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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

EU-Bericht: Italien blockiert Rücknahme von Asylbewerbern

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Archive

„Banden-Mafia-Ordnung“: HDP protestiert gegen erneuten Verbotsantrag

von Fremdeninfo 11 Juni 2021
von Fremdeninfo

„Banden-Mafia-Ordnung“: HDP protestiert gegen erneuten Verbotsantrag

Von

 Dpa/ dtj-online

In Anspielung auf jüngst von Sedat Peker veröffentlichte Videos protestierte die HDP mit dem Hashtag „Stellt nicht die HDP, sondern die Mafia vor Gericht“ gegen das Verfahren. Foto: hdp.org.tr

Nach der erneuten Einreichung eines Verbotsantrags gegen die prokurdische Partei HDP in der Türkei hat sich deren Führung mit scharfen Worten an die Öffentlichkeit gewandt.

„Wir werden der Dunkelheit dieser Banden-Mafia-Ordnung niemals die Bühne überlassen“, sagte die Co-Vorsitzende Pervin Buldan am Dienstag in einer Rede, aus der ihre Partei auf Twitter zitierte. Die Justiz solle vielmehr den wahren Verbrechern im Land nachstellen: Die Türkei sei Sklavin eines Netzwerks aus Mafia, Banden und Politik, so Buldan.

Die Generalstaatsanwaltschaft in der Türkei hatte am Montag erneut eine Verbotsklage gegen die Oppositionspartei beim Verfassungsgericht eingereicht. In der rund 850 Seiten langen Anklageschrift werde unter anderem die Schließung der Partei und politische Betätigungsverbote für rund 500 Parteimitglieder gefordert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte bereits Mitte März eine erste Verbotsklage eingereicht, die aber wegen formaler Mängel nicht angenommen worden war.

Zweitgrößte Oppositionspartei

In Anspielung auf jüngst vom Mafiaboss Sedat Peker veröffentlichte Videos protestierte die HDP mit dem Hashtag „Stellt nicht die HDP, sondern die Mafia vor Gericht“ gegen das Verfahren. Peker verbreitet seit einigen Wochen Videos über das Internet, in denen er unter anderem führenden Politikern im Umfeld des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan Verbindungen zur organisierten Kriminalität unterstellt. Buldan sagte, das Volk verlange nach einem Staatsanwalt, der den Anschuldigungen Pekers nachgehe, die über Bürokraten und Minister hinweg bis in den „Palast“ hineinreichten. Die Justiz aber beschäftige sich stattdessen mit dem HDP-Verbotsverfahren.

Der zweitgrößten Oppositionspartei wird auch in dem überarbeiteten Antrag unter anderem Separatismus vorgeworfen. Das Gericht muss die Anklage noch annehmen. Der Vorstehende des Verfassungsgerichts, Zühtü Arslan, ernannte am Dienstag einen Berichterstatter – ein erster Schritt im Verfahren.

Die HDP hatte bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vor drei Jahren 11,7 Prozent der Stimmen erhalten. Präsident Erdoğan wirft der HDP vor, der verlängerte Arm der terroristischen PKK zu sein. Die Partei weist das zurück

11 Juni 2021 0 Kommentare
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Archive

Türkische Vereine in Deutschland Bande „Osmanen Germania“ wurde mit Mafia-Geld aus der Türkei finanziert

von Fremdeninfo 10 Juni 2021
von Fremdeninfo

Türkische Vereine in Deutschland Bande „Osmanen Germania“ wurde mit Mafia-Geld aus der Türkei finanziert

Ein Mafioso berichtet über Geldtransfers auf Anweisung eines Politikers der Erdogan-Partei. Bandenmitglieder hatten enge Verbindungen zur Regierung in Ankara.

Susanne Güsten

Ein Foto, das am 26. Mai 2021 in Istanbul aufgenommen wurde, zeigt auf einem Mobiltelefon Sedat Peker, der auf seinem…Foto: AFP/Ozan Kose

Erdogan-treue türkische Vereine in Deutschland wie die verbotene Bande „Osmanen Germania“ sind nach Aussage eines Mafiabosses mit illegalem Geld aus der Türkei finanziert worden. Der Mafioso Sedat Peker sagte jetzt, er habe Geld für die Vereine nach Deutschland geschickt. Peker handelte demnach auf Anweisung von Metin Külünk, einem Vorstandsmitglied der Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

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Deutsche Sicherheitsbehörden hatten Külünk bereits im Verdacht, enge Kontakte mit den „Osmanen“ zu pflegen. Die Aussagen von Mafioso Peker sind politisch brisant, weil sie den Vorwurf untermauern, dass die AKP-Regierung kriminelle türkische Gruppen in Deutschland lenkt.

Peker packt seit Anfang Mai über seine engen Beziehungen zu Regierungspolitikern in Ankara aus. Der 49-jährige Verbrecher war lange ein Anhänger der AKP: In einer Rede sagte er einmal, er werde im Blut von Regierungsgegnern baden. Heute wirft er Innenminister Süleyman Soylu vor, ihm den früher gewährten Schutz entzogen zu haben.

Aus dem Exil führt Peker per YouTube einen Rachefeldzug gegen Soylu und andere Politiker. So enthüllte er, Soylu habe ihm Polizeischutz verschafft. Dem Sohn eines Ex-Ministerpräsidenten wirft Peker Drogenhandel im großen Stil. Ein früherer Regierungsberater soll nach seinen Aussagen Waffen an radikal-islamische Rebellen in Syrien geliefert haben. Die bisher neun Videos wurden rund 90 Millionen Mal angeklickt.

Foto zeigt „Osmanen“-Funktionär mit Soylu und anderen Ministern

In der jüngsten Folge seiner YouTube-Videos sagte Peker, er sei von dem AKP-Politiker Külünk gebeten worden, Geld an türkische Vereine in Deutschland zu schicken. Regelmäßig sei deshalb Geld „unter der Hand“ nach Deutschland geflossen. An welche Organisationen in der Bundesrepublik das Geld ging, sagte der Rechtsnationalist Peker nicht ausdrücklich.

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu

Der türkische Innenminister Süleyman SoyluFoto: REUTERS/Ahmet Bolat

Die Verwicklung von Külünk in die Angelegenheit lässt aber vermuten, dass die „Osmanen“ unter den Nutznießern waren. Mitglieder der Gruppen hatten enge Verbindungen zu höchsten Regierungskreisen in Ankara: Am Montag kursierten auf Twitter Fotos, die einen „Osmanen“-Funktionär mit Soylu und anderen Ministern zeigten.

Pekers Enthüllungen bestätigen einen Verdacht deutscher Behörden. Die „Osmanen Germania“ waren 2018 von Bundesinnenminister Horst Seehofer wegen Gewalttaten, Erpressung, Zwangsprostitution und anderen Vorwürfen verboten worden. In einem Prozess in Stuttgart wurden führende Funktionäre des Vereins ein Jahr darauf zu Haftstrafen verurteilt.

Schon damals vermuteten deutsche Ermittler, dass es enge Verbindungen zwischen den „Osmanen“ und der türkischen Regierung gebe. Der „Spiegel“ zitierte einen Beamten mit den Worten, der Verein mit seinen rund 300 Mitgliedern sei der „Schlägertrupp“ des türkischen Staates in Deutschland.

Deutsche Sicherheitsbehörden hörten Gespräche ab

Deutsche Sicherheitsbehörden hörten Gespräche von Külünk ab, in denen es um die „Osmanen“ ging. Der AKP-Politiker soll Aktionen der Gruppe in Deutschland organisiert und Erdogan persönlich darüber informiert haben. Mitglieder der „Osmanen“ wurden demnach aufgerufen, gegen Kurden und Erdogan-Kritiker in Deutschland vorzugehen. Zudem soll Külünk bei einer Geldübergabe an die „Osmanen“ beobachtet worden sein.

[Mehr zum Thema: So bringt der türkische Mafia-Pate Sedat Peker Erdogans Regierung in Bedrängnis (T+)]. 

Der AKP-Politiker wies die Vorwürfe damals zurück und erklärte, der türkische Staat sei nicht in illegale Machenschaften verwickelt. Zu den neuen Vorwürfen von Peker hat sich der Politiker noch nicht geäußert. Laut türkischen Medienberichten erhielt Külünk von dem Mafiaboss jeden Monat 10.000 Dollar, doch Peker sagte, er habe Külünk sehr viel mehr Geld gegeben.

In seinem jüngsten Video verstärkte Peker auch seine Angriffe auf Innenminister Soylu. Der Minister ermöglichte demnach einem Geschäftsmann, gegen den wegen Geldwäsche ermittelt wurde, die Flucht in die Schweiz. Soylu habe den Unternehmer Sezgin Baran Korkmaz bei einem Treffen im Innenministerium im Dezember über die laufenden Ermittlungen informiert, sagte Peker. Kurz darauf setzte sich Korkmaz ab.

Schon 2019 erregte ein Urteil aus Berlin in Deutschland und der Türkei viel Aufsehen, als ein Gericht erlaubte, vor den „Osmanen Germania“ als „bewaffneten Arm“ Erdogans zu warnen. Das hatte Grünen-Politiker Cem Özdemir getan.

Mehr zum Thema

Enthüllungen in der Türkei Erdogan und sein Problem mit dem Mafiaboss

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei

Susanne Güsten

Von der Justiz in der Türkei haben Soylu, Külünk und andere Politiker trotz der schweren Vorwürfe nichts zu befürchten, weil die Regierung Richter und Staatsanwälte kontrolliert. Politisch wiegen die Enthüllungen des Mafiabosses aber schwer, weil sie das Misstrauen deutscher Politiker gegenüber der Türkei bestätigen dürften. Auch innenpolitisch gerät die Regierung durch Pekers Aussagen in die Defensive. Nach einer Umfrage sind 61 Prozent der Wähler überzeugt, dass Mafiosi in der Türkei mächtige Schutzherren haben.

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10 Juni 2021 0 Kommentare
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Religion

Bloße Präsenz der Muslime für AfD „große Gefahr

von Fremdeninfo 8 Juni 2021
von Fremdeninfo

Bloße Präsenz der Muslime für AfD „große Gefahr“

Von

 Dpa/ dtj-online

Das Deutsche Institut für Menschenrechte rät den anderen Parteien zur Abgrenzung von der AfD. Denn die stehe nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, stellt die Institution in einem neuen Bericht fest.

Die AfD vertritt nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) ein national-völkisches Menschenbild, das der im Grundgesetz verankerten Achtung der Würde des Menschen zuwiderläuft. Die AfD sei eine Partei, die „rassistische und rechtsextreme Positionen“ vertrete, heißt es in einer aktuellen Analyse des DIMR mit dem Titel „Nicht auf dem Boden des Grundgesetzes“.

Dort wird weiter ausgeführt, in der AfD seien „rassistische Positionierungen Bestandteil ihres Programms, ihrer Strategie sowie von Positionierungen durch Führungspersonen und Mandatsträger“ der Partei – „bis hin zu offen ausgesprochenen Drohungen, in denen sie der Gewalt zur Erreichung ihrer politischen Ziele das Wort reden“.

Das Institut ist Deutschlands unabhängige nationale Menschenrechtsinstitution. Es wird vom Bundestag finanziert. Ein Kuratorium legt die Richtlinien für die inhaltliche Arbeit des Instituts fest, das sich aus Vertretern von Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Medien und Politik zusammensetzt.

„Völkische Positionen“

Die nun verfasste Analyse richte sich an Akteure in der schulischen und außerschulischen Bildung, sowie an staatliche, politische und gesellschaftliche Akteure, teilte das DIMR mit. Sie diene dem Zweck, „sie darin zu unterstützen, rassistische und rechtsextreme Positionen zu erkennen“, erläuterte die Leitung des Instituts.

Rechtsextreme Positionen zeichneten sich aus „durch einen politischen Autoritarismus“, der auf eine Ablösung der freiheitlich demokratischen Grundordnung abziele, stellt der Autor der Publikation, Hendrik Cremer, fest. National-völkische Positionen zielten darauf ab, den Grundsatz der Gleichberechtigung aller zum Staatsvolk gehörenden Menschen zu durchbrechen.

So fokussiere die AfD in ihrem Grundsatzprogramm von 2016 „auf ein Bevölkerungsideal in Deutschland, das eine kulturelle Homogenität aufweist, die es gegen „importierte kulturelle Strömungen“ zu verteidigen gilt“. Im Unterschied zum Rassismus im frühen 20. Jahrhundert werde er heutzutage nicht allein biologistisch und unter Bezug auf physische Merkmale begründet, sondern vor allem unter Bezugnahme auf „die Kultur“ oder die Religionszugehörigkeit. Im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017 habe die Partei behauptet, die bloße Präsenz von Muslimen in Deutschland sei eine „große Gefahr“.

Partei verschiebt bewusst Grenzen des Sagbaren

Dass die Partei Menschen nicht als Individuen anerkenne, sondern in Gruppen unterteile, die sie in einer bestimmten Hierarchie sehe, zeige auch das Programm der AfD für die nächste Bundestagswahl. Dort heißt es unter anderem: „Die gemeinschaftsstiftende Wirkung der deutschen Kultur ist Fundament unseres Grundgesetzes und kann nicht durch einen Verfassungspatriotismus ersetzt werden.“

Die AfD versuche bewusst, die „Grenzen des Sagbaren“ zu verschieben, sodass eine „Gewöhnung an ihre rassistischen, national-völkischen Positionen – auch im öffentlichen und politischen Raum – erfolgt“, heißt es in der Publikation des Instituts. Sie verunglimpfe Deutschland als „Quasi-Diktatur“, um sich selbst als rettende Kraft zu inszenieren.

Höcke gewinnt an Bedeutung

Um die Grundlagen der Verfassungsordnung wirksam zu verteidigen, sollten sich Parteien, die auf dem Boden des Grundgesetzes stünden, von Parteien, die rassistische und rechtsextreme Positionen verträten, „abgrenzen und verhindern, dass diese direkt oder indirekt politische Gestaltungsspielräume erlangen“, stellte das DIMR fest.

Die Radikalisierung der AfD in den vergangenen Jahren lasse sich auch an der Position von Björn Höcke ablesen, heißt es in der Analyse. Dieser sei längst zu einer „zentralen Figur innerhalb der Gesamtpartei geworden“. Die Thüringer AfD unter ihrem Chef Höcke wird seit März vom Landesverfassungsschutz als gesichert extremistisch eingestuft. In Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen werden die jeweiligen Landesverbände vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet. Gestern wurde die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zweitstärkste Kraft, verlor aber gegenüber der letzten Wahl in jenem Bundesland an Stimmen.

8 Juni 2021 0 Kommentare
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Antisemitismus

Antisemitismus: CDU-Innenexperte Mathias Middelberg will Einbürgerung verhindern

von Fremdeninfo 7 Juni 2021
von Fremdeninfo

Antisemitismus: CDU-Innenexperte Mathias Middelberg will Einbürgerung verhindern

Isabella Reichert
vor 29 Min.

| Bei antisemitischen Ausschreitungen gerieten zuletzt besonders arabischstämmige Demonstranten ins Visier der Ermittlungen. CDU-Innenexperte Middelberg fordert nun, Vorbelasteten die Einbürgerung zu verwehren.

© Annette Riedl / dpa

Nach antisemitischen Vorfälle bei Demonstrationen in Deutschland will der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg (CDU), das Staatsangehörigkeitsrecht verschärfen. Antisemiten sollen so von der Einbürgerung ausgeschlossen werden.

»Im Staatsangehörigkeitsrecht sollte ausdrücklich geregelt werden, dass Einbürgerungen von Personen, die antisemitisch motivierte Handlungen vorgenommen haben, ausgeschlossen sind«, sagte Middelberg der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ). Über die Änderung solle noch diese Woche im Parlament abgestimmt werden.

»Wer öffentlich gegen Juden hetzt, die Existenz des Staates Israel infrage stellt oder die israelische Fahne verbrennt, der darf nicht deutscher Staatsbürger werden«, sagte Middelberg.

Im Gesetz zur Staatsangehörigkeit soll demnach der Satz hinzugefügt werden: »Die Einbürgerung ist ausgeschlossen, wenn der Ausländer eine antisemitisch motivierte Handlung vorgenommen hat.« Zu der erforderlichen Loyalitätserklärung soll im Gesetz der ausdrückliche Hinweis aufgenommen werden, dass antisemitisch motivierte Handlungen mit der Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes unvereinbar sind.

Angela Merkel: Die Existenz des Staates Israel ist deutsche Staatsräson

Ende Mai waren in Deutschland an mehreren Tagen Hunderte Menschen wegen des Konflikts zwischen Israel und Palästinensern auf die Straße gegangen. Dabei kam es auch zu Gewalt. In Nordrhein-Westfalen wurden Ermittlungen gegen 111 Tatverdächtige aufgenommen. Dabei handelte es sich dem Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) zufolge in erster Linie um Menschen aus dem arabischen Raum: insbesondere libanesische und syrische Staatsbürger, aber auch Deutsche mit arabischer Migrationsgeschichte. Sieben Tatverdächtige seien bereits zuvor im Visier des Staatsschutzes gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkels Aussage, wonach die Existenz des Staates Israel deutsche Staatsräson sei, dürfe nicht »leerlaufen«, betonte Middelberg bei seiner Forderung nach der Gesetzesänderung. Dies müsse »bei Einbürgerungen besonders beachtet werden«. Der CDU-Innenpolitiker forderte die SPD auf, seinem Vorschlag noch in dieser Woche im Bundestag zuzustimmen.

Nicht nur der muslimische Antisemitismus unterschätzt

Der Hass auf Juden sei in Deutschland lange massiv unterschätzt worden, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Berliner Polizei, Wolfram Pemp, nach den Ausschreitungen dem »Tagesspiegel«: »Nicht nur der muslimische Antisemitismus, sondern Antisemitismus in Gänze«.

Der Chef der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, hatte nach Ausschreitungen im Mai Parteien wie der AfD eine Mitverantwortung für antisemitische Proteste gegeben. »Radikale wie die AfD in Deutschland oder Le Pen in Frankreich haben Grenzverschiebungen beim Antisemitismus befeuert«, sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie müssten als »Begründer solcher Exzesse« auch benannt werden.

7 Juni 2021 0 Kommentare
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Archive

Extremismus: Land zählt 2000 Angriffe auf Amtsträger

von Fremdeninfo 4 Juni 2021
von Fremdeninfo

Extremismus: Land zählt 2000 Angriffe auf Amtsträger

Bericht vorgestellt: Zahl der rechtsextremen Aktivisten steigt von
1160 auf 1750 / Verfassungsschutz prüft Einfluss des Ex-„Flügels“ auf AfD

Von Michael B. Berger

 
 

Hannover. Die Verrohung in der politischen Auseinandersetzung wächst spürbar. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) berichtete bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für 2020, dass es in diesem Jahr mehr als 2000 Angriffe aller Art auf Amts- und Mandatsträger gegeben habe. Hierbei handele es sich um Beleidigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen und Widerstandshandlungen. „Kürzlich haben meine Familie und ich Mails erhalten, in denen wir massiv bedroht worden sind“, sagte Pistorius. Häufig kämen solche Angriffe aus dem rechtsextremen Bereich.

Obwohl die Corona-Schutzmaßnahmen viele Aktionen der rechtsextremen wie auch der linksextremen Szene verhindert haben, wuchs im vergangenen Jahr in Niedersachsen das Potenzial der Rechtsextremen von 1160 auf 1750 Aktivisten, berichtete Verfassungsschutzchef Bernhard Witthaut. Das rechtsextremistische Personenpotenzial sei durch die Aufnahme der Beobachtung der Jungen Alternative und des „Flügels“, der internen Strömung der Partei Alternative für Deutschland (AfD), erheblich gewachsen. „Wir werden uns darauf konzentrieren, die Verbindungen des ,Flügels‘ zu anderen Bereichen des Rechtsextremismus aufzuklären und zu beobachten, ob es seinen Vertretern gelingt, die Gesamtausrichtung der AfD zu bestimmen“, sagte Witthaut.

Pistorius sprach aber auch von einem „grundlegenden Strukturwandel“ der rechtsextremen Szene. So würden heute Rechtsextreme auf klassische Organisationsformen wie etwa Parteien verzichten und biederten sich lieber bei neuen Szenen an – etwa bei den sogenannten „Querdenkern“. „Da ist eine Tendenz zur Radikalisierung bemerkbar.“ Gleichwohl sei nicht jeder Teilnehmer an einer „Querdenker“-Demo ein Extremist, schränkte Verfassungsschutzchef Witthaut ein. Die „Querdenker“-Szene ist im vergangenen Monat in Niedersachsen zum Verdachtsobjekt erklärt worden und soll zunächst für zwei Jahre beobachtet werden.

Sorgen macht den Innenbehörden die Partei Die Rechte. Von ihr seien die mit Abstand meisten öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten ausgegangen. Zurückzuführen sei dies wesentlich auf die Neugründung des Kreisverbandes Einbeck/Northeim durch Mitglieder der zuvor aufgelösten Kameradschaft Einbeck. Dadurch wuchs der Mitgliederbestand von 30 auf 40 Personen.

Im linksextremen Bereich hat sich laut Verfassungsschutzbericht das Personenpotenzial nur leicht erhöht. Hierzu rechnen die Innenbehörden die Autonomen und gewaltbereite Linksextremisten sowie Anarchisten. Ihre Zahl stieg in Niedersachsen im Jahr 2020 von 780 auf 790 Personen. Die Gewaltbereitschaft der Autonomen bewege sich indes weiterhin auf hohem Niveau. Der Kampf gegen die Wohnraumumnutzung und gegen die Gentrifizierung von Stadtteilen sei auch in Niedersachsen Hintergrund von Aktionen der linksextremistischen Szene, etwa in Hannover, wo vorübergehend ein leer stehendes Gebäude besetzt wurde.

Auch die Auseinandersetzung mit dem Islamismus ging trotz Corona weiter. Die Zahl der Anhänger der salafistischen Szene in Niedersachsen hat sich indes nach Angaben von Verfassungsschutzchef Witthaut bei aktuell 900 Personen auf hohem Niveau stabilisiert. Derzeit fehlten der salafistischen Szene aber identitätsstiftende ideologische Führungsfiguren. Als wichtig hob Pistorius das vor einem Monat ergangene Verbot der Vereinigung Ansaar International e. V. hervor, die unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe ein salafistisches Weltbild verbreite. Die Organisation sammelt angeblich Hilfsgelder für bedürftige Muslime.

4 Juni 2021 0 Kommentare
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Religion

„Muslimisches Leben in Deutschland ist vielfältig“

von Fremdeninfo 3 Juni 2021
von Fremdeninfo

„Muslimisches Leben in Deutschland ist vielfältig“

Von

Stefan Kreitewolf

–

  1. Mai 2021

Eine BAMF-Studie untersucht das Leben von Muslim:innen in Deutschland. Zwei der Macher:innen erläutern im DTJ-Interview, welchen Einfluss die Religion auf den Alltag hat – und warum der Islam kein Hindernis für Integration ist.

Frau Pfündel, Frau Dr. Tanis, zum Einstieg würde mich interessieren, wie viele Muslim:innen in Deutschland leben. Rechte und Konservative sprechen von einer Islamisierung Europas. Können Sie uns einen Einblick geben, wie die Situation wirklich ist?

Pfündel: Aktuell leben in Deutschland zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Muslim:innen. Seit 2015 ist die Zahl um 0,9 Millionen gestiegen. Der Zuwachs ist auf die vermehrte Zuwanderung aus muslimisch geprägten Ländern im Nahen und Mittleren Osten in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung in der Bundesrepublik liegt bei circa 6,5 Prozent. Des Weiteren sind wir im Forschungszentrum des Bundesamts im Rahmen unserer Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“ zu dem Ergebnis gekommen, dass das muslimische Leben in Deutschland vielfältig ist: Türkeistämmige Muslim:innen stellen zwar weiterhin die größte Herkunftsgruppe unter den muslimischen Personen in Deutschland, aber nicht mehr die absolute Mehrheit wie noch vor einigen Jahren.

In der Debatte um Kopftücher und Hinterhofmoscheen wird der Islam häufig undifferenziert für alle Muslim:innen in Deutschland als großer Einflussfaktor beschrieben. Welche Rolle spielt er wirklich?

Pfündel: Weniger als ein Drittel der Muslim:innen geben an, stark gläubig zu sein und etwas mehr als die Hälfte gibt an, eher gläubig zu sein. Es gibt hier jedoch Unterschiede, beispielsweise nach Herkunftsregion und Glaubensrichtung. Und es hat sich auch gezeigt, dass muslimische Personen, die selbst zugewandert sind, etwas gläubiger sind als ihre Kinder, die in Deutschland geboren wurden. Was das Kopftuch angeht: Nur rund 30 Prozent der Musliminnen geben an, ein Kopftuch zu tragen.

„Einfluss von Religion auf Integration wird häufig überschätzt“

Wie üben Muslim:innen in Deutschland ihre Religion aus?

Pfündel: Wir haben für die Studie verschiedene Aspekte der religiösen Alltagspraxis erhoben. Dabei hat sich gezeigt, dass sie ganz unterschiedliche Bedeutungen für die Muslim:innen haben. Zum Beispiel beten 39 Prozent täglich. Rund ein Viertel betet hingegen nie. Der Anteil, der sich an religiöse Speise- und Getränkevorschriften hält, ist deutlich höher. 70 Prozent halten sich daran. Und auch die Begehung von religiösen Festen und Feiertagen spielt eine sehr wichtige Rolle für die Mulim:innen in Deutschland. Auch hier zeigen sich Unterschiede je nach Herkunft oder Glaubensrichtung. Um da mal ein Beispiel zu nennen: 85 Prozent der muslimischen Personen aus Nordafrika halten sich an Fastenvorschriften. Bei muslimischen Personen aus Südosteuropa sind es nur 40 Prozent.

Gemeinhin wird der Einfluss des Islams auf den Integrationsprozess als groß beschrieben. Welche Rolle spielt er wirklich?

Tanis: Um das vergleichen zu können, haben wir uns Personengruppen mit anderen Religionszugehörigkeiten angeschaut, zum Beispiel der christlichen. Dabei zeigten sich kaum Unterschiede. In der Studie selbst haben wir unterschiedliche Indikatoren zu Rate gezogen, zum Beispiel Deutschkenntnisse, Bildungsabschlüsse oder die Verbundenheit zu Deutschland. Unsere Daten zeigen, dass Einflussfaktoren, wie die soziale Herkunft, die Aufenthaltsdauer in Deutschland oder die Zuwanderungsgeschichte, einen höheren Erklärungsgehalt für die Integration haben als die schlichte Religionszugehörigkeit. Um das Ganze zu verdeutlichen: Wir kommen zu dem Schluss, dass der Einfluss der Religionszugehörigkeit auf den Integrationsprozess häufig überschätzt wird.

„Mehrheit gut in Deutschland eingebunden“

Wie steht es mit der sozialen Einbindung von Muslim:innen in die Gesellschaft?

Tanis: Die soziale Einbindung ist ein wichtiger Teil des Integrationsprozesses. In dem Kontext haben wir beispielsweise nach Mitgliedschaften in deutschen und Herkunftsland bezogenen Vereinen gefragt, ebenso auch nach der Häufigkeit von Kontakt zu Personen deutscher Herkunft. Wenn wir uns diese beiden Indikatoren ansehen, stellen wir fest, dass die überwiegende Mehrheit der Muslim:innen recht gut in Deutschland eingebunden ist. Hinsichtlich der Alltagskontakte zeigt sich beispielsweise, dass zwei Drittel aller Muslim:innen häufig Kontakte zu Personen deutscher Herkunft pflegen. Das betrifft beispielsweise die Nachbarschaft, die Familie, aber auch den Freundeskreis. Am Arbeitsplatz ist die Kontakthäufigkeit am größten und liegt annähernd bei 100 Prozent.

Eine Frage noch zu den muslimischen Verbänden: Den Ergebnissen Ihrer Studie zufolge repräsentieren die islamischen Verbände maximal 25 Prozent der in Deutschland lebenden Muslim:innen. Wer ist denn nun Ansprechpartner für die Mehrheit der Gläubigen?

Tanis: Die angeführten 25 Prozent sind muslimische Religionsangehörige, die sich von mindestens einem Verband vollständig vertreten fühlen. Rechnet man diejenigen hinzu, die angegeben haben, dass sie sich zumindest teilweise von einem Verband vertreten fühlen, dann liegt der Anteil bei 38 Prozent. Dabei gilt es, aber immer zu bedenken, dass der Vertretungsgrad auch mit dem Bekanntheitsgrad der Verbände zusammenhängt und stark nach der Herkunftsregion variiert. Unseren Studienergebnissen zufolge gibt es keinen einzelnen Verband, der die Mehrheit der Muslim:innen repräsentiert

3 Juni 2021 0 Kommentare
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„Junge Menschen aus Marokko oder der Türkei“: Schäuble äußert sich zu Judenhass

von Fremdeninfo 2 Juni 2021
von Fremdeninfo

„Junge Menschen aus Marokko oder der Türkei“: Schäuble äußert sich zu Judenhass

Von Dpa – dtj-online
–

24. Mai 2021

 
 
 
 
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ARCHIV – 10.01.2020, Hamburg: Wolfgang Schäuble (CDU), Präsident des Deutschen Bundestages, spricht während des Neujahrsempfanges der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Hamburg (MIT). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Im Gaza-Konflikt gilt inzwischen eine Waffenruhe. Doch die Auseinandersetzungen hallen auch hier noch nach. Merkel betont das Recht auf Meinungsfreiheit und warnt vor Hass auf Juden.

Angesichts antisemitischer Vorfälle bei Demonstrationen gegen Israels Palästina-Politik warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Grenzüberschreitungen. „Das Grundgesetz garantiert das Recht zur freien Meinungsäußerung und friedlichen Versammlung. Aber es lässt keinen Raum für Angriffe gegen Menschen anderen Glaubens, keinen Raum für Gewalt, Rassismus und Hetze“, sagte sie in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft.

„Wer Hass gegen Juden auf unsere Straßen trägt, wer volksverhetzende Beleidigungen äußert, stellt sich außerhalb unseres Grundgesetzes. Solche Taten müssen konsequent geahndet werden und für die Täterinnen und Täter spürbare Folgen haben“, sagte Merkel.

Merkel äußerte sich anlässlich des Tags des Grundgesetzes am Sonntag. Nach dem Aufflammen des Gaza-Konflikts zwischen der Hamas und Israel hatte es auch in Deutschland vermehrt pro-palästinensische Demonstrationen gegeben, dabei kam es auch zu antisemitischen Vorfällen.

„Viele Menschen dagegen“

Die Kanzlerin sprach von „unerträglichen antisemitischen Äußerungen auf einigen Demonstrationen der letzten Tage“. Sie fügte hinzu: „Ich bin aber auch froh, dass sich so viele Menschen gegen solche Tendenzen stellen, dass sie sich klar für die Werte unseres Grundgesetzes und den Schutz der Menschenwürde einsetzen.“

Bei Kundgebungen in verschiedenen Städten forderten Demonstranten am Samstag erneut Solidarität mit Palästina. Bei den Veranstaltungen blieb es bis zum frühen Abend friedlich. Nach Schätzungen eines dpa-Reporters nahmen in Berlin Hunderte Menschen teil. In Leipzig sprach die Polizei von rund 200 Teilnehmern. Auf Plakaten forderten sie unter anderem „Freiheit für Palästina“ und „Stoppt den israelischen Terror“. In Frankfurt beteiligten sich laut Polizei etwa 950 Demonstranten. Es gab auch Solidaritätskundgebungen für Israel. In Gießen etwa versammelten sich rund 300 Menschen.

„Schweres Vergehen“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte derweil ein härteres Vorgehen gegen Judenfeindlichkeit. „Antisemitismus – auch der Alltagsantisemitismus – ist ein schweres Vergehen. Da sollten wir auch mit höheren Strafen operieren“, sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Söder hält zudem eine „neue Integrationsidee“ für notwendig. Am Ende müsse klar sein: Ob Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus oder Atheisten – alle müssten sich als deutsche Staatsbürger fühlen und die Philosophie einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft leben.

Der Zentralrat der Juden sieht die Justiz gefragt. Präsident Josef Schuster sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Zum Kampf gegen den Antisemitismus gehören immer mindestens zwei: ein entschlossener Gesetzgeber und eine Justiz, die dieses Recht auch entschlossen umsetzt.“ Er ergänzte: „Die größeren Defizite aber sehe ich bei der Justiz, die auf dem rechten Auge doch eine gewisse Sehschwäche hat.“ Gleichzeitig warnte er davor, die Ursache für Antisemitismus allein in der Zuwanderung seit 2015 zu sehen. Judenhass sei auch in anderen Bereichen der Gesellschaft wie etwa unter den sogenannten Querdenkern verbreitet.

„Deutsche haben besondere Verantwortung“

Auch das Internationale Auschwitz Komitee zeigte sich in Sorge. „Jede antisemitische Protestattacke, jede angezündete Israelflagge, jeder durchgestrichene Judenstern, jeder zerstörte Stolperstein bestätigt, dass in der Gesellschaft etwas ins Rutschen gekommen ist“, sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das belege, dass die Täter auf stillschweigende Zustimmung für ihren Judenhass hofften.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, es brauche „alle rechtsstaatliche Härte“ und den Konsens der Politik, dass es keinen Platz für Antisemiten gebe. Die Deutschen hätten für das Existenzrecht Israels eine besondere Verantwortung. „Jeder, der in Deutschland lebt, muss das verstehen. Wenn junge Menschen aus Marokko oder aus der Türkei nach Deutschland kommen, dann muss man ihnen das erklären.“ Neben polizeilichen Maßnahmen seien mehr Integrationsanstrengungen nötig.

dpa/dtj

 

2 Juni 2021 0 Kommentare
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Die CDU ist für Deutsch-Türken natürlich wählbar“

von Fremdeninfo 2 Juni 2021
von Fremdeninfo

 

Die CDU ist für Deutsch-Türken natürlich wählbar“

Von

Stefan Kreitewolf

–

2. Juni 2021

 
 
 
„Serap-GÜler-
Im Fokus: Serap Güler (CDU). Foto: Staatskanzlei NRW

Mit Armin Laschet arbeitet sie seit Jahren zusammen, in der Staatskanzlei hat ihr Wort Gewicht. NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) spricht im DTJ-Interview über die Rechtsaußen ihrer Partei, ihre deutsch-türkische Identität – und den Nahostkonflikt.

Frau Güler, Sie gelten als Vertraute des CDU-Chefs Armin Laschet. Für ihn haben Sie schon als Referentin gearbeitet, als der noch Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen war. Wird er der neue Bundeskanzler?

Ja, weil er ein guter Ministerpräsident ist. Und ich bin mir sicher, dass er auch ein guter Kanzler sein wird, weil er eine klare Haltung zu wichtigen gesellschaftspolitischen Themen hat. Weil er etwas bewegen will. Weil er eine konkrete Vorstellung davon hat, wie man Zukunft gestaltet. Und weil er durchgreifen kann, wenn’s drauf ankommt, aber auch jemand ist, der den Kompromiss sucht.

Aber ausgerechnet Laschet, für dessen Kanzlerkandidatur Sie sich eingesetzt habe, zieht die Union gerade in den Umfragen runter. Glauben Sie noch an ihn?

Absolut. Und die aktuellste Umfrage zeigt, dass die Union 1,5 Prozentpunkte zugelegt hat. Ich glaube, dass die Talfahrt beendet ist.

Die Aufstellung Hans-Georg Maaßens als CDU-Bundestagskandidat haben Sie indes mit scharfen Worten kritisiert. Warum?

Der Tweet steht für sich. Es war mir einfach in dem Moment ein Bedürfnis – deshalb auch in dieser Deutlichkeit. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

„Die CDU ist heute eine andere Partei“

Nicht nur der umstrittene frühere Verfassungsschutzpräsident gilt als Rechtsausleger der CDU. Andere Mitglieder Ihrer Partei sammeln Unterschriften „gegen Ausländer“. Ihre Schwesterpartei, die CSU, warnt vor „kulturfremder Zuwanderung“. Wie passen Sie in die CDU? Oder anders gefragt: Hadern Sie in solchen Momenten mit Ihrer Partei?

Meine Partei ist die CDU, nicht die CSU. Das macht schon einen Unterschied. Diese angebliche Unterschriftenaktion ist auch nicht von der CDU so benannt worden. Und im Übrigen ist das echt eine olle Kamelle, wie man bei uns in Köln sagt. Die Aktion fand Ende der 1990er-Jahre statt und die CDU ist heute wirklich eine andere Partei als damals. Insofern gibt es keinen Augenblick, in dem ich hadere.

Ist die CDU für Deutsch-Türken überhaupt wählbar?

Ja, klar. Die CDU ist eine Volkspartei und das hat sie in den letzten 16 Jahren deutlich bewiesen. Und natürlich ist die CDU auch für deutsch-türkische Menschen und darüber hinaus für andere Communities eine wählbare Partei.

„Ich bin eine deutsche Politikerin“

2010 haben Sie die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Wie türkisch fühlen Sie sich heute noch?

Ich fühle mich meiner türkischen Seite nach wie vor sehr verbunden. Da geht es um emotionale Dinge, wie Familie und Zusammenhalt. Aber spätestens seit der deutschen Staatsbürgerschaft ist das Identifikationsgefühl mit der deutschen Seite tatsächlich stärker und ausgeprägter. Und ich würde mich selbst als deutsche Politikerin bezeichnen. Meine Arbeitseinstellung und meine politische Einstellung sind doch sehr deutsch.

Viele hier geborene Deutsch-Türken sehen noch immer die Türkei als ihr Heimatland an, auch wenn ihre Familien schon seit Generationen in der Bundesrepublik leben. Warum ist das aus Ihrer Sicht so?

Ich glaube, das hat viel mit Diskriminierungserfahrungen zu tun. Das Gefühl, nicht anerkannt zu werden, ist für Jugendliche mit türkischen Wurzeln sehr schmerzhaft. Und auf deutscher Seite konnten wir bislang nicht vermitteln, dass Menschen mit ihrer Kultur nicht brechen müssen, um sich als Deutsche zu fühlen. Und das ist eine Aufgabe, die wir angehen müssen. Ihr gehört dazu – auch mit mit euren Eltern, Großeltern und mit eurer Herkunftskultur: Dieses Signal müssen wir als deutsche Politiker:innen dringend senden. Aber zugleich müssen wir auch ganz klar machen, dass es bestimmte Regeln gibt.

Eine letzte Frage: Der Konflikt in Israel und die Auswirkungen auf Deutschland haben jüngst gezeigt, wie zerbrechlich der Zusammenhalt hierzulande ist. Wie sollten wir mit dem Hass auf unseren Straßen umgehen?

Indem wir ganz deutlich machen, dass es sich nur um Hass und nicht um Meinungsfreiheit oder um Kritik an der israelischen Politik handelt. Kritik ist absolut legitim. Aber dann zieht man vor eine staatliche Einrichtung wie eine Botschaft oder ein Generalkonsulat und äußert da in einer zivilisierten Art seine Meinung über die israelische Politik. Aber die Demonstrationen der letzten Wochen sind keine Kritik an der israelischen Politik, sondern Hass auf Juden und Antisemitismus. Solidarität mit muslimischen Glaubensschwestern und -brüdern ist vollkommen in Ordnung. Aber was eben nicht geht, ist Solidarität mit Terroristen. Der Nahostkonflikt ist kompliziert, aber was weniger kompliziert und sehr, sehr eindeutig ist, ist die deutsche Staatsräson und auch das Bekenntnis Deutschlands, das Judentum in Deutschland nicht nur stattfinden muss, sondern auch gewünscht ist. Und ich glaube, es ist unsere gemeinsame Aufgabe, das zu ermöglichen. Das ist nicht nur eine Sache für die Integrationspolitik.

Serap Güler (CDU) ist seit 2017 ist Staatssekretärin für Integration und Migration in Nordrhein-Westfalen. Zuvor war sie als Referentin des damaligen NRW-Integrationsministers Armin Laschet tätig. Güler kandidiert für den Bundestag und sitzt im Bundesvorstand ihrer Partei.

Äußerungen unserer Gesprächspartner:innen geben deren eigene Auffassungen wieder. 

 

2 Juni 2021 0 Kommentare
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Mafia-Skandal wird immer gefährlicher für Erdogan

von Fremdeninfo 1 Juni 2021
von Fremdeninfo

…

 

Mafia-Skandal wird immer gefährlicher für Erdogan

Von Daniel Derya Bellut

…Ein Mafiapate legt Beziehungen zwischen der türkischen Regierung und der türkischen Unterwelt offen. In einem neuen Video spricht er von illegalen Waffengeschäften zwischen Ankara und islamistischen Milizen.

© DHA Provided by Deutsche Welle

Mit seinen Videobotschaften sorgte der Mafiapate Sedat Peker in den Sozialen Netzwerken für Aufsehen. Mehrere Videos gibt es von ihm auf YouTube – jedes davon ging viral und bestimmt seither die Schlagzeilen in der Türkei. In seinen Ansprachen macht er namhaften Politikern aus der Regierungspartei ungeheuerliche Vorwürfe: Sie seien in Mord, Vergewaltigung, Drogenschmuggel, Machtmissbrauch und viele weitere kriminellen Machenschaften verwickelt.

Der 49-jährige Sedat Peker war der türkischen Öffentlichkeit schon lange Zeit bekannt. Er gilt als feste Größe in der türkischen Unterwelt, musste sich mehrmals wegen Mordes, versuchten Mordes und Entführung vor Gericht verantworten und wurde wegen der „Gründung einer kriminellen Organisation“ verurteilt. Als in der Türkei gegen ihn Ermittlungen eingeleitet wurden, hat sich Peker im Jahr 2020 nach Dubai absetzt.

Der Mafiaboss Peker hält mit seinen Enthüllungen seit Wochen die Türkei in Atem © Anka Der Mafiaboss Peker hält mit seinen Enthüllungen seit Wochen die Türkei in Atem

Waffen für die al-Nusra-Front

Auch die Botschaft seines achten Videos hat es in sich: Dieses Mal verdächtigt er die türkische Regierung, im Jahr 2014 illegal Waffen an die dschihadistische Miliz al-Nusra-Front geliefert zu haben. Die terroristische Organisation kämpft im syrischen Bürgerkrieg gegen Machthaber Baschar al-Assad und seine Armee.

Den Vorwurf macht er an einer persönlichen Anekdote fest: Er sei zu diesem Zeitpunkt im Kontakt mit Regierungsvertretern gewesen, die ihm dabei helfen sollten, Hilfsgüter an die turkmenischen Rebellen in Nordsyrien zu liefern. Doch die Dinge haben sich offenbar anders entwickelt, als Peker sich das vorgestellt hatte. Einige Lastwagen, die unter seinem Namen Richtung Syrien fuhren, wurden demnach mit Waffen und Munition beladen und gingen nicht an turkmenische Rebellen, sondern steuerten Vertreter der Al-Nusra-Front an. Der Mafiaboss ergänzt, dass die Waffen-Lieferung von dem Sicherheits- und Militärunternehmen SADAT organisiert worden sei – die private Firma steht der türkischen Regierung nahe. Der Gründer Adnan Tanriverdi ist der ehemalige Sicherheitsberater des türkischen Präsidenten Erdogan. SADAT hat die Behauptungen unterdessen zurückgewiesen.

Hinweise verdichten sich: Hat Ankara Waffen an Islamisten geliefert? © picture-alliance/AP Photo/Nusra Front on Twitter Hinweise verdichten sich: Hat Ankara Waffen an Islamisten geliefert?

Auch Exil-Journalist Dündar berichtete über Waffenschmuggel

Die Botschaft Pekers ist auch daher brisant, weil in der Türkei schon länger Hinweise kursieren, dass Ankara in Waffengeschäften mit islamistischen Extremisten verwickelt ist. Der sich in Deutschland im Exil befindende ehemalige Chefredakteur der Oppositionszeitung Cumhuriyet, Can Dündar, machte in der türkischen Öffentlichkeit Furore, als er im Jahr 2015 über einen vermeintlichen Waffenschmuggel berichtete, bei dem der türkische Geheimdienst MIT Waffen und Munition an Extremisten in Syrien geliefert habe soll.

Der Beitrag sollte sich für Dündar, der heute in Berlin lebt, schwer rächen. Er wurde in der Türkei verhaftet und verlor seinen Job als Chefredakteur, bevor er schließlich im Juli 2016 seine Heimat verlassen hat. Um dem Strafvollzug zu entgehen, flüchtete er ins deutsche Exil. Im Dezember 2020 wurde Dündar wegen Spionage und Unterstützung einer terroristischen Organisation in seiner Abwesenheit zu 18 Jahren und neun Monaten Haft wegen Spionage sowie zu weiteren acht Jahren und neun Monaten wegen Terrorunterstützung verurteilt. Ein abschließendes Urteil hat das Oberste türkische Gericht (Yargitay) aber noch nicht gefällt.

Pekers Beweise wecken Hoffnungen, dass Dündars Prozess neu aufgerollt werden könnte. Can Dündar sagte der DW allerdings, dass er sich nicht allzu große Hoffnungen mache. „Man kann vom Rechtssystem im jetzigen Zustand keine ernsthaften Schritte erwarten.“

„Du verdienst es, zu sterben“

Dass ausgerechnet der Mafiapate den türkischen Journalisten entlasten könnte, ist eine kuriose Wende in diesem Fall: Nach eigenen Angaben erhielt Dündar von dem Mafioso, weil er über den vermeintlichen Waffenschmuggel des türkischen Geheimdienstes (MIT) berichtete, eine Nachricht mit den Worten: „Du hast die Nation betrogen. Daher verdienst du es, zu sterben.“ Damals war Peker noch Anhänger der türkischen Regierung. „Es bringt viele zum Lachen, dass unser Bericht mit dem MIT-Laster nun von einem Anführer der organisierten Kriminalität verifiziert wurde.“ Dass ein Insider auspackt, mache die Aussagen besonders wirkungsvoll.

Hatte auch über Waffenlieferungen berichtet: Can Dündar, Ex-Chefredakteur der Cumhuriyet © Malte Ossowski/SvenSimon/picture alliance Hatte auch über Waffenlieferungen berichtet: Can Dündar, Ex-Chefredakteur der Cumhuriyet

Aus Sicht des ehemaligen Chefredakteurs zielen Pekers Anschuldigungen direkt auf Präsident Erdogan: „Was mich im letzten Video überrascht hat, war, dass er die Verbindungen zum Präsidentenpalast offengelegt hat.“ Viele Einzelheiten (zu den Waffenlieferung) seien auch vor den Enthüllungen bekannt gewesen. „Aber niemand wagte es, die Verbindungen zu Erdogan richtig aufzuarbeiten.“ Peker habe in seinem Video relevante Namen genannt, die Verbindungen zum Präsidentenpalast haben, so Dündar.

Peker will Erdogan ins Visier nehmen

Pekers YouTube-Auftritt bedeutet einen weiteren Image-Schaden für Recep Tayyip Erdogan. Lange Zeit hatte der türkische Präsident zu den Behauptungen des Unterwelt-Bosses geschwiegen; nur sporadisch nahm er ab und zu Stellung zu den Enthüllungen. Seit Wochen wird spekuliert, warum sich der normalerweise so meinungsstarke Präsident so zurückhält. Auch Dündar sei nicht entgangen, dass „Erdogan sehr geduldig war und sich immer genau überlegt hat, was er über ihn sagt“.

Innenminister Süleyman Soylu (re.) und Mafiaboss Sedat Peker: von Freund zu Feind © Provided by Deutsche Welle Innenminister Süleyman Soylu (re.) und Mafiaboss Sedat Peker: von Freund zu Feind

Alleine mit den ersten acht Video-Botschaften löste der Mafiaboss Peker ein politisches Erdbeben aus. Das nächste Video, das kommenden Sonntag veröffentlicht werden soll, wird mit besonders viel Spannung erwartet. Er kündigte an, dass er im nächsten Video den türkischen Präsidenten direkt adressieren werde.

Es wird eine Abrechnung mit Erdogan erwartet, mit dem er eigentlich ein gutes Verhältnis haben soll. In seinen Videos nannte er den Präsidenten liebevoll Abi – zu deutsch: großer Bruder.Wochenlang konfrontierte der Mafioso den türkischen Innenminister Suleyman Soylu in seinen Video-Botschaften mit mehreren Vorwürfen. Nachdem die Luft für Soylu immer dünner wurde und die Rücktrittsforderungen der Opposition immer lauter, solidarisierte sich schließlich Erdogan. „Wir stehen hinter unserem Innenminister.“ Offensichtlich eine Provokation für Peker. Er kündigte an, dass er am kommenden Sonntag aufdecken möchte, in was für einer Beziehung er zu dem türkischen Präsidenten steht.

Autor: Daniel Derya Bellut

1 Juni 2021 0 Kommentare
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Antisemitismus

Antisemitismus in Deutschland: Besonders junge Juden denken über Auswanderung nach

von Fremdeninfo 29 Mai 2021
von Fremdeninfo

 

Antisemitismus in Deutschland: Besonders junge Juden denken über Auswanderung nach

Nach einer Vielzahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland spielen nach Angaben der früheren Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland vor allem jüngere Juden mit dem Gedanken, das Land zu verlassen.

© picture alliance / dpa Symbolbild

„Die ständigen antisemitischen Vorfälle beschäftigen vor allem jüngere Menschen, die eine Familie gründen oder sich eine Existenz aufbauen“, sagte Charlotte Knobloch dem „Münchner Merkur“ (Samstagsausgabe). „Sie stellen sich die Frage, ob sie weiterhin hier leben wollen.“ Sie überlegten, ob sie nach Israel auswandern sollten – „oder in irgendein anderes europäisches Land, in dem diese Dinge nicht so im Vordergrund stehen“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern.

Antisemitismus sei nicht in Deutschland erfunden worden, sagte die 88 Jahre alte Holocaust-Überlebende. Es gebe ihn überall in Europa. „Er ist nie besiegt worden, das war klar. Aber ich habe nie geglaubt, dass Antisemitismus in dieser Form wieder auftritt und bei Demonstrationen der Hass gegen jüdische Menschen und den Staat Israel unter großem Beifall der Anwesenden hinausgeschrien wird.“ (dpa

29 Mai 2021 0 Kommentare
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