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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Dieser Hass ist unerträglichBerlin – Die Türkische Gemeinde in Deutschland

von Fremdeninfo 12 Oktober 2019
von Fremdeninfo

TürkischeGemeindeinDeutschland

AlmanyaTürkToplumuBundesgeschäftsstelle–GenelMerkez

Türkische Gemeinde in Deutschland – Obentrautstr. 72 – 10963 Berlin

Pressemitteilung10.10.2019Dieser Hass ist unerträglichBerlin – Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) ist entsetzt über die antisemitischen und rassistischen Terroranschläge in Halle. Am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur wurden am Mittwoch in Halle zwei Menschen von einem Mann getötet – nachdem er vergeblich versucht hatte, in die Synagoge einzudringen. Laut übereinstimmenden Medienberichten hat der Täter erst einen Sprengsatz in einen türkischen Imbiss geworfen und anschließend sein zweites Opfer getötet. Der Vorsitzende der TGD, Gökay Sofuoğlu, erklärt: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und bei allen, die gestern Angst und Schrecken erleiden mussten und müssen. Dass Gewalt und Hass in Worten und Taten gegenüber Menschen jüdischen Glaubens nach wie vor einen Boden in Deutschland haben, ist unerträglich.“Am gestrigen Abend verbreitete sich schließlich die These, bei dem Täter handele es sich um einen Einzeltäter – ein Erklärungsmuster, das bereits beim Mord an Walter Lübcke und anderen rechtsextremen Anschlägen und Attentaten verwendet wurde. „Diese Einzeltätertheorie ist ein Versuch, diese Tat, diesen Akt des Terrors, zu relativieren. Wir müssen die Gründe für diesen Anschlag beim Namen nennen: Antisemitismus und Rassismus. Beide sind eingebettet in unsere gesellschaftlichen Diskurse und Strukturen.“ – führt Sofuoğlu aus.Der Vorsitzende der TGD, Atila Karabörklü, ergänzt: „Dass der Täter später einen Sprengsatz in einen Dönerimbiss wirft, ist kein Zufall. Das rassistische Gedankengut des NSU lebt weiter. Es war nie weg. Wir sind es leid von der Politik immer wieder die gleichen Beschwichtigungen zu hören. Es wird Zeit, dass die Politik handelt. Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus muss endlich oberste Priorität haben. Wir stehen Seite an Seite mit allen, die sich gegen Menschenfeindlichkeit einsetz

12 Oktober 2019 0 Kommentare
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Anschlag in Halle: Er ist nicht allein

von Fremdeninfo 11 Oktober 2019
von Fremdeninfo

Anschlag in Halle: Er ist nicht allein

Es heißt, der Täter von Halle sei Einzeltäter. Das darf nicht verschleiern, dass er Erzählungen benutzte, die auch von Rechtspopulisten in Talkshows vorgetragen werden.

Ein Kommentar von Christian Bange

Es gehört zur Boshaftigkeit des Terrorismus, dass nicht alle Aufmerksamkeit seinen Opfern gewidmet sein kann. Dass es nicht nur um die geht, die gestorben sind, weil sie im falschen Moment erbärmlichen Menschen voller Hass begegneten. Oder um die Überlebenden, deren psychische Wunden vielleicht nie vernarben werden. Sondern dass sich ein Teil des öffentlichen Interesses auch auf die Täter richtet, jemanden also wie Stephan B., der vermutlich genau das bezweckte, als er gestern in Halle zwei Menschen tötete, und wohl aus Zufall nicht mehr Menschen umbrachte. Obwohl der Täter es verdient hätte, in seiner Zelle bis ans Ende der Zeit vergessen zu werden, müssen wir uns auch mit ihm befassen. Oder besser: mit dem, was ihn trieb.

Kurz bevor der Mörder sich gestern aufmachte, seine widerwärtigen Fantasien in die Tat umzusetzen, wandte er sich in einem Video an eine globale Blase von Neonazis, Rechtsextremisten und Antisemiten und sagte etwas, das so dumm und hasserfüllt wie bedeutend ist. Er leugnete in dem kurzen Video erst den Holocaust, dann sprach er vom Feminismus, der der Grund für niedrige Geburtenraten im Westen sei, was wiederum zu Massenimmigration führte. Und erklärte, dass „der Jude“ der Grund für all das sei.

Zu wem genau sprach er da? Das Video zeigt, dass B., der zum Teil auf Englisch spricht, offenbar einerseits einer weltweiten, in Foren organisierten Community von Rechtsextremen imponieren wollte. Leuten, die sich in einem Kampf gegen den Islam und die Juden sehen und deren Helden rassistische Mörder wie Breivik und die Täter von Charlottesville und Christchurch sind. Beunruhigend genug.

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Halle – „Es macht einen tieftraurig“ Nach den tödlichen Schüssen in Halle haben sich Anwohner zu einer Mahnwache zusammengefunden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Motiv des Täters aus.

Doch da ist noch mehr. B. versuchte in dem Video nicht nur, Neonazis zu gefallen. Es ist das direkte Nebeneinander seines Antisemitismus mit Thesen, die heute auch innerhalb der AfD-Anhängerschaft weit verbreitet sind. Thesen, die in abgeschwächter Form auch manche, die sich konservativ nennen, in Talkshows vortragen. Der Judenhass des Täters, in einen Zusammenhang gebracht mit den Narrativen von Genderwahn und Bevölkerungsaustausch: Doch, das geht.

Auch wenn jeder Rechte bei Verstand sich nun so weit möglich distanziert von dem Täter, so meinte dieser doch offenbar, auch im Sinne jener zu handeln, die daran glauben, dass Angela Merkel und die linken Eliten einen groß angelegten und perfiden Plan verfolgen, die deutsche Bevölkerung auszutauschen. Natürlich kann man als Rechtspopulist behaupten, man habe damit nichts zu tun. Aber der Mörder von Halle benutzt ihre Argumente, er benutzt ihre Worte und ihre Erzählungen.

Terrorismus: Der Anschlag von Halle

Nun sind die Neuen Rechten nicht mehr die Neonazis von früher. Sie haben in Deutschland den Durchbruch geschafft, als sie sich konzeptionell vom Nationalsozialismus trennten. Isolierten sich Rechtsradikale früher durch ihre Hitlerei regelmäßig selbst, so lassen sie heute kaum eine Gelegenheit verstreichen, sich von NS und Antisemitismus zu distanzieren. Wenngleich sie hin und wieder mit Ein- oder Zweideutigkeiten dem faschistischen Teil ihrer Wählerinnen und Wähler zuzwinkern, versuchen sie mit wachsendem Erfolg, sich sogar als die wahren Verteidiger der Juden aufzuspielen. Die Figur, die es dafür brauchte, war der pathologisch antisemitische Muslim. Mit ihm ließ sich die Verächtlichmachung des Islam prächtig hinter dem „Nie wieder!“ der Bundesrepublik verstecken. Wie stark diese Reinwaschung wirkt, kann man daran erkennen, dass die Behauptung, der wahre Antisemitismus sei inzwischen ein zugewanderter, auch in bürgerlichen Milieus wirkt.

11 Oktober 2019 0 Kommentare
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In vielen Migranten-Haushalten wird deutsch gesprochen

von Fremdeninfo 1 Oktober 2019
von Fremdeninfo

In vielen Migranten-Haushalten wird deutsch gesprochen

Von

dtj-online

–

 

 

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DTJ berichtete bereits in einem Artikel aus dem Jahre 2013 über den zunehmend schweren Stand der türkischen Sprache in Deutschland. Sechs Jahre später dürfte das Interesse am Erlernen von Türkisch unter hiesigen Deutschtürken nicht besonders zugenommen haben.

Eher Deutsch in Migrantenhaushalten

Bei der Betrachtung aller Haushalte mit Migrationsgeschichte ergibt sich ein ähnliches Bild. Dabei gehen aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes neue Daten hervor. So spricht man im Großteil der Mehrpersonenhaushalte (63 Prozent), in denen mindestens ein Mensch einen Migrationshintergrund hat, überwiegend Deutsch. In sieben Prozent der Haushalte war Türkisch die überwiegend gesprochene Sprache. Russisch folgt mit 5 Prozent und Polnisch sowie Arabisch mit jeweils drei Prozent.

Welche Sprache die Haushaltsmitglieder hauptsächlich sprechen, hängt laut dem Bundesamt vor allem davon ab, wie viele Menschen mit ausländischen Wurzeln in dem Haushalt leben. Lebt im Haushalt nur ein Mitglied mit ausländischen Wurzeln, ist die meistgesprochene Sprache in 95 Prozent der Fälle Deutsch. Aber in Haushalten, in denen ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund leben, wird nur noch in 44 Prozent der Fälle überwiegend Deutsch gesprochen.

Generationenunterschiede bei Türken

Einzelne Deutsche Politiker kritisierten in der Vergangenheit oft türkische Haushalte. Begriffe wie Integrationsverweigerer machten dabei häufig die Runde. Die Situation ist jedoch differenzierter zu betrachten. Ob in Haushalten mit türkischen Einflüssen eher Deutsch oder Türkisch gesprochen wird, ist im Wesentlichen eine Generationenfrage. Die hier geborenen wuchsen bilingual auf. Gleiches gilt für Deutschlandtürken, die einst als Kinder von Gastarbeitern einwanderten, aber ihre Kindheit größtenteils hier verbrachten. Die erste Einwanderergeneration weist deutlich bescheidenere Deutschkenntnisse auf.

Aufschlüsse hierzu gibt eine vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge herausgegebene Untersuchung. So gab in ihr über 96 Prozent der Befragten aus der zweiten Generation an, gut oder sehr gut Deutsch zu sprechen. Bei der ersten Generation traf dies hingegen nur auf jeden Zweiten zu. Wenig überraschend zeigte die Untersuchung ebenfalls, dass die Deutschkenntnisse in der Regel mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigen. Jedoch werden wohl viele Leser auch 60 Jahre nach Inkrafttreten des Anwerbeabkommens noch Menschen kennen, die trotz langer Aufenthaltsdauer eher wenig Deutsch sprechen.

Damit ein Bürger einen Migrationshintergrund hat, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Entweder muss er selbst oder aber mindestens ein Elternteil bei der Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit bessesen haben. Das Statistische Bundesamt gab die Zahlen anlässlich des Tags der deutschen Sprache bekannt.

1 Oktober 2019 0 Kommentare
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Aufruf zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover

von Fremdeninfo 24 September 2019
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Aufruf zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover

Am  27.10.2019 findet in Hannover die Oberbürgermeisterwahl, und falls ein Kandidat oder eine Kandidatin bei dieser Wahl die absolute Mehrheit nicht erreicht hat, am 10.11.2019 die Stichwahl statt.

Alle in Hannover lebenden EinwandererInnen sollten zur Wahl gehen. Sie leben seit Jahrzehnten in Deutschlan im Allgemeinen und in Hannover im Besonderen. Sie sind ein Bestandteil der hiesigen Gesellschaft geworden. Daher sollten sie sich in allen Bereichen der Gesellschaft aktiv beteiligen, wie z. B. im öffentlichen Dienst, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, bei freiwilligen sozialen Diensten, bei politischen Parteien, bei Sozialverbänden und Organisationen etc. Nur eine politische Gleichberechtigung und Beteiligung kann Vertrauen in die politischen Institutionen, in die Zivilgesellschaft und in den hiesigen Lebensmittelpunkt bewirken. Nur so kann eine Chancengleichheit, Akzeptanz, Vielfalt und gegenseitiger Respekt erreicht werden, die für jede Gesellschaft unabdingbar sind. Nur so kann darüber hinaus Ausgrenzung, Diskriminierung, Fremdenhass und Ausschluss aus der hiesigen Gesellschaft und dem hiesigen Gesellschaftsleben verhindert werden. Im einzelnen sind die Themen für heimische und eingewanderte Gesellschaftschichten identisch. Einheimische und Engewanderte benötigen dringend die aus den Menschenrechten resultierenden Bürgerrechte wie:

-bezahlbare Wohnungen,

-Kindergartenplätze für Kinder,

-Ausbildungsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene,

-muttersprachliche Förderung in Altersheimen, Wohnheimen und auch in Schulen, 

-schnellere Unterstützung für Frauen und Alleinerziehende bei häuslicher Gewalt,  -die Einrichtung einer muttersprachlichen Antidiskriminierungsstelle,     

-Förderung und Information in Fragen des Klima- und Umweltschutzes, inbs. In den Bereichen der Mülltrennung, Müllvermeidung, Verkehrsregelungen, Förderung des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrses etc.

Durch die Teilhabe an den Wahlen können die MigrantenInnen die kommunale Politik, die sie unmittelbar an ihrem Lebensort Hannover betrifft, mitbestimmen, mitentscheiden und damit an den vollen Menschen- und Bürgerrechten partizipieren.

Daher werden alle EinwandererInnen, die ein Wahlrecht haben, aufgefordert, am 27.10.2019, wenn erforderlich wird auch am 10.11.2019, zur Wahl zu gehen.

Belit Onay – Kandidat der Grünen Partei zum Oberbürgermeister der Stadt   

                     Hannover und Mitglied des nds. Landtages für die Grünen

24 September 2019 0 Kommentare
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Religion

Diyanet – die profitable Religionsbehörde

von Fremdeninfo 23 September 2019
von Fremdeninfo

Türkei Detusche Wele

Diyanet – die profitable Religionsbehörde

Die höchste Religionsbehörde der Türkei macht mit verschiedenen Geschäften Millionenumsätze. Nun plant sie den Abriss einer historischen Brauerei. Kritiker fragen sich: Ist so viel Profit noch islamisch?

Bomonti war die erste professionelle Brauerei im Osmanischen Reich. Sie liegt im Istanbuler Stadtteil Sisli, mitten im Zentrum der Bosporusmetropole. Nun wurde das historische Bauwerk dem Büro des Bezirksmuftis übergeben. Es soll bald abgerissen werden, damit auf dem Gelände eine Moschee und ein Wohnheim entstehen können. Doch es gibt starken Widerstand gegen das Bauvorhaben.

„Die Bomonti-Brauerei hat eine historische Bedeutung. Ein neues Bauprojekt, das den Charme unseres Bezirks zerstört und den Bauboom weiter ankurbelt, ist nicht gut für uns“, sagt Bezirksbürgermeister Sisli Muammer Keskin der Deutschen Welle. Auch der Vorsitzende der türkischen Ingenieurs- und Architektenkammer, Akif Burak Atlar, ist ein Gegner der Neubauten. „Die Bomonti-Brauerei wurde seit Jahren vernachlässigt. Nicht der Abriss, sondern die Restaurierung der Brauerei sollte diskutiert werden.“

„Diyanet Holding“ – wie reich ist die Behörde wirklich?

Die umstrittenen Bauten auf dem Gelände der historischen Brauerei sind nur ein Beispiel für die zunehmende Geschäftstüchtigkeit der höchsten Religionsbehörde der Türkei. Die staatliche Einrichtung Diyanet, die über 107.000 Mitarbeiter beschäftigt, leitet hunderte ähnlicher Projekte im In- und Ausland. Kritiker warnen, dass die Religionsbehörde bald nicht mehr von einer riesigen Holding zu unterscheiden sei – „Diyanet Holding“ lautet bereits ihr sarkastischer Beiname.  

Nach Angaben ihrer Webseite beläuft sich der Haushalt der Religionsbehörde auf umgerechnet 825 Millionen Euro – eine Summe, die das Budget der meisten Ministerien weit übersteigt. Das türkische Statistikinstitut TÜIK geht von einem noch höheren Betrag aus: Der Haushalt im Jahr 2019 belaufe sich auf über das Doppelte, nämlich ungefähr 1,7 Milliarden Euro. Außerdem besitzt die Behörde zahlreiche Immobilien, genau 2017, so Behördenleiter Ali Erbas.

Ramadan Islam Religion (Reuters/A. Alfiky)

Eine noch höhere Rechnung macht der Schriftsteller Ömer Saglam auf. Die Diyanet, so hat er ermittelt, nehme alleine durch die Pilgerfahrten Haddsch und Umra, durch Schlachtungen zum Opferfest und durch einige verdeckte Investitionen hohe Summen ein. Die Diyanet ist zum Beispiel auf der ganzen Welt bei rund 450.000 Schlachtungen involviert. Dabei spenden Bürger der Behörde Geld, damit diese im Namen der Spender Tieren schlachten lassen und das Fleisch an arme Menschen verteilt. Allein dadurch kämen bereits Einnahmen von 52,4 Millionen Euro zusammen, so Saglam. „Das müsste insgesamt viel mehr Geld einbringen als angegeben. Leider habe ich bei meinen Recherchen festgestellt, dass die Ausgaben und Einnahmen nicht ordnungsgemäß erfasst werden. Die Diyanet ist weitgehend unkontrolliert.“

Undurchsichtige Strukturen

Das Konstrukt der Diyanet ist vielschichtig und undurchsichtig. In 145 Ländern bietet die Behörde Bildungs-, Kultur und Wohltätigkeitsaktivitäten an. Besonders ihre Stiftung Türkiye Diyanet Vakfi betreibt zahlreiche Geschäfte. Sie wurde 1975 als kleine Wohltätigkeitsorganisation gegründet und wuchs bis heute zu einer Stiftung mit rund 1000 Filialen in der ganzen Türkei. Sie wirtschaftet besonders profitabel, weil sie 1977 von allen Steuern befreit wurde. Zudem mischt sie durch ihre Tochtergesellschaft Komas A.S. in der Baubranche mit. Hunderte religiöse Wohnheime und Schulen, Moscheen, Krankenhäuser und Hotels hat das Unternehmen seit 1983 errichtet.

„Wie ein Staat im Staat“

„Die Diyanet tritt heute wie eine gigantische Holding auf – oder noch schlimmer: wie ein Staat im Staat. Sie sollte aber nicht wie eine Wirtschaftsmacht auftreten“, meint der Theologe Cemil Kilic. Er fordert, dass sich die Religionsbehörde wieder auf ihren Grundauftrag zurückbesinnt. „Die Diyanet wurde gegründet, um der Öffentlichkeit die Wahrheiten und die islamische Religion nahezubringen, ihr ein Verständnis von Gerechtigkeit und Tugend zu vermitteln.“ Doch nun sei die Diyanet nichts weiter als eine Clique, die von der Bevölkerung abgehoben agiere. „Die Institution wurde ursprünglich etabliert, um den Armen zu dienen und nicht zur Selbstbereicherung. Dies widerspricht der Logik des Islams.“

23 September 2019 0 Kommentare
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Einheit in Vielfalt

von Fremdeninfo 18 September 2019
von Fremdeninfo

Einheit in Vielfalt

Veranstalter: AlevitischeGemeinde Deutschland e.V. KölnVeranstaltungsort: Lanxess Arena KölnDatum: Samstag, den 28.09.2019,18:00 Uhr

Eine künstlerisch-ästhetische Reise von den Wurzeln der Kulturen über die Verbindungen zwischen den Kulturen hin zur Schaffung von neuen Kulturen.

Die Intention–Zum Konzept der VeranstaltungDie Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. (AABF) nimmt ihr 30-jähriges Bestehen zum Anlass, zurückzublicken aufihre bisherige Integrations-und Verbandsarbeit.Gleichzeitig will sie aber mit der Veranstaltung Einheit in Vielfaltauch ein wegweisendes Zeichen für ein zukünftiges Zusammenleben vielfältiger Kulturen setzen. Vielfalt der Kulturen wird dabei nicht verstanden als Tatbestand kultureller Heterogenität, sondern vielmehr als ihr wechselwirkendes Durchdringen und Einlassen. Sich einzulassen auf das kulturell Andere, auf fremde Klang-und Gesangswelten, auf vielfältige Formen des kulturell-ästhetischen Ausdrucks, um auf diesem Weg den Dialog der Kulturen zu initiieren, zu entwickeln und zu stärken, ist das Anliegen der geplanten Veranstaltung. Mit dem Prinzip der Einheit in der Vielfalt wird einerseits die Vielgestaltigkeit kultureller Ausdrucks-und Lebensformen in einen dialogischen oder aber genauer: in einen polylogischen Prozess gesetzt, der etwas Neues, etwas Verbindendes hervorbringt. Gleichzeitig verweist der Begriff der Vielfaltdarauf, dass er ohne eine Idee von Einheit gar keine Existenz hat. Es gibt immer schon ein Verbindendes aus demdas Differente hervorgeht. Dasästhetisch-choreographischeArrangement, Kulturen zu verbinden und das sie Verbindendeauf einerder größten Bühnen Europas,in der LanxessArena,umzusetzen,übernimmtNecati Şahin(Schauspieler und Theaterleiter sowie Gründer desmit dem Kölner Kinder-und Jugendtheaterpreis ausgezeichnetenArkadaş Theaters, derKölner“Bühne derKulturen“).Beginnend beim Themader Kosmologie über Humanismus, Umwelt, den Schmerz der Frauen, den kulturellen Kontakt bis hin zur kulturellen Vielfalt werden im Rahmen eines künstlerisch-narrativen Bühnenprogramms die vielfältigen kulturellen Erzählungen in ihrer wechselseitigen Bezugnahme dargestellt.Eine künstlerisch-ästhetische Reise von denWurzeln derKulturen über dieVerbindungen zwischen den Kulturen hin zur Schaffung von neuen Kulturen.Der Geist -Zur Bedeutung von Kulturarbeit im IntegrationsprozessKünstlerisch-kulturelleAngebote sindinnerhalb der alevitischen Gemeinden zentrale Aspektesowohl der verbandsinternen als auch der interkulturellen Arbeit. Im Vordergrund stehtdabei kein verklärter folkloristischer Ansatz, sondern vielmehr ein Ansinnen, das darauf fokussiert ist, Kunst und Kultur als individuelle Identifikationsfolie zu sehen, welche sowohl kollektive Anteile (Zugehörigkeit zu einem Kollektiv) als auc

individuelle Besonderheiten (Individualität als Abgrenzung zum Kollektiv) inkorporiert. In dieser Dualität von Kollektiv und Individualitätist auch der hohe Stellenwert von künstlerisch-kulturellenAngeboteninsbesondere für die Integrationsarbeit zu sehen. Das künstlerische Schaffen trägt immer auch die doppelte Struktur von Gelerntem, von Tradiertem und vonkollektiver Zugehörigkeit sowie von individuell Geformten, von kreativ Neugeschaffenem und ist in diesem Sinne auch dem, was den Integrationsprozess kennzeichnet, ähnlich. Integration kann weder gelingen, wenn einzig über Assimilation und Anpassung eine gesellschaftliche und soziale Teilhabe erreicht werden soll, noch über Segregation, also über dieDominanz eigenkultureller Werte und Denkmuster. Im übertragenen Sinne ist Integration ein ästhetisches Sprachspiel, ein künstlerisches Schaffen, das sich einlassen muss auf die wechselseitige Bezugnahme verschiedener Kulturen, auf die interkulturellenForderungen, Herausforderungen und die Entdeckung von gemeinsam geteilten Ideen. Kultur bzw. Kulturarbeit beruht–so wie es Saint-Exupéry formuliert –auf dem, was von den Menschen gefordert wird und nicht auf dem, was sie geliefert erhalten.Sie ist schöpferisches Schaffen.Kunst und Kultur haben für eine gelingende Integration, für den Aufbau einer inter-kulturellenGesellschaft einen sehr hohen Stellenwert, weil sie auf dem Fundament der gemeinsam geteilten kulturellen Sprache und Grammatikdes ästhetischen Ausdrucks beruhen. Der Notenschlüssel in der Musik, Farbe und Pinsel in der Malerei oder der Körper im Theaterspielsind die kulturell geteilten Requisiten, die impolylogischen ZusammenspielNeues kreieren. Hier braucht es nicht das Erlernen einer neuen Sprache, sondern die Offenheit für die ästhetisch-kulturellen Sprachspieleder Musik, der Gesänge, der Farben und der Bewegung.In diesem Zusammenhang steht die Veranstaltung Einheit in Vielfalt. Sie will zeigen, dass die ästhetische Einlassung auf das Andere, das Fremde und auch Befremdende verbunden werden kann und aus dieser Verbindung etwas Neues entstehen kann, das den unaufhebbaren Zusammenhang von Eigenem und Fremden in ein kontinuierliches Wechselspiel des kulturellen Austauschs und Verstehens stellt.Das Verstehen–so der türkische Schriftsteller und Dichter Fazil Hüsnü Dağlarca –ist eine Reiseins Andere. Kunst und Kultur sind die Mittler und Vermittler dieser Verbindung vonKulturen

18 September 2019 0 Kommentare
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Jeder vierte Bundesbürger mit ausländischen Wurzeln

von Fremdeninfo 11 September 2019
von Fremdeninfo

Jeder vierte Bundesbürger mit ausländischen Wurzeln

Von

dtj-online

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 Für die einen bedeutet es „Deutschland schafft sich ab“, für die anderen die unweigerliche Zukunft eines vielfältigen Landes im Herzen von Europa. In Deutschland leben mittlerweile mehr als 25 Prozent Menschen, die einen sogenannten Migrationshintergrund haben. Diese Feststellung macht das Statistische Bundesamt. Im vergangenen Jahr waren das noch 20,8 Millionen Menschen. Damit ist die Zahl der in Deutschland lebenden Personen mit ausländischen Wurzeln gegenüber 2017 um 2,5 Prozent gestiegen.

Der sogenannte Migrationshintergrund meint Menschen, die entweder selbst mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft geboren wurden oder aber mindestens ein Elternteil nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Dabei werden Menschen, deren Großeltern noch die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes, aber die Eltern bereits die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen nicht mehr in dieser Statistik berücksichtigt.

Weniger ausländische Wurzeln erfasst

 Wenn man sich an dem rassistischen Leitmotiv von Thilo Sarrazin orientiert, dann dürfte die Ausarbeitung des Statistische Bundesamtes kaum zufriedenstellend. Denn zahlreiche Obst- und Gemüsehändler mit deutschem Pass werden von der Behörde mittlerweile ganz natürlich als Deutsche kategorisiert. Somit kann davon ausgegangen werden, dass Menschen mit einem ausländischen Erscheinungsbild weit mehr Anteile an der Bundesbevölkerung ausmachen. Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland verzeichnet derweil einen ebenso rasanten Anstieg, wie die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit ausländischen Wurzeln.

Auch dem Statistische Bundesamt zu entnehmen ist, dass die Zahl der Einbürgerungen in 2017 bei 112211 Personen lag. In 2018 haben sich mit 112340 Menschen rund 129 mehr einbürgern lassen.

Immer mehr Türken werden zu Deutschen

Besonders Menschen mit türkischen Wurzeln entscheiden sich immer häufiger für den Austritt aus der türkischen Staatsbürgerschaft, um die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Die Gründe sind sehr subjektiv, aber ein Faktor zeigt einen besonders hohen Sprung in der Skala nach oben: „Politische Beweggründe“. Laut einem türkischen Beamten eines türkischen Konsulats hören die Anträge auf eine „Genehmigung zum Austritt von der türkischen Staatsbürgerschaft“ gar nicht mehr auf. Aufgrund von nachvollziehbaren Bedenken will der Beamte nicht namentlich erwähnt werden.

Ex-Präsident Gauck: Es gibt ein neues deutsches Wir

Der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck sprach in 2014 am Rande einer feierlichen Zeremonie für die Einbürgerung von mehreren Neu-Bürgern. Bei seiner emotionalen Rede „Hören wir auf, von `wir´ und `denen´ zu reden. Es gibt ein neues deutsches `Wir´“, betont der elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

 

11 September 2019 0 Kommentare
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Angemessenes WIR-Landesprogramm für Frankfurt statt grüner Nebelkerzen

von Fremdeninfo 5 September 2019
von Fremdeninfo
 

Angemessenes WIR-Landesprogramm für Frankfurt statt grüner Nebelkerzen

Von  Turgut Yüksel 
SPD-Fraktion Hessen
am 04. September 2019, 16:16 Uhr
Bild: Angelika Aschenbach

Zur Kritik der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am Umgang der Stadt Frankfurt mit dem WIR-Programm der Hessischen Landesregierung, hat sich der integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Turgut Yüksel, verwundert gezeigt und angemessene Integrationsprogramme des Landes für Hessens größte Kommune gefordert:

Yüksel sagte am Mittwoch in Wiesbaden: „Das WIR-Programm zur Integrationsarbeit in Hessen ist ein wichtiger Beitrag zur Strukturierung der Integrationsaufgaben in hessischen Kommunen und Landkreisen. Leider ist es für Frankfurt am Main mit seiner historisch gewachsenen eigenständigen Integrationsarbeit unterdimensioniert und deckt nicht die wirklichen Bedarfe ab. Umso verwunderlicher finde ich die gestrige Inszenierung der beiden Frankfurter Abgeordneten Taylan Burcu und Marcus Bocklet zusammen mit Integrationsminister Kai Klose in der Fragestunde des Plenums des Hessischen Landtags. Es ist kein hilfreicher Beitrag zur erfolgreichen kommunalen Integrationspolitik Frankfurts, wenn der zuständige Fachminister in Absprache mit den Abgeordneten seiner Fraktion Nebelkerzen zündet.“

Der Mehraufwand der Kommune, Mittel aus dem WIR-Programm abzurufen, sei enorm und rechne sich für Frankfurt mit seinen enormen Bedarfen und etablierten Strukturen nur bedingt. Diese Kritik habe die Frankfurter Integrationsdezernentin Sylvia Weber bereits zum Amtsantritt von Minister Klose in einem Brief geäußert.

„Der hessische Integrationsminister sollte sich lieber konstruktiv beteiligen und mit seinem grünen Kollegen, dem Frankfurter Personaldezernenten Stefan Majer, über eine Aufstockung der vom Land angebotenen Mittel und Stellen verhandeln. In jedem Fall sollte er den Akteuren der Integrationsarbeit vor Ort in Frankfurt zuhören und das WIR-Landesprogramm weiterentwickeln“, so Yüksel.

5 September 2019 0 Kommentare
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49 % gegen mehr Flüchtlinge – Junge Deutsche sehen Migration positiver

von Fremdeninfo 30 August 2019
von Fremdeninfo

49 % gegen mehr Flüchtlinge – Junge Deutsche sehen Migration positiver

Von Euronews mit dpa• Zuletzt aktualisiert: 29/08/2019 – 21:20

Die junge Generation der unter 30 Jährigen sieht Migration erheblich positiver als die Älteren. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Für junge Leute sind «Kontakt und Umgang mit Vielfalt» Normalität. Und: Fast ausnahmslos wird von Zuwanderern Engagement erwartet – Erlernen der deutschen Sprache oder Anstrengungen für ein gutes Zusammenleben. Rund 87 Prozent finden, der Staat solle dafür sorgen, dass Flüchtlinge rasch arbeiten dürfen. Zudem wünschen sich die meisten mehr Solidarität in Europa bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

52 % finden, es gebe zu viel Einwanderung

Rund 52 Prozent finden, es gebe zu viel Einwanderung, wie die repräsentative Befragung. Und 49 Prozent meinen, Deutschland könne keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen, da die Belastungsgrenze erreicht sei – 2017 hatten das 54 Prozent gesagt. Unverändert 37 Prozent stimmen dagegen der Aussage zu, Deutschland könne und solle mehr Flüchtlinge aufnehmen, weil es humanitär geboten sei. Ostdeutschland blickt kritischer auf Einwanderung als der Westen.

Nach den Turbulenzen infolge der hohen Zuwanderung von 2015 sehe eine große Mehrheit auch verstärkt deren Vorteile, etwa für die Wirtschaft, heißt es in der Untersuchung. Negative Einschätzungen seien ausgeprägt, schwächten sich im Vergleich zur vorherigen Untersuchung von 2017 aber ab. Weitere Erkenntnis: Je jünger die Menschen und je höher die Bildungsabschlüsse, desto aufgeschlossener stehen sie Migration gegenüber.

Skepsis in Ostdeutschland ausgeprägter

Zu den kritischen Tönen: Nach der Befragung von KantarEmnid glauben 71 Prozent, dass Zuwanderung den Sozialstaat zusätzlich belastet – rund 83 Prozent im Osten und 68 Prozent im Westen. Gut zwei Drittel befürchten Konflikte zwischen Eingewanderten und Einheimischen. Eine Mehrheit (63 Prozent) meint, dass zu viele Migranten die deutschen Wertvorstellungen nicht übernehmen. Und etwa ebenso viele befürchten Probleme an den Schulen und Wohnungsnot in Ballungsräumen.

Und warum die Ost-West-Diskrepanz? Kösemen: «Migration ist kein Schwarz-Weiß-Thema, sondern es gibt immer eine Gemengelage mit der Wahrnehmung von Chancen, aber auch mit Ängsten.» In Ostdeutschland seien die Befürchtungen größer als im Westen. «Dort fehlt die Übung, die Erfahrung mit Migration.» Klare Einwanderungsregeln und die Zusicherung der Politik, Zuwanderung gut zu gestalten, könne diffuse Ängste abbauen helfen. Eine erfolgreiche Integration entziehe ausländerfeindlichem Populismus die Grundlage, unterstreicht die Analyse. Am Sonntag wählen Sachsen und Brandenburg neue Landtage, im Oktober Thüringen. Umfragen sehen starke Zuwächse für die AfD.

Zajak zufolge fühlen sich viele Bürger in Ostdeutschland noch als Bürger zweiter Klasse. «Man sieht eine soziale Ungleichheit zwischen Ost und West, wenn dann eine neue Gruppe hinzukommt, wächst die Angst, es werde einem etwas weggenommen. Die stärkeren Vorbehalte im Osten haben laut Soziologin Claudia Diehl – Mitglied im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration – damit zu tun, dass persönliche Kontakte zu Zugewanderten fehlten und Infos sich auf Probleme der Migration fokussierten. Fast 21 Millionen Menschen – bundesweit jeder Vierte – haben einen Migrationshintergrund. Im Osten ist dieser Anteil viel niedriger als im Westen.

Positive Effekte für die Wirtschaft

Und welche Vorteile werden angenommen? Zwei Drittel stimmen der Aussage zu, dass Einwanderung positive Effekte auf die Wirtschaft hat – 67 Prozent im Westen, aber nur 55 Prozent im Osten. Ebenfalls zwei Drittel der Befragten meinen, Migration mache das Leben interessanter und sei gut gegen die Überalterung der Gesellschaft. Viele sehen eine Strategie gegen den Fachkräftemangel.

Die Studienautoren machen eine zwiespältige – skeptische wie pragmatische – Haltung aus. Der starke Zuzug von Flüchtlingen ab September 2015 habe merkliche Spuren bei der Aufnahmebereitschaft hinterlassen. Aktuell stehe die Bevölkerung der Migration aber wieder mehrheitlich positiv gegenüber. «Deutschland hat den Stresstest der Fluchtzuwanderung ab 2015 gut gemeistert und stabilisiert sich als pragmatisches Einwanderungsland», meinte Vorstand Jörg Dräger. Im Rekordjahr 2015 waren 890 000 Flüchtlinge eingereist, 2016 waren es noch rund 280 000, danach deutlich weniger.

Man könne von einer «robusten Willkommenskultur» sprechen, erläuterte Migrationsexperte Orkan Kösemen von der Stiftung. «Eine Mehrheit ist offen für Zuwanderung. Im Großen und Ganzen sehen wir eine solide Basis, wenn auch mit Schwankungen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ein großer Teil der Befragten nehme zudem wahr, dass kommunale Behörden und die Menschen vor Ort Zuwanderer «sehr oder eher willkommen» heißen.

Das Thema werde in der Bevölkerung oft positiver bewertet als in der öffentlichen Debatte dargestellt, meinte Sabrina Zajak vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung. «Viele Befragungen zeigen, dass die Einstellung gegenüber Migration besser und die Zustimmung im Alltag stärker ist als allgemein angenommen in der medialen Wahrnehmung.»

30 August 2019 0 Kommentare
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Die neue Härte gegen syrische Flüchtlinge

von Fremdeninfo 23 August 2019
von Fremdeninfo

Die neue Härte gegen syrische Flüchtlinge

Von

Stefan Kreitewolf

In der Türkei wächst der Unmut gegen syrische Flüchtlinge. Sogar Istanbuls neuer gemäßigter Bürgermeister Ekrem İmamoğlu findet drastische Worte. Das hat auch mit der wirtschaftlichen Misere zu tun.

Sie wurden mit offenen Armen empfangen, nun sollen sie weg: Die Rede ist von syrischen Flüchtlingen in der Türkei. Allein in Istanbul leben 500.000 Syrer, im ganzen Land sind es circa 3,6 Millionen. Ein erster antisyrischer Mob, der Ende Juni im Istanbuler Arbeiterviertel Küçükcekmece die syrischen Migranten in Angst und Schrecken versetzte, ist Ausdruck dieser Zeitenwende, und zeigt: Der Fremdenhass gegen sie wächst.

Viele Syrer sehen die Türkei als ihre zweite Heimat an. Und so wurde es seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs von der türkischen Regierung kommuniziert: 2012 lud der damalige Premier Recep Tayyip Erdoğan (AKP) syrische Flüchtlinge in die Türkei ein, wenig später besuchte er Flüchtlingslager nahe der Grenze, die bis 2014 weitgehend offen war. Sogar eine Einbürgerung stellte er damals in Aussicht.

Die Zeiten sind vorbei. Mittlerweile wirbt der türkische Präsident nämlich mit den rund 500.000 Menschen, die bereits nach Syrien zurückgekehrt sein sollen. Eine weitere halbe Million werde schnellstmöglich folgen, kündigte Erdoğan bereits im Januar an.

Konkurrenz auf leergefegtem Arbeitsmarkt

In der türkischen Öffentlichkeit werden die Syrer schon länger nicht mehr als „Gäste“ bezeichnet, wie es zu Beginn der Migrationswelle häufig der Fall war. Viele gelten stattdessen als Schmarotzer – insbesondere, weil vielen Türken mittlerweile bewusst ist, dass die Syrer nicht so schnell gehen werden.

So werden sie als Konkurrenz auf dem zunehmend leergefegten Arbeitsmarkt wahrgenommen. Denn gerade die wirtschaftliche Misere des Landes und die steigende Arbeitslosigkeit fachen die Abneigung auf die oft schwarz arbeitenden Migranten an.

Eine Studie der Kadir-Has-Universität zeigt: 67,7 Prozent der türkischen Befragten sind unzufrieden über die Präsenz der Syrer. 2017 waren es noch 54,5 Prozent. Wobei eine Studie aus demselben Jahr bereits auf wachsenden Unmut hinweist: Laut einer Erhebung der Bilgi-Universität wollen 86 Prozent der Türken, dass die Syrer das Land wieder verlassen.

Fake News gegen Syrer

Die aktuellen Unruhen in Küçükcekmece waren wohl Folge von Fake News, wonach ein Syrer ein türkisches Mädchen sexuell belästigt habe. Obwohl die Polizei das Gerücht schnell widerlegte, nahm der Hass seinen Lauf und konnte erst unter Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern gestoppt werden. Der Mob zeigt erstmals, dass sich Syrer in der Türkei nicht mehr sicher fühlen können.

Denn sogar der für versöhnliche Töne bekannte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu (CHP) zeigte Verständnis für die Unruhen. „Unsere Bürger sind ruhelos, sie gehen auf die Straße, weil sie keinen sicheren Ort mehr finden können“, rechtfertigte er das Geschehene.

In einem Interview mit dem Sender Habertürk sagte er außerdem, dass die syrischen Flüchtlinge oft illegal beschäftigt seien und so das Einkommen vieler Türken gefährdeten. Ein seltener Moment der Einigkeit zwischen İmamoğlu und Erdoğan. Die Interessen des türkischen Volkes seien zu schützen, lautet ein Satz, den beide gern verwenden.

Abschiebung droht

Zu ihren Worten passt ein Erlass des Gouverneurs der Provinz Istanbul: Alle syrischen Migranten, die nicht in der Metropole am Bosporus gemeldet sind, müssen sie sofort verlassen und in die türkischen Provinzen zurückkehren, in denen sie registriert wurden. Wer keine Papiere vorweisen kann, werde in sein Heimatland abgeschoben.

23 August 2019 0 Kommentare
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