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EU-Bericht: Italien blockiert Rücknahme von Asylbewerbern

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Allgemein

Erdoğan wegen „Flittchen“-Aussage angezeigt

von Fremdeninfo 5 Juni 2022
von Fremdeninfo

Erdoğan wegen „Flittchen“-Aussage angezeigt

Von

dtj-online

–

03.06.2022

 
 

 
„Türkischer Präsident Erdogan“ width=“696″ height=“464″>
Im Fokus: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei. Foto: Burhan Özbilici/AP/dpa

Wegen „diskriminierender Sprache“: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist mehrfach angezeigt worden, weil er Teilnehmer der Gezi-Proteste 2013 als „Flittchen“ bezeichnet hatte.

Unter anderem Politiker der oppositionellen CHP und Frauenrechtsorganisationen reichten Strafanzeigen gegen Erdoğan ein, wie sie jeweils auf Twitter mitteilten. Der Vorsitzende der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, riet Erdoğan auf Twitter, künftig lieber den Mund zu halten und erhielt dafür Zustimmung vom berühmten türkischen Pianisten Fazıl Say.

Auch die bekannte Autorin Elif Şafak empörte sich via Twitter über die „diskriminierende Sprache“. Erdoğan hatte am Mittwoch, dem neunten Jahrestag der regierungskritischen Proteste, zu der scharf kritisierten Bezeichnung gegriffen.

Demonstrierende weiter in Haft

Ende Mai 2013 hatten die Gezi-Proteste am Istanbuler Taksim-Platz ihren Ausgang genommen. Sie richteten sich ursprünglich gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Areal des Gezi-Parks am Taksim, arteten danach aber aus.

Die Regierung hatte die Proteste brutal niederschlagen lassen. Zahlreiche Menschen sitzen wegen der Teilnahme an den Demonstrationen noch immer in türkischen Gefängnissen.

dpa/dtj

5 Juni 2022 0 Kommentare
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Information

Türkisch als zweite Fremdsprache nur als Pilotprojekt in Hessen – Nicht hinnehmbar

von Fremdeninfo 1 Juni 2022
von Fremdeninfo

Türkisch als zweite Fremdsprache nur als Pilotprojekt in Hessen – Nicht hinnehmbar!

 

 

 

ATÖFBund der Türkische.Lehrervereine in Deutschland e.V.
Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland e.V.
Almanya Türk Öğretmen Dernekleri Federasyonu

Türkisch als zweite Fremdsprache nur als
Pilotprojekt in Hessen – Nicht hinnehmbar!
Der Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland
(ATÖF) ist empört über die Entscheidung der Landes-
regierung, in Hessen Türkisch als zweite Fremdsprache an
zwei Schulen lediglich als Pilotprojekt aufzunehmen.
Der Bund ist erfreut darüber, dass in Hessen die
Mehrsprachigkeit als Potential anerkannt wird und die
Sprachen Arabisch, Chinesisch, Portugiesisch und Polnisch
bereits als 2. und 3. Fremdsprache in den Kanon der
Wahlpflichtfächer aufgenommen wurden. Sie zählen ohne
Auflagen in den Fächerkanon der Schulen.
Türkisch hingegen muss sich in der Pilotphase behaupten,
da es sonst als Unterrichtsfach aufgelöst wird. Das ist nicht
gerecht!
Das Unterrichtsfach Türkisch wurde von Beginn an bei der
Planung des erweiterten Fremdsprachenangebots von der
Landesregierung nicht berücksichtigt. Nun muss sich
Türkisch, während andere Sprachen fest in das
Unterrichtsangebot etabliert wurden, als Fach erst
„beweisen“.
Wir vom ATÖF kritisieren, dass durch diese Entscheidung
die Sprache Türkisch nicht den anderen Sprachen
gleichgestellt wird.
In Hessen leben 350.000 Menschen, die einen
türkischsprachigen Hintergrund haben. Die Entscheidung,
das Unterrichtsfach Türkisch nur an zwei Schulen als
Pilotprojekt anzubieten, ist daher nicht nachvollziehbar.

Wir sind der Meinung, dass jeder Mensch ein Recht auf
seine Muttersprache hat sowie das Recht diese schulisch zu
erlernen.
Der Kampf um den Türkischunterricht dauert seit 20 Jahren
an, trotz erfolgreichen Unterschriftaktionen, die der
Landesregierung überreicht worden sind, Proteste der
Initiativen und der Gewerkschaft, bekommt Türkisch keinen
sicheren Platz in den hessischen Schulen und „darf“ lediglich
ohne Zukunftsaussichten als Pilotprojekt existieren. Das ist
nicht hinnehmbar!
Nach Betrachtung der Auswahlschulen in Kassel und
Lollar, stellen wir als Bund fest, dass sie nicht geeignet sind,
den Bedarf Türkisch als zweite Fremdsprache zu ermitteln.
Die Einführung des Faches Türkisch wird dadurch verzögert.
In anderen Bundesländern, wie z.B. in Hamburg, werden
viele Familiensprachen der Schüler*innen wertgeschätzt und
in der Schule von der 1. Klasse bis zur 13. Klasse
unterrichtet, weil diese als Bereicherung und Beitrag zum
Abbau von Vorurteilen bewertet werden.
Der ATÖF fordert von der hessischen Landesregierung, dass
Türkisch umgehend als flächendeckendes, reguläres
Unterrichtsangebot eingeführt wird – ohne Auflagen!
Wir fordern auch, dass diese diskriminierende Behandlung
gegen Türkisch, immerhin die Sprache der größten
migrantischen Community Deutschlands, aufhört.
Bund der Türkischen Lehrervereine (ATÖF)
Bilge Yörenc (Bundesvorsitzende)
Yücel Tuna (Bundesvorsitzender)

1 Juni 2022 0 Kommentare
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Information

EGMR: U-Haft gegen türkischen Amnesty-Chef war unrechtmäßig

von Fremdeninfo 1 Juni 2022
von Fremdeninfo

EGMR: U-Haft gegen türkischen Amnesty-Chef war unrechtmäßig

Von

dtj-online

–

01.06.2022

 
 
 
 
Zu sehen ist eine Amnesty-Mahnwache für die Freilassung von Taner Kılıç vor der türkischen Botschaft in Berlin. Foto: Stephane Lelarge/Amnesty International

Die mehr als einjährige Untersuchungshaft des ehemaligen Chefs der türkischen Sektion von Amnesty International, Taner Kılıç, war nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte unrechtmäßig.

Es habe keinen begründeten Verdacht gegeben, dass der Menschenrechtler eine Straftat begangen habe, entschied das Gericht mit Sitz in Straßburg nach einer Mitteilung von Dienstag. Zudem sei gegen sein Recht auf freie Meinungsäußerung verstoßen worden. Die Türkei soll Kılıç nun 24.500 Euro Entschädigung zahlen.

Außerdem soll sie von ihm 10.000 Euro Kosten übernehmen (Nummer 208/18). Kılıç war im Juni 2017 festgenommen worden. Die Untersuchungshaft wurde bis Mitte August 2018 mehrfach verlängert. Hintergrund der Festnahme waren Ermittlungen gegen mutmaßliche Mitglieder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen.

Säuberungen gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger

Die türkische Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers für den Putschversuch verantwortlich. Als Beweise gaben die Behörden an, Kılıç habe bestimmte Publikationen abonniert und mit verschlüsselten Nachrichten gearbeitet. Auch die Bank sowie die Schule, auf die er seine Kinder schickte, sahen die Behörden als Beweise.

Der Gerichtshof erachtete dies als nicht ausreichend. Die türkische Regierung war nach dem Putschversuch mit Säuberungen gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger vorgegangen, aber auch gegen Oppositionelle. Per Dekret wurden Zehntausende Staatsbedienstete entlassen und Zehntausende Menschen verhaftet. Einige von ihnen kamen anschließend wieder frei, doch mit den Folgen haben viele noch bis heute zu kämpfen, da sie gesellschaftlich geächtet wurden und größtenteils isoliert sind.

Türkei an Urteile aus Straßburg gebunden

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat. Gemeinsam setzen sich die von der Europäischen Union unabhängigen Organe für den Schutz der Menschenrechte in den 46 Mitgliedstaaten ein. Als Mitglied des Europarats ist die Türkei eigentlich an die Urteile aus Straßburg gebunden.

dpa/dtj

 
1 Juni 2022 0 Kommentare
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Information

Was hinter den türkischen Plänen zur Syrien-Offensive steckt

von Fremdeninfo 31 Mai 2022
von Fremdeninfo

Was hinter den türkischen Plänen zur Syrien-Offensive steckt

Von

dtj-online

–

29.05.2022

 
 
 
 
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Archivfoto: Die Kontrolle weiterer Gebiete in Syrien will Präsident Erdoğan auch für die Rückführung einiger Syrer nutzen. Foto: TC Milli Savunma Bakanlığı

Die Türkei steht vor einer neuen Militäroffensive im Bürgerkriegsland Syrien. Ziel ist wohl die Kurdenmiliz YPG, die Ankara auch im Konflikt um die NATO-Norderweiterung ein Dorn im Auge ist. Was hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor?

Immer wieder hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine neue Militäroffensive im Nachbarland Syrien angekündigt. Nun scheint Ankara die Drohung wahr zu machen. Ziel ist wohl – wie in ähnlichen Militäreinsätzen zuvor –, Kurdenmilizen zurückzudrängen. Warum jetzt – während in der Ukraine ein russischer Angriffskrieg tobt und das NATO-Mitglied Türkei mit dem Verteidigungsbündnis über eine Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands streitet? Ein Überblick:

Welche Interessen hat die Türkei in Nordsyrien?

Die Türkei unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Rebellengruppen. Der syrische Präsident Baschar al-Assad wird wiederum von Russland unterstützt. In Nordsyrien hat die Türkei seit 2016 bereits mehrere Militäroffensiven durchgeführt und hält dort Grenzgebiete besetzt. Hauptziel war dabei, neben dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), auch die syrische Kurdenmiliz YPG von der Grenze zurückzudrängen, die Ankara als Bedrohung sieht. Das ist der Türkei teilweise gelungen: Zurzeit kontrolliert türkisches Militär mit der Unterstützung von Rebellen das Gebiet westlich des Flusses Euphrat um die Orte Afrin und Dscharablus sowie östlich des Flusses ein Gebiet zwischen den Grenzstädten Tal Abiad und Ras al-Ain.

Die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten große Gebiete auch an der Grenze zur Türkei unter ihrer Kontrolle. Die Kurden errichteten ab 2012 eine Selbstverwaltung (Rojava). Inzwischen ist das von den Kurden kontrollierte Gebiet an der türkischen Grenze zusammengeschrumpft: Die Milizen halten dort zurzeit das Gebiet um Kobane und das Grenzgebiet im Nordosten. Erdoğan ist ein autonomes Kurdengebiet ein Dorn im Auge. Er fürchtet, dass ein solches Modell den Wunsch nach Autonomie der kurdischen Minderheit in der Türkei befeuern könnte.

Streitpunkt YPG: Welche Rolle spielt die Kurdenmiliz?

Die Türkei setzt die YPG mit der PKK gleich. Die PKK ist seit den 1980er-Jahren für zahlreiche Anschläge in der Türkei verantwortlich und zählt auch in den USA und Europa als Terrororganisation. Die Türkei bekämpft die PKK nicht nur im eigenen Land, sondern auch im Nordirak, wo diese in den Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat. Ankara verlangt vom Westen, auch die YPG auf die Terrorliste zu setzen. Allerdings ist die YPG ein enger Verbündeter der USA in Syrien, etwa im Kampf gegen den IS. So hatte die YPG im Jahr 2014 einen Angriff des IS auf den syrisch-kurdischen Ort Kobane zurückgedrängt.

Was hat die Türkei nun vor?

Die Türkei wird ihre Offensive voraussichtlich auf das Gebiet östlich des Euphrats konzentrieren. Regierungsnahe Medien schrieben etwa, dass das türkische Militär die Kurdenmilizen weiter zurückdrängen und damit zwei Gebiete unter türkischer Kontrolle miteinander verbinden wolle. Erdoğan hat bereits deutlich gemacht, was er vorhat: Er will bis zu 30 Kilometer tief in syrisches Gebiet vordringen. Ziel ist eine von der Türkei als solche bezeichnete „Sicherheitszone“. Man habe „kein Auge auf das Territorium irgendeines Landes“ geworfen und werde das auch nie tun. Der Präsident wirft der YPG vor, die Türkei aus Syrien heraus zu attackieren. Die Kurdenmilizen weisen das zurück und werfen der Türkei „Provokation“ vor, um einen Angriff zu rechtfertigen.

Was hat es mit dieser Zone auf sich?

Die Idee ist nicht neu. Bereits bei einem Militäreinsatz gegen die YPG in Nordsyrien 2019 wollte die Türkei entlang ihrer Grenze eine Zone schaffen, aus der sich alle Kurdenmilizen zurückziehen sollen. Aus Sicht der Türkei soll sich diese rund 30 Kilometer tiefe Zone vom Euphrat-Fluss aus ostwärts über mehr als 400 Kilometer bis an die irakische Grenze erstrecken. Damals war die Offensive der Türkei, die international kritisiert wurde, durch Abkommen mit den USA und Russland gestoppt worden. Vereinbart wurde, dass sich YPG-Kämpfer aus den Grenzgebieten zurückziehen müssten. Unklar blieb jedoch, um welche Gebiete es sich genau handelte.

Die Türkei will die Zone auch nutzen, um Syrer dorthin umzusiedeln. Rund 3,7 Millionen syrische Flüchtlinge leben in der Türkei. Weil sich die Stimmung im Land gegenüber Flüchtlingen deutlich verschlechtert hat, steht Erdoğan auch innenpolitisch unter Druck. Er hat mehrmals gesagt, dass er Syrer – auf freiwilliger Basis – zurückschicken, aber sich auch immer für sie einsetzen wolle.

Was hat der geplante Militäreinsatz mit der NATO-Norderweiterung zu tun?

Auch im Streit um die NATO-Norderweiterung spielt die YPG eine Rolle. Die Türkei wirft Schweden vor, die Kurdenmiliz zu unterstützen. Die Regierung ins Stockholm weist das zurück. Nach Ansicht von Experten dürfe die Entscheidung für den Militäreinsatz nicht aus Zufall gerade jetzt bevorstehen. Erdoğan sehe seine Chance, weil Russland – ein wichtiger Akteur in Syrien – gerade mit dem Angriffskrieg in der Ukraine gebunden sei, sagt Salim Çevik vom Centrum für Türkeistudien (Cats) in Berlin. Andererseits benutze er seine „Veto-Karte“ in der NATO, um die USA in Syrien zu Zugeständnissen zu bewegen.

Wie werden die geplante Syrien-Offensive und die Haltung zur NATO-Norderweiterung innenpolitisch wahrgenommen?

Erdoğan, dessen Umfragewerte ein Jahr vor der Wahl sinken, dürfte sich auch innenpolitisch etwas Auftrieb erhoffen. In der Vergangenheit hatten Operationen in Syrien dem Präsidenten immer einen Zustimmungszuwachs gebracht. Dass die YPG und die PKK eine reale Bedrohung sind, ist in weiten Teilen der türkischen Gesellschaft unumstritten. Auch mit Querschüssen in der NATO dürfte der Präsident punkten. Fast die Hälfte der türkischen Bevölkerung macht das Verteidigungsbündnis laut einer Umfrage für den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Der Auftritt als starker Anführer, der dem Westen die Stirn bietet, kommt beim heimischen Publikum gut an. Tatsächlich sind seine Umfragewerte in den letzten Tagen auch leicht gestiegen.

dpa/dtj

 

31 Mai 2022 0 Kommentare
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Frauen

Human Rights Watch: So versagt die Türkei beim Schutz von Frauen

von Fremdeninfo 28 Mai 2022
von Fremdeninfo

Human Rights Watch: So versagt die Türkei beim Schutz von Frauen

Von

dtj-online

–

27.05.2022

 
 
 
 
Die Türkei wurde zuletzt vom Tode Cansu Aydoğdus erschüttert. Sie wurde in Anwesenheit ihres fünfjährigen Sohnes von ihrem Mann getötet. Foto: İzmir Kadın Meclisi

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den türkischen Behörden Versäumnisse beim Schutz von Frauen vor Gewalt vorgeworfen. Zwar reagierten Polizei und Gerichte auf Beschwerden von Frauen, versäumten es aber, Anordnungen wie einstweilige Verfügungen durchzusetzen.

„Die mangelnde Durchsetzung hat dazu geführt, dass Frauen auf dem Radar der Behörden von ihren Peinigern getötet wurden oder über Jahre hinweg immer wieder Gewalt ausgesetzt waren“, sagte die Türkei-Vertreterin der Organisation, Emma Sinclair-Webb, am Donnerstag.

In einem Bericht dokumentierte Human Rights Watch 18 Fälle von häuslicher Gewalt. In sechs Fällen wurden Frauen demnach trotz gerichtlicher Anordnung zu ihrem Schutz von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. So beschreibt die Organisation den Fall einer 38-jährigen Mutter von drei Kindern.

Türkei soll Istanbul-Konvention beitreten

Sie sei im Juni 2021 vor ihrem Haus im zentralanatolischen Aksaray von ihrem Ehemann erschossen worden. Die Frau habe sich von ihrem Mann scheiden wollen, sei aber von ihm bedroht und belästigt worden. Gerichte hätten vor dem Mord viermal angeordnet, dass sich der Ehemann von seiner Frau fernzuhalten habe.

HRW forderte die Türkei zudem dazu auf, wieder der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen beizutreten. Die Türkei war auf Betreiben von Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor fast einem Jahr aus dem internationalen Abkommen ausgetreten – das hatte im Land selbst und weltweit für Empörung gesorgt.

dpa/dtj

28 Mai 2022 0 Kommentare
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Information

Uiguren-Berichte: Bundesregierung geht auf Distanz zu China

von Fremdeninfo 27 Mai 2022
von Fremdeninfo

 

Uiguren-Berichte: Bundesregierung geht auf Distanz zu China

Von

dtj-online

–

26.05.2022

 

Das von Adrian Zenz aus den Xinjiang Police Files zur Verfügung gestellte Handout zeigt eine „Umerziehungsanstalt“ in der nordwestchinesischen Region Xinjiang. Foto: —/Adrian Zenz/Journal of the European Association for Chinese Studies/Part of the Xinjiang Police Files/dpa

Ein neues Daten-Leak zeigt: Hunderttausende Uiguren wurden nach Recherchen von Menschenrechtlern in Chinas Nordwesten in sogenannte Umerziehungslager gesteckt. Die Bundesregierung schwenkt in ihrem China-Kurs offenbar um.

Nach neuen Berichten über die brutale Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China betont die Bundesregierung, dass Deutschland stärker auf Distanz zu dem kommunistischen Regime gehen wird. Die Volksrepublik sei zwar ein großer Handelspartner, es gebe aber „sehr relevante Probleme“, auch bei der Einhaltung von Menschenrechten, erklärte Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

„Das wurde jahrelang ausgeblendet. Diese Regierung hat den Umgang mit den China-Fragen aber verändert“, betonte der Grünen-Politiker. Hintergrund sind Medienberichte, die unter Berufung auf ein Datenleck das Ausmaß der Verfolgung und Masseninternierung von Uiguren veranschaulichen.

Abhängigkeit von China verringern

In der Provinz Xinjiang sind nach Angaben von Menschenrechtlern Hunderttausende in „Umerziehungslager“ gesteckt worden. Habeck erklärte am Dienstagabend, über den brutalen Umgang mit den Uiguren gebe es immer wieder erschütternde Berichte.

„Dennoch sind die Informationen, die uns über Internierung, Misshandlung und Zwangsarbeit erreichen, besonders schockierend. Hier muss es international eine klare Antwort und weitere Aufklärung geben.“ Zum künftigen deutsch-chinesischen Verhältnis sagte Habeck: „Wir diversifizieren uns stärker und verringern unsere Abhängigkeiten auch von China. Die Wahrung der Menschenrechte hat ein höheres Gewicht.“

Importverbote für einige Produkte

So werden nach seinen Worten Anträge deutscher Unternehmen auf Bürgschaften des Bundes für Investitionen in China mit Blick auf Umwelt-, Sozial und Menschenrechtsaspekte genau untersucht, um Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit auch in der Lieferkette auszuschließen.

Auch werde genau geschaut, ob es eine Betroffenheit der Region Xinjiang gibt. „Anträge, die den Anforderungen nicht Rechnung tragen, werden entsprechend abgelehnt.“ Der Minister fügte an: „Wir prüfen zudem chinesische Übernahmeofferten in Deutschland sehr genau und mit dem nötigen kritischen Blick.“

Importverbot für Produkte?

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge pochte auf Konsequenzen für die europäische Handelspolitik. „Menschenrechte dürfen in Handelsbeziehungen nicht an zweiter Stelle stehen.“ Es brauche jetzt ein Importverbot für Produkte, die aus Zwangsarbeit entstanden seien und ein starkes europäisches Lieferkettengesetz.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), sagte zur deutschen China-Politik, ein Weiter-so dürfe es nicht geben. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie: „Wir brauchen eine offene Debatte über unsere wirtschaftlichen Abhängigkeiten von Staaten, die eine solch erschreckende Menschenrechtsbilanz aufweisen.“

UN müsse schneller handeln

Das habe schon der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gezeigt. Amtsberg forderte die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet auf, ihren Bericht über Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Provinz Xinjiang schnell zu veröffentlichen.

Die aktuelle Reise Bachelets nach China sei richtig. „Sie muss aber den Beginn einer Aufklärung der Vorwürfe markieren, gerade weil wir davon ausgehen müssen, dass Bachelet nicht ungehinderten Zugang bekommen wird.“

China weiß angeblich von nichts

Über die „Xinjiang Police Files“ berichtete ein Medienverbund, an dem unter anderen das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, der Bayerische Rundfunk, die britische BBC, „USA Today“ und die Zeitung „Le Monde“ beteiligt sind. Chinas Führung wies die Berichte als „verleumderisch“ zurück.

China erbarmungslos: Datenleck enthüllt Verfolgung der Uiguren

Chinas Führung wirft Uiguren in der Region Separatismus, Extremismus und Terrorismus vor, während sich die muslimische Minderheit politisch, religiös und kulturell unterdrückt fühlt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 hatten die Kommunisten das ehemalige Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt.

„Es geht um einen Genozid“

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wandte sich in einem Videogespräch mit Bachelet bei deren China-Besuch gegen eine „Politisierung“ der Menschenrechte oder „zweierlei Maß“ bei deren Betrachtung. „Länder brauchen keine gängelnden Lektoren“, sagte er. Unterschiedliche Wege einzelner Länder müssten respektiert werden.

„Menschenrechte haben einen historischen, spezifischen und praktischen Kontext.“ Der höchste Vertreter der uigurischen Exilorganisation „Weltkongress der Uiguren“ kritisierte die Bundesregierung für ihren Umgang mit China. „Ich finde, dass die Bundesregierung längst nicht genug tut. Menschenrechtsverletzungen gibt es vielerorts, hier aber geht es um Genozid“, sagte Dolkun Isa dem „Spiegel“.

EU-Vizepräsidentin räumt Fehler ein

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte eine Debatte über die Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit China.  Das Datenleck sollte Anlass geben, die wirtschaftliche Abhängigkeit gegenüber China auf die gleiche Weise zu überdenken wie derzeit gegenüber Russland, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch).

„Wir haben gegenüber China in strategischen Bereichen unserer Volkswirtschaft Abhängigkeiten, die wir sogar weiter intensivieren“, warnte er. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, rügte im „Handelsblatt“, ein großer Teil der europäischen Industrie basiere auf „sehr billiger Energie aus Russland, auf sehr billiger Arbeitskraft aus China und auf hochsubventionierten Halbleitern aus Taiwan“.

„Das muss aufhören“

Europa sei nicht naiv gewesen bei diesen Risiken, sondern gierig. Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter forderte, Geschäfte mit China zu hinterfragen. „Überspitzt gesagt fußt deutscher Wohlstand darauf, dass wir in der einen Diktatur, in Russland, billige Rohstoffe einkaufen, dann hier Produkte herstellen – um sie dann der anderen Diktatur, China, zu verkaufen. Das muss aufhören“, sagte er dem „Spiegel“.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) warnte vor „generellen Schnellschüssen“ als Reaktion. Schon heute litten Unternehmen und Konsumenten unter Lieferengpässen, sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger dem „Handelsblatt“.

„Dennoch muss das Wohl der Menschen weiter Priorität haben, das ist uns bewusst“, sagte er. „Politik und Wirtschaft werden daher nicht umhinkommen, China einer gewissenhaften Prüfung zu unterziehen.“

dpa/dtj

27 Mai 2022 0 Kommentare
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Rassismus

Rassismus kein Randphänomen – Studie bestätigt weit verbreitete Vorurteile

von Fremdeninfo 26 Mai 2022
von Fremdeninfo

Rassismus kein Randphänomen – Studie bestätigt weit verbreitete Vorurteile

Von

dtj-online

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14.05.2022

 
 
 
 
„Studie zur Wahrnehmung von Rassismus“ width
Eine Demo-Teilnehmerin hält ein Plakat mit der Aufschrift „Gegen jeden Rassismus und Anitsemitismus“ in den Händen. Rund 45 Prozent der Menschen in Deutschland haben laut einer Studie schon einmal rassistische Vorfälle beobachtet. Foto: Peter Endig/dpa

Dass Rassismus in Deutschland existiert, bezweifelt nur eine kleine Minderheit. Darüber, wo Rassismus beginnt, gehen die Meinungen allerdings durchaus auseinander, wie der mit staatlicher Förderung neu etablierte Nationale Rassismusmonitor zeigt.

Rassistische Vorfälle sind in Deutschland kein Randphänomen. Rund 45 Prozent der Bevölkerung haben laut einer repräsentativen Umfrage schon einmal persönlich rassistische Vorfälle beobachtet. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung (etwa 22 Prozent) gibt an, bereits selbst von Rassismus betroffen gewesen zu sein.

Das geht aus der Auftaktstudie zu einem neuen Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde und in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden soll. Unabhängig vom eigenen Erleben stimmen 90 Prozent der Menschen hierzulande der Aussage „Es gibt Rassismus in Deutschland“ zu.

Sechs Minderheiten im Blick

Die Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) zeigt, dass junge Menschen häufiger von direkten Rassismuserfahrungen als Ältere berichten. Das mag mit einem geschärften Problembewusstsein bei den Jüngeren zusammenhängen, womöglich aber auch damit, dass junge Betroffene mehr Kontakt zu Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft haben.

Die Forscher hatten neben der repräsentativen Befragung der Bevölkerung im Alter ab 14 Jahren auch gezielt Angehörige von sechs Minderheiten in den Blick genommen: Schwarze Menschen, Muslime, Asiaten, Sinti und Roma, Juden und osteuropäische Menschen.

58 Prozent erlebten bereits selbst Rassismus

Die Befragten konnten sich dabei sowohl selbst einer dieser Gruppen zuordnen als auch angeben, ob sie von Außenstehenden einer dieser Gruppen zugeordnet werden. Von den Angehörigen der sechs Minderheiten gaben insgesamt 58 Prozent an, schon einmal selbst Rassismus ausgesetzt gewesen zu sein.

Rassismus beim Einkaufen: Aldi Nord bittet um Entschuldigung

In der Altersgruppe zwischen 14 und 24 Jahren waren es mit rund 73 Prozent aber deutlich mehr als bei den über 65-Jährigen mit 24,2 Prozent. In Bezug auf die einzelnen Gruppen ist die Studie allerdings nicht repräsentativ. Die Antworten von Befragten mit höherer Bildung zeigten dennoch, dass das Ausmaß von Erfahrungen mit Rassismus nichts mit „gelungener Integration“ zu tun habe, betont Dezim-Direktorin Naika Foroutan.

Was ist Rassismus überhaupt?

„Jahrzehntelang wurde Rassismus in Deutschland verschwiegen oder gar bestritten, das wirkt bis heute nach“, sagt die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, Reem Alabali-Radovan. Sie verspricht: „Wir packen Strukturen an, die im Alltag rassistisch diskriminieren – in den Behörden, bei der Polizei, am Arbeits- oder Wohnungsmarkt.“

„Rassismus“ wird in der Studie definiert als eine Ideologie sowie als eine diskursive und soziale Praxis, in der Menschen aufgrund von äußerlichen Merkmalen in verschiedene Gruppen eingeteilt werden, denen per „Abstammung“ verallgemeinerte, unveränderliche Eigenschaften zugeschrieben werden.

Rassismuskritik wird oft abgewehrt

Dass bestimmte ethnische Gruppen, beziehungsweise Völker intelligenter als andere sind, glauben dem Monitor zufolge zwar lediglich neun Prozent der Bevölkerung. Der Aussage, dass gewisse ethnische Gruppen oder Völker „von Natur aus fleißiger sind als andere“, stimmte allerdings rund ein Drittel der Befragten zu.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, Rassismuskritik werde oft dadurch abgewehrt, dass Betroffenen eine Hypersensitivität unterstellt werde. Den Angaben zufolge ist ein Drittel der Bevölkerung tendenziell der Auffassung, dass Menschen, die sich über Rassismus beschweren, „häufig zu empfindlich“ seien.

Konkrete Situationen definiert

11,6 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage voll und ganz zu, 21,5 Prozent stimmten ihr eher zu. Um dieses Phänomen genauer zu beleuchten, haben die Wissenschaftler konkrete Situationen zur Beurteilung vorgestellt.

Dabei zeigte sich, dass es beispielsweise knapp zwei Drittel der Bevölkerung voll und ganz (rund 35 Prozent) oder eher (gut 30 Prozent) rassistisch finden, wenn als Angehörige einer bestimmten Minderheit wahrgenommene Menschen bei der Einreise nach Deutschland wesentlich häufiger kontrolliert werden.

„Sie sprechen aber sehr gut Deutsch“

Dass auch nett gemeinte Komplimente als Rassismus empfunden werden können, ist etwa jedem vierten Menschen in Deutschland voll und ganz bewusst. Der Klassiker ist hier der Satz: „Sie sprechen aber sehr gut Deutsch.“

Insgesamt mehr als die Hälfte der Befragten bewertete es als rassistisch, wenn ein Comedian klischeehafte Witze über eine bestimmte ethnische oder religiöse Gruppe macht. Allerdings gehen im Alltag die Meinungen darüber auseinander, was denn ein „klischeehafter Witz“ ist.

Türkische Gemeinden begrüßen Studie

Jede/r Zweite (47 Prozent) der Befragten gibt an, in den vergangenen fünf Jahren schon einmal einer rassistischen Aussage im Alltag widersprochen zu haben. Dennoch lässt sich – bezogen auf bestimmte Wahrnehmungen von Rassismus – auch ein gewisses Abwehrverhalten in der Bevölkerung beobachten.

„Rassismus stachelt Attentäter an“

Fast die Hälfte aller Befragen (44,8 Prozent) stimmte tendenziell der Aussage zu, dass „Rassismusvorwürfe und politische Korrektheit“ die Meinungsfreiheit einschränken. Es sei wichtig, dass mit dem Rassismusmonitor endlich verlässliche Daten zum Umfang des Problems vorlägen, sagte der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Gökay Sofuoğlu, und mahnte ausreichend Mittel für Antirassismus-Projekte an.

Rassismus-Studie aufgeschoben

„Wenn der Haushalt 2022 so bleibt, lässt die Bundesregierung die Opfer von Rassismus de facto für dessen Bekämpfung zahlen.“ Bei Verhandlungen mit staatlichen Stellen habe er zuletzt wiederholt erlebt, dass dieses Thema unter Verweis auf die Kosten der Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine „immer wieder nach hinten geschoben“ werde.

dpa/dtj

26 Mai 2022 0 Kommentare
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China erbarmungslos: Datenleck enthüllt Verfolgung der Uiguren

von Fremdeninfo 25 Mai 2022
von Fremdeninfo

China erbarmungslos: Datenleck enthüllt Verfolgung der Uiguren

Von

dtj-online

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25.05.2022

 
 
 

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Ankara: Uigurische Türken protestieren in der Nähe der chinesischen Botschaft. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Hunderttausende Uiguren sollen in China in sogenannten Umerziehungslagern inhaftiert worden sein. Ein Datenleck zeigt Willkür und Misshandlungen. Als Reaktion fordert Außenministerin Baerbock von ihrem chinesischen Amtskollegen umgehend Aufklärung.

Neue Enthüllungen aus einem Datenleck zeigen nach Medienberichten das Ausmaß der Verfolgung und Masseninternierung in Xinjiang in Nordwestchina. Die Veröffentlichungen, die Chinas Führung als „verleumderisch“ zurückwies, sorgten für Verstimmung im deutsch-chinesischen Verhältnis.

In einer einstündigen Videokonferenz mit ihrem chinesischen Amtskollegen Wang Yi forderte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Dienstag eine transparente Aufklärung der Vorwürfe. Ihr Ministerium sprach von „schockierenden Berichten und neuen Dokumentationen über schwerste Menschenrechtsverletzungen“.

„Erst töten, dann melden“

Über die „Xinjiang Police Files“ berichtete ein internationaler Medienverbund, an dem unter anderen das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, der Bayerische Rundfunk, die britische BBC, USA Today und die Zeitung „Le Monde“ beteiligt sind.

Die Unterlagen, Tausende Fotos und offizielle Reden bieten demnach einen seltenen Einblick in die „Umerziehungslager“ und Behandlung von Uiguren und anderen Mitgliedern von Minderheiten in Xinjiang. Der frühere regionale Parteichef Chen Quanguo, der noch heute im mächtigen Politbüro in Peking sitzt, hat nach diesen Angaben 2018 in einer Rede einen Schießbefehl bei der Flucht von Häftlingen erlassen: „Erst töten, dann melden.“

Baerbock schockiert

„Ich glaube, jeder, der diese Bilder sieht, dem läuft es eiskalt den Rücken herunter“, sagte Baerbock in Berlin. Sie seien „verstörend und erschreckend, und sie untermauern das, was ja seit längerem bereits im Raum gestanden hat, dass in Xinjiang schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen werden“.

Mit Blick auf ihr Gespräch mit Wang Yi betonte sie: „Das ist nichts, wo man drüber hinweggehen kann, und das ist auch nichts, worüber man schweigen kann.“ Es sei vor allem an China, „deutlich zu machen, wie sie dazu stehen, und vor allen Dingen zu erklären, warum bisher die Haltung war, dass es dort zu keinen Menschenrechtsverletzungen kommt“.

Folter und Misshandlungen

Die Veröffentlichung fällt zusammen mit dem kontroversen, laufenden China-Besuch der UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet, die auch nach Xinjiang reisen will. Auch widersprechen die Enthüllungen offiziellen chinesischen Beteuerungen, dass es sich bei den Lagern um „Fortbildungseinrichtungen“ handele, die freiwillig besucht würden.

Das Datenmaterial war dem Forscher Adrian Zenz zugespielt worden, der an der Washington „Victims of Communism Memorial Foundation“ arbeitet und für seine Veröffentlichungen zu Xinjiang bekannt ist. Es dokumentiert nach den Medienberichten auch Misshandlungen.

Grausame Foltermethoden

Ein Foto zeige einen Häftling in einem sogenannten „Tigerstuhl“, der seine Arme fixiere und auch zur Folter benutzt werde, berichtete der „Spiegel“. Ein anderes sei von einem Insassen mit freiem Oberkörper, dessen Brust und Rücken „sichtbare Spuren von Gewalteinwirkung“ zeigten.

Chinas langer Arm: Uiguren in der Türkei befürchten Abschiebungen

 ine Häftling mit gefesselten Händen und Beinen war eine schwarze Kapuze über den Kopf gezogen worden. Die Bilder von 2018 stammten aus einem „Umerziehungslager“ in Tekes westlich von Ürümqi und seien Teil der mehr als zehn Gigabyte umfassenden Dateien, berichtete der „Spiegel“.

Muslimisch-türkische Minderheit im Visier

Weitere Fotos zeigten fast 2.900 Inhaftierte: Die Jüngste damals 15 Jahre alt, die Älteste 73. Ein 18-Jähriger sei wegen eines zweiwöchigen Trainings in einem Fitnesscenter inhaftiert und „wegen Vorbereitung einer terroristischen Handlung“ zu zwölf Jahren verurteilt worden.

In Xinjiang sind nach Angaben von Menschenrechtlern Hunderttausende in Lager gesteckt worden. Chinas Führung wirft Uiguren in der Region Separatismus, Extremismus und Terrorismus vor, während sich die muslimische Minderheit politisch, religiös und kulturell unterdrückt fühlt.

Deutsche Politik entsetzt

Nach ihrer Machtübernahme 1949 hatten die Kommunisten das ehemalige Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt. Hinter der Veröffentlichung sieht Chinas Regierung „anti-chinesische Kräfte“: „Gerüchte und Lügen zu verbreiten, kann die Welt nicht täuschen und die Tatsache nicht verdecken, dass Xinjiang eine friedliche, wohlhabende Gesellschaft und eine blühende Wirtschaft hat, und die Menschen in Frieden und Glück leben und arbeiten“, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin in Peking.

Die Datenlecks „entlarven die chinesische Propaganda und offenbaren ein Bild des Schreckens“, sagte hingegen die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestages, Renata Alt (FDP). Das Ziel Chinas sei es, die Kultur, Religion und ethnische Identität der Uiguren auszumerzen.

China muss zur Rechenschaft gezogen werden

Ein ganzes Volk werde dafür pauschal des Terrorismus beschuldigt. „China muss für diese Gräueltaten zur Rechenschaft gezogen werden“, forderte Alt. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte dem „Spiegel“: „Hier muss es international eine klare Antwort und weitere Aufklärung geben.“

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte die Bundesregierung beim „Spiegel“ auf, klar zu kommunizieren, „welche Konsequenzen Deutschland aus den neuen Erkenntnissen zieht“.

In der Türkei rief in dieser Woche die oppositionelle IYI-Partei zu Protesten gegen China auf, an denen auch die im Land lebenden geflüchteten Uiguren teilnahmen. Eine Demonstration fand vor dem chinesischen Konsulat in Ankara statt. Vom türkischen Außenministerium gab es bislang noch keine offizielle Stellungnahme zu den Enthüllungen.

dpa/dtj

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Flüchtlinge

Asyl: Streit zwischen deutschsprachigen Innenministern

von Fremdeninfo 25 Mai 2022
von Fremdeninfo

Asyl: Streit zwischen deutschsprachigen Innenministern

Bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine stehen die europäischen Staaten auch drei Monate nach Beginn des russischen Angriffs noch eng zusammen – für die geplante Reform der gemeinsamen Asylpolitik gilt das nicht.

Das zeigte sich am Dienstag deutlich bei einem Treffen der deutschsprachigen Innen- und Integrationsminister im hessischen Königstein. Österreichs Innenminister Gerhard Karner berichtete im Anschluss bei einer gemeinsamen Pressekonferenz, man habe weitere Schritte zur Aufnahme ukrainischer Menschen aus Moldau vereinbart. Gleichzeitig betonte er, es sei wichtig, dem «Schlepper-Marketing» etwas entgegenzusetzen, auch durch eine klare Trennung zwischen Kriegsflüchtlingen und «Wirtschaftsflüchtlingen». Schlepperbanden nutzten die Hilfe für die Ukraine-Flüchtlinge jetzt aus, um Menschen aus anderen Staaten wie Indien, Pakistan, Tunesien oder der Türkei den Eindruck zu vermitteln, in Europa sei jetzt jeder willkommen und könne sofort arbeiten.

Der luxemburgische Minister für Immigration und Asyl, Jean Asselborn, hielt dagegen. Er sagte, solange es in Afrika, in Libyen und andernorts Leid gebe und «Menschen, die so in die Ecke getrieben sind», werde es Bootsflüchtlinge im Mittelmeer geben. Hier gehe es nicht um Hunderttausende, sondern um eine geringere Zahl von Schutzsuchenden, denen man helfen müsse. Deshalb hoffe er, dass es der französischen EU-Ratspräsidentschaft gelingen werde, eine größere Zahl von Staaten dazu zu bewegen, sich an der Verteilung dieser Menschen innerhalb Europas zu beteiligen.

Die Schweizer Bundesrätin Karin Keller-Sutter sagte, es sei wichtig, beim Aufbau einer Plattform für Schutzbedürftige in Europa Fortschritte zu machen. Dadurch könne auch verhindert werden, dass Einzelne in mehr als einem Staat Sozialhilfe beantragten. Zugleich betonte sie, dies sei keineswegs ein Massenphänomen.

25 Mai 2022 0 Kommentare
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Information

Für Kaftancıoğlu: Beachtenswerte CHP-Versammlung in Maltepe

von Fremdeninfo 24 Mai 2022
von Fremdeninfo
 

 

Für Kaftancıoğlu: Beachtenswerte CHP-Versammlung in Maltepe

Von

dtj-online

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23.05.2022

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=“Proteste nach Urteil gegen Oppositionspolitikerin in Istanbul“ width=“696″ height=“464″>
21.05.2022, Türkei, Istanbul: Zehntausende CHP-Anhängerinnen und Anhänger füllten am Samstag das Maltepe-Kundgebungsgelände. Foto: Tolga Ildun/ZUMA Press Wire/dpa

Tausende Menschen sind in Istanbul wegen eines Gerichtsurteils gegen die bekannte Oppositionspolitikerin Canan Kaftancıoğlu auf die Straße gegangen. Ein diplomatischer Schlagabtausch sorgte in der Folge international für Schlagzeilen.

In Istanbul versammelten sich am Samstag Tausende, um gegen ein Urteil gegen die Oppositionspolitikerin Canan Kaftancıoğlu zu protestieren. Die Protestierenden solidarisierten sich mit der 50-Jährigen und riefen am Samstag Parolen wie „Rechte, Gesetz, Gerechtigkeit“.

Kaftancıoğlu ist Vorsitzende der Oppositionspartei CHP in der Provinz Istanbul und eine einflussreiche Unterstützerin ihres Parteikollegen Ekrem İmamoğlu – dem Bürgermeister von Istanbul. Er wird von einigen als möglicher Herausforderer von Staatschef Recep Tayyip Erdoğan bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr gehandelt.

Ein türkisches Berufungsgericht hatte vergangene Woche die Verurteilung Kaftancıoğlus zu rund fünf Jahren Haft unter anderem wegen Präsidentenbeleidigung und öffentlicher Herabwürdigung des türkischen Staates bestätigt. Die gelernte Ärztin darf sich damit nach Angaben ihres Anwalts fünf Jahre lang nicht mehr politisch betätigen. Die Anklage hatte sich auf Twitter-Nachrichten aus den Jahren 2012 bis 2017 gestützt.

US-Botschafter einbestellt

Die Türkei bestellte derweil den US-Botschafter in Ankara, Jeff Flake, wegen einer Warnung vor Polizeigewalt ein. Begründet wurde dies aus dem türkischen Außenministerium mit einer Mitteilung der US-Botschaft, die „haltlose Aussagen“ über Maßnahmen der Sicherheitskräfte enthalte. Der Unmut bezieht sich auf eine Sicherheitswarnung vom Samstag, vermutlich im Zusammenhang mit der Demonstration in Maltepe.

Die Botschaft hatte vorab darauf hingewiesen, dass bei einer Demonstration der Opposition in Istanbul Tränengas, Wasserwerfer und nicht-tödliche Geschosse eingesetzt werden könnten. An US-Bürger appellierte sie, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten.

Türkei revanchiert sich

Das US-Außenministerium bestätigte auf Anfrage lediglich, „dass sich der Botschafter heute zu einem Treffen im Ministerium eingefunden hat, um die Demonstrations-Warnung und andere Themen zu besprechen“. Priorität habe immer der Schutz von US-Staatsbürgern. Warnungen basierten daher nicht auf politischen, sondern auf Sicherheitserwägungen. Die Einbestellung eines Botschafters gehört auf diplomatischem Feld zu den härteren Protestmaßnahmen zwischen zwei Staaten.

Die Türkei veröffentlichte am Sonntag eine ähnlich klingende Warnung an ihre Bürger in den USA. Sie sollten sich von Ansammlungen fernhalten, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Ankara. In der Vergangenheit seien bei solchen Gelegenheiten etwa Gas und echte Kugeln eingesetzt worden.

dpa/dtj

 

24 Mai 2022 0 Kommentare
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