlichkeit erlebten die Menschen in Schönheit und Einigkeit einen unvergesslichen Abend. Diese bedeutungsvolle Nacht endete auf eine Weise, die tiefe Spuren in den Herzen hinterließ und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

20 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Gedenken an das Massaker von Maraş

von Cumali Yağmur 19 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Turgut Öker

Vor 47 Jahren, zwischen dem 19. und 26. Dezember 1978, wurde in Maraş ein barbarischer Völkermord begangen. Hunderte von Kindern, Jugendlichen und alten Menschen – unschuldige Aleviten, die in Maraş lebten – wurden grausam ermordet.

Während des Völkermords wurden Revolutionäre, Aleviten und die Opfer selbst, die unter Einsatz ihres Lebens bis zum Äußersten Widerstand leisteten, um noch mehr Morde zu verhindern, vor Gericht gestellt und jahrelang in Gefängnissen dem Verfall preisgegeben. Der Rädelsführer des Völkermords, Ökkeş Şendiller, wurde hingegen zum Abgeordneten ernannt, während die anderen barbarischen Angreifer einer nach dem anderen belohnt wurden. Das heißt, die Mörder wurden zu Helden verklärt und die Ermordeten zu Schuldigen erklärt.

Warum wurde all dies getan?
Damit dieses Land von Imperialisten bis in seine tiefsten Strukturen hinein ungehindert ausgebeutet werden kann…
Damit das Land von einer militärfaschistischen Diktatur regiert wird…
Damit alle revolutionären Kräfte liquidiert werden und das Land der Herrschaft von islamistisch-reaktionären Kräften überlassen wird, die sich nach dem Mittelalter sehnen…

Und leider haben sie ihre Ziele erreicht. Die in Maraş lebende alevitische Gemeinschaft war gezwungen, ihre Heimat, ihre Häuser und ihr Land zu verlassen und in andere Länder zu fliehen. Heute wurden auf dem Boden, den die Aleviten räumen mussten, militante Überreste von Al-Qaida und dem IS angesiedelt, die aus Syrien mitgebracht wurden.

Ganze 30 Jahre lang konnte im Stadtzentrum von Maraş, dem Ort des Völkermords, nicht einmal eine einzige Verurteilung der Taten ausgesprochen werden. Unserer Märtyrer konnte nicht gedacht werden.

Vor 17 Jahren organisierten wir mit einer Gruppe von Freunden zum ersten Mal eine Gedenkveranstaltung im Zentrum von Maraş. Reaktionär-faschistische Gruppen, organisiert von Ökkeş Şendiller, einem der Drahtzieher des Völkermords, griffen unsere Kundgebung an. Das Gouverneursamt nahm diesen Angriff zum Vorwand und erlaubt seit diesem Tag keine Gedenkfeiern mehr im Stadtzentrum. Es wird uns lediglich gestattet, im Garten unseres Cemevis in Yörükselim zu gedenken – ein Cemevi, dessen Bau wir angeführt haben, damit die alevitische Gemeinschaft nicht vollständig assimiliert wird.

Mit dieser Mentalität kann kein Fortschritt erzielt werden. Die Wunden der Türkei können nicht heilen, ohne dass man sich dem in der Vergangenheit erlittenen Schmerz stellt, ohne dass Friedensdenkmäler an den Orten des Völkermords errichtet werden und ohne dass alle Teile der Gesellschaft an diesen Gedenkfeiern teilnehmen und sich der erlebten Grausamkeit stellen. Erst wenn der Staat seine Verantwortung anerkennt, sich entschuldigt und die notwendigen Schritte unternimmt, werden die Wunden heilen und ein gesellschaftlicher Friede ermöglicht.

Wahre Geschwisterlichkeit kann nur mit einer Gesinnung aufgebaut werden, die sich den Tatsachen stellt, und nicht mit einer, die leugnet und vertuscht.

Deshalb werden wir, wie jedes Jahr, auch dieses Jahr am 20. Dezember – also morgen – in Maraş-Yörükselim sein. Wir werden unserer Märtyrer erneut gedenken.

Wir haben nicht vergessen.
Wir werden nicht vergessen lassen.

Cumali Yagmur

 „Heute ist der 19. Dezember; der Jahrestag des Massakers von Maraş in der Türkei. Die Ereignisse, deren Zündschnur durch den Bombenanschlag auf ein Kino in Maraş entfacht wurde, entwickelten sich zu einem organisierten Angriff auf alevitische Wohnviertel. In diesem Prozess, der offensichtlich im Voraus geplant war, wurden Gebiete mit hoher alevitischer Bevölkerungsdichte systematisch ins Visier genommen. Infolge dieser faschistischen Angriffe wurden 111 alevitische und linksorientierte Bürger ermordet.

Während eine ganze Stadt vor den Augen der Welt in Brand gesteckt wurde, waren ausschließlich Menschen alevitischen Glaubens das Ziel. Faschistische Banden stachelten die Bevölkerung mit Gräuelpropaganda und Demagogie wie „Die Aleviten organisieren sich, sie werden den Staat angreifen“ auf; mit Gruppen, die sie aus Dörfern und Städten zusammenzogen, richteten sie ein großes Blutbad an.

Dass die staatlichen Sicherheitskräfte diesen Angriffen tatenlos zusahen, vergrößerte das Ausmaß des Massakers noch weiter. Im historischen Verlauf vom Osmanischen Reich bis zur Republik waren Aleviten immer wieder Massakern ausgesetzt und ihr Eigentum wurde geplündert. In der Gründungsphase der Republik wurde eine Struktur übernommen, die unterschiedliche Identitäten und Glaubensrichtungen ausschloss. Obwohl den Aleviten „Brüderlichkeit“ versprochen wurde, wurde der sunnitische Glaube durch Institutionen wie das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) innerhalb der Staatsstruktur offiziell institutionalisiert. Obwohl Aleviten ihre bürgerlichen Pflichten erfüllen und ihre Steuern zahlen, werden ihnen grundlegende Rechte und Freiheiten weiterhin vorenthalten.“

19 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Die Türkei aus der Sicht einer deutschen Frau: Liebe, Kritik und Hoffnung aus Istanbul

von Fremdeninfo 19 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von: Steffi Bozoglu

„Ich verfolge Ihre Artikel über Migranten in Deutschland seit Jahren. Ich schätze Ihren Kampf in diesem Bereich sehr und möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken.

Ich bin eine deutsche Frau, die seit 25 Jahren in Istanbul lebt. Da mein Mann und meine zwei Kinder Türken sind, leben wir hier. Niemand kann leugnen, dass jeder Migrant, der sein eigenes Land verlässt, in dem Land, in dem er sich niederlässt, Schwierigkeiten erlebt. Istanbul ist für mich eine der schönsten Städte der Welt, die ich je bereist und in denen ich gelebt habe.

In der Türkei sind die Menschen im Vergleich zu europäischen Ländern fröhlicher und hilfsbereiter. Dennoch kann es vorkommen, dass man befremdlich reagiert, weil man Ausländer ist und anders aussieht. Man kann eine Art von Fremdheit verspüren, die es in europäischen Ländern so nicht gibt. Wenn man das Türkische nicht so gut beherrscht wie sie, machen sie sich über einen lustig und versuchen, das Türkisch zu korrigieren. In solchen Momenten kann man sich fremd fühlen und das Gefühl bekommen, herabgesetzt zu werden.

Wichtig ist, dass man sich dessen bewusster wird und erkennt, dass man ein Recht darauf hat, in der Stadt zu leben, in der man wohnt, auch wenn man nicht ursprünglich von dort stammt. Man muss wissen, dass Istanbul nicht das Privateigentum von irgendjemandem ist; man muss verstehen, dass hier neben Türken auch andere Menschen leben. In Istanbul wacht man morgens auf eine ganz besondere Weise auf: Auf der einen Seite die Rufe der Simit-Verkäufer, auf der anderen die Schreie der Möwen und der Klang des Gebetsrufs – so beginnt der Tag. Am Anfang hat mich das sehr gestört, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles und akzeptiert das Leben in diesem Land. Ich lebe hier nicht mehr wie ein Gast, sondern wie eine Einheimische Istanbuls. Andererseits ist das Leben in der Türkei völlig anders; manchmal spürt man eine voreingenommene und rassistische Haltung gegenüber anderen Nationen. Minderheiten in der Türkei, wie zum Beispiel Kurden und andere Gruppen, werden manchmal nicht gut behandelt.

Die aktuelle AKP-MHP-Regierung schränkt die Menschen sehr ein, und die Leute können ihre Gedanken nicht offen äußern. Journalisten, Autoren und all jene, die nicht wie die Regierung denken, werden sofort festgenommen und inhaftiert. Wir befinden uns in einer politisch schwierigen Phase. Die jungen Menschen haben es völlig satt; zwei von drei Jugendlichen möchten ins Ausland gehen.

Dabei ist die Türkei ein so schönes Land, in dem man vier Jahreszeiten gleichzeitig erleben kann. Mit seinen Meeren und seiner Natur ist es ein einzigartiges Land. Wenn dieser Regierungsstil nicht wäre, könnte alles ganz anders sein.

Ich sende Ihnen herzliche Grüße aus Istanbul und wünsche Ihnen viel Erfolg.“

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Flüchtlinge

Grünen-Chef kritisiert EU-Asyl-Verschärfung – „In Europa gibt es keine Brandmauer mehr

von Fremdeninfo 19 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von : Welt

Der Grünen-Vorsitzende/ Felix Banaszak

 

Lange rang die EU um eine neue Asylpolitik. Nun verständigten sich die Verhandler des EU-Parlaments und des Rats der EU auf schärfere Regelungen. Kritik kommt unter anderen vom Co-Vorsitzenden der Grünen.

Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak hat die geplanten schärferen europäischen Asylregelungen kritisiert. Mit der Entscheidung könnten in Zukunft Asylverfahren in Drittstaaten durchgeführt werden, sagte Banaszak der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. „Schutzsuchende – Frauen und Kinder – sollen also zukünftig ohne Asylverfahren in Europa in Länder abgeschoben werden können, zu denen sie keinerlei Verbindung haben“, so der Grünen-Politiker.

Die Verhandler des EU-Parlaments und des Rats der EU hatten sich in der Nacht zum Donnerstag in Straßburg auf die schärfere Regelung verständigt. Die Menschen sollen dann in den Drittstaaten Asyl beantragen, nicht in Europa. Ausnahmen gelten für unbegleitete Minderjährige. Außerdem wurden weitere Staaten als „sichere Herkunftsländer“ eingestuft. Formell muss die Einigung von Rat und Parlament noch bestätigt werden. Die Regelungen sind Teil des EU-Migrations- und Asylpakets, das bis Juni 2026 in Kraft treten soll.

„Verfahren setzt Menschenrechte aufs Spiel“

Weiter erklärte Banaszak, das Verfahren setze Menschenrechte aufs Spiel, löse die Probleme nicht und sei zudem sehr teuer. „Eine Migrationspolitik, die nur noch blind auf massive Verschärfungen setzt, ist keine europäische Antwort auf die Herausforderungen von Krieg und Verfolgung in der Welt.“

Der Grünen-Vorsitzende warf CDU und CSU zudem vor, im Europäischen Parlament gemeinsam mit der AfD und anderen rechtsextremen Parteien für eine massive Asylrechtsverschärfung gestimmt zu haben. „In Europa gibt es keine Brandmauer mehr – und Friedrich Merz schaut stillschweigend zu“, so Banaszak.

Auch Brot für die Welt bemängelte Verschärfungen. Die EU habe damit dem sogenannten „Ruanda-Modell“ Tür und Tor geöffnet und seine Umsetzung in der EU vorbereitet. Das Konzept der „sicheren Drittstaaten sei ein Teil der repressiven EU-Abschottungspolitik, erklärte der Verband. Es ermögliche den EU-Mitgliedstaaten künftig, den Zugang zum EU-Asylsystem erheblich einzuschränken – mit dem vagen Hinweis, auch in anderen Weltregionen seien sie sicher.

„Menschen sind keine Waren“

Damit bringe die EU das System des globalen Flüchtlingsschutzes ins Wanken. Menschen seien keine Waren. „Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Menschen gegen ihren Willen in Länder abgeschoben werden, in die sie nie wollten, zu denen sie keinerlei Bezug haben und in denen sie oft auch nicht sicher sind.“

Anmesty International bezeichnete die Verschärfungen als beispiellose Attacke auf das Asyl in Europa. Dieser Versuch, internationale rechtliche Verpflichtungen zu umgehen, verlagere die Verantwortung der EU für den Flüchtlingsschutz weiter auf Länder außerhalb Europas und sei alles andere als eine humane Migrationspolitik, die die Würde der Menschen achte.

KNA/jac

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Allgemein

Nazi-Musik auf Weihnachtsmarkt in Otterndorf – Tatverdächtiger ermittelt

von Fremdeninfo 18 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 Von:Waz

Mit „weihnachtlichem Lichterglanz“ und dem „Duft von Lebkuchen und Tannennadeln in der Luft“ wirbt das Stadtmarketing im niedersächsischen Städtchen Otterndorf (7500 Einwohner, Landkreis Cuxhaven) für den jährlich am dritten Advent stattfindenden „Sternenmarkt“. Der kleine, aber liebevoll gestaltete Weihnachtsmarkt im historischen Zentrum ist in der Region bekannt und zieht hunderte Besucher an. Auch am vergangenen Wochenende (12. bis 14. Dezember) war es nicht anders. Doch vorweihnachtliche Atmosphäre sollte diesmal nicht aufkommen. Der Grund: volksverhetzende, rechtsextreme Musik, die über eine Musikanlage abgespielt wurde und über den Weihnachtsmarkt schallte.

  • Reporter vor Ort: Der Arzt, der zum Täter wurde: Auf den Spuren des Taleb A.
  • Sicherheit: Kommen für Weihnachtsmärkte Kontrollen wie am Flughafen?
  • Therapeutin: Wie Eltern mit Kindern über den Anschlag sprechen können
  • Übersicht: Mutmaßlicher Täter von Magdeburg – Wer ist Taleb A.?
  • Kanzler in Magdeburg: Als Scholz Blumen niederlegt, kochen die Emotionen hoch

Wie Stadtdirektor Frank Thielebeule der „Bild“-Zeitung gesagt hatte, sei nicht auszuschließen, dass Unbekannte die Lautsprecher über Funk gekapert haben könnten. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung und wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. Der reine Besitz der Musik sei nicht verboten, erklärte der Polizeisprecher. Es sei allerdings nicht erlaubt, die rechtsradikalen und jugendgefährdenden Lieder öffentlich zu spielen.

Thielebeule sprach von einem „Desaster“ für Otterndorf. „Wir haben hier seit vielen Jahren einen erfolgreichen und friedlichen Weihnachtsmarkt und stehen nun mit so einer Geschichte in der Presse“, sagte er der „Bild“. Die Gemeinde Otterndorf reagierte mit einer Stellungnahme: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form von Extremismus. Die Wiedergabe wurde umgehend unterbunden. Der Vorfall wurde bei den zuständigen Behörden angezeigt und befindet sich in der Aufklärung.“

18 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Reform des BürgergeldesKabinett beschließt neue Grundsicherung

von Fremdeninfo 18 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

Von:  Tages spiegel

 

Drei Jahre nach dem Start des Bürgergelds hat die Bundesregierung für seine Abschaffung gestimmt. Die vom Kabinett gebilligte Reform sieht unter anderem härtere Sanktionen bei versäumten Jobcenter-Terminen vor.

Das Bundeskabinett hat eine Sozialreform beschlossen, die das bisherige Bürgergeld durch eine neue Grundsicherung ersetzen soll. Auf die rund 5,5 Millionen Menschen, die Bürgergeld beziehen, kommen damit deutlich verschärfte Regeln zu.

So soll ein kompletter Wegfall von Leistungen möglich werden, wenn Beziehende des staatlichen Geldes nicht erreichbar sind. Bei drei versäumten Einladungen zu Terminen sollen Jobcenter die Überweisungen einstellen. Auch der Verlust der Wohnkostenübernahme droht.

Allerdings müssen die Behörden den Betroffenen den Plänen zufolge Gelegenheit zur persönlichen Anhörung geben. Psychisch Kranke sollen vor einem Wegfall der Leistungen geschützt werden.

Neue Regeln, geringe erwartete Einsparungen

Härter vorgehen soll der Staat künftig auch beim Vermögen der Betroffenen. So sieht der Gesetzentwurf die Abschaffung einer festen Karenzzeit für Schonung von Vermögen vor. Zuerst soll eigenes Einkommen und Vermögen eingesetzt werden, bevor Grundsicherung fließt. Die Höhe von Schonvermögen soll sich zukünftig nach dem Lebensalter richten.

Vorrangiges Ziel der Jobcenter soll Vermittlung in Jobs sein. Wenn eine Weiterbildung erfolgversprechender erscheint, soll dem weiter der Vorzug gegeben werden. Angebote an die Betroffenen sollen die Jobcenter in einem gemeinsamen Kooperationsplan zusammenstellen.

Ursprünglich vor allem seitens der Union erhoffte großen Einsparungen werden durch die angestrebte Reform nicht erwartet. 2026 sollen bei Bund, Ländern, Kommunen und Bundesagentur für Arbeit 86 Millionen Euro weniger fällig werden, dann 70 Millionen. Dagegen sollen in den Folgejahren sogar 11 beziehungsweise 9 Millionen mehr anfallen.

 

Widerstand an der SPD-Basis

Nachdem die Regierung den Gesetzentwurf beschlossen hat, muss sich nun das Parlament mit der Reform befassen. Kritik kommt schon jetzt von der Linkspartei und den Grünen.

Mitgliederbegehren gegen die Reform gestartet.

Sozialverbände kritisieren Reformpläne

Sozialverbände warnen ebenfalls vor zu harten Sanktionen und einer Stigmatisierung von Erwerbslosen. „Die vorgesehenen, tief in das Existenzminimum eingreifenden Sanktionsmöglichkeiten gefährden gerade benachteiligte Personengruppen“, warnte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Die Bundesregierung stelle mit der Reform „Verdacht vor Vertrauen“.

Ähnlich äußerte sich Michael Groß, der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO): „Mit der Neuen Grundsicherung verwendet die Bundesregierung viel Energie darauf, Menschen in Not schärfer zu sanktionieren“.

Auch die Diakonie Deutschland kritisierte die neue Grundsicherung als verfehlt. „Statt den Druck zu erhöhen, sollte die Regierung die Jobcenter so ausstatten, dass sie Menschen durch gute und wirksame Beratung, Förderung und Vermittlung langfristig in Arbeit bringen können“, erklärte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch

18 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

 Muslimische Stimmen in der Frankfurter Slam-Szene

von Fremdeninfo 18 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 Von: F.R.

etry Slam Veranstaltung von „i,Slam“ © i,Slam

Der Verein „i,Slam“ lädt zu einem Poetry Slam. Newcomer aus der Rhein-Main-Region sind dabei

I,Slam“ steht für eine Mischung aus Islam und Poetry Slam und ist der Name eines Vereins, der am Samstag, 20. Dezember, zu einer Veranstaltung in Frankfurt einlädt. Sein Ziel: Er will muslimischen Stimmen einen Raum geben.

Dass sich in der Poetry Slam Szene etwas verändert hat, beobachtet nicht nur Haroon. Von einigen Wochen gewann Ayse Irem, Mitglied von „i,Slam“, die Deutsche Meisterschaft in Chemnitz. Sie rechnete mit Friedrich Merz ab: „Jetzt wo ich mehr will als Büroräume sauberzumachen, möchtest du, dass ich das Land verlasse.“ Irem übt in ihren Texten eine scharfe Gesellschaftskritik. Sie spricht über einen rassistischen Diskurs, der Muslim:innen ihre Zugehörigkeit abspricht und denkt laut über das Auswandern nach.

Am Samstag stehen neun Newcomer:innen aus der Rhein-Main Region auf der Bühne des Saalbaus Schönhof. Sie stellen sich einer Jury, die zufällig unter den Gästen ausgewählt wird. Wer gewinnt, wird zum bundesweiten Finale reisen, auf dem es die Umrah, die kleine Pilgerfahrt nach Mekka zu gewinnen gibt. Haroon wird die Moderation übernehmen. Organisiert hat die Veranstaltung die Lokalgruppe Frankfurt

18 Dezember 2025 0 Kommentare
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