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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Politik

Die Situation der Behinderten unter EinwanderInnen

von Fremdeninfo 31 Mai 2017
von Fremdeninfo

Die Situation der Behinderten unter EinwanderInnen

Eingewanderte Behinderte haben ein noch härteres Schicksal. Sie werden doppelt diskriminiert und ausgegrenzt. Auf der einen Seite wegen ihrer Behinderung und hinzukommend wegen ihres Status als EinwanderInnnen.

Weiterhin stehen sie immer in kritischer Auseinandersetzung mit der Familie und ihrer Umgebung. Ebenfalls die heutige aber auch die vergangenen Behindertenpolitik kümmert sich nie ausreichend um deren Bedürfnisse worunter die Betroffenen natürlich unvermeidbar leiden.

Die Situation von behinderten EinwanderInnen befindet sich im Spannungsfeld von Ausgrenzung und Diskriminierung. Tagtäglich müssen sie mit diskriminierenden Lebensverhältnissen und ethnisierenden Fremdzuschreibungen umgehen. Der Blick soll dabei besonders auf unauffällige und defensive Umgangsformen gerichtet werden: Das Verschweigen oder Nichtthematisieren des eigenen Migrationshintergrunds und die Verharmlosung von gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen sowie persönlichen Ausgrenzungserfahrungen. Diese Umgangsformen fanden bisher weder im alltäglichen noch im sozialwissenschaftlichen Diskurs besondere Beachtung. An ihnen wird jedoch die Diskrepanz von individuellen Erfahrungen in der Aufnahmegesellschaft für eingewanderte Behinderte sehr deutlich.

Recht als Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltungspraxis spiegelt den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderten, einer Minderheit, wieder, die früher bestenfalls Objekt staatlicher Fürsorge sein konnten und denen inzwischen in begrenztem Umfang gesellschaftliche Teilhabe eingeräumt wird. Als Zuteilungsmaßstab gelten die Angemessenheitsvorstellungen der Mehrheit. Die quantitative „Dichte“ des gesetzlichen Schwerbehindertenschutzes ist allerdings kein Hinweis auf stabile, gesicherte Lebensverhältnisse für Behinderte, sondern ein Indiz dafür, dass formulierter Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

Im Mittelpunkt des Artikels wollen wir behinderte EinwanderInnnen an die Öffentlichkeit bringen und dabei die Situation dieser darstellen. Berichte und Interviews werden aus verschiedenen Publikationen herangezogen. Es geht um die Befürchtungen und Zuschreibungen, die auf strukturellem Ausgrenzen beruhen und die es beiden Seiten erschweren, im weitesten Sinne die Haltung der Bevölkerung gegenüber eingewanderten Behinderten zu sensibilisieren. Die These, der zufolge herrschende Schönheitsnormen die Ursache für diese Schwierigkeiten sind, wird kritisch erörtert.

Schließlich werden Initiativen vorgestellt, die Beratungen anbietet und sich politisch und kulturell mit dem Thema „Behinderung und Einwanderungen auseinandersetzen. In der Aufnahmegesellschaft Einwanderer und ebenso Behinderter zu sein, erschwert das Leben sehr.

Es sollte an alle in der Aufnahmegesellschaft lebenden Menschen mit Behinderten fair umgehen.

31 Mai 2017 0 Kommentare
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Antisemitismus

Wachsender Rassismus und Antisemitismus in Deutschland

von Fremdeninfo 29 Mai 2017
von Fremdeninfo

Studie aus Bielefeld belegt:

Wachsender Rassismus und Antisemitismus in Deutschland

Max Brym

Das Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt und Gewalt-forschung legte Anfang Dezember eine bezeichnende Studie vor. Im Kern sagt die Studie: Im Vergleich zu 2002 ist die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland stark gestiegen.

Rund 60% der Deutschen sind der Meinung, “es leben zu viele Ausländer in Deutschland“. Besonders attackiert werden Menschen aus Ländern mit starker islamischer Religion. Die klassischen NPD-Forderung, “Ausländer in ihre Heimat abzuschieben, wenn Arbeitsplätze knapp werden“, teilen immer mehr Menschen und weite Teile der Arbeiterschaft, deren nicht vorhandenes Klassenbewußtsein sie zu gesinnungsmäßigen “Prolet-Ariern“ macht. In dem rauher werdenden sozialen Klima nimmt die Zahl der Menschen zu, die etwas gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose haben. Über 37% der Bevölkerung finden es “ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen“. Selbstverständlich steigt in diesem Klima die Zahl der überzeugten Antisemiten. So erklären über 10% der Deutschen: “Juden haben in Deutschland zuviel Einfluß“. Laut und offen stimmen 62 % der Bevölkerung dem historischen Schlußstrich zu. Von Naziverbrechen will dieser Personenkreis “nichts mehr hören“. Um diese deutsche Geschichtsentsorgung zu komplimentieren, wird der Konflikt in Israel und Palästina instrumentalisiert. 52% der Befragten sind der Meinung, “Israel tue den Palästinensern das an, was die Nazis den Juden angetan haben“ und 44% sagen, “dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehaßt werden“. Ergo, die Verbrechen des deutschen Faschismus werden im grauen historischen Nebel zu einem Randphänomen und die wirklichen Verbrecher sind kollektiv die Juden wegen der Handlungsweise der Regierung Sharon. Neben den absurden und den Nazismus verharmlosenden Vergleichen der Staatspolitik Israels mit der Shoah wird das antisemitische Axiom: “Die Juden sind selber am Antisemitismus schuld“ hochgehalten. Wehe dem Menschen, der noch über Auschwitz nachdenkt oder gar darüber reden will. Der Haß der deutschen Kleinbürgerseele ist ihm gewiß.

Die Studie und ihre Bedeutung

Die Studie belegt ausgezeichnet, wohin sich die deutsche Leitkultur entwickelt. Sie legt aber auch nahe, über die Verirrungen in den Köpfen nachzudenken, Ursachen zu entdecken und gesellschaftliche Gegenstrategien zu entwickeln. Dabei nützt es wenig in Depressionen zu verfallen oder den Deutschen, wie es einige Teile der deutschen Linken tun, Bomber Harris an den Hals zu wünschen. Auch ist zu bilanzieren, dass der im Jahr 2000 von der Regierung ausgerufene “Aufstand der Anständigen“ (falls er jemals ernst gemeint war) grandios gescheitert ist. Was sind also die Ursachen für die katastrophale Verdrehung der Bewußtseinslage in Deutschland und was kann dagegen getan werden? Hierzu einige Anmerkungen mit dem erklärten Ziel zur Entblödung beizutragen.

Anmerkung 1. Die bürgerliche Mitte befördert Rassismus und Antisemitismus.

Im Jahr 1998 hielt Martin Walser seine berühmte Frankfurter Paulskircherede. In der Rede fühlte sich der Literat vom Bodensee von der “Moralkeule Auschwitz“ bedroht und sprach sich gegen die Errichtung einer zentralen Gedenkstätte für die ermordeten Juden in Berlin aus. Die deutsche Elite applaudierte begeistert. Nur der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden Ignatz Bubis verweigerte den Applaus. Kurz vor seinem Tod sprach Bubis den Satz aus: “Ich habe nichts, fast nichts erreicht“. Damit kritisierte Bubis nicht nur den antisemitischen Mob, sondern auch die bürgerliche Mitte in Deutschland mit ihrer “Walserei“ und “Schlußstrichmentalität“. Die abgelaufene Debatte über die Entschädigung von Zwangsarbeitern hatte seitens des BDI einen starken antisemitischen Unterton. Herr Hans Olaf Henkel (ehem. BDI-Chef) tritt in seinem neuen Buch für eine “Neubewertung der deutschen Geschichte im zwanzigsten Jahrhundert“ ein. Henkel will “die deutschen Opfer des Weltkrieges“ deutlicher erwähnt wissen. Die Literatur und der Film hat diese Neubewertung seit einiger Zeit vollzogen, Buchpublikationen über die “verbrecherischen Bombenangriffe“ und über das Schicksal der Heimatvertriebenen dominieren den Markt. Gedenkstätten werden vor allem im Osten Deutschlands umgestaltet, es entsteht eine Gedächtniskultur, welche die DDR mit dem NS-Regime gleichsetzt. Diese Ungeheuerlichkeit normalisiert nazistische Verbrechen und verharmlost den Hitlerfaschismus. In dem Film “Der Untergang“ wird dem Publikum der Massenmörder Hitler als leicht vertrottelter, kranker, netter Onkel präsentiert. Die Würdigung der “menschlichen Seite Hitlers“ und seiner “Tragik“ rief in den Feuilletons der großen Zeitungen begeisterte Verzückung hervor. Der Antisemitismus und die Entsorgung deutscher Geschichte erfolgt aus der Mitte der deutschen Gesellschaft heraus. Braune Blätter wie die National-Zeitung oder die Deutsche Stimme knüpfen an diese Soße an und versuchen ihr eine noch radikalere Würze zu verleihen. Die Hetze gegen Asylbewerber und gegen Menschen aus islamischen Ländern ist kein Privileg der selbsterklärten Nazisten. Auch ein Herr Schilly errichtet Flüchtlingslager in Nordafrika und Kanzler Schröder spricht von der Gefahr, “dass sich Parallelgesellschaften in Deutschland entwickeln“. Einer seiner Vorgänger im Amt, Helmut Schmidt, nannte die “Aufnahme ausländischer Arbeitskräfte in Deutschland einen Fehler“. Der jetzige CDU Parteitag hat als zentrales Element “die Liebe zum Vaterland“ entdeckt. Herr Stoiber will von “Nichtdeutschen einen Eid auf das Grundgesetz“ erhalten. All den genannten Kräften ist gemein, den Nichtdeutschen als Problemfall darzustellen und entsprechend zu handeln. Natürlich sind aus dem etablierten Parteienspektrum am Rande auch Worte gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit zu vernehmen. Diese Worte widersprechen den realen Taten, sie sind Lippenbekenntnisse nach dem Motto: “Der Dieb schreit, haltet den Dieb“. Wer von den Eliten in diesem Land ernsthafte Taten gegen Islamophobie, Rassismus, Schwulenfeindlichkeit und Antisemitismus erwartet, könnte genauso gut von einer Kuh hervorragende Leistungen im Eiskunstlauf erwarten.

Anmerkung 2: Ökonomische Basis und Überbau

Real gerechnet gibt es in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Regierung Schröder betreibt mit der Agenda 2010 im allgemeinen und mit Hartz IV im besonderen ein soziales Verelendungsprogramm. Gegenwärtig jagt eine asoziale Notverordnung die andere. Das bürgerliche Establishment nennt ihre Politik – die vielen Leuten das Blut aus den Zehen treibt, weil sie sich keine neuen Schuhe mehr leisten können – “alternativlos“. Alternativlos soll es demzufolge sein, dass die Gewinne der DAX notierten deutschen Unternehmen explodieren (bei Daimler Chrysler stieg er im Jahr 2004 um 677 %). Der neue Armutsbericht für die BRD gibt darüber Auskunft, wie immer mehr Menschen verarmen und eine kleine Schicht von Multimillionären immer reicher wird (das Privatvermögen der Bundesbürger schnellte von 3,9 Billionen Euro im Jahr 2002 auf fast 5 Billionen Euro Ende 2004). Die Medienlandschaft predigt “Eigenverantwortung“ und “sozialen Umbau“. Das ökonomische Gesetz, nach dem der Stärkere den Schwächeren frißt, dringt als Leitgedanke immer stärker in das Bewußtsein. Die Ellenbogengesellschaft feiert sich in jeder Talkshow selbst ab. Geschichtliche Verantwortung (Holocaust) und Solidarität werden an den Rand gedrängt. Die betriebswirtschaftliche Rechnung, das Prinzip “jeder ist sich selbst der nächste“ und “nach oben buckeln und nach unten treten“ sind die relevanten Leitprinzipien. Der Standort Deutschland ist ein wichtiges Gut und hat sich mit Macht in der Welt durchzusetzen. Die Standortpropaganda ist ein nationalistisches Projekt und ist gegen andere Länder gerichtet. Die Ergebnisse der Untersuchung des Bielefelder Institutes können demzufolge niemanden überraschen. Es sei denn, es wird der Zusammenhang zwischen der ökonomischen Basis, dem Überbau und der deutschen Tradition ignoriert. Natürlich ist es im Interesse der sozial privilegierten Schicht, wenn sich in einer wirtschaftlichen Krise die Wut und der Haß breiter Massen nicht gegen die “Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft“ oder gar das System richten. Rassismus und Antisemitismus sind wichtige Mittel, um das System in Krisenzeiten sattelfest zu machen. In jeder Krise steigt bei einer “privilegierten Nation“ der latent vorhandene Rassismus und Antisemitismus an. Nach dem Gründerkrach 1873 formierte sich in Deutschland die antisemitische Partei des Hofpredigers Stöcker, die NSDAP wurde nach dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 zur Massenpartei. Diese Gruppen und Parteien hatten ihre Eigendynamik und waren der alten Elite nicht unbedingt sympathisch, ab einer gewissen Stufe wurden sie allerdings von den damaligen Eliten als notwendig empfunden, um mit der roten Gefahr fertig zu werden. Diese rote Gefahr gibt es im heutigen Deutschland nicht, sehr wohl aber die Gefahr von sozialen Protesten. Aus ökonomischen Gründen wird demzufolge das Bürgertum mit dem in der Studie beschriebenen “Ressentiments“ und vielleicht mit der NPD dauerhaft leben können.

Anmerkung 3: Erwünschter und unerwünschter Antikapitalismus

Nach wie vor steht der Plan von General Motors, an den Opel Standorten in Deutschland 10.000 Arbeitsplätze zu vernichten. Über sechs lange Tage wehrte sich die Opel Belegschaft in Bochum auf multinationaler Grundlage gegen diese Maßnahme. Die Belegschaft verwahrte sich während des Streiks (Informationsveranstaltung) gegen Anbiederungsversuche der nazistischen NPD. Den Beschäftigten war klar, nur in der Einheit der Arbeiterschaft gibt es die Chance, gegen die Pläne der Geschäftsleitung zu bestehen. Den Kollegen bei Opel Bochum wurde während des Kampfes dringlich von ihrer Radikalität abgeraten. Gegen den Kampf sprach sich die Wirtschaftspresse, aber auch Superminister Clement aus. Augenscheinlich witterten sie die Gefahr, dass sich der Kampf der Opelbeschäftigten verbreiten könnte. Denn auch in rein deutschen Unternehmen stehen Stellenabbau sowie generelle Kostensenkungen auf der Agenda. Dennoch wurde den Opelbeschäftigten “wohlwollende Aufmerksamkeit“ zuteil. Die Bild-Zeitung wetterte gegen die Wild-West-Methoden amerikanischer Manager, der Stern attackierte das “grausame amerikanische Management“ in seiner Titelstory. Statt über ganz normale kapitalistische Vorgänge zu berichten, die in Deutschland allgegenwärtig sind, wurde ein spezieller raubtierhafter US-amerikanischer Managementkapitalismus konstruiert. Antikapitalismus ist durchaus erlaubt, solange er auf nationalistischer Basis bleibt. Die Berichterstattung über die Auseinandersetzung bei Opel zeigte den Kern der deutschen Ideologie, wonach es einen guten deutschen und einen schlechten US-amerikanischen Kapitalismus gibt. Vergangene Woche machte sich Herr Piper in der SZ Gedanken, wie man die hohen Gewinne der Deutschen Bank bei gleichzeitig stattfindenden Personalabbau ungefährlich verkaufen kann. Pipers Quintessenz lautete: “Internationale Kapitalanleger verlangen nun mal eine hohe Rendite.“ Ergo, nicht der Kapitalismus ist das Problem, sondern irgendwelche anonyme Finanzspekulanten stecken hinter dem Debakel. Diese personifizierte Darstellung wird von offen rechten und antisemitischen Schreibern erweitert, der Antisemit löst dann das angebliche Rätsel, indem er den Juden entdeckt. Verkürzte oder nationalistische Kapitalismuskritik landet aufgrund der Tradition des Antisemitismus notwendigerweise bei den Protokollen der Weisen von Zion, egal ob der SZ-Schreiber dies beabsichtigt oder nicht.

Anmerkung 4: Argumente und soziale Kämpfe

Die Studie aus Bielefeld belegt, dass dem sehr stark gewordenen Rassismus und Antisemitismus argumentativ entgegen getreten werden muß. Dabei hat man sich vor falschen und unzuverlässigen “Freunden“ zu schützen. Argumente alleine können jedoch nur zum Teil Wirkung entfalten. Jedes Argument gegen deutsche Zustände und Bewußtseinslagen muß mit Taten unterlegt werden. Statt einem faulen, latent antisemitischen Antikapitalismus, gilt es die Frage nach einem wirklichen Antikapitalimus zu stellen. Es wäre eine fundamentale Aufgabe der Gewerkschaften, auch im eigenen Interesse, den Widerstand gegen Hartz IV praktisch auf die Straße zu tragen. Soziale Kämpfe sind angesichts der Lage im Land notwendig und beinhalten die Chance zu einem anderen Diskurs. Gemeinsame Aktionen von Deutschen und Nicht-Deutschen gegen Arbeitsplatzabbau und sozialen Kahlschlag bringen die Menschen einander näher. Die Argumente gegen Rassismus und Antisemitismus erhalten Fleisch und Blut, dies entsteht durch gemeinsames Handeln und dem damit einhergehenden Lernprozeß. Solange die Realität ökonomischer Herrschaft verbunden mit ideologischer Dominanz nicht zur Disposition gestellt wird, kann der gute Artikel sowie das Argument gegen Fremdenfeindlichkeit nur beschränkt wirken. Die Studie des Institutes aus Bielefeld sollte Anlaß geben, eingefahrene Verhaltensweisen, Politikmuster und Routinen zu überprüfen.

Praxis trifft Theorie:
Eine Tagung der Amadeu Antonio Stiftung suchte nach „Perspektiven der Projektarbeit gegen Antisemitismus“

Den schönsten Spruch gab Doris Akrap von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus zum Besten…

Tagung und Bielefelder Studie:
Zivilgesellschaft und Antisemitismus

„Perspektiven der Projektarbeit gegen Antisemitismus“ standen im Mittelpunkt einer gleichnamigen Tagung der Amadeu Antonio Stiftung am 2. Dezember 2004 im Centrum Judaicum in Berlin…

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit:
Es geht um die Aufwertung der Eigengruppe

Zunehmender Hass auf Schwule, Muslime, Juden, Obdachlose…

Israelkritik und Antisemitismus:
Unter deutschen Bedingungen

Mehr als die Hälfte aller Deutschen meinen, das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern sei grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden zu unterscheiden…

Kommentar zur Bielefelder Studie:
Ein Blick ins Internet genügt

Ein kurzer Blick ins „Tagessschauforum“ genügt, um zu begreifen wovon die Studie redet. Die Möglichkeit des neuen Auschwitz ist nahe gerückt wie nie zuvor. Es wird das Ende sein. Die Welt hat nicht verdient, ein zweites Auschwitz zu überleben…

Bielefelder Studie:
Spiegel wirft Politik Bagatellisierung von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit vor
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sieht in der Bielefelder Studie über wachsende Ausländerfeindlichkeit und zunehmenden Antisemitismus einen „dringenden Weckruf für Politik und Gesellschaft“…

Unter den Teppich kehren:
Ist Antisemitismus überhaupt ein Problem?

Antisemitismus ist zwar ein Problem der gesamten Gesellschaft, wahrgenommen wird er aber noch immer am ehesten von Juden…

Studie:
„Frauen sind rassistischer“

Sozialforscher haben ermittelt, dass Fremdenfeindlichkeit in Deutschland seit 2002 stark gestiegen ist. Auffallend ist ein starker Mann-Frau-Unterschied…

Der Antisemitismus der Nationalsozialisten:
Kampf gegen die „jüdische Weltverschwörung“

„Das Schicksal der Hitlerbewegung liegt fraglos in der Judensache“, schrieb Klemperer, „ich begreife nicht, warum sie diesen Programmpunkt so zentral gestellt haben. An ihm gehen sie zugrunde. Wir aber wahrscheinlich mit ihnen“…

29 Mai 2017 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Schutzquote für türkische Asylbewerber deutlich gestiegen

von Fremdeninfo 26 Mai 2017
von Fremdeninfo

Schutzquote für türkische Asylbewerber deutlich gestiegen

dtj-online

Der Anteil der türkischen Asylsuchenden, die in Deutschland Schutz bekommen, ist im April sprunghaft gestiegen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschied im April über 828 Asylanträge von Türken und gewährte 28 Prozent von ihnen Schutz, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken hervorgeht. Im Vormonat hatte die Quote bei 8,7 Prozent gelegen, im Schnitt von Januar bis März bei 7,5 Prozent.

Am 16. April hatte sich eine knappe Mehrheit der Türken in einem Referendum für Verfassungsänderungen ausgesprochen, die dem Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan deutlich mehr Macht geben. Ob es einen Zusammenhang zwischen der gestiegenen Schutzquote und dem Referendum gibt, geht aus der Antwort nicht hervor.

«Die Bundesregierung hat in ihrer Türkeipolitik jeden politischen Kompass verloren», sagte die Linke-Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Während in Deutschland immer mehr Türken Asyl erhielten, stehe die Bundeswehr Erdoğan in Incirlik und Konya weiter zur Seite, ohne dass Bundestagsabgeordnete ihr Besuchsrecht wahrnehmen könnten. «Jede Unterstützung für den NATO-Partner verschärft die Situation für politisch Verfolgte in der Türkei und muss daher beendet werden», forderte Dağdelen.

Neu registriert wurden im April der Antwort zufolge 360 Asylbewerber aus der Türkei, das waren 135 weniger als im Vormonat. Im April 2016, vor dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei, waren es 336, also fast genau so viele wie im März dieses Jahres.

dpa

26 Mai 2017 0 Kommentare
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Politik

22 Tote durch einen Selbstmordanschlag in Manchester

von Fremdeninfo 25 Mai 2017
von Fremdeninfo

22 Tote durch einen Selbstmordanschlag in Manchester

Durch einen mutmaßlichen IS-Anhänger wurden in Manchester 22 unschuldige Menschen, vorallem Kinder und Jugendliche getötet, die sich auf einem Konzert des Teeniestars Ariana Grande befunden hatten.  Mehr als 60 Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Der mutmaßliche Terrorist selbst ist ebenfalls ums Leben gekommen.

Die Terrormiliz IS hat die Tat bereits für sich reklamiert.

Seit einigen Jahren wiederholen sich solche abscheulichen Terroranschläge nahezu monatlich suvh auf europäischem Boden. In außereuropäischen Ländern verüben sie natürlich noch häufiger abscheuliche Terroranschläge, die aber nicht immer bis zu unserem Alltag durchdringen.

Die terroristische Einstellung hat sich bei den Attentätern sicherlich nicht von einem Tag zum anderen entwickelt. Fehlentwicklungen in der globalen Welt auf dem Gebiet der Bildung, des Reichtums, der Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung spielen dabei sicherlich mit eine Rolle. Diese oder andere Ursachen des Terrors sollten eingehender untersucht und Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

Fest steht jedenfalls, dass man durch polizeiliche Maßnahmen und Überwachungskameras den Terror nicht kontrollieren und verhindern kann. Vielfach wurden die Maßnahmen nach den Terroranschlägen verschärft. Danach ist es aber immre wieder zu neuen Anschlägen gekommen.

Auffällig ist, dass viele der Attentäter mitten aus der hiesigen Gesellschaft stammen. Sie durchlaufen hier Kindergärten, Schulen, berufliche Ausbildungen und/oder Universitäten. Im jüngsten Beispiel soll der mutmaßliche 22-jährige Attentäter Selman Abedi in Manchester geboren sein und studiert haben. D. h., es ist wieder jemand, der hier in der europäischen Gesellschaft seinen Lebensmittelpunkt hatte. Was ist in seiner Erziehung falsch gelaufen? Was hat ihn dazu geführt, sich den barbarischen Ansichten der IS anzuschließen und einen Gewaltakt von der abscheulichsten Art sogar gegenüber Kindern und Jugendlichen zu verüben? Es taucht die Vermutung auf, dass auch im Kindergarten, in der Schule und in der Universität irgendetwas nicht richtig gelaufen ist? Es erscheint so, als hätte er in dieser Ausbildungsbahn keine humanistischen Werte und Normen vermittelt bekommen zu haben. In dieser Laufbahn sind ihm so viele Ausbilder begegnet bzw. haben seinen Laufbahn so viele Ausbilder/Pädagogen eventuell auch Sozialarbeiter durchkreuzt. Konnte keiner eine Radikalisierung bemerken? Wie kann das sein? Nach den Terroranschlagsserien in den letzten Jahren, die sich vermehrt haben, sollte das nicht mehr sein! Es muss eine Möglichkeit vom Kindergarten an geschaffen werden, wonach die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen im humanistischen Sinne stattfinden und begleitet werden kann. Wenn sich dennoch Radikalisierungen zeigen sollten, so sollten sofort Maßnahmen ergriffen werden. Es muss eine Zusammenarbeit mit den Erziehern, Sozialarbeitern, Eltern und Sicherheitsbehörden stattfinden. Es müssen mit den Eltern zusammen Lösungen gefunden werden. In Asylbewerberheimen und -wohnungen sollten schärfere Kontrollen stattfinden, ob sich unter den Zufluchtsuchenden auch Terroristen befinden, die Anhänger mobilisieren wollen.  

In den Moscheen sollten stärkere Kontrollen dahingehend stattfinden, ob Imame die Gläubigen für radikalislamisches Gedankengut anwerben oder nicht. Die religiöse Lehre der Jugendlichen in den Moscheen sollte ebenfalls kontrolliert werden, ob sie humanistischen Werten und Normen entspricht oder nicht.

Vor einigen Moscheen in Hannover kann man nicht ohne weiteres vorbeigehen. Es halten sich dort salafistisch aussehende Jugendliche oder junge Männer auf, die gewollt oder ungewollt eine bedrohliche Kulisse abgeben. Was geht in ihren Köpfen hervor? Tragen sie IS-Gedankengut mit sich herum? Sind sie noch Schläfer? Könnte es passieren, dass sie die nächsten Attentäter sind? Es sollte von außen ein Auge auf diese Jugendlichen und jungen Männer geworfen werden.

Man sollte nicht warten, bis das nächste Attentat stattfindet.

   Auch  abschiebungen alleine sind es nicht, Vereinsverbote sind es auch nicht. Es sollte  zusätzlich bessere präventive Maßnahmen für Familien, für Schulen und Vereine. Dort merkt man zuerst, wenn sich jemand verändert. Und dann sieht man sich diese Einzelfälle an und überlegt: Kann man den noch zurückholen mithilfe von Aussteigerprogrammen, Familie und Freunden.

25 Mai 2017 0 Kommentare
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Politik

Körper ist in Europa, Gedanke ist in der Türkei

von Fremdeninfo 18 Mai 2017
von Fremdeninfo

Körper ist in Europa, Gedanke ist in der Türkei

Vor und nach dem Referendum in der Türkei ist die türkische und kurdische Migrantenfrage in Deutschland unbeabsichtigt in den Medien und in der hiesigen Gesellschaft in den Vordergrund geraten.

Die türkischen Parteien haben mit ihren politischen Zielen auf deutschem und europäischem Boden Wahlkämpfe ausgetragen. Obwohl in Europa zivilgesellschaftliche Verhältnisse herrschen, hat insbesondere die AKP diese in ihrem Auslandswahlkampf überhaupt nicht berücksichtigt. Sie hat für ihre Politik der Aufhebung der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit und den Abbau der Demokratie, die sie in der Türkei seit dem Putschversuch im Sommer 2016 in der Türkei rigoros in die Tat umsetzt, in Veranstaltungen geworben.  Sie hat ihr Vorgehen sogar offen als „Säuberung“ bezeichnet und erklärt, dass sie sich nicht gegen die Wiedereinführung der Todestrafe sperrt. Mit diesem der Demokratie in Widerspruch stehendem Wahlprogramm hat sie die türkische und kurdische Gesellschaft tief gespalten. Damit hat sie auch erreicht, dass die Einwanderungs-problematik der MigrantenInnen in Deutschland noch mehr in den Hintergrund geraten ist.

Die türkischen Politiker haben damit einmal mehr gezeigt, dass sie die Probleme ihrer in Europa bzw. im Ausland lebenden Bürger überhaupt nicht interessiert. Wenn es um die Durchsetzung ihrer eigenen auch undemokratischen Interessen geht, dafür sind die in der Diaspora lebenden Staatsbürger gut genug, weil die im Ausland lebenden türksichen Staatsbürger aufgrund der fehlenden Bildung oder Kenntnisse der tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in ihren Heimatländern leichter für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und Mehrheitsbeschaffer sind. Es ist offensichtlich, dass das Referendum nur mit ihren Stimmen für die AKP günstig ausgefallen ist.

Die EinwandererInnen leben in der BRD und haben hier z. B. auch ihre Moscheen. Die Moscheen sind Anhänger verschiedener politischer Richtungen. Es gibt keine Moschee, in die jeder hineingehen und seiner religiösen Pflichten

nachgehen kann, ohne einer bestimmten politischen Richtung angehören zu müssen. Man darf keiner anderen Meinung sein. Das ist im Rahmen dieses Referendums wieder einmal sehr deutlich geworden. Eine Moschee ist eigentlich ein Gotteshaus, in dem der/die Gläubige seine/ihre religiös auferlegte Pflicht erfüllen möchte bzw. erfüllen muss. Der Islam und sein Buch der Koran schreibt ihm/ihr keine politische Richtung bzw. Einstellung vor. Aber der unter den deutschen demokratischen Gesichtpunkten gegründete hiesige Moscheeverband, der alle Rechte aus der deutschen Verfassung genießt, in das eigentlich auch die Religionsfreiheit der Betenden fällt, macht einen Unterschied. Wie rechtfertigen das die Moscheeverbände?  In bestimmten Moscheen gibt es Imame bzw. Personal, die den Betenden keinen Zutritt gewähren, wenn sie nicht der politischen Richtung der Moscheeleitung folgen. Betende wurden z. B. in den DITIB-Moscheen in Hannover der Moschee verwiesen, weil man der Ansicht war, dass der bzw. die Betende angeblich dem sog. FETÖ (die Gülen-Bewegung wird in der Türkei seit dem Putschversuch im Jahr 2016 als terroristische Organisation FETÖ = Fethullah Gülen Terör Örgütü bezeichnet) angehört. Es spielt dabei keine Rolle, ob nachgewiesen ist, dass eine terroristische Organisation vorliegt oder nicht. Es spielt dabei auch keine Rolle ob der/die Betende tatsächlich AnhängerIn ist oder nicht. So wie die AKP-Regierung sind die Moscheeverbände nicht daran interessiert, dass die türkischen, kurdischen oder anderen ausländischen Bürger hier in der deutschen Gesellschaft andere Probleme haben, die man als Minderheit gemeinsam angehen muss. Dass die MigrantenInnen sich hier schulisch, beruflich und gesellschaftlich mit der deutschen Gesellschaft mitentwickeln müssen, um nicht sozial abzusteigen, um nicht in die Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Kriminalität etc. zu geraten. Diese Themen scheinen bei diesen Verbänden noch nicht angekommen zu sein. Sie leben hier so, als würden sie in der Türkei leben und verteidigen hier die türkische Politik, obwohl diese für sie nichts tut und obwohl nich diese, sondern die deutsche Politik ihren Lebensweg bestimmt. Das ist paradox.

Die junge 2. und  3 .  Generation, die in Europa geboren, hier zur Schule gegangen und von null an ihren Lebensmittelpunkt hier gegründet hat, wird auch für die türkische Politik instrumentalisiert. Sie wird auf diese Weise von der europäischen Politik und Gesellschaftsentwicklung versucht, fernzuhalten. Sie engagiert sich nicht für hiesige Probleme und Lösungen. 

In der Türkei gibt es zur Zeit nur drei Richtungen bzw. drei Schubladen, in die man gehört. Man ist entweder Anhänger der AKP, der FETÖ oder der PKK. Wenn man nicht für die AKP ist, wird man automatisch in die Gruppe der FETÖ oder PKK zugeordnet und gilt dann als Feindbild und Landesverräter. Die türkischen und kurdischen EmigrantenInnen in Europa werden auch in eine dieser Schubladen eingeordnet, durch die Vereine, Verbände und andere Organisationen.

Wenn europäische Politiker oder Parteien die AKP-Regierung kritisieren, so werden sie sofort zu Feinden der Türkei erklärt. Deutsche Politiker mit türkischem oder kurdischem Emigrationshintergrund werden als Vaterlandsverräter beschimpft, obwohl diese sich z. B. nur mit der Einwanderungsfrage beschäftigen und in der Türkeifrage nur um die Einhaltung der demokratischen Werte und Normen bitten.

Solche Verhaltensweisen der türkischen politischen Verantwortlichen schaden den MigrantenInnen in den europäischen Ländern. Z. B. ist in Deutschland wegen des türkischem Referendumwahlkampfes auf deutschem Boden die Debatte zur Aufhebung der doppelten Staatsbürgerschaft für die hier in Deutschland geborenen MigrantenInnen entfacht worden.

Der Eindruck, dass die AKP-Regierung kein Interesse daran hat, dass ihre in Europa lebenden türkischen  und  kurdischen Staatsbürger sich in dem Land, in dem sie nunmehr leben, integrieren und dort einen sozialen Status erreichen, wird damit bestätigt.

Die „Gastarbeiterkultur“, die die deutschen politischen Verantwortlichen damals

den EmigratenInnen auferlegt hatten – ein Gast ist ein Paar Tage da und geht dann wieder weg – scheinen die türkischen politischen Verantwortlichen wieder aufleben lassen zu wollen. Die AKP-Politiker treten hier auf und rufen ihre hiesigen Anhänger dazu auf, sie bei der politischen Säuberung „ihres“ Landes zu unterstützen. Dass viele der hiesigen AKP-Anhänger bzw. „Einmann-Regierung-Anhänger“ die politischen Verhältnisse und die gesellschaftliche Situation in der Türkei nicht mehr oder gar nicht kennen, interessiert sie auch nicht. Die hier lebenden türkischen und kurdischen  Emigranten steigen in diesen Zug und leben in dem  Moment auch so, als seien sie kein Bestandteil der hiesigen Gesellschaft. Dass sie eigentlich in der Türkei auch nicht Bestandteil der dortigen Gesellschaft mehr sind, das scheinen sie nicht zu erkennen oder zu verdrängen. Ihr Körper lebt zwar in Deutschland bzw. in Europa, ihr Geist aber in der Türkei. Auch bei denjenigen ist das der Fall, die in der Türkei gar nicht wählen dürfen, weil sie die türkische Staatsbürgerschaft nicht mehr haben. Sie haben sich aber auch auf den Wahlkampfveranstaltungen befunden und für die AKP-Politiker mitgejubelt.

Die verantwortliche Politik in Europa und in Deutschland muss diese EmigrantenInnen, die mittlerweile ein Bestandteil der hiesigen Gesellschaft geworden sind, auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen, auffangen, ihnen Verantwortung und Chancen geben, sich hier zuhause zu fühlen und sich hier mit der Politik bzw. mit den verschiedenen Parteien, Organisationen oder Verbänden verbunden zu fühlen und sich gemeinsam für die Werte und Ziele der Verfassung einzusetzen.  Von der europäischen und deutschen politischen Seite ist das wünschenswert. Von der türksichen politischen Seite ist wünschenswert, ihren Wahlkampf nur auf ihrem eigenen Grund und Boden auszutragen und auch in ihrem Land die demokratischen Werte und Menschenrechte zu beachten

18 Mai 2017 0 Kommentare
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Salafismus

IS-Aussteiger wird «Kronzeuge» mit Bewährungsstrafe

von Fremdeninfo 16 Mai 2017
von Fremdeninfo

IS-Aussteiger wird «Kronzeuge» mit Bewährungsstrafe 

  • dtj-online
  • AllgemeinNewsticker
  • 16. Mai 2017 12:51
  • 1

Ein ehemaliger Terrorist der Terrormiliz Islamischer Staats (IS) aus Gelsenkirchen ist als Aussteiger und «Kronzeuge» zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den geständigen 23-Jährigen überraschend bereits am Montagnachmittag als IS–Terrorist schuldig. Das sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Mit seinen Aussagen soll er den mutmaßlichen Deutschland-Chef des IS, Abu Walaa, hinter Gitter gebracht haben. Der ehemalige Medizinstudent und 1,0-Abiturient hatte auch ausgesagt, von Terroristenführer Sven Lau mit einer Minderjährigen verheiratet worden zu sein.

Trotz Ausreiseverbots hatte sich der Terrorist mit seiner Ehefrau Mitte 2015 über die Türkei nach Syrien abgesetzt. Der IS habe ihm dort ein etwa zehn Jahre altes Mädchen, eine Jesidin, als Sex-Sklavin zur Verfügung gestellt, hatte sein Anwalt berichtet.

Er sei über die Schreckensherrschaft des IS entsetzt gewesen und wegen seiner Versuche, Syrien zu verlassen, in Ungnade gefallen, hatte der 23-Jährige ausgesagt. Der IS habe ihn und seine Frau gefoltert. Schließlich war ihm die Flucht in die Türkei gelungen. Inzwischen lebt er im Zeugenschutzprogramm an einem geheimen Ort.

Frauen von IS Terroristen werden weitergegeben

Die Frauen von IS Terroristen leben ein weit grausameres Leben, als bislang bekannt. Während sich Frauen durch die Heirat mit einem IS Milizen einem Leben unterwerfen, in dem es keine Freiheit mehr für sie gibt, ist ihr Leben auch nach dem Tod ihrer Ehemänner keinesfalls frei. Aussteiger und bereuende Rückkehrer, sowie Angehörige von Terroristen erklären, dass Frauen von IS Terroristen im Todesfall ihrer Männer willkürlich an noch lebende Terroristen weitergereicht werden.

Dass IS Terroristen in Polygamie-Verhältnissen leben, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist das Schicksal der Frauen, die als Hinterbliebene von Terroristen gegen ihren Willen weitergereicht werden.

dtj/dpa

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16 Mai 2017 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Über EU-Migrations- und Asylpolitik

von Fremdeninfo 7 Mai 2017
von Fremdeninfo

Über EU-Migrations- und Asylpolitik

Im Lissabonner Vertrag   wurde als  eines der grundlegenden Ziele der Europäischen Union formuliert, den BürgerInnen einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts zu gewähren. Mit dem gemeinsamen Markt, der Wirtschafts- und Währungsunion hat die EU Freiheiten für ihre BürgerInnen geschaffen, die nicht ausschließlich für sie gelten sollten. Dies verlangt eine gemeinsame Migrations- und Asylpolitik, die Einwanderung in den europäischen Raum einheitlich regelt und zugleich die Außengrenzen schützt.

Diese Politik sollte umgesetzt werden.

Die Geschichte der europäischen Migrations- und Asylpolitik lässt sich für einen ersten Überblick in drei Phasen einteilen: Während der ersten Entwicklungsstufe wurde eine koordinierte Politik von den Mitgliedsstaaten eingeleitet (1957-1990), darauf folgten erste Schritte zwischenstaatlicher Zusammenarbeit (1990-1997) und aktuell wird versucht, Migrationspolitik als gemeinschaftliches Politikfeld zu etablieren. Diese Zunahme supranationaler Zusammenarbeit erklärt sich vor allem aus dem gestiegenen Migrationsdruck und EU-internen Entwicklungen.

Doch zuerst zu den äußeren Faktoren:

Zwischen den 1950er und den frühen siebziger Jahren hatte sich die Immigration nach Westeuropa auf fast elf Millionen Personen verdreifacht. Dies resultierte vor allem sowohl aus der Wanderungs- und Fluchtbewegung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Entkolonialisierung Afrikas, Südostasiens und der Karibik als auch aus der gezielten westeuropäischen Anwerbung von Arbeitskräften. Damit hat sich Europa seit dem Zweiten Weltkrieg von einem Auswanderungs- zu einem Zuwanderungskontinent entwickelt, auf dem in jedem Land die Zahl von  Migranten  mit festem Wohnsitz im Gastland zugenommen hat. Die Regierungen der einzelnen Länder haben darauf mit nationalen Einwanderungsbestimmungen reagiert. Mit dem Abbau von Binnengrenzen durch das Schengen-Abkommen (1985) und der Etablierung des gemeinsamen europäischen Marktes mit der Einheitlichen Europäische Akte (1986) betrafen fortan die Regelungen eines EG-Staates auch die anderen Mitgliedsstaaten. Dies sind wichtige EU-interne Entwicklungen, die eine zunehmende Koordinierung der Migrationspolitik bewirken.

In der zweiten Phase zwischenstaatlicher Zusammenarbeit (1990-1997) waren vor allem die steigenden Zahlen von Asylbewerbern, die insbesondere sowohl durch den Fall der Berliner Mauer und der damit verbundenen Öffnung Osteuropas als auch den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien entstanden, Anlass für wichtige Abkommen. Das Schengener Durchführungsabkommen („Schengen II“, 1990) betraf Kontrollregelungen von Außengrenzen, die Vereinheitlichung von Visa-Vorschriften, gemeinsame Maßnahmen zur Inneren Sicherheit, wie das Schengener Informationssystem (SIS) und das Dubliner Übereinkommen („DÜ“ 1990, ersetzt durch die Dublin-II-Verordnung 2003), das die Zuständigkeit für Prüfung von Asylanträgen nach dem one-state-only Prinzip neu regelte. Demnach ist nur noch ein Mitgliedsstaat für die Prüfung zuständig und meist der Staat, den der Asylsuchende zuerst betreten hat. Zu Beginn wurde das Abkommen nur von fünf EG-Mitgliedsstaaten unterzeichnet (Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Niederlande), auf lange Sicht werden alle EU-Staaten (außer Großbritannien und Irland) und assoziierte Staaten (wie Island und Norwegen) dem Schengen-Raum beitreten.
Mit dem Maastrichter Vertrag (1992) wurden die Bereiche Asylpolitik, Kontrolle der Außengrenzen und Einwanderungspolitik zum „Gemeinsamen Interesse“ erklärt. Dabei war jedoch nur die Visapolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen Teil der „ersten Säule“ und damit Gemeinschaftskompetenz. Alle weiteren migrationspolitischen Fragen wurden in der intergouvernementalen „dritten Säule“ behandelt und verblieben daher in der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten.

Erst mit dem Amsterdamer Vertrag (1997) wurde die dritte Phase eingeläutet, die eine Vergemeinschaftung der Politikfelder Migration und Asyl anstrebt. Auf dem Europäischen Rat in Tampere (1999) beschlossen die Staats- und Regierungschefs ein umfangreiches Programm, um den Aufbau des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts voranzubringen. Das Haager Programm, das 2004 von dem Europäischen Rat verabschiedet wurde, beschloss Leitlinien für eine grundrechtskonforme Asylpolitik, Zuwanderungsregulierung und Kontrolle der Außengrenzen, die Bekämpfung des internationalen Verbrechens und des Terrorismus sowie Fortschritte bei der gegenseitigen Anerkennung von Gerichtsentscheidungen in Zivil- und Strafsachen. Der Aktionsplan sollte diese Leitlinien bis 2009 umsetzen, auch wenn sie nicht vorsahen, dass legale Migration vollständig zu einem EU-Politikfeld wird. Insbesondere Deutschland aber auch weitere Mitgliedsstaaten bestehen hier auf ihren nationalen Befugnissen. Mit dem Stockholmer Programm im Dezember 2009 beschloss der Europäische Rat den Rahmen für gemeinsame Maßnahmen der Union auf den Gebieten Unionsbürgerschaft, Justiz, Sicherheit, Asyl und Einwanderung bis 2014. Zeitgleich trat der Vertrag von Lissabon in Kraft, der die Entscheidungsverfahren der EU-Migrations- und Asylpolitik verbessern soll und Zuständigkeiten klarer verteilt. Zusätzlich werden dem Europäischen Parlament mehr Kompetenzen eingeräumt.

Die Rolle des Parlaments

Der Einfluss des Parlaments ist abhängig von dem jeweiligen Politikfeld der EU-Migrations- und Asylpolitik. Mit dem Vertrag von Lissabon wurden die Rechte des Parlaments bei legaler Migration gestärkt: Im Mitentscheidungsverfahren erlassen die Parlamentarier gleichberechtigt neben dem Rat Gesetze. Zuvor musste das Parlament meist nur konsultiert werden.
Der europäische Binnenmarkt mit seinen vier Freiheiten ermöglicht EU-Bürgern uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit, das heißt die freie Binnenmigration, um in einem anderen EU-Staat eine Beschäftigung aufzunehmen. Der Zugang für Drittstaatangehörige zu den nationalen Arbeitsmärkten wird wiederum vollständig auf der nationalen Ebene geregelt. Seit dem Vertrag von Amsterdam existieren Bestrebungen, auch diesen Politikbereich unionsweit einheitlich zu regeln, bisher sind diese jedoch erfolglos geblieben. Momentan existiert keine EU-Gesetzgebung, die Bedingungen der Einreise und des Aufenthalts von Drittstaatsangehörigen, die in der EU arbeiten möchten, einheitlich regelt. Der Vertrag von Lissabon hat jedoch neue Kompetenzen zur Einführung eines EU-Grenzschutzsystems und einheitlicher Asylvorschriften eingeführt. Hier entscheidet das Parlament gemeinsam mit dem Rat. Dies ist auch der Fall bei der Bekämpfung des Menschenhandels und der Integration von Drittstaatsangehörigen.
Im Jahr 2009 wurde vom Europäischen Parlament und Rat gemeinsam ein einheitlicher Visakodex beschlossen. Die Visapolitik auf europäischer Ebene zielt auf die Vereinheitlichung von rechtlichen Normen für einen kurzzeitigen Aufenthalt von Drittstaatlern innerhalb der EU ab, die seit Errichtung des Binnenmarkts notwendig geworden ist. Die neuen Bestimmungen, die seit April 2010 gelten, vereinheitlichen das Verfahren und schaffen Transparenz. Seither muss begründet werden, warum ein Antrag abgelehnt wurde und es besteht die Möglichkeit des Betroffenen, rechtlich gegen diese Begründung vorzugehen.

(Vergleiche:  http://www.europarl.de/view//Europa/Politikfelder_A-Z/Migration_und_Asyl.html  (270912))
 

–         Einwanderer, Einwanderinnen und Flüchtlinge sollten eine stärkere europäische Hilfestellung bekommen. Europa darf sich nicht abschotten.

–        Einwanderer und Einwanderinnen sind zugleich  „Chance und Herausforderung“ für die Mitgliedstaaten der EU.

–        EU-weit sollte die Asylproblematik auf humane Weise geregelt werden.

–        Einwanderer und Einwanderinnen sollten  in Europa  überall gleiche Rechte haben.

–        Ein EU-Unterstützungsbüro sollte gegründet werden, das den zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten mit Auskünften über die Herkunftsländer und mit gemeinsamen Ausbildungsprogrammen beistehen könnte.

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Information

Sie sind interessiert am polotischen Geschehen Ihrer Stadt?

von Fremdeninfo 7 Mai 2017
von Fremdeninfo

Sie sind interessiert am polotischen Geschehen Ihrer Stadt?

Sie haben eigene Erfahrungen in der Integrationsarbeit, haben persönliche Berührungspunkte mir diesen aufgrund eigener Erfahrungen und eigenem Engagement die Politik in Fragen der Einwanderung, Integration und Teilhaben sowie internationalen Angelegenheiten beraten? Dann bewerben Sie sich als beratendes Mitglied im Ausschuss für internaton, Europa und internationale Kooperation!

Der Bewerbung  Bitte senden sie das Vollständig ausgefühlt Bewerbungsformular bis 18.Juni 2017 an die unten stehende

Adresse.

Die Informationsmaterialien und den Bewerbungsbogen finden sie auch im Internet

www.integration-hannover.de

Adresse.

Fachbereich Soziales

Sachgeiet Integration

Blumenauer Str 5.-7

30449 Hannover

Kontakt: Almut Wille

Tel:0511 168 45 272

Fax. 0511 168 46 480

Email: 50.60@hannover-stadt.de

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Politik

Bundesregierung spricht Verbot aus Kein türkisches Todesstrafen-Referendum in Deutschland

von Fremdeninfo 5 Mai 2017
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Bundesregierung spricht Verbot aus  

Kein türkisches Todesstrafen-Referendum in Deutschland

05.05.2017, 13:17 Uhr | dpa, pdi

Kein türkisches Todesstrafen-Referendum in Deutschland (Quelle: T-Online)

SPD-Kanzlerkandidat Schulz legt vor, die Bundesregierung legt nach: Sie stimmen Recep Tayyip Erdogan darauf ein, dass die in Deutschland lebenden Türken hier nicht über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei abstimmen könnten.

Die Bundesregierung würde in Deutschland ein von Ankara veranlasstes Referendum über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei untersagen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin: „Es ist politisch nicht vorstellbar, dass wir einer solchen Abstimmung in Deutschland über eine Maßnahme, die unserem Grundgesetz und europäischen Werte klar widerspricht, zustimmen würden.“

Schulz und Gabriel sprechen sich ab

Zuvor hatte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dem „Spiegel“ gesagt: „Falls die türkische Regierung wirklich ein Referendum über die Einführung der Todesstrafe durchführen sollte, muss klar sein: Eine solche Abstimmung darf unter den in Deutschland lebenden Türkinnen und Türken nicht stattfinden.“ Es könne in Deutschland nicht über ein Instrument abgestimmt werden, das den Werten und der Verfassung des Landes widerspreche. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte, die Position sei mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) abgestimmt.

Seibert sagte: „Wenn ein anderer Staat hier in Deutschland in seinen Botschaften oder in seinen Konsulaten Wahlen oder Abstimmungen durchführen will, dann ist das genehmigungspflichtig.“ Derzeit gebe es keinen solchen Antrag aus der Türkei. Deshalb sei das eine hypothetische Frage, die er üblicherweise nicht beantworte.

„Können Genehmigung verweigern“

In diesem Fall betonte er aber: „Es gibt keine Pflicht, einem solchen Antrag zuzustimmen. Das heißt, die Bundesregierung kann ihre Genehmigung auch verweigern. Sie kann eine Abstimmung hier in Deutschland untersagen. (…) Ich gehe davon aus, dass wir unsere rechtlichen Mittel, so etwas zu untersagen, ausschöpfen würden.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Todesstrafe während seiner Zeit als Regierungschef 2004 abschaffen lassen. Nach dem Putschversuch vom vergangenen Jahr brachte er mehrfach ihre Wiedereinführung ins Spiel, hierzu regte er ein Referendum an. Zuletzt konnten die in Deutschland lebenden, wahlberechtigten Türken über die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei abstimmen. Die Mehrheit der Wähler stimmte für Erdogans Pläne.

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Salafismus

Verfassungsschutz Aussteigerprogramm für Islamisten startet gut

von Fremdeninfo 5 Mai 2017
von Fremdeninfo

Verfassungsschutz Aussteigerprogramm für Islamisten startet gut

Haz   5. 05. 2017

Bereits elf Salafisten werden in dem neuen Aussteigerprogramm des niedersächsischen Verfassungsschutzes für Islamisten betreut. Die Behörde geht auf radikalisierte junge Leute zu, denen sie einen Ausstieg aus der Szene ermöglichen will.

Islamisten sollen aus der Szene aussteigen können – hier ein Archivfoto des mittlerweile verbotenen Islamkreises in Hildesheim.

Quelle: Archiv

Hannover. Das im Herbst gestartete Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes für Islamisten in Niedersachsen ist gut angelaufen. „Das ist sehr vielversprechend, viele öffnen sich“, sagte Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger der dpa. Es gebe bereits elf Beratungsfälle.

Obwohl ausstiegswillige Islamisten sich selbst an den Verfassungsschutz wenden können, spricht die Behörde Islamisten auch selber an, um sie zum Ausstieg aus der radikalen Szene zu bewegen. „Wir bewegen uns im Internet und steigen über Facebook in Diskussionen ein“, sagte Brandenburger. „Wir docken auf der Seite der Salafisten an und schicken denen einfach unser Aussteigerprogramm.“

Gezeigt hat sich bereits, dass vielfältige Probleme Auslöser dafür sein können, dass junge Leute in radikale Kreise geraten. Eine allgemeine Lebenskrise, eine Sinnsuche, Bildungsprobleme oder schulische Defizite machten junge Menschen anfällig für salafistische Propaganda, sagte Brandenburger. „Das sind häufig ganz normale Alltagsprobleme.“

Auch hätten die Kinder von Einwanderern Probleme mit ihrer Mehrfachidentität, der Zugehörigkeitsfrage zu Deutschland oder dem oft kaum bekannten Herkunftsland. Häufig gebe es keine religiösen Hintergründe im Elternhaus, sagte Brandenburger zur islamischen Verwurzelung junger Salafisten.

Das Aussteigerprogramm nehme vielfältige Probleme der jungen Leute in den Blick. „Das ist auch eine Art allgemeine Lebenshilfe“, sagte Brandenburger. „Wichtig ist die sozial-psychologische Komponente.“ Entsprechend sorgsam sei die Personalauswahl der Behörde für das Aussteigerprogramm.

Jeweils ein Zweierteam, bestehend aus einem Mann und einer Frau, einem Polizeibeamten und einer Pädagogin, kümmerten sich um die jungen Menschen. Neben dem eigentlichen Ausstieg aus der Salafistenszene geht es auch um praktische Dinge wie die Suche nach Ausbildung oder Arbeit oder den Umgang mit Alkohol, Drogen oder finanziellen Problemen.

Das Aussteiger-Programm ist an die seit Jahren erfolgreiche „Aktion Neustart“ der Verfassungsschutzes zum Ausstieg von Rechtsextremisten angegliedert. Das Programm soll auch eine Ergänzung der Präventionsstelle gegen islamistische Radikalisierung sein, die das Sozialministerium eingerichtet hat. Dort liegt der Fokus auf der Beratung von Angehörigen und anderen Personen aus dem Umfeld von Menschen, die sich schon radikalisiert haben.

Beim Aussteigerprogramm hilft ein Expertenteam Ausstiegswilligen dabei, islamistische Gedankenmuster abzulegen. Während des absolut vertraulichen Ausstiegsprozesses bleibe die persönliche Sicherheit der Betroffenen gewahrt.

Als gelungen wird ein Ausstieg gesehen, wenn der Betroffene sich von seinen extremistischen Ansichten löst, sein persönliches Umfeld verändert und sich der westlichen Werteordnung zuwendet.

lni

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