Von: Turgut Yüksel, SPD-Landtagsabgeordneter in Hessen
Im Hinblick auf die jüngsten Social-Media-Beiträge der grünen Bundestagsabgeordneten und ehemaligen hessischen Staatssekretärin Ayse Asar, in denen diese den Ruhestand des Professors für Turkologie, Prof. Dr. Kirchner, an der Justus-Liebig-Universität in Gießen mit einem vermeintlichen Scheitern des Schulversuchs Türkisch in Verbindung zu bringen versucht, weist der integrationspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Turgut Yüksel, diese Darstellung als haltlos zurück:
„Der von Frau Asar hier konstruierte Zusammenhang entspricht nicht den Fakten. Mit ihren Einlassungen suggeriert sie, dass der Ruhestand des Professors für Turkologie in Gießen in einem Sachzusammenhang mit der mangelnden Annahme des Schulversuchs ‚Türkisch als zweite Fremdsprache‘ an den hessischen Schulen steht – und das ist schlicht falsch.
Der Schulversuch wurde zum Schuljahr 2022/2023 ins Leben gerufen und von Beginn an wissenschaftlich eng von Prof. Kirchner begleitet, wobei diese konkrete Begleitung befristet war und zwischenzeitlich ausgelaufen ist. Seither wird der Schulversuch von anderen Personen wissenschaftlich unterstützt. Diese Unterstützung stand nie zur Disposition.
Selbstverständlich finde ich es auch sehr bedauerlich, dass die Professur von Herrn Prof. Kirchner aufgrund geringer Nachfrage der Studierenden nicht nachbesetzt wird. Dies aber als Zeugnis für eine angeblich mangelnde Förderung der Sprache in Hessen zu sehen, halte ich weder für angemessen noch für begründet. Die nachhaltige Perspektive des Fremdsprachenunterrichts ist die notwendige Bedingung für den Erfolg des Schulversuchs. Darauf habe ich immer hingewiesen.
Als ehemaligem Regierungsmitglied müsste Frau Asar eigentlich bewusst sein, dass das Ende der Professur eben kein Ende des Schulversuchs bedeutet. Dass sie diesen Zusammenhang trotzdem herzustellen versucht, wird diesem wichtigen Thema mitnichten gerecht und schürt in unseren Schulen Zweifel an der nachhaltigen Perspektive des türkischen Fremdsprachenunterrichts. Ich appelliere an alle Schulen, Eltern sowie Schüler:innen in Hessen, die Nachfrage nach Türkischunterricht aufrechterhalten, um den Schulversuch erfolgreich fortsetzen zu können.“