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4 Februar 2026 0 Kommentare
Religion

Neue Studie zu Muslimen in Deutschland liefert erschreckendes Bild

von Fremdeninfo 6 Juli 2023
von Fremdeninfo

 

Neue Studie zu Muslimen in Deutschland liefert erschreckendes Bild

 

Das Dach der Şehitlik-Moschee in Berlin. Foto: Christophe Gateau/dpa

Muslimfeindlichkeit ist in Deutschland ein ernsthaftes Problem: Viele Muslime und Migranten erfahren regelmäßig Diskriminierungen – nicht nur von ganz rechts. Das ist das vielsagende Ergebnis einer neuen Studie.

Feindlichkeit gegenüber Muslimen und dem Islam ist nach dem Abschlussbericht des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit (UEM) weit verbreitet. „Muslimfeindlichkeit ist eine Alltagserfahrung für sehr viele Menschen in diesem Land“, betonte der Koordinator des Expertenkreises, Mathias Rohe. Die neun Mitglieder des Gremiums stellten das 400-seitige Papier mit dem Titel „Muslimfeindlichkeit – Eine deutsche Bilanz“ gemeinsam vor.

Der damalige Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte das Gremium im September 2020 unter dem Eindruck der rassistischen Anschläge von Hanau einberufen. Etwa ein Drittel der muslimischen Bevölkerung erfahre regelmäßig Diskriminierung, sagte UEM-Mitglied Yasemin El-Menouar. Rohes Stellvertreterin Karima Benbrahim erklärte: „Es betrifft alle in dieser Gesellschaft, und nicht nur die Betroffenen.“

Wiederkehrende und sehr belastende Erfahrungen

Der Kreis definiert Muslimfeindlichkeit als „die Zuschreibung pauschaler, weitestgehend unveränderbarer, rückständiger und bedrohlicher Eigenschaften“ gegenüber Muslimen und Musliminnen und als solche wahrgenommenen Menschen. „Dadurch wird bewusst oder unbewusst eine ‚Fremdheit‘ oder sogar Feindlichkeit konstruiert.“ Für Betroffene seien das keine Einzelereignisse, sondern wiederkehrende und mitunter sehr belastende Erfahrungen.

„Das bewirkt etwas für die Betroffenen, es trifft sie hart“, sagte Rohe. Sie wüssten allerdings oft nicht von Beratungsangeboten und zeigten Übergriffe auch selten an, schreiben die Autoren des Berichts. Das Phänomen sei weit verbreitet, schreiben die Fachleute aus Wissenschaft und Verbänden. So stimme laut Untersuchungen etwa jeder beziehungsweise jeder Zweite muslimfeindlichen Aussagen zu.

„Wir müssen nachlegen im Kampf gegen antimuslimischen Rassismus“

Vorurteile gegen Zuwanderer und Muslime als Anhänger einer angeblich besonders rückständigen Religion überschnitten sich, Betroffene würden gleich doppelt stigmatisiert. Unterstellt werden demnach mangelnde Integrationsfähigkeit, der Islam werde pauschal mit Gewalt, Extremismus und Rückständigkeit verknüpft. Praktische Auswirkungen gebe es besonders bei Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, etwa für Frauen mit Kopftuch.

Die Antirassismus-Beauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), erklärte: „Wir müssen nachlegen im Kampf gegen antimuslimischen Rassismus! Antimuslimische Einstellungen und Diskriminierungen haben ein erschreckendes Ausmaß in unserer Gesellschaft angenommen, sie sind zum Teil regelrecht ’normal’“.

Alabali-Radovan: „Erschreckendes Ausmaß“

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, verlangte: „Wir brauchen mehr Beratungsstellen und einen besseren Diskriminierungsschutz für Menschen, die von antimuslimischem Rassismus betroffen sind.“ Muslimfeindlichkeit hänge mit anderen Formen der Menschenfeindlichkeit zusammen, schreibt der UEM, etwa mit einer Tendenz zu antisemitischen Haltungen.

Betroffene erführen Ausgrenzung und Diskriminierung bis hin zu Gewalt, so die Experten. Muslimische Frauen berichteten, dass sie als nicht selbstbestimmt wahrgenommen würden; muslimische Männer wiederum erzählten, sie würden als aggressiv und gewalttätig wahrgenommen. Kinder und Jugendliche erführen diese Wahrnehmungen bereits in der Schule.

Analyse deutscher Filme liefert eindeutiges Ergebnis

Bei Tests würden Jugendliche mit arabischen oder türkischen Namen negativer beurteilt, als es ihrem Leistungsvermögen entspreche. Es brauche mehr entsprechende Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte. In großen deutschen Medien werden der Islam sowie Musliminnen und Muslime nach einer repräsentativen UEM-Studie häufig in einem negativen Kontext behandelt.

Es gehe oft um von ihnen ausgeübte Gewalt, die Debatte sei auf religiöse Faktoren verengt – gegen sie gerichtete, in der Regel rechtsextreme Gewalt sei hingegen ein Randthema. Es fehlten Darstellungen ihrer täglichen Lebenswelt. Ähnliches habe eine Analyse deutscher Filme ergeben. Knapp 90 Prozent der untersuchten Werke wiesen einen „thematischen Negativbezug“ auf: Geschichten drehten sich um Terroranschläge, Radikalisierung, Kriege und die Unterdrückung von Frauen.

Deutsche Medien „toxischer Diskursraum“

Die Expertenbewertung von Diskussionen in sozialen Netzwerken fällt vernichtend aus: „Deutsche soziale Medien bilden demnach einen ‚toxischen Diskursraum‘, dessen rassistische Sprechakte pogromartige Gewalt wie in Hanau fördern können.“ Positiv sei, dass gerade Instagram und Youtube-Kommentare Raum schafften für eine gewisse Gegenöffentlichkeit gerade für junge Menschen.

Auch bei Behörden und Politik fällt das Fazit der Experten gemischt aus. Zu wenig Beachtung fänden rechtsextreme Muslimfeindlichkeit in Verfassungsschutzberichten und intransparente Regelungen zur Ablehnung von Muslimen, die im öffentlichen Dienst arbeiten wollten. Studien deuteten auf eine hohe Anfälligkeit in der Polizei für muslimfeindliche Motive hin. Bei der Verfolgung muslimfeindlicher Straftaten durch die Polizei gebe es Lücken.

AfD mit „manifest muslimfeindlichen Programm“

Im Bundestag sei die AfD die einzige Partei mit einem „manifest muslimfeindlichen Programm“. In der CDU/CSU und gelegentlich auch in anderen Parteien gebe es latente Formen. Mit Ausnahme der AfD würden alle aber inzwischen das Problem im Grundsatz anerkennen. Die Experten empfehlen der Bundesregierung die Ernennung eines Bundesbeauftragten für die Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit.

Ihm oder ihr zur Seite solle ein Sachverständigenrat stehen. Sie plädieren auch für eine Strategie zur Förderung der Teilhabe von Menschen „mit muslimischen Identitätsbezügen“ in allen staatlichen Einrichtungen, mit bindenden Zielvorgaben, Öffentlichkeitsarbeit und gezielten Kampagnen. Für Beschäftigte staatlicher Einrichtungen wie Lehrer, Erzieher oder Polizisten solle es Fortbildungen geben, in den Schulen müsse die Auseinandersetzung mit Muslimfeindlichkeit verpflichtend werden.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die den Bericht nach Angaben ihres Hauses wegen eines anderen Termins nicht selbst entgegennahm, versprach eine intensive Beschäftigung damit. Muslimisches Leben gehöre selbstverständlich zu Deutschland, alle sollten die gleichen Chancen und Rechte haben. „Umso bitterer sind die Befunde dieses ersten umfassenden Berichts zur Muslimfeindlichkeit in Deutschland.“ Es sei sehr wichtig, ein Bewusstsein für noch weit verbreitete Ressentiments zu schaffen

6 Juli 2023 0 Kommentare
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Religion

Madımak: Türkei gedenkt Opfern des Brandanschlags auf Aleviten

von Fremdeninfo 5 Juli 2023
von Fremdeninfo

 

Madımak: Türkei gedenkt Opfern des Brandanschlags auf Aleviten

 

Unter anderem Abgeordnete der CHP nahmen heute an einem Gedenkmarsch für die Ermordeten von vor 30 Jahren teil. Dabei kamen sie auch am Madımak-Hotel in Sivas vorbei, auf das der Anschlag verübt wurde. Foto: Veli Ağbaba

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  • Heute vor 30 Jahren geschah das Unfassbare: Bei einem Brandanschlag auf Aleviten in der Türkei wurden 37 Menschen getötet. 

In der Türkei haben zahlreiche Menschen den Opfern eines Brandanschlags auf Anhänger der religiösen Minderheit der Aleviten vor 30 Jahren gedacht. In der zentraltürkischen Stadt Sivas hielten Demonstrantinnen und Demonstranten am Sonntag einen Gedenkmarsch ab, wie auf Bildern zu sehen war. Der Gouverneur der Provinz legte rote Nelken am Hotel nieder, in dem 37 Menschen starben.

Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu, selbst Alevit, schrieb auf Twitter, das „Sivas-Massaker“ sei eines der schmerzhaftesten Ereignisse in der jüngeren Geschichte der Türkei.

Am 2. Juli 1993 hatte ein von religiösen Extremisten aufgehetzter islamistisch-nationalistischer Mob ein Hotel im Stadtzentrum von Sivas in Brand gesteckt, in dem sich alevitische Schriftsteller, Sänger und Intellektuelle aufhielten. In den Flammen kamen 37 Menschen ums Leben, die meisten Opfer waren alevitischen Glaubens.

Aleviten sind eine religiöse Minderheit in der mehrheitlich sunnitischen Türkei. Schätzungen zufolge sind zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung in der Türkei alevitischen Glaubens. Sie wurden bereits zu Zeiten des Osmanischen Reiches immer wieder verfolgt, insbesondere ab dem 16. Jahrhundert. Auch wenn Politikerinnen und Politiker regelmäßig betonen, dass sie ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind, zeigen Vorfälle wie der vor 30 Jahren, dass das längst nicht alle Bevölkerungsgruppen so sehen.

dpa/dtj

5 Juli 2023 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Deutlich mehr Asylanträge aus der Türkei als 2021

von Fremdeninfo 5 Juli 2023
von Fremdeninfo

Deutlich mehr Asylanträge aus der Türkei als 2021

 
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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF in Berlin-Wilmersdorf. Foto: Jens Kalaene

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Im Jahr 2022 stellten rund eine Million Menschen Asylanträge in EU-Ländern. Deutschland erhielt die meisten Anträge, gefolgt von Frankreich und Spanien. Die Türkei war eines der Hauptursprungsländer.

Rund eine Million Menschen haben im vergangenen Jahr in den EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz Asyl beantragt. Das sei ein Anstieg von rund 50 Prozent im Vergleich zu 2021, wie die EU-Asylagentur EUAA am Dienstag in Valletta auf Malta mitteilte. In den sogenannten EU+-Ländern wurden demnach etwa 996.000 Anträge auf internationalen Schutz gestellt. Zusammen mit den etwa vier Millionen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine – die keine aufwendigen Asylverfahren durchlaufen müssen – suchten 2022 laut EUAA also rund fünf Millionen Menschen in Europa Schutz.

Die europäischen Asyl-Rekordzahlen von 2015 (1,4 Millionen) und 2016 (1,3 Millionen) wurden insgesamt nicht erreicht. Einzelne EU-Länder aber verzeichneten laut EUAA mehr Anträge als jemals zuvor seit Beginn der europaweit gesammelten Aufzeichnungen im Jahr 2008, darunter etwa Österreich, Frankreich, Spanien und Portugal.

Hinter Syrien und Afghanistan: Türkei verzeichnet Plus von 31 Prozent

Von den knapp eine Million Asylanträgen gingen die meisten in Deutschland (244.000), Frankreich (156.000), Spanien (118.000), Österreich (109.000) und Italien (84.000) ein. Die meisten Anträge wurden von Menschen aus Syrien, Afghanistan, der Türkei, Venezuela und Kolumbien gestellt. Aus der Türkei kamen mehr als 58.000 Flüchtlinge, das sind 31 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Unter den Antragstellern waren 42.000 unbegleitete Kinder und Minderjährige – das sind so viele wie seit 2016 nicht mehr. Fast zwei Drittel davon sind Afghanen oder Syrer.

“Eine Kombination von Krisen, darunter neue und anhaltende Konflikte, Klimaschocks, geopolitische Unruhen, Gewalt und Verfolgung, veranlasste Millionen von Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat im vergangenen Jahr 2022”, heißt es im Bericht. “Die russische Invasion der Ukraine führte zu einer der sich am schnellsten entwickelnden und größten Vertreibungskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg.”

dtj/dpa

5 Juli 2023 0 Kommentare
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Religion

Respektlosigkeit bringt sie aus der Ruhe: Dilek Baser ist im Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins

von Fremdeninfo 4 Juli 2023
von Fremdeninfo

Respektlosigkeit bringt sie aus der Ruhe: Dilek Baser ist im Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins

Artikel von Susanne Kanngieser

Ziel der Frauen-Vorsitzenden ist Integration

Respektlosigkeit bringt sie aus der Ruhe: Dilek Baser ist im Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins

 

Sie fühlt sich in Bebra zuhause: Dilek Baser ist seit fünf Jahren Vorsitzende der Frauen im Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins Bebra. © Susanne Kanngieser

Für Dilek Baser sind vor allem Verständigung und Offenheit der Schlüssel zur Integration. Aber auch der Respekt zwischen den Kulturen und Kinder spielen eine wichtige Rolle.

Bebra – Eigentlich ruht Dilek Baser in sich. Es gibt kaum etwas, das die 47-Jährige aus der Fassung bringen kann. Bei zwei Themen aber wird sie leidenschaftlich und sehr bestimmt: Wenn es um gegenseitigen Respekt zwischen unterschiedlichen Kulturen geht. Und wenn man Kinder und Jugendliche nicht ernst nimmt.

„Wir haben unsere Kultur. Und wenn wir die verlieren, dann verlieren wir uns und unseren Charakter“, sagt die Frau, die sich seit fünf Jahren als Vorsitzende der Frauen im Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins Bebra verantwortlich zeichnet.

Platz für alle Religionen und Kulturen

Es müsse Platz sein für alle Religionen und Kulturen, damit ein friedvolles Miteinander stattfinden kann. In Bebra, betont sie, könnten der Verein und alle Menschen frei leben und sich entfalten.

Dilek Baser organisiert Veranstaltungen und unterstützt die Frauen, wenn sie Probleme oder Fragen zum Alltag in Deutschland haben. Nach dem türkischen Kulturfest Kermes, das die Gemeinde kürzlich auf dem Rathausplatz an drei Tagen feierte, hat sich Dilek Baser nicht nur bei den Frauen für ihr außerordentliches Engagement bedankt.

„Kinder sind unsere Zukunft“

Auch die Kinder und Jugendlichen bekamen einen Dankesbrief von ihr. „Sie haben eine große Leistung erbracht. Sie haben Speisen verkauft, sich mit den Besuchern unterhalten und viel erklärt. Sie waren so freundlich und aufgeschlossen. Und so etwas muss honoriert werden“, findet Dilek Baser und fügt hinzu: „Kinder sind unsere Zukunft. Darum müssen wir ihnen heute schon den Stellenwert geben, der ihnen gebührt.“

Aufgewachsen in Usak, einem kleinen Dorf in Westanatolien, wurde die kleine Dilek ohne Vater groß. Der lebte und arbeitete in München, um Geld für die Familie zu verdienen. Als sie 14 Jahre alt war, folgte ihm die Familie in die bayerische Landeshauptstadt. Für fünf Jahre.

Baser vermisste in der Türkei das pulsierende München

Nach ihrer Ausbildung zur Arzthelferin zog die Familie wieder in die Türkei und überließ ihr die Entscheidung mitzukommen. Mit 19 Jahren traute sich die junge Erwachsene das Leben allein in einer Großstadt nicht zu und landete wieder in dem türkischen Dorf.

„Das war eine Katastrophe für mich. Ich bin nach der pulsierenden Großstadt wieder da angekommen, wo ich nicht hinwollte“, erzählt sie. Das war nicht der Sechser im Lotto. Aber dann kam Ruhi, den in Bebra alle Rudi nennen.

Ein Türke, der auf einem Video eines Cousins Dilek entdeckte und sich sofort verliebte. Er kam mit seiner ganzen Familie in die Türkei, um sie kennenzulernen. Etwas schüchtern stand er vor ihr. Als letzter in der Reihe begrüßte ihn die junge Frau. Und sie wusste von der ersten Sekunde: Das ist er, der Mann fürs Leben.

Nach einer türkischen Hochzeit mit 1000 Gästen war Bebra fortan ihr Lebensmittelpunkt, um mit Rudi eine Zukunft zu bauen. Die Zwillinge Evi Wassermann, Lotti Lantos und ihre Ehemänner Günther und Rudolf waren für Rudi schon immer und für Dilek jetzt auch deutsche „Eltern im Herzen“, sie kümmerten sich um Dilek und zeigten ihr Wege aus der Isolation.

Sie machte ihr Hobby zum Beruf

Als Nachwuchs bei Ehepaar Baser kam, wurde der Enkel-Tag eingeführt. Die Ehepaare haben Ausflüge unternommen und sich immer ganz besondere Highlights für das Mädchen Tima und den Jungen Mustafa ausgedacht.

Dilek Baser ist dank ihrer „Eltern im Herzen“ und vielen anderen Menschen schnell in Bebra

angekommen. Sie hat elf Jahre in der Betreuung mit Grundschulkindern und davor sechs Jahre in einer Rotenburger HNO-Praxis gearbeitet. Heute, nach 25 Jahren, ist sie dankbar für diese Zeit. Und sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

In „Dileks Hobbywelt“ verkaufen sie und ihre Familie übers Internet personalisierte Geschenke und produzieren unzählige Artikel selbst. Frauen gibt es übrigens schon seit 15 Jahren im Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins Bebra.

Wichtig ist für Dilek Baser, dass sich die türkischen Frauen hier in Bebra verständigen können und offen und bereit sind für Begegnungen mit deutschen Bürgerinnen und Bürgern. „Das ist der Schlüssel zur Integration“, sagt sie. (Susanne Kanngieser)

4 Juli 2023 0 Kommentare
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Migration: Wirtschaftsweise fordert 1,5 Millionen Zuwanderer pro Jahr

von Fremdeninfo 3 Juli 2023
von Fremdeninfo

 

  1. Migration: Wirtschaftsweise fordert 1,5 Millionen Zuwanderer pro Jahr

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Wirtschaftsweise fordert 1,5 Millionen Zuwanderer pro Jahr

 
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„Wir brauchen dringend eine Willkommenskultur“, sagt die Ökonomin Monika Schnitzer
Quelle: pa/Geisler-Fotopress/Frederic Kern
 
Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, brauche Deutschland 1,5 Millionen Zuwanderer im Jahr, sagt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer. Fachkräfte müssten nicht zwingend Deutsch können – wichtiger sei, dass die Mitarbeiter der Ausländerbehörde Englisch sprächen.
 Als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel hat die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer mehr Zuwanderung vorgeschlagen. „Deutschland braucht 1,5 Millionen Zuwanderer im Jahr, wenn wir abzüglich der beträchtlichen Abwanderung jedes Jahr 400.000 neue Bürger haben und so die Zahl der Arbeitskräfte halten wollen“, sagte die Ökonomin der „Süddeutschen Zeitung“. Sie sei aber skeptisch, ob dies zu schaffen sei. Das neue Fachkräftegesetz gehe in die richtige Richtung, das reiche jedoch nicht.

„Wir brauchen dringend eine Willkommenskultur“, sagte Schnitzer, die den Sachverständigenrat der Bundesregierung leitet. Das neue Fachkräftegesetz gehe in die richtige Richtung. Allerdings sei noch mehr nötig: „Etwa Ausländerämter, die Einwanderer nicht abschrecken, sondern Service bieten“, sagte sie. „Wir sollten nicht für jeden Job fordern, dass die ausländischen Fachkräfte Deutsch können. Sondern dafür sorgen, dass die Mitarbeiter der Ausländerbehörde Englisch können.“

Um den Fachkräftemangel anzugehen, müsse Deutschland auch mehr in die Kinder investieren, forderte Schnitzer und kritisierte, es sei „ein Armutszeugnis, dass jeder vierte Viertklässler nicht richtig lesen kann“. Zudem müssten die Firmen die älteren Beschäftigten bei Laune halten, damit die nicht vorzeitig in Rente gingen, führte die Ökonomin weiter aus. Die Bundesrepublik komme insgesamt nicht so voran, „wie wir könnten und müssten“, erklärte sie. Man habe unter anderem nicht in die Infrastruktur investiert, hinke bei der Digitalisierung weit hinterher und habe zu spät mit dem Klimaschutz begonnen.

3 Juli 2023 0 Kommentare
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Rassismus

Rassismus in Dresden: „Wir hören wöchentlich von verbalen oder physischen Übergriffen“

von Fremdeninfo 3 Juli 2023
von Fremdeninfo

Rassismus in Dresden: „Wir hören wöchentlich von verbalen oder physischen Übergriffen“

Von  Sächischezeitung

 

Immer wieder kommt es in der Stadt zu rassistischen Angriffen und Beleidigungen. Was bedeutet das für die Menschen und auch für das Image von Dresden?

 

 

Kundgebung gegen Rassismus am Marwa El-Sherbini-Park . © Christian Juppe © Christian Juppe

Dresden. Es geschah erst vergangene Woche, am 20. Juni – einem Frühsommertag, vormittags in der Straßenbahn. Mitten in Dresden, in der Friedrichstadt. Ein Unbekannter hat in der Straßenbahn der Linie 1 eine Frau rassistisch beleidigt, so die Polizei. Weil sie ein Kopftuch trug. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen.

Zwischen den Haltestellen „Bahnhof Mitte“ und „Schweriner Straße“ hatte der Täter die unbekannte Geschädigte mehrfach beleidigt. Eine Zeugin rief die Polizei. Der Unbekannte verließ an der Haltestelle Schweriner Straße, die Geschädigte am Postplatz, die Straßenbahn. Die Beamten suchen nun Zeugen. Der Täter war zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß, trug ein rotes Oberteil und eine helle kurze Hose. Er hatte zwei Gehhilfen dabei.

Eine Woche vorher, am 11. und 13. Juni, wieder ähnliche rassistische Übergriffe. Zwei ägyptische Staatsbürgerinnen, 16 und 22 Jahre alt, sind von einer unbekannten Frau zweimal bedroht und beleidigt worden. Wieder in einer Straßenbahn. Die beiden Frauen fuhren in einer Straßenbahn der Linie 6 aus der Neustadt in Richtung Gorbitz. Die Unbekannte bedrohte die beiden in der Bahn und verfolgte sie bis zur ihrer Wohnanschrift, teilte die Polizei mit. Die Frauen konnten in das Wohnhaus fliehen.

Am 13. Juni trafen die Opfer in einer Straßenbahn der Linie 7 erneut auf die Täterin. Die Unbekannte erkannte die beiden Frauen wieder und beleidigte sie rassistisch. Die Ägypterinnen erstatteten daraufhin Anzeige auf einem Polizeirevier. Die Dresdner Polizei ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung.

Immer wieder kommt es in Dresden zu rassistischen Übergriffen und Beleidigungen. In erster Linie leiden die Betroffenen, Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich unwohl und unsicher. Aber auch das Image der Stadt leidet, Fachkräfte trauen sich nicht in Dresden zu leben und zu arbeiten.

Wie viele Übergriffe gab es?

Das Landeskriminalamt (LKA) zählt sieben Fälle bisher in diesem Jahr, so Sprecher Tom Bernhardt auf Anfrage. Er kann keine Konzentration auf einen Stadtteil festmachen, dabei waren unter anderem neben der Friedrichstadt auch Cotta , Pieschen und Gorbitz. Vier der sieben Fälle fanden nach 18 Uhr statt. „Somit ist bislang festzustellen, dass politisch motivierte Straftaten vermehrt um die Abendstunden stattgefunden haben. Dies ist anhand der kriminalistischen Erfahrungen und Erkenntnisse auch nachvollziehbar, da in der Dunkelheit das Entdeckungsrisiko geringer ist“, sagt der Sprecher.

Im Jahr 2022 wurden in Dresden 26 Fälle zum Unterthemenfeld Rassismus erfasst, so das LKA. Auch hier gab es keine Konzentrationen auf bestimmte Stadtteile, sowohl der Weiße Hirsch war dabei als auch Alt-und Neustadt , Reick und die Friedrichstadt.

Der RAA Sachsen (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie e. V.) zählt für Dresden 2023 bisher 42 rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle. Für 2022 genau 167. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propaganda-Aktionen.

Die Fachberatungsstelle Support für Betroffene rechter Gewalt des RAA Sachsen unterstützt in Sachsen seit 2005 Opfer rechtsmotivierter, rassistischer und antisemitischer Gewalt bei der Bewältigung der Tatfolgen und dokumentiert diese Angriffe. Auf die Frage, warum die Zahlen des LKA und des RAA so weit auseinander liegen, sagt Bernhardt: „Wir orientieren uns an vorliegenden, strafrechtlich relevanten Sachverhalten, welche auch angezeigt sind.“

Wie geht es den Menschen damit?

„In unserer Beratung erfahren wir wöchentlich von verbalen oder physischen Übergriffen auf Schutzsuchende“, sagt Dave Schmidtke vom Flüchtlingsrat. Einige der Betroffenen trauen sich aber nicht diese Vorfälle anzuzeigen. „Ursachen sind hierbei häufig sprachliche Hürden oder schlechte Erfahrungen mit der Polizei“, sagt er. Er verweise an die Opferberatungsstellen wie RAA.

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„Die Dunkelziffer der Angriffe ist viel höher. Unserer Erfahrung nach suchen Opfer von Rassismus bei verbalen oder körperlichen Angriffen den Fehler oftmals bei sich und meiden immer mehr den öffentlichen Raum“, Douha Al Fayyad vom Ausländerrat. „Sie zeigen Übergriffe aus Scham oder Angst vor möglichen negativen Konsequenzen deshalb nur sehr selten an.“

Der Flüchtlingsrat wendet sich mit einem klaren Appell an die Dresdner Verwaltung und den Stadtrat: „Politisch Verantwortliche müssen begreifen, dass eine Diskursverschiebung nach rechts immer fatale Konsequenzen nach sich zieht“, so Schmidtke. Es folgen direkte Aggressionen gegenüber Menschen mit Fluchtgeschichte im Alltag und migrationsfeindliche Parteien oder Strömungen erhalten Zulauf, sagt er.

Was bedeutet das für Dresden?

Die syrische Schriftstellerin Douha Al Fayyad ist Doktorandin am Institut für Verfahrens- und

Umwelttechnik in Hydrosystemen der TU Dresden und mit im Vorstand des Ausländerrates Dresden. „Wenn ich mit Kopftuch in Dresden unterwegs bin, habe ich schon rassistische Sprüche hören müssen. Bei meiner Arbeit an der Uni bemerke ich auch, dass viele Wissenschaftler Angst haben, sich in Dresden zu bewerben aus Angst vor Anfeindungen“, erzählte sie im Interview mit Saechsische.de.

Dresden sei mittlerweile im Ausland bekannt dafür, dass bei rechten Demos nach wie vor jeden Montag rassistische Ideologien verbreitet werden, während nicht-weiße und muslimisch-gelesene Menschen Angst um sich und ihre Familien haben müssen. „Will man Fachkräfte gewinnen und halten, muss man den alltäglichen und strukturellen Rassismus klar benennen“, sagt sie.

3 Juli 2023 0 Kommentare
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Religion

30 Jahre nach dem Massaker in Sivas: Opfer und Hinterbliebene fordern endlich Gerechtigkeit und Aufklärung!

von Fremdeninfo 2 Juli 2023
von Fremdeninfo

 

30 Jahre nach dem Massaker in Sivas: Opfer und Hinterbliebene fordern endlich Gerechtigkeit und Aufklärung!

 

PRESSEMITTEILUNG

zur Kundgebung am 2. Juli 2023 – 13.00 Uhr, Hermannplatz, Berlin

 

30 Jahre nach dem Massaker in Sivas:

  

 

30 Jahre nach dem Massaker in Sivas: Opfer und Hinterbliebene fordern endlich Gerechtigkeit und Aufklärung!

 

Berlin, 2. Juli 2023 – Heute jährt sich das grausame Massaker im anatolischen Sivas zum 30. Mal.

Doch trotz der vergangenen Jahrzehnte ist das Verbrechen immer noch unaufgearbeitet.

Das Massaker, bei dem Besucher eines Kulturfestivals im Hotel Madımak in Brand gesetzt wurden,

hat sich tief in die Geschichte Deutschlands eingebrannt. Die Tatsache, dass die Täter unbehelligt in

Deutschland leben und straflos davonkommen, macht diesen Fall zu einem traurigen Kapitel in

unserer Nation. Dieses Schweigen darf nicht länger toleriert werden.

 

Es ist von großer Bedeutung, dass wir nicht vergessen, dass vor 30 Jahren auch der Brandanschlag

in Solingen stattfand. Dieser entsetzliche Akt der Menschenverachtung hatte die gleiche motivierende

Ideologie. Wir müssen uns der gemeinsamen Wurzeln dieser Verbrechen bewusst sein, um das

Ausmaß des Problems zu verstehen.

Am 2. Juli 1993 fielen 33 Menschen, darunter Dichter, Denker, Volkssänger und Künstler, dem Feuer

im Hotel Madımak (Sivas/Türkei) zum Opfer. Trotz des Alarms bei Polizei, Militär und Feuerwehr

griffen die Einsatzkräfte erst Stunden später ein, während die tödlichen Ereignisse live im

Staatsfernsehen übertragen wurden. Die Opfer hatten keine Chance, sich aus den Flammen zu retten,

da ein wütender Mob ihnen den Weg versperrte. Das jüngste Opfer war gerade einmal 12 Jahre alt.

Bis heute sind die Täter des Sivas-Massakers größtenteils unbestraft geblieben. Viele von ihnen sind

ins Ausland geflohen und halten sich hier in Deutschland unbehelligt auf.

Dieses Unrecht muss ein Ende haben!

Die deutschen Verfolgungs- und Justizbehörden haben es bisher versäumt, die rechtskräftig

verurteilten Verbrecher auszuliefern.

Es ist eine bittere Bilanz: Verfolgungs- und Vollstreckungsverjährung.

Das Pogrom in Sivas wurde seitens der türkischen Regierung nie verurteilt. Die Verjährung in einem

der Strafverfahren gegen Täter des Sivas-Pogroms wurde als ein gesegnetes Ereignis für das Volk

bezeichnet. Mit der kürzlichen Begnadigung eines der Haupttäter des Massakers hat die türkische

Regierung sich erneut gegen die Gerechtigkeit positioniert!

Doch wir sagen: Taten gegen die Menschlichkeit können niemals verjähren!

 

Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden, egal wie viel Zeit vergangen ist. Wir fordern

eine Gedenk- und Erinnerungskultur, die nationalistische und religiös-fanatische Gewalttaten

aufarbeitet. Das Madımak-Hotel in Sivas muss offiziell als Mahnmal anerkannt werden, um das

Bewusstsein für diese Tragödie zu schärfen.

Die Alevitische Gemeinde Deutschland verurteilt die Taten gegen die Menschlichkeit auf das

Schärfste.

Wir ignorieren nicht – Wir schweigen nicht – Wir zeigen an!

Alevitische Gemeinde Deutschland K.d.ö.R.

Für weitere Informationen:

Stolberger Str. 317

50933 Köln

  1. +49 (0)221 94 98 56–0
  2. +49 (0)221 94 98 56–10

E-Mail: info@aabf.de

2 Juli 2023 0 Kommentare
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Archive

Extremismus in Deutschland: Die Gefahr der Grauen Wölfe nimmt zu

von Fremdeninfo 1 Juli 2023
von Fremdeninfo
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Extremismus in Deutschland: Die Gefahr der Grauen Wölfe nimmt zu

Stefan Kreitewolf
Extremismus in Deutschland: Die Gefahr der Grauen Wölfe nimmt zu‘, ‚
Rechtsextreme Türken in Deutschland: Das ist eine reale Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden in der Bundesrepublik. Das geht aus dem neuen Verfassungsschutzbericht 2022 hervor. Warum die „Grauen Wölfe“ in Deutschland nicht längst verboten wurden, erklärt er indes nicht.

Rechtsextremismus identifiziert der neue Verfassungsschutzbericht 2022 als größte extremistische Bedrohung für Deutschland. Und dazu zählen auch türkische Nationalisten: die „Grauen Wölfe“. Etwa 12.100 Anhänger der  sogenannten „Ülkücü“-Bewegung leben in Deutschland. Besonders via Social Media drohen sie ihren Feinden unverhohlen mit Gewalt.

Zu den Feindbildern der „Grauen Wölfe“ zählen neben der PKK und Kurden allgemein auch Armenier, Juden und Oppositionelle sowie Gegner der türkischen Regierung. Zusätzlich prägt der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland das Weltbild der „Grauen Wölfe“.

Extremer Nationalismus gepaart mit Freund-Feind-Denke

Ein extremer Nationalismus gepaart mit rechtsextremistischen Einflüssen und einem ausgeprägten Freund-Feind-Denken erzeuge laut Bundesamt für Verfassungsschutz ein abgeschlossenes Weltbild, das Gewalt als notwendiges Mittel legitimiere. Das Gewaltpotenzial der losen Gruppierung, die mehrheitlich in drei Dachverbänden organisiert ist, schätzt der deutsche Inlandsgeheimdienst als hoch sein.

Protagonisten der „Grauen Wölfe“ treten unter Klarnamen vermehrt moderat und integrationsfördernd auf. In sozialen Netzwerken verbreiten sie laut Verfassungsschutzbericht aber rechtsextremistische Positionen – dann mit Aliasnamen. Häufig zeigen sie sich dort mit Waffen und treten martialisch auf.

Warum werden die „Grauen Wölfe“ nicht verboten?

Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags bescheinigte den Rechtsextremisten bereits 2021, „verfassungsfeindliche Ziele in kämpferisch-aggressiver Weise“zu verfolgen. Weiter hieß es, dass die „Grauen Wölfe“ den Gedanken der Völkerverständigung „schwerwiegend, ernst und nachhaltig“ beeinträchtigten.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte bei der Vorstellung des Berichts nicht, warum die „Grauen Wölfe“ weiterhin in Deutschland aktiv sein dürfen. Frankreich hatte die Bewegung bereits 2020 verboten. Und Faeser kündigte bei Amtsbeginn an, konsequenter gegen rechtsextremistische Strukturen im Land vorgehen zu wollen. Das hatte auch der renommierte Politologe und Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom im DTJ-Interview gefordert. Passiert ist bislang: Nichts

 

„Das Verbot der Grauen Wölfe hat höchste Priorität“

Die Bundesregierung habe die Geheimdienst-Aktivitäten der Türkei in Deutschland „sträflich vernachlässigt“, sagt Erich Schmidt-Eenboom. Im DTJ-Online-Interview spricht der Geheimdienst-Experte von einem „Schattenreich“ des „türkischen Staatsterrorismus“. Herr Schmidt-Eenboom, der türkische Präsident geht seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei vermehrt gegen politische Gegner:innen vor – auch in Deutschland. Wie sehen Sie die Entwicklung seit 2016? Traditionel

1 Juli 2023 0 Kommentare
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Antisemitismus

Entsetzen und Erschütterung nach antisemitischem Übergriff

von Fremdeninfo 30 Juni 2023
von Fremdeninfo

Entsetzen und Erschütterung nach antisemitischem Übergriff

Artikel von dpa
Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister von Frankfurt, spricht auf der Veranstaltung „Frankfurt vereint gegen Antisemitismus“.

Andreas Arnold/dpa/Archivbild

 

Die Jüdische Gemeinde hat mit Erschütterung auf den antisemitischen Übergriff auf eine jüdische Besuchergruppe an einer Frankfurter Erinnerungsstätte für nationalsozialistische Verbrechen reagiert. Die Gruppe bestehe aus Kindern und Enkelkindern von ehemaligen Frankfurtern, die aufgrund ihres Jüdisch-Seins ihre Heimat vor mehr als 80 Jahren hätten verlassen müssen – und nun seien sie wieder aufgrund ihres Jüdisch-Seins mitten in Frankfurt angegriffen worden, erklärte die Gemeinde. Der Vorfall habe emotionale Wunden verursacht, die noch lange nachwirken dürften.

Nach Mitteilung der Stadt hat eine Gruppe Jugendlicher am Donnerstag an der Erinnerungsstätte in unmittelbarer Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) die Besucher zunächst mit Worten einzuschüchtern versucht. Dann sei eine Flasche geworfen worden, die nur knapp den Kopf einer Teilnehmerin der Besuchergruppe verfehlt habe. Ein Verdächtiger soll «Allahu akbar» gerufen haben. Er habe sich später entschuldigt, erklärte die Polizei.

Der Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Die Großmarkthalle, die mittlerweile auch Teil der neuen EZB ist, erinnert an die Deportation von Juden aus Frankfurt während der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Jüdische Gemeinde Frankfurt erklärte, einige der Nachfahren hätten noch immer Bedenken und Hemmungen, nach Deutschland zu reisen. Nun schmerze es besonders, «dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aus aller Welt auf Einladung der Stadt nach Frankfurt gekommen sind, um die Spuren und Biografien ihrer jüdischen Vorfahren in Frankfurt und Umgebung zu erforschen, auf einen solchen Hass gestoßen sind». Die Gruppe habe sich bereiterklärt, in Schulen über ihre Familien und die Schoah zu reden und müsse nun selbst Zeuge werden, «dass Antisemitismus in Deutschland nicht überwunden ist». Die Gemeinde wünsche sich ein entschiedenes und starkes Engagement der Stadtpolitik und Stadtgesellschaft gegen Antisemitismus.

Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) äußerte am Donnerstag sein Entsetzen und erklärte, die Stadt habe Strafanzeige gestellt.

 
30 Juni 2023 0 Kommentare
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Antisemitismus

ankfurt (Main): Antisemitischer Angriff auf jüdische Besuchergruppe

von Fremdeninfo 30 Juni 2023
von Fremdeninfo

ankfurt (Main): Antisemitischer Angriff auf jüdische Besuchergruppe

Artikel von Charlotte Lüder

 

Jugendliche haben die jüdische Besuchergruppe einer NS-Erinnerungsstätte in Frankfurt am Main unter anderem mit einer Flasche beworfen. »Dies war kein blöder Jugendstreich, sondern Hass«, so der Vorstand der Jüdischen Gemeinde.

 

 Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) verurteilte die »Hemmungslosigkeit, mit der hier an der Gedenkstätte Juden antisemitisch beleidigt und angegriffen wurden«

Foto: Andreas Arnold / dpa  

An einer Frankfurter Erinnerungsstätte für Verbrechen aus der NS-Zeit ist es nach Angaben der Stadtverwaltung zu einem antisemitischen Übergriff auf eine jüdische Besuchergruppe gekommen. Einige Jugendliche hätten an der Stätte versucht, die Besucher zunächst mit Worten einzuschüchtern. Dann sei eine Flasche geworfen worden, die nur knapp den Kopf einer Teilnehmerin der Besuchergruppe verfehlt habe, teilte die Stadt mit.

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Der Polizei ist der Zwischenfall nach eigenen Angaben bekannt. Es werde wegen versuchter schwerer Körperverletzung ermittelt, sagte ein Sprecher. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen.

Die Großmarkthalle, die mittlerweile auch Teil der neuen Europäischen Zentralbank ist, erinnert an die Deportation von Juden aus Frankfurt während der Zeit des Nationalsozialismus. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) äußerte sein Entsetzen und sagte: »Das ist völlig inakzeptabel, deshalb hat die Stadt auch Strafanzeige gestellt.«

Die Besuchergruppe war nach Angaben der Stadtverwaltung im Rahmen des städtischen Besucherprogramms für Kinder und Enkelkinder von in Frankfurt geborenen Juden und von Menschen, die aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt wurden, zu Besuch an der Erinnerungsstätte. Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) verurteilte die »Hemmungslosigkeit, mit der hier an der Gedenkstätte Juden antisemitisch beleidigt und angegriffen wurden«.

Marc Grünbaum, Vorstand der Jüdischen Gemeinde, erklärte: »Dies war kein blöder Jugendstreich, sondern Hass gegen als Juden erkennbare Besucher unserer Stadt.« Die 25-köpfige jüdische internationale Besuchergruppe ist laut Stadtverwaltung noch bis zum 4. Juli in Frankfurt.

30 Juni 2023 0 Kommentare
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