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4 Februar 2026 0 Kommentare
Allgemein

Das Kayyum-Modell: Wenn Ankara Rathäuser übernimmt

von Fremdeninfo 17 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von: Stefan Kreitewolf / dtj

In kurdisch geprägten Städten der Türkei stehen gewählte Bürgermeister immer wieder unter dem Damoklesschwert der Absetzung. Das System der staatlich eingesetzten Zwangsverwalter hat Kommunen finanziell ausgehöhlt, politische Teilhabe eingeschränkt – und prägt bis heute den Konflikt zwischen Kurden und Staat.

Diyarbakır gilt als politisches Zentrum der Kurden in der Türkei. Seit den Kommunalwahlen 2024 führen dort Ayşe Serra Bucak und Doğan Hatun die Stadt – mit dem Anspruch, soziale Angebote, Beteiligungsstrukturen und kommunale Dienste wieder aufzubauen. Doch die Ausgangslage ist schwierig: Über Jahre, so schildern es die neuen Verantwortlichen, seien kommunale Ressourcen abgezogen, Verträge intransparent vergeben und die Stadt finanziell ausgehöhlt worden.

Der Kern des Problems hat einen Namen: Kayyum. Hinter dem Begriff, der wörtlich an Treuhand und Verwaltung erinnert, verbirgt sich in der Praxis ein Instrument staatlicher Kontrolle. Wenn Ankara Amtsinhabern – häufig aus kurdischen Parteien – Nähe zu Terrororganisationen oder andere schwere Vorwürfe zur Last legt, können sie abgesetzt und durch von der Zentralregierung bestimmte Verwalter ersetzt werden.

Festgefahrene Konflikte

Wie es dazu kam, lässt sich nicht ohne den langen Konflikt erzählen. Kurdische Identität und Sprache wurden in der Türkei über Jahrzehnte politisch marginalisiert; Parteien, die kurdische Interessen offen vertraten, gerieten wiederholt ins Visier und wurden teils verboten.

Die Gewaltspirale zwischen Staat und PKK, die in den späten 1970er-Jahren ihren Anfang nahm und zehntausende Leben kostete, verschob den Blick zusätzlich: Kurdische Politik wurde zunehmend durch eine Sicherheitslogik betrachtet – mit weitreichenden Folgen für Gesetzgebung und Verwaltungspraxis.

Die ersten Kayyum-Verwalter

Eine entscheidende Zäsur folgte Mitte der 2010er-Jahre. Nach einer Phase vorsichtiger Annäherung brach der Friedensprozess 2015 zusammen, die Lage eskalierte in vielen Städten im Südosten. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten damals Ausgangssperren, schwere Zerstörungen in Wohngebieten und zahlreiche zivile Opfer.

Im Schatten des gescheiterten Putschversuchs 2016 wurde der staatliche Zugriff weiter ausgebaut: Notstandsregeln erleichterten Eingriffe, darunter auch die dauerhafte Einsetzung von Kayyum-Verwaltern. Die Folgen spüren Kommunen bis heute, sagen Rückkehrer in die Rathäuser. Hatun beschreibt eine Verwaltung, die bei Amtsantritt 2024 nicht nur „leer“ gewesen sei, sondern Schulden und Verpflichtungen hinterlassen habe.

Neue Dynamik in Van

Prüfberichte des türkischen Rechnungshofs stützen zumindest Teile dieser Kritik: Sie verweisen auf problematische Verkäufe, ungewöhnliche Beschaffungen und Vergaben, bei denen reguläre Verfahren umgangen worden sein sollen. Auch in anderen Städten werden steigende Zinslasten und stark wachsende Verbindlichkeiten zum zentralen Problem.

Besonders sichtbar wurde die Dynamik zuletzt in Van: Dort wurden nach dem Wahlsieg 2024 zunächst gewählte Spitzen wieder aus dem Amt gedrängt, Proteste folgten, die Sicherheitskräfte lösten sie gewaltsam auf. Die Auseinandersetzung traf auch ein politisches Modell, das in vielen kurdischen Kommunen als demokratisches Signal gilt: das Co-Bürgermeister-System, bei dem eine Frau und ein Mann gemeinsam die Führung übernehmen.

Deeskalation in Sicht?

Befürworter sehen darin gelebte Gleichstellung; Kritiker im Staatsapparat halten es für unvereinbar mit Verwaltungsprinzipien. Für Politikerinnen wie Neslihan Şedal ist die staatliche Intervention auch deshalb ein Rückschlag, weil Frauenprojekte, Schutzangebote und Sprach- und Kulturarbeit häufig zuerst unter Druck geraten.

Gleichzeitig gibt es seit Herbst 2025 erneut Anzeichen für Bewegung: Gespräche rund um İmralı, wo PKK-Gründer Öcalan einsitzt, und Signale in Richtung Deeskalation wecken Erwartungen. Kommunalpolitiker knüpfen daran klare Forderungen: demokratische Garantien, die Stärkung der Gemeinden – und vor allem ein Ende der Zwangsverwaltung. Solange das Kayyum-Modell als Drohung über den Rathäusern schwebt, sagen sie, bleibe Vertrauen in Politik und Staat schwer erreichbar.

17 Februar 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Berlin diskutiert: Darf das Kopftuch Teil der Polizeiuniform sein?

von Fremdeninfo 17 Februar 2026
von Fremdeninfo

 

Artikel von Tobias Esters/ BK Berliner Kurier

Berlin streitet wieder über das Kopftuch. Diesmal geht es um die Polizei. Um Uniformen und um die Frage, wie viel Religion der Staat zulassen darf. Auslöser ist das Wahlprogramm der Berliner Grünen. Die Partei will das Berliner Neutralitätsgesetz abschaffen und fordert die Kopftuch-Freigabe für Polizistinnen.„Wir wollen allen Menschen ermöglichen, ihre religiösen Überzeugungen öffentlich und ohne Benachteiligung zu leben“, schreiben die Grünen in ihrem Wahlprogramm. Gleichzeitig kündigen sie an: „Beim Neutralitätsgesetz folgen wir der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und schaffen es endlich ab.“ Für die Grünen ist das ein Schritt zu mehr Freiheit. Kritiker sehen darin jedoch einen gefährlichen Tabubruch.Besonders deutlich kommt der Widerstand aus der Polizei selbst. Die Frauenbeauftragte der Deutschen Polizeigewerkschaft, Angélique Yumusak, äußert sich im Interview mit dem Berliner KURIER klar und ohne Umschweife. „Das Kopftuch hat in der Polizei überhaupt nichts zu suchen. Religion und Staat sind ganz streng auseinanderzuhalten“, sagt sie. Wer Uniform trage, repräsentiere den Staat und nicht sich selbst.

Persönliche Überzeugungen müssten deshalb im Hintergrund bleiben. „Es hat im Staatsdienst überhaupt nichts in der Erkennbarkeit nach außen zu suchen.“Dabei betont Yumusak, dass sie niemandem seine persönliche Religionsausübung verbieten wolle. „Frauen, die sich selbstbestimmt entscheiden, dieses religiöse Zeichen zu tragen, das ist in unserem Land möglich“, erklärt sie. Doch im Polizeidienst habe das Kopftuch keinen Platz. „Es hat in einer Uniform nichts zu suchen.“ Wer sich für diesen Beruf entscheide, kenne die Regeln. „Ich bewerbe mich für einen Beruf, und die Voraussetzungen sind ganz klar vorgegeben.“Neben der Symbolfrage geht es für Yumusak auch um Sicherheit. In einer Stadt wie Berlin, in der religiöse und politische Spannungen zunehmen, könne sichtbare Religiosität im Einsatz zusätzliche Gefahren mit sich bringen. „Die Ideologien in Bezug auf Religion sind hier besonders ausgeprägt“, erklärt sie.Bereits 2023 kippte das Bundesverfassungsgericht das pauschale Kopftuchverbot für Lehrerinnen. Seit Dezember dürfen sie in Berlin offiziell mit Kopftuch unterrichten. Für Polizei und Justiz gilt das Verbot jedoch weiterhin. Die Grünen wollen das nun ändern, während CDU und SPD am Neutralitätsprinzip festhalten.So prallen in Berlin zwei Grundvorstellungen aufeinander. Die Grünen sagen: Freiheit bedeutet, selbst entscheiden zu dürfen. Die Polizei sagt: Neutralität bedeutet, klare Grenzen zu setzen. Für Angélique Yumusak ist die Antwort eindeutig. „Hier sollte man die Religion einfach außen vor lassen“, sagt sie.

17 Februar 2026 0 Kommentare
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Monika Ertl: Die Frau, die Che Guevara rächte“

von Fremdeninfo 16 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von:Revolutionäre Künstler

Wie bekannt ist, wurde Che Ernesto Guevara am 9. Oktober 1967 von der bolivianischen Armee gefangen genommen und hingerichtet. Nach seiner Ermordung wurden Che die Hände abgehackt. Die Person, die direkt für diesen Vorfall verantwortlich war, hieß Roberto Quintanilla Pereira, ein Offizier der bolivianischen Armee. Dies ist die Geschichte von Monika Ertl, bekannt als die Frau, die Che rächte, indem sie Roberto Quintanilla Pereira – einen der meistgehassten Männer unter den Revolutionären weltweit – mit drei Schüssen tötete.Monika Ertl wurde am 7. August 1937 in München, Deutschland, geboren. Ihr Vater, ein Filmemacher, ließ sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Bolivien nieder, wo er seine Filmarbeit fortsetzte und gleichzeitig als Landwirt tätig war. Monikas Geschichte beginnt im Jahr 1952, als sie im Alter von 15 Jahren nach Bolivien kam.

Nach ihrer Ankunft in Bolivien stieg sie mit dem Wissen, das sie von ihrem Vater gelernt hatte, ebenfalls in die Filmbranche ein und drehte mehrere Filme. Im Jahr 1958 heiratete sie als junge Frau einen Bergbauingenieur, der ebenfalls aus Deutschland nach Bolivien eingewandert war. Aufgrund der Arbeit ihres Mannes hielten sie sich eine Zeit lang in Chile auf, bevor sie nach Bolivien zurückkehrten.

Monikas Traum, sich in Kalifornien niederzulassen, erfüllte sich leider nicht, und sie blieb in Bolivien. Während dieser Zeit ließ sie sich von ihrem Mann scheiden. Laut ihrer Schwester Beatrix war Monika eine sehr fleißige Frau; sie arbeitete in Teilzeit als Lehrerin und organisierte in ihrer Freizeit verschiedene Reisen, um Spenden für Kinder zu sammeln. Die Menschen, die sie auf diesen Reisen kennenlernte, führten dazu, dass sie sich ideologisch der Linken annäherte.

Während Monika zugunsten armer, meist indigener Familien arbeitete, radikalisierte sie sich durch das, was sie sah, immer mehr und begann, Sympathien für die ELN (Nationale Befreiungsarmee) zu entwickeln, eine von Guevaristen gebildete Miliz.

Nach der Ermordung von Che Guevara trat Monika der ELN bei und nahm dort den Namen „Imilla“ an, was in den indigenen Sprachen „junges Mädchen“ oder „Freundin“ bedeutet. Sie entfremdete sich zunehmend von ihrer Familie und wurde schließlich von ihrem Vater verstoßen.

Alle linken Gruppen brannten darauf, Che Guevara zu rächen, der hingerichtet worden war, obwohl er verwundet gefangen genommen wurde, und dem man anschließend die Hände abgehackt hatte. Das Hauptziel war Roberto Quintanilla Pereira, einer der Kommandeure der bolivianischen Armee, der für diese Hinrichtung und die Verstümmelung verantwortlich war. Monikas einziger Traum, nachdem sie in Guerilla-Camps ausgebildet worden war, war es, Pereira zu bestrafen.

Aus Sorge um seine Sicherheit bat Roberto Quintanilla Pereira die bolivianische Regierung um seine Versetzung als Konsul nach Hamburg, Deutschland. Diesem Ersuchen wurde entsprochen, und Pereira trat umgehend seinen neuen Posten an.

Monika, die entschlossen war, Pereira zu bestrafen, reiste mit einem gefälschten argentinischen Pass zunächst in die Schweiz und dann nach Hamburg. Am 1. April 1971 begab sie sich in ihrer ganzen Eleganz und Schönheit zum bolivianischen Konsulat in Hamburg. Zuvor hatte sie sich als Australierin ausgegeben, die Konsul Pereira sprechen wollte. Nachdem sie Pereiras Büro betreten hatte, zog sie einen Revolver aus ihrer Tasche und tötete Pereira mit drei Schüssen aus nächster Nähe.

Monika hielt sich zwei Jahre lang in Frankreich auf, bevor sie 1973 wieder in Bolivien auftauchte. Dort wurde sie am 12. Mai 1973 von Klaus Barbie in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Barbie war ein ehemaliger NS-Kriegsverbrecher, bekannt als der „Schlächter von Lyon“, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bolivien geflohen war. Während des Kalten Krieges arbeitete er als Agent für die bolivianische Regierung (im Auftrag der USA), um linksrevolutionäre Bewegungen in Lateinamerika zu unterdrücken. Auf Wunsch ihres Vaters wurde Monikas Leichnam an einem Ort in Bolivien begraben, den bis heute niemand kennt.

16 Februar 2026 0 Kommentare
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Sechster Jahrestag des Anschlags von Hanau: Unvergessen, unvergeben!

von Cumali Yağmur 16 Februar 2026
von Cumali Yağmur

 

Von:  Fahri Erfliz

Anlässlich des sechsten Jahrestages des rassistischen Attentats, das am Abend des 19. Februar 2020 durch den Rechtsextremisten Tobias R. in Hanau (Hessen) verübt wurde, wird der Opfer bundesweit mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen gedacht.

Gedenkfeier in Offenbach:
Die Gedenkfeier in Offenbach findet am Donnerstag, den 19. Februar, um 17:00 Uhr am Büsingpalast (Seite Berliner Straße) statt.

Gedenkveranstaltung in der Kreisstadt Dietzenbach am 19.02.2026
Die Anteilnahme in der Kreisstadt für den Dietzenbacher Sedat Gürbüz und die anderen Opfer – Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saraçoğlu – ist weiterhin groß. Zudem trauern wir um Ibrahim Akkuş, der am 10. Januar dieses Jahres an den Spätfolgen seiner Verletzungen vom 19. Februar 2020 verstorben ist.

Aus diesem Anlass lädt die Kreisstadt Dietzenbach erneut ein:
Am Donnerstag, den 19. Februar 2026, wird man sich bereits um 13:00 Uhr am Mahnmal am Stadtbrunnen in der Altstadt treffen, um in Solidarität mit den Angehörigen und Geschädigten der Ermordeten zu gedenken. Nach einer Rede von Herrn Ersten Stadtrat René Bacher werden am Mahnmal Blumen niedergelegt. Aufgrund des Beginns des Fastenmonats Ramadan wurde der Termin in Rücksprache mit Familie Gürbüz entsprechend vorverlegt.

Im Anschluss findet um 14:00 Uhr eine öffentliche Gedenkfeier für Sedat Gürbüz und mit ihm stellvertretend für die weiteren Opfer des Anschlags von 2020 auf dem Friedhof Dietzenbach statt.

„Dieser Schmerz ist kein Ereignis, das man so leicht vergisst“
Mehmet Canbolat

Der am 11. Februar 2024 völlig unerwartet verstorbene Journalist Mehmet Canbolat schrieb in der Februarausgabe 2020 (Nr. 295) der Zeitung Hessen Toplum in seiner Kolumne „Kum Saati“ (Sanduhr) folgende Zeilen:

„Dieser Schmerz ist kein Ereignis, das man so leicht vergisst. Deutschland musste mit dem Hanau-Attentat in der Nacht des 19. Februars 2020 um 22 Uhr eine Tragödie erleben, bei der in kürzester Zeit die meisten Menschenleben seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöscht wurden. Weder Mölln ist vergessen, noch Solingen. Auch nicht jene schreckliche Mordserie der rassistischen, barbarischen NSU-Terrorgruppe, die das Leben von zehn unschuldigen Menschen forderte… Und nun stehen wir in Hanau dem Leid um neun unschuldige migrantische Jugendliche gegenüber. Wir werden nicht vergessen.“

16 Februar 2026 0 Kommentare
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Der Ramadan als Einladung – nicht als Rückzug

von Fremdeninfo 16 Februar 2026
von Fremdeninfo

 Von: Ercan Karakoyun

Der Ramadan ist für Muslime mehr als nur ein Monat der Einkehr. Er ist auch eine Gelegenheit, sich nach außen zu öffnen. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen sollten Muslime auf Nichtmuslime zugehen und Einladungen zu gemeinsamen Iftar-Abenden aussprechen. Persönliche Begegnungen und gelebte Gastfreundschaft sind ein wirksames Mittel gegen Vorurteile, Rassismus und gegenseitige Entfremdung.

Der Ramadan steht vor der Tür und für die Muslime beginnt wieder diese ganz besondere Zeit der Besinnung, der Selbstdisziplin und Nächstenliebe. Es ist ein Monat, der zur inneren Einkehr einlädt – aber auch zur Öffnung nach außen. In vielen deutschen Großstädten werden wieder Straßen dekoriert, was ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung ist, das in weiten Teilen der muslimischen Community mit Freude und Dankbarkeit aufgenommen wird.

Gleichzeitig zeigt der Blick in soziale Medien, Kommentarspalten und Protokolle von Parlamentssitzungen, dass nicht jeder mit dieser Form der Anerkennungskultur zufrieden ist. Der antimuslimische Rassismus tritt nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wieder mit einem Selbstbewusstsein auf, wie man es zuletzt im Vorfeld der Breivik-Morde erlebt hatte.

Unsere Möglichkeiten, daran etwas zu ändern, sind begrenzt, und wir können weder schnelle Hilfe noch Wunder erwarten. Gerade in einer Zeit, in der Rassismus, Ausgrenzung und gegenseitiges Misstrauen wieder spürbar zunehmen, sollte dieser Ramadan aber mehr sein als ein religiöses Ritual im privaten Raum: Er sollte eine Einladung sein. Eine Einladung an Nachbarn, Kollegen, Mitschüler und Freunde – ausdrücklich auch an jene, die dem Islam nicht angehören.

Vorurteile gedeihen meist dort, wo Begegnung fehlt

Zu oft erleben wir derzeit, dass über „die anderen“ gesprochen wird, statt mit ihnen. Dabei zeigt sich, dass Vorurteile dort am besten gedeihen, wo Begegnung fehlt. Wer einander nicht kennt, hört eher auf Schlagzeilen als auf Menschen. Genau hier liegt aber eine große, oft unterschätzte Chance des Ramadans: im gemeinsamen Iftar, im Gespräch am Tisch, im geteilten Brot nach Sonnenuntergang.

Wer einmal an einem offenen Iftar teilgenommen hat, weiß, wie schnell sich Distanz auflöst. Man spricht über Alltägliches, über Familie, Arbeit, Sorgen und Hoffnungen. Man stellt fest: Das Trennende ist meist kleiner als gedacht, das Gemeinsame größer. Solche persönlichen Erfahrungen wiegen schwerer als jede politische Debatte oder jedes abstrakte Bekenntnis gegen Hass.

Deshalb richtet sich mein Appell in diesem Jahr besonders an die muslimischen Gemeinden, Vereine und Familien: Öffnet eure Türen. Ladet bewusst Nichtmuslime ein. Nicht als bloße symbolische Geste, sondern als ehrliches Angebot zur Teilhabe. Der Ramadan ist kein abgeschotteter Raum – er ist eine Brücke.

Muslime wissen aus eigener Erfahrung, wie verletzend Ausgrenzung sein kann

Gerade wir Muslime wissen aus eigener Erfahrung, wie verletzend Ausgrenzung sein kann. Umso wichtiger ist es, dem etwas entgegenzusetzen, das stärker ist als Misstrauen: gelebte Gastfreundschaft. Sie gehört seit jeher zum Kern unserer religiösen und kulturellen Tradition. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) hat sie nicht nur gepredigt, sondern vorgelebt.

Natürlich wird ein gemeinsames Fastenbrechen nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen. Aber es setzt etwas in Gang. Es schafft Erinnerungen, Gesichter, Geschichten. Und es erschwert jenen, die spalten wollen, Menschen auf einfache Feindbilder zu reduzieren.

In Zeiten, in denen Hass wieder lauter wird, brauchen wir mehr Mut zur Begegnung. Der Ramadan bietet dafür einen passenden Rahmen – ruhig, würdevoll und menschlich. Nutzen wir ihn – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Überzeugung

16 Februar 2026 0 Kommentare
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Die Münchner Konferenz, transatlantische Spannungen und die Rojava-Kurden

von Fremdeninfo 16 Februar 2026
von Fremdeninfo

von: Yücel Özdemir 7 Avrupa Demokrat

Während auf der Münchner Sicherheitskonferenz die transatlantischen Spannungen zwischen Europa und den USA im Vordergrund standen, erregte die überraschende Teilnahme der Rojava-Kurden als Zeichen neuer diplomatischer Bestrebungen in der Syrien- und Nahost-Gleichung Aufmerksamkeit.

Es war bereits im Vorfeld klar, dass die am Freitag begonnene 62. Münchner Sicherheitskonferenz von den Spannungen zwischen Europa und den USA geprägt sein würde. Sowohl die Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einem gemeinsamen Interview mit verschiedenen Zeitungen vor der Konferenz als auch die Botschaften des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz an die US-Regierung über Grönland waren Vorboten dessen. Und so kam es auch. Merz sagte in seiner Eröffnungsrede unmissverständlich und auf Englisch: „Während Autokratien Gehorsam verlangen, haben Demokratien Partner und Verbündete.“ Er versäumte es nicht, sich von der durch Donald Trump repräsentierten MAGA-Bewegung zu distanzieren, und erhielt dafür großen Applaus im Saal. Merz betonte zudem offen, dass die weltweite Führungsrolle der USA umstritten sei und die USA nicht die Kraft hätten, alles im Alleingang zu bewältigen, weshalb sie Verbündete bräuchten.

Eine ähnliche Distanz zu den USA wie Merz legte auch Macron in seiner Rede am Abend an den Tag. „Europa muss wieder eine geopolitische Macht werden“, sagte Macron, wobei er sich gegen Russland positionierte, ohne die USA auszusparen. Ebenso ließ er es sich nicht nehmen, dem letztjährigen Konferenzteilnehmer und US-Vizepräsidenten JD Vance zu antworten. Macron erklärte, dass das Verbot von Hassrede, Rassismus und Antisemitismus keine Einschränkung der Meinungsfreiheit bedeute, und betonte, dass es auch für die Meinungsfreiheit Regeln geben müsse.

In den Botschaften von Merz und Macron trat die bestehende Konkurrenz zwischen Deutschland und Frankreich in verschiedenen Bereichen in den Hintergrund; stattdessen wurde offen formuliert, dass Europa beabsichtigt, ein bedeutender Akteur im weltweiten wirtschaftlichen und militärischen Machtkampf zu werden.

Rubio zog es vor, Merz und Macron nicht direkt zu antworten

Mit großer Spannung wurde erwartet, wie der US-Außenminister Marco Rubio, der heute Morgen sprach, auf die Reden von Merz und Macron reagieren würde. Rubio legte in seiner Rede Wert darauf, die Spannungen in den transatlantischen Beziehungen nicht weiter anzuheizen. Im Gegensatz zu J. D. Vance kritisierte Rubio die europäischen Verbündeten nicht; im Gegenteil, er erklärte, dass die USA das neue Jahrhundert „zusammen mit unseren geschätzten europäischen Verbündeten und ältesten Freunden gestalten“ könnten, und fügte hinzu: „Die USA wollen starke Verbündete.“

Dennoch betonte er im Allgemeinen – ähnlich wie Trump –, dass Änderungen an der Weltordnung notwendig seien. Rubio sagte in seiner Rede, dass die internationale Ordnung wieder den Menschen dienen, die Deindustrialisierung gestoppt und die Migration begrenzt werden müsse, da sie die westlichen Gesellschaften instabilisiere. Zudem bezeichnete er die Klimapolitik als eine Art „Kult“. Aufgrund seines offenen Bekenntnisses zu den alten Freunden in Europa erhielt Rubio am Ende seiner Rede stehende Ovationen. Diese Rede, die auf Normalisierung der Beziehungen statt auf Herausforderung setzte, hat die Gemüter der Europäer vorerst beruhigt. Es bleibt jedoch ungewiss, wie lange man nach dieser Botschaft handeln wird, da sich die imperialistische Aufteilung verschärft und die USA jedes Mittel nutzen, um die stärkste Macht der Welt zu bleiben.

Die Überraschung: Maslum Abdi und Ilham Ahmed

Eine weitere wichtige Entwicklung, die die 62. Münchner Sicherheitskonferenz prägte, war die kurzfristige Teilnahme des SDF-Generalkommandanten Maslum Abdi und der Co-Vorsitzenden des Rojava-Außenbeziehungskomitees, Ilham Ahmed. Die Teilnahme der kurdischen Politiker, die weder im zuvor veröffentlichten Konferenzprogramm standen noch vom Konferenzvorsitzenden Wolfgang Ischinger auf der Pressekonferenz am Montag in Berlin erwähnt wurden, war bemerkenswert. Das Duo kam am ersten Tag der Konferenz zusammen mit dem syrischen Außenminister Assad Sheybani mit dem US-Außenminister Marco Rubio zusammen. Bei diesem Treffen, dem Bedeutung für die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Zentralregierung und den Kurden beigemessen wird, wurde berichtet, dass die Parteien Meinungen über ein Integrationsabkommen austauschten.

Behauptung: „Frankreich schlug vor, Deutschland lud ein“

Es wird behauptet, dass die Einladung von Maslum Abdi und Ilham Ahmed, die zuvor nicht auf dem Programm standen, maßgeblich vom französischen Präsidenten Macron gewünscht wurde. Die herzliche Umarmung zwischen Macron und Abdi vor den Kameras im Rahmen der Konferenz verstärkt diese Vermutung. Frankreich beabsichtigt als ehemalige Kolonialmacht nicht, die Neugestaltung der Region und Syriens gänzlich den USA zu überlassen. Während die USA ihre Wahl zugunsten von Jolani und der ehemaligen ISIS, der heutigen HTS, treffen, plant Frankreich – eines der europäischen Länder, in denen diese Terrororganisationen die meisten Opfer gefordert haben – diese Kräfte unter Berücksichtigung der Kurden auszubalancieren. Dies muss gleichzeitig als Teil von Frankreichs Strategie gesehen werden, die USA in verschiedenen Bereichen und Regionen einzuschränken sowie die eigenen Interessen zu schützen und zu stärken. Frankreich kalkuliert, dies über gute Beziehungen zu den Kurden auf dem syrischen Schauplatz und in der Region erreichen zu können.

Dass Macron, der in unterschiedlichen Abständen in Kontakt mit den Rojava-Kurden steht, Maslum Abdi und Ilham Ahmed zu einer Konferenz in Deutschland einladen ließ, ist zudem von Bedeutung. Denn Deutschland gehört bisher zu den europäischen Ländern, die den Kurden im Allgemeinen und Rojava im Speziellen am distanziertesten gegenüberstehen. Deutschland, das Land mit der größten kurdischen Bevölkerung in Europa, hat seine Kurdenpolitik stets unter Berücksichtigung seiner Interessen gegenüber der Türkei gestaltet. Aus diesem Grund war es das erste Land, das die PKK 1993 verbot. Zahlreiche kurdische Politiker befinden sich derzeit noch in deutschen Gefängnissen.

Einfluss der deutschen Regierung auf die Konferenz

Man kann sagen, dass die Einladung von Maslum Abdi und Ilham Ahmed nicht nur eine Initiative der Konferenzorganisatoren war, sondern eine staatliche Politik widerspiegelt. Denn die Finanzierung der Münchner Sicherheitskonferenz erfolgt hauptsächlich über das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium. Daher hat die Regierung Einfluss darauf, wer die Teilnehmer und Leiter der Konferenz sind. Laut Berichten in der deutschen Presse hatte beispielsweise das Auswärtige Amt direkt gefordert, den Iran als Staat nicht einzuladen.

Die Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich Deutschland in seiner Syrien- und Nahostpolitik eher Frankreich als den USA annähert. Künftig werden die europäischen Monopole unter der Führung dieser beiden Länder versuchen, bei der Gestaltung der Region mehr Einfluss zu gewinnen.

Die Kurden wiederum sahen die Konferenz als eine Suche nach und eine Möglichkeit für neue Beziehungen für die Rojava-Kurden, die von den USA in eine Enge getrieben werden sollten. Ob dies in der komplexen regionalen Gleichung auf Resonanz stößt, wird die Zeit zeigen.

 

 

16 Februar 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

Warum die internationale Repräsentation der syrischen Kurden Unbehagen auslöst

von Cumali Yağmur 15 Februar 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

„Die türkische Öffentlichkeit hat die Teilnahme des syrisch-kurdischen Anführers Mazlum Abdi an der Münchner Sicherheitskonferenz immer noch nicht verkraftet. Sie können es nicht akzeptieren, dass Mazlum Abdi mit führenden Politikern der Welt zusammenkommt und spricht. Dass Mazlum Abdi den französischen Präsidenten Emmanuel Macron umarmte, wurde fast so dargestellt, als würde Macron ‚einen Terroristen umarmen‘ und entsprechend verurteilt.

Die dahinterstehende Logik ist, dass Eifersucht, Nationalismus und Rassismus ihren Verstand vernebelt haben. Sie schaffen es einfach nicht, dies aus ihrem Denken zu verbannen. Warum ist die türkische Öffentlichkeit beunruhigt, wenn Mazlum Abdi zur Konferenz eingeladen wird, um den Staats- und Regierungschefs der Welt die Probleme der Kurden in Syrien zu erläutern? Welchen Schaden fügt es der Türkei zu, wenn das kurdische Volk in Syrien, das jahrelang unterdrückt, schikaniert und gedemütigt wurde, sich aus eigener Kraft befreit und seine Anführer dies in der Weltöffentlichkeit zur Sprache bringen?

Warum empfinden die Türkei und ihre Öffentlichkeit wirklich solches Unbehagen? Man muss endlich begreifen, dass man im 21. Jahrhundert mit diesen nationalistischen, rassistischen und chauvinistischen Ansätzen nicht mehr weiterkommt. An der Münchner Sicherheitskonferenz nahmen auch Vertreter der Autonomen Region Kurdistan im Irak teil und legten den Weltführern die Probleme der Kurden im Irak sowie ihre Lösungsvorschläge dar. Dies sind sehr richtige Schritte; was könnte natürlicher sein als Gespräche und ein Gedankenaustausch?

Im Irak gewähren die Kurden den dort lebenden Turkmenen ein verfassungsmäßiges Vertretungsrecht von 5 %. Sowohl im Regionalparlament als auch im Parlament in Bagdad wird ihnen eine Quote von 5 % eingeräumt. Dies ist ein Beispiel für die natürlichsten demokratischen Rechte, die die Kurden den Turkmenen zugestehen. Die Türkei hingegen zieht es weiterhin vor, die demokratischen Rechte der Kurden zu beschneiden, ohne von ihrer nationalistischen, rassistischen und chauvinistischen Haltung abzurücken.

Die Türkei könnte eine weitaus stärkere Position im Nahen Osten einnehmen, wenn sie eine rationale Haltung einnimmt und ihre Beziehungen zu den Kurden verbessert. Indem sie die Unterstützung der kurdischen Völker in der Region gewinnt, kann sie ihren Einfluss durch eine friedliche Politik sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene steigern. In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Türkei ihre gegenwärtigen nationalistischen und chauvinistischen Ansätze so schnell wie möglich aufgibt.“

15 Februar 2026 0 Kommentare
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Deutsch-türkischer Filmemacher Çatak macht sich Sorgen um Deutschland

von Fremdeninfo 15 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von: dpa/dtj

 Mit „Das Lehrerzimmer“ war er für den Oscar nominiert – sein neuer Film läuft im Berlinale-Wettbewerb. İlker Çatak warnt nun vor einer bedrohten Meinungsfreiheit auch in Deutschland.

Der Regisseur İlker Çatak zeigt sich mit Blick auf die Meinungsfreiheit in Deutschland beunruhigt. „Es gibt bestimmte Themen, da können Sie gar nicht so schnell schauen, wie sie weg vom Fenster sind. Es gibt eine Engführung des Meinungskorridors“, sagte der deutsche Filmemacher im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Sein neuer Film „Gelbe Briefe“ läuft im Wettbewerb der Berlinale. Das Drama thematisiert das Leben eines türkischen Künstlerpaares unter den Repressionen der türkischen Regierung. „Gelbe Briefe“ hat am Freitag Premiere bei den Filmfestspielen. Çatak feierte mit seinem Film „Das Lehrerzimmer“ Erfolge und wurde für einen Oscar nominiert.

„Wir fühlen uns wahnsinnig wohl, wenn wir die Zustände in anderen Ländern anprangern können“

Sein neuer Film solle auch in Deutschland zur Reflexion anregen, sagte er: „Eine Message des Films ist auch: Wir in Deutschland fühlen uns wahnsinnig wohl, wenn wir die Zustände in anderen Ländern anprangern können.“ Der Blick nach innen fehle.

„Wie gehen wir damit um, dass es diese Verengung im Meinungskorridor gibt? Wie gehen wir damit um, wenn irgendwann eine AfD-Regierung die Kulturpolitik in der Hand hat? Das sind ernstzunehmende Gefahren, die auch hierzulande stattfinden.“

dpa/dtj

15 Februar 2026 0 Kommentare
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Großdemonstration in München: 200.000 Menschen protestieren gegen die iranische Regierung

von Fremdeninfo 14 Februar 2026
von Fremdeninfo

Artikel von AFP, Kai Kleinwächter/Berliner Zeitung

Großdemonstration in München: 200.000 Menschen protestieren gegen die iranische Regierung

Rund 200.000 Menschen haben am Samstag in München gegen die iranische Regierung demonstriert. Die Teilnehmerzahl übertraf die Erwartungen deutlich, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die Kundgebung fand parallel zur Münchner Sicherheitskonferenz statt und wurde vom bisher unbekannten Verein The Munich Circle organisiert.Hauptredner war Cyrus Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Neben ihm sollen laut Presseberichten auch der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, und die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann auftreten.Erst vor wenigen Tagen hatte Pahlavi zur Teilnahme an den heutigen Großdemonstrationen in München, Los Angeles und Toronto aufgerufen. Dabei verwendete er die Symbole der Lion-and-Sun-Revolution, orientiert an der alten Nationalfahne des Schahs.Wofür er politisch steht und wer ihm diese globale Organisation ermöglicht, ist offen. Der seit Jahrzehnten in New York lebende Pahlavi rief mehrfach US-Präsident Donald Trump dazu auf, die „Islamische Republik zu beenden.“ Die Demonstranten in München forderten einen friedlichen, demokratischen Neuanfang und gleichzeitig eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen in Teheran.

14 Februar 2026 0 Kommentare
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Mazlum Abdi und Ilham Ahmed in München: Kontakte mit Damaskus und Treffen mit Barzani auf der Agenda

von Fremdeninfo 14 Februar 2026
von Fremdeninfo

Von : Fremdeninfo

Der Generalkommandant der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), Mazlum Abdi, und die Verantwortliche für Außenbeziehungen der SDF, Ilham Ahmed, nahmen an der 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) in Deutschland teil. Es wird erwartet, dass Abdi am Rande der Konferenz mit dem syrischen Außenminister Esad Hasan Scheybani zusammenkommt..

Das im Rahmen des Gipfels geplante Treffen wäre der erste Kontakt zwischen der SDF und der Regierung in Damaskus seit dem am 29. Januar unterzeichneten Abkommen zur Beendigung der Kämpfe in Nordsyrien. Daher wird dem Gespräch eine kritische Bedeutung für das Gleichgewicht in Nordostsyrien und die kurdische Frage beigemessen.

Unterdessen wird erwartet, dass auch der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Irak, Nechirvan Barzani, der ebenfalls in München eintraf, getrennte Gespräche sowohl mit Außenminister Scheybani als auch mit Mazlum Abdi führen wird.

Mazlum Abdi knüpfte im Namen von Rojava Kontakte zu anwesenden Staatsvertretern, um über den Status der Kurden und den Schutz ihrer Rechte zu beraten. Es ist das erste Mal, dass eine Teilnahme an der Versammlung direkt im Namen von Rojava erfolgte und Gespräche über den Status von Rojava geführt wurden.

Blick auf transatlantische Botschaften

Die Konferenz, von der wichtige Botschaften zur Zukunft der europäischen Sicherheitsarchitektur erwartet werden, begann im Schatten von Diskussionen darüber, dass sich die internationale Ordnung in einem „Zerstörungsprozess“ befinde.

Der Konferenzvorsitzende Wolfgang Ischinger erklärte, Europa müsse in München eine klare Botschaft an die USA senden. Er betonte, dass die Europäer von Washington deutlich als „gleichberechtigter Partner“ wahrgenommen werden wollen. Er unterstrich jedoch auch, dass sich die Konferenz nicht nur auf US-Präsident Donald Trump und dessen Politik konzentrieren werde. Ziel sei es, ein umfassenderes Bild der USA darzustellen.

In diesem Rahmen wurden neben Regierungsvertretern wie US-Außenminister Marco Rubio auch Vertreter der Demokratischen Partei und Trump-kritische Akteure nach München eingeladen. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, sowie die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez gehören zu den prominenten Namen.

Iranisches Regime nicht eingeladen

Während mehr als 60 Staats- und Regierungschefs zur Konferenz erwartet werden, wurden Vertreter des iranischen Regimes nicht eingeladen. Ischinger sagte, nach den jüngsten Entwicklungen im Iran sei keine „Grundlage für sinnvolle Gespräche“ mit Regimsvertretern zu erwarten. Stattdessen wurden Vertreter der iranischen Zivilgesellschaft eingeladen; auch der Sohn des Schahs, Reza Pahlavi, gehört zu den Sprechern. Außerhalb der Konferenz ist eine großangelegte Solidaritätskundgebung zur Unterstützung der Freiheitsbewegung im Iran geplant.

Auf dem Gipfel, der von der Notwendigkeit einer „Reparatur“ der transatlantischen Beziehungen geprägt ist, bleibt abzuwarten, inwieweit andere Themen in den Vordergrund rücken können.

 

 

14 Februar 2026 0 Kommentare
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