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Flüchtlinge

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Allgemein

EUROPAWEITE UNTERSTÜTZUNG FÜR DENİZ GÖKTAŞ!

von Cumali Yağmur 5 Juli 2026
von Cumali Yağmur

Mehr als hundert in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Schweden und Frankreich lebende Autoren, Zeichner, Journalisten und Künstler – darunter Deutschlands erster türkischstämmiger Kabarettist Şinasi Dikmen, die Theaterleute Atilla Cansever, İbrahim Yarar, Şaban Ol und Hilal Nesin, die Volksdichter Âşık Şahturna und Ozan Emekçi, der Künstler Ferhat Tunç, der Rapper Ezhel, die Journalisten und Autoren Doğan Özgüden, Gürsel Köksal, Atilla Keskin und Can Dündar, die Dichter Nihat Kemal Ateş und Haydar Eroğlu, der Schriftsteller Murat Tuncel, die Karikaturisten İsmail Doğan und Erdoğan Karayel sowie der Satiriker Erdinç Utku – forderten in einer gemeinsamen Erklärung die sofortige Freilassung des Komikers Deniz Göktaş.

In der gemeinsamen Erklärung wurde betont, dass die Gedanken- und Meinungsfreiheit sowie der Humor unverzichtbare Bestandteile demokratischer Gesellschaften seien. Es wurde festgestellt, dass die Bestrafung von Künstlern aufgrund kritischer und humorvoller Äußerungen unvereinbar mit den Grundprinzipien des Rechts und dem Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sei. Die Entscheidung zur Verhaftung von Deniz Göktaş wurde als besorgniserregend für die Meinungsfreiheit bezeichnet; es wurde dazu aufgerufen, die Entscheidung zu revidieren und Göktaş im Rahmen der Grundrechte und Grundfreiheiten sofort freizulassen.

Freiheit für Deniz Göktaş!

Als in Europa lebende Autoren, Zeichner, Journalisten und Künstler betrachten wir die Gedanken- und Meinungsfreiheit, die Kunst und den Humor als untrennbare Bestandteile des demokratischen Lebens.

Humor, der die Gesellschaft zum Nachdenken anregt und sie während des Lachens hinterfragt, gehört zu den unverzichtbaren Elementen einer Demokratie. Künstler und Satiriker haben im Laufe der Geschichte Werke geschaffen, die Machtverhältnisse, gesellschaftliche Widersprüche und das tägliche Leben kritisieren; dieses Schaffen ist einer der wichtigsten Räume der Meinungsfreiheit.

Kritik, Humor und Kunst sind Bereiche, die in demokratischen Gesellschaften nicht bestraft, sondern geschützt werden müssen. Eine abweichende Meinung darf kein Grund sein, diese durch strafrechtliche Sanktionen zum Schweigen zu bringen. Die Grundprinzipien des Rechts erfordern, dass die Unschuldsvermutung, das Recht auf ein faires Verfahren und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit unter allen Umständen gewahrt bleiben.

Gemäß Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention, deren Vertragspartei auch die Türkei ist, schützt die Meinungsfreiheit nicht nur wohlwollende oder harmlose Gedanken, sondern auch störende, kritische und humorvolle Äußerungen. In einer Gesellschaft, in der Kunst und Humor nicht frei sind, bleibt zwangsläufig auch die Demokratie unvollständig und verkümmert. So hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Fall Eon gegen Frankreich betont, dass Satire eine rechtmäßige Form der freien Meinungsäußerung ist, die Elemente der Übertreibung und Provokation enthalten darf, und dass die Bestrafung solcher Äußerungen eine abschreckende Wirkung auf die demokratische öffentliche Debatte hätte.

Humor, der nicht verstummt, ist ein Gedanke, der nicht zum Schweigen gebracht werden kann.
In Anatolien – der Heimat von Nasrettin Hoca, einem weltbekannten Volksphilosophen und Meister des Humors; einem Land, das durch die Witze von Nasrettin Hoca und der Bektaschi-Tradition seinen Scharfsinn und seine Toleranz bewiesen hat; der Wiege von Toleranzsymbolen wie Mevlana und der Geburtsstätte von Karagöz und Hacivat – müssen sich Künstler und Satiriker frei ausdrücken können, ohne Angst vor strafrechtlichen Sanktionen haben zu müssen.

Als Erben einer Kultur, in der sich mit der Zeitschrift „Diyojen“ (1870) im Osmanischen Reich der moderne schriftliche Humor institutionalisierte, laden wir die gesamte demokratische Öffentlichkeit ein, für die Meinungsfreiheit, die Rechtsstaatlichkeit und das Recht auf ein faires Verfahren einzustehen. Wir empfinden die Verhaftung von Deniz Göktaş als besorgniserregend für die Meinungsfreiheit und verurteilen sie.

Wir bekräftigen unseren Glauben daran, dass eine freie Gesellschaft eine Gesellschaft ist, die mit Kritik und Humor im Reinen ist. Wir fordern die Neubewertung der Entscheidung im Lichte von Artikel 10 der EMRK.

Wir erwarten die sofortige Freilassung von Göktaş, der aufgrund einiger humorvoller Äußerungen in seinem letzten Auftritt unter dem Vorwurf der „Beleidigung des Staatspräsidenten“ und der „öffentlichen Herabwürdigung religiöser Werte“ verhaftet wurde. Wir wünschen uns eine fröhliche Zukunft, in der Polarisation durch Frieden und Toleranz ersetzt wird und freies Denken herrscht.

Mit Respekt der Öffentlichkeit gegenüber.

(Es folgt die Liste der Unterzeichner, deren Berufsbezeichnungen hier übersetzt sind:)

  1. İbrahim Yarar(Theaterregisseur – Niederlande)
  2. Erdinç Utku(Satiriker und Theaterregisseur – Belgien)
  3. Aşık Şahturna(Volksdichterin/Aktivistin)
  4. Ezhel(Rapper – Deutschland)
  5. Doğan Özgüden(Journalist, Autor – Belgien)
  6. İnci Tuğsavul(Journalistin, Autorin – Belgien)
  7. Can Dündar(Journalist, Autor – Deutschland)
  8. Ozan Şiar(Autor, Künstler, Dichter und Journalist – Deutschland)
  9. Haydar Eroğlu(Dichter – Niederlande)
  10. İsmail Doğan(Karikaturist – Belgien)
  11. Birol Kılıç(Verleger, Autor – Österreich)
  12. Gürsel Köksal(Journalist, Autor – Deutschland)
  13. Attilla Keskin(Autor – Deutschland)
  14. Erdoğan Karayel(Karikaturist – Deutschland)
  15. Ali Cabbar(Künstler und Autor – Belgien)
  16. Nihat Kemal Ateş(Dichter – Belgien)
  17. Tanar Çatalpınar(Künstler – Belgien)
  18. Sibel Dinçer(Theaterschaffende, Musikerin – Belgien)
  19. Atilla Cansever(Regisseur Theater Ulüm – Deutschland)
  20. Mehmet Tanlı(Journalist – Deutschland)
  21. Mehmet Emin Alkanlar(Journalist – Niederlande)
  22. Adil Yiğit(Journalist – Deutschland)
  23. Süheyla Kaplan(Journalistin – Deutschland)
  24. Ufuk Evlâ Bostan(Journalistin – Deutschland)
  25. Ali Bağseven(Kulturorganisator – Belgien)
  26. Doç. Dr. Hıdır Eren Çelik(Autor – Deutschland)
  27. Murat Çakır(Autor – Deutschland)
  28. Murat Saydam(Dichter, Autor, Radiomacher – Belgien)
  29. Selçuk Şahin Polat(Autor – Deutschland)
  30. Ferman F. Karayığit(Theaterregisseur – Deutschland)
  31. Kasım Palabıyık(Schauspieler – Deutschland)
  32. Leyla Dönmez Suveren(Malerin – Deutschland)
  33. Ali Temiz(Musiker – Deutschland)
  34. Nida Sevindik(Schauspielerin – Deutschland)
  35. Meryem Ağgül(Schauspielerin – Deutschland)
  36. Nuhmettin Karagül(Theatergruppenleiter – Deutschland)
  37. Serpil Yıldız(Schauspielerin – Deutschland)
  38. Pakize Palabıyık(Theatergruppenleiterin – Deutschland)
  39. Maviṣ Güneșer(Musikerin – Deutschland)
  40. Reyhan Kuyumcu(Regisseurin – Deutschland)
  41. Fatma Çiftçi(Schauspielerin – Deutschland)
  42. Gülşure Keskin(Musikerin – Deutschland)
  43. Taner Tanrıverdi(Musiker – Deutschland)
  44. Orhan Çelik(Autor – Deutschland)
  45. Ümmü Yılmaz(Schauspielerin – Frankreich)
  46. Nurcan Keskin(Theaterschaffende – Deutschland)
  47. Mehmet Esatoğlu(Theaterregisseur – Deutschland/Türkei)
  48. Sevim Tarhan(Dichterin/Autorin – Deutschland)
  49. Ali Riza Korkut(Theaterschaffender/Pädagoge – Deutschland)
  50. Erdal Boyoğlu(Autor – Deutschland)
  51. Ali Haydar Nergis(Journalist – Schweden)
  52. Faruk Eskioğlu(Journalist, Autor – England)
  53. İbrahim Eroğlu(Autor/Dichter – Niederlande)
  54. Yalçın Baykul(Autor – Deutschland)
  55. Arif Bektas(Journalist – England)
  56. Hasan Boz(Journalist, Autor – England)
  57. Sedat Sarıcı(Musiker, Autor – England)
  58. Fergül Yücel(Bildhauerin, Autorin – England)
  59. Nevzat Çopur(Maler – Belgien)
  60. Kadir Kankılıç(Komponist, Musiker – Belgien)
  61. Cemal Bozoğlu(Journalist – Deutschland)
  62. Mevlüt Asar(Autor – Deutschland)
  63. Dr. H. Neşe Özgen(Autorin – Deutschland)
  64. Zeki Rüzgar(Journalist – Deutschland)
  65. Cem Duman(Verleger, Autor – Niederlande)
  66. Medine Durmann(Journalistin – Deutschland)
  67. Aslı Filiz(Malerin – Deutschland)
  68. Kazım Gündoğan(Forscher, Autor – Deutschland)
  69. Ozan Emekçi(Volksdichter – Deutschland)
  70. Ümit Kaya(Dichter, Musiker – Deutschland)
  71. Şükrü Yıldız(Journalist – Deutschland)
  72. Kenan Taşkesen(Theaterschaffender – Deutschland)
  73. Zerrin Buğday(Musikerin – Deutschland)
  74. Yaşar Kahraman(Musiker – Deutschland)
  75. Seher Yeğin(Autorin – Deutschland)
  76. Ferhat Tunç(Künstler – Deutschland)
  77. Hasan Hayri Ateş(Autor – Deutschland)
  78. Yaşar Kahraman(Musiker – Deutschland)
  79. Seher Yeğin(Autorin – Deutschland)
  80. İlhan Atasoy(Kabarettist und Autor – Deutschland)
  81. Canan Kayışlı(Autorin – Deutschland)
  82. Kazım Cumert(Autor – Niederlande)
  83. Cemal Akça(Autor, Fotokünstler – Niederlande)
  84. Ahmet Sefa(Autor – Niederlande)
  85. Aytekin Kılıç(Saz-Künstler – Belgien)
  86. Kamil Aydemir(Dichter – Niederlande)
  87. Bülent Kaya(Autor – Schweiz)
  88. Agop Yıldız(Volksdichter – Niederlande)
  89. Sırrı Ayhan(Autor – Deutschland)
  90. Serap Varan(Dichterin – Niederlande)
  91. Cahide Özer(Dichterin – Deutschland)
  92. Gani Cansever(Dichter, Volksdichter – Deutschland)
  93. Ali Yıldırım(Autor, Künstler – Niederlande)
  94. Sabri Varan(Autor, Fotokünstler – Deutschland)
  95. Yaşar Çiçekdemir(Autor – Niederlande)
  96. Murat Tuncel(Autor, Journalist – Niederlande)
  97. Ali Gümüş(Dichter – Niederlande)
  98. İrfan Erdoğan(Autor – Deutschland)
  99. Halit Umar(Autor, Dichter – Niederlande)
  100. Hilal Nesin(Theaterschaffende und Autorin – Frankreich)
  101. Şinasi Dikmen(Kabarettist und Autor – Deutschland)
  102. Şaban Ol(Theaterregisseur und Autor – Niederlande)
  103. Hıdır Murat Doğan(Künstler, Autor – Deutschland)
  104. Cumali Yagmur  (Journalist , Autor – Deutschland)
5 Juli 2026 0 Kommentare
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Cumali Yağmur
Allgemein

50.000 Menschen in Erfurt setzen ein Zeichen für die Demokratie

von Cumali Yağmur 4 Juli 2026
von Cumali Yağmur

Von Cumali Yağmur

In Erfurt haben 50.000 Menschen ihre Stimme erhoben, um die Demokratie zu verteidigen und sich gegen die AfD zu stellen, die versucht, Nationalismus und Rassismus im Land zu verbreiten. Der wachsende Nationalismus, Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit im heutigen Deutschland bedrohen nicht nur Migranten, sondern die gesamte Gesellschaft.

Demokraten und Antifaschisten aus ganz Deutschland haben einmal mehr bewiesen, dass Rechte nicht ohne Kampf errungen werden können. Als Ergebnis des gemeinsamen Einsatzes demokratischer Parteien, Gewerkschaften, antifaschistischer Bewegungen und zivilgesellschaftlicher Organisationen kamen 50.000 Menschen in Erfurt zusammen und riefen einstimmig: „Kein Platz für Nationalismus, Rassismus und Faschismus!“

Dieser Widerstand hat uns gezeigt, dass Migranten hier nicht allein sind. Wir konnten sehen, dass es einen starken gesellschaftlichen Widerstand an unserer Seite gibt. Eine Partei wie die AfD, die eine Feindin der Demokratie und der Verfassung ist, muss sofort verboten werden, bevor sie der Demokratie weiteren Schaden zufügt. Dieser Partei darf kein einziger Cent aus dem Haushalt zugewiesen werden; jegliche Finanzierung muss umgehend gestoppt werden. Wir können nicht zulassen, dass der Faschismus mit den Steuergeldern des Volkes unterstützt wird und dieser Feind in unserer Mitte genährt wird.

Da wir die faschistische Tradition in der Geschichte dieses Landes und den Schaden, den die Demokratie erlitten hat, kennen, müssen wir ab heute Sofortmaßnahmen ergreifen. In den Parolen während des gesamten Demonstrationszuges wurde immer wieder betont, dass die Demokratie geschützt und Nationalismus sowie Rassismus zurückgedrängt werden müssen.

Trotz zeitweiliger Polizeieingriffe und errichteter Barrikaden verlief die Demonstration weitgehend friedlich und endete ohne größere Zwischenfälle. Verschiedene Gruppen nahmen mit eigenen Blöcken am Marsch teil und riefen gemeinsam: „Der Kampf hat gerade erst begonnen, er wird weitergehen!“

Die teilnehmenden antifaschistischen Gruppen betonten die Bedeutung der internationalen Solidarität und die Notwendigkeit, diese Fahne noch höher zu halten. Gewerkschafter erklärten in ihren Reden, dass man die Demokratie verteidigen müsse und dass – wie in der Vergangenheit – durch Geschlossenheit und gemeinsamen Kampf Reaktionismus, Nationalismus und faschistische Kräfte besiegt werden können.

Die breite Beteiligung demokratischer Parteien und ihrer Mitglieder war äußerst erfreulich. Sie unterstützten den Kampf und riefen dazu auf, neue Kampfformen für die Zukunft zu entwickeln und die Demokratie zu schützen. Jedem war bewusst: Der Kampf hat heute in Erfurt begonnen, er wird fortgesetzt, und wir werden die Fahne des Widerstands gemeinsam hochhalten.

Dieser in Erfurt begonnene Widerstand wird so lange auf der Straße fortgesetzt, bis die faschistische AfD verboten ist und diese Gesinnung auf dem Müllhaufen der Geschichte landet. Unser Kampf wird nicht mit dem Verbot der AfD enden; es wird ein harter Kampf geführt werden, um jede Form von Reaktionismus, Nationalismus und Faschismus aus der Gesellschaft und aus den Köpfen der Menschen zu tilgen.

Zahlreiche Migranten und ihre Vertreter nahmen ebenfalls an der Demonstration teil und unterstrichen, dass man Schulter an Schulter gegen Fremdenfeindlichkeit kämpfen werde. Dieser Auftakt in Erfurt wird nicht nur ein Vorbild für die ganze Welt sein, sondern der Kampf wird auch mit Entschlossenheit weitergeführt. Verschiedene Gruppen erhoben friedlich und begleitet von Musik ihre Stimme.

Es gab keine negativen Zwischenfälle während des Marsches; selbst die Polizei war beeindruckt von dem Frieden und der Disziplin, mit der diese Großdemonstration von 50.000 Menschen ablief. Dies war erst der Anfang; der Kampf wird weitergehen und die gemeinsame Stimme des Volkes wird weiter lautstark zu hören sein.

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Allgemein

AfD wählt drei neue Vizevorsitzende – Höcke-Vertrauter Möller mit bestem Ergebnis

von Fremdeninfo 4 Juli 2026
von Fremdeninfo

           Artikel von AFP

 Nach der Wiederwahl des Führungsduos aus Alice Weidel und Tino Chrupalla hat der AfD-Bundesparteitag die Riege der drei stellvertretenden Parteivorsitzenden vollständig neu besetzt. © John MACDOUGALL

Nach der Wiederwahl des Führungsduos aus Alice Weidel und Tino Chrupalla hat der AfD-Bundesparteitag die Riege der drei stellvertretenden Parteivorsitzenden vollständig neu besetzt. Das beste Ergebnis bei der Wahl zum AfD-Vizechef erhielt am Samstag in Erfurt mit 76,5 Prozent der AfD-Politiker Stefan Möller, der seit zwölf Jahren den thüringischen Landesverband gemeinsam mit Björn Höcke führt und als dessen Vertrauter gilt. „Ich habe eine dicke Akte beim Verfassungsschutz“, sagte Möller bei seiner Vorstellung vor den Parteitagsdelegierten.

Zur weiteren Vizevorsitzenden der Bundes-AfD wurde die Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, Katrin Ebner-Steiner, gewählt. Sie trat wie Möller ohne Gegenkandidat an, kam aber nur auf 55,7 Prozent der Stimmen.

Auch der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Sven Tritschler wurde zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt – auf Vorschlag von Parteichefin Alice Weidel. Tritschler setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 50,7 Prozent gegen den bisherigen Parteivize Kay Gottschalk durch, der nur auf 36,1 Prozent kam. Die bisherigen Parteivizes Stephan Brandner und Peter Boehringer waren nicht mehr angetreten.

Möller sagte in seiner Bewerbungsrede, dass er ein „Freund und Weggefährte“ des thüringischen Landeschefs Höcke sei. Möller trat aber dem Verdacht entgegen, dass er „sozusagen aus seinem Büro ferngesteuert werde“. Im AfD-Bundesvorstand wolle er sich vor allem um Strategie und Organisation kümmern und für „Einheit im Inneren und Dominanz der AfD nach außen“ sorgen, damit die Partei im Bund auf ähnlich hohe Zustimmung kommt wie in Thüringen.

Tritschler sprach sich für einen kompromisslos harten Kurs in der Migrationspolitik und für das Konzept der Remigration aus – also die massenhafte Ausweisung von Menschen mit ausländischen Wurzeln aus Deutschland. „Gerade jetzt an der Schwelle zur Macht muss für uns alle gelten: Unser Kern ist nicht verhandelbar. Remigration ist nicht verhandelbar. Reindustrialisierung ist nicht verhandelbar. Und vor allem unser Volk ist nicht verhandelbar“, sagte Tritschler.

Die bayerische AfD-Politikerin Ebner-Steiner warb damit, sich im Bundesvorstand vor allem um Organisation und Professionalisierung der Parteiarbeit zu kümmern. „Wir sind die zukünftige Regierungspartei der Bundesrepublik Deutschland“, sagte sie. „Unsere liebe Alice Weidel wird Kanzlerin von Deutschland werden.“ Deswegen müsse die Partei auf allen Ebenen „optimal organisiert, aufgebaut und geführt“ werden.

pw/hei

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Erfurt am Samstag: Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

von Fremdeninfo 4 Juli 2026
von Fremdeninfo

              Von Tagesspiegel

Tausende protestieren in Erfurt gegen den AfD-Parteitag. Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen.

ehntausende Menschen haben sich an Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt beteiligt. Nach Angaben der Polizei kamen rund 31.000 Menschen zu Demonstrationszügen, Kundgebungen und Sitzblockaden. Die Bündnisse „Zusammenstehen“ und „Widersetzen“ sprachen von 50.000 Demonstranten. Der Parteitag der AfD begann trotz aller Proteste pünktlich.

Während in der Messehalle Alice Weidel und Tino Chrupalla als Spitzenduo wiedergewählt wurden, versammelten sich zahlreiche Menschen vor der Messe – am Nachmittag waren es dort laut Polizei bis zu 15.000 Menschen.

Angriff auf Journalisten und Pfefferspray

Bis zum Nachmittag verliefen die Demonstrationen weitgehend friedlich. Laut Polizei gab es kleinere Scharmützel an einigen Absperrungen, teilweise musste Pfefferspray eingesetzt werden. Das Portal „Apollo News“ berichtete, eines ihrer Reporterteams sei von Demonstranten attackiert worden. Der Chefredakteur schrieb auf der Plattform X, einem seiner Mitarbeiter sei dabei gegen den Hinterkopf getreten worden. Die Polizei konnte den konkreten Vorfall nicht bestätigen.

Zuvor hatte die Polizei berichtet, dass zwei Journalisten durch Flaschenwürfe aus einer Versammlung heraus verletzt worden seien. Ein Journalist wurde demnach mit einem Krankenwagen zur weiteren Behandlung weggebracht. Auch wurde ein Bürgerbüro der AfD sowie Beamte nach Angaben der Polizisten in einer Straße mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen.

Bunter und lauter Protest

Zu den Protesten hatten Gewerkschaften sowie Initiativen und Bündnisse bundesweit aufgerufen. Bei den Kundgebungen sprachen etwa Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), DGB-Chefin Yasmin Fahimi, Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Im Vorfeld hatte es nach Aufrufen im Internet Befürchtungen gegeben, dass es auch zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen könnte.

Die Demonstrationen seien bisher weitgehend friedlich verlaufen, sagte auch Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) der Deutschen Presse-Agentur am Mittag. „Man kann zufrieden sein. Es ist bunt und laut.“ Er hoffe, dass auch die weiteren geplanten Aktionen bis Sonntag gewaltfrei blieben, so der Minister.

Die Polizei ist mit Tausenden Beamten im Einsatz – unterstützt von Kräften aus fast allen Bundesländern und der Bundespolizei, die unter anderem auch Pferde und Wasserwerfer bereitstellten. Es habe eine „generalstabsmäßige Vorbereitung“ über Wochen gegeben, sagte Maier nach einem gemeinsamen Besuch des Polizeilagezentrums zusammen mit Ministerpräsident Mario Voigt. Um Blockaden durch Demonstranten zu umgehen, fuhren Hunderte AfD-Delegierte schon in den frühen Morgenstunden mit Reisebussen zum Parteitagsgelände. Nach Angaben von Delegierten versammelten sie sich bereits vor 4.00 Uhr an Treffpunkten weit außerhalb der Stadt. AfD-Chef Tino Chrupalla eröffnet den Parteitag mit Spott: „Der frühe Vogel fängt den Wurm (…) die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“

Tausende beteiligten sich an Sitzblockaden

An einer Sitzblockade auf einem Abschnitt der Autobahn 71 bei Erfurt sowie Zufahrtsstraßen nach Erfurt beteiligten sich zeitweise mehrere Tausend Menschen.

Das Bündnis „Widersetzen“ hatte angekündigt, mit Blockaden den Parteitag verhindern zu wollen. Es zeigte sich trotz des pünktlichen Beginns des AfD-Parteitags aber zufrieden: „Wir haben die zentralen Zufahrtswege blockiert. Wir haben schon gewonnen, bevor der Tag heute losging“, sagte Noa Sander von „Widersetzen“. Die Blockade auf der A71 wurde von den Aktivisten am Mittag selbst aufgelöst, am Nachmittag war die Autobahn laut Stadt wieder für den Verkehr frei. Einige Aktivisten klebten sich an einem zentralen Platz in der Innenstadt an Straßenbahnschienen fest oder ließen sich von einer Brücke herab.

Allgemeinverfügung von Gerichten geprüft

Das Demonstrationsverbot auf einigen Zufahrtsstraßen im Umfeld des Parteitags wurde unterdessen vom Oberverwaltungsgericht bestätigt. Es habe einer Beschwerde des Landes Thüringen gegen eine andere Entscheidung des Verwaltungsgerichts Weimar stattgegeben, teilte das Oberverwaltungsgericht mit (3 EO 283/26).

Hintergrund ist eine Allgemeinverfügung. Sie regelt, dass Zufahrtsstraßen zum Tagungsort der AfD, darunter die Gothaer und Eisenacher Straßen, sowie einzelne Autobahnabschnitte für Demonstrationen gesperrt sind. Sie wurde erlassen, um den AfD-Delegierten den Zugang zum Parteitag zu ermöglichen. Hintergrund waren Ankündigungen, den Parteitag durch Straßenblockaden verhindern zu wollen.

dpa-infocom, dpa:260704-930-331531/6

4 Juli 2026 0 Kommentare
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EINE STIMME ERHEBT SICH AUS ERFURT: DER ANTIFASCHISTISCHE KAMPF IN DEUTSCHLAND GEWINNT WIEDER AN MASSENBASIS

von Fremdeninfo 4 Juli 2026
von Fremdeninfo

Von: Zeynep Hayır

Am 4. Juli 2026 wurde Erfurt, die Landeshauptstadt Thüringens, zum Schauplatz einer der größten antifaschistischen Demonstrationen der letzten Jahre.

Anlässlich des Bundesparteitags der Alternative für Deutschland (AfD) kamen zehntausende Menschen aus dem ganzen Land in Erfurt zusammen. Gewerkschaften, Jugendorganisationen, Studierendeninitiativen, Frauenverbände, Migrantenvereine, Kirchen und zahlreiche demokratische Massenorganisationen aus Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Leipzig, Bremen, Hannover, München und vielen anderen Städten riefen gemeinsam zu den Protesten auf. Hunderte Busse wurden organisiert; Tausende erreichten Erfurt mit Zügen und Privatfahrzeugen.

Die Polizei gab die Teilnehmerzahl mit rund 25.000 an, während die Organisatoren verkündeten, dass die Zahl der Teilnehmenden nahe bei 50.000 lag. Den ganzen Tag über fanden Demonstrationszüge im Stadtzentrum statt. An verschiedenen Punkten der Zufahrtswege zum Kongresszentrum wurden Sitzstreiks durchgeführt. Einige Gruppen errichteten friedliche Blockaden, um den Einzug der Delegierten zu verzögern. An manchen Stellen griff die Polizei unter Einsatz von Pfefferspray ein. Dennoch verlief der Großteil der Demonstrationen friedlich.

Die gemeinsame Botschaft der Aktionen war eine klare demokratische gesellschaftliche Haltung gegen das Erstarken der extremen Rechten, gegen Rassismus und Faschismus in Deutschland.

Doch es wäre unzureichend, das heutige Geschehen in Erfurt lediglich als eine Protestkundgebung zu bewerten.

Hinter diesem massiven Widerstand steht das historische und politische Gedächtnis, das Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg geformt hat. Die gewaltige Zerstörung, die der Nationalsozialismus und Rassismus über die Menschheit gebracht haben, wurde nach dem Krieg zu einem der Grundpfeiler des kollektiven Gedächtnisses von Staat und Gesellschaft – von der Bildung bis zum Recht, von der Politik bis zur Kulturpolitik. Der Grundsatz „Nie wieder“ war nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern wurde zu einem wesentlichen Bestandteil der Gründungsphilosophie des demokratischen Deutschlands.

Ein Großteil der zehntausenden Menschen, die heute auf die Straße gehen, handelt aus eben diesem Gefühl der historischen Verantwortung heraus. Sie sehen den Machtzuwachs der extremen Rechten nicht nur als eine aktuelle politische Entwicklung, sondern als eine ernsthafte Gefahr im Hinblick auf Deutschlands historische Erfahrungen.

Andererseits hat das Erstarken der bürgerlich-rechten Politik in den letzten zwanzig Jahren, kombiniert mit dem schwindenden gesellschaftlichen Einfluss der Sozialdemokraten und der Linksparteien im Parlament sowie wirtschaftlichen und sozialen Krisen, den Weg für einen größeren politischen Spielraum der extremen Rechten geebnet. Der Aufstieg der AfD, insbesondere in den letzten Jahren, lässt sich nicht allein durch ihren eigenen organisatorischen Erfolg erklären. Er ist gleichzeitig das Ergebnis einer Erosion der politischen Mitte und des Sozialstaatsgedankens.

Dennoch blieb die deutsche Gesellschaft nicht stumm. Nachdem das Medienhaus Correctiv Anfang 2024 ein Geheimtreffen rechtsextremer Kreise aufgedeckt hatte, beteiligten sich Millionen von Menschen an Demonstrationen in über 300 Städten Deutschlands. Im selben Jahr stieß auch der AfD-Parteitag in Essen auf massive Proteste mit rund 50.000 Teilnehmern. Das heutige Treffen in Erfurt zeigt, dass diese gesellschaftliche antifaschistische Welle an Kontinuität gewinnt und einen zunehmend organisierten Charakter annimmt.

Demokratische Massenorganisationen, Gewerkschaften, Akademiker, Künstler und Juristen wiesen auf die Gefahr hin, die die AfD für die demokratische Ordnung darstellt. In diesem Prozess rückten auch die juristischen Debatten über ein Parteiverbot wieder auf die Tagesordnung. Die Einschätzungen des Verfassungsschutzes zur AfD und die darauf folgenden juristischen Verfahren führten dazu, dass das Verhältnis zwischen Recht und Politik in Deutschland intensiv diskutiert wird.

Deutschland weist in dieser Hinsicht jedoch auch interne Widersprüche auf. Insbesondere die offizielle Politik angesichts des Krieges Israels in Gaza und der Umgang mit Kreisen, die Palästina unterstützen, stoßen im Hinblick auf Menschenrechte und Meinungsfreiheit auf heftige Kritik. Daher wird in der Öffentlichkeit diskutiert, inwieweit die Rhetorik von Antifaschismus und Demokratie mit der außenpolitischen Praxis übereinstimmt.

Trotz all dieser Debatten verdeutlicht das Bild, das sich in Erfurt abzeichnet, eine wichtige Tatsache:

Die extreme Rechte in Deutschland mag wachsen. Doch auch die gesellschaftliche Opposition, die gegen sie kämpft, wächst. Dass Jugendliche, Gewerkschaften, Frauenbewegungen, Migrantenorganisationen und demokratische Institutionen gemeinsam handeln, beweist, dass der antifaschistische Kampf nach wie vor eine starke gesellschaftliche Resonanz hat.

Die Stimme, die sich in Erfurt erhebt, ist nicht nur eine Stimme des Augenblicks.

Sie ist die gemeinsame Stimme derer, die versuchen, die Vergangenheit nicht zu vergessen, die die Demokratie schützen wollen und die die Zukunft neu gestalten.

Zeynep Hayır

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Ist die Türkei Teil der EU? Das müssen Urlauber bei Ein- und Ausreise wissen

von Fremdeninfo 4 Juli 2026
von Fremdeninfo

                      Artikel von Julia Graber/ Ausburger Allgemeine 

Ist die Türkei Teil der EU? Das müssen Urlauber bei Ein- und Ausreise wissen

Für die Einreise in die Türkei akzeptieren die Behörden verschiedene deutsche Ausweisdokumente. Was Türkei-Urlauber zudem beachten sollten.

Ob Antalya, Alanya oder Istanbul: Die Türkei bietet eine enorme Vielfalt für den Urlaub. Das Land kann mit traumhaften Stränden, beeindruckenden Berglandschaften oder malerischen Dörfern bei vielen Touristen punkten. Allerdings sollten Türkei-Urlauber stets die Nachrichten verfolgen und sich über die aktuelle Sicherheitslage informieren.

Vor dem Urlaubsantritt fragen sich viele Reisende zudem: Ist die Türkei eigentlich ein Mitglied in der EU? Und welche Dokumente benötige ich für die Einreise? Die Antworten erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Europäische Union (EU) hat 27 Mitgliedstaaten. Die Türkei zählt nicht dazu, ist unter den aktuellen neun Beitrittskandidaten aber das Land, das sich am längsten um die EU-Mitgliedschaft bemüht, informiert die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb). Denn schon 1987 beantragte die Türkei den Beitritt zur damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Auf einer Tagung in Helsinki im Dezember 1999 gewährte der Europäische Rat dann der Türkei den Status eines EU-Beitrittskandidaten, informiert der Europäische Rat.

Die EU und die Türkei haben demnach bereits 1963 ein Assoziierungsabkommen geschlossen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Handelsbeziehungen zu vertiefen. Die Zollunion EU-Türkei besteht seit 1995. Im Oktober 2005 wurden dann auch die Verhandlungen der EU-Mitgliedschaft offiziell aufgenommen. Doch diese haben aufgrund der unbefriedigenden Situation von Rechtsstaatlichkeit und anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in der Türkei einen Stillstand erreicht und sind seit einigen Jahren eingefroren. Hinzu kommt die Zypernproblematik, denn die Türkei erkennt das Land nicht als eigenständig an und missachtet seine Souveränität, so die lpb.

Nach der türkischen Zustimmung zum NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens im Jahr 2023 stellten sich die Weichen zwar erneut in Richtung EU-Annäherung. Der Beitritt zum Staatenverbund ist aktuell aber noch immer in weiter Ferne, denn aufgrund der genannten Konfliktpunkte gilt es laut der lpb als unwahrscheinlich, dass die Türkei ein vollwertiges EU-Mitglied wird.

Neben Anreise, Hotelbuchungen und Co. sollten Urlauberinnen und Urlauber auch ihre Einreise gut planen. Laut dem Auswärtigen Amt (AA) können Deutsche mit diesen Dokumenten einreisen:

  • Reisepass
  • Vorläufiger Reisepass
  • Personalausweis
  • Vorläufiger Personalausweis (wird aber nicht empfohlen)
  • Kinderreisepass

Bei der Einreise mit dem vorläufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit Probleme gegeben, sodass die Einreise damit laut AA nicht empfohlen wird. Wer bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen in der Türkei bleibt, benötigt kein Visum.

Das AA weist darauf hin, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Auch Anlagen, die der militärischen Sicherheit dienen, sollten nicht als Fotomotive verwendet werden. Dies schließt vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen ebenfalls mit ein. Laut dem Reisemagazin Condé Nast Traveller sollten auch Flughäfen und einige Regierungsgebäude nicht abgelichtet werden. Bei Verstößen können hohe Geldstrafen oder sogar Festnahmen drohen.

Zudem empfiehlt es sich, Verhalten und Kleidung außerhalb von touristischen Badestränden anzupassen. Besonders zur Zeit des Ramadan kann es laut AA vorkommen, das es außerhalb von touristischen Gebieten nicht geduldet ist, tagsüber zu essen, zu trinken oder zu rauchen.

Ist man in der EU unterwegs, werden medizinische Leistungen über die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC abgewickelt. Ausnahmen gibt es für Reisen nach Bosnien-Herzegowina, in die Türkei oder nach Tunesien, informiert die AOK. Für diese Reiseziele benötigen Urlauberinnen und Urlauber einen Auslandskrankenschein, den man bei der jeweiligen Krankenkasse bestellen kann. Dennoch haben Reisende nach türkischem Recht einen Anspruch auf sofort notwendige Sachleistungen wie eine Behandlung im Krankenhaus, informiert der GKV-Spitzenverband. Zudem sollten Reisende prüfen, ob eine Auslandsreise-Krankenversicherung sinnvoll ist.

Da die Türkei nicht zur Europäischen Union gehört, gelten dort auch die EU-Roamingregelungen nicht. Wer in der Türkei unterwegs ist, von dort aus telefoniert und seinen deutschen Tarif nutzt, kann später von höheren Kosten überrascht werden, informiert die Bundesnetzagentur. Zwar müssen Mobiltelefonbesitzer über die Tarife bei der Einreise informiert werden. Es kann sich aber lohnen, vorab ein spezielles Reisepaket zu buchen.

Die Türkei ist bereits seit Längerem von einer hohen Inflationsrate betroffen. Die schwache türkische Lira war bisher immer ein Vorteil für Urlauber, der sich nun aber zum Nachteil entwickeln könnte, denn Hotels und Restaurants haben ihre Preise deutlich angezogen. Um Geld zu sparen, sollte man laut dem Portal Urlaubstracker wenn möglich immer mit türkischer Lira zahlen – egal, ob mit Karte oder Bargeld. Viele beliebte Urlaubsorte bieten Waren und Dienstleistungen zwar auch in Euro an, summieren dann aber o

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Die Verhaftung von Deniz Göktaş ist inakzeptabel!

von Cumali Yağmur 4 Juli 2026
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

Die Verhaftung von Deniz Göktaş ist eine Tatsache, die niemals hingenommen werden darf. Anstatt sich über die Erfolge eines talentierten jungen Mannes zu freuen und stolz auf ihn zu sein, wird Deniz Göktaş, der als begabter Komiker seine Stimme Millionen von Menschen zugänglich gemacht hat, bestraft, als wäre sein Erfolg ein Verbrechen. Es ist absolut inakzeptabel, ihn zur „Belohnung“ zu verhaften und ihn seine Jugend im Gefängnis verbringen zu lassen.

Die Verhaftung von Deniz Göktaş, einem intelligenten, talentierten und sehr jungen Komiker, ist ein Schlag gegen die türkische Gesellschaft. Anstatt stolz auf einen jungen Menschen zu sein, der sich aus eigener Kraft weiterentwickelt und sein Universitätsstudium abgeschlossen hat, ist es eine enorme Ungerechtigkeit, ihn hinter Gitter zu bringen.

Fragt sich die AKP-MHP-Regierung in einer Zeit, in der junge Menschen massenhaft ins Ausland abwandern wollen, eigentlich nie nach den Gründen für dieses Bild? Es vergeht kein einziger Tag im Land, an dem nicht Angst herrscht oder Verhaftungen stattfinden. Dieser Druck und diese Tyrannei, die der Jugend zugemutet werden, erreichten selbst in den dunkelsten Zeiten der faschistischen Militärjuntas in der Türkei nicht dieses Ausmaß. Wie können Erdoğan und Bahçeli im Komfort ihrer Paläste mit reinem Gewissen schlafen, während das Volk unter der Armut und der schweren Last der Wirtschaftskrise zerdrückt wird?

Obwohl Deniz Göktaş während seines Urlaubs im Ausland die Möglichkeit gehabt hätte, nicht zurückzukehren, hat er seinen bezahlten Militärdienst geleistet und ist in die Türkei zurückgekehrt, wohlwissend, dass er verhaftet werden könnte. Welchem Gerechtigkeitssinn entspricht es, einen jungen Mann ins Gefängnis zu werfen, der trotz des Verhaftungsrisikos aus Liebe zu seiner Heimat und seinem Volk zurückkehrt? Haben Sie überhaupt kein Gewissen und keine Menschenliebe mehr? Sogar unser Nobelpreisträger Orhan Pamuk wurde gelyncht, als er eine weltweite Auszeichnung erhielt, anstatt dass man sich mit ihm freute. Künstler wie Ahmet Kaya, Yılmaz Güney und andere mussten das Land verlassen, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr leben konnten. Die Mentalität, die nach ihrem Tod nicht einmal ihre Leichname im Land akzeptierte, ist weit von einer demokratischen Gesinnung entfernt – es ist eine faschistische Mentalität. In der Türkei mussten Intellektuelle zu jeder Zeit einen Preis zahlen, wurden verhaftet, gefoltert oder zur Flucht ins Ausland gezwungen.

O Erdoğan und Bahçeli! Hören Sie auf, während Ihrer Regierungszeit Barrikaden vor jungen Menschen zu errichten und sie zu bestrafen, nur weil sie „nicht so denken wie Sie“. Ein Land lässt sich nicht mit einer Denkweise regieren, die so verschlossen gegenüber der Realität ist, dass sie den Generationenkonflikt und die Erfordernisse der Zeit nicht versteht. Durch die Verhaftung von Deniz Göktaş haben Sie das Ansehen des Landes in der Weltöffentlichkeit erneut beschädigt. Stehlen Sie einem jungen Menschen nicht die Zukunft. Wenn Sie glauben, die Jugend des Landes dazu zwingen zu können, so zu denken wie Sie, unterliegen Sie einem großen Irrtum.

Lassen Sie Deniz sofort frei! Hören Sie auf, das größte Hindernis für die Jugend zu sein.

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Eine kurze Reise durch die griechische Literatur

von Cumali Yağmur 4 Juli 2026
von Cumali Yağmur

Von: TOLUN / Köln.

Zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich – wie wohl jeder Leser – Dutzende von Geschichtsbüchern über das antike Griechenland und jene berühmten Philosophen mit großer Neugier und Bewunderung gelesen habe, ohne dabei Unterschiede zu machen. Das Thema ist die griechische Literatur. Es ist hinlänglich bekannt, dass die griechische Literatur, deren Ursprünge in der mündlichen Überlieferung und der Mythologie liegen, eine enorme Entwicklung durch die antike, byzantinische und zeitgenössische Epoche vollzogen hat. Jene Zeiten waren geprägt von einer Verschmelzung aus Mythologie, Heldentum und philosophischer Suche.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese griechische Literatur, deren Grundsteine im 8. Jahrhundert v. Chr. gelegt wurden, eine der ältesten und am kontinuierlichsten fortbestehenden Literaturen der Welt ist. Sie bildet die Hauptquelle der westlichen Literatur und blickt auf eine tief verwurzelte Geschichte zurück, die von den Werken der Antike bis hin zu den Nobelpreisträgern der Moderne reicht. Doch kommen wir zum Punkt: Dieses Mal möchte ich auf einige interessante Fakten eingehen, die in die Ära des antiken Griechenlands fallen und die Welt maßgeblich beeinflusst haben.

Es ist bekannt, dass dieses gewaltige, jahrtausendealte literarische Erbe des antiken Griechenlands mit seinen Epen, Theaterstücken, moderner Lyrik und Romanen die Weltgeschichte geprägt hat. Ähnliches gilt für die Medizin, deren Symbol Hippokrates (460–370 v. Chr.) ist. Hippokrates gilt als Vater der Medizin, und es ist bekannt, dass noch heute jeder Arzt vor dem Erhalt seines Diploms den „Hippokratischen Eid“ als ärztliches Gelöbnis ablegen muss. Denn Hippokrates, jener berühmte Nestor der antiken griechischen Medizin, befreite die Heilkunst seiner Zeit von Magie, Aberglauben und religiösen Dogmen und verwandelte sie in eine beobachtende und rationale Wissenschaft.

Auch der Einfluss der Philosophen auf die Welt hält unvermindert an. So wurden die antiken griechischen Philosophen zu den Grundpfeilern der westlichen Philosophie, indem sie versuchten, das Universum statt durch mythologische Erzählungen mit Vernunft, Beobachtung und Logik zu erklären. Es heißt, dass diese antike Periode, die mit Thales begann, bei Sokrates ihren Höhepunkt erreichte und durch das systematische Denken von Platon und Aristoteles die gesamte Menschheitsgeschichte geformt hat.

Es scheint geboten, noch ein wenig mehr auf die Philosophie einzugehen. Da ich momentan ohnehin ein monumentales philosophisches Werk über das antike Griechenland lese und die Philosophen erwähne, kam mir die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Sokrates (470–399 v. Chr.) in den Sinn, die ein tragisches Ende nahm. Lassen Sie mich diese kurz erzählen:

Sokrates, der in Athen traditionelle Werte mutig hinterfragte und insbesondere die Jugend zu kritischem Denken anspornte, wurde von den damaligen Herrschern als Bedrohung angesehen und verfolgt. Sie wollten ihn zügeln, ihn zum Schweigen bringen, ihn beseitigen. Das Szenario stand fest: „Er verdirbt die Moral der Jugend.“

Sokrates wurde kurzerhand festgenommen und zum Tode verurteilt. Es gab durchaus Menschen, die sich gegen diese Ungerechtigkeit auflehnten. Daher sah sich die Athener Führung gezwungen, ihm Optionen wie das Exil oder den Widerruf seiner Gedanken anzubieten. Doch Sokrates entschied sich, seinen Prinzipien treu zu bleiben, und ging keine Kompromisse ein, selbst um den Preis seines Lebens.

Nach den damaligen Gesetzen in Athen mussten zum Tode Verurteilte vor ihrer Hinrichtung noch eine Zeit lang im Gefängnis verbringen. In dieser Zeit arbeiteten die treuen jungen Schüler von Sokrates einen brillanten Plan aus, der ihm die Flucht aus der Stadt ermöglichen sollte. Doch er weigerte sich zu fliehen. Er nahm seine ungerechte Strafe mit großer Gelassenheit an. Er segnete sogar die Person, die ihm den Becher mit dem giftigen Schierling reichte, wie einen Heiligen und trank den Becher ohne Zögern aus.

Bevor ich zur Literatur und zu Homers einzigartigen Werken übergehe, möchte ich einen Teil der interessanten Rede des Perikles während des Krieges zitieren, die auf Seite 17 des monumentalen Werkes „Das antike Griechenland“ des italienischen Schriftstellers Umberto Eco zu finden ist:

„Unsere Staatsform orientiert sich nicht an den Gesetzen der Nachbarn, denn wir sind eher ein Vorbild für andere als ein Nachahmer. Da unsere Staatsform die bürgerlichen Rechte der Mehrheit und nicht nur einer kleinen Zahl von Menschen respektiert, nennt man sie Demokratie. Wir leben unsere persönlichen Beziehungen, ohne einander zu schaden, und achten im öffentlichen Leben die anderen; unser Respekt vor den Herrschenden und den Institutionen, die zum Schutz derer geschaffen wurden, die Unrecht erleiden – und besonders vor jenen Regeln, die, obwohl sie nicht geschrieben stehen, Schande über den bringen, der sie verletzt –, hindert uns daran, die Gesetze zu brechen. […]
Wir lieben das Schöne, aber mit Ernsthaftigkeit, und wir widmen uns dem Wissen, aber ohne Schwäche zu zeigen; wir nutzen den Reichtum eher wegen der Handlungsmöglichkeiten, die er bietet, als aus törichtem Stolz, und Armut ist keine Schande. Wir kümmern uns gleichermaßen um öffentliche und private Angelegenheiten und vernachlässigen das öffentliche Interesse nicht, auch wenn wir anderen Tätigkeiten nachgehen.“

(Herausgeber: Umberto Eco: Das antike Griechenland – Geschichte / Alfa Yayınları / 3. Auflage / 1271 Seiten. Übersetzt von Leyla Tonguç Basmacı)

Dieser gerechte Mann, Perikles, erregte in diesem Buch zum ersten Mal meine Aufmerksamkeit, und ich verspürte das Bedürfnis, etwas mehr über ihn zu recherchieren:
Perikles (495–429 v. Chr.) war ein führender griechischer Staatsmann und General während des Goldenen Zeitalters von Athen. In der Zeit, in der er Athen anführte, prägte er die Geschichte aufgrund seines positiven Einflusses – nicht nur auf das Schicksal seiner Stadt, sondern auf die gesamte griechische Geschichte seiner Zeit und sogar nach seinem Tod – auf eine zutiefst humanistische Weise als das „Zeitalter des Perikles“. Perikles war ein gerechter Staatsmann. In der Hoffnung, dass auch in der heutigen Welt solche gerechten Staatsmänner und Regenten an die Macht kommen, möchte ich nun zum eigentlichen Thema, der Literatur, übergehen:

Ja, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese beeindruckende griechische Literatur, die von der Antike bis in die Gegenwart reicht – von den Epen über die Philosophie und das Theater bis hin zur modernen Lyrik – die Grundpfeiler der westlichen, ja der Weltliteratur bildet. Diese tief verwurzelte Reise, die vor dreitausend Jahren mit den Epen Ilias und Odyssee begann, hat sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt, und dieses tiefe literarische Erbe hat sich auf grandiose Weise bereichert.

Die Herkunft Homers, des Verfassers der einzigartigen Epen Ilias und Odyssee, ist ungewiss. Es wird angenommen, dass er um das 8. Jahrhundert v. Chr. lebte. Obwohl einige Quellen vermuten, dass er in der Gegend von Izmir gelebt hat, bleibt seine tatsächliche Herkunft bis heute ungeklärt. Es gibt nur sehr wenige Informationen über Homers Leben, und in einigen historischen Quellen wird er als ein „blinder, wandernder Dichter“ beschrieben.

Die von Homer verfassten, ungemein beeindruckenden Epen Ilias und Odyssee bilden das Fundament der epischen Dichtung; sie erzählen vom Trojanischen Krieg und den Abenteuern des Helden Odysseus auf seiner Heimreise. Das griechische Volk misst diesen wertvollen Werken eine Bedeutung bei, die der von heiligen Schriften oder Volks-Enzyklopädien gleichkommt. Tatsächlich werden diese Epen als die ersten und größten Werke der westlichen Literatur angesehen. Ich hatte von vielen Menschen über die Qualität dieser Epen gehört. Schon Yaşar Kemal kam in einem Interview aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Schließlich kaufte auch ich sie und begann zu lesen. Wahrlich, diese Epen flossen dahin wie ein Gedicht; ich las sie mit großem Genuss. Wahrscheinlich war ich der Letzte, der sie gelesen hat, aber es war genau der richtige Zeitpunkt, und ich will erklären, warum:

Sie flossen so wunderbar dahin, dass ich mich fragte: „Gibt es noch andere Werke von Homer?“ und begann zu recherchieren. Es gab keine weiteren, aber es gab ein kleines Buch, das für Kinder aufbereitet war: Homer – Die Ilias für Kinder (Can Yayınları).
Zu jener Zeit dachte ich darüber nach, Bücher und Romane für Kinder und Jugendliche in meiner Muttersprache zu schreiben, und versuchte, die kurdische Grammatik präzise zu lernen. Da ich dachte, es wäre hilfreich, bestellte ich sofort ein Exemplar. Das Buch kam bald darauf an, und ich las es viele Male. Obwohl es sich um ein anderes Thema, eine andere Sprache und Kultur handelte, war das Buch sehr nützlich; ich verfasste daraufhin drei aufeinanderfolgende, wundervolle und poetische Werke für Kinder und Jugendliche: Rovîyê Xasûk (deutsche Version: Der schlaue Fuchs), Gavanê Kal und Para Şêr. Ja, die Inspiration war gekommen. So wie die Werke des geschätzten Dichters Homer für alle eine Quelle der Inspiration sind, so waren sie es auch für mich.

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Allgemein

Stade: Schwiegermutter von SPD-Politiker fuhr Fluchtwagen

von Fremdeninfo 4 Juli 2026
von Fremdeninfo

 

Quellenangabe: HAZ/Dirk Fisser marco Seng  und Elisabeth Woldt
Niedersachsens Migrationsbeauftragter Deniz Kurku informiert über familiäre Verbindung – die Partei stellt sich hinter ihn.

Niedersachsens Migrationsbeauftragter Deniz Kurku (SPD) ist mit der Fluchtwagenfahrerin von Stade familiär verbunden. Über einen Anwalt teilte er der HAZ mit: „Bei der in der Berichterstattung erwähnten ‚Patentante‘ des betroffenen Kindes handelt es sich um meine Schwiegermutter. Unmittelbar nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden und weiteren Stellen in meinem beruflichen Umfeld mitgeteilt.“

Seine Schwiegermutter soll das Fahrzeug gefahren haben, mit dem der mutmaßliche Schütze vom Tatort in Stade floh. Erst durch Schüsse der Polizei konnte der Mercedes zum Stehen gebracht werden.

Zuvor soll der Tatverdächtige in einer Mutter-Kind-Einrichtung mit einer Waffe geschossen haben, sechs Menschen starben. Hintergrund könnte ein Streit um das Sorgerecht seines Kindes sein. Es war aufgrund auffälliger Verletzungen in Obhut genommen und gemeinsam mit der Mutter in der Einrichtung untergebracht worden. Der Vater war zu einem Termin mit Jugendamtsvertretern nach Stade angereist.

Dabei soll ihn die Schwiegermutter des SPD-Politikers begleitet haben. Sie hatte Tage zuvor mehrseitige Schreiben verschickt, unter anderem auch an die HAZ. Darin erklärte sie, die Patentante des Kindes zu sein, und schilderte die Vorgänge aus ihrer Sicht, die zur Inobhutnahme des Babys geführt hatten.

Der Tatverdächtige, ein 45-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit, sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Eine Mordkommission ermittelt. Gegen die Fahrerin wurde kein entsprechender Antrag gestellt, sie wurde aus dem Gewahrsam entlassen. Ob sie auf der Fluchtfahrt von dem Tatverdächtigen bedroht wurde, soll Gegenstand der Ermittlungen sein.

Kurku teilte mit: „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen, den ihnen nahestehenden Personen und all jenen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten. Ihnen allen gilt meine tief empfundene Anteilnahme.“ Auf Anfrage erklärte sein Anwalt Christian Mensching: „Weder kennt Herr Kurku den Tatverdächtigen noch war er in die Sorgerechtsstreitigkeiten, die der Tat vorausgegangen sein sollen, involviert.“ Parteigenossen stellten sich hinter den SPD-Politiker. Parteichef und Ministerpräsident Olaf Lies erklärte: „Wir wünschen Deniz Kurku und seiner Familie in dieser schwierigen Zeit viel Kraft.“

SPD-Fraktionschef Stefan Politze teilte mit: „Deniz Kurku steht in keinem Zusammenhang mit dieser Tat. Er hat deutlich gemacht, dass er keinerlei Kenntnis davon hatte.“ Er habe familiäre Verbindungen transparent offengelegt. Politize warnte vor einer Sippenhaft: Kurku sei nicht für das Handeln Dritter verantwortlich zu machen. Er sei ein hoch angesehener Politiker. Politze weiter: „Die SPD-Landtagsfraktion steht klar und uneingeschränkt an der Seite von Deniz Kurku.“

Anders reagierte die AfD im Landtag. Deren innenpolitischer Sprecher Stefan Bothe forderte Kurkus Rücktritt als Migrationsbeauftragter und Mitglied des Innenausschusses im Landtag. Bothe: „Ein echter Ehrenmann würde jetzt seinen Hut nehmen. Das hat nichts mit Sippenhaft zu tun, aber alles mit Glaubwürdigkeit.“

 

4 Juli 2026 0 Kommentare
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Kultur

Migrationssinfonie wird in der Ägäis aufgeführt

von Fremdeninfo 3 Juli 2026
von Fremdeninfo

            Von Mehmet Tanlı

Die vom Meistersänger Fuat Saka komponierte und vom Athener Musiker Vangelis Zografos für Orchester arrangierte „Migrationssinfonie – Dunkle Wasser“ (Göç Senfonisi – Karanlık Sular) ist das weltweit erste symphonische Werk zum Thema „Migration“. Nach großen Erfolgen in Städten wie Istanbul, Köln, Münster, Siegen und Antakya wird die Sinfonie nun in den charmanten Ägäis-Orten Bodrum Turgutreis und Datça aufgeführt.

Das Werk wird vom Sinfonieorchester der Stadtverwaltung Muğla (Muğla Büyükşehir Belediyesi Senfoni Orkestrası) unter der Leitung des aus Athen stammenden Dirigenten Anastasios Symeonidis vorgetragen.

Migration ist eines der ältesten und prägendsten gesellschaftlichen Phänomene der Menschheitsgeschichte

Die Sinfonie wurde inspiriert von den Leiden, Massakern, Vertreibungen und dem Schicksal derer, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben. Wenn vergessene Erinnerungen im Gedächtnis der Völker nicht wachgehalten werden, versinken sie mit der Zeit in der Stille. Gegen dieses Vergessen ist Fuat Sakas Migrationssinfonie ein wirksames und tiefgreifendes „Gegenmittel“.

Die Ägäis und das Mittelmeer sind zwei Regionen, in denen Migranten auf ihrem Weg nach Europa schweres Leid erfahren. Die traurigen und wehmütigen Blicke der Menschen, die unter großen Risiken ihre Heimat verlassen, stehen symbolisch für die tausenden Geschichten, die sie zurücklassen.

Der Künstler Fuat Saka, der selbst 20 Jahre als politischer Flüchtling im europäischen Exil verbrachte, später in die Türkei zurückkehrte und nun in Datça lebt, bietet mit dieser Sinfonie einen berührenden und aufrichtigen Blick auf das 20. und 21. Jahrhundert – ein Zeitalter der Kriege, Massaker, Vertreibungen und des Rassismus – aus der Perspektive eines zeitgenössischen türkischen Intellektuellen.

Die Migrationssinfonie ist ein türkisch-griechisches Gemeinschaftsprojekt

Die Sinfonie wird am Freitagabend, den 3. Juli in Bodrum Turgutreis und am Samstag, den 4. Juli in Datça aufgeführt. Die türkischen Gesangsparts übernimmt die Athener Künstlerin Ioanna Forti. Im letzten Teil des Werks wird Forti gemeinsam mit Fuat Saka ein Duett singen, bei dem türkische und griechische Worte miteinander verschmelzen. Zudem werden der kretische Musiker Zaharias Sypridakis mit der kretischen Lyra (Kemençe) und Cihan Yurtçu aus Istanbul mit der Hirtenflöte (Kaval) das Orchester begleiten.

Der Eintritt zu beiden Konzerten ist kostenlos.

3 Juli 2026 0 Kommentare
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