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Flüchtlinge

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4 Februar 2026 0 Kommentare
Mehr Jugendgewalt in Sachsen
Jugend

Mehr Jugendgewalt in Sachsen: Ausländer-Beauftragter fordert Konsequenzen

von Fremdeninfo 11 Juli 2023
von Fremdeninfo

Schlägerei vor einer Diskothek in Görlitz, ein verletzter Lokführer im Erzgebirge, tödliche Stiche in Dresdner Straßenbahn: Mehrere Gewalttaten erschüttern Sachsen. Polizei und Justiz müssten Ausländerbehörden schneller einschalten, fordert Geert Mackenroth.

Die Polizei bringt den Jugendlichen, der verdächtigt wird, einen Lokführer verprügelt zu haben, vor einen Haftrichter am Amtsgericht Chemnitz. © Harry Härtel © Harry Härte

Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth (CDU) hat sich besorgt über die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen geäußert. Es sei eine wachsende „Krawallbereitschaft“ unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Täter festzustellen, sagte Mackenroth am Montag.

Am Wochenende waren bei einer Schlägerei vor einer Diskothek in Görlitz acht Personen verletzt worden. Drei Syrer im Alter von 19, 21 und 34 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs gegen einen größeren Kreis von Tatverdächtigen. Die Beschuldigten sollen unter anderem mit zerbrochenen Flaschen gegen andere Jugendliche vorgegangen sein.

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Im Erzgebirge war in der vorigen Woche ein 15-Jähriger verhaftet worden, der einen Lokführer angegriffen haben soll. Das Opfer habe einen Streit zwischen Reisenden schlichten wollen und sei dann von dem afghanischen Beschuldigten verletzt worden, teilte die Polizei mit. In Dresden erlag ein Mann am Wochenende seinen Stichverletzungen, die ihm sein somalischer Landsmann in der Straßenbahn zugefügt haben soll. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

Jugendgewalt in Sachsen: Ausländerbehörde ist überlastet

Mackenroth, der von 2004 bis 2009 Justizminister in Sachsen war, sagte, es gebe keine Patentrezepte gegen Gewalttaten. Notwendig sei eine zügige, konsequente und fallgerechte Reaktion des Staates. Schärfere Gesetze halte er nicht für nötig, es gehe um den Vollzug geltenden Rechts. Wenn junge Migranten an schweren Straftaten beteiligt seien, müssten Polizei und Justiz umgehend die Ausländerbehörden einschalten. „Das muss schneller gehen als bisher“, forderte er. Die Ausländerbehörden hätten durch die Bundesregierung eine Reihe neuer Aufgaben bekommen und benötigten daher nun mehr Personal.

Gewalt hinzunehmen, weil sie jugendtypisch sei, halte er für falsch, sagte Mackenroth. Behörden, Justiz und Polizei müssten die klare Botschaft vermitteln, dass Schlägereien wie in Görlitz nicht hingenommen würden. Es sei auch nicht mehr zeitgemäß, die Integration und das Ausländerrecht zu trennen. Für die Integration ist in Sachsen das Sozialministerium, für das Asyl- und Ausländerrecht das Innenministerium zuständig. Diese Aufspaltung sei häufig ein Hindernis bei der Bewältigung der Aufgaben.

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Die Kriminalstatistik der Polizei für das vorige Jahr bestätigt den Trend zu einer größeren Anfälligkeit von Jugendlichen für Gewalt und Kriminalität – unabhängig von der Nationalität. Die Zahl tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher an Straftaten allgemein ist 2022 deutlich gestiegen. Bei Kindern betrug das Plus fast 37 Prozent, bei Jugendlichen 25 Prozent. Der Anstieg ist bei nichtdeutschen Tatverdächtigen etwas höher als bei deutschen Kindern.

11 Juli 2023 0 Kommentare
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Politik

Zu 32 sind wir zusammen sicherer“ – Schweden vor Nato-Beitritt

von Fremdeninfo 11 Juli 2023
von Fremdeninfo

 

Zu 32 sind wir zusammen sicherer“ – Schweden vor Nato-Beitritt

 

  Von: ALEX HALADA Welt 

 

Es sei ein guter Tag für Schweden: Erdogans Ja zum schwedischen Nato-Beitritt sorgt für breite Zustimmung bei den anderen Bündnismitgliedern. „Unsere gemeinsamen Anstrengungen haben sich gelohnt“, twitterte auch die deutsche Außenministerin Baerbock.

 

 

 

 

„Zu 32 sind wir zusammen sicherer“ – Schweden vor Nato-Beitritt © AFP/ALEX HALADA

Die Türkei gibt ihren Widerstand gegen einen Nato-Beitritt Schwedens auf. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe zugestimmt, das schwedische Gesuch an das Parlament weiterzuleiten, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montagabend vor dem Nato-Gipfel in Vilnius.

Damit vollzog die Türkei eine Kehrtwende. Kurz zuvor hatte Erdogan eine neue Hürde für die Zustimmung einer Nato-Aufnahme Schwedens gesetzt, indem er eine Annäherung seines Landes an die EU forderte. Die Türkei blockierte bisher die Aufnahme Schwedens in die Nato, weil das Nordland nach Auffassung der Regierung in Ankara nicht ausreichend im Kampf gegen kurdische Extremisten kooperiere. Am Montag hatte Stoltenberg nun einen letzten Vermittlungsversuch vor dem Gipfel unternommen.

Schweden war über lange Zeit militärisch neutral. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine änderte sich das aber und das Land beantragte ebenso wie Finnland die Mitgliedschaft in der Nato. Finnland konnte im April beitreten. Das Gesuch Schwedens wurde aber von der Türkei und Ungarn blockiert. Der Stabschef des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban hatte bereits am Donnerstag erklärt, sein Land werde den Weg für Schweden nicht länger verstellen.

Wann das türkische Parlament den Beitritt Schwedens zur Nato ratifiziert, sagte Stoltenberg nicht. Erdogan habe zugesagt, es so schnell wie möglich zu tun. Die nächste Sitzung des türkischen Parlaments ist für Dienstag angesetzt, womit es zumindest theoretisch schon seine Zustimmung geben könnte, während der zweitägige Gipfel in Vilnius läuft. Wenn dann auch das ungarische Parlament zügig ratifiziert, dann könnte Schweden zeitnah offiziell 32. Mitglied der Nato werden.

Ein guter Tag für Schweden“

„Das ist ein guter Tag für Schweden“, sagte Ministerpräsident Ulf Kristersson. Sein Land sei ein gutes Stück weiter gekommen. US-Präsident Joe Biden begrüßte die Zustimmung der Türkei und erklärte sich bereit, mit Erdogan bei der Verbesserung der Verteidigung und Abschreckung im euro-atlantischen Raum zusammenzuarbeiten.

Die gemeinsamen Anstrengungen hätten sich gelohnt, twitterte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. „Der Weg für die Ratifizierung von Schwedens NATO-Mitgliedschaft durch die Türkei ist endlich frei.“ Mit dann 32 Nato-Mitgliedern seien alle zusammen sicherer.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell stieß ins gleiche Horn. „Heute wurde in Vilnius ein historischer Schritt getan. Schwedens Weg in die Nato ist frei! Das ist eine gute Nachricht für das schwedische Volk und für unsere gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Eine stärkere Nato macht Europa sicherer“, schrieb er auf Twitter.

Laut Stoltenberg erhielt Erdogan im Gegenzug die Zusage Stockholms, den EU-Beitrittswunsch Ankaras aktiv zu unterstützen. Eine Wiederannäherung an Ankara wäre für die EU ein gewaltiger Schritt. Der Beitrittsprozess für die Türkei liegt seit 2018 auf Eis. Grund sind von der Union beklagte Rückschritte bei der Demokratie unter Erdogan, Bedenken über Defizite bei rechtsstaatlichen Normen und Rechtsverstöße in der Türkei sowie Ankaras anhaltender Streit mit dem EU-Mitglied Zypern.

Kristersson betonte, dass es sich bei den zwischen den Ländern vereinbarten Punkten von schwedischer Seite um langfristige Verpflichtungen handle. „Das hier ist also nicht nur etwas, was wir tun, um Nato-Mitglied werden zu dürfen“, sagte er.

11 Juli 2023 0 Kommentare
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Impressum

Hundert Ermittlungsverfahren nach Ausschreitungen bei Eritrea-Festival in Giessen – jetzt wird der Ruf nach Konsequenzen laut

von Fremdeninfo 10 Juli 2023
von Fremdeninfo

Hundert Ermittlungsverfahren nach Ausschreitungen bei Eritrea-Festival in Giessen – jetzt wird der Ruf nach Konsequenzen laut

Artikel von Fatina Keilani, Berlin •

 

 

Polizisten haben vor Beginn des Eritrea-Festivals in Giessen eine Gruppe von Personen umringt. Helmut Fricke / DPA © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Deutschland

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Nach den Ausschreitungen während eines Eritrea-Festivals in Giessen wird der Ruf nach Konsequenzen lauter. Bei den Zusammenstössen mit Gegnern der Veranstaltung waren am Samstag 28 Polizisten verletzt worden. Sie hätten vor allem Platzwunden sowie Bänderrisse und -zerrungen erlitten, sagte ein Polizeisprecher. Am Sonntag musste keiner von ihnen mehr im Spital behandelt werden.

Das Festival wurde am Sonntag unter massivem Polizeiaufgebot fortgesetzt; Hunderte Einsatzkräfte nicht nur aus Hessen, sondern auch aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei sicherten es ab. Gegner des Festivals hatten am Samstag Polizisten angegriffen und unter anderem versucht, auf das Messegelände zu gelangen. Die Polizei setzte unter anderem Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) forderte die Bundesregierung auf, den Botschafter des ostafrikanischen Landes einzubestellen. «Der eritreischen Regierung muss deutlich gemacht werden, dass eritreische Konflikte nicht auf deutschem Boden ausgetragen werden dürfen», sagte er am Samstag. «Unsere Polizistinnen und Polizisten sind nicht der Prellbock für Konflikte von Drittstaaten.» Der stellvertretende AfD-Bundessprecher Stephan Brandner kritisierte, dass das Eritrea-Festival überhaupt in Deutschland stattfinden dürfe. «Die Diktatur möge sich selbst in Eritrea feiern. So etwas hat in unserem Land nichts verloren.»

Es hat sich verwirklicht, was befürchtet worden war

Die Stadt Giessen hatte Ende Juni das Festival verboten, weil sie Ähnliches schon befürchtet hatte. Bereits im vergangenen Jahr hatte es bei dem Festival Ausschreitungen gegeben. Das Verbot war jedoch von Gerichten aufgehoben worden. Gegner der Veranstaltung sehen eine problematische Nähe zur Regierung Eritreas.

In der Verbotsverfügung hatte die Polizei darauf verwiesen, dass Oppositionelle des eritreischen Regimes ebenso wie regierungstreue Eritreer anreisen und alle Beteiligten hoch emotionalisiert sein würden und Zusammenstösse daher wahrscheinlich seien.

Die Deutsch-Eritreische Gesellschaft hatte in einer scharf intonierten Erklärung dem Magistrat der Stadt Giessen Ende Juni vorgeworfen, vor «ethnofaschistischen Gewalttätern» zu kapitulieren, statt das Grundrecht der Versammlungsfreiheit zu schützen und dafür alle Instrumente des Rechtsstaats aufzubieten. Der Veranstalter des Festivals, der Zentralrat der Eritreer in Deutschland, hatte sich bis zum Samstagnachmittag noch gar nicht geäussert.

Inzwischen gibt es rund hundert Ermittlungsverfahren

Es kam dann so wie befürchtet. Die Nacht zum Samstag war noch ruhig, doch am frühen Samstagmorgen gegen 5 Uhr 30 ging es los: «massive Angriffe» auf die Polizei, Stein- und Flaschenwürfe, Schlägereien, entzündete Rauchbomben, das Einreissen von Absperrzäunen und Versuche, polizeiliche Absperrungen zu durchbrechen. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Ein Wasserwerfer stand bereit.

Mindestens hundert Personen wurden laut Polizei in Gewahrsam genommen, zuvor waren bereits etwa fünfzig Platzverweise erteilt worden. Es wurden rund hundert Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei wies Gerüchte aus sozialen Netzwerken als falsch zurück, dass es einen Toten gegeben habe. In den sozialen Netzwerken kursierten viele Videoschnipsel.

An den Hessenhallen – dem Veranstaltungsgelände – habe eine grosse Gruppe von vermutlich etwa hundert Personen den Absperrzaun eingerissen, hiess es. Am Neustädter Tor gab es laut der Polizei eine Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Beteiligten. Dort soll es auch zu Drohungen gegenüber Autofahrern gekommen sein. Autos seien beschädigt worden. Von einer Brücke seien Gegenstände geworfen worden. Die Polizei riet den Bewohnern, die Gegend weiträumig zu umfahren.

Eritrea mit seinen rund drei Millionen Einwohnern liegt im Nordosten Afrikas am Roten Meer und ist international weitgehend abgeschottet. Seit einer in einem jahrzehntelangen Krieg erkämpften Unabhängigkeit von Äthiopien vor 30 Jahren regiert Präsident Isaias Afewerki in einer Ein-Partei-Diktatur das Land. Parteien sind verboten, die Meinungs- und die Pressefreiheit sind stark eingeschränkt. Es gibt weder ein Parlament noch unabhängige Gerichte oder zivilgesellschaftliche Organisationen. Zudem herrscht ein strenges Wehrdienst- und Zwangsarbeitssystem, vor dem viele Menschen ins Ausland fliehen.

10 Juli 2023 0 Kommentare
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Information

Gießen: 125 Strafanzeigen nach Eritrea-Festiv

von Fremdeninfo 10 Juli 2023
von Fremdeninfo

Gießen: 125 Strafanzeigen nach Eritrea-Festival

Artikel von Jens Witte Der Spiegel

 

Gießen: 125 Strafanzeigen nach Eritrea-Festival © Helmut Fricke / dpa

 26 verletzte Polizisten, 131 Menschen in Gewahrsam genommen: Gewaltsame Ausschreitungen beim umstrittenen Eritrea-Festival in Gießen haben eine Debatte über die Zukunft der Veranstaltung ausgelöst.

Wegen der Krawalle rund um das umstrittene Eritrea-Festival in Gießen sind nach Angaben der Polizei bislang 125 Strafanzeigen erstattet worden. Dabei sei es fast ausschließlich um Landfriedensbruch gegangen, teilte die Polizei am Sonntagabend in einem vorläufigen Resümee ihres viertägigen Einsatzes während des Festivals mit. 131 Personen seien in Gewahrsam genommen worden.

Zudem sprach die Polizei am Abend von 26 verletzten Beamten. Sieben der Beamten hätten schwerere Verletzungen wie einen Knochenbruch, offene Schürfwunden und Bänderrisse erlitten. Es sei nicht bekannt, dass Besucher oder Gegner der Veranstaltung schwerer verletzt worden seien oder unbeteiligte Dritte Verletzungen erlitten hätten.

Insgesamt seien an den vier Einsatztagen im Zusammenhang mit der Veranstaltung in der mittelhessischen Stadt in mehr als 1800 Fällen Personen kontrolliert oder ihre Identität festgestellt worden.

Gegner der Veranstaltung hatten den Angaben zufolge am Samstag Beamte mit Stein- und Flaschenwürfen attackiert und Rauchbomben gezündet. Sie durchbrachen demnach Absperrungen und versuchten, auf das Festivalgelände zu gelangen. Die Polizisten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Auch in der Stadt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Am Sonntag sei die Lage friedlich geblieben, hieß es. Auch die Nacht zu Montag sei ruhig verlaufen.

Veranstalter des Festivals war der Zentralrat der Eritreer in Deutschland, der wegen seiner Nähe zu dem Regime in dem Land am Horn von Afrika als umstritten gilt. In Eritrea regiert Präsident Isayas Afewerki in einer Ein-Parteien-Diktatur. Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt. Auch Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt von schweren Missständen berichtet. Schon im August 2022 war es bei der vorangegangenen Veranstaltung zu gewaltsamen Ausschreitungen mit verletzten Besuchern und Polizisten gekommen.

Die Stadt Gießen hatte vergeblich versucht, gerichtlich ein Verbot des Festivals durchzusetzen, auch weil die Polizei zuvor Kenntnis bekommen hatte, dass womöglich gewaltbereite Störer anreisen würden. Am Samstag waren mehr als tausend Polizisten in Gießen im Einsatz, zwischenzeitlich wurden weitere Kräfte aus ganz Hessen alarmiert. Auch ein Wasserwerfer stand bereit.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verurteilte die Gewalt. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) forderte die Bundesregierung auf, den Botschafter des Landes einzubestellen. »Der eritreischen Regierung muss deutlich gemacht werden, dass eritreische Konflikte nicht auf deutschem Boden ausgetragen werden dürfen«, sagte er. »Unsere Polizistinnen und Polizisten sind nicht der Prellbock für Konflikte von Drittstaaten.«

Die Bilder, die aus unserer Stadt am Wochenende durch die Welt gingen, sind unerträglich«

Das Festival war nach Angaben der Stadt vor mehr als zehn Jahren von Frankfurt nach Gießen gezogen, wohl wegen der zentralen Lage der mittelhessischen Stadt und der für das Fest geeigneten Halle, die außerhalb der Innenstadt liegt.

Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im hessischen Landtag, Heike Hofmann, sprach sich dafür aus, nicht nur das Sicherheitskonzept, sondern den Fortbestand des Festivals insgesamt kritisch zu hinterfragen. Es stelle sich die Frage, »ob die als ›Familienfest‹ deklarierte Veranstaltung, die von Kritikerinnen und Kritikern als Propagandaveranstaltung des diktatorischen Regimes in Eritrea eingeordnet wird, noch einmal stattfinden« könne.

Auch der Gießener Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (SPD) fordert eine Aufarbeitung. »Die Bilder, die aus unserer Stadt am Wochenende durch die Welt gingen, sind unerträglich«, wurde Becher in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Tausende Unbeteiligte seien in ihrem alltäglichen Leben mehr als einen ganzen Tag massiv eingeschränkt worden. »Man muss angesichts dessen tatsächlich die Frage stellen: Stehen diese Einschränkungen noch im richtigen Verhältnis zu dem Wunsch des Veranstalters, ein Fest zu feiern? Diese Frage gehört auf allen Ebenen – politisch wie juristisch – aufgearbeitet.«

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte die Politik zum Handeln auf. »Die Bundesregierung muss ihrem Koalitionsvertrag gerecht werden und Integrationspolitik auf Bundesebene neu angehen und mit den Ländern einen klaren Kurs finden«, erklärte der hessische GdP-Landesvorsitzende Jens Mohrherr. Er sei über die massive Gewalt gegen die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten erschüttert. Es dürfe nun nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden

10 Juli 2023 0 Kommentare
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Information

Ausschreitungen bei Eritrea-Festival

von Fremdeninfo 8 Juli 2023
von Fremdeninfo

Ausschreitungen bei Eritrea-Festival

Artikel von dpa

 

Polizisten kontrollieren am Rande des Eritrea-Festivals in Gießen eine Person. © Helmut Fricke/dpa

 

Gewalt, verletzte Polizisten und Sachbeschädigungen – zu Beginn des umstrittenen Eritrea-Festivals in Gießen ist es am Samstag zu den von Polizei und Stadt befürchteten Ausschreitungen gekommen. «Die Kollegen wurden massiv angegriffen, Steinewürfe, Flaschenwürfe, Rauchbomben», sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. 22 Einsatzkräfte seien unter anderem durch Steinwürfe verletzt worden. Zu Verletzten aufseiten der Randalierer war zunächst nichts bekannt.

Die Polizei sprach am späten Nachmittag davon, dass sich die Lage wieder beruhigt habe. Auch eine Kundgebung, die am frühen Nachmittag begann, sei ohne Zwischenfälle geblieben. Die Polizei geleitete einige Teilnehmer der Demo nach Ende der Versammlung zu ihren Bussen.

Zwischenzeitlich hatte die Polizei über Twitter dazu geraten, das Stadtgebiet zu meiden und weiträumig zu umfahren, da die Einsatzkräfte wegen der dynamischen Einsatzlage zu vielen verschiedenen Orten verlegt werden müssten.

Das zweitägige Eritrea-Festival wurde in der Hessenhalle veranstaltet, die ein Stück außerhalb der Gießener Innenstadt auf der anderen Lahn-Seite liegt. Der Veranstalter, der Verein Zentralrat der Eritreer in Deutschland, gilt als regierungsnah. Das Festival ist daher umstritten. Bereits im August vor einem Jahr war es bei der Vorgänger-Veranstaltung zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Der Zentralrat der Eritreer in Deutschland rechnete am Samstag und Sonntag mit jeweils etwa 2500 Besuchern.

In Eritrea herrscht seit Jahrzehnten Krieg

Eritrea mit seinen rund drei Millionen Einwohnern liegt im Nordosten Afrikas am Roten Meer und ist international weitgehend abgeschottet. Seit einer in einem jahrzehntelangem Krieg erkämpften Unabhängigkeit von Äthiopien vor 30 Jahren regiert Präsident Isayas Afewerki in einer Ein-Parteien-Diktatur das Land. Parteien sind verboten, die Meinungs- und Pressefreiheit stark eingeschränkt. Es gibt weder ein Parlament noch unabhängige Gerichte oder zivilgesellschaftliche Organisationen. Zudem herrscht ein strenges Wehrdienst- und Zwangsarbeitssystem, vor dem viele Menschen ins Ausland fliehen.

Die Veranstalter des Festivals sprechen nach Angaben der Stadt von einem Familienfest. Auf dem Programm stünden außer Musik und Essen auch politische Reden. Worum es in den Reden gehe, sei nicht bekannt, sagte eine Stadtsprecherin. Das Festival sei vor mehr als zehn Jahren von Frankfurt nach Gießen gezogen, wohl wegen der zentralen Lage der mittelhessischen Stadt und der für das Fest geeigneten Halle.

Die Polizei hatte sich seit Tagen auf eine Großlage und die Anreise potenziell gewaltbereiter Gegner der Veranstaltung eingestellt. Die Stadt Gießen hatte das Festival zunächst wegen Sicherheitsbedenken verboten. Dies wurde vom Gießener Verwaltungsgericht gekippt. Am Freitag bestätigte der Hessische Verwaltungsgerichtshof diese erstinstanzliche Entscheidung.

Ausschreitungen an mehreren Orten

Seit dem frühen Samstagmorgen waren nach Polizeiangaben unterschiedlich starke Personengruppen in Gießen durch Ausschreitungen an verschiedenen Orten aufgefallen. Mindestens 60 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, zuvor wurden etwa 50 Platzverweise erteilt. Rund 200 Menschen wurden insgesamt von der Polizei kurzzeitig festgesetzt. Es bestehe der Verdacht auf Körperverletzungsdelikte, Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung.

Ein Polizeisprecher berichtete, es sei auch zum Einreißen von Absperrzäunen gekommen sowie zu Versuchen, polizeiliche Absperrungen zu durchbrechen. So habe eine Gruppe von vermutlich rund 100 bis 150 Personen einen Zaun an den Hessenhallen eingerissen. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein, ein Wasserwerfer stand bereit.

Aufgrund der dynamischen Lage seien zusätzlich zu den mehr als 1000 Beamten, die bereits im Einsatz waren, weitere Polizisten nach Gießen gerufen worden, sagte der Polizeisprecher. Es gehe um mehrere Hundert weitere Polizisten «aus allen hessischen Polizeipräsidien, die zusätzlich nach Gießen kommen, um hier für die Sicherheit vor Ort zu sorgen». Mit Lautsprechertrupps werde versucht, auf Personen einzuwirken, die an Absperrungen aufträten und möglicherweise versuchen wollten, diese zu durchbrechen. Auch ein Polizeihubschrauber und eine Drohne waren im Einsatz.

Sorgen um die eigene Sicherheit

Je nach Einsatzlage sperrte die Polizei an unterschiedlichen Stellen in der Stadt Straßen. Am Neustädter Tor gab es der Polizei zufolge eine Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Beteiligten. Dort sei es auch zu Drohungen gegenüber Autofahrern gekommen. Von der Heuchelheimer Brücke seien Gegenstände geworfen worden und Autos seien beschädigt worden. Auch Mitarbeiter eines Geschäfts in der Nähe der Hessenhallen berichteten, dass Scheiben von vorbeifahrenden Autos eingeschlagen worden seien. Man habe auch Sorgen um die eigene Sicherheit gehabt, sagte eine der Beschäftigten.

Die Stimmung war auch in den sozialen Netzwerken teils aufgeheizt. Die Polizei warnte vor Falschmeldungen. Mutmaßlich wegen der heißen Temperaturen hätten mehrere Personen gesundheitliche Probleme bekommen und seien medizinisch versorgt worden, hieß es in einem Tweet. Die Beamten nahmen dabei Bezug auf einen vorher verbreiteten Appell, keine Falschmeldungen zu verbreiten, wonach angeblich ein Teilnehmer der Störaktionen getötet worden sei. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, schrieben die Beamten. Ein Polizeisprecher sagte, dass ein Teil der im Internet kursierenden Videos, die Ausschreitungen zeigten, mutmaßlich aus dem Vorjahr stammten.

8 Juli 2023 0 Kommentare
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Archive

Deutlich mehr Einbürgerungen in Niedersachsen

von Fremdeninfo 8 Juli 2023
von Fremdeninfo
  •  
  1. Deutlich mehr Einbürgerungen in Niedersachsen

 

Von :dpa

 
 
Quelle: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Bundesrebublik Detuschland und ein deutsche Reisepass liegen  auf einem Tisch  dpa
Für eine Einbürgerung ist in der Regel eine Aufenthaltsdauer von mehreren Jahren notwendig. Viele Menschen aus europäischen Ländern erhielten im vergangenen Jahr in Niedersachsen einen deutschen Pass – den Spitzenplatz nimmt aber ein Land außerhalb Europas ein.
 Deutlich mehr Menschen haben sich im vergangenen Jahr in Niedersachsen einbürgern lassen als im Jahr zuvor. 2022 waren es 13 435 Menschen, somit knapp 3000 mehr als 2021, wie das Statistische Landesamt in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 2020 ließen sich knapp 8900 Menschen einbürgern, 2019 waren es rund 11.000.

Im vergangenen Jahr erhielten demnach mehr Männer (7377) als Frauen (6058) die deutsche Staatsbürgerschaft. Etwa jeder Vierte war 18 Jahre oder jünger. Das häufigste Herkunftsland war Syrien (5038 Menschen), gefolgt von der Türkei (1088) und dem Irak (1064). Insgesamt kamen die Menschen aus Dutzenden Ländern.

Gestiegen ist ebenfalls die Zahl der Einbürgerungen aus der Ukraine – 2021 und somit vor Beginn des russischen Angriffskriegs waren es 97 Menschen, im vergangenen Jahr 473.

In Deutschland sind vergangenes Jahr so viele Menschen eingebürgert worden wie seit 20 Jahren nicht mehr. Rund 168.500 Neubürgerinnen und Neubürger zählte das Statistische Bundesamt 2022, wie die Behörde Ende Mai auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Dies seien 28 Prozent oder rund 37.000 Menschen mehr gewesen als im Vorjahr. Den größten Anstieg gab es demnach bei Syrerinnen und Syrern mit einem Plus von 29.200 Einbürgerungen. Es folgten ukrainische Neubürger mit einem Plus von 3700, irakische Neubürger mit einem Plus von 2400 und türkische Neubürger mit einem Plus von 2000.

Notar in Bremen: Von Anfang an gut beraten

Für eine Einbürgerung sind unter anderem ausreichende Sprachkenntnisse, ein gesicherter Lebensunterhalt und in der Regel eine Mindestaufenthaltsdauer von acht Jahren nötig. In einigen Fällen geht dies laut Integrationsbeauftragte der Bundesregierung früher – etwa wenn erfolgreich an einem Integrationskurs teilgenommen wurde oder Menschen asylberechtigt sind.

8 Juli 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Zahl der Aslysuchenden im ersten Halbjahr deutlich gestiegen

von Fremdeninfo 8 Juli 2023
von Fremdeninfo

Zahl der Aslysuchenden im ersten Halbjahr deutlich gestiegen

Von Welt

Im ersten Halbjahr 2023 stiegen die Erstanträge auf Asyl in Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 77,5 Prozent an. Auffällig ist der Anstieg der Zahl der Asylsuchenden aus Russland

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen in Deutschland 150.166 Erstanträge auf Asyl ein dpa/Paul Zinken © Bereitgestellt von WELT

 

Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland steigt 2023 deutlich. In der ersten Jahreshälfte seien beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg 150.166 Erstanträge auf Asyl eingegangen, geht aus der am Freitag veröffentlichten aktuellen Asylgeschäftsstatistik der Behörde hervor. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag die Zahl bei 84.583.

Das bedeute einen Anstieg um 77,5 Prozent. 11.860 Anträge betrafen allerdings Kinder, die in Deutschland zur Welt kamen und noch kein Jahr alt sind. Die Zahl liegt auch noch deutlich unter den Jahren 2015 und 2016, als bis zu 745.000 Anträge in einem Jahr gestellt worden waren.

Das Bürgerkriegsland Syrien stellt mit 44 394 Asylsuchenden die größte Einzelgruppe, gefolgt von Afghanistan (28.635) und dem Nato-Partner Türkei (19.857). Auffällig ist der Anstieg der Zahl der Asylsuchenden aus Russland. Insgesamt 4154 Menschen aus Russland baten zwischen Januar und Juni um Asyl in Deutschland, alleine 617 im Monat Juni. Im gesamten Jahr 2022 hatte die Zahl der Erstanträge aus Russland bei 2851 gelegen.

Der Schutzstatus von Deserteuren und Kriegsdienstverweigern aus Russland ist umstritten. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte sich offen für den Schutz dieser Personengruppe gezeigt. Die Organisation Pro Asyl beklagte dagegen, dass einzelne Deserteure aus Russland vom BAMF ablehnende Bescheide bekommen. Eine Entscheidung auf EU-Ebene steht aus. Im ersten Halbjahr wurden lediglich 166 der insgesamt 4952 Antragsteller als Asylsuchende oder Flüchtlinge anerkannt. Die weitaus größte Zahl der Verfahren ist noch anhängig.

In der ersten Jahreshälfte hat das Bundesamt über 132.747 Erst- und Folgeanträge entschieden. 51,6 Prozent der Antragsteller erhielten einen Schutzstatus. 27.541 Personen wurden abgelehnt. In 36.666 Verfahren gab es eine weitere Entscheidung. Etwa handelte es sich um sogenannte Dublin-Verfahren, oder das Verfahren wurde eingestellt, weil der Antrag zurückgezogen wurde. Knapp 177.000 Asylverfahren waren Ende Juni noch anhängig.

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8 Juli 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Auch nach acht Jahren: Jeder vierte Flüchtling von 2015 noch ohne Wohnung

von Fremdeninfo 8 Juli 2023
von Fremdeninfo

 

Auch nach acht Jahren: Jeder vierte Flüchtling von 2015 noch ohne Wohnung

  Von dpa/ dtj

unterkunft in ihrem Vielbettzimmer auf. Foto: Roland Weihrauch/dpnach acht Jahren: Jeder vierte Flüchtling von 2015 noch ohne Wohnungnach acht Jahren: Jeder vierte Flüchtling von 2015 noch ohne Wohnung‘, ‚

  • Ein erheblicher Teil der Flüchtlinge bleibt trotz abgeschlossenem Asylverfahren in Gemeinschaftsunterkünften. Diskriminierung bei der Wohnungssuche erschwert den Auszug.

In Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt lebt ein erheblicher Teil der Flüchtlinge auch mehrere Jahre nach dem Abschluss des Asylverfahrens noch in einer kommunalen Unterkunft. Nach einer Expertise des Mediendienstes Integration, die am Mittwoch vorgestellt wurde, schätzen mehrere Kommunen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, dass der Anteil von Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland eingereist waren, in ihren Gemeinschaftsunterkünften bei rund 25 Prozent liegt.

Da Geflüchtete bei der Wohnungssuche häufig auf Diskriminierung stießen, sei eine Hilfestellung beim Auszug sinnvoll, sagte Boris Kühn, ehemaliger Flüchtlings- und Integrationsberater der Stadt Mössingen in Baden-Württemberg. Das sei auch wichtig, um genügend Plätze für Neuankömmlinge in den Unterkünften bereithalten zu können.

Es sei ein „fataler Irrtum“ zu glauben, Zelte oder Behelfsunterkünfte könnten das Problem lösen, sagte Ingo Malter, Geschäftsführer einer Wohnbauten-Gesellschaft der Stadt Berlin. Wenn anerkannte Flüchtlinge in einer ihnen zur Verfügung gestellten Wohnung bleiben wollten, dann sollte dies auch möglich sein.

Ukraine-Flüchtlinge werden bevorzugt behandelt

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wurde in den ersten fünf Monaten dieses Jahres für 125.556 Menschen erstmals in Deutschland ein Asylantrag gestellt. Das waren fast 77 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Schutzsuchenden kamen aus Syrien, Afghanistan und der Türkei. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 haben zudem mehr als eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland Schutz gesucht – vor allem Frauen und Kinder. Sie müssen keinen Asylantrag stellen. Laut Expertise ist es viel einfacher, für sie privaten Wohnraum zu finden als für andere Flüchtlinge.

In einigen Bundesländern wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Hessen haben sich der Untersuchung zufolge mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine angesiedelt, als dort nach dem üblichen Verteilschlüssel aufgenommen werden müssten. In Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein wohnen dagegen weniger Ukraine-Flüchtlinge als nach dem Königsteiner Schlüssel vorgesehen ist. Grund dafür ist, dass die Wohnortwahl anfangs nicht reguliert war. Da gingen die Menschen dorthin, wo sie Anknüpfungspunkte hatten. „Die Ungleichverteilung war sicherlich am Anfang groß“, sagte Kühn. Inzwischen sei es aber so, dass kein Land mehr als zehn Prozent über oder unter seiner Quote liege.

dpa/dtj

8 Juli 2023 0 Kommentare
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Archive

Bundesrat besiegelt erleichterte Zuwanderung für Fachkräfte

von Fremdeninfo 8 Juli 2023
von Fremdeninfo

Bundesrat besiegelt erleichterte Zuwanderung für Fachkräfte

  Von. Christoph Schmidt
dpa
 Bayern ist mit seinem Antrag auf einen Vermittlungsschuss gescheitert: Der Bundesrat hat dem Fachkräftezuwanderungsgesetz der Ampel zugestimmt. Erleichtert wird damit der Zuzug von Arbeitskräften, aber auch der sogenannte Spurwechsel für bestimmte Asylbewerber.
 Der Weg für die erleichterte Zuwanderung von Fach- und weiteren Arbeitskräften nach Deutschland ist frei. Der Bundesrat billigte am Freitag in Berlin das von der Ampel-Koalition vorgelegte Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das dem Arbeitskräftemangel in Deutschland entgegenwirken soll. Für qualifizierte Arbeitskräfte aus Ländern außerhalb der EU soll es künftig einfacher und attraktiver werden, eine Stelle in Deutschland anzunehmen.

Wesentliche Punkte in dem neuen Gesetz sind ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild und die erleichterte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Erleichtert wird für Fachkräfte auch der Familiennachzug. Künftig sollen diese nicht nur die sogenannte Kernfamilie, sondern auch Eltern und Schwiegereltern nach Deutschland holen können

 
 FDP-General Djir-Sarai
„Ich sage ganz klar: Diese Migration wollen wir nicht“

Eine Sonderregel gibt es für bereits in Deutschland befindliche Asylbewerber. Wenn diese vor dem 29. März 2023 eingereist sind und eine entsprechende Qualifikation und ein Arbeitsplatzangebot haben oder bereits arbeiten, können sie das Asylverfahren beenden und eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft beantragen. Dieser sogenannte Spurwechsel war bisher nicht ohne Ausreise und neue Visaverfahren möglich.

Die Neuregelung soll dem zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangel in Deutschland entgegenwirken. Wirtschaftsverbände hatten deswegen wiederholt auf erleichterte und vor allem unbürokratischere Regeln gedrängt. Zur Umsetzung der neuen Vorschriften legte die Bundesregierung auch eine Verordnung vor, der der Bundesrat ebenfalls zustimmte.

Vom Mangel in die Krise

„Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist ein Schlüssel für unsere Wirtschaft und den Wohlstand unserer Gesellschaft“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in der Debatte. Sie verwies auf den Mangel an Fach- und Arbeitskräften in vielen Bereichen, besonders aber in der Pflege.

„In jedem sechsten Betrieb fehlen Arbeits- und Fachkräfte“, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Der Fachkräftemangel sei längst zu einer Fachkräftekrise geworden. „Wir müssen alles Erdenkliche unternehmen, um dieser Fachkräftekrise zu begegnen.“ Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) drang darauf, zusätzlich auch Asylbewerbern mit einer Duldung die Arbeitsaufnahme und den Verbleib in Deutschland zu erleichtern.

 
Wir brauchen und wir wollen Zuwanderung“, betonte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Angesichts des Arbeitskräftemangels sei es „notwendig, kluge köpfe und helfende Hände aus anderen Ländern zu werben“. Mit der Neuregelung erhalte Deutschland weltweit das „modernste Einwanderungsrecht“, betonte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).

„Dieses Gesetz kommt nicht zu früh, es kommt eher Jahre zu spät“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Es sei wichtig, Unternehmen mehr Möglichkeiten zu geben, selbst Fachkräfte anzuwerben und „darüber entscheiden zu lassen, welche Leute zu ihnen kommen“.

Ein Antrag Bayerns auf Anrufung des Vermittlungsausschusses erhielt keine Mehrheit.

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8 Juli 2023 0 Kommentare
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Zehntausende haben Chancen-Aufenthaltsrecht schon beantragt

von Fremdeninfo 6 Juli 2023
von Fremdeninfo

Zehntausende haben Chancen-Aufenthaltsrecht schon beantragt

 Von  Welt

Seit einem halben Jahr gibt es das Chancen-Aufenthaltsrecht. Es ermöglicht Ausländern in Deutschland, unter Bedingungen eine Aufenthaltserlaubnis auf Probe zu erhalten. Eine Umfrage zeigt, dass viele Menschen entsprechende Anträge stellen. Regional sind die Unterschiede groß

 

 

Migranten bei ihrer Ankunft in Deutschland. Unter bestimmten Bedingungen können sie nach fünf Jahren das Chancen-Aufenthaltsrecht beantragen dpa/Swen Pförtner © Bereitgestellt von WELT
 
Das Chancen-Aufenthaltsrecht stößt bei Ausländern, die von der neuen Regelung profitieren könnten, auf große Resonanz. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Mediendienstes Integration in den Bundesländern, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Danach haben bereits in den ersten sechs Monaten seit Inkrafttreten der Gesetzesänderung mindestens 49.000 Ausländer einen entsprechenden Antrag gestellt.

Davon wurden den Angaben zufolge rund 17.000 Anträge bereits bewilligt und etwa 2100 Anträge abgelehnt. Demnach waren Tausende Anträge zum Zeitpunkt der Umfrage noch in Bearbeitung. Diekommunalen Spitzenverbände klagen seit Monaten über ein sehr hohes Arbeitsaufkommen in den Ausländerbehörden, auch bedingt durch eine gestiegene Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern sowie als Folge von Gesetzesänderungen.

In der Begründung des Gesetzes war die Bundesregierung von schätzungsweise 98.000 Anträgen auf Erteilung eines Chancen-Aufenthaltsrechts ausgegangen. Zudem wurde vermutet, dass über diese Regelung nach einem Jahr rund 33.000 Menschen die Voraussetzungen für den Übergang in einen gesicherten Aufenthaltstitel erfüllen und diesen dann beantragen würden.

Das Gesetz zum Chancen-Aufenthaltsrecht trat am 31. Dezember 2022 in Kraft. Es gibt Menschen, die sich zum Stichtag 1. Oktober 2022 mindestens fünf Jahre geduldet, gestattet oder mit einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland aufgehalten haben, die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Angehörigen für 18 Monate eine Art Aufenthaltserlaubnis auf Probe zu erhalten.

Ausgenommen sind Straftäter und Menschen, die zu ihrer Identität „wiederholt vorsätzlich falsche Angaben gemacht“ und dadurch ihre Abschiebung verhindert haben. Am Ende der 18 Monate soll ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen, wer überwiegend selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommt, ausreichende Deutschkenntnisse und eine geklärte Identität vorweisen kann.

Der Anteil derjenigen, die das Chancen-Aufenthaltsrecht schon beantragt haben, ist regional verschieden, wie die Umfrage ergab. Während sich in Berlin schon rund 59 Prozent und in Bayern 58 Prozent der Berechtigten darum bemüht haben, liegt der Anteil in Nordrhein-Westfalen niedriger. Hier hat etwa jeder Dritte einen Antrag gestellt. Laut Mediendienst wurden in NRW vier Prozent der Anträge abgelehnt, in Bayern und Niedersachsen je rund sechs Prozent.

6 Juli 2023 0 Kommentare
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