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Köln baut Jüdisches Museum – «Mahnung gegen Antisemitismus»

von Fremdeninfo 4 November 2018
von Fremdeninfo 4 November 2018
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Köln baut Jüdisches Museum – «Mahnung gegen Antisemitismus»

Von DPA

28.06.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, tätigt bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Museum symbolisch die letzten Hammerschläge an dem Grundstein. Foto: Henning

Köln bekommt jetzt auch ein jüdisches Museum, aber es wird ganz anders als in Berlin oder München: Kernstück wird das wieder freigelegte Judenviertel aus dem Mittelalter – das einst auf furchtbare Art unterging.

In Köln ist am Donnerstag der Grundstein für ein in seiner Art einzigartiges Jüdisches Museum enthüllt worden. Das Museum entsteht über dem ausgegrabenen mittelalterlichen Judenviertel wenige Fußminuten vom Dom entfernt

In einem 600 Meter langen unterirdischen Parcours sollen ab 2021 mehr als 2000 Jahre Geschichte lebendig werden. Der Weg führt auch zum Palast des römischen Statthalters, dessen Mauern in den 1950er Jahren bei Aufräumarbeiten nach dem Krieg entdeckt worden waren. Diese Ausgrabungslandschaft ist nach Einschätzung von Experten einzigartig. Die Baukosten belaufen sich auf 77 Millionen Euro.

«Keine andere deutsche Stadt ist so lange mit jüdischer Geschichte verbunden wie Köln», sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Die jüdische Gemeinde Kölns gilt als die älteste nördlich der Alpen. Es sei wenig bekannt, dass jüdisches Leben schon vor 1700 Jahren zu Köln gehört habe, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Er erinnerte auch an die Zerstörung des Viertels und die Ermordung seiner Bewohner im Jahr 1349: Den Juden war damals die Schuld für einen Pestausbruch zugeschoben worden. «Deswegen ist das gleichzeitig auch eine Mahnung gegen Antisemitismus», sagte Laschet.

Das Kölner Judenviertel lag nicht am Rand der Stadt, sondern genau im Zentrum der Handelsmetropole vor dem Rathaus. Seit 2007 wurde auf dem Rathausplatz gegraben. Dabei förderten die Archäologen die Ruinen von Tanzhaus, Hospital, Bäckerei und Synagoge zutage. Nach dem Namen für das jüdische Ritualbad – Mikwe – wird das Museum MiQua genannt werden.

Die Forscher fanden zudem viele kostbare Artefakte, unter anderem einen halbmondförmigen, edelsteinbesetzten Goldohrring aus dem 11. Jahrhundert. Auch entdeckten sie eine aus dem Mittelalter stammende Tafel mit der Aufschrift «yt in ys neyt anders». Man könnte das übersetzen mit: «Et is wie et is» (Es ist, wie’s ist) – die klassische Kölsche Spruchweisheit. Funde wie dieser zeigen, dass die Juden jahrhundertelang Kölner unter Kölnern waren.

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