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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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4 Februar 2026 0 Kommentare
Information

Es sinkt aber die Zahl derjenigen, die in Deutschland Schutz suchen. Für Studierende aus dem Ausland wird es dagegen immer attraktiver.

von Fremdeninfo 18 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Es sinkt aber die Zahl derjenigen, die in Deutschland Schutz suchen. Für Studierende aus dem Ausland wird es dagegen immer attraktiver.

DPA

Die Migration nach Deutschland wandelt sich. „Die humanitäre Zuwanderung ist in den letzten vier Jahren zurückgegangen, aber es kommen mehr Menschen nach Deutschland, um zu studieren und zu arbeiten“, heißt es im Migrationsbericht für das Jahr 2019, den die Bundesregierung am Mittwoch veröffentlicht hat.

Von den 81,8 Millionen Einwohnern Deutschlands hatte 2019 mehr als jeder Vierte (21,2 Millionen) einen Migrationshintergrund. Das sind etwa 400.000 mehr als im Vorjahr. Menschen aus der Türkei stellen hier die größte Gruppe. „Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt“, heißt es im Bericht.

Insgesamt zogen 2019 rund 1,6 Millionen Menschen nach Deutschland, ähnlich viele wie im Jahr zuvor. Etwa 66 Prozent der Zugewanderten kamen demnach aus einem europäischen Land. Gleichzeitig wurden 1,2 Millionen Fortzüge erfasst. Es handelt sich laut Bericht um den niedrigsten Wanderungssaldo seit 2011.

Weniger Asylsuchende

Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist 2019 erneut gesunken. 142.509 Menschen stellten einen Erstantrag, etwa 20.000 weniger als im Vorjahr. Von den Erstantragstellern waren etwa 22 Prozent Kinder im Alter von unter einem Jahr, die in Deutschland geboren wurden.

Die Zahl der Antragstellenden war von 2008 bis 2016 neun Jahre in Folge gestiegen. 2018 fiel sie dann unter das Niveau von 2014 (173.072 Erstanträge) – also des Jahres vor dem großen Flüchtlingszustrom. Im vergangenen Jahr sank sie abermals. „Seit dem Jahr 2014 belegt Syrien unter den zugangsstärksten Staatsangehörigkeiten für Fluchtmigration den ersten Rang“, heißt es im Bericht. 2019 kam etwa jede vierte Person unter den Erstantragstellern aus Syrien.

Meisten Studienanfänger kamen aus China

Während die Zahl der Erstantragstellenden sinkt, steigt eine andere: die der ausländischen Studenten. An den deutschen Hochschulen waren im Wintersemester 2019/20 rund 410.000 Studierende aus dem Ausland eingeschrieben. Davon gehörten über drei Viertel zu sogenannten „Bildungsausländern“. Hiermit sind unter anderem Studenten gemeint, die über eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Rund 110.000 dieser Bildungsausländer haben 2019 ein Studium in Deutschland begonnen. Zum Vergleich: 2015 waren es noch etwa 10.000 weniger. Die meisten ausländischen Studienanfänger kamen 2019 aus China, gefolgt von Indien und Italien.

Daneben stieg auch die Zahl der sogenannten Erwerbsmigranten aus Nicht-EU-Staaten – im Vergleich zu 2018 um etwa fünf Prozent auf circa 64.000. 2010 lag die Zahl der Erwerbsmigranten noch bei etwa 30.000. Bei Fachkräften und Hochqualifizierten wurde im gleichen Zeitraum ein Anstieg von gut 19.000 auf rund 39.000 Zuwandernde verzeichnet.

dpa

18 Dezember 2020 0 Kommentare
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Religion

Der Alevitischen Gemeinde Deutschland

von Fremdeninfo 11 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Der Alevitischen Gemeinde Deutschland

zur Verleihung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts

 

Als Menschen,

als Religionsgemeinschaft und als Akteure,

die sich für die Integration und für ein friedliches Miteinander der Religionen und Lebensanschauungen einsetzen haben wir als Alevitische Gemeinde Deutschland die lebendige und vielfältige Gemeinschaft von Kulturen und Religionen in unserem Land mitgestaltet und bereichert.

Mit dem Engagement unserer 160 Gemeinden leisten wir bundesweit seit über 30 Jahren einen wertvollen Beitrag als Mittlerin zwischen unterschiedlichen Kulturen und Traditionen und verkörpern die Vielfalt, das Recht auf Meinungsfreiheit und der Religionsfreiheit.

Als Körperschaft in der Form eines Vereins hat unser Engagement und unsere Arbeit die Sichtbarkeitunddie Wertschäztungerfahren.

Nun erhält die Alevitische Gemeinde Deutschland als anerkannte Religionsgemeinschaft die höchste Form der gesellschaftlich-juristischen Anerkennung.

Indem Bewusstsein,dassdie hierzulandelebendenMenschenalevitischenGlaubens dauerhaft einen Teil der Bevölkerung der Region bilden und ihr gelebter Glaube zu einem festen Bestandteil des religiösen Lebens im Land geworden ist, erleben wir nun ein historischesEreignis.

Die Verleihung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts an unsere Gemeinde ist uns ein großer Ansporn und noch mehr:

 

Sie ist uns eine Verpflichtung. Die Verpflichtung, auch zukünftig unser ganzes Tun und Engagementdafüreinzusetzen,dasswirdieVielfaltderGesellschaftgegen dieEinfaltdes Denkens schützen und noch intensiver dafür einsetzen, dass unsere Gesellschaft frei und offenbleibt.

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat den Hauptausschuss einberufen und folgenden Tagesordnungspunkt festgesetzt:

 

Entwurf einer Verordnung zur Verleihung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts an die Alevitische Gemeinde Deutschland mit Sitz in Köln

11 Dezember 2020 0 Kommentare
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Information

Menschenrechte in der Türkei am Boden

von Fremdeninfo 11 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Menschenrechte in der Türkei am Boden

Von

dtj-online

-Am 10. Dezember ist Internationaler Tag Menschenrechte. Quelle: Shutterstock

#StandUp4HumanRights – ein Hashtag der Vereinten Nationen am Tag der Menschenrechte. Was sich nach einem freudigen Anlass anhört, ist in Wahrheit ein digitales Mahnmal. Es soll alle Menschen in Freiheit daran erinnern, dass es andere nicht so gut haben. In der Türkei sind auch an diesem Tag zehntausende Menschen grundlos oder aus fadenscheinigen Gründen inhaftiert, Frauen und Kinder ihrer Freiheit beraubt und Familien voneinander getrennt. Ein Überblick.

Das International Press Institute (IPI) hat anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember die Türkei dazu aufgerufen, allen Journalist:innen eine freie Berichterstattung zu ermöglichen. Laut IPI sitzen derzeit noch 79 von ihnen in türkischen Gefängnissen. 65 davon werden wegen Terrorismusvorwürfen in Haft gehalten. Mit der IPI-Kampagne #FreeTurkeyJournalists wird eine umfassende Dokumentation der Verstöße gegen die Rechte von Journalist:innen. Auch das Projekt „Sei meine Stimme“ setzt sich für sie ein und verleiht ihnen eine Stimme.

Pressefreiheit: Türkei auf Platz 154

Auch Reporter ohne Grenzen e.V. (RoG), ein international anerkannter Verein für die Rechte von Journalist:innen weltweit, verfolgt die Vergehen der türkischen Regierung gegen Medienschaffende. Auf der Rangliste der Pressefreiheit kommt die Türkei unter 180 Ländern auf einen miserablen 154. Platz. Anders als IPI zählt RoG nur 13 Journalisten in Haft: Das sind Ahmet Altan, Uğur Yılmaz, Ercan Gün, Gültekin Avcı, Ayşenur Parıldak, Hanım Büşra Erdal, Aytekin Gezici, Hüseyin Aydın, Ufuk Şanlı, Seyid Kılıç, Emre Soncan, Nedim Türfent und Miktat Algül. „In Dutzenden weiteren Fällen ist ein direkter Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit wahrscheinlich, lässt sich aber derzeit nicht nachweisen (…) „, begründet RoG die geringe Anzahl der Inhaftierten.

Menschen werden wieder entführt

Alpay Antmen, Abgeordneter der größten türkischen Oppositionspartei CHP, hat ein Dossier mit dem Titel „Die Menschenrechte unter der AKP“ vorbereitet. Demzufolge ist die Türkei in dunkle, alte Zeiten der ungeklärten Entführungen zurückgefallen. Für diese Zeit steht sinnbildhaft das Oldtimer-Fahrzeug des weißen Ford Toros, mit dem in den 90er Jahren vor allem in den vor allem von Kurden bewohnten Gebieten Menschen entführt wurden. Viele dieser Personen sind nie wieder aufgetaucht. Auch DTJ-Online berichtete in den vergangenen Jahren häufig von Entführungen von vermeintlichen Regierungsgegnern, die nun auch grenzübergreifend stattfinden.

Internationale Presse greift Folter in türkischen Haftanstalten auf

Auch werden immer häufiger Fälle von Folter in der Türkei öffentlich bekannt. Zum Teil in Gerichtsdokumenten, aber auch in Augenzeugenberichten, werden Fälle von schwerer Folter detailliert beschrieben. Meistens handelt es sich um Vergehen in der Haft. Dabei soll es sich um keine normalen bzw. offiziellen Haftanstalten handeln, sondern um geheime Folterzentren, wie das gemeinnützige Recherchenetzwerk „Correctiv“ herausgefunden hat. In die Recherche waren unter anderem auch ZDF Frontal 21, Addendum, El Pais, Haaretz, Monday Morning, TT News Agency, Le Monde und Il Fatto Quotidiano involviert. Der Beitrag wurde als Black Sites Turkey bekannt und behandelt die spektakuläre Entführung von Gülen-Anhängern aus dem Kosovo im Jahre 2018.

Folter und Entführung auch 2020 aktuell

Anfang des Jahres tauchten neue Berichte über Folter auf. Eine Gruppe von Studenten wurde in der türkischen Hauptstadt Ankara im Februar durch das Dezernat für Terrorismusbekämpfung abgeführt. Ihnen wurde vorgeworfen, an der Neu-Strukturierung der Gülen-Bewegung beteiligt zu sein. Angesichts der großen Stille in den Medien und der Bevölkerung beklagte Mustafa Yeneroğlu, Ex-AKP-Politiker und erster Abgeordneter der neuen DEVA-Partei von Ali Babacan, die Ignoranz im Lande. „Folter ist eine Menschenrechtsverletzung“, so der ehemalige Erdoğan-Vertraute. Vor allem wegen der Menschenrechtsverletzungen trat er eigenen Angaben zufolge aus der AKP aus.

Rang 123 bei Einschränkungen der Grundrechte

Laut Alpay Antmen von der CHP sind zwischen 2002 und 2020 mehr als 432 ungeklärte Morde geschehen, die Petitionen zur Aufklärung einiger dieser Morde seien im Parlament 22 Mal durch das Veto der AKP verhindert worden. Außerdem sei die Türkei unter der AKP im weltweiten Index der Rechtsstaatlichkeit unter 128 Ländern bei den Einschränkungen durch die Regierung auf Platz 124, bei den Einschränkungen von Grundrechten auf Platz 123 und bei dem Recht auf Muttersprache auf Platz 103 gelandet.

Die Fälle Osman Kavala und Selahattin Demirtaş

Im Fall des in der Türkei inhaftierten Mäzens Osman Kavala fordert der Europarat eine sofortige Freilassung, da Kavala trotz Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte immer noch inhaftiert sei. Dieser Fall sowie jener des pro-kurdischen Politikers und ehemaligen HDP Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş sorgen für internationales Aufsehen. Die Türkei erhöht mit der Inhaftierung beider Persönlichkeiten nicht unbedingt ihr Ansehen. Dabei beteuert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei jeder Gelegenheit, für ihn würden Menschenrechte an erster Stelle kommen. Doch Kavala und Demirtaş sind in seinen Augen, auch ohne rechtskräftige Verurteilung, einfach Terroristen.

Frauen und Kinder in Haft

Noch am 9. Dezember wurde Betül Uluçam (34) nur 24 Stunden nach der Geburt ihres Kindes durch die Polizei festgenommen und ins Gefängnis von Salihli gebracht. Als Begründung wird Uluçam eine Nähe zu Hizmet, besser bekannt als Gülen-Bewegung, vorgeworfen. Für die türkische Regierung ist die Bewegung des muslimischen Gelehrten Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Belege, die auch international anerkannt würden, konnte oder wollte die Türkei bisher nicht liefern. Insofern gelten Anhänger von Hizmet auch in Ländern wie Deutschland, Frankreich, England und den USA etwa als politische Schutzbedürftige. Die Istanbuler Gefangenenhilfsorganisation „Ceza Infaz Sisteminde Sivil Toplum Derneği“ (CISST) schätzt, dass über 700 Mütter mit ihren Kindern in türkischen Gefängnissen leben.

Einsatz für Menschenrechte: HDP-Abgeordneter Gergerlioğlu allein auf weiter Flur

Der HDP-Abgeordnete Ömer Faruk Gergerlioğlu zählt zu den sehr wenigen Personen der Öffentlichkeit, die diese Fälle thematisieren. Via Twitter verurteilte der Politiker die Verhaftung der jungen Frau, die nach der Geburt noch gar nicht bei Kräften sein konnte. Außerdem beklagt Gergerlioğlu die Inhaftierung von Eltern kleiner bis junger Kinder, die bei Verwandten aufwachsen und das Gefühl von Familie verlieren. Sie sind mitunter die größten Leidtragenden des aktuellen Regimes, da sie unverschuldet ohne ihre Eltern aufwachsen.

Gewalt an Frauen nimmt stetig zu

Ein Dauerthema der vergangenen Jahre in der Türkei ist Gewalt gegen Frauen. Das hat sich auch 2020 nicht geändert. Vor wenigen Tagen ist die 25-jährige Selvan Acar in Fethiye in ihrer Wohnung leblos aufgefunden worden. Die Polizei fahndet derzeit nach ihrem Ehemann. Leider eine von vielen traurigen Schlagzeilen in diesem Jahr. 2003 starben laut einem Bericht des CHP-Abgeordneten Necati Tığlı 83 Frauen nach Gewalt durch Männer. In den ersten neun Monaten im Jahre 2020 liege diese Zahl bei 369. Dies sei ein Anstieg von 344,5 Prozent, den die AKP zu verantworten habe, so Tığlı. Laut Innenminister Süleyman Soylu liegt die Zahl der Morde an Frauen bei 234. Für den umstrittenen Minister ein deutlicher Rückgang zum Vorjahr, in dem 308 Frauen ums Leben kommen mussten. Zum Vergleich: In Deutschland erfasste das Bundeskriminalamt im letzten Jahr rund 130 Morde an Frauen. Wie auch in der Türkei sind die Täter meist die Partner oder Ex-Partner.

11 Dezember 2020 0 Kommentare
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Information

Maas und EU auf Konfrontationskurs gegen Türkei: „Vermittlungsbemühungen gescheitert“

von Fremdeninfo 10 Dezember 2020
von Fremdeninfo

Maas und EU auf Konfrontationskurs gegen Türkei: „Vermittlungsbemühungen gescheitert“

Von

dtj-online

–Bundesaußenminister Heiko Maas hat die deutschen Bemühungen um eine Entspannung der Beziehungen zwischen der EU und der Türkei für vorerst gescheitert erklärt. Parallel beschließen die Außenminister neue Sanktionsarten.

„Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten außerordentlich darum bemüht, einen Weg zu finden, wie man den Dialog mit der Türkei forcieren kann“, sagte der Außenminister am Montag am Rande von Gesprächen mit EU-Amtskollegen in Brüssel. Bedauerlicherweise sei es aufgrund der Spannungen zwischen der Türkei, Zypern und Griechenland aber nicht dazu gekommen, dass direkte Gespräche aufgenommen werden konnten. Es habe „viel zu viele Provokationen“ gegeben, sagte Maas. Deswegen werde man nun über die Konsequenzen beraten.

Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen wird beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag erwartet. Die Staats- und Regierungschefs hatten Anfang Oktober beschlossen, dann eine Bewertung der türkischen Politik vorzunehmen. Zugleich wurde vereinbart, im Fall neuer einseitiger Maßnahmen der Türkei alle möglichen Instrumente und Optionen zu nutzen, was auch neue Sanktionen einschließen könnte. Um die Türkei davon abzuhalten, war ihr zudem eine engere Zusammenarbeit für den Fall in Aussicht gestellt worden, dass sich der Konflikt mit den EU-Ländern Griechenland und Zypern beruhigt.

Erdoğan: „Werden Imperialismus nicht zulassen“

In dem Konflikt geht es vor allem darum, dass Griechenland und Zypern der Türkei vorwerfen, im östlichen Mittelmeer illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Die türkische Regierung weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Erdgassuche rechtmäßig sei und nur in Seegebieten erfolge, die zum türkischen Festlandsockel gehören.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte am Montag, es sei nicht möglich, dass die Türkei mit der längsten Küste im Mittelmeer bei den Entwicklungen in der Region Zuschauer bleibe. Ankara vertrete die eigenen Interessen und die der türkischen Zyprer. Die Türkei habe mehrmals zum Ausdruck gebracht, dass sie sich „Drohungen und Erpressungen“ nicht beugen und Imperialismus nicht zulassen werde, sagte er weiter.

Zudem warnte Erdoğan die EU vor einer Instrumentalisierung durch Griechenland. Die Europäische Union müsse sich sobald wie möglich von ihrer „strategischen Blindheit“ befreien und dürfe nicht zulassen, dass sie von Griechenland und den griechischen Zyprern als „Rammbock im östlichen Mittelmeer“ benutzt werde, sagte Erdoğan in einer Videobotschaft. Er wünsche nach wie vor eine Konferenz mit allen beteiligten Akteuren. „Wie erwarten von unseren Ansprechpartnern, dass sie diese Hand, die die Türkei ausgestreckt hat, nicht in der Luft hängenlässt.“ In der EU werden solche Äußerungen mittlerweile allerdings kaum mehr ernst genommen.

Neues Sanktionsinstrument à la USA

Die Außenminister der EU-Staaten werden in Brüssel auch ein neues Sanktionsinstrument für den Kampf gegen schwere Menschenrechtsverletzungen beschließen. Die Regelung wurde unter dem derzeitigen deutschen EU-Ratsvorsitz ausgehandelt. Sie wird ermöglichen, Vermögenswerte von Personen, Unternehmen und Organisationen einzufrieren. Dies geschieht dann, wenn sie nachweislich zum Beispiel an Folter, Sklaverei oder systematischer sexueller Gewalt beteiligt sind. Zudem drohen gegen Personen auch Einreiseverbote.

Bislang konnten Menschenrechtsverletzungen nur im Zusammenhang mit Strafmaßnahmen gegen Staaten oder im Rahmen von speziellen Sanktionsregimen geahndet werden. Sie wurden von der EU im Kampf gegen Cyberangriffe und den Einsatz von Chemiewaffen geschaffen. Das hat eine Reaktion der EU auf Menschenrechtsverletzungen bislang kompliziert oder unmöglich gemacht. Daher kam es im Fall der grausamen Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi für die Beteiligten zu keinen Konsequenzen. Die politische Einigung der EU-Staaten auf die neue Regelung erfolgte bereits in der vergangenen Woche. Vorbild ist der sogenannte Global Magnitsky Act der USA.

dpa/dtj

10 Dezember 2020 0 Kommentare
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Kultur

Neue türkische Netflix-Serie „Bir Başkadır“ ein voller Erfolg

von Fremdeninfo 19 November 2020
von Fremdeninfo

 

Neue türkische Netflix-Serie „Bir Başkadır“ ein voller Erfolg

Von

dtj-onlin

„Bir Başkadır“ ist eine von mittlerweile zahlreichen Netflix-Produktionen, die in der Türkei entstanden sind. Sie ist die vielleicht bisher beste türkische Produktion von Netflix und überzeugt auf ganzer Linie.

Wer einmal mit der Netflix-Serie „Bir Başkadır“ anfängt, wird sofort in einen Sog von Vorurteilen und Stigmata gezogen. Angefangen mit dem hoffnungslos-pessimistischen Setting, den widersprüchlichen Charakteren und gegensätzlichen Räumen, plakatiert die Serie die große Kluft zwischen den Establishments in der türkischen Community.

Reich und arm, gebildet und ungebildet, liberal und traditionell, religiös und unreligiös: Diese Diskurse führt „Bir Başkadır“ über acht Folgen und schafft es sogar, eine Generationen-Frage zu skizzieren und eine Form der Zwischenkultur abzubilden. Die Hauptdarstellerin Öykü Karayel spielt in atemberaubender Präzision die Meryem (Foto), eine junge konservative Frau, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und die Penthouse-Wohnung eines reichen Mannes im mittleren Alter drei Tage in der Woche putzt. Doch Meryem wirkt aufgrund vielfacher Belastung im privaten Leben labil, eingeschüchtert und emotional überfordert. Als sie zum wiederholten Mal in Ohnmacht fällt, aber physisch gesund zu sein scheint, wird sie in die Psychiatrie überwiesen.

Therapeutin ist ein Spiegel für die Stigmata der laizistischen Elite

Peri, eine ebenfalls emotional überforderte, nach außen jedoch starke Frau, ist die Therapeutin von Meryem. Sie verkörpert das liberale und laizistische Establishment, als Tochter einer reichen und modernen türkischen Familie aus Istanbul, die selbst auf eine westlich-geprägte Schule gegangen ist und dann im Ausland studiert hat. Sie gehört zur Elite im Land, die aber die Minderheit der türkischen Bevölkerung darstellt und Meryem zur breiten Mehrheit der Bevölkerung Anatoliens.

Peri drückt im Verlauf bei ihrer eigenen Therapeutin ihre Abneigung und Missachtung gegenüber Menschen wie Meryem aus und sucht Rat, wie sie ihrem beruflichen Credo trotzdem gerecht werden kann. Eine Zerreißprobe für Peri ist, dass Meryem die Fortsetzung der Therapie vom Segen ihres „Hocaefendi“, also dem Imam ihrer kleinen Moscheegemeinde, abhängig macht. Ohne seinen Segen wolle sie keinem zweiten Termin zusagen.

Der große Bruder: „Bir Başkadır“ arbeitet mit Stereotypen

Zu Hause lebt Meryem mit ihrem Bruder und dessen kranker Ehefrau. Die beiden haben zudem zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Aufgrund einer schweren psychischen Depression ist die Frau ihres Bruders nicht in der Lage, für Haushalt oder die eigenen Kinder zu sorgen. Ihr Bruder, ein ehemaliger Soldat und strenggläubiger Mann, der seine Entscheidungen gerne in die Hand des Imams legt, ist unglücklich und verzweifelt. Seine Geschäfte laufen nicht, er arbeitet trotz seiner religiösen Einstellung als Sicherheitskraft in einer Disco. Der Zustand seiner Ehefrau ist für ihn das größte Problem, an dem er selbst allmählich zugrunde geht. Er sucht zwar Wege für eine Besserung, ist aber oft ratlos. Seinen Frust lässt er an seiner Schwester ab, die verständnisvoll, aber am Ende ihrer Kräfte ist.

„Bir Başkadır“ arbeitet Vorurteile ab

In der Serie wird der Zuschauer konsequent in die Vorurteile der Protagonisten hineingezogen. Man identifiziert sich mit ihren Sichtweisen und ihrer Gedankenwelt, um dann ein Teil ihrer Auflösung zu sein. Durch diesen Stil führt „Bir Başkadır“ auch dazu, dass der Betrachter diesen „Clash of Cultures“ mitmacht und selbst Gelegenheit bekommt, über diese vorhandenen Kluften in der türkischen Bevölkerung nachzudenken. „Bir Başkadır“ ist womöglich der gewagte Versuch in einer sehr aufgeheizten Zeit, die gespaltene türkische Gesellschaft wieder näher zusammenzubringen. Was die Serie aber sicher schafft, ist es, Lob zu ernten.

„Was Öykü Karayel da macht, ist sensationell“

Besonderen Zuspruch genießt die Serie derzeit auch von Schauspiel-Stars. Cem Yılmaz beispielsweise ist nur schwer von anderen Dingen zu überzeugen. Dennoch hat er via Instagram gezeigt, dass er „Bir Başkadır“ empfehlen kann. Dies verdeutlichte der Comedian mit einem kommentarlosen Posting. Kenner deuteten dies, dass ihm die Produktion den Atem geraubt habe. Auch Hülya Avşar schrieb, dass sie von der Leistung der Hauptdarstellerin Öykü Karayel und allen anderen begeistert sei. „Was Öykü da macht, ist sensationell!“, so Avşar.

Netflix lässt türkische Authentizität zu

Während andere türkische Produktionen von Netflix eher Kritik als Beifall ernteten, reagiert auch die internationale Zuschauerschaft auf „Bir Başkadır“ mit Beifall. Auch die Bewertung bei IMDB mit 9,2 Punkten (bei maximal 10 Punkten) spricht für sich. Grund dafür sei vor allem, dass „Bir Başkadır“ eine echte türkische Produktion sei, an der keine Macher von Netflix herumgeschraubt hätten. Die Kritik an Produktionen wie „Der Wächter“ oder „Atiye“ lautete, dass die Authentizität unter den Einflüssen und Skripten westlicher Regisseure völlig verloren gehe. Der obligatorische Einsatz von Sexualität im Bild etwa fördere die Qualität nicht, sondern sei vielmehr ein Hemmer. „Bir Başkadır“ verzichtet fast vollständig auf derartige Elemente und gewinnt dabei nur.

 

 

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19 November 2020 0 Kommentare
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Politik

Gleiche Rechte und gleiche Pflichten für ein friedliches zusammenleben! Ein Hannoveraner Appell

von Fremdeninfo 17 November 2020
von Fremdeninfo

Gleiche Rechte und gleiche Pflichten müssen wir friedliche zusammenleben!

 

Ein Hannoveraner Appell

 

 C .Y

Einwanderer*innen sind ein Bestandteil dieser Gesellschaft! Viele leben seit einem halben Jahrhundert in Hannover. Sie sind zwar eine Minderheit, sollten aber mit allen demokratischen Rechten versehen werden, um gleichberechtigt zusammen zu leben.

Die Forderung nach „Integration“ belastet beide Seiten. Wenn man Unterschiede sucht, findet man sie, wenn man Gemeinsamkeiten sucht, ebenfalls. 

Lasst uns gemeinsam schauen, wie wir friedlich unsere Kinder erziehen können.

Wir wollen keine Diskriminierungen. Wir alle zahlen unsere Steuern und akzeptieren die Gesetze. Wir wünschen uns bezahlbaren Wohnraum, Ganztagsschulen und mehrsprachige Erziehung, wir wollen, dass die Kulturen der Einwanderer akzeptiert und gepflegt wird und ihre Vereinigungen finanziert werden.

Einwanderer bereichern diese Gesellschaft. Es sollen mehr Einwanderer*innen in den öffentlichen Dienst eingestellt werden. Ältere Einwanderer*innen sollen ein besseres Leben führen können, bezahlbare Altenheime sollen eingerichtet werden. Jugendliche sollen gleiche Chancen im Beruf haben, Jugendarbeitslosigkeit soll bekämpft werden, Jugendliche sollen zweisprachige Berufe erlernen können.

Gegen Rassismus, Antisemitismus und fremdenfeindliche Äußerungen müssen Maßnahmen getroffen werden und die Ursachen von Gewalt und Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeiten sollen erforscht werden.

Gleichberechtigt zusammenleben: Hannover kann ein Vorbild werden für andere Städte und Kommunen.

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder rassistisch benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Gleichberechtigt zusammenleben: Hannover kann ein Vorbild werden für andere Städte und Kommunen.

17 November 2020 0 Kommentare
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Religion

Umgang mit radikalen Islamisten Habeck für „Null-Toleranz-Strategie“

von Fremdeninfo 8 November 2020
von Fremdeninfo

Politik

Samstag, 07. November 2020

Umgang mit radikalen Islamisten Habeck für „Null-Toleranz-Strategie.

Grünen-Chef Robert Habeck plädiert innerhalb seiner Partei für eine deutliche Haltung zum Islamismus. Jetzt legt er einen elf Punkte umfassenden Aktionsplan vor, der Basis für ein Konzept der Fraktion sein soll. Er enthält auch Forderungen an Bundesinnenminister Seehofer.

Die Grünen fordern nach den Anschlägen in Dresden, Frankreich und Österreich ein entschlossenes Vorgehen gegen radikale Islamisten. „Wir müssen den islamistischen Terror und die mörderische Ideologie dahinter gemeinsam entschieden bekämpfen. Bei islamistischen Gefährdern darf es null Toleranz geben“, sagte Parteichef Robert Habeck den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Es geht um den Schutz unseres friedlichen Zusammenlebens, unserer Freiheit und unserer Werte in liberalen Demokratien.“

Verfassungsschutzchef warnt Auch Deutschland von Islamisten bedroht

Mit den grünen Innenpolitikern Irene Mihalic und Konstantin von Notz hat Habeck einen Elf-Punkte-Aktionsplan erarbeitet, der Basis für ein Gesamtkonzept sein soll, das die Bundestagsfraktion in der kommenden Woche vorstellen will. Darin fordern sie unter anderem, dass Gefährder konsequent und engmaschig überwacht werden und das Personal dazu aufgestockt wird. Islamistische Gefährder, die trotz Haftbefehls in Deutschland frei herumliefen, müssten sofort aus dem Verkehr gezogen werden, heißt es weiter. Dazu seien offene Haftbefehle konsequent zu vollstrecken.

Oft fehlt es an Voraussetzungen für Abschiebungen

Wie CSU-Gesundheitsminister Horst Seehofer fordern auch die Grünen, dass Gefährder abgeschoben werden, „soweit es sich nicht um Deutsche handelt, dies rechtsstaatlich möglich ist und faktisch durchführbar ist“. In dem Papier wird moniert, dass es bislang an entsprechenden Abkommen der Bundesrepublik mit zahlreichen Herkunftsländern fehle, damit diese Gefährder auch in ihrer Heimat aufnehmen oder inhaftieren.

Seehofer nach Terror in Wien „Mit Anschlägen muss auch bei uns gerechnet werden“

Die Grünen fordern Seehofer außerdem dazu auf, einschlägige salafistische Vereine konsequent zu verbieten und verdächtige Geldflüsse stärker zu kontrollieren. Auch solle das Waffenrecht erneut überarbeitet und der Internethandel strenger überwacht werden, damit Gefährder nicht an Waffen gelangen könnten. Notwendig sei zudem ein bundesweites Präventions- und Deradikalisierungsnetzwerk, das auch Präventionsmaßnahmen mit Moscheevereinen und muslimischen Gemeinden und Initiativen einschließe. Auch die Imam-Ausbildung in Deutschland solle weiter verbessert werden.

Auf europäischer Ebene machen sich die Grünen für ein Europäisches Kriminalamt mit eigenen Ermittlerteams, einem einheitlichen Gefährderbegriff und mehr grenzüberschreitender Zusammenarbeit der nationalen Sicherheitsbehörden stark.

Ein 20-jähriger in Österreich geborener Islamist hatte am Montag in Wien vier Menschen erschossen, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Im Zusammenhang mit dem Anschlag durchsuchten Ermittler am Freitag in mehreren deutschen Städten Wohnungen und Geschäfte.

8 November 2020 0 Kommentare
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Information

Verbot der „Grauen Wölfe“: Folgt Deutschland französischem Beispiel?

von Fremdeninfo 6 November 2020
von Fremdeninfo

 

 

Verbot der „Grauen Wölfe“: Folgt Deutschland französischem Beispiel?

Von

dtj-online

–

-Politiker Cem Özdemir während einer Rede im Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die französische Regierung hat die „Grauen Wölfe“ verboten. Jetzt werden auch in Deutschland Stimmen laut, die ein ähnliches Vorgehen fordern. Die Grünen im Bundestag wollen das Thema parteiübergreifend angehen.

Ein Verbot der „Grauen Wölfe“-Bewegung in Frankreich sorgte am Mittwoch für eine weitere Zuspitzung der ohnehin angespannten Lage zwischen Frankreich und der Türkei. Während der französische Innenminister Gérald Darmanin die Grauen Wölfe beschuldigt, Diskriminierung und Hass zu schüren, sieht die Türkei diese Behauptungen als ein „Fantasieprodukt“ Frankreichs. Das türkische Außenministerium kritisierte die Entscheidung, die nun anscheinend auch andere Länder dazu ermutigt, einen ähnlichen Kurs gegen türkische Nationalisten zu fahren.

So beispielsweise die Grünen im deutschen Bundestag. Man wolle die Regierungsfraktionen von einem gemeinsamen Verbotsantrag überzeugen. Die Grünen-Abgeordneten Cem Özdemir, Irene Mihalic und Konstantin von Notz forderten in einem Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland ein Verbot der Grauen Wölfe in Deutschland. Die Abgeordneten sehen in der Organisation einen „verlängerten Arm“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğans, sie schüre immer wieder Hass, bedrohe Menschen und sei auch an Gewaltaktionen beteiligt, so die drei Politiker.

Auch Linke und AfD wollen „Graue Wölfe“ verbieten

Auch die Linken und die AfD stellten eigene Verbotsforderungen bezüglich der Grauen Wölfe. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen forderte die Bundesregierung am Donnerstag auf, „dringend dem Vorbild Frankreichs [zu] folgen“. Konkret benannte Dağdelen die ,Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland e.V.’ (ADÜTDF) als Dachverband der Grauen Wölfe. Laut dem nordrhein-westfälischem Verfassungsschutz habe dieser Verein einen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und werde aufgrund eines „extremen nationalistischen Gedankenguts“ beobachtet. Es bestünden „tatsächliche Anhaltspunkte für den Verdacht, dass es sich bei der Ülkücü-Bewegung um eine Gruppierung handelt, die sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung beziehungsweise gegen das friedliche Zusammenleben der Völker richtet und zugleich gegen den im Grundgesetz garantierten Gleichheitsgrundsatz verstößt.“

Grünen wollen Thema parteiübergreifend angehen

Die Linken-Politikerin, der viele Türkeistämmige eine Nähe zur Terrororganisation PKK vorwerfen, ist der Ansicht, dass diese Gruppierung „mit ihrer Hetze gegen Kurden, Armenier, Aleviten, Griechen und Juden Polarisierung und Desintegration in Deutschland befördert“. Das schrieb Dağdelen in einer Mitteilung auf ihrer Webseite.

Die Grünen wollen nach eigenen Angaben diese Thematik parteiübergreifend angehen. Es eigne sich nicht zur parteipolitischen Profilierung, sagten die Grünen-Politiker.

6 November 2020 0 Kommentare
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Rassismus

Erstes deutsches Bundesland plant Studie zu Rechtsextremismus in der Polizei

von Fremdeninfo 29 Oktober 2020
von Fremdeninfo

Erstes deutsches Bundesland plant Studie zu Rechtsextremismus in der Polizei

Von

Stefan Kreitewolf

 

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius will rechtsextremistische Tendenzen bei der Polizei aufdecken. Und das mithilfe einer Studie möglichst schnell. Dabei setzt er auf Kooperation mit anderen Bundesländern – und stellt sich damit gegen den Bundesinnenminister.

Obwohl Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine bundesweite Rassismus-Studie in der Polizei ablehnt, will Niedersachsen rechtsextremistische Tendenzen erforschen. Innenminister Boris Pistorius (SPD) erklärte, dass er „recht schnell“ eine Studie durchführen lassen möchte. „Offensichtlich gibt es immer wieder Glutnester antidemokratischen Verhaltens, die wir schnell erkennen und ersticken müssen“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Auf der bevorstehenden Konferenz der SPD-Innenminister, deren Sprecher Pistorius ist, sowie auf der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern Anfang Dezember möchte er weitere Bundesländer für sein Vorhaben gewinnen. Sein Ziel: eine kurzfristige Analyse des polizeilichen Alltags.

Opposition zu Bundesinnenminister Seehofer

Mithilfe der Studienergebnisse könne die Politik besser verstehen, welche Rahmenbedingungen zu Fehlverhalten führen und was dagegen getan werden kann. Mit seiner Initiative stellt sich Pistorius gegen Seehofer. Der Bundesinnenminister betonte noch in der vergangenen Woche, „dass wir kein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern haben“.

Dieses Urteil sorgte vielerorts für Unverständnis. Schließlich hatte die Aufdeckung rechtsextremer Chatgruppen von Polizisten in mehreren Bundesländern für hitzige Debatten gesorgt. Das Vertrauen in die Polizei insgesamt litt unter den Einlassungen rechtsradikaler Beamter.

Polizei unter Generalverdacht?

Pistorius ergänzte: „Ich denke, dass auch die Union und der Bundesinnenminister mittlerweile einsehen, dass wir die Sicherheitsbehörden mit diesem Vorgehen aus der Defensive bringen und sie stärken.“ Seehofer bestritt indes vehement ein grundsätzliches Problem im Polizeiapparat. Damit würde man die Polizei unter Generalverdacht stellen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) begrüßte indes den Vorschlag ihres Parteikollegen. „Wir müssen wissen, ob und inwieweit die vorhandenen organisatorischen Strukturen in der Polizei ausreichen, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern“, sagte sie. Es müsse geklärt werden, „ob die Instrumente bei der Einstellung, der Ausbil

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Religion

Benz: „Christlich-jüdisches Abendland“ ein erfundener Begriff, um Muslime auszugrenzen

von Fremdeninfo 29 Oktober 2020
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Benz: „Christlich-jüdisches Abendland“ ein erfundener Begriff, um Muslime auszugrenzen

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 DPA – dtj-online

–Wenn Politiker vom „christlich-jüdischen Abendland“ sprechen, mag das gut gemeint sein. Mit der Realität habe das aber nichts zu tun, sagt Historiker Wolfgang Benz. Erfunden worden sei dieser Begriff von Menschen, denen es auch darum gehe, Muslime auszugrenzen.

Im deutschen Diskurs über Minderheiten ist nach Ansicht des Historikers Wolfgang Benz viel sprachliche Unehrlichkeit im Spiel. Als Beispiele nennt der 79-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur Begriffe wie „Islamkritik“ und das „christlich-jüdische Abendland“. „Das sogenannte christlich-jüdische Abendland ist ein völlig irriger Begriff“, betont der frühere Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung. Dieser sei erfunden worden, um sich von Muslimen abzugrenzen.

Aus historischer Sicht sei es „ein Hohn und eine Unverschämtheit, wenn man heute so tut, als sei da etwas Gemeinsames gewesen“. Schließlich habe sich das christliche Abendland 2000 Jahre lang bemüht, es den Juden so unangenehm zu machen wie möglich – durch Kreuzzüge, Pogrome und Verweigerung bestimmter Rechte. „Solche Begriffe, die schleichen sich blitzschnell ein, der eine Politiker plappert sie dem anderen nach“, kritisiert Benz.

„Antisemitismus“ als Kampfbegriff

Auch beim „Antisemitismus“ hätten sich bewusste Unschärfen eingeschlichen. Mit Blick auf den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm sagte er: „Es ist antisemitisch, wenn ein hochrangiger, inzwischen verstorbener Politiker behauptet, die Israelis würden einen hemmungslosen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führen.“

Wenn aber jemand mit Blick auf Israel sage, „dass nicht alle Bürger in diesem Staatsgebiet in jeder Beziehung gleichgestellt sind“ oder „dass die Besatzungspolitik der israelischen Regierung und die geplante Annexion weiterer Gebiete nicht stracks zu einem Frieden in der Region führt, hat das mit Antisemitismus nichts zu tun“.

„Islamkritiker diskriminieren Muslime“

Nicht besser sei es mit der sogenannten Islamkritik, hinter der sich meist nur feindselige Einstellungen gegen Muslime versteckten. Benz sagt: „Diejenigen, die sich bei uns als „Islamkritiker“ aufspielen, haben in aller Regel etwas gegen Muslime – auch wenn sie behaupten, das sei gar nicht so, nur der Islam sei so teuflisch und furchtbar und müsse bekämpft werden.“

Benz sorgte vor zehn Jahren mit dem Buch „Die Feinde aus dem Morgenland. Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet“ für Aufsehen. Für seine These, selbst ernannte „Islamkritiker“ nutzten heute dieselben Methoden, um Muslime aufgrund ihrer Religion zu diskriminieren, die im 18. und 19. Jahrhundert verwendet worden seien, um Juden auszugrenzen und zu beschimpfen, erntet er viel Kritik, aber auch Zuspruch.

„Für mich ist das eine zentrale Erkenntnis“, sagt er heute. Schließlich sei der Vergleich „eines der wichtigsten Instrumente“ des Wissenschaftlers. Man habe ihm vorgeworfen, „der Benz vergleicht Juden und Muslime, das geht doch nicht“. Dabei habe er dies keineswegs getan, „denn ich bin weder Judaist noch Orientalist oder Islamwissenschaftler“.

Mehrheitsgesellschaft mit Vorurteilen

Ihn interessiere bei der Frage, wie Vorurteile entstehen, vielmehr die Mehrheitsgesellschaft. „Mich interessiert, warum ein Teil dieser Mehrheit zum Beispiel Sinti und Roma ausgrenzt oder Muslime oder Juden oder andere Minderheiten.“ Außerdem sei er überzeugt, dass es nicht an der Minderheit liege, wenn man sie nicht möge. Vielmehr müsse man sich das Bild im Kopf anschauen, das man sich von dieser Minderheit mache. „Alle Iren haben rote Haare, ich kenne so einen“.

Natürlich könne es auch in Deutschland passieren, dass in bestimmten Stadtvierteln konservative Muslime versuchten, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben hätten. „Aber für solche Fälle haben wir Recht und Gesetz, wir haben ein Innenministerium und die Polizei“, sagt Benz.

Es werde jetzt oft geschrieben, er sei ein „streitbarer Wissenschaftler“. Er selbst erkenne sich in dieser Bezeichnung nicht wieder. „Ich bin sehr friedlich, fast schon konfliktscheu“, so der emeritierte Professor. „Aber ich bin auch kein Duckmäuser.“

Diese Woche erschien sein neues Buch „Vom Vorurteil zur Gewalt. Politische und soziale Feindbilder in Geschichte und Gegenwart“. Benz ist überzeugt: „Das Ressentiment wächst aus der Angst, man sei von Feinden umstellt. Die Argumentation gewisser Rechtsausleger von der AfD zeigt mir, dass die von irrationalen Motiven und Angst angetrieben sind

 
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