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Rassismus

Rassistische Sprache in Kinderbüchern? Diese Werke wurden neu aufgelegt

von Fremdeninfo 22 Juni 2022
von Fremdeninfo
 

Rassistische Sprache in Kinderbüchern? Diese Werke wurden neu aufgelegt

Von Nadine Walter ( haz)

 

                                                                           >
 
 

Die Debatte um rassistische Begriffe in Kinderbüchern ist nicht neu. Wir haben mit zwei Verlagen darüber gesprochen, warum sie das Wort „Neger“ aus Werken wie Pippi Langstrumpf gestrichen haben – und warum es in einem anderen Kinderbuch weiterhin zu finden ist.

 Hannover. Astrid Lindgren wollte nicht, dass man die Sprache ihrer Bücher änderte. Auch ihre Erben waren zunächst dagegen. 2009 strich der Oetinger-Verlag trotzdem den „Negerkönig“ aus den „Pippi Langstrumpf“-Büchern. Er heißt seitdem Südseekönig.
 Abgesprochen mit den Erben

„Wir haben die Textänderungen in enger Abstimmung mit den Erben Astrid Lindgrens vorgenommen“, sagt eine Sprecherin von Oetinger und berichtet, dass die Autorin bereits 1971 in einem Interview mit der schwedischen Zeitung „Expressen“ gesagt habe, dass Pippis Vater heute wohl Kapitän oder Pirat geworden wäre. Eine Änderung gegen den Willen der Autorin oder ihrer eingesetzten Erben wäre nicht möglich gewesen. Er hätte gegen das Urheberrecht verstoßen.

Es geht um das Wort, das in heutigen Texten eigentlich nur noch als „N-Wort“ auftaucht, um Wörter wie „Zigeuner“ oder Szenen, in denen Frauen als „Weiber“ bezeichnet werden. Und nicht zuletzt geht es darum, wie Verlage mit diesen Wörtern in Kinderbüchern umgehen, die vor langer Zeit geschrieben worden sind. Die Debatte ist nicht neu, Aufschwung bekam sie eben 2009, als der Oetinger-Verlag die Sprache in den „Pippi Langstrumpf“-Büchern anpasste und den Südseekönig erfand.

                                                                                 >Welche Wörter in Kinderbüchern sollten stehen bleiben, welche besser ausgetauscht werden? Für Verlage ist diese Frage oft schwierig zu beantworten.

Welche Wörter in Kinderbüchern sollten stehen bleiben, welche besser ausgetauscht werden? Für Verlage ist diese Frage oft schwierig zu beantworten.

© Quelle: Marijan Murat/dpa

„Kinder rezipieren anders“

„Kinder rezipieren Bücher anders als Erwachsene, die bei der Lektüre von Klassikern den historischen Kontext in der Regel erkennen können“, begründet der Verlag seine Entscheidung heute. Man habe zudem verhindern wollen, dass die Texte und die Intention der Autorin missverstanden würden.

2013 brandete die Debatte um Anpassungen der Sprache in Kinderbüchern noch einmal in Deutschland auf, als der Thienemann-Esslinger-Verlag das „N-Wort“ aus Ottfried Preußlers „Die kleine Hexe“ strich und mit ihm weitere Begriffe ersetzte. Die Gäste einer Faschingsfeier im Wald verwandelten sich von „Eskimofrauen“ zu „Indianerinnen“, von „Türken“ zu „Cowboys“ und von einem „Hottentottenhäuptling“ zum „Seeräuber“.

„Preußler hat Änderungen gewollt“

„Otfried Preußler hat diese Änderungen gewollt und sie auch vor seinem Tod autorisiert“, sagt Verlegerin Bärbel Dorweiler. Man bewege sich als Verlag in dieser Debatte immer zwischen zwei Polen: Zum einen könne man den Autor als Schöpfer ins Zentrum stellen und so wenig wie möglich am Werk verändern – in der Erwartung, dass die Leserschaft sich über die Sprache kundig mache. Bei Kinderbüchern würde dies dann bedeuten, dass den vorlesenden Erwachsenen die Rolle zukomme, das Gelesene für die Kinder einzuordnen und zu erklären, sagt die Verlegerin.

 Im Spannungsfeld

Zum anderen könne man auf die Leserinnen und Leser zentriert argumentieren – da sich die Bedeutung eines Textes erst durch diese aufbaut. „Dann sollte alles angepasst werden, was es dem Leser (in diesem Falle auch dem Vorleser oder dem Kind) schwer macht, sich den Text zu erschließen, auf dass die Rezeption ungebrochen fortgesetzt werden kann“, sagt Dorweiler. „Im Spannungsfeld zwischen Werktreue und Leserorientierung können wir kaum beides gleichzeitig tun.“Beim Thienemann-Esslinger-Verlag entscheidet man daher – in Zusammenarbeit mit den Autoren oder ihren Erben – von Fall zu Fall. In „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende etwa wird das „N-Wort“ weiter verwendet. Als Jim Knopf als Baby in Lummerland ankommt, heißt es: „,Das dürfte vermutlich ein kleiner Neger sein’, bemerkte Herr Ärmel und machte ein sehr gescheites Gesicht.“

size                                                                                     >Jim Knopf ist eine Institution der deutschen Kinderliteratur. Hier stehen die Marionetten Herr Tur Tur (von links), Jim Knopf und Lukas mit der Lokomotive Emmaim Augsburger Puppentheatermuseum.

Jim Knopf ist eine Institution der deutschen Kinderliteratur. Hier stehen die Marionetten Herr Tur Tur (von links), Jim Knopf und Lukas mit der Lokomotive Emmaim Augsburger Puppentheatermuseum.

© Quelle: Stefan Puchner/dpa

„Ende thematisiert in diesem Kinderbuch das Anderssein und die Gefahr, deswegen ausgeschlossen zu werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Szene zu sehen“, sagt Dorweiler. Herr Ärmel fungiere in der Geschichte als Prototyp des (Spieß-)Bürgers, des „Untertanen“, der alles richtig machen will – und es doch so falsch macht. Das „N-Wort“ blieb also auch in der Ausgabe zum 55. Jubiläum des Buches im Jahr 2015 stehen. Was Autor Michael Ende dazu gesagt hätte, wird die Welt nie erfahren. Er starb bereits 1995 – lange bevor der Diskurs um Sprache und Rassismus in Kinderbüchern in Deutschland begann.

Im Englischen hat man sich zumindest bei „Pippi Langstrumpf“ die Debatte um das „N-Wort“ von vornherein gespart. Hier machte die Übersetzerin Edna Hurup Pippis Vater schon 1954 zum „cannibal king“, zum König der Kannibalen.

Von Nadine Wolter

 

22 Juni 2022 0 Kommentare
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Information

Überraschend naiv: Mutmaßlicher türkischer Spion gesteht vor Gericht

von Fremdeninfo 22 Juni 2022
von Fremdeninfo

Überraschend naiv: Mutmaßlicher türkischer Spion gesteht vor Gericht

Von

dtj-online

–

22.06.2022

 

 

 

 
Der Angeklagte (l.), ein mutmaßlicher türkischer Spion, im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Als in einem Düsseldorfer Hotel eine Waffe, scharfe Munition und Informationen über vermeintliche PKK- und Gülen-Anhänger gefunden werden, löst die Polizei Großalarm aus. Nun steht der Besitzer der brisanten Fundsachen vor Gericht – und gesteht.

Ali D., ein mutmaßlicher Agent türkischer Geheimdienste, hat am Düsseldorfer Oberlandesgericht ein Geständnis abgelegt. „Ich räume die Vorwürfe der Anklage ein“, sagte der 41-Jährige am Dienstag in Düsseldorf beim Prozessauftakt. Er habe sich türkischen Geheimdiensten als Informant angedient.

Dem Geständnis war eine Absprache mit dem Gericht vorausgegangen, der Senat hatte dem Mann für ein Geständnis eine Bewährungsstrafe zugesagt. Der Angeklagte berichtete, er habe in Ankara ein florierendes Hotel gekauft, sei dann aber von den Verkäufern unter Druck gesetzt worden.

„In der Türkei muss man Macht oder Vitamin B haben“

Immer wieder hätten sie ihm die Polizei auf den Hals gehetzt und ihn gezwungen, das Hotel wieder zu verkaufen. Von einer Betrugsanzeige habe ihm sein Anwalt abgeraten, weil er an „Leute mit Macht“ geraten sei. Dies habe in ihm die Erkenntnis reifen lassen, zum Geheimdienst zu wollen. Prüfen lassen sich seine Aussagen kaum. „In der Türkei muss man Macht oder Vitamin B haben, sonst geht gar nichts.“

Deswegen habe sich D. zwei Geheimdiensten als Informant angedient. Er habe auch Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt, diese aber nicht weitergegeben. Er sei auch mal selbst in der Bewegung aktiv gewesen. Zudem habe er sich eine täuschend echt wirkende Schreckschusspistole gekauft.

PKK- und Gülen-Anhänger bespitzelt

„Das gab mir Kraft und Sicherheit, wenn die Pistole in meinem Hosenbund steckte.“ Er habe nie jemanden damit bedroht. „Ich dachte, das wäre legal.“ Die scharfe Munition, die man bei ihm gefunden habe, habe er für das Schießen auf Schießständen benötigt. Es sei schlicht billiger gewesen, die Munition nicht erst am Schießstand zu kaufen.

Türkischer Agent wegen Geheimdienst-Tätigkeit und Waffenbesitz angeklagt

„Nach erster Sichtung kann man das als Geständnis durchaus ansehen“, sagte der Vorsitzende Richter Lars Bachler. Der Angeklagte sitzt bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, Anhänger der Gülen-Bewegung und der PKK für türkische Geheimdienste ausgespäht zu haben.

Polizei setzt Großaufgebot in Bewegung

Der Mann war im September 2021 in einem Düsseldorfer Hotel festgenommen worden, nachdem ein Hotelmitarbeiter in seinem Zimmer eine Waffe und scharfe Munition entdeckt hatte.

Die Polizei hatte ein Großaufgebot in Bewegung gesetzt, weil eine akute Gefahrenlage zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte (DTJ-Online berichtete). Die Waffe entpuppte sich später als Schreckschusspistole. Als Höchststrafe drohen D. bis zu fünf Jahre Haft. Ein Urteil wird in Kürze erwartet.

Spionageaktivitäten belasteten bereits in jüngerer Vergangenheit das deutsch-türkische Verhältnis.

dpa/dtj

 

 

 

22 Juni 2022 0 Kommentare
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Information

Jahreshauptversammlung der CHP Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei) im Kulturzentrum FAUS

von Fremdeninfo 21 Juni 2022
von Fremdeninfo

                                                                                                       

                                                                                                                 Ugur Madak

Jahreshauptversammlung der CHP Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei) im Kulturzentrum FAUS

Nach der traditionellen Istiklal-Hymne eröffnete der Vorsitzende der CHP Hannover Nihat Yazici die Versammlung und begrüßte Pressevertreter und die Anwesenden, unter ihnen Günay Capan, der für die CHP Deutschland zuständig ist.

Nihat Yazici: „Corona hat alle Lebensbereiche beeinflusst, so wie auch unsere politische Arbeit. Und doch haben wir trotz der Unterbrechungen intensiv gearbeitet. Unser Ziel ist es, die CHP zur stärksten Partei bei den Wahlen in Deutschland zu machen. Um das zu erreichen, müssen mit allen Nicht-Regierungsorganisationen im Dialog arbeiten. Das Problem der Einigkeit ist für uns sehr wichtig. Die Macht der AKP-MHP in der Türkei hat die Mehrheit von Armut und Hunger befreit, Recht, Gerechtigkeit, Recht und Menschenrechte aber werden nach wie vor mit Füßen getreten. Politik dort schüchtert ein, unterdrückt und drangsaliert. Wir müssen konsequent und dauerhaft für die Zukunft kämpfen. Wenn uns, die CHP jemand wegen unserer politischen Ansichten kritisiert, so ist es unsere Aufgabe, zuzuhören und uns richtig zu organisieren, ist es notwendig, ihn zu begrüßen. Was auch immer wir für die Solidarität in uns selbst umsetzen werden, wir müssen ein gutes Urteil fällen. Wir sollten uns die Sorgen und Probleme aller Menschen anhören und Lösungen erarbeiten und gemeinsam und solidarisch lösen. So können wir unser Ziel erreichen, stärkste Partei zu werden“.

Ugur Madak, Hannover, Leiter der Jugendabteilung: „Ich werde die Parteiarbeit im Sinne und nach den Werten unserer Partei fortsetzen. Für die Jugend in unserer Partei junger Menschen werde ich mich im Dialog intensiv für den weiteren Aufbau unserer Organisation einsetzen. 2002 begann ich, für die CHP politisch tätig zu werden. 2006 habe ich meine Frau kennengelernt und bin 2010 nach Deutschland gekommen. Ich habe aktiv an dem CHP-Hannover-Treffen 2013 teilgenommen, gleichzeitig den Gründern und ihren Lebensleistungen große Bedeutung beigemessen und weiß sehr wohl, dass Erfahrung einen großen Stellenwert für die Zukunft der Gesellschaft einnimmt. Wenn Sie bei Ihrer Wahl für mich stimmen, verspreche ich heute, engagiert für die Ziele der Partei einzutreten.“

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Ugur Madak mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Die Wahlen zum Vorsitz fanden in geheimer Abstimmung statt.

Der Vorstand besteht aus:  Vorsitzender  Ugur Madak.

Vorstandsmitglieder:

Serpil Yildiri, Metin Yildirim ,Durkhan Tas, Aysel Yagiz, Seyla Yazici ,Orhan Tas ,Engin Berk, Senol Cin

Ersatzmitglieder

Yedek üyeler

Dudu Üzümcü ,Sadullah Erdogan, Necdet Cevirme, Kaan Cebe ,Okan Ates, Sadi sengin ,Emine Gürses

21 Juni 2022 0 Kommentare
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Frauen

Doch keine lebenslange Haft für Mörder von Pınar Gültekin

von Fremdeninfo 21 Juni 2022
von Fremdeninfo

Doch keine lebenslange Haft für Mörder von Pınar Gültekin

Von

dtj-online

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21.06.2022

 
 

 
Archivfoto: Frauenvereine protestieren am Provinzgericht in Muğla. Foto: Muğla Kadın Meclisi

Eine Studentin wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Der Täter wurde jetzt anstatt lebenslang zu 23 Jahren verurteilt – doch die Strafminderung sorgt für eine erhitzte Debatte.

Der Mord an einer Studentin sorgte 2020 über die Türkei hinaus für Entsetzen. Nach einem langen Verfahren ist nun ein 32-Jähriger zu 23 Jahren Haft unter erschwerten Bedingungen verurteilt worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag berichtete. Frauenrechtlerinnen und Oppositionellen zeigten sich jedoch enttäuscht von dem Urteil.

Die 27-jährige Pınar Gültekin war im Juli 2020 tot im westtürkischen Muğla aufgefunden worden. Wenig später hatte der Mörder, der in einer Beziehungen mit Gültekin gestanden haben soll, die Tat gestanden.

Gericht: Studentin hat provoziert

Die brutale Tötung hatte über die Landesgrenzen hinaus Proteste ausgelöst, weltweit teilten Menschen in sozialen Netzwerken den Namen der ermordeten Frau. Der Mörder soll die damals 27-Jährige getötet, bei lebendigem Leib angezündet und in einem Fass in einen Wald geschafft haben.

Die Entscheidung des Gerichts stieß auf scharfe Kritik, weil „ungerechtfertigte Provokation“ als strafmildernder Grund auf das Urteil angewendet wurde. Aus Sicht vieler wurde dem Opfer damit eine Mitschuld an der Tat gegeben. Die Föderation der Frauenverbände in der Türkei schrieb dazu auf Twitter, die Leute hinter der Entscheidung trügen das „Blut von Frauen“ an ihren Händen. Der Oppositionspolitiker und Jurist Sezgin Tanrıkulu twitterte, mit dem Verfahren sei erneut das Recht „ermordet“ worden.

dpa/dtj        

21 Juni 2022 0 Kommentare
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Religion

Freispruch mit Fragezeichen: Hat Ditib-Funktionär Messerattacke auf sich erfunden?

von Fremdeninfo 20 Juni 2022
von Fremdeninfo

Freispruch mit Fragezeichen: Hat Ditib-Funktionär Messerattacke auf sich erfunden?

Von

dtj-online

–

19.06.2022

 
 

 
Das Amtsgericht Bretten sprach den Angeklagten Savaş Ç. vom Vorwurf frei, sich womöglich selbst verletzt und damit eine Straftat erfunden zu haben (Symbolfoto). Quelle: pixabay

Vor mehr als drei Jahren sorgte ein Fall in Bretten für überregionalen Wirbel in der deutschtürkischen Community. Dann entpuppte sich der auf den ersten Blick klare Sachverhalt als Mogelpackung. Nun endete er mit einem Freispruch für das vermeintliche Opfer, das selbst ins Visier der Justiz geraten war.

Ein Mann wird nachts von zwei Maskierten überfallen, verschleppt und mit einem Messer angegriffen und verletzt. So geschehen am 6. Februar 2019 in Bretten in der Nähe von Karlsruhe. Oder etwa doch nicht? Eine klare Antwort gibt es darauf auch drei Jahre nach dem Vorfall nicht.

Das mutmaßliche Opfer Savaş Ç. gab damals an, von zwei Gülen-Anhängern angegriffen worden zu sein. Ç. war zum Zeitpunkt des Vorfalls Vorstandsmitglied der Brettener Ditib-Moschee, die mutmaßlichen Angreifer sollen damit gedroht haben, „anzügliche Fotos der zur Ditib-Gemeinde gehörenden Frauen ins Netz zu stellen, wenn die Ditib-Mitglieder ihre, die Gülen-„Frauen und Schwestern“, nicht in Ruhe ließen“.

Der Staatsschutz Karlsruhe nahm sich des Falles an und ermittelte wegen einer möglichen religiös-politischen Motivation. Zur Erinnerung: Die Gülen-Bewegung wurde und wird nach wie vor mit dem Putschversuch im Juli 2016 in der Türkei in Verbindung gebracht, insbesondere durch die AKP und Präsident Recep Tayyip Erdoğan. In vielen Ditib-Moscheen wurde Gülen-Anhängern in den Jahren nach 2016 klar gemacht, nicht mehr willkommen zu sein. Vorbeter sollen eine Weile lang gar von der Verbandsspitze der Ditib aufgefordert worden sein, Spitzelarbeit zu leisten, Listen mit Anhängern zu erstellen und diese an Ankara zu übermitteln. Die Ditib ist offiziell unabhängig, gilt allerdings als der deutsche Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet.

Mutmaßliches Opfer landet am Ende selbst auf der Anklagebank – und schweigt

Der Staatsschutz allerdings konnte nicht nur keine Verdächtigen ermitteln, es kam auch der Verdacht auf, dass Ç. sich die Verletzungen selbst zugefügt hatte oder in Einverständnis hatte zufügen lassen und es somit überhaupt keinen derartigen Vorfall gab. Deswegen stand Ç. jüngst selbst vor Gericht.

Obwohl zwei vom Amtsgericht Bretten beauftragte Sachverständige erklärten, dass die Wunden klassische Merkmale für selbst beigebrachte Schnitte zeigten, weil sie meist oberflächlich seien, parallel verliefen und an Körperstellen seien, die leicht erreichbar und relativ schmerzunempfindlich sind, kam das Gericht zum Schluss, dass nicht zweifelsfrei bewiesen werden könne, dass „der Angeklagte sich selbst verletzt hatte oder ein Dritter dies auf seine Bitte hin tat“. Und weil die Zweifel überwogen, wurde Ç. letztlich freigesprochen.

Die Fragezeichen rund um die Tat und die Hintergründe allerdings bleiben; auch, weil der Angeklagte während der Hauptverhandlung schwieg.

 

20 Juni 2022 0 Kommentare
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Information

Türkische Gemeinde in Deutschland wählt Aslıhan Yeşilkaya und Gökay Sofuoğlu zu neuen Bundesvorsitzenden

von Fremdeninfo 19 Juni 2022
von Fremdeninfo

Türkische Gemeinde in Deutschland wählt Aslıhan Yeşilkaya und Gökay Sofuoğlu zu
neuen Bundesvorsitzenden

 


Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat Aslıhan Yeşilkaya und Gökay
Sofuoğlu im Rahmen ihres 13. Bundeskongresses als Bundesvorsitzende gewählt.
Atila Karabörklü, der gemeinsam mit Gökay Sofuoğlu die letzten drei Jahre
Bundesvorsitzender der TGD war, hat nicht erneut kandidiert.

Aslıhan Yeşilkaya, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland,
erklärt: „Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir der Verband mit meiner Wahl
geschenkt hat. Als jüngste Bundesvorsitzende in der Geschichte der TGD will ich den
Verband aktiv voranbringen und mein Augenmerk auf die Themen Frauen, Jugend
und Digitalisierung richten. Meinen Schwerpunkt möchte ich insbesondere auf den
Zugang von Menschen mit Migrationsgeschichte zu Führungspositionen in allen
Branchen legen. Wir haben in den nächsten drei Jahren viel zu tun und ich freue
mich auf die Arbeit.“

An dem Bundeskongress mit dem Motto „Migrationsgesellschaft Deutschland –
Gemeinsame Verantwortung, Gemeinsame Zukunft“ nahmen unter anderem die
Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration und Antirassismus–
Beauftragte des Bundes, Frau Reem Alabali–Radovan, und seine Exzellenz der
Botschafter der Republik Türkei, Herr
Şen, teil.
Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender und Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in
Baden–Württemberg merkt an: „Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass wir die
Positionen der beiden Bundesvorsitzenden wieder paritätisch besetzen konnten. Mit
Aslıhan Yeşilkaya ist nicht nur endlich wieder eine Frau gewählt worden, sondern
auch eine junge Person. Für die Herausforderungen der Zukunft müssen wir auch
zukunftsfähig aufgestellt sein. Da ist es zwingend notwendig, Perspektiven
unterschiedlicher Generationen und Geschlechter zusammenzuführen.“

Neben den Wahlen wurden auf dem Bundeskongress Persönlichkeiten aus der
Zivilgesellschaft geehrt. Preisträgerinnen waren die Gründerin des Vereins „Weg der
Hoffnung“, Aynur Çelikdöven, die Herzchirurgin Dilek Gürsoy und die Gründerin der
Bildungsinitiative Ferhat Unvar, Serpil Temiz Unvar, für ihr herausragendes
Engagement für unsere Gesellschaft.

 

Obentrautstr. 72
10963 Berlin

www.tgd.de

info@tgd.de

presse@tgd.de

Referent für Presse– und
Öffentlichkeitsarbeit

Kaan Ba
ğcı
E–Mail:
Kaan.Bagc@tgd.de
Handy: 01520 6862206

 
19 Juni 2022 0 Kommentare
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Repressionen gegen die Gülen-Bewegung: Große Protestaktion in Straßburg geplant

von Fremdeninfo 18 Juni 2022
von Fremdeninfo

Repressionen gegen die Gülen-Bewegung: Große Protestaktion in Straßburg geplant

Von

dtj-online

–

17.06.2022

 
 
 
 
Ein nicht seltenes Bild in der Türkei der letzten Jahre: Polizisten nehmen Demonstrierende fest. Die „Peaceful Actions Platform“ ruft nun zum Protest dagegen auf. Foto: Tunahan Turhan/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Festnahmen, Entführungen, Folter: Seit dem gescheiterten Putsch 2016 werden Menschenrechte in der Türkei mit Füßen getreten, sie gelten nicht mehr für alle gleichermaßen. Das trifft insbesondere politische Gegner wie die Anhänger der Gülen-Bewegung, auch bekannt als Hizmet. Eine Aktionsplattform fordert nun den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zum Handeln auf.

Es war ein kalter Tag im Dezember 2014. Die Bilder lassen viele bis heute nicht los: Hidayet Karaca, CEO der Hizmet-nahen Samanyolu-Sendergruppe, wird gemeinsam mit zahlreichen anderen Journalisten und Polizeibeamten im Zuge einer breit angelegten Razzia festgenommen – ein Schlag gegen die Medienfreiheit.

Der Fall sorgte für großes Aufsehen, doch viele glaubten zu diesem Zeitpunkt noch, dass die Festnahme nur von kurzer Dauer ist und Karaca bald freigelassen wird. Offiziell wird ihm der Inhalt einer fiktiven Krimi-Serie vorgeworfen. In ihr ging es um eine extremistische Organisation.

Anklage wegen fiktiver Krimi-Serie

Mit der Serie habe der Sender eine versteckte Anweisung an Eingeweihte in Polizei und Staatsanwaltschaft gegeben, etwas gegen die extremistische Gruppe zu unternehmen. Heute sind fast acht Jahre vergangen. Karaca wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch damit nicht genug: Karacas Fall war nur der Startschuss für weitere Verhaftungen.

Heute sitzen nicht nur Journalist:innen, sondern auch Lehrer:innen, Beamt:innen, aber auch Hausfrauen in Haft, weil ihnen eine Verbindung zur Gülen-Bewegung nachgesagt wird. Allein nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 bis ins Jahr 2020 waren laut türkischem Innenministerium mehr als 282.000 Personen in Untersuchungshaft.

Festnahmen ohne seriösen Vorwurf

Davon wurden mehr als 94.000 festgenommen. Gegen etwa 597.000 Menschen habe es in diesen Jahren ein Verfahren wegen einer mutmaßlichen Mitgliedschaft gegeben. Nicht selten finden diese Festnahmen ohne einen seriösen Vorwurf statt. Auch von Gewalt und Folter durch türkische Beamte ist die Rede.

Beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sind diesbezüglich zahlreiche Beschwerden eingegangen. Zwar gab es auch vereinzelt Entscheidungen. So hat die EGMR Ende 2021 das Land wegen der „willkürlichen“ Inhaftierung von mehr als 400 türkischen Richtern und Staatsanwälten nach dem gescheiterten Putschversuch verurteilt.

„Peaceful Actions Platform“ fordert EGMR zu Urteilen auf

Dabei stellten die Richter einstimmig fest, dass die Untersuchungshaft für die insgesamt 427 Justizvertreter „rechtswidrig“ gewesen sei, weshalb die Türkei zu einer Zahlung von 5.000 Euro Schadensersatz pro betroffene Person verurteilt wurde. Doch der „Peaceful Actions Platform“ ist das zu wenig.
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Die von mehreren Organisationen der Zivilgesellschaft in Europa gegründete Plattform möchte nach eigenen Angaben „eine kollektive Dynamik aufbauen, das Bewusstsein schärfen und Maßnahmen für die Menschenrechte ergreifen“. Nun will sie vor dem EGMR demonstrieren.

„Warum schweigt der Gerichtshof?“

Erwartet werden zu der Demonstration am 24. Juni rund 800 Menschen aus Europa. „Wo ist der EGMR, wenn er am meisten gebraucht wird?“, heißt es in der Pressemitteilung zu der Veranstaltung. Und weiter: „Warum schweigt der Gerichtshof, während das Regime in der Türkei Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht?!“

Grund für diese Haltung gegen den Gerichtshof war auch deren jüngste Abweisung des Falls um Yusuf Bilge Tunç, der seit 2019 verschwunden ist. Ermittlungen zu dem Fall liefen bereits in der Türkei. Angehörige sorgen sich um Tunç. Sie befürchten, dass er aus politischen Gründen entführt worden sein könnte.

 
 
 
18 Juni 2022 0 Kommentare
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Religion

Dachverband: Islamismus so gefährlich wie Rechtsextremismus

von Fremdeninfo 17 Juni 2022
von Fremdeninfo

Dachverband: Islamismus so gefährlich wie Rechtsextremismus

Von

dtj-online

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 Das Kürzel BAG RelEx steht für Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus e. V. Sie ist ein gemeinnütziger Verein, der im November 2016 von 25 zivilgesellschaftlichen Organisationen gegründet wur
Die Bundesregierung will bis Jahresende einen Entwurf für ein Demokratiefördergesetz vorlegen. Darin nicht enthalten: Programme zur Eindämmung islamistischer Ideologien. Experten kritisieren das Vorgehen.

Es sei zwar richtig, wenn Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betone, der Rechtsextremismus sei aktuell die größte Gefahr für die Demokratie, sagte die Co-Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus, Jamuna Oehlmann, am Dienstag in Berlin.

Gleichzeitig sei aber zu beobachten, dass radikale Entwicklungen auch in der islamistischen Szene weiterhin „omnipräsent sind“. Es sei daher irritierend, dass der Islamismus in einem Diskussionspapier zu dem von der Ampel-Koalition geplanten Demokratiefördergesetz nicht explizit als Problemfeld genannt werde.

„Ideologien der Ungleichwertigkeit“

In dem Papier aus dem Februar heißt es wörtlich: „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus sind ebenso ein Angriff auf unser gesellschaftliches Miteinander wie Antiziganismus, Islam– und Muslimfeindlichkeit, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und weitere Ideologien der Ungleichwertigkeit sowie Diskriminierungen.“

Bei den Entscheidungen für die Förderung von Projekten gegen Extremismus sei eine Wellenbewegung zu beobachten, als Folge einzelner Terroranschläge – einmal werde der Fokus auf Rechtsextremismus gelegt, dann stehe wieder der Islamismus im Mittelpunkt. Besser wäre eine dauerhafte Förderung der Prävention, jenseits von Alarmismus.

Präventionsprogramm beendet

Als Beispiel für dieses Auf und Ab nannte Oehlmann die Beendigung des vom Bundesinnenministerium 2017 aufgelegten Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus. Das Deradikalisierungsprogramm war nach der Rückkehr dutzender Islamisten, die sich in Syrien und im Irak der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen hatten, konzipiert worden.

Die Bundesministerien für Inneres und Familie wollen bis Jahresende einen Entwurf für ein Demokratiefördergesetz vorlegen. Kern des Vorhabens ist eine langfristige Finanzierung für Organisationen, die sich für Demokratieförderung und Extremismusprävention engagieren.

„Statements auf Twitter“ reichen nicht aus

Das Gesetz sei wichtig, um Fachleute mit Erfahrung in den Initiativen zu halten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Derviş Hizarcı. Sie seien bisher wegen der kurzfristigen Finanzierung oft in andere Bereiche abgewandert. Verlässliche Förderung sei wertvoller als „Likes“ in sozialen Medien.

Der Islam in den Wahlprogrammen der deutschen Parteien

Politisch Verantwortliche sollten es sich nicht zu einfach machen, denn mit „guten Sätzen und wichtigen Statements auf Twitter“ sei es nicht getan.

dpa/dtj

17 Juni 2022 0 Kommentare
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Fragwürdiges Demokratieprojekt: Schüler zeigen rechtsextreme Symbole auf

von Fremdeninfo 16 Juni 2022
von Fremdeninfo

Fragwürdiges Demokratieprojekt: Schüler zeigen rechtsextreme Symbole auf

 Von  Hannes Heine –

SPD-Politikerin Nancy Faeser veröffentlichte ein Foto, dass sie mit Jugendlichen zeigt, die offenbar für Salafisten und türkische Faschisten werben.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat für ein Gruppenfoto mit Schülern posiert, auf dem rechtsextreme Zeichen zu sehen sind. Das Bild veröffentlichte das Büro der Ministerin am 15. Juni, es zeigt Faeser vor mehr als 100 Jugendlichen, die offenbar das Projekt „Verfassungsschüler“ bewerben.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

In der letzten Reihe macht ein Schüler den Wolfsgruß türkischer Rechtsradikaler. Das Handzeichen mit zwei gespreizten Fingern symbolisiert einen Wolf und ist seit jeher Gruß der Faschisten in der Türkei.

Obwohl es offene und klandestine Einzelvereine aus dem Spektrum der „Grauen Wölfe“ gibt, wird die Bezeichnung meist als Sammelbegriff verwendet. Graue Wölfe bezeichnet somit die Bewegung antisemitischer, homophober, kurden-, armenier- und griechenfeindlicher Rechtsradikaler.

Zudem fordern viele Graue Wölfe ein Großreich turksprachiger Völker, das weit über die heutige Türkei herausreichen soll. Tausende Morde in der Türkei werden Grauen Wölfen zugerechnet.

Frankreichs Regierung verbot Verbände der Grauen Wölfe 2020: Zuvor fielen türkische Nationalisten dort durch Angriffe auf Franzosen armenischer Herkunft auf, deren Vorfahren nach dem Völkermord 1915 nach Frankreich geflohen waren. Österreichs Regierung verbot 2019 die Symbole der Grauen Wölfe, also den Wolfsgruß, sowie die dazu oft gezeigten drei Halbmonde. In Deutschland sind die Grauen Wölfe legal.

16 Juni 2022 0 Kommentare
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Warum Folterern in der Türkei nun Ungemach drohen könnte

von Fremdeninfo 16 Juni 2022
von Fremdeninfo

Warum Folterern in der Türkei nun Ungemach drohen könnte

Von

dtj-online

–

09.06.2022

 
 
 
 
„Menschenrechte Folter Türkei“ title=“Folter in der Türkei“
Folter in der Türkei ist in den letzten Jahren wieder zu einem größeren Problem geworden. Foto: Shutterstock.com

Seit dem Putschversuch 2016 gibt es vermehrt Foltervorwürfe gegen die türkische Regierung. Der Politiker Ömer Faruk Gergerlioğlu macht immer wieder darauf aufmerksam. Nun wird gegen einen mutmaßlichen Folterer ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft von Ankara hat Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Folterer aufgenommen. Darüber berichten mehrere türkische Medien sowie der Abgeordnete der prokurdischen HDP, Ömer Faruk Gergerlioğlu, der selbst Opfer des Beschuldigten A. T. gewesen sein soll, auf Twitter.

A. T., der auf dem Polizeipräsidium Ankara arbeitet, soll die Foltervorwürfe in einem Verhör zurückgewiesen haben. Dennoch habe er laut einem türkischen Medienbericht zugegeben, Militärangehörige in der Putschnacht vom 15. Juli 2016 „schlecht behandelt zu haben“. Für einige Taten zeige er demnach keine Reue.

Beschuldigtem Polizisten droht Suspendierung

Bei dem Polizisten soll es sich um den Beamten handeln, der bei der Festnahme des HDP-Politikers Gergerlioğlu im vergangenen Jahr mit Handgreiflichkeiten aufgefallen war.

A. T. droht ein juristischer Prozess. In der Folge könnte sein Dienstort verlegt werden. Überdies ist eine Suspendierung vom Dienst möglich. In der Türkei gibt es schon länger Vorwürfe hinsichtlich der Folter regierungskritischer Inhaftierter. Teilweise wurden diese belegt.

DTJ-Online berichtet von Entführungen und Folter

Der HDP-Abgeordnete Ömer Faruk Gergerlioğlu verfolgt diese Fälle genau und thematisiert sie immer wieder vor der Presse sowie im türkischen Parlament. A. T. zählt zu den Personen, die er im Parlament erwähnt hatte. DTJ-Online berichtet bereits seit Bekanntwerden dieser Fälle von Entführungen und Folter in türkischen Gefängnissen.

Auch das Recherchenetzwerk „Correctiv“ hat unter Beteiligung mehrerer namhafter internationaler Medien Verdachtsfälle recherchiert. Das Ergebnis ist in einer ZDF-Doku zu sehen. Sie kann hier abgerufen werden.


Weitere Informationen zur Recherche gibt es auf der Seite Black Sites Turkey.

 

16 Juni 2022 0 Kommentare
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