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Religion

Türkische Moscheen im Ausland

von Fremdeninfo 30 Mai 2019
von Fremdeninfo

Türkische Moscheen im Ausland

Von

dtj-online

–

30. Mai 2019

 
wenn es um eine Moschee in Deutschland geht, stellt sich immer wieder die Frage, inwiefern diese eine Verbindung zum türkischen Staat hat. Dabei steht die Frage der Finanzierung besonders im Fokus.

Zuletzt hat sich das Thema „Türkische Moscheen im Ausland“ aber auch in der Türkei zu einem großen Gesprächsthema entwickelt. Auslöser war ein Video des türkischen Botschafters in Kirgisistan. Dabei ist der türkische Botschafter Cengiz Kamil Fırat auf dem Moscheehof in Kirgisistan bei einem Wutausbruch zu sehen. Er beklagt sich, dass auch Anhänger der Hizmet-Bewegung zu einem gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen worden waren.

Moschee für 35 Millionen Euro in Kirgisistan?

Dabei fragt der Botschafter Fırat, wie man ihn auf eine Veranstaltung einladen könne, auf der auch Mitglieder der Hizmet-Bewegung eingeladen seien. Fırat sagt weiter: „Wir lassen hier eine Moschee für 35 Millionen Euro errichten und ihr setzt uns mit Terroristen an einen Tisch.“

Diese Worte irritierten anscheinend viele Türken. „Warum bauen wir überhaupt eine Moschee in Kirgisistan?“ fragen einige Türken auf Twitter und Facebook.

Halbe Milliarde Dollar ausgegeben

Eine berechtigte Frage. Eşref Yalınkılıçlı kennt die Gründe. Yalınkılıçlı ist Analyst für Eurasien und glaubt, dass die Türkei nach 2009 nicht nur durch ihre militärische Kraft als zweitgrößte Macht innerhalb der NATO erwähnt bleiben wolle, sondern mit dem wirtschaftlichen Wohlstand eine Art „softe Stärke“ demonstrieren wolle.

Das scheint in der Tat ein wichtiges Ziel der Türkei zu sein. Denn nach den Berichten der Stiftung der türkischen Religionsbehörde Diyanet, belaufen sich die Kosten für den Bau von Moscheen im Ausland auf insgesamt etwa eine halbe Milliarden Dollar.  

Die Moschee in Bischkek, um die es in den Worten des Botschafters geht, hat beispielsweise 35 Millionen Dollar gekostet und bietet Platz für 20.000 Menschen gleichzeitig. Sie wurde im Spätsommer 2018 unter Teilnahme des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan eingeweiht. Dabei sagte Erdoğan in seiner Rede, dass diese Moschee dabei helfen werde, die lange Freundschaft zwischen beiden Völkern wieder aufblühen zu lassen. 

Eşref Yalınkılıçlı glaubt, dass die Türkei durch diese Moscheen auch das Ziel erreichen wolle, Führer in der islamischen Welt zu sein.

103 türkische Moscheen im Ausland  

Insgesamt seien mit den Geldern der Diyanet-Stiftung 103 Moscheen im Ausland errichtet worden. Die teuerste davon steht in Russland. Für den Bau der Moschee in Moskau wurden 170 Millionen Dollar ausgegeben. Für die Moschee in den USA wurden 100 Millionen Dollar ausgegeben. Auch am Bau der Zentralmoschee in Köln hat sich die Stiftung mit 45 Millionen Dollar beteiligt.  

30 Mai 2019 0 Kommentare
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Information

4.500 türkische Staatsbürger werden von den Wahlen ausgeschlossen

von Fremdeninfo 14 Mai 2019
von Fremdeninfo

 

  • Yazarlar /
  • Av.Mahmut Erdem

4.500 türkische Staatsbürger werden von den Wahlen ausgeschlossen

Av.Mahmut Erdem

4.500 türkische Staatsbürger werden von dem türkischen Staat in Deutschland rechtswidrig von den Wahlen ausges

In der Türkei finden am 24.Juni .2018 vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt.

In Deutschland beginnen Wahlen bereits am 07.06.2018 und enden am 19.06.2018.

Sowohl türkische Personen als auch Personen mit der doppelten Staatsbürgerschaft haben in Deutschland das Recht an den Wahlen teilzunehmen und ihre Stimme eine der Parteien, welche zu Wahlen zugelassen worden sind, zu geben und auch an den Präsidentschaftskandidaten.

Daher haben die Wähler zwei Stimmen.

Von dieser Stimmabgabe sind Personen ausgeschlossen die nach den türkischen Strafgesetzbuch zu mindestens 2 Jahren Haft verurteilt worden sind und zugleich Strafgericht auch festgestellt hat dass der Verurteilte davon ausgeschlossen ist zu Wählen und an Wahlen teilzunehmen.

Neben diesen gerichtlich festgestellten Wahlausschluss, welches sehr bedenklich ist, werden Personen von in der Form von Wahlen ausgeschlossen in dem man ihre Personalausweise und Identitätskarten einzieht und keine Möglichkeit einräumt sich in das Wahlregister eintragen zu lassen. Sind Personen trotzdem schon in der Vergangenheit in dem Wahlregister eingetragen worden so muss jeder türkischer Staatsbürger den Nachweis bei Abgabe des Stimmenzettels erbringen, dass er die türkische Staatsbürgerschaft besitzt. Dies durch Vorlage der Identitätskarte , einen Pass oder ein offiziell ausgestelltes Dokument der hierfür zuständigen Behörden.

Fehlt diese entsprechende Dokumentation zum Nachweis dass diese Person die türkische Staatsbürgerschaft besitzt so wird auch trotz der Eintragung in das Wahlregister dem Betroffenen nicht ermöglicht seine Stimme abzugeben.

Allein von dieser Form des ungerechten Ausschlusses der Stimmabgabe sind mindestens 4.500 Personen betroffen.

Diese Zahl belegt lediglich die Personen welche die türkische Regierung gegenüber der Bundesregierung offiziell mitgeteilt dass sie 4.500 Ermittlungsverfahren in der Türkei eingeleitet und an Deutschland weitergegeben hat damit auch in Deutschland diese Ermittlungsverfahren im Rahmen eines Rechtshilfeersuchen betrieben wird und das diese Personen nach Abschluss der Ermittlungen an die Türkei ausgeliefert werden sollten.

Diese Zahl ist meines Erachtens viel höher. Seit dem Ausnahmezustand seit Juli 2016 wurden zahlreiche Sondergesetze unter der Bezeichnung KHK erlassen. Darunter zählt auch für den Passeinzug KHK Nr. 667 § 3 und 5.

Das Sondergesetzt § 3 und 5 beinhaltet dass jedem der Nationalpass zu entziehen ist wenn dieser gegen die Rechtsordnung der Türkei verstoßen hat, sich einer terroristischen Organisation angeschlossen hat oder sie unterstützt oder die Sicherheit der Türkei beeinträchtigt.

Gleiches gilt auch für Personen welche mit der Betroffenen Person enger Verwandt sind und die Absicht haben ins Ausland abzusetzen.

Diese Vorschrift beinhaltet ferner denjenigen den Pass zu entziehen der Landfriedensbruch begangen haben oder im Ausland in Organisationen und Gruppen tätig sind die die türkische Nation sowie die Interessen der Türkei bedrohen.

Die Grundlage dieses Sondergesetzes wird Erdogan ermöglichen seine Wähler selbst zu bestimmen und unliebsame Wähler von den Wahlen auszuschließen

Sowohl das Sondergesetz KHK Nr. 667 als auch die Vorgehensweise der Erdogan- Regierung widersprechen der Europäischen Menschenrechtskonvention Art. 1 . Die türkische Regierung hat bereits in den fünfziger Jahre der Genfer Menschenrechtskonvention aus dem Jahre 1949 unterschrieben und ratifiziert. Somit ist diese Menschenrechtskonvention aus dem aus dem Jahre 1954 ein Teil der türkischen Rechtsordnung.

An dieser Rechtsordnung muss sich auch die Erdogan –Regierung messen lassen.

Rechtsanwalt

Mahmut Erdem

14 Mai 2019 0 Kommentare
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Archive

Aşağı Saksonya’da 23 Nisan kutlaması

von Fremdeninfo 25 April 2019
von Fremdeninfo

 

 

Aşağı Saksonya’da 23 Nisan kutlaması

23 Nisan Çocuk ve Ulusal Egemenlik Bayramı’nda Hannover Belediye Başkanı Regine Kramarek ve Eyalet Parlamentosu’ndan Alptekin Kırcı’yı, Aşağı Saksonya Türk Veliler Birliği Başkanı Seyhan Öztürk ve Türkçe öğretmeni Nurettin Elaslan ile Türkiye kökenli 17 çocuk ziyaret etti.

 
 
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Çocukları Belediye Parlamento salonunda kabul eden Yeşiller Partili Belediye Başkanı Kramarek, Hannover’in 540 bin nüfusuyla enternasyonal bir şehir olduğunu vurguladı.

“Bu salonda pek çok kez gençleri kabul ettik. Çin’den Japonya’dan, Fransa, İtalya ve İspanya’dan gelen gençleri ağırladık. İlk kez sizin gibi çocuklar geliyor bu salona,” sözleriyle çocukları karşılayan Belediye Başkanı, politik faaliyetleri, çocukların okuldaki ders programından örnekler vererek açıkladı.

Çocuklar Aşağı Saksonya Eyalet Başkanı Stephan Weil’in makamını işgal etti.

Çocuklara çevre, maliye, kültür, bayındırlık, trafik gibi konularda belediye komisyonları bulunduğunu ve bu komisyonların, yurttaşların ihtiyaçlarını karşılamak için çalıştığını anlattı. “Örneğin maliye komisyonunda sizlere okul yapılması ve hızlı internet getirilmesi için bütçe ayırma çalışmaları yapılır.”

Daha sonra Belediye Başkanı Kramarek, çocukların sorularına yanıt verdi. Çocuklar, 23 Nisan’ın Türkiye ve Almanya’da taşıdığı önemi ve tarihçesini anlattılar.

Kramarek ilk kez böyle bir toplantı yaptığını, ilk kez çocuklarla görüştüğünü söyleyerek bu ziyaretten çok mutlu olduğunu ifade etti.

Çocuklar daha sonra Saksonya Eyalet Parlamentosu’ndan SPD’li Alptekin Kırcı ile buluştular. Kırcı da onlara eyalet parlamentosunun işlevlerini ve nasıl çalıştığını anlattı. Ardından çocukların sorularını yanıtladı.

Çocuklardan 23 Nisan’ın tarihçesini dinledikten sonra onlara SPD fraksiyon odasını gezdirdi ve oradaki faaliyetleri anlattı.

Kırcı’nın isminden Türkiye kökenli olduğunu anlayan çocuklar, ona Türkçe bilip bilmediğini sordular. Kırcı, “annem Alman, babam Kayserili Türktü. Evde daha çok Almanca konuştuğumuz için pek Türkçe bilmiyorum,” dedi. Alptekin Kırcı da, çocukların 23 Nisan ziyaretinden duyduğu mutluluğu ifade etti.

Cumali Yağmur / Hannover

25 April 2019 0 Kommentare
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Politik

Gehen Sie am 26.05 2019 zum Wählen

von Fremdeninfo 23 April 2019
von Fremdeninfo

Gehen Sie  am 26.05 2019 zum Wählen

Am Sonntag, 26. Mai,  2019 findet in Deutschland die neunte Direktwahl des Europäischen Parlaments statt.

Wahlberechtigt sind alle EU-Bürger, die älter als 18 Jahre sind und mindestens drei Monate in der EU gewohnt haben. Die Deutsch Staatsbürger  und Eingebürgerte EinwanderInnen  dürfen auch wählen.

Mitgliedstaaten, die in Deutschland wohnen, können entweder in ihrem Herkunfts-Mitgliedstaat oder in ihrem Wohnsitz-Mitgliedstaat Deutschland an der Europawahl als Unionsbürger wählen möchte,

Voraussetzung ist, dass man als Wähler im örtlichen Wahlverzeichnis zur Europawahl eingetragen ist. Der Antrag zur Aufnahme ins örtliche Wahlverzeichnis kann ­– falls notwendig – frühestens sechs Monate vor dem Wahltag beim Bundeswahlleiter gestellt werden, und er muss spätestens am 21. Tag vor der Wahl (am 5. Mai 2019) bei der Gemeinde am Wohnort eingegangen sein.

Am Sonntag, den 26. Mai 2019, werden in Deutschland und vielen anderen EU-Mitgliedstaaten die Wahllokale für die Europawahl 2019 geöffnet.

Wo genau sich das Wahllokal des eigenen Wahlkreises befindet und wie lange es geöffnet ist, steht auf der Wahlbenachrichtigungskarte.

Diese sollte zur Wahl mitgebracht werden. Ist das nicht möglich, reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Nachdem er sich ausgewiesen hat, erhält der Wähler den Wahlschein, den er in der Wahlkabine geheim und frei ausfüllt.

Auf dem Stimmzettel ist jede Partei aufgelistet, die an der Europawahl teilnimmt. Der jeweilige Listenplatz ergibt sich aus den Ergebnissen der vergangenen Europawahl.

Neu aufgestellte Parteien oder fraktionslose Kandidaten sind in alphabetischer Reihenfolge darunter gelistet. In der Spalte der Parteien sind die ersten zehn Kandidaten für das jeweilige Bundesland in der Reihenfolge aufgeführt, in der sie gewählt wurden.

Machen Sie Ihr Kreuz bei der Partei, die Ihre Interessen im Europäischen Parlament bestmöglich vertritt. Unser Wahl-O-Mat hilft Ihnen dabei, die richtige Partei zu finden. Dieser wird rund zwei Wochen vor der Wahl verfügbar sein.

Jeder Wähler hat nur eine Stimme!

Anschließend wird der Stimmzettel gefaltet und unter Anwesenheit der Wahlhelfer in die Wahlurne gesteckt. Nach Schließung der Wahllokale werden die Stimmen ausgezählt und den zuständigen Wahlleitern ein erstes vorläufiges Ergebnis gemeldet.

Der Bundeswahlleiter erhält die Ergebnisse der Stimmenauszählung aller Länder und ermittelt daraufhin das Gesamtwahlergebnis im Bund sowie die Sitzverteilung für die gewählten Kandidaten nach dem Berechnungsverfahren Sainte-Laguë/Schepers. Erste Prognosen für die Europawahl werden in der Regel bereits am Wahlabend veröffentlicht.

Wer am Wahltag nicht persönlich im Wahllokal erscheinen kann oder möchte, kann auch per Briefwahl an der Europawahl teilnehmen. Die Briefwahlunterlagen können 2019 bis spätestens Freitag, den 24. Mai um 18:00 Uhr, beantragt werden.

Besser ist es allerdings, den Wahlschein frühzeitig zu beantragen. Dies kann schriftlich oder persönlich bei der Gemeinde des Hauptwohnsitzes erfolgen. Den Antrag für die Briefwahlunterlagen finden Sie auf der Wahlbenachrichtigungskarte.

Wie oft wird das Europaparlament gewählt?

Die Wahl des Europäischen Parlaments findet alle fünf Jahre innerhalb eines fest definierten Zeitrahmens statt. Erstmals wurde sie im Juni 1979 in allen neun Mitgliedstaaten der damaligen Europäischen Gemeinschaft durchgeführt.

 Gehen Sie  am 26.05 2019 zum Wählen Machen Sie Ihr Kreuz bei der Partei, die Ihre Interessen im Europäischen Parlament bestmöglich vertritt!

23 April 2019 0 Kommentare
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Archive

Hannover’de Uluslararası Anadil Günü sempozyumu

von Fremdeninfo 22 April 2019
von Fremdeninfo

 

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Hannover’de Uluslararası Anadil Günü sempozyumu

Uluslararası anadil günü dolayısıyla düzenlenen sempozyum, Aşağı Saksonya Türk Veliler Birliği Başkanı Saylan Öztürk’ün açılış konuşmasıyla başladı. 

 
 
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Hannover’de Aşağı Saksonya Türk Veliler Birliği ( FöTEV Nds) ) Uluslararası Anadil Günü dolayısıyla sempozyum düzenledi. 

Uluslararası anadil günü dolayısıyla düzenlenen sempozyuma anadil öğretmenleri ve eğitimcilerin yanı sıra Hannover Başkonsolosu Banu Malaman, STK temsilcileri ve veliler de katıldı. Sempozyum, Aşağı Saksonya Türk Veliler Birliği (FöTEV Nds) Başkanı Saylan Öztürk’ün açılış konuşmasıyla başladı. 

Konuşmasında anadilin önemine değinen Öztürk, Hannover’de ve Aşağı Saksonya genelinde dernek olarak anadil eğitimi için başarıyla mücadele verdiklerini anlattı. “Anadilin ve çokdilliliğin önemini okullarda velilere ve Alman öğretmenlere anlatmaya çalışıyoruz” diyerek Polonyalı velilerin kurduğu benzer bir dernekle birlikte çalışmalarını sürdürdüklerini belirtti.

Duisburg-Essen Üniversitesi’nde çokdillilik ve anadil uzmanı olarak çalışan Dr. Ahmet Ünalan ise Almanya bir göç ülkesi olarak kabul edildiği halde eğitim sisteminin hâlâ tek ulus prensibine dayandığına dikkat çekerek, “Eğitim sistemi göçmen çocukların önünde bir engel teşkil ediyor,” dedi. “Oysa anadil ve çokdillilik günümüzde çok önemlidir. Küçülen dünyada, tekniğin ilerlemesiyle de artık çok şey değişmiştir. Günümüzde Alman toplumu homojen bir toplum olmadığı gibi çokuluslu bir toplum yapısında çokdillilik de kaçınılmazdır.”

Sempozyumda da ifade edildiği gibi Almanya’da bugün dördüncü nesil göçmenler yaşıyor ama bunlar, eğitimi düzenlerken Fransa’da ve İngiltere’de olduğu gibi dikkate alınmıyor. Bunun bir nedeni, Almanya’da üniter devlet yapısının çok geç gelişmesi. Ayrıca Fransa ve İngiltere’de öteden beri kolonilerden gelen topluluklar olduğu için göçmenlere karşı yaklaşımlar daha farklı. Almanya ise tek ulus kültürü ve dili için uğraşmak zorunda kalmıştı. Diğer ülkelerden gelenlere karşı klasik göçmen kavramından yola çıksa da, başka Avrupa ülkelerinden gelenler ve yurtdışına yerleşmiş eski kuşakların torunları olan Alman kökenlilerin de ülkeye gelmesiyle durum başka boyutlar kazandı.

Almanya, 40 yıl gibi kısa bir süre içinde geçirdiği bu değişimleri, Fransa ve İngiltere’yle aynı konuma gelerek atlatmaya çalışıyor. Öte yandan, nüfus yaşlandığı için aslında daha çok göçmene, yani işgücüne ihtiyaç var. Almanya bugün fiilen çokdilli bir toplum ve Almancadan sonra en çok konuşulan ikinci dil de Türkçe. Büyük şehirlerde Türkçenin ağırlığı hemen görülüyor.

Buna rağmen eğitim sistemi tek ulus prensibime göre düzenlenmiş ve öyle devam ediyor. Alman öğretmenler, göçmen çocuklara da ders verecek şekilde yetiştirilmediği gibi Türkiye’den gelen anadil öğretmenleri de buradaki eğitim sistemini bilmiyor. Üstelik diğer öğretmenlerle aynı statüde değiller ve onlardan daha az maaş alıyorlar. Türkiye’den gelen öğretmenlere, öğretmenden çok anadil ve İslamiyet uzmanı gözüyle bakılıyor. Çoğu göçmen çocuklarla uyum sağlayamıyor, bu da öğrencilerin anadil derslerine ilgisini olumsuz etkiliyor. Bütün eyaletlerde Türkçe anadil derslerine giren çocukların oranı ortalama %10.

Oysa anadil eğitimi, hem çocuğun aile içinde sağlıklı bir iletişim kurarak iyi yetişmesi hem başka dilleri daha iyi öğrenebilmesi için çok önemli. Türkiye’den gelen ailelere bu konuda büyük görev düşüyor.

Sempozyumda bir başka konuşmayı da Ruhr Veliler Birliği Başkanı Dr. Ali Sak yaptı. Sak, göçmenlere anadil eğitimi verilmesinin Alman toplumu için de çok önemli olduğunu vurgulayarak, “Çokdillilik, bugün Avrupa toplumlarında kaçınılmazdır,” dedi. Göçmen ailelerin çocukları için anadil eğitiminin ve çokdilliliğin büyük önem taşıdığını vurgulayan Sak, sözlerine şöyle devam etti: “Çokdilliliği kabul eden toplumlar eğitim sisteminde bazı sorunları da çözmüştür. Günümüzde pek çok işçi çocuğu bu sayede liseye gidebiliyor. Globalleşen dünyada çokdillilik kaçınılmaz bir durumdur.”dedi.

Sak ayrıca, küçük yaştan itibaren ikidilli yetişen çocukların bir süre sonra her iki dili de çok iyi konuşabildiğini vurgulayarak, “Çocuklar dilleri birbirine karıştırıyor diyenlere, yanıldıklarını bir uzman olarak söylemek isterim. İki, hatta daha çok sayıda dili çocuk 12-13 yaşlarına kadar gayet rahat öğrenebilir. Çocuk küçük yaşta çokdilli yetiştirilirse bu konuda sorun yaşanmaz, yaş ilerledikçe dil öğrenimi zorlaşır,” diye konuştu.

Cumali Yağmur / Hannover

22 April 2019 0 Kommentare
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Archive

Hannover’de Alevi Toplumu Başkanlığına Yıldırım getirildi

von Fremdeninfo 21 April 2019
von Fremdeninfo

 

 

Hannover’de Alevi Toplumu Başkanlığına Yıldırım getirildi

 Avrupa Postası’na konuşan Veli Yıldırım, “Bundan sonra örgütlenmemizde yeni bir dönem başlıyor,” dedi.

 
 
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Derneği dışarıya tanıtmak ve tüm Hannover’deki demokrat sivil kuruluşlarla dayanışma içinde birlikte calışmanın önemini anlatan Yıldırım, sendikal calışmalara katılımı ve siyasi partilerle birlikte çalışmaların sürdürülmesini savunuyor. Ona göre Alevi gençlerin, faşist partiler haricinde tüm demokrat partilere üye olması ve politika yapması gerekli.

“Alevi gençlerin, yaşamakta oldukları ülkelerin dillerini, kültürlerini çok iyi bilmeleri örgütlenmede çok yararlı olacaktır. Yaşadıkları toplumla çok çabuk kaynaşmaya, önyargılı olmamaya özen göstermeleri gerekir. Alevi örgütlerinin uzun ömürlü olması için gençlik örgütlenme içine çekilmeli ve örgüt görevleri çok iyi tahlil edilmelidir. Almanya’da kalıcı olduğumuz olgusundan yola çıkarak yaşamın tamamında yerimizi almalıyız.”

Klasik dernekçilik veya lokalcilik anlayışıyla politika yapmaya karşı olduğunu özellikle vurgulayan Yıldırım, sözlerine şöyle devam etti: “Alman toplumunda hâlâ çözüm bulmamış sorunlarımız doğrultusunda mücadele vermek zorundayız. Bunun için de örgütsel yapılarımızda köklü değisikliğe gitmemiz gerkecektir. Son zamanlarda gelişen ırkçılığa, milliyetçiliğe, şovenizm ve yabancı düşmanlığına karşı tüm demokratik sivil kuruluşlarla birlikte mücadele bayrağını yükseltmeliyiz.”

Yıldırım, bütün okullarda Alevi çocuklara inançları doğrultusunda dersler, hapishanelerdeki Alevi gençlere Dedeler eşliğinde psikolojik destek sunulmasını savunuyor. Bunun dışında anadil eğitiminin önemini vurgulayarak okullarda çokdillilik prensibinin yaşama geçirilmesini istiyor.

Ona göre, günümüz koşullarında demokratik kitle dernekleri, görevlerini çok iyi tespit edip, toplumdan kaynaklanan sorunlar doğrultusunda örgütlenmek ve mücadele vermek durumunda. “Gövdemizle yaşadığımız ülkelerde düşüncemizle başka yerde olmamızın kendimize de örgütsel yapımıza da hiçbir faydası olmaz,” diyen Yıldırım, bu anlayıştan bir an önce vazgeçilmesinden, insanların yaşadıkları ülkelerde örgütlenme anlayış ve bilincine ermesindan yana. 

Almanya’da, başka Avrupa ülkelerinde veya Türkiye’de olsun, dünyanın her yerinde insan haklarının çiğnenmesine, ötelkileştirmeye, horlanma ve sömürüye karşı sesimizi yükseltmemiz gerektiğini savunuyor. Alevi örgütlenmesi de diğer göçmenler ile hiçbir fark gözetmeden el ele mücadele vermek zorunda olduğunu vurguluyor.

“Örgütsel çalışmalarımızda, kendi örgütlerimizin dışında da mücadele veren tüm canlara karşı hoşgörülü yaklaşmak, onların verdiği mücadeleyi göz ardı etmemek boynumuzun borcudur. Alevi örgütlenmesinde emeği geçen tüm canlarımıza, bedel ödeyenlere, zamanlarını kendileri için değil de örgüt için harcayanlara selam ediyoruz. Alevi örgütlenmeleri bağımsız ve kendi iç dinamiğine göre hareket etmelidir. Hiç kimsenin arka kapısı ve bahçesi olmamalı, ilkeli birlik yöntemini geliştirmesi gerekir.”

Alevi örgütlenmesinin önündeki görevlerden birinin de göçmenlerle ilgili yeni projeler üretmek olduğunu belirten Yıldırım, Hannover Cemevi’nin maddi sıkıntılarına çözüm bularak çocuk yuvası, öğrencileri için öğrenci yurdu, yaşlılar için huzurevi ihtiyacını kısa sürede tamamlamak için çalışmalara girişmekten söz ediyor. Bunun için de bütün üyelerin yeni maddi olanaklar yaratma çabasında olmasının önemini ifade ediyor.

Cuma Yağmur / Hannover

21 April 2019 0 Kommentare
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Politik

Nach den türkischen Kommunalwahlen

von Fremdeninfo 4 April 2019
von Fremdeninfo

Nach den türkischen Kommunalwahlen 

Die europäischen Länder, in denen EinwandererInnen aus der Türkei leben, sind froh, dass am 31.03.2019 in der Türkei nur die Kommunalwahlen stattgefunden haben.

Die EinwandererInnen, die aus der Türkei kommen, sind genau so wie die in der Türkei lebenden Menschen gespalten. Sie haben sogar im Rahmen der kürzlich erfolgten Kommunalwahlen sich weiter spalten lassen. Sie sind seit mehreren Monaten nur mit dem Thema türkische Kommunalwahl und wer darf und wer darf nicht gewinnen, beschäftigt. Die Spaltung der türkischstämmigen Gesellschaft ist sehr vorangeschritten. Sie gehen sogar in getrennte Moscheen, um ihren religiösen Pflichten nachzugehen. Nicht nur die Religionshäuser bzw. Moscheen sind getrennt. Man geht auch in unterschiedliche Teehäuser, Shihabars oder andere Lokalitäten, die den jeweiligen Parteien, Organisationen oder anderen Gesellschaften in der Türkei zugeordnet sind. Ein Spiegelbild aus der Türkei sozusagen.

Angesichts der ca. 3.000 km Entfernung zwischen der Türkei und Deutschland, die zwischen den hier lebenden türkischstämmigen EinwandererInnen und den in der Türkei lebenden Menschen liegen, ist ein solches Verhalten aus hiesiger Sicht nicht nachvollziehbar.

Die hier lebenden EinwandererInnen aus der Türkei sehen nicht, dass die türkischen Kommunalwahlen für sie nichts bringen. Hingegen finden in Europa am 26. Mai 2019 Europawahlen statt. Durch den Ausgang dieser Wahlen können sich rechtliche Änderungen für den Lebensmittelpunkt der EinwandererInnen ergeben. Das interessiert sie aber überhaupt nicht. Viele von ihnen wissen nicht einmal, dass die Europawahlen stattfinden werden. Wenn man dieses Desinteresse an den Europawahlen mit dem Interesse an türkischen Kommunahlwahlen vergleicht, kommt man nicht umhin, zu fragen, ob ihnen nicht bewusst ist, wo ihr Lebensmittelpunkt liegt.

In Gesamteuropa leben ca. 7 Millionen EinwandererInnen aus der Türkei. Ein Teil von ihnen besitzt die Staatsbürgerschaft ihres Herkunftslandes, ein nicht unerheblicher Teil besitzt die Staatsbürgerschaft aus Deutschland oder eines anderen europäischen Staates und ein anderer Teil besitzt sogar die doppelte Staatsbürgerschaft. Besitzen sie deutsche oder europäische Staatsbürgerschaften, das bedeutet dann, auch Verantwortung übernehmen, die demokratische, menschenrechtliche und wirtschaftliche Entwicklung hier vor Ort mitgestalten.

Freilich sind die Türkischstämmigen in der EU recht ungleich verteilt. Die meisten, ca. 3 bis 3,5 Millionen leben in Deutschland. In Frankreich leben ca. 900.000 Tausend bis 1 Million, in Bulgarien leben rund 800.000 Tausend. Darüber hinaus gibt es türkisch-kurdische Gemeinschaften im Vereinigten Königreich, nämlich ca. 500.000 Tsd., in den Niederlanden ca. 480.000 Tsd.,  in Österreich ca. 360.000 bis 500.000 Tsd. und Griechenland etwa 350.000 Tsd. Auffallend kleiner sind dagegen die türkischen und kurdischen Communities in Italien mit etwa 20.000 Tsd., in Polen mit 3.300 und in Portugal mit ca. 700, wobei es sich bei den letzteren beiden nur um türkische Staatsbürger handelt.

Europa muss auch angesichts dieser EinwandererInnen, die nicht eine unerhebliche Zahl ergeben, der türkischen Regierung Druck machen, um die Kopenhagener-Kriterien zu erfüllen. Eurpa muss eine klare Aussage abgeben, dass bei Erfüllung dieser Kriterien eine Vollmitgliedschaft auf jeden Fall in Frage kommt. Eine klare Perspektive ist sehr wünschenswert. Im EU-Parlament zeichnet sich jedoch eine Mehrheit für den Stopp der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ab. Dieser Schritt mag auf den ersten Blick angemessen erscheinen. Tatsächlich wäre er kontraproduktiv.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seiner Partei AKP fährt einen sehr harten innenpolitischen Kurs und macht damit einen Beitritt der Türkei in die EU immer unwahrscheinlicher. Die Zukunft des Landes bleibt ungewiss. Die Aufhebung demokratischer Werte und Normen schreitet unaufhörlich voran, die Menschenrechte wie Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit aber auch die Ausbildungs- und Berufsfreiheit werden nach und nach außer Kraft gesetzt. Die Medien sind gleichgeschaltet. Ca. 95 % der Medien-, Presse-, Rundfunk- und Fernsehanstalten sind gleichgeschaltet und unter AKP-Kontrolle. Gemeine Bürger des türkischen Staates, Oppositionelle und mit Terrorismus Beschuldigte, die offen Misstände anprangern, werden als Terroristen beschimpft, beschuldigt und rechtlich verfolgt. Sie müssen, wenn sie es schaffen, aus dem Land flüchten. Die Fluchtwelle nimmt zu. Diese Menschen werden nach Europa flüchten. Europa muss ihnen Schutz anbieten. Das widerum wird in Europa erneut oder zu extremeren Debatten über die Flüchtlingsproblematik, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismuss führen. Ist das von Europa gewollt? 

Es ist unseres Erachtens falsch, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei  endgültig zu beenden.

Den demokratischen Kräften in der Türkei sollte man die Tür nicht verschließen. Europa sollte der undemokratischen Politik der türkischen Regierung und der dadurch bedingten Spaltung der Bürger bzw. Gesellschaft entgegensetzen. Wenn das nicht geschieht, so werden die hiesigen Probleme mit EinwandererInnen und Flüchtlingen ebenfalls nicht gelöst werden.

Nach der Weigerung der türkischen Behörden, mehreren deutschen Korrespondenten die Arbeitsgenehmigungen zu verlängern, warnten Außenpolitiker vor Reisen in das Land. Der frühere Bundesvorsitzende der Grünen Cem Özdemir  hatte  im Deutschlandfunk Radio gesagt: “Keine/keiner  ist in der Türkei sicher, weder Deutsche noch Nichtdeutsche. Das ist ein Willkürstaat.“

Der Wirtschaft in der Türkei geht es derzeit sehr schlecht. Die Inflation liegt bei ca. 20 %. Die Arbeitlosigkeit ist sehr hoch. Nach den Wahlen wird sich die Situation wahrscheinlich verschlimmern. Jedenfalls hat die türkische Lira wieder an Wert verloren. Wie eine solche die Bevölkerung sehr belastende Situation sich entwickeln wird, ist sehr ungewiss.

Diese politischen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktlichen Entwicklungen in der Türkei belasten die EinwandererInnen aus der Türkei nicht, weil ihr Lebensmittelpunkt in Deutschland bzw. in Europa ist und für sie die dort geltenden politischen und wirtschaftlichen Werte gelten, für die sie sich aber nicht einsetzen, engagieren oder zu interessieren scheinen. Sie müssen darauf sensibilisiert werden. Eine Willkommenskultur muss in allen Bereichen der Gesellschaft erreicht werden, damit sie sich als Teil und Mitbestimmer der hiesigen Gesellschaft sehen können. Die EinwandererInnen aus der Türkei aber auch aus anderen Ländern müssen sich dafür einsetzen, der gesellschaftlichen Spaltung Einhalt zu gebieten und Interesse für eine Integration zeigen. Die hiesige Gesellschaft muss sich noch öffnen, Ängste vor Fremden bzw. Fremdsein abbauen und Möglichkeiten der Integration und Mitbestimmung einräumen. Verbände, Parteien, Behörden, Medien, Vereine, Stiftungen, Gemeinden etc. sollten sich öffnen und die „Fremden“ nicht mehr als „Fremde“ sehen, sondern als ein Teil von sich sehen und sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben mitwirken lassen und ihnen Rechte und Pflichten einräumen aber auch auferlegen. Die Devise sollte in Europa im weiteren und in Deutschland im engeren Sinne Verantwortung übernehmen und Mitbestimmen sein.

4 April 2019 0 Kommentare
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Information

Beitritt EU-Parlament stimmt für Verhandlungen mit Türkei

von Fremdeninfo 14 März 2019
von Fremdeninfo

Beitritt EU-Parlament stimmt für Verhandlungen mit Türkei

 

DPA und Spiegel Online

Das Europäische Parlament hat sich für die umgehende Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen. Die Abgeordneten stellten aber eine Reihe von Bedingungen. Die Resolution ist nicht bindend für die EU-Staats- und Regierungschefs, die ab morgen über den Beitritt beraten und entscheiden werden.

EU-Parlament in Straßburg: Die niederlänidische Abgeordnete Kathalijne Buitenweg zeigt offen ihre Präferenz

Straßburg – Die christdemokratischen Gegner von Beitrittsgesprächen erlitten im EU-Parlament eine Niederlage: Obwohl sie gegen den Widerstand von Linken, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen eine geheime Abstimmung durchsetzten, stimmten nur 262 Abgeordnete gegen Verhandlungen ohne weitere Verzögerung, 407 stimmten dafür. Die Zustimmung des Parlaments ist zwar nicht erforderlich, könnte der in der EU-Bevölkerung umstrittenen Entscheidung aber zusätzliche Legitimität verschaffen.

Die Abstimmung hat zudem Signalwirkung auf den Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs, der morgen Abend beginnen wird. Bei dem Treffen soll über die Aufnahme von Verhandlungen mit der Türkei entschieden werden.

In der Resolution verlangten die Abgeordneten die Aufnahme der Verhandlungen „ohne unnötige Verzögerungen“. Zugleich forderte das Parlament von der Türkei die Fortsetzung der Reformen und ein Signal hin zur Anerkennung des EU-Mitglieds Zypern. Die Regierung in Ankara müsse eine „Null-Toleranz“-Haltung gegenüber Folter einnehmen.

Ziel der Verhandlungen mit der EU müsse aber der Beitritt des Landes sein. Einen dritten Weg im Falle eines Scheiterns der Gespräche nennt das Parlament nicht. Entsprechende Änderungsanträge waren zuvor abgelehnt worden.

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Die Abgeordneten forderten die Türkei auf, die kurdische Minderheit und den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen. „Dabei handelt es sich aber nicht um neue Vorbedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen“, sagte Parlamentspräsident Josep Borrell.

Der konservative niederländische Berichterstatter Camiel Eurlings stellte klar: „Die Kriterien für die Mitgliedschaft sind noch nicht erfüllt.“ Nach seinem Bericht ist das Ziel der Verhandlungen zwar die Vollmitgliedschaft. Der Beitrittsprozess sei aber kein Automatismus. So müsse die Türkei die Republik Zypern anerkennen.

Aus Sicht der Bundesregierung wird es im EU-Gipfel-Beschluss über die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit der Türkei keine Sonderoptionen geben. „Den Begriff privilegierte Partnerschaft werden Sie im Abschlussdokument nicht finden“, sagten hohe Regierungsbeamte in Berlin. Danach werden die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag in Brüssel nur noch nach Formulierungen für das Abschlussdokument suchen, die den „Prozesscharakter“ der Gespräche unterstreichen.

Der EU-Gipfel werde die Gespräche wohl beschließen, sagte der niederländische Regierungschef und EU-Gipfelvorsitzende Jan Peter Balkenende heute im niederländischen Parlament in Amsterdam. „Auf Grundlage meiner Gespräche rechne ich mit einer Zustimmung, aber wir brauchen eine einstimmige Entscheidung“, sagte Balkenende.

Auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso forderte die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) zum Start von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei auf. Der EU-Gipfel müsse die türkischen Anstrengungen belohnen und Verhandlungen beschließen, sagte Barroso im Europaparlament. „Es sollte ein klares Datum vorgesehen werden.“

Barroso bekräftigte die Haltung der Kommission, wonach die Verhandlungen ergebnisoffen seien und auch die Dauer nicht vorab festgesetzt werden könne. Diplomaten erwarten einen Verhandlungsbeginn im Oktober oder November.

Während der Beginn von Verhandlungen als sicher gilt, wird an der politisch sensiblen Festlegung des Verhandlungsziels noch gefeilt. Diplomaten erwarten, dass der Gipfel sich wie die Kommission für ergebnisoffene Gespräche ausspricht. Für den Fall des Scheiterns dürfte er weiter eine enge Bindung der Türkei an die europäischen Strukturen festlegen. Konservative und Christdemokraten wie die deutsche CDU/CSU dringen darauf, auch eine klare Alternative zu einem Beitritt vorzugeben, was die Türkei mit deutscher und britischer Hilfe ablehnt.

Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der die Position der konservativen Regierungen koordinieren soll, äußerte sich in Wien zurückhaltend. Er sei für Verhandlungen, sagte er. Allerdings sei die Türkei ein Sonderfall. Deshalb sei ein besonderer Ansatz nötig, der deshalb auch zu einem besonderen Ziel führen werde. Schüssel forderte etwa Ausnahmen von der Freizügigkeit für Türken, um den Arbeitsmarkt in anderen EU-Staaten zu schützen.

14 März 2019 0 Kommentare
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„Nie vergessen, wo man herkommt“

von Fremdeninfo 22 Februar 2019
von Fremdeninfo
 

 

Rhein Main Necker  Zeitung

Cem Özdemir und Danyal Bayaz

„Nie vergessen, wo man herkommt“

Wie ist das eigentlich, wenn man mit türkischem Namen in die deutsche Politik geht? Cem Özdemir hat da ganz andere Erfahrungen gemacht als 20 Jahre später Danyal Bayaz. Ein Gespräch über Vorurteile und gesellschaftlichen Zusammenhalt

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„Ich habe gemerkt, dass der Name Cem Özdemir in der politischen Öffentlichkeit kein so ,normaler‘ Name wie Hans Müller ist“: Die beiden grünen Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (l., Stuttgart) und Danyal Bayaz (r., Schwetzingen) beim Interview in der Rhein-Neckar-Zeitung. Fotos: Philipp Rothe

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Von Sören S. Sgries

Sitzt hier der politische Ziehvater mit seinem Sprössling an einem Tisch? Auf die Idee könnte man kommen, wenn Cem Özdemir und Danyal Bayaz über ihre politischen Leidenschaften sprechen. Auch persönlich scheinen beide auf einer Wellenlänge zu funken – ein paar Spötteleien gehören auch beim Gespräch in der RNZ dazu. Gerne erzählt Özdemir zudem davon, dass er ja schon Bayaz’ Vater kenne – dieser habe ihn früher als Journalist interviewt. Die Eltern: Die sind auch der großen Rahmen, der dieses Doppelinterview zusammenfassen soll. Denn den 53-jährigen Stuttgarter und den 35-jährigen Heidelberger verbindet nicht nur ihr Mandat als Bundestagsabgeordneter und die grüne Partei. Sie „teilen“ auch den Migrationshintergrund – und machten ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Herr Bayaz, Sie haben vor einiger Zeit über Cem Özdemir getwittert: „Ministerpräsident, Kanzler, VfB-Präsident: Ich traue ihm alles zu.“ Da klingt Bewunderung durch – auch, weil er für Ihre Karriere ein Vorbild sein könnte?

Bayaz: Wenn man in mein Zimmer im Bundestag kommt, hängt da Muhammad Ali an der Wand. Das ist meine Kategorie von Vorbildern.

Özdemir: Da kann ich nicht konkurrieren, im Boxen war ich eine Null.

Bayaz: Aber Cem Özdemir war sicher ein Grund, warum ich bei den Grünen aktiv geworden bin. Zwei Dinge waren es damals, die mich zu der Partei gebracht haben: Einerseits der Gedanke „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben“, das nachhaltige Wirtschaften. Aber auch das Eintreten für eine offene, liberale Gesellschaft. Und da spielte Cem Özdemir schon eine Rolle.

Hintergrund

Cem Özedemir und Danyal Bayaz

> Cem Özdemir (53) bezeichnet sich selbst als „ein Produkt des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens“. Seine Eltern kamen in den 1960er-Jahren in den Schwarzwald, lernten sich hier kennen. Sein Vater arbeitete zunächst in der Textilindustrie, seine Mutter in einer Papierfabrik. Özdemir wuchs als Einzelkind in Urach auf,

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Spielte auch das Wissen eine Rolle, dass ein türkischer Name kein Hindernis ist, wenn man Spitzenpolitiker werden will?

Bayaz: Für mich persönlich ehrlich gesagt nicht. Ich bin in einer anderen Zeit und in Heidelberg auch in anderen Verhältnissen sozialisiert worden. Ich habe gemerkt, dass der Name Cem Özdemir in der politischen Öffentlichkeit kein so „normaler“ Name wie Hans Müller ist. Aber ich glaube, bei den Grünen war die Herkunft immer nachrangig, es geht um Inhalte.

Der Name zweitrangig: Galt das für Sie, Herr Özdemir, 20 Jahre früher auch?

Özdemir: Nein, da war es noch nicht so. Aber genau das ist es, was mich motiviert hat und woran ich heute noch arbeite: Dass man die Menschen nicht danach beurteilt, wo sie herkommen, sondern wo sie hinwollen. Die Herkunft spielt für die meisten eine wichtige Rolle. Aber niemand will auf seine Herkunft reduziert werden.

Funktioniert das?

Özdemir: Wir alle sind doch wesentlich vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint. Die einen sind Kurpfälzer, die anderen sind Schwaben. Die einen sind für Hoffenheim, die anderen drücken dem VfB Stuttgart die Daumen. In der Wahrnehmung dieser Vielschichtigkeit sind wir, glaube ich, ein erhebliches Stück weiter gekommen. Ich weiß noch, wie der Danyal auf der Landesliste kandidiert hat. Er redete ganz selbstverständlich über Wirtschaftspolitik, über Finanzpolitik, über Europa. Das hat mir unglaublich imponiert. Genau dafür habe ich immer gekämpft. Dass jemand, der Hans oder Gustav oder Detlef oder Eberhard heißt, über Migrationspolitik spricht – und ein Danyal über Europa und Finanzpolitik.

„Jetzt habe ich ein bisschen Angst, was für einen Quatsch ich erzählt habe“: Özdemir (M.) beugt sich mit RNZ-Redakteur Sören Sgries (l.) und Danyal Bayaz über einen Archiv-Artikel.

Ich habe mal im RNZ-Archiv gegraben. Ihr erstes Interview gaben Sie 1993, da wollten Sie erst in den Bundestag.

Özdemir: Jetzt habe ich ein bisschen Angst, was für einen Quatsch ich erzählt habe…

Worauf ich hinaus will: In der Überschrift wird extra betont, dass man mit „dem Deutschen Cem Özdemir“ gesprochen hat. Ist Ihnen diese absurde Etikettierung damals eigentlich bewusst gewesen?

Özdemir: Mit dem viel zitierten Migrationshintergrund verbindet sich eine gewisse Demut: Man weiß und erlebt es, dass es auch der Mehrheitsgesellschaft etwas abverlangt, wenn plötzliche neue Gewohnheiten, neue Kulturen kommen, die man bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Deshalb habe ich immer versucht, auch viel zu erklären. Integration verlangt beiden Seiten viel ab – und wenn es Etikettierungen sind.

Sie waren, als erster Bundestagsabgeordneter mit türkischen Eltern, sehr schnell in der Einwanderer-Erklär-Rolle. Haben Sie dieses Thema bewusst gesucht?

Özdemir: Gar nicht. 1989, als ich für den Landesvorstand der Grünen kandidiert, habe ich von eiszeitlichen Glacialpflanzen, von Wanderfalken und Mülltrennung geredet. Das waren meine Themen.

Und dann wurden Sie in die Rolle des Migrationsexperten gedrängt?

Özdemir: Meine Kollegen im Bundestag wollten von mir lieber Themen rund um meine Herkunft besetzt sehen, sie sprachen mir ein angeborenes Expertentum auf diesem Feld zu – stimmt ja in gewisser Weise auch. Das ist nichts Verwerfliches, es wird mich immer begleiten. Aber ich will nicht ausschließlich der Migrations-Cem sein und habe auch immer an anderen Themen wie dem Umweltschutz, der ökologischen Modernisierung unserer Wirtschaft oder dem Kampf gegen Rechtspopulismus gearbeitet.

Herr Bayaz, erleben Sie das auch: Eine Reduzierung auf den türkischen Vater?

Bayaz: Es ist schon interessant: Ich bin hier in Heidelberg groß geworden. Eine internationale Stadt. Ein bisschen elitär und kosmopolitisch als Universitätsstadt. In der Politik hatte ich schon einen kleinen Realitätsschock. Ein Beispiel: Als die ganze Mesut-Özil-Geschichte losging, hatte ich im Sommerurlaub von Spiegel Online bis Süddeutsche plötzlich Anfragen.

Ihre Reaktion?

Bayaz: Ich habe was gesagt. Natürlich. Ich meide solche Themen nicht. Aber ich bin weder Migrations- noch Türkeipolitiker. Ich habe damals erklärt, dass ich gesellschaftlich schon einen neuen Nationalismus in der Migrantencommunity, einen neuen Rassismus auch im Parlament wahrnehme. Danach gab es sehr viele Nachfragen, wo ich denn die letzten Jahre gelebt hätte. Ob ich nicht wüsste, wie schwer der Alltag sein kann, wenn man Mehmet heißt. Zu meiner persönlichen Lebenserfahrung gehörte das nicht. Da wurden mir erst jetzt, im Bundestag, die Augen geöffnet.

Gleichzeitig sichert Ihnen das Thema große Aufmerksamkeit. Beispielsweise durch den FAZ-Gastbeitrag zu den türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen „Warum ich diesmal wählen gehe“.

Özdemir: Die doppelte Staatsbürgerschaft hat übrigens nur Danyal. Im Gegensatz zu mir. Ich habe mit 16 Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, sie mit 18 bekommen und wurde daraufhin aus der türkischen Staatsbürgerschaft entlassen.

Nutzt man so eine Chance auf Öffentlichkeit auch ganz gerne, obwohl man lieber als Finanzexperte punkten würde?

Bayaz: Interessant, dass Sie das heute fragen. Ich habe damals Cem Özdemir um Rat gefragt. Er hat gesagt: Mach es ruhig. Mach es auch öffentlich. Aber mach Dich auf einen kleinen Shitstorm gefasst – den gab es dann durchaus. Aber mir war es ein wichtiges Anliegen. Mein Herz blutet, wenn ich die Konflikte sehe, die durch deutsch-türkische Familien und Freundschaften verlaufen. Und wir haben ja nicht nur eine schwierige Politik in der Türkei. Wir haben auch eine recht einseitige Türkei-Berichterstattung. Wir nehmen ja fast nur Erdogan wahr. Dabei gibt es eine – wenn auch schwache – Opposition. Es gibt eine Zivilgesellschaft. Ich sehe es als meine Verantwortung, denen auch eine Stimme zu geben.

Herr Özdemir, Sie konnten sich zu Beginn Ihrer Karriere noch über eine Türkei auf dem Modernisierungskurs äußern, über EU-Beitrittshoffnungen. Das war angenehmer, oder?

Özdemir: Ja. Es gab damals die Hoffnung, dass es in der Türkei etwas Vergleichbares geben könnte wie die CDU bei uns: Eine Partei, die eine Verbindung zur Religion hat, in dem Fall zum Islam, gleichzeitig aber auch fest in der Demokratie verankert ist. Am Anfang war es so. Wirtschaftsreformen, Zypernpolitik, selbst in der schwierigen Armenierfrage gab es unter Erdogan einen vorsichtigen Öffnungsprozess. Mit der PKK hat er sogar Geheimverhandlungen geführt. Heute ist er ein autoritärer Herrscher wie aus dem Bilderbuch.

Spüren Sie, dass dadurch die Distanzen innerhalb der deutschen Gesellschaft, zwischen türkischen Einwanderern und dem Rest, wieder wächst?

Özdemir: Klar. Nehmen Sie Ditib, die viele Moscheen betreibt. Viele aus der Türkei stammende Muslime finden in den Moscheen Austausch und Halt, plaudern mit ihren Freunden bei einem Glas Tee oder vertrauen auf den Iman bei wichtigen Ereignissen in der Familie. Die Ditib-Führung allerdings missbraucht diese Gemeinschaft für Ziele, die mit Religion nichts zu tun haben. Das Spitzelwesen und die Denunziation von Erdogan-Gegnern hier in Deutschland sind völlig inakzeptabel.

Sie sagten, Ihr Wunsch sei es, dass Herkunft keine Rolle mehr spielt. Aktuell zeichnet sich eine Gegenentwicklung ab: Politikerinnen sollen „in Anatolien entsorgt“ werden oder ihnen wird vorgeworfen, sie könnten höchstens „ein Parlament in Anatolien führen“. Der Migrationshintergrund wird als Kampfinstrument genutzt.

Özdemir: Die Nationalisten in der Türkei und in Deutschland unterscheiden sich da weniger, als sie sich eingestehen wollen. Sie haben ein Problem mit Meinungs- und Pressefreiheit. Sie haben ein Problem mit selbstbewussten Frauen. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere liberale Demokratie wertschätzen und verteidigen. Die AfD versucht, die Demokratie von innen zu zersetzen. Ihre Loyalität zu Wladimir Putin ist größer als zum Grundgesetz. Da ist Wehrhaftigkeit gefragt.

Herr Bayaz, fühlen Sie sich durch die Auseinandersetzung mit Rassismus auch gezwungen, ein Thema zu bearbeiten, das Sie ja eigentlich nie als drängend empfunden haben?

Bayaz: Ja, aber gleich mit einem Aber: Nicht aufgrund identitärer Fragen, sondern weil es meine Aufgabe als Abgeordneter ist. Identität spielt wieder eine Rolle – auch aufgrund größerer Unsicherheit beispielsweise durch die Digitalisierung und Globalisierung. Die Abgrenzung über Begriffe wie „Anatolien“ ist da ein Hinweis. Ebenso wachsender Antisemitismus. Identität und Heimat sind wichtig. Es muss dabei aber immer klar sein: Rassismus und Ausgrenzung sind niemals akzeptabel.

Hätten Sie sich 2005, als Sie bei den Grünen eingetreten sind, vorstellen können, dass Ihre Partei einmal Heimat-Gespräch führt und mit Zitaten aus der Nationalhymne Veranstaltungen betitelt?

Bayaz: Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich habe ich mir auch keinen grünen Ministerpräsidenten vorstellen können. Keine Grünen, die im Parlament aus Überzeugung die Nationalhymne mitsingen und Veranstaltungen zu Heimat machen. Da hat sich etwas verändert.

Ist diese Entwicklung etwas Gutes, oder ein Warnsignal, dass eine Partei, die das nie für nötig hielt, jetzt nationale Symbole besetzen muss?

Bayaz: Beides. Es zeigt, dass sich in der Gesellschaft etwas verändert hat. Auch wenn wir das beste, das modernste, das offenste Deutschland haben, das wir je hatten, stehen diese Errungenschaften auch wieder auf dem Spiel. Dass auch wir Grünen da im buchstäblichen Sinne Flagge zeigen, heißt, dass die Demokratie wehrhaft ist.

Özdemir: Wir dürfen die Symbole dieser Republik nicht denen überlassen, die sie innerlich verachten, die für das Gegenteil stehen. Das Hambacher Fest, die Paulskirche, die Gründung des Nationalstaats 1918, die Weimarer Republik, die friedliche Revolution in Ostdeutschland: Das sind alles Ereignisse, die in der freiheitlichen Tradition dieses Landes stehen, nicht in einer autoritären. Das wird verkörpert durch Schwarz-Rot-Gold. Deutschsein macht zudem die Verantwortung für die dunklen Seiten unserer Geschichte aus.

Bayaz: Dass das die Rechtspopulisten auf die Palme bringt, zeigt ja, dass unsere Veranstaltungen dazu ja regelmäßig von organisierten rechten Störern besucht werden. Was wir machen, dazu noch jemand mit unseren Namen, das ist für die eine Provokation. Und das ist gut.

Zum Thema Alltagsrassismus, der unter dem Schlagwort metwo sehr intensiv diskutiert wurde. Wie erklären Sie sich, dass Sie diese Erfahrungen eigentlich nicht gemacht haben. Glück?

Bayaz: Das habe ich mich auch gefragt. Ich weiß es einfach nicht. Vielleicht ist Heidelberg ein super Ort. Vielleicht habe ich auch nicht genau hingesehen. Auf dem Bolzplatz wurden schon unschöne Sachen gesagt. Ich bin auch ein großer Hiphop-Fan. Da sehe ich inzwischen Texte auch sehr viel kritischer. Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Sexismus haben in der Politik, aber auch in anderen, Bereichen wie Rapmusik nichts zu suchen. Da habe ich vielleicht auch eine sehr persönliche Lernkurve hingelegt.

Herr Özdemir, wie sehen Sie das: War man in den letzten Jahren, weil man optimistisch sein wollte, zu blind für Alltagsrassismus?

Özdemir: So ganz neu sind die Debatten ja nicht. 1979 mit der Revolution im Iran war der Islam auch in Deutschland auf der Tagesordnung. Der 11. September 2001 hat das massiv verstärkt. Wir hatten früh erste Leitkulturdebatten. Es sind also in der Sache viele Wiedergänger dabei. Verändert hat sich allerdings Austragungsort und Tonfall: Statt Poltern am Stammtisch wird heute auf Facebook und Twitter gepöbelt, Debatten radikalisieren sich in der Filterblase von sozialen Medien schneller. Viele verkennen, dass eine Morddrohung, eine Beleidigung im Netz das gleiche ist wie auf dem Papier.

Bayaz: Und das Gefährliche ist, dass sich diese Sprache aus dem Netz auch im Alltag wiederfindet. Was im Bundestag, im Herzen der Demokratie heute für Reden gehalten werden können: das war für mich bisher undenkbar.

Wird vielleicht nicht nur sehr ehrlich sichtbar, was in der Gesellschaft vorhanden ist?

Özdemir: Ja. Ich erinnere mich noch an Zeiten, als Leute aus der Zeitung einzelne Buchstaben und Wörter ausgeschnitten haben, um mir anonyme Beleidigungen zu schicken. Ich habe die leider nicht aufgehoben. Das wäre ja fast schon museal. Der Hass ist aber kein neues Phänomen – auch wenn sich einige ermutigt fühlen auch durch die neue Fraktion im Parlament, die den Hass zu ihrem Geschäft gemacht hat.

Bayaz: Was sich verändert hat: Wir sind offener geworden. Schwule küssen sich auf der Straße. Schwarze sitzen im Parlament. Frauen kommentieren Fußballspiele. Das ist für diejenigen, die damit nicht klar kommen, eine Provokation – darum werden sie lauter.

Wie begegnen Sie dem?

Özdemir: Wir müssen unterscheiden zwischen den Funktionären der AfD und deren Wählern. Wer heute in der AfD Funktionär ist, der weiß, dass er an der Seite von Hetzern wie Björn Höcke steht. Da gibt es keine Entschuldigung. Die Wähler müssten da aber nicht alle sein. Um die muss man sich bemühen, ihnen Angebote machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es da draußen Menschen mit grundlegenden Problemen gibt. Dazu müssen wir miteinander ins Gespräch kommen.

Mesut Özil beklagte: Spielt er gut Fußball, ist er der Deutsche. Spielt er schlechte, ist er der Türke. Kennen Sie diese doppelten Maßstäbe?

Özemir: Ich war Handballtorwart. Aber da spielte die Herkunft keine Rolle. Ich habe Schwäbisch geschwätzt wie die anderen. Das Nicht-dazu-gehören habe ich erst bei einem Schüleraustausch mit England gemerkt: Bei der Durchfahrt durch Belgien musste ich den Zug verlassen, weil ich kein Durchreise-Visum hatte. Da habe ich gemerkt: Das Beherrschen der Sprache, selbst hier geboren zu sein, das reicht manchen nicht.

Da geht es um den Pass, um einen rein formalen, rechtlichen Akt.

Özdemir: Trotzdem ist es nicht schön, wenn du in der Realschule bist, in der Mittelstufe, und den Zug verlassen muss, weil du den falschen Pass hast. Du gehörst doch dazu! Was ich aber viel mehr gemerkt habe: Ich bin Arbeiterkind. Meine Eltern arbeiteten Schicht. Niemand konnte bei den Hausaufgaben helfen. Zuhause stand kein Brockhaus, da gab es keine deutsche Zeitung – anders als in Mittelschichtsfamilien. Und das, die Kopplung von Chancengerechtigkeit ans Elternhaus, ist weiterhin ein großes Problem: Sowohl für die soziale Gerechtigkeit als auch für die Integration.

Danyal Bayaz kommt aus einer Mittelschicht-Familie, ging aufs Gymnasium, arbeitete zuletzt als Unternehmensberater statt wie Sie als Sozialpädagoge. Ist das eine Gefahr: Dass in der Politik die Aufsteigergeschichten seltener werden?

Özdemir: Ihm ist ja auch nicht alles geschenkt worden. Er musste auch etwas leisten.

Bayaz: Nein, auch für mich ist nichts vom Himmel gefallen. Es stimmt aber schon, dass in Parteien ein überdurchschnittlicher Akademisierungs- und Bildungsgrad herrscht. Aber wenn ich mir unsere aktuellen Kommunalwahllisten anschaue, dann sind sie doch sehr gut durchmischt. Trotzdem müssen wir uns immer grundsätzlich hinterfragen. Wenn man eine Sechs-Prozent-Oppositionspartei sein möchte, kann man in seiner Blase bleiben. Sonst nicht.

Özdemir: Das teile ich. Ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich bei Debatten in der Partei die Wortmeldungen von Arbeitern vermisse. Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen wird beispielsweise von Akademikern, von Freiberuflern geführt. Für die ist das interessant. Für jemanden aus einem Elternhaus wie meinem ist aber viel wichtiger, dass die Kitas, die Schulen exzellent sind. Dass es ein Bafög gibt. Da entscheiden sich die Chancen.

Bayaz: Ich finde, die führen wir aber durchaus, die relevanten Debatten und streiten kontrovers. Zum Beispiel in der Sozialpolitik. Ich finde den Grundgedanken von „Fördern und Fordern“ weiterhin richtig. Viel wichtiger ist doch, dass wir das Aufstiegsversprechen wieder ermöglichen. Dass alle in unserer Gesellschaft ankommen können – gerade in Zeiten des digitalen Wandels.

Eingestiegen sind wir mit der Frage nach den Vorbildern. Herr Bayaz, in 20 Jahren: Womit wären Sie gern zum Vorbild geworden?

Bayaz: Ich bin in die Politik gegangen, um für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine nachhaltige Finanzpolitik zu kämpfen und die Digitalisierung zu gestalten. Aber vielleicht geht es gerade um mehr: Wir müssen die Errungenschaften der liberalen Demokratie verteidigen. Auch überparteilich. Ich stehe daher auch in regelmäßigen Gesprächen mit Abgeordneten aller demokratischen Parteien. Dafür haben wir als junge Generation eine Verantwortung und Verpflichtung. Wenn ich da meinen kleinen Beitrag leisten kann, wäre ich sehr stolz.

Herr Özdemir, welchen Rat geben Sie noch mit auf diesen Weg?

Özdemir: Es gibt ein schönes Zitat von Groucho Marx: „Years after years I found the answer of the question – but what was the question?“ Das zu vermeiden, das ist wichtig. Nie vergessen, wo man h

22 Februar 2019 0 Kommentare
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Türkische Gemeinde in Deutschland Almanya Türk Toplumu

von Fremdeninfo 19 Februar 2019
von Fremdeninfo

Türkische Gemeinde in Deutschland Almanya Türk Toplumu

Pressemitteilung19.02.2019Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) begrüßt die Berufung einer Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit Deutschlands. Der Vorsitzende der TGD, Gökay Sofuoğlu, erklärt: „Wir haben die Besetzung der Kommission mit großer Spannung erwartet. Der aktuelle Begrenzungsdiskurs hat uns befürchten lassen, dass die Kommission vor allem die Frage beantworten soll, wie viel Migration unsere Gesellschaft eigentlich aushält. Das wäre fatal und rückwärtsgewandt, zumal wir die größten Widerstände in den Regionen haben, in denen es gerade wenige Migrant*innen gibt. Wenn der Fokus aber wirklich auf der Frage ruht, was die Gesellschaft ändern muss, um die Integrationsfähigkeit zu verbessern,dann ist die Kommission eine sehr gute Entwicklung, die wir uneingeschränkt begrüßen. Es sollte in dieser Kommission um bessere Repräsentanz gehen und um eine effektive Öffnung der Institutionen, aber auch um Strategien gegen institutionell bedingte Benachteiligungen und Alltagsrassismus. Einige Expert*innen in der Kommission arbeiten an genau diesen Themen, das lässt uns erstmal optimistisch sein.“ Die unabhängige Kommission hat laut der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales das Ziel, Vorschläge und Empfehlungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration zu erarbeiten. Atila Karabörklü, Vorsitzender der TGD, ergänzt:„Die Fachkommission bietet die Chance, Impulse in die Politik zu geben. Dabei ist es ja nicht so, dass die beteiligten Wissenschaftler*innen nicht schon Lösungen entwickelt hätten –das passiert seit Jahren. Wir wünschen uns eine dauerhaft arbeitende Expert*innenkommission zur Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft –angedockt beim deutschen Bundestag mit beratender Funktion analog dem deutschen Ethikrat. Eine Forderung, die im Übrigen auch von der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) getragen wird. Genau das bräuchte es, um die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft dauerhaft zu sichern. Ein regelmäßiges Feedback für die Politik. Wir sind außerdem gespannt, in welchem Format die Zivilgesellschaft in den Prozess einbezogen werden soll. Denn eine Einbindung beispielsweise der Migrant*innenorganisationen, der Stimmen der Einwanderungsgesellschaft, halten wir für unerlässlich. Das ist eine Frage der Professionalität!“Die Fachkommission soll dem Bundestag im nächsten Jahr einen Bericht vorlegen. Der Bericht soll sich mit seinen Empfehlungen auch an die Länder, Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

19 Februar 2019 0 Kommentare
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