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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Politik

Ein schwieriges Jahr hinter uns gelassen

von Fremdeninfo 29 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Ein schwieriges Jahr hinter uns gelassen

Cumali Yagmur

Seit einem Jahr versuchen wir mit unseren Artikeln auf unserer Internetseite „Fremden“info.de auf die Einwanderungsproblematik aufmerksam zu machen.

Dazu haben wir mit vielen Einheimischen, EinwanderInnen und Flüchtlingen gesprochen und wir haben sie interviewt. An dieser Stelle möchten wir Ihnen dafür danken, dass sie ihre Probleme und Ängste mit uns geteilt haben. 

Es ist nicht leicht, die Probleme der EinwandererInnen und Flüchtlinge an die Öffetlichkeit zu bringen und Lösungen vorschlagen, die bis heute nicht gelöst sind.

Seit mind. 60 Jahren gibt es in Deutschland eine Einwanderung. Die ersten EinwandererInnen haben mittlerweile mehrere Generationen in diesem Land aufgebaut. Sie haben aber bis heute keine demoktatischen Rechte, z. B. haben sie nicht das aktive und passive Wahlrecht, auch nicht auf kommunaler Ebene. Sie müssen aber alle Pflichten, die einheimische Bürger hier erfüllen müssen, auch erfüllen, wie z. B. Steuern zahlen. D. h., sie dürfen leisten, sie erhalten aber keine Gegenleistung, nämlich die Mitbestimmung über ihre rechtliche und politische Situation. Egal wie viel sie sich bemühen, sich in die hiesige Gesellschaft zu integrieren. Es herrscht eine alltäglcihe Diskriminierung am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, bei der Berufsausbildungswahl, bei der Arbeitssuche, bei Versorgungen in der Pflege wegen Krankheit oder Alter etc.

Viele türkische und kurdische Intellektuelle, egal ob mit oder ohne deutscher Staatbürgerschaft denken, daß sie nicht gleichberechtigte Bürger in Deutschland sind. Es spielt keine Rolle, dass sie hier geboren, Kindergarten, Schule, Universität etc. besucht haben.

Vor 2 Jahren waren ca. 300.000 türkische und kurdische Intellektuelle in die Türkei zurückgegangen. Davon sind ca. 60.000  wegen der politischen Entwicklungen in der jüngsten Zeit in der Türkei wieder zurückgekommen.

Denn, zur Zeit herrscht zwischen der Türkei und Deutschland eine Spannung wegen der Inhaftierung von deutschen Staatsbürgern in der Türkei. Ihnen wird die Unterstützung von Terrororganisationen, die in der Gülenbewegung und in der PKK gesehen wird, vorgeworfen. Anklagen sind in vielen Fällen noch nicht erhoben worden.

Der türkische Präsident hat monatelang versucht, die in Deutschland lebenden Türken und Eingebürgerten gegen die deutsche Regierung bzw. gegen die deutschen Parteien zu hetzen. Er hatte sogar in den Wahlkampf versucht einzugreifen, indem er ihnen vorgab, welche Parteien sie nicht wählen sollten.

Die neu gegründete Koalition in Niedersachsen sollte ein Ministerium für Einwanderung und Flucht einrichten. Das sollte auch auf Bundesebene geschehen, wenn es zu einer Koalitionsbildung gekommen ist. Dieses Ministerium sollte sich dann mit den Fragen der Einwanderung und Flucht beschäftigen, konstruktiver arbeiten und umzusetzende Lösungen auch mit Betroffenen erarbeiten. Es gibt viele Themen, die nicht oder nicht richtig angegangen werden. Es ist zu schlimmen Attentaten gegenüber Flüchtlingen und Flüchtlingsunterkünften, zu sexistischen Übergriffen von Einwanderern gegenüber einheimischen Frauen gekommen etc. Dieses Themen wurden nicht richtig aufgearbeitet.

Das Schulsystem in Deutschland ist nur auf die schulische Bildung der einheimischen Kinder bzw. Schüler ausgerichtet. Als dieses Schulsystem aufgebaut wurde, gab es noch keine Kinder bzw. Schüler mit Migrationshintergrund. Das Schulsystem muss auf eine homogene Gesellschaft umgestellt werden. Es muss auch möglich sein, dass die Kinder mit Migrationshintergrund, nicht nur am Nachmittag und in weit entfernten Schulen oder Räumen einen muttersprachlichen Unterricht erhalten. Der muttersprachliche Unterricht sollte in ihren Schulalltag integriert werden. Dadurch wird die muttersprachliche Förderung an Wertschätzung gewinnen.

Einige Bundesländer bezahlen Lehrkräfte, die z. B. für eine Zeit lang, etwa 3 Jahre,

aus den Heimatländern nach Deutschland geschickt werden. Nach Ablauf von 3 Jahren müssen sie wieder zurück und durch neue ersetzt werden. Das kann nicht angehen. Ein muttersprachlicher Unterricht sollte durch hier ausgebildete Lehrkräfte angeboten werden.

Alters- bzw. Pflegeheime für älteren EinwanderInnen mit z. B. ihre Sprachen sprechendem Personal gibt es immer noch nicht.

Es gibt für Migranten immer noch keine Angebote mit kulturellen Aktivitäten, in denen sie sich sozial integrieren können.

Die Medien und Webseiten von EinwandererInnen werden nicht finanziell gefördert bzw. unterstützt.  

Unter der einheimischen Bevölkerung ist eine Islamfeindlichkeit gewachsen. Dies ist auch duruch die nationalistisch, antisemitisch und fremdenfeinlichen Äußerungen und Kundgebungen der Parteien wie u. a. der AfD geschehen. Diese Parteien machen die EinwandererInnen und Flüchtlinge für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Gesamtgesellschaft verantwortlich. Das muss unterbunden werden.

Es hat in diesem Jahr eine Bundestagswahl gegeben. Die großen bürgerlichen Parteien haben die Einwanderung und Flucht in ihrem Wahlkampf nicht thematisiert. Erst als es zu den Koalitionverhandlungen im Rahmen einer eventuellen Jamaika-Koalition ist es zu Gesprächen der Einwanderungsproblematik gekommen. Eine solche Koalition kam aber nicht zustande.

Es wird wahrscheinlich wieder eine große Koalition mit der CDU, CSU und der SPD geben. Eine solche Koalition hatte in der letzten Legislaturperiode die Einwanderungsproblematik nicht gelöst bzw. war diese nicht angegangen. Es wird wahrscheinlich wieder darauf hinauslaufen. Es gibt lediglich die Gespräche darüber, dass die CSU die Einwanderung auf 200.000 im Jahr einschränken möchte. 

Während der Landtagswahlen in Sachsen wurde die Einwanderung und Flucht auch nicht thematisiert.

Trotz aller politischen und gesellschaftlichen Probleme müssen wir uns alle um ein friedliches Zusammenleben bemühen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und uns allen ein friedliches und versöhnungsvolles neues Jahr 2018

29 Dezember 2017 0 Kommentare
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Salafismus

Der Sufismus – Eine grobe Zusammenfassung

von Fremdeninfo 28 Dezember 2017
von Fremdeninfo
Infos zu Religion

Der Sufismus – Eine grobe Zusammenfassung

  • dtj-online
  • GeschichteKultur
  • 27. November 2017 11:41
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Der Sufismus ist eine spirituelle Strömung im Islam, die auch als islamische Mystik bezeichnet wird. Der Begriff stammt vermutlich vom arabischen suf für Wolle in Anspielung auf die einfachen Gewänder der Sufis. Oberstes Ziel ihrer Lehre ist das „Einssein mit Gott“ (tauhid).

Der Weg dorthin führt über das Prinzip der vollkommenen Liebe und der Auslöschung des eigenen Egos mittels Askese und spezieller geistiger Übungen. Wichtige Elemente sind die Meditation und der Dhikr („Gedenken“), bei dem sich die Sufis (persisch Derwische) durch das unablässige Wiederholen von Gottesbezeichnungen, teils verbunden mit unentwegter Drehung des Körpes, in religiöse Ekstase versetzen.

Der Sufismus ist beinahe so alt wie der Islam selbst. Bedeutende Vertreter sind der Perser al-Halladsch, der 922 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen starb, sowie die Araber Al-Ghazali (1058-1111), Ibn Arabi (1165-1240) und der mystische Dichter Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207-1273). Seit dem 12. Jahrhundert entstanden in der ganzen islamischen Welt auch Sufi-Orden, die sich jeweils auf einen geistlichen Gründer berufen. Bekannte, international verbreitete Bruderschaften sind etwa die Mevleviya, Naqschbandiya oder Qadiriya.

Große Bedeutung hat in den Orden die enge Bindung zwischen den Schülern und ihren spirituellen Meistern (Scheich oder Pir), die ihnen den Weg zur göttlichen Erkenntnis weisen. Die Ordenszentren ähneln zwar in gewisser Weise den abendländischen Klöstern, allerdings gibt es auch erhebliche Unterschiede zum christlichen Mönchtum. So war der Zölibat unter Sufis nie weit verbreitet.

In vielen Ländern hatten Sufi-Orden großen Einfluss auf die Entwicklung des Volksislam. Zur immensen Vielfalt seiner Formen von Marokko bis Indonesien haben sie damit erheblich beigetragen und prägen bis heute das spirituelle Leben von Zigmillionen Muslimen.

Allerdings sieht sich der Sufismus auch heftiger Kritik vonseiten der sunnitischen Orthodoxie und radikaler Kräfte ausgesetzt. Sie werfen den Sufi-Bruderschaften Häresie und Verstöße gegen die religiösen Regeln vor. Denn die sufistische Überzeugung von einer mystischen „inneren“ Bedeutung des Koran führte immer wieder zu Konflikten mit den Normen der Scharia.

KNA/cdt/cas

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28 Dezember 2017 0 Kommentare
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Religion

Der Streit über das Beschneidungsgesetz hält an

von Fremdeninfo 27 Dezember 2017
von Fremdeninfo
Religionsfreiheit oder Körperverletzung

Der Streit über das Beschneidungsgesetz hält an

  • dtj-online
  • Gesellschaft
  • 27. Dezember 2017 12:13

Beschneidung, oder auch medizinisch Zirkumzision genannt, ist immer noch ein umstrittenes Thema. Juden und Muslime sind sich selten genug einig.

In der religiösen Beschneidung von Jungen sehen Gegner „eine Botschaft der Gewalt“. Juden und Muslime verteidigen dagegen die rituelle Praxis, die seit fünf Jahren per Gesetz erlaubt ist.

Von Andreas Otto (KNA)

Bonn (KNA) Seit fünf Jahren herrscht für Juden und Muslime Rechtssicherheit: Das am 28. Dezember 2012 in Kraft getretene Beschneidungsgesetz erlaubt ihnen die Jungenbeschneidung aus religiösen Gründen. Doch trotz dieser rechtlichen Klarstellung geht der Streit darüber weiter. Kindermediziner und -schutzorganisationen sehen in der nicht-therapeutischen Vorhautentfernung eine irreversible Schädigung des Körpers und eine Menschenrechtsverletzung.

Ähnlich hatte es das Kölner Landgericht gesehen, das die Debatte über die Beschneidung ausgelöst hatte. In einem Urteil vom 7. Mai 2012 hielt es fest, dass die religiöse Jungenbeschneidung die körperliche Unversehrtheit verletze und damit strafbar sei. Dieses Votum gegen eine jahrtausendealte Tradition stieß bei Juden und Muslimen auf völliges Unverständnis. Nach einer hitzigen Debatte über religiöse Freiheit kippte der Bundestag wenige Monate später den Richterspruch und beschloss mit breiter Mehrheit ein Gesetz, wonach die rituelle Beschneidung in Deutschland weiter zulässig ist – wenn sie den Regeln der ärztlichen Kunst entspricht. In den ersten sechs Monaten können allerdings wie in Israel eigens ausgebildete Beschneider den Eingriff vornehmen.

Bei der Beschneidungspraxis geht es Juden und Muslime nicht nur um Tradition, sondern um ihr Selbstverständnis. Deshalb sahen sie nach dem Kölner Urteil sogar ihre Beheimatung in Deutschland infrage gestellt. Der damalige Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, sprach gar von einer antisemitisch geprägten Debatte. Liberale wie orthodoxe Vertreter des Judentums verteidigten mit Vehemenz die Beschneidung, in der sie ein Bundeszeichen zwischen Gott und Menschen sehen.

Auch die beiden großen christlichen Kirchen verurteilten das Urteil als „äußerst befremdlich“, weil es den Grundrechten der Religionsfreiheit und dem Erziehungsrecht der Eltern nicht gerecht werde. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki erklärte auch mit Blick auf Speisevorschriften oder die Lebensform von Priestern: „Es fehlt die Einsicht, dass Menschen aus religiösen Gründen Dinge tun, die nichtreligiöse Menschen nicht tun würden.“

In der Bundestagsdebatte über das Thema warnte der damalige SPD-Fraktionschef und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier davor, dass ausgerechnet Deutschland als erstes Land der Welt die Beschneidung nach jüdischer Tradition verbieten könnte. Dem Beschneidungsgesetz stimmten schließlich 434 von 580 Abgeordneten zu. Ein alternativer Entwurf, der Beschneidungen erst ab 14 Jahren mit Einwilligung des Betroffenen vorsah, erhielt nur 91 Stimmen.

Die Gegner der rituellen Beschneidung finden sich mit der Regelung nicht ab. Der Düsseldorfer Psychotherapeut Matthias Franz sieht einen Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung. „Erwachsene haben an den Genitalien von Kindern nichts zu suchen“, so der Experte der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM). Jedes Jahr würden rund 400 Jungen nach einer Beschneidung schwer verletzt in Kliniken aufgenommen. Der Eingriff enthalte „eine Botschaft der Gewalt“ und bewirke bei vielen Jungen bleibende Ängste um ihre Männlichkeit.

Ähnlich äußert sich die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ). Gerade wenn Nicht-Ärzte Beschneidungen vornehmen, erlitten Kinder oft wegen unzureichender Betäubung Schmerzen. Notwendig sei ein „breiter nationaler Dialog“.

Diesen Einwänden können Vertreter des Judentums nicht folgen. Die frühere Programmdirektorin des Jüdischen Museums in Berlin, Cilly Kugelmann, initiierte vor drei Jahren eigens eine Ausstellung zum Thema Beschneidung und konfrontierte die Besucher mit Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO: Danach sind weltweit 30 Prozent der Männer beschnitten, 10 Prozent aus religiösen Gründen. Die Theorie, wonach beschnittene Männer traumatisiert seien, sei angesichts dieser hohen Zahl sehr unrealistisch, meint Kugelmann.

27 Dezember 2017 0 Kommentare
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Salafismus

Salafistische Frauennetzwerke eine Gefahr

von Fremdeninfo 27 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Verfassungsschutz des Landes NRW

Salafistische Frauennetzwerke eine Gefahr

  • dtj-online
  • Gesellschaft
  • 27. Dezember 2017 11:37

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz sieht die Gefahr der Entstehung von salafistische Parallelgesellschaften in Deutschland. Der Grund dafür sei, dass der Salafismus immer weiblicher werde, sagte Burkhard Freier, der Leiter des NRW–Verfassungsschutzes, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). Weil viele charismatische Führungspersonen der salafistischen Szene im Zuge des konsequenten strafrechtlichen Vorgehens in Haft säßen, füllten Frauen die Lücken. „Wir haben in Nordrhein-Westfalen ein sogenanntes Schwesternetzwerk mit 40 Frauen im Blick.“ Diese weiblichen Führungspersonen, von denen manche mehrere hundert Facebook-Follower habe, seien in der Szene mittlerweile akzeptiert, sagte Freier. „Die Männer haben gemerkt, dass Frauen viel besser netzwerken können und deshalb viel stärker in der Lage sind, die Szene zu binden und am Leben zu halten.“

Die 40 „Schwestern“ hätten ein komplettes salafistisches Programm im Angebot – von der Kindererziehung über das Kochen und die Interpretation von Religionsvorschriften bis zur Hetze gegen „Nichtgläubige“. Das Salafistinnen-Netzwerk werbe und missioniere aggressiv im Netz. „Die Frauen sind mittlerweile Ideologieproduzentinnen“, sagte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes. Hinzu komme, dass die Frauen ihre eigenen Kinder von früh an indoktrinieren. „Dadurch wird der Salafismus zu einer Familienangelegenheit, es beginnt etwas zu entstehen, was sehr viel schwerer aufzulösen ist, nämlich salafistische Gesellschaftsteile.“ Zwar sei nicht jeder Salafist ein Terrorist, sagte Freier. „Aber jeder dschihadistische Terrorist, den wir in den vergangenen Jahren in Europa erlebt haben, kam aus der salafistischen Szene.“

Die deutschen Sicherheitsbehörden seien in den vergangenen Jahren mit repressiven Maßnahmen wie etwa dem Verbot der Koran-Verteilaktion „Lies!“ sehr erfolgreich gegen die Szene vorgegangen, führt Freier weiter aus. Doch eben dadurch finde nun immer mehr in Hinterhöfen oder Wohnzimmern statt. Zugleich radikalisiere sich die Szene weiter. „Es gibt eine immer größere Zahl von minderjährigen Salafisten, die über Gewalt fantasieren“, sagte Freier. Durch die militärische Niederlage der Terrormiliz „Islamischen Staates“ (IS) habe sich der Salafismus zum Inlandsextremismus entwickelt.

27 Dezember 2017 0 Kommentare
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Religion

Vorstandswahlen bei der DITIB: Vorsitzender Aşıkoğlu wird im Amt bestätigt

von Fremdeninfo 26 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Im Beisein des türkischen Diyanet-Chefs

Vorstandswahlen bei der DITIB: Vorsitzender Aşıkoğlu wird im Amt bestätigt

  • dtj-online
  • NewstickerPolitik
  • 25. Dezember 2017 12:13

 

Der Theologe Nevzat Yaşar Aşıkoğlu bleibt Vorstandsvorsitzender des deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib. Die Mitgliederversammlung des größten islamischen Verbands in Deutschland bestätigte den Religionspädagogen am Sonntag in seinem Amt. Der 1984 in Köln gegründete bundesweite Verband hat nach eigener Darstellung 960 Vereine als Mitglieder.

Dem Vorstand gehören außerdem die Psychologin Emine Seçmez, der Mufti und stellvertretende Vorsitzende des Obersten Religionsrates der Ditib, Ahmet Dilek, der Theologe Abdurrahman Atasoy, der Vorsitzende des Landesverbandes NRW-Köln, Irfan Saral, der Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Yılmaz Yıldız, und Gründungsmitglied Nihat Özkan an.

Die Ditib steht seit längerem wegen ihrer engen Verbindungen zur türkischen Regierung in der Kritik. Kritiker bezeichnen sie als verlängerten Arm der Regierung Erdogan in Deutschland.

Türkischer Diyanet-Chef nimmt an Vorstandswahlen teil 

An der Veranstaltung nahm laut Pressemitteilung auch der Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Ali Erbaş, teil. Er versicherte den Angaben zufolge, dass die von Diyanet entsandten Imame „ausschließlich religiöse Aufgaben haben. Sie lehren Toleranz, Respekt, Geschwisterlichkeit, Wahrung der Menschenwürde und Verbot der Diskriminierung.“ Zugleich unterstrich er, dass die theologische Begleitung der Ditib durch die türkische Diyanet eine hohe Bedeutung habe.

Wahl der DITIB war lange hinausgezögert worden

Laut „Spiegel“ war die Wahl lange hinausgezögert worden, weil die Organisation massiv in der Kritik stand: Imame sollen vermeintliche Anhänger der umstrittenen Gülen-Bewegung bespitzelt haben. Experten wie der Grünenpolitiker Volker Beck fordern, dass sich die Ditib unabhängig vom türkischen Staat machen müsse.

 

26 Dezember 2017 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Kramp-Karrenbauer will härteren Umgang mit Asylbewerbern

von Fremdeninfo 25 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Kramp-Karrenbauer will härteren Umgang mit Asylbewerbern

 

DIE WELT

Bild von „Fremden“Info

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer verlangt eine obligatorische Altersprüfung bei jungen Flüchtlingen. Das CDU-Präsidiumsmitglied plädiert grundsätzlich für einen härteren Umgang mit Asylbewerbern, die Behörden täuschen.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich für eine verbindliche Altersfeststellung im Fall minderjähriger Flüchtlinge ausgesprochen. „Bei unbegleiteten Minderjährigen sollte eine verbindliche Altersprüfung eingeführt werden“, sagte die CDU-Politikerin im Interview mit der WELT. Flüchtlinge geben häufig ein falsches Alter an, um nicht nach dem Asylrecht, sondern nach dem Jugendhilfegesetz behandelt zu werden.

Kramp-Karrenbauer plädiert zudem für einen wesentlich härteren Umgang mit jenen Asylbewerbern, die die Behörden über ihre Identität offensichtlich täuschen. „Jemand, der seine Identität verschleiert oder Papiere vernichtet hat, muss mit harten Konsequenzen rechnen“, sagte sie. Der Staat müsse allerechtlich gebotenen Möglichkeiten ausschöpfen, um herauszufinden, wer jemand sei. „Notfalls muss er dabei auch auf andere Datenquellen zurückgreifen können, zum Beispiel auf Handys.“

Der Rückgriff auf Handys erfolgt derzeit nur in Ausnahmefällen. Zuletzt hatte die neue österreichische Regierung aus ÖVP und FPÖ mit dem Vorhaben Aufsehen erregt, Asylbewerbern generell Bargeld und Handys abzunehmen. Dies sollte auch zur Identitätsfeststellung dienen. Die Daten auf den Handys sollten genutzt werden, um herauszufinden, welche Routen jemand genommen hat, welche Kontakte er hatte.

In der Zuwanderungspolitik appelliert Kramp-Karrenbauer an die Sozialdemokraten, den Asylkompromiss von CDU und CSU zu akzeptieren. Mit Blick auf die anstehenden Sondierungsgespräche über eine Neuauflage der großen Koalition sagte sie: „Das Regelwerk der Zuwanderung, das CDU und CSU gefunden haben, müssen wir verteidigen und in den Koalitionsgesprächen mit der SPD möglichst durchsetzen.“ Es gehe bei der Zuwanderung und bei der Integration vor allen Dingen um konsequentes staatliches Handeln, etwa wenn es um Abschiebungen gehe.

Als Maßnahme schwebt der CDU-Politikerin vor, bei der Abschiebung nicht mehr auf Linienmaschinen zurückzugreifen. „Schließlich müssen wir bei Rückführungen notfalls auf eigene Flugzeuge zurückgreifen, wenn es bei den zivilen Flügen zu große Probleme gibt.“ Piloten und Bordpersonal normaler Linienflüge hatten sich in mehreren Fällen geweigert, an Abschiebungen mitzuwirken. Das hat dann dazu geführt, dass die Flüge nicht starten konnten und die Abschiebung unterblieb.

25 Dezember 2017 0 Kommentare
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Antisemitismus

Laschet: Antisemitismus kein Import durch Zuwanderer

von Fremdeninfo 22 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Antisemitismus in Deutschland

Laschet: Antisemitismus kein Import durch Zuwanderer

  • dtj-online
  • GesellschaftPolitikTop Thema
  • 21. Dezember 2017 15:46

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) (l) unterhält sich am 20.12.2017 im Landtag in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) mit NRW Innenminister Herbert Reul (CDU). Thema ist unter anderem der nordrhein-westfälische Haushaltsplan. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Angesichts der jüngsten judenfeindlichen Ausschreitungen in Deutschland hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) davor gewarnt, die Ursachen einseitig bei Zuwanderern zu suchen. „Antisemitismus in Deutschland ist nicht importiert“, sagte Laschet am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags. Zwar gebe es auch Judenhass bei manchen Migranten. Aber wer jetzt so tue, als sei die aktuelle Judenfeindlichkeit durch Zuwanderung ausgelöst worden, vergesse, dass es noch viele Antisemiten unter Deutschen gebe. Antisemitismus sei „immer schon hier gewesen“, so Laschet.

Die Debatte über einen importierten Antisemitismus sei auch der Versuch, von der latent vorhandenen Judenfeindlichkeit in Deutschland abzulenken, erklärte der Ministerpräsident. Das löste empörte Zwischenrufe der AfD-Fraktion aus. Laschet entgegnete, auch in der AfD gebe es prominente Politiker, die offen Judenhass schürten und Geschichtsklitterung betrieben. „Wir sollten über deutschen Antisemitismus sprechen, über muslimischen Antisemitismus, über christlichen Antisemitismus, über katholischen Antisemitismus in ihrer Geschichte“, rief Laschet. Alles müsse gleichermaßen erwähnt werden.

Zuwanderer-Kinder sollen Holocaust als Teil ihrer Geschichte anerkennen

Hier aufgewachsene Zuwanderer-Kindern sollten den Holocaust auch als Teil ihrer eigenen Geschichte anerkennen, forderte Laschet. Das treffe oftmals auf Unverständnis, weil Migranten ihre Verantwortung für die Judenverfolgung im Nazi-Deutschland nicht erkennen könnten. „Unsere Antwort muss sein: weil ihr Deutsche seid, weil ihr hier geboren seid“, so Laschet. Deshalb müssten über öffentlich geförderten Jugendaustausch vermehrt persönliche Begegnungen zwischen jungen Migranten und ihren Altersgenossen in Israel organisiert werden. „Wir brauchen mehr Empathie für Israel“, sagte der Regierungschef.

Zuvor hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) bereits ein konsequentes Einschreiten der Polizei bei judenfeindlichen Aktionen angekündigt. Der Schutz von Synagogen und anderer jüdischer Einrichtungen habe oberste Priorität. Wenn sich jüdische Mitbürger nicht mehr sicher fühlten und öffentliche Veranstaltungen etwa zum Lichterfest Chanukka absagen müssten, sei dies nicht akzeptabel.

22 Dezember 2017 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Fremdenfeindlichkeit 264 Angriffe auf Flüchtlingsheime, davon 251 von rechten Tätern

von Fremdeninfo 22 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Deutschland

Die Welt

Fremdenfeindlichkeit 264 Angriffe auf Flüchtlingsheime, davon 251 von rechten Tätern

 

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.

  • 2017 wurden dem BKA zufolge 995 als politisch motiviert eingestufte Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert.
  • Es waren vor allem Propagandastraftaten, Sachbeschädigungen und Gewaltdelikte.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte bleiben laut einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ in Deutschland weiter ein Problem. Die Zahl solcher Straftaten sei aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich zurückgegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA).

Demnach zählte das BKA in diesem Jahr bis Mitte Dezember 264 solcher Straftaten, wie eine Sprecherin mitteilte. In 251 Fällen macht das BKA demnach rechtsextreme Täter verantwortlich. In 13 Fällen könne eine politische Motivation noch nicht ausgeschlossen werden.

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Hassfigur für Neonazis und Islamisten

Bei den erfassten Fällen geht es laut Bericht vor allem um Propagandastraftaten (84), Sachbeschädigungen (65) und Gewaltdelikte (39), darunter 16 Brandstiftungen und zwei Sprengstoffanschläge. Die Zahlen zum Stichtag 18. Dezember seien vorläufig.

Zahlen rückläufig, aber weiter deutlich über dem Niveau von 2013

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Nach Angaben der Zeitung sind derartige Angriffe im Vergleich zu den beiden Vorjahren zurückgegangen, aber weiter deutlich über dem Niveau von 2013. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 995 als politisch motiviert eingestufte Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, davon 169 Gewalttaten, wie die Zeitung unter Berufung auf das BKA berichtet. Im Jahr 2015, dem Jahr der Beginn der Flüchtlingskrise, seien es 1031 Angriffe gewesen, 2014 seien 199 gemeldet worden, 2013 insgesamt 69. Die große Mehrheit dieser Taten stuft das BKA demnach als rechtsmotiviert ein.

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Gewalt in Deutschland

„Die Täter sind keineswegs nur Rechtsextreme“

Tatverdächtige seien laut BKA in diesem Jahr zu bislang 54 Delikten ermittelt worden. Dabei handle es sich um 84 Personen. Viele Verfahren seien aber noch nicht abgeschlossen. 2016 seien zu 218 Taten insgesamt 459 Verdächtige ermittelt worden. 2015 waren es demnach 608 Tatverdächtig zu 272 Delikten.

22 Dezember 2017 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Dissens über EU-Flüchtlingsquote“Tusk rammt der Kommission das Messer in den Rücken“

von Fremdeninfo 14 Dezember 2017
von Fremdeninfo

Dissens über EU-Flüchtlingsquote“Tusk rammt der Kommission das Messer in den Rücken“

Ratspräsident Donald Tusk hatte in der Einladung zum EU-Gipfel die verpflichtenden Quoten zur Aufnahme von Flüchtlingen als „unwirksam“ bezeichnet. Das sei ein grobes Foul gewesen, sagte Ska Keller, Grünen-Politikerin im EU-Parlament, dem Dlf. Tusk sei Präsident nicht nur von drei Mitgliedsstaaten, sondern von allen.

Ska Keller im Gespräch mit Jasper Barenberg

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Ska Keller. (imago / Rüdiger Wölk )

EU-Ratspräsident Tusk „Bratislava muss zum Wendepunkt werden“

G20-Gipfel in Hangzhou Tusk fordert von G20-Ländern Aufnahme von Flüchtlingen

Ska Keller, Europa-Parlament „TTIP ist für beide Seiten des Atlantiks kein guter Deal „

Jasper Barenberg: London zahlt auch nach dem Austritt aus der EU im nächsten Jahr weiter Milliarden nach Brüssel. London gewährt EU-Bürgern im Land umfassende Rechte. London garantiert schließlich, dass es keine feste Grenze in Irland geben wird. – Mit diesen Zusagen schien der Weg frei für die wichtige zweite Verhandlungsrunde zum Brexit, die nämlich über die künftigen Beziehungen zur Europäischen Union vor allem in Handelsfragen. Bis Mitglieder der Regierung Teile der Einigung wieder in Frage gestellt haben. Die Staats- und Regierungschefs wollen trotzdem heute grünes Licht für Phase zwei geben. Auch das EU-Parlament hat sich dafür ausgesprochen.

Mitgehört hat Ska Keller, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament. Schönen guten Morgen.

Ska Keller: Guten Morgen.

„Wie kommt man wieder zusammen“

Barenberg: Frau Keller, wir haben es alle miterlebt. In Brüssel treffen Unterhändler auch aus London eine Abmachung. Zurück zuhause gilt sie dann nicht mehr. Vertrauen Sie nach diesen ganzen Turbulenzen, dem Hin und Her noch auf die Zusagen der britischen Premierministerin?

Keller: Sicherlich nicht mehr uneingeschränkt, und das heißt natürlich auch nichts Gutes für die Verhandlungen für die zukünftigen Formen der Zusammenarbeit. Der jetzige Prozess ist ja eigentlich die einfachere Übung, wie geht man auseinander. Viel schwieriger wird es ja dann werden bei der Frage, wie kommt man wieder zusammen, was ist die zukünftige Zusammenarbeit. Und wenn dann die Regierung so völlig unzuverlässig ist, dann heißt das wirklich nichts Gutes für die zukünftigen Verhandlungen, übrigens aber auch nicht für das, was die britische Regierung offiziell anstrebt, nämlich ein globales Britain. Sie machen jetzt Verträge mit der ganzen Welt. Aber was soll der Rest der Welt sich denn denken, wenn die britische Regierung noch nicht mal ihre Zusagen zu ihrem engsten Partner einhalten will. Das schafft wirklich nicht Vertrauen.

„Das stellt natürlich kein komplettes Agreement dar“

Barenberg: Aber wenn das so ist, Frau Keller, und die Briten derart unzuverlässig agieren, wie kommt es dann, dass das Europäische Parlament zustimmt, jetzt die Phase eins für erfolgreich beendet zu erklären und Phase zwei einzuläuten?

Keller: Zum einen machen wir auch klar, dass es einen rechtsverbindlichen Vertrag geben muss, der so schnell wie möglich dann fertig gemacht und abgestimmt werden muss, wo es dann auch ganz glasklar steht. Zumal: Es gibt ja auch eine durchaus schriftliche Vereinbarung. In der steht „commit“, also verpflichtet. Und es ist aber auch wichtig, dass wir vorangehen, denn es bleibt ja nicht mehr viel Zeit, über alle weiteren Fragen zu reden. Das was an sich erreicht worden ist, das stellt natürlich kein komplettes Agreement dar, aber doch substanziellen Fortschritt, sodass wir jetzt gerade mal Gnade vor Recht ergehen lassen.

„Da muss dann auch die britische Regierung Farbe bekennen“

Barenberg: Gnade vor Recht ergehen lassen. – Das heißt, London sagt, ist alles nicht rechtsverbindlich, da gibt es noch Spielraum, ist mehr so ein Gentleman’s Agreement, und Sie sagen, der Zeitdruck ist so groß, da sehen wir jetzt drüber hinweg.

Keller: Na ja, nicht wirklich. Wir machen das schon rechtsverbindlich. Ganz klar! Da kommt auch niemand mehr drum herum.

Barenberg: Und wann wird das geschehen?

Keller: Das wird jetzt so schnell wie möglich passieren. Das ist dieses withdraw Agreement, von dem Barnier auch geredet hat, und das ist dann ein rechtsverbindliches Agreement, ein rechtsverbindliches Übereinkommen, und da muss dann auch die britische Regierung Farbe bekennen.

„Es kann nicht heißen, dass es zwei verschiedene Abkommen gibt“

Barenberg: Die Situation ist ja offenbar noch komplizierter geworden, seit das Parlament gestern Abend, vor allem die Opposition, aber auch Tory-Abgeordnete, ein Vetorecht des britischen Parlaments zum endgültigen Abkommen erzwungen haben. Heißt das, es wird in Zukunft noch mehr als jetzt schon ohnehin immer zwei Fassungen geben, eine für die Insel, für zuhause, und eine für Brüssel?

Keller: Das kann nicht gehen. Da muss May sich dann auch hinstellen in London und ihre Abkommen hier verteidigen. Das ist ganz klar. Es ist gut, wenn das transparent ist. Es ist gut, wenn das Parlament auf beiden Seiten mitreden kann. Auf jeden Fall! Das muss auch so sein. Aber das kann halt nicht heißen, dass es zwei verschiedene Abkommen gibt. So kann das nicht funktionieren.

„Wie das funktionieren soll, ist schleierhaft“

Barenberg: Nehmen wir als Beispiel die Grenze Irland-Nordirland, über die ja so viel gestritten wurde. Da liegt auf dem Tisch die Zusage aus London, es wird keine Grenze geben. Aber wie das Ganze umzusetzen ist, wenn Großbritannien tatsächlich nicht mehr Teil der Wirtschaftsunion ist, auch der Zollunion, das steht ja noch völlig in den Sternen. Können Sie sich damit zufriedengeben, das wird London schon irgendwie regeln?

Keller: Ich kann mir gerade nicht vorstellen, wie London das regeln will. Sie haben ja bis jetzt auch keinen Vorschlag vorgelegt. Das Ziel ist natürlich sehr, sehr wichtig. Es geht bei der Nordirland-Frage ja wirklich um das friedliche Zusammenleben. Es geht ja wirklich um viel, es geht um das Karfreitagsabkommen. Deswegen ist es extrem wichtig, dass dieses Ziel auch wirklich umgesetzt wird. Es heißt ja jetzt, Nordirland soll letztendlich auf EU-Standards bleiben. Aber wie das funktionieren soll, wenn der Rest Großbritanniens sich von europäischen Standards entfernt, das ist schleierhaft. Das geht ja nur, wenn es de facto eine Grenze zwischen Nordirland und dem Rest Großbritanniens gibt, und das will in London niemand oder kaum jemand. Wie diese große Frage gelöst wird, das hat May bis jetzt offengelassen.

Barenberg: Spüren Sie, dass Theresa May diese Quadratur des Kreises irgendwie schaffen kann?

Keller: Bis jetzt ist da nichts zu sehen und die Brexit-Entscheidung ist ja nicht erst gestern gefallen. Das Problem ist auch nicht erst seit gestern bekannt. Deswegen habe ich in der Tat da einige Skepsis. Aber das ist eines der großen Probleme, das gelöst werden muss, und da geht es wirklich um viel.

„Das ist ein grobes Faul direkt vor dem Gipfel“

Barenberg: Um viel geht es ja offenbar auch bei diesem Gipfel, wenn das Thema Flüchtlingspolitik aufgerufen ist. Wir haben in dem Bericht gehört, dass da ein Papier des Ratspräsidenten für einige Debatten gesorgt hat. Welche Folgen fürchten Sie für die Flüchtlingspolitik in Zukunft?

Keller: Dieses Papier hat auch im Europäischen Parlament für heftige Debatten gesorgt. Es geht natürlich einfach nicht, dass Tusk hier so Partei ergreift für Staaten, die europäisches Recht hintergehen, die Solidarität nicht anerkennen, aber die auch Humanität einfach nicht anerkennen wollen. Das ist ein grobes Faul direkt vor dem Gipfel und das können wir einfach nicht so stehen lassen. Wir haben ja auch im Europäischen Parlament für diese Frage der Verteilung und der Frage, wo muss jemand eigentlich Asyl beantragen, welches Land ist zuständig, wir haben im Europäischen Parlament dafür einen Vorschlag gemacht mit Mehrheit im Europäischen Parlament. Bei uns im Europäischen Parlament sitzen dieselben Parteien, die in den Mitgliedsstaaten die Regierungen bilden. Ich frage mich schon, warum wir das schaffen – das war sicherlich nicht einfach, aber wir haben das geschafft – und die Mitgliedsstaaten kriegen das nicht hin.

„Italien, Malta, Spanien, Griechenland nicht alleine lassen“

Barenberg: Nun hat unser Korrespondent ja auch erwähnt, dass die Flüchtlingspolitik in der Tat die Europäische Union tief gespalten hat in dieser Frage. Ist es nicht oder wäre es nicht auf der anderen Seite eine gute Idee anzuerkennen, dass es da keinen Konsens gibt und man darauf verzichtet, in Zukunft solche Entscheidungen per Mehrheitsbeschluss durchzudrücken?

Keller: Nein, weil die Mehrheitsentscheidung ist ein wichtiges demokratisches Instrument. Und die Frage ist ja auch: Man kann diese Frage nicht einfach ignorieren. Man kann ja nicht sagen, wir machen einfach weiter wie bisher, wo wir Staaten wie Italien, Malta, Spanien, Griechenland alleine lassen. Das kann ja übrigens auch Polen sein. Auch Polen liegt an der Außengrenze. Und wenn die Ukraine-Krise weiter eskaliert, dann kann es auch gut sein, dass viele Flüchtlinge auf einmal nach Polen kommen. Es kann ja nicht sein, dass wir diese Situation einfach hinnehmen und dann manche Staaten die gesamte Verantwortung haben und andere Staaten sich da komplett raushalten. Das widerspricht der europäischen Verantwortung, der europäischen Solidarität, und das widerspricht auch der Humanität.

„Tusk stellt sich da auf die komplett andere Seite“

Barenberg: Wollen Sie Polen, Ungarn, Tschechien und die anderen skeptischen bis ablehnenden Staaten auch weiter zwingen?

Keller: Genau. Und es ist ja auch sehr bezeichnend, dass die Kommission gerade zum Europäischen Gerichtshof gegangen ist, um das Vertragsverletzungsverfahren gegen die drei Staaten fortzuführen, die absolut keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Gleichzeitig kommt dann Tusk und rammt der Kommission sozusagen das Messer in den Rücken in dieser Frage und stellt sich da auf die komplett andere Seite. Aber Tusk ist der Präsident nicht nur von drei Mitgliedsstaaten, sondern von allen.

Barenberg: Was erwarten Sie jetzt von ihm?

Keller: Ich bin gespannt, wie er sich da erklären will, und erwarte von ihm, dass er nach Kompromissen sucht, statt zu spalten.

Barenberg: … sagt die grüne Fraktionsvorsitzende im Europäischen Parlament, Ska Keller. Danke für das Gespräch heute Morgen.

Keller: Ich danke Ihnen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

 

14 Dezember 2017 0 Kommentare
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TÜDAY fordert: Stoppt die Auslieferung von Adil Yiğit!

von Fremdeninfo 12 Dezember 2017
von Fremdeninfo

TÜDAY fordert: Stoppt die Auslieferung von Adil Yiğit!

Der Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V  in Köln richtet sich in folgendem Brief direkt an die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft:

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Sehr geehrte Mitglieder des Landtages,

wir wenden uns an Sie, weil wir über die Vorgänge um den türkischen Journalisten Adil Yiğit irritiert und um seine Sicherheit besorgt sind. Adil Yiğit lebt seit 35 Jahren in Hamburg, ist Chefredakteur des Online Mediums „Avrupa Postasi“, hat aber auch Artikel für „die Zeit“ und „die Tageszeitung“ geschrieben. Er ist nicht nur bekannt als Erdoğan-Kritiker, sondern berichtet auch kritisch über den NSU-Komplex, den Jahrestag des Brandanschlags in Mölln oder die Rekrutierung von Jugendlichen für den IS.

Adil Yiğit gehört zu den 32 Journalist*innen, denen im Rahmen des G20-Gipfels die Akkreditierung entzogen wurde. Dieses Vorgehen wurde vielfach kritisiert. Es drängt sich der Eindruck auf, dass es sich in seinem und in mindestens zwei weiteren Fällen um ein Zugeständnis an den türkischen Präsidenten RecepTayyip Erdoğan gehandelt hat. Adil Yiğit verlangte neben vielen weiteren Journalist*innen eine Aufklärung über den Vorgang, die bis heute nicht erfolgt ist. Stattdessen wurde Adil Yiğit am 21. November vom Bezirksamt Hamburg-Mitte mitgeteilt, dass seine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert werden sollte. Eine Abschiebung in die Türkei käme einer Auslieferung an die türkische Regierung gleich.

Wir sind irritiert darüber, dass trotz der weltweiten Kritik an der Inhaftierung von Jounalist*innen in der Türkei, das Bezirksamt Hamburg-Mitte die De-facto-Auslieferung eines weiteren kritischen Journalisten in die Türkei betreibt. Wir weisen darauf hin, dass zur Zeit über hundert Journalist*innen in der Türkei inhaftiert sind, mehr als in jedem anderen Land der Welt und dass für Inhaftierte weder eine menschenwürdige Behandlung, noch ein fairer Prozess zu erwarten ist. Wir bitten um Aufklärung, weshalb das Bezirksamt Hamburg-Mitte, dem die Situation sicherlich ebenfalls bekannt ist, diese Entscheidung über den Aufenthalt von Adil Yiğit getroffen hat.

Wir fordern den Landtag auf, die De-facto-Auslieferung von Adil Yiğit zu stoppen.

Angesichts der aktuellen Entwicklung ist außerdem eine Aufklärung darüber, auf wessen Betreiben Adil Yiğit und anderen Journalist*innen die Akkreditierung während des G20-Gipfels entzogen worden ist, dringend geboten.

TÜDAY

Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V 
Türkiye Almanya İnsan Hakları Derneği 
Human Rights Association Turkey/Germany 
Komeleya Mafên Mirovan Tirkiye/Almanya

12 Dezember 2017 0 Kommentare
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