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Iran entdeckt mutmaßliche israelische Drohnenfabrik im eigenen Land – Teheraner wollen in die Türkei

von Cumali Yağmur 18 Juni 2025
von Cumali Yağmur 18 Juni 2025
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Iran entdeckt mutmaßliche israelische Drohnenfabrik im eigenen Land – Teheraner wollen in die Türkei

Von: dpa/dtj

 

                                                       

Der Krieg zwischen Israel und dem Iran dauert an. Trump ruft die Bewohner Teherans zur Flucht auf. Gibt die dortige Führung unter dem Druck nach und lässt sich auf Gespräche ein?

Der Iran und Israel beschießen sich weiterhin gegenseitig mit Raketen. Der staatliche Rundfunk des Iran sprach von einem „Raketenregen“ auf Ziele in Israel. Die israelische Armee teilte mit, die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren. Die Bevölkerung wurde erneut angewiesen, die Schutzräume aufzusuchen, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Laut der „Times of Israel“ waren im Raum der Stadt Jerusalem starke Explosionen zu hören. Inzwischen können die Menschen die Schutzräume wieder verlassen.

Die Luftwaffe hatte zuvor in der Nacht „umfassende“ Angriffe auf militärische Ziele im Westen des Irans geflogen, wie die israelische Armee mitteilte. Es seien Dutzende Lagerstätten und Abschussanlagen für Boden-Boden-Raketen sowie Boden-Luft-Raketenwerfer und Drohnen-Lager attackiert worden, hieß es. Auch Zivilisten wurden allerdings getötet.

Berichte über einen angeblichen Kriegseintritt des Israel-Verbündeten USA wies Washington in der Nacht als „falsch“ zurück. US-Präsident Donald Trump hatte die Einwohner der iranischen Hauptstadt Teheran zuvor zur Flucht aufgefordert. „Jeder sollte Teheran sofort verlassen“, schrieb Trump auf Truth Social und schürte damit Ängste. Danach verließ er vorzeitig den G7-Gipfel in Kanada, hatte aber zuvor angedeutet, der Iran sei zu Verhandlungen bereit.

Trump: Der Iran will einen Deal

„Es wird ein Abkommen unterzeichnet werden, und ich denke, der Iran ist dumm, wenn er es nicht unterzeichnet“, sagte Trump. Andernfalls werde etwas passieren, schob er nach, ohne konkreter zu werden. „Sie wollen einen Deal machen, und sobald ich hier weg bin, werden wir etwas unternehmen.“ Das Weiße Haus diskutiere mit dem Iran über die Möglichkeit eines Treffens in dieser Woche zwischen dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi, berichtete die US-Nachrichtenseite „Axios“ am Morgen unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Die G7-Chefs verständigten sich unterdessen unerwartet auf eine gemeinsame Erklärung zu dem Krieg. In dem Text wird der Iran als „die Hauptquelle regionaler Instabilität und des Terrors“ bezeichnet und Israels Recht auf Selbstverteidigung betont. Man habe stets unmissverständlich klargestellt, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dürfe.

Araghtschi sieht den Schlüssel zur Beendigung des Krieges bei Trump. „Ein Anruf aus Washington genügt, um jemandem wie (dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin) Netanjahu den Mund zu verbieten. Das könnte den Weg für eine Rückkehr zur Diplomatie ebnen“, schrieb er auf der Plattform X. „Netanjahu hält einen weiteren US-Präsidenten zum Narren.“

Menschen fliehen aus Teheran

Es blieb unklar, was der Beweggrund für Trumps Evakuierungsaufruf an die Bevölkerung Teherans war. Bereits seit dem Wochenende gibt es Berichte über lange Staus auf Ausfallstraßen, weil viele der 15 Millionen Einwohner der Metropole aus Sorge vor einer noch größeren Eskalation fliehen. Viele prüfen, ob sie in die Türkei können. Iranischen Berichten zufolge gab es in der Nacht im Raum der Hauptstadt wieder schwere Explosionen und Abwehrfeuer. Zuvor hatte bereits Israels Ministerpräsident Netanjahu die Einwohner Teherans zur Flucht aufgerufen.

„Wir sagen den Bürgern Teherans: „Verlasst die Gegend!“ – und wir handeln“, sagte Netanjahu. Israel hatte zunächst zur Evakuierung eines Stadtteils aufgerufen. Kurz darauf wurde dort das Hauptgebäude eines staatlichen Senders getroffen. Dem Sender zufolge gab es Tote und Verletzte. Seit Beginn der Angriffe in der Nacht zum Freitag hat Israel dem Machtapparat des Irans schwere Schläge versetzt. Netanjahu scheint nun auch eine gezielte Tötung von Irans Oberstem Anführer Ajatollah Ali Chamenei nicht auszuschließen.

Netanjahu: Tötung Chameneis könnte Konflikt beenden

„Das wird den Konflikt nicht eskalieren lassen, das wird den Konflikt beenden“, sagte Netanjahu im Interview des US-Senders ABC auf die Frage, ob er die Sorge der US-Regierung teile, dass eine Tötung Chameneis den Konflikt außer Kontrolle geraten lassen könnte. Auf die direkte Frage, ob Israel plane, Chamenei zu töten, sagte er: „Wir tun, was wir tun müssen. Ich werde da keine Details erörtern.“ Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach US-Präsident Trump in den vergangenen Tagen Einspruch gegen israelische Pläne für die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts eingelegt haben soll.

Nach Darstellung eines israelischen Militärsprechers hat Israel inzwischen die „volle Luftüberlegenheit“ über Teheran erreicht. Ein Teil der Raketenangriffe aus dem Iran sei durch israelische Luftangriffe vereitelt worden. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden hatte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge zwar in der Nacht angekündigt, eine neue Welle an Angriffen auf den Erzfeind Israel werde bis zum Morgen „ununterbrochen fortgesetzt“. Israelischen Medienberichten zufolge handelte es sich in der Nacht jedoch nur weniger als zehn, die über der Küstenmetropole Tel Aviv und der Stadt Haifa abgefangen wurden. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab es nicht. Am Morgen feuerte die Islamische Republik dann erneut Raketen auf Israel ab.

Die iranische Polizei hat derweil eine mutmaßliche israelische Drohnen- und Sprengstofffabrik im iranischen Isfahan entdeckt. Sie soll zum israelischen Geheimdienst Mossad gehört haben, wie das Onlineportal Iran Nuances berichtete. Demnach wurde ein Verdächtiger, der in der Werkstatt Sprengstoff hergestellt und getestet haben soll, von der Polizei festgenommen. Ein Video soll Material aus der Werkstatt zeigen. Den Großangriff Israels gegen den Iran haben Berichten zufolge jahrelang Agenten des Auslandsgeheimdienstes Mossad unterstützt und vorbereitet. Dabei sollen sie auch tief im Inneren des Irans im Einsatz gewesen sein. Unter anderem platzierten und bedienten sie demnach Präzisionswaffen und Drohnen mitten im Land, um Luftabwehrstellungen und Raketensilos zu zerstören.

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge schickt das US-Militär aufgrund der Entwicklung einen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten. Zudem sollen die USA am Wochenende Dutzende Tankflugzeuge nach Europa verlegt haben, um sie im Bedarfsfall schnell im Nahen Osten einsetzen zu können. Der Schutz der eigenen Truppen in der Region Nahost habe Vorrang, heißt es.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich am Rande des G7-Gipfels positiv zu US-Bemühungen um ein Ende des Krieges. Wenn die Vereinigten Staaten einen Waffenstillstand erreichen könnten, sei das eine sehr gute Sache. Details zu den US-Bemühungen nannte Macron nicht. Er erklärte nur, Trump habe gesagt, dass Gespräche im Gange seien. Es sei ein Angebot für einen Waffenstillstand und für Gespräche unterbreitet worden.

„Der Iran darf keine Atomwaffe besitzen“

Israel will nach eigener Darstellung mit den Angriffen verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Die Führung in Teheran betont dagegen, dass das Atomprogramm zivilen Zwecken diene. In seinem Post auf Truth Social schrieb US-Präsident Trump, Teheran hätte im Streit um das iranische Atomprogramm das von ihm vorgeschlagene Abkommen unterschreiben sollen. Das sei eine «Verschwendung von Menschenleben». In Großbuchstaben ergänzte er: «Der Iran darf keine Atomwaffe besitzen.»

Mehrere arabische Staaten und die Türkei verurteilten die Angriffe Israels auf den Iran. Es sei unerlässlich, dass „Israels Feindseligkeiten gegen den Iran“ eingestellt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Ziel müsse eine „umfassende Feuerpause“ sein. Dringend nötig sei, den Nahen Osten zu einem Gebiet ohne Atomwaffen und ohne andere Massenvernichtungswaffen zu machen. Dies müsse „ohne Ausnahme für alle Staaten in der Region gelten in Übereinstimmung mit den maßgeblichen internationalen Resolutionen“. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bot am Montag an, zwischen den Kriegsparteien zu vermitteln.

dpa/dtj

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