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Religion

Islam-Rede beim Bundesparteitag – Özdemir hat bei den Türken ein Glaubwürdigkeitsproblem

von Fremdeninfo 30 November 2018
von Fremdeninfo

 Islam-Rede beim Bundesparteitag – Özdemir hat bei den Türken ein Glaubwürdigkeitsproblem

VON FATIH AKTÜRK am 23. November 2015

Grünenchef Cem Özdemir hat für seine Kritik an den Islamverbänden auf dem Bundesparteitag donnernden Applaus bekommen. Aber wie viel Nähe braucht es zum Islam? Der Journalist Fatih Aktürk, selbst Muslim mit türkischen Wurzeln, warnt: Özdemir muss bei seinen Ausführungen vorsichtig sein

„Kein heiliges Buch steht über der Verfassung“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir

picture alliance

Autoreninfo

Fatih Aktürk hat Sozialwissenschaften, Politik, Medien und Soziologie an der HHU – Düsseldorf und an der Universität Bremen studiert. Er arbeitet als freier Journalist für diverse überregionale deutsche und türkische Medien. 

So erreichen Sie Fatih Aktürk:

Derart massiven Zuspruch hat Cem Özdemir bislang wohl kaum erhalten. Seine Rede am vergangenen Freitag, auf dem kleinen Bundesparteitag in Halle an der Saale, wurde von den Mitgliedern mit Standing Ovations gefeiert. Vor allem seine Forderung an die Mitglieder, diese sollten mehr kritische Haltung zu muslimischen Verbänden zeigen, entsprach dem Gemüt vieler Parteigenossen. Der Satz hat angesichts der Pariser Anschläge an Relevanz gewonnen. Satte 76 Prozent Zustimmung erhielt er anschließend von den Mitgliedern und wurde erneut zum Parteivorsitzenden gewählt- diesmal trotz eines Gegenkandidaten. 

Viele der Anwesenden hielten seine Rede für „Die Beste in all den Jahren“. So klar wie in Halle an der Saale hatte Özdemir seine Haltung zu den Islamverbänden nie deutlich gemacht. Diese müssten sich modernisieren und die Worte des Propheten heute zeitgemäß auslegen können. Ausserdem stünde „Kein heiliges Buch (…) über den Menschenrechten und der Verfassung der Bundesrepublik“, so Özdemir. Der wiedergewählte Parteivorsitzende der Grünen hat selbst muslimische Wurzeln, ist aber säkular, wie er selbst sagt.

Islamverbände müssen ihre Aufgabenfelder überarbeiten

Im Grunde genommen behält Özdemir recht. Islamische Verbände in Deutschland müssen ihre Aufgabenfelder überarbeiten. Sie müssen damit beginnen, ihre internen Konflikte zu lösen und endlich auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Vor allem müssen sie sich schleunigst einigen, wie man das Problem lösen kann, dass der Name des Islams von verschiedenen extremistischen Spektren missbraucht wird

30 November 2018 0 Kommentare
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Religion

Ausbildung von Imamen: Braucht Deutschland eine Moscheesteuer?

von Fremdeninfo 30 November 2018
von Fremdeninfo

Ausbildung von Imamen: Braucht Deutschland eine Moscheesteuer?

Von

dtj-onlin

Kurz vor Beginn der Deutschen Islamkonferenz in Berlin gibt es erneut Diskussionen über die Ausbildung von Imamen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sprach sich am Mittwoch im SWR für eine Ausbildung der Vorbeter in Deutschland aus, beklagte aber zugleich, dass er dafür kaum Unterstützung aus der Politik bekomme.

Die Türkei überweise Hunderttausende Euro, um Imame in Deutschland zu finanzieren. Es sei wohlfeil von der Politik, zu sagen, man wolle dies nicht, sagte Mazyek. Allerdings fehlten konkrete Alternativen. Es sei bequem, etwas einzufordern, sich dann aber, wenn es konkret werde, „in die Büsche zu verabschieden“, kritisierte Mazyek.

„Neuanfang“ der Islamkonferenz

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte einen „Neuanfang“ der Islamkonferenz. „Dazu gehört, dass bei uns in Deutschland mehr Imame ausgebildet werden. Und es braucht endlich konkrete Vorschläge zur Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften.“

Um eine größere Unabhängigkeit der Islamverbände vom Ausland zu erhalten, schlug die Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Integrationsministerium, Serap Güler (CDU), im rbb Inforadio eine Moscheesteuer vor. Allerdings sei es bis dahin noch ein weiter Weg. Einstweilen sollten sich muslimische Gemeinden über eigene Mitgliedsbeiträge oder Spenden finanzieren, wie dies bereits beim Bau der meisten Moscheen in Deutschland praktiziert werde. „Warum sollte es nicht ein ähnliches Modell zur Finanzierung der Imame geben?“, fügte Güler hinzu.

„Gesprächsfaden zu Ditib nicht abreißen“

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), warb im Sender NDR Info, auch die Gesprächsfäden zu dem umstrittenen deutsch-türkschen Moscheeverband Ditib nicht abreißen zu lassen. „Innerhalb Ditibs gibt es Veränderungen. Gerade in den jüngsten Tagen haben wir bemerkt, dass sich die Gemeinden in Deutschland auch emanzipieren wollen. Ich glaube, wir müssen diesen Prozess unterstützen.“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Deutsche Islamkonferenz am Mittwoch mit einer Grundsatzrede zur Integration eröffnen. Ein Thema der zweitägigen Gespräche ist die Ausbildung von Imamen in Deutschland. Die 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gegründete Islamkonferenz dient als Plattform für den Dialog zwischen Staat und Muslimen. Neben konservativen Islamverbänden sind in der nun beginnenden vierten Arbeitsphase erstmals wieder Anhänger eines betont liberalen Islam unter den Teilnehmern.

30 November 2018 0 Kommentare
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Religion

Islam-Konferenz streitet über deutsche Moscheen

von Fremdeninfo 28 November 2018
von Fremdeninfo

Islam-Konferenz streitet über deutsche Moscheen

Kay Nietfeld  DPA

Horst Seehofer bei der Auftaktveranstaltung zur 4. Deutschen Islam-Konferenz des Bundesinnenministeriums.

Ditib-Zentralmoschee in Köln

28.11.2018 Berlin. Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht? Auf diese Debatte hat bei der Deutschen Islam-Konferenz keiner mehr Lust. Weil sie praktische Fortschritte behindert. Wichtiger sind den meisten Teilnehmern ganz andere Fragen.

Mit einer kontroversen Debatte über ausländische Einflüsse in deutschen Moscheen ist die 4. Deutsche Islam-Konferenz (DIK) gestartet. Begleitet wurde die Auftaktveranstaltung in Berlin von einem heftigen Schlagabtausch zwischen konservativen und liberalen Muslimen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer forderte die islamischen Gemeinden in Deutschland auf, sich schrittweise von ausländischen Geldgebern frei zu machen. Die Moscheegemeinden sollten nicht nur Organisation und Finanzierung weitgehend selbst stemmen, sondern auch die Ausbildung von Predigern, sagte der CSU-Politiker.

Weitere Links

  • Seehofer und säkulare Muslime wollen „deutschen Islam“
  • DIK
  • Seehofer betonte: „Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie jeder hier in Deutschland.“ Vom Direktor des Instituts für islamische Theologie der Universität Osnabrück, Bülent Ucar, musste sich der Minister Kritik anhören, weil er in einem Interview gesagt hatte, er halte den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ für falsch. Ucar sagte, auch wenn Seehofer dies nur historisch gemeint habe, sei die Äußerung für viele Muslime irritierend gewesen. Jetzt sei es aber Zeit, das Thema abzuhaken und nach vorne zu blicken.

Wie die Finanzierung konkret sichergestellt werden sollte, sagte Seehofer nicht. Er kündigte aber an, bestehende Förderprogramme für Integrationsprojekte der Moscheegemeinden würden ausgebaut.

Kritik hatte es in den vergangenen zwei Jahren vor allem an Predigten und Aktivitäten von Imamen des türkischen Islam-Dachverbandes Ditib gegeben. Einigen Predigern war vorgeworfen worden, sie hätten Gläubige bespitzelt. Weiterer Stein des Anstoßes waren Gebete für türkische Soldaten im Syrien-Einsatz. Die Imame der Ditib werden von der staatlichen türkischen Religionsbehörde nach Deutschland entsandt .

Der Theologe Ucar und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, sprachen sich für eine deutsche Imam-Ausbildung nach dem Vorbild des christlichen Priesterseminars aus. Die nordrhein-westfälische Integrations-Staatssekretärin Serap Güler (CDU) sagte, Salafisten sei es bedauerlicherweise gelungen, Jugendliche auf Deutsch anzusprechen und in ihrer Lebenswelt abzuholen. In den meisten nicht-radikal geprägten Moscheen fehlten dagegen „vertrauenswürdige Ansprechpartner“, die Deutsch sprechen und nah am Alltag der Jugendlichen sind.

Seehofer hat mit der Praxis seines Amtsvorgängers Thomas de Maizière (CDU) gebrochen, der die Islam-Konferenz vor allem für den Dialog staatlicher Akteure mit den mehrheitlich konservativen Islam-Verbänden genutzt hatte. Er hat neben den Verbandsvertretern auch Theologen, Aktivisten und Wissenschaftler eingeladen, die mit diesen Verbänden im Clinch liegen.

„Die Besetzung ist diesmal bunter, das finde ich gut“, sagte die Gründerin der liberalen Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, Seyran Ates. Der Politologe Hamed Abdel Samad sagte, die Islam-Verbände seien keine Religionsgemeinschaften, sondern mehrheitlich „ethnisch-nationale Vereine“. Die Religionspädagogin Lamya Kaddor beklagte, sie und andere liberale Muslime würden von den größeren islamischen Verbänden diffamiert.

Die Deutsche Islam-Konferenz soll in den nächsten Jahren nach den Vorstellungen von Seehofer vor allem „alltagspraktische Fragen des Zusammenlebens“ behandeln. (dpa)

28 November 2018 0 Kommentare
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Bildung

Deutsch, Türkisch, Polnisch: Gute Sprachen, schlechte Sprachen – Kolumne

von Fremdeninfo 27 November 2018
von Fremdeninfo

Der Spiegelonline

 Deutsch, Türkisch, Polnisch: Gute Sprachen, schlechte Sprachen – Kolumne

Bilinguales Leben Gute Sprachen, schlechte Sprachen?

Zweisprachigkeit sollte in einer globalisierten Welt kein Makel sein. Wer aber in Deutschland aufwächst und neben Deutsch noch Türkisch oder Polnisch spricht, muss mit Diskriminierung rechnen.

Eine Kolumne von Margarete Stokowski

DPA

Dienstag, 27.11.2018   16:46 Uhr

Kolumne

In China sind jetzt angeblich zum ersten Mal genetisch veränderte Menschen geboren worden. Neben allen ethischen Diskussionen, die damit verbunden sind, kann man vermuten, dass einige Leute es gar nicht so schlecht finden würden, wenn Kinder, die in Deutschland mehrsprachig aufwachsen, auch einen kleinen Gen-Schalter eingebaut hätten, der sie veranlasst, bestimmte Sprachen wieder zu verlernen – wenn es die falschen sind. Also alles, was als „ausländisch“ gilt und nicht als sexy Expat-Sprache.

Die „Bild“-„Zeitung“ hat kürzlich wieder Alarm geschlagen. „Nur eins von 103 Kindern spricht zu Hause Deutsch“ hieß es auf der Titelseite. Eine Neuköllner Schulleiterin beschwerte sich: „Wir sind arabisiert!“ und: „Wir sind hier an der Front.“ Direkt mal einen Krieg ausgerufen, warum nicht. Die Schulleiterin beobachtet dann noch aus Gruselgründen, dass viele der Kinder überhaupt nicht erzogen seien. Sie müssten erstmal grundlegende Dinge lernen, schreibt die „Bild“, etwa: „Wenn man jemandem begegnet, dann grüßt man.“ Als wenn es verwunderlich wäre, wenn Kinder einer solchen Schulleiterin nicht Hallo sagen wollen.

Wie die alten Klamotten vom Flohmarkt

Prinzessin Charlotte, das Kind von Kate und William, wurde vor kurzem von britischen Medien angehimmelt, weil sie als Zweijährige bereits angeblich zwei Sprachen sprechen konnte. Gut, dass die Nanny, von der sie die paar Brocken aufgeschnappt hat, Spanisch spricht und nicht Arabisch. Dann hätte Gott aber mal wirklich die Queen saven müssen.

Als Kind dachte ich lange Zeit, bilingual aufzuwachsen heißt, dass man außer Deutsch auch noch Französisch oder Englisch zu Hause spricht und nicht das, was die „Polacken“ und „Kanaken“ tun. „Bilingual“ klang wie etwas Wertvolles, während ich als Kind das Gefühl hatte, dass meine Muttersprache etwas ist, was ich besser loswerden sollte. Wie die alten Klamotten vom Flohmarkt, die man irgendwann durch fancy Adidassachen ersetzen konnte, wenn man lange genug gespart hatte. Polnisch war gleichbedeutend mit arm, gleichbedeutend mit: besser nicht da.

„Türkisch lernt man nicht, türkisch verlernt man“, schrieb Kübra Gümüsay mal in einer „taz“-Kolumne. „Was wäre geschehen, wenn man in den Migrantenkindern keine Probleme, sondern Potenzial und Zukunft gesehen hätte?“, fragt sie. „Hätte man aufgehört, Misserfolge auf ihre ethnische Herkunft zu reduzieren, die sie weder ausgesucht haben noch ablegen können?“

Die Autorin Emilia Smechowski erzählt in ihrem Buch „Wir Strebermigranten“, wie ihre Familie – 1988, im selben Jahr wie meine – nach Deutschland kam. Ihre Eltern versuchten, möglichst schnell deutsch zu werden, was auch hieß, dass es ihnen unangenehm war, wenn ihre Töchter in der U-Bahn polnisch sprachen: „Das Gesicht meines Vaters wurde hart. Ich wusste nicht, was ich falsch gemacht hatte. Meine Mutter schaute sich etwas panisch um. (…) ‚Psst!‘, machte sie nur, und als wir aus der U-Bahn gestiegen waren, hockte sie sich vor uns und sagte: ‚Mädchen, ab jetzt gilt eine Regel: In Deutschland sprechen wir Deutsch.‘ Dieses ‚Psst!‘ sollte zu einem Grundrauschen unserer ersten Monate in Deutschland werden (…). Aus dem ernsten polnischen Kind wurde innerhalb kurzer Zeit ein stummes deutsches.“

Polnisch? Eine Zusatzqualifikation

Ich kenne diese Erziehungsidee von meinen Großeltern, die etwas früher als wir nach Deutschland gekommen waren, und wollten, dass meine Geschwister und ich draußen nur Deutsch sprechen. Wobei man als Kleinkind den Unterschied zwischen den Sprachen erst mal kapieren muss. In meiner Familie ist es eine gern erzählte Anekdote, wie wir als Kinder vor den Fernseher gesetzt wurden, um mit der „Sesamstraße“ Deutsch zu lernen und ich als Zweijährige immer nur „glosniej!“ („lauter!“) rief, weil ich nicht verstand, dass Samson und Tiffy eine Fremdsprache reden.

Der Versuch, Polnisch draußen zu verhindern, führte jedenfalls irgendwann dazu, dass wir Kinder zu Hause die eigenartige Methode entwickelten, auch wenn Polnisch mit uns geredet wurde, auf Deutsch zu antworten, wie perfekte (Süß-)Kartoffeln. Erst als ich 20 Jahre später während des Studiums einen Sommer in Polen auf dem Friedhof arbeitete, fiel mir auf, dass Polnisch zu können kein Makel war, sondern eine Zusatzqualifikation. Es war, um es kurz zu fassen, eine krasse Erkenntnis. Mir stand ein komplettes Land offen, ich konnte dort reden, singen, arbeiten, alles (das einzige, was ich nicht kannte, waren die Wörter für „ficken“ und „kiffen“, aber das ging dann schnell).

Es ist überhaupt kein Problem, wenn Kinder, die in Deutschland zur Schule gehen, zu Hause nicht Deutsch sprechen. Es ist nur ein Problem, wenn die Bildungseinrichtungen, in die sie gehen, sich nicht darauf einstellen können, dass in Deutschland Menschen verschiedener Herkunft leben. Ich habe Beate Lütke dazu befragt, sie ist Professorin für Didaktik der deutschen Sprache/Deutsch als Zweitsprache, und sagt: „Die Sprachen, mit denen ein Kind aufwächst, sind maßgeblicher Bestandteil seiner familiären, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Identität. Deshalb ist es wichtig, dass diese Sprachen nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Raum – insbesondere im Kindergarten und in der Schule – Wertschätzung erfahren und für das gesamtsprachliche Lernen genutzt werden.“

Es ist natürlich kein Zufall, dass die „Bild“ sich als Horrorbeispiel eine Schule in Neukölln sucht, einen Bezirk, der in weiten Teilen immer noch von Armut geprägt ist, und zwar zu weiten Teilen von der Armut migrantischer Menschen, die sich nicht immer aussuchen können, wo sie wohnen. Ich kenne Deutsche, die sich fake-umgemeldet haben, um weiterhin in coolen Vierteln wohnen zu können, aber ihre Kinder auf bessere Schulen schicken zu können, wobei „besser“ heißt: weniger Arme, weniger Ausländer.

Mehrsprachigkeit ist aber, nicht nur in Berlin, für viele Menschen eine Realität, die man im Bildungssystem fördern könnte, anstatt sie nach rassistischen Kriterien in gut und schlecht einzuteilen. Die Didaktikprofessorin Lütke kritisiert, dass in Schulen die „mehrsprachlichen Ressourcen praktisch kaum genutzt“ werden.

Im Gegenteil: „Teils verbergen Kinder in der Schule sogar ihre Herkunftssprachen aus Angst vor Diskriminierung. Und das, obwohl wir wissen, dass Lernende von einer Wertschätzung und Berücksichtigung all ihrer mitgebrachten Sprachen im gesamtsprachlichen Lernen und insbesondere auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung profitieren würden.“ Und nicht nur die lernenden Kinder würden profitieren.

Man kennt mich ja nicht so, dass ich Männer oft das letzte Wort haben lasse, aber in diesem Fall soll es ein anderer Experte haben, Hans-Jürgen Krumm, emeritierter Professor für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, der aus der Forschung berichtet: „Je wenigersprachig ein Land ist, umso weniger Respekt herrscht in diesem Land vor Minderheiten.

27 November 2018 0 Kommentare
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Religion

Einfluss aus Türkei zu stark: Niedersachsens Ditib-Chef schmeißt hin

von Fremdeninfo 25 November 2018
von Fremdeninfo
  • Einfluss aus Türkei zu stark: Niedersachsens Ditib-Chef schmeißt hin

Einfluss aus Türkei zu starkNiedersachsens Ditib-Chef schmeißt hin

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dpa/Oliver Berg Eine Ditib-Moschee (symbolbild)

Sonntag, 25.11.2018, 13:58

Wegen der zunehmenden Einflussnahme aus der Türkei legt der langjährige Vorsitzende der niedersächsischen Ditib-Gemeinden, Yilmaz Kilic, sein Amt nieder.

„Wegen der wachsenden Einmischung habe ich jetzt die Reißleine ziehen müssen“, sagte Kilic der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ („HAZ“) (Montagsausgabe). Die Landesgeschäftsführerin Emine Oguz bestätigte den Rücktritt. Die außerordentliche Mitgliederversammlung laufe noch, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag.

Dachverband der türkisch-islamischen Vereine in Deutschland

Kilic sagte der „HAZ“, er habe sich immer wieder gegen die Einmischung sowohl der Ditib-Zentrale in Köln als auch vom türkischen Religionsattaché wehren müssen. „Wir haben als niedersächsischer Landesverband immer einen eigenständigen Weg gehen wollen, doch hier leider keine Unterstützung aus Köln bekommen“, sagte er. Wie auch der NDR berichtete, erklärte die gesamte Führungsspitze ihren Rücktritt.

Ditib ist der Dachverband der türkisch-islamischen Vereine in Deutschland. Er ist umstritten, weil er enge Verbindungen zum staatlichen Religionsamt der Türkei hat. In Niedersachsen wurde ein geplanter Staatsvertrag mit den muslimischen Verbänden auf Eis gelegt.

25 November 2018 0 Kommentare
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Bildung

Warum ich froh bin, zu Hause nicht Deutsch gesprochen zu haben

von Fremdeninfo 24 November 2018
von Fremdeninfo

Warum ich froh bin, zu Hause nicht Deutsch gesprochen zu haben

23.11.2018,  Der Spiegelonline  bento

Selma Zoronjić

„Nur 1 von 103 Kindern spricht zu Hause deutsch“ – so betitelte die „Bild“-Zeitung kürzlich ein Interview mit einer Schulleiterin aus Berlin-Neukölln. Unter den Erstklässlerinnen und Erstklässlern, die im Sommer an ihre Schule kamen, befinde sich „nur ein einziges Kind mit deutschen Eltern“. 

Weiter heißt es, im ganzen Viertel finde man an zwei weiteren Schulen im Viertel unter 109 Erstklässlerinnen und Erstklässlern „ganze zwei Kinder, bei denen Deutsch Mutter- und Familiensprache“ sei. (Bild) 

Das Interview erweckt den Eindruck, es wäre für Kinder schädlich, zu Hause ihre Muttersprache zu sprechen. 

Man könnte meinen, den Kindern würde etwas fehlen, wenn ihre Eltern zu Hause nicht deutsch sprechen. Aber ist es eigentlich nicht naheliegend, seinem Kind die Muttersprache beizubringen? Die beherrscht man in den meisten Fällen schließlich besser als jede andere Sprache.

Ich selbst lernte spielerisch Deutsch und meine Eltern unterstützten mich dabei.

Sie kamen mit Mitte 20 als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland. Sie besuchten parallel zur Arbeit einen Deutschkurs. Verständigen können sie sich, aber ihr Deutsch ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Das ist auch in Ordnung, schließlich fällt es Menschen im zunehmenden Alter oft schwer, neue Sprachen zu lernen. 

Es wäre sogar unverantwortlich gewesen, wenn meine Eltern mir statt meiner Muttersprache Deutsch hätten beibringen wollen – denn es wäre ja ein fehlerhaftes Deutsch gewesen. 

Aber meine Eltern halfen mir dabei, die Sprache zu lernen. Sie stellten sicher, dass ich meine Hausaufgaben erledigte, kauften mir Bücher. Ich lernte Deutsch im Gespräch mit meinen Cousinen und Cousins, im Kindergarten – und eben auch durch Bücher und Zeichentrickfilme. Fast schon spielerisch. Irgendwann war es für mich selbstverständlich, zwei Sprachen zu sprechen. Zwei Muttersprachen. 

In der Grundschule überraschte ich meine Klassenlehrerin sogar mit meinem Wortschatz, als sie von der Klasse wissen wollte, was sich auf „Dose“ reimt. „Hose, Rose, Aprikose und Mimose“, antwortete ich damals. 

Wer etwas verändern will, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Wir von Ørsted haben uns von unserem Gas- und Ölgeschäft getrennt und machen uns immer unabhängiger von fossilen Energieträgern. 2023 werden wir ohne Kohle auskommen und unsere CO2-Emissionen um 96 % gesenkt haben. Mit unseren Offshore-Windparks wollen wir eine Welt schaffen, die vollständig auf grüne Energie setzt. Zudem haben wir jede Menge Ideen, wie auch andere Unternehmen und Stadtwerke von der Energiewende profitieren können.

Das bilinguale Aufwachsen war kein Nachteil, sondern ein Vorteil.

Ich hatte nie den Eindruck, benachteiligt zu sein, weil ich mit meinen Eltern zu Hause nicht Deutsch sprach – ganz im Gegenteil: Ich gehörte in der Grundschule und auf dem Gymnasium in Deutsch immer zu den Klassenbesten, während einige Mitschülerinnen und Mitschüler „mit deutschen Eltern“ das Halbjahr regelmäßig mit einer 5 auf dem Zeugnis beendeten. Bilingual aufzuwachsen weckte in mir sogar das Interesse an anderen Sprachen.

Dass meine Eltern eine richtige Entscheidung trafen, merke ich auch an meinem näheren Umfeld. Ich kenne Eltern, die mit ihren Kindern Deutsch sprechen und die Muttersprache nahezu vollständig ignorieren. Die logische Konsequenz: Die Kinder sprechen weder die eine noch die andere Sprache richtig – und schämen sich, wenn sie mit Oma und Opa skypen.

Natürlich gibt es berechtigte Sorgen von Lehrerinnen und Lehrern. Wenn sie sich nicht mit den Eltern der Kinder verständigen können, wenn es eben keine gemeinsame Vorstellung davon gibt, wie man die Schülerinnen und Schüler zum Sprache lernen motiviert.

Aber Aussagen wie die der Schulleiterin aus Neukölln sind gefährlich: Kindern das Gefühl zu geben, sie wären fehl am Platz, weil sie zu Hause nicht deutsch sprechen, ist der komplett falsche Ansatz.

Vielleicht ging es der „Bild“-Zeitung aber auch gar nicht um Sprache. Oder wäre die Aufregung genauso groß, wenn die Kinder in Neukölln zu Hause nicht Türkisch, Arabisch oder Kroatisch, sondern Französisch oder Englisch sprechen würden? 

24 November 2018 0 Kommentare
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Information

»Wo ich schreibe, ist die Türkei«

von Fremdeninfo 23 November 2018
von Fremdeninfo
 Fokus

 

»Wo ich schreibe, ist die Türkei«

Der im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar hielt in der Elbphilharmonie die »Hamburger Rede zum Exil«. Dündars Rede war zugleich der Auftakt zum ersten »Exile Media Forum« der Körber-Stiftung, das deutsche Medienschaffende und im Exil lebende Journalisten zusammenführt.

Can Dündar sprach in der Hamburger Elbphilharmonie

Im Anschluss an Dündars Rede spielte das Syrian Expat Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Raed Jazbeh

»Lassen Sie uns endlich akzeptieren: Wir leben auf einer Erde von Migranten.« Diesen eindringlichen Appell für grenzüberschreitende Solidarität richtete der vielfach ausgezeichnete Journalist und Autor Can Dündar in seiner »Hamburger Rede zum Exil« in der Elbphilharmonie an das Publikum. Den in Deutschland lebenden Türken Can Dündar hatte die Körber-Stiftung im Rahmen der aktuell in Hamburg laufenden »Tage des Exils« eingeladen, über seine Erfahrungen mit Verfolgung, Flucht und dem neuem Leben im Exil zu reflektieren.

Thomas Paulsen, Vorstand der Körber-Stiftung, verdeutlichte in seinem Grußwort die Bedeutung von Journalisten im Exil: »Sie setzen sich für Pressefreiheit und Demokratie ein und vereinen diejenigen, die in den Jahren 1933 bis 1945 aus Deutschland in die Türkei verbannt wurden, mit denen, die heute zu uns kommen.«

Als ehemaliger Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet ist Can Dündar wegen seiner offenen Kritik an Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan einer mehrjährigen Haftstraße in der Türkei durch die Flucht ins deutsche Exil entgangen. Die öffentliche Bühne nutzte er, um den Anwesenden einen tiefen Einblick in die verwundete Seele der türkischen Oppositionellen und Exilierten zu geben, aber auch, um von den Chancen zu sprechen. »Das türkische Wort für Exil und Exilant lautet sürgün«, erläuterte er. »Es hat jedoch noch eine Nebenbedeutung: frisch ausgetriebener Spross.«

Immer wieder erinnerte Dündar an die Biografien deutscher Intellektueller, die vor den Nationalsozialisten geflohen waren, und zeigte Parallelen auf: »Das Exil ist eine schmerzhafte, entbehrungsreiche, bittere Lebenserfahrung. Aber es hat auch Aspekte, die einem Schriftsteller, einem Künstler, Akademiker, Intellektuellen oder Politiker neue Wege, neue Türen, neue Horizonte eröffnen«, sagte er. Und formulierte, in Anlehnung an Thomas Manns berühmtes Zitat aus dem Exil: »Wo ich schreibe, ist die Türkei.«

Dündars Rede war nicht nur der Höhepunkt der diesjährigen »Tage des Exils« Sie war gleichzeitig der Auftakt zum »Exile Media Forum«, zu dem die Körber-Stiftung am 30. Oktober deutsche und im Exil lebende Journalistinnen und Journalisten einlädt. Die Zahl der Journalisten und Medienschaffenden, die sich in Deutschland im Exil befinden und hier arbeiten, steigt. Doch was bedeutet es, im Exil journalistisch tätig zu sein? Wie verändert sich die deutsche Medienlandschaft vor dem Hintergrund von Migration und Globalisierung? Derartigen Fragen geht das Exile Media Forum zukünftig nach. Einmal im Jahr werden rund 100 Experten und Medienleute nach Hamburg geladen, um miteinander zu diskutieren, neue Trends aufzuspüren und Erfahrungen auszutauschen.

Im Anschluss an Dündars Rede spielte das Syrian Expat Philharmonic Orchestra vor allem Stücke, die erst nach dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs komponiert wurden und dadurch stark unter dessen Einfluss stehen. Das Orchester wurde 2015 von Raed Jazbeh gegründet. Der syrische Kontrabassist lebt seit 2013 in Deutschland im Exil. Auch die mehr als 70 Orchestermitglieder haben in Europa Zuflucht vor dem Bürgerkrieg gefunden. Mit dem Orchester wollen sie die durch den Krieg gefährdete reichhaltige Musikkultur Syriens bewahren und dem Publikum ihrer Exil-Heimat nahebringen.

23 November 2018 0 Kommentare
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Politik

Pflegebedürftigkeit von EinwandererInnen

von Fremdeninfo 18 November 2018
von Fremdeninfo

Pflegebedürftigkeit von EinwandererInnen

 Deutschland ist de facto ein Einwanderungsland.  EinwandererInnen bleiben nicht vorübergehend hier, sondern dauerhaft. Daher sind in Deutschland auf ihre Bedürfnisse und Lebensweisen gerichtete Gesetze und Lebenskonzepte mehr denn je notwendig geworden.

Zuwanderung gibt es kontinuierlich seit mehr als 60 Jahren. Aufgrund der demographischen Entwicklung der deutschen Gesellschaft wird die Einwanderung auch fortdauern. Die EinwandererInnen sind nicht mehr nur zum Arbeiten und anschließender Rückkehr hier. Sie werden hier nunmehr alt, krank und/oder pflegebedürftig. Die Zahl von Pflegebedürftigen wird stetig steigen, weil die Gesellschaft, auch unter den EinwandererInnen immer älter wird. Gleichzeitig sinkt die Zahl jungen EinwandererInnen, die sich um die Pflege ihrer Angehörigen kümmern können.

Mit einer Zunahme des Pflegebedarfs ist daher bereits in der gegenwärtigen Dekade zu rechnen, wenn verstärkt mehr Arbeitsmigranten der ersten und zweiten Generation 60, 70 Jahre und älter werden. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Erwerbspersonen, so dass sich die Frage nach einer adäquaten Versorgung von Pflegebedürftigen stellt. Denn, auch unter den jungen EinwandererInnen ist eine steigende Kinderlosigkeit oder eine Familienplanung mit wenigen Kindern gegeben. Das führt dazu, dass immer weniger Menschen die Unterstützung von Familienangehörigen in Anspruch nehmen können und damit auf professionelle Pflegedienste angewiesen sind.

Bereits heute  zeichnet sich aber ein Mangel an Pflegefachkräften für alle Gesellschaftsschichten ab. Die demografische Entwicklung verstärkt diesen Mangel stetig. 

In Alten- oder Pflegeheimen sind auch auf die Bedürfnisse der älteren, kranken oder pflegebedürftigen EinwandererInnen gerichtete Pflege-, Betreuungs- und Wohnkonzepte nötig.

Die Regierung sollte den Mangel an Pflegefachkräften in erster Linie nicht durch neue Pflegefachkräfte aus dem Ausland zu beheben versuchen. Eine Lösung könnte darin liegen, dass die vielen arbeitslosen und seit Jahren in Deutschland geduldeten EinwandererInnen zu

Pflegefachkräften ausgebildet und auf dem Arbeitsmarkt der Gesundheit und Pflege eingesetzt werden.

Eine weitere Problematik liegt darin, dass die Inanspruchnahme von professionellen Pflegediensten für EinwanderInnen wie für Einheimische mit hohen Kosten verbunden ist. Daher greifen immer mehr Haushalte, die sich um Pflegebedürftige kümmern müssen, auf die Hilfe von neuen EinwandererInnen zurück. Das führt sehr häufig zu irregulären Beschäftigungsverhältnissen bzw. zu Beschäftigungsverhältnissen in Grauzonen. Die meisten solcher eingewanderten Pflegekräfte stammen derzeit aus Osteuropa.

Die hier in Deutschland lebenden arbeitslosen EinwandererInnen aber bleiben auf der einen Seite ohne Ausbildung oder ohne Arbeit. Auf der anderen Seite aber benötigen pflege- oder betreuungsbedürftige ältere oder kranke EinwandererInnen dringend Pflegefachkräfte aus ihrem Kulturkreis bzw. Migrationshintergrund. 

Neue Lösungsansätze können in kultursensiblen Pflege- und Betreuungsprozessen und sog. Interkultureller Öffnung liegen, um den verschiedenen individuellen Ansprüchen der pflege- und betreuungsbedürftigen EinwandererInnen Rechnung zu tragen.

Das Kurzdossier beleuchtet genau diese und andere Facetten des Themenkomplexes „EinwanderInnen und Pflege“.

Auch daraus ist die Dringlichkeit der Frage der Einwanderung, Pflege und pflegende Angehörige ersichtlich, so dass ein eiliger Handlungsbedarf gegeben ist.

18 November 2018 0 Kommentare
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Information

Köln baut Jüdisches Museum – «Mahnung gegen Antisemitismus»

von Fremdeninfo 4 November 2018
von Fremdeninfo

Köln baut Jüdisches Museum – «Mahnung gegen Antisemitismus»

Von DPA

28.06.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, tätigt bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Museum symbolisch die letzten Hammerschläge an dem Grundstein. Foto: Henning

Köln bekommt jetzt auch ein jüdisches Museum, aber es wird ganz anders als in Berlin oder München: Kernstück wird das wieder freigelegte Judenviertel aus dem Mittelalter – das einst auf furchtbare Art unterging.

In Köln ist am Donnerstag der Grundstein für ein in seiner Art einzigartiges Jüdisches Museum enthüllt worden. Das Museum entsteht über dem ausgegrabenen mittelalterlichen Judenviertel wenige Fußminuten vom Dom entfernt

In einem 600 Meter langen unterirdischen Parcours sollen ab 2021 mehr als 2000 Jahre Geschichte lebendig werden. Der Weg führt auch zum Palast des römischen Statthalters, dessen Mauern in den 1950er Jahren bei Aufräumarbeiten nach dem Krieg entdeckt worden waren. Diese Ausgrabungslandschaft ist nach Einschätzung von Experten einzigartig. Die Baukosten belaufen sich auf 77 Millionen Euro.

«Keine andere deutsche Stadt ist so lange mit jüdischer Geschichte verbunden wie Köln», sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Die jüdische Gemeinde Kölns gilt als die älteste nördlich der Alpen. Es sei wenig bekannt, dass jüdisches Leben schon vor 1700 Jahren zu Köln gehört habe, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Er erinnerte auch an die Zerstörung des Viertels und die Ermordung seiner Bewohner im Jahr 1349: Den Juden war damals die Schuld für einen Pestausbruch zugeschoben worden. «Deswegen ist das gleichzeitig auch eine Mahnung gegen Antisemitismus», sagte Laschet.

Das Kölner Judenviertel lag nicht am Rand der Stadt, sondern genau im Zentrum der Handelsmetropole vor dem Rathaus. Seit 2007 wurde auf dem Rathausplatz gegraben. Dabei förderten die Archäologen die Ruinen von Tanzhaus, Hospital, Bäckerei und Synagoge zutage. Nach dem Namen für das jüdische Ritualbad – Mikwe – wird das Museum MiQua genannt werden.

Die Forscher fanden zudem viele kostbare Artefakte, unter anderem einen halbmondförmigen, edelsteinbesetzten Goldohrring aus dem 11. Jahrhundert. Auch entdeckten sie eine aus dem Mittelalter stammende Tafel mit der Aufschrift «yt in ys neyt anders». Man könnte das übersetzen mit: «Et is wie et is» (Es ist, wie’s ist) – die klassische Kölsche Spruchweisheit. Funde wie dieser zeigen, dass die Juden jahrhundertelang Kölner unter Kölnern waren.

4 November 2018 0 Kommentare
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Adil Yigit Deutschland will türkischen Erdogan-Kritiker ausweisen

von Fremdeninfo 29 Oktober 2018
von Fremdeninfo

Adil Yigit Deutschland will türkischen Erdogan-Kritiker ausweisen

 

DPA

Auf einer Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel und dem türkischen Präsidenten Erdogan forderte er auf seinem T-Shirt „Freiheit für Journalisten in der Türkei“ – jetzt muss Adil Yigit Deutschland verlassen – nach 36 Jahren.

Adil Yigit auf der Pressekonferenz von Merkel und Erdogan

Der türkische Regierungskritiker und Journalist Adil Yigit wird Ende Januar aus Deutschland ausgewiesen. Er habe den Bescheid am Freitag bekommen, sagte Yigit (60).

Der Journalist führt die Entscheidung auf seine prominente Protestaktion während einer Pressekonferenz des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt Ende September zurück.

Damals trug der in Hamburg lebende Yigit ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Gazetecilere Özgürlük – Freiheit für Journalisten in der Türkei“. Als es zu Unruhe kam, griffen deutsche Sicherheitskräfte ein und brachten Yigit aus dem Saal. Erdogan lächelte.

„Das hängt zusammen, anders kann es garnicht sein“, sagte Yigit, der eigenen Angaben zufolge seit 36 Jahren in Deutschland lebt. Schon im vergangenen Jahr lag bereits einmal ein entsprechender Bescheid vor. Aber der Chef der Hamburger Ausländerbehörde habe ihm versprochen, man werde schon eine Lösung finden.

Frist bis 22. Januar

Nun werde nur einen Monat nach seiner Protestaktion im Kanzleramt die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt, sagte Yigit. Er müsse jetzt bis 22. Januar 2019 das Land verlassen haben oder er werde abgeschoben.

Yigit gibt in Deutschland die regierungskritische Onlinezeitung „Avrupa Postasi“ heraus. „Natürlich fürchte ich mich, wenn ich abgeschoben werde“, sagte er. „In der Türkei werden Journalisten zum Schweigen gebracht.“

Nach dem Putschversuch von 2016 hat die türkische Regierung Zehntausende angebliche Staatsfeinde, darunter Journalisten, Akademiker und Menschenrechtler, festnehmen lassen und viele Medienhäuser geschlossen oder auf Regierungslinie gebracht.

Zuerst hatte die „taz“ über die Ausweisung berichtet. Yigit schreibt für die Zeitung als Kolumnist. In dem Artikel heißt es, als Gründe für die Ausweisung gebe die Behörde an, dass er nicht erwerbstätig sei und nicht bei seinen Kindern lebe.

brt/dpa

 

29 Oktober 2018 0 Kommentare
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