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Millionen Syrer kehren heim: UN meldet 1,6 Mio. Rückkehrer, Berlin prüft Schutzstatus

von Fremdeninfo 2 Mai 2026
von Fremdeninfo 2 Mai 2026
Seit Ende 2024 hat sich die Lage in Syrien verändert. (Archivbild) © Moawia Atrash/dpa
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Von: Kölener Stadt  Anzeigen

Nach dem politischen Umsturz in Syrien Ende 2024 sind laut Informationen der Vereinten Nationen etwa 1,63 Millionen Geflüchtete wieder in ihre Heimat heimgekehrt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gab bekannt, dass bis zum Stichtag 30. April 2026 beinahe 640.000 Syrer aus der Türkei, circa 630.000 aus dem Libanon und ungefähr 285.000 aus Jordanien den Weg zurück in ihr Herkunftsland fanden.

In der Statistik des UNHCR findet Deutschland keine separate Erwähnung, sondern wird unter der Kategorie „Sonstige Länder“ mit einer Gesamtzahl von circa 6.100 Heimkehrern verbucht. Informationen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vom Februar zufolge sind im letzten Jahr 3.678 syrische Geflüchtete aus freien Stücken von Deutschland aus heimgekehrt. In der Bundesrepublik leben insgesamt über 900.000 Menschen aus Syrien.

Status syrischer Flüchtlinge wird neu bewertet

Die Anzahl syrischer Personen, die in der Bundesrepublik um Asyl ersuchen, ist erheblich zurückgegangen, nachdem im Dezember 2024 dem langjährigen Herrscher Baschar al-Assad von der islamistischen Miliz HTS die Macht entzogen wurde. Der Anführer der Miliz, Ahmed al-Scharaa, strebt in seiner Rolle als Übergangspräsident eine Kooperation mit westlichen Staaten an.

Vor diesem Hintergrund hat die deutsche Regierung kürzlich klargestellt, dass nach ihrer Einschätzung die Grundlage für den Schutzstatus vieler syrischer Geflüchteter durch das Ende des Bürgerkrieges nicht mehr gegeben ist. Das Bamf ist daher befugt, im Rahmen sogenannter Widerrufsverfahren zu untersuchen, ob die Bedingungen für den Schutzstatus weiterhin erfüllt sind.

UN-Hilfswerk mahnt zur Vorsicht bei Rückführungen

Aktuell werden derartige Überprüfungen bei syrischen Staatsangehörigen jedoch nicht pauschal durchgeführt, sondern lediglich infolge von Vergehen wie illegalen Reisen in die Heimat oder kriminellen Handlungen. Eine breitere Anwendung der Widerrufsprüfungen setze voraus, „dass die Veränderung der Lage im Herkunftsland erheblich ist und nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft stattfindet“, so eine Mitteilung des Bamf. Zu welchem Zeitpunkt das eintreten könnte, ist nicht vorhersehbar.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hob hervor, dass jegliche Heimkehr auf einem freiwilligen Entschluss der geflüchteten Personen basieren müsse. Eujin Byun, eine Sprecherin des UNHCR, appellierte in Genf, geduldig zu bleiben, bis eine Verbesserung der Situation im Land eingetreten ist und „eine freiwillige, sichere, würdige und nachhaltige Rückkehr“ realisierbar wird.

Politische Diskussion um Rückkehrperspektiven

Innerhalb der politischen Diskussion in Deutschland haben sich kürzlich politische Vertreter von SPD, Grünen und Linken für die Option temporärer Besuche in der Heimat starkgemacht. Damit sollen die Chancen für eine eventuelle endgültige Heimkehr evaluiert werden. Gemäß der aktuellen Gesetzeslage setzen Geflüchtete ihren Schutzstatus aufs Spiel, sobald sie in ihr Herkunftsland einreisen.

Zusätzlich wurde eine Anhebung der monetären Unterstützung für die Heimkehr erörtert. Derzeit beläuft sich die finanzielle Starthilfe auf einen Höchstbetrag von etwa 1.000 Euro für jede erwachsene Person. (dpa/red)

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Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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